[0001] Die Erfindung betrifft eine Spinnplatte zur Herstellung von schmelzgesponnen Fasern
zur Herstellung von Geotextilien.
[0002] Geotextilien werden in vielen Bereichen der Technik angewendet, im besonderen für
die Befestigung von Böschungen, Abhängen, als Unterlage für Beton- oder Asphaltflächen
wie Straßen, Flughäfen, Wege, Brücken und dergleichen, und zwar sowohl für Neubauten
als auch für Sanierungen verwendet. Entsprechend dem spezifischen Anwendungsgebiet
werden besondere Anforderungen an die Stabilität, die Festigkeit, die Wasserdurchlässigkeit
der Geotextilien gestellt.
[0003] Bei der Herstellung von Geotextilien werden bisher je nach der geforderten Eigenschaft
Fasern und Filamente verschiedener definierter Texturen hergestellt und verfestigt.
Je feiner die Fasern oder Filamente, desto fester, stabiler ist das Geotextil nach
der Verfestigung, je gröber die Fasern oder Filamente, desto höher ist die Wasserdurchlässigkeit
des Geotextils Gegebenenfalls werden vor der Verfestigung eines Geotextils getrennt
hergestellte feiner Fasern zugemischt um eine entsprechende Festigkeit und Stabilität
zu erreichen.
[0004] Aufgabe der Erfindung war es ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von
Geotextilien bestehend aus Fasern oder Filamenten unterschiedlicher Textur bereitzustellen,
bei dem die Mischung bzw. die Einstellung der Fasermischung nicht aufwendig nach der
Herstellung der Fasern und Filamente erfolgt sondern bereits bei der Herstellung der
Fasern bzw. Filamente erfolgt.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Geotextilien,
dadurch gekennzeichnet, dass die Herstellung der Endlosfasern unterschiedlicher Textur
in einem Spinnvorgang erfolgt, wodurch das Verhältnis von Fasern feinerer und gröberer
Textur definiert eingestellt wird und bei der anschließenden mechanischen und/oder
hydraulischen Verfestigung ein Geotextil definierter Eigenschaften hergestellt wird.
[0006] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Spinnplatte zur Herstellung von schmelzgesponnenen
Endlosfasern für Geotextilien, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnplatte Bohrungen
unterschiedlichen Durchmessers zur Herstellung von Fasern unterschiedlicher Textur
in einem Spinnvorgang aufweist.
[0007] Durch den Anteil der feineren Fasern kann die gewünschte Stabilität und Festigkeit
des fertigen Geotextils eingestellt werden. Der Anteil an gröberen Fasern bestimmt
die hydraulischen Eigenschaften des fertigen Geotextils, beispielsweise die Wasserdurchlässigkeit
in der Vliesebene bzw. vertikal zur Vliesebene.
Je höher der Anteil an feinen Fasern ist, desto fester und stabiler wird das anschließend
durch mechanische und/oder hydraulische Verfestigung hergestellte Geotextil. Je höher
der Anteil an gröberen Fasern ist, desto größer die wird die Wasserdurchlässigkeit
des Geotextils nach der mechanischen und/oder hydraulischen Verfestigung.
[0008] Als Rohstoffe sowohl für die feinen als auch für die gröberen Fasern kommen beispielsweise
Kunststoffe wie Polypropylen, Polyethylen, Polyamid oder Polyester in Frage.
[0009] Unter feinen Fasern, die zur mechanischen und oder hydraulischen Verfestigung des
Geotextils dienen, werden Fasern einer Textur von 1- 10 dtex, vorzugsweise 1 - 7 dtex,
verstanden. Die gröberen Fasern weisen in Abhängigkeit von der gewählten Textur der
feineren Fasern eine Textur von 6 - 30 dtex, vorzugsweise 7 - 27 dtex, auf.
[0010] Vorzugsweise unterscheiden sich die Texturen der Fasertypen um einen Faktor 3 bis
20, besonders bevorzugt 4 - 6.
[0011] Der Anteil an feinen Fasern im fertigen Geotextil kann je nach den gewünschten Eigenschaften,
als insbesondere der gewünschten Kombination aus Festigkeit, Stabilität und Wasserdurchlässigkeit
und in Abhängigkeit der gewählten Texturen 20 - 95%, vorzugsweise 30 - 90% betragen.
[0012] Es ist aber auch möglich mehr als 2 Fasern unterschiedlicher Textur zu verwenden.
In diesem Fall werden dann drei oder mehrer Fasern unterschiedlicher Textur zur Herstellung
des Geotextils verwendet, wobei die Auswahl der Texturen wiederum von den gewünschten
Eigenschaften des fertigen Geotextils abhängig ist.
[0013] Die Fasern unterschiedlicher Textur werden in einem Spinnvorgang unter Verwendung
der erfindungsgemäßen Spinplatte hergestellt. Anschließend werden die Fasern auf übliche
Weise abgelegt und mechanisch und/oder hydraulisch, chemisch und/oder thermisch verfestigt.
[0014] Zur Herstellung einer definierten Mischung von Fasern oder Filamenten unterschiedlicher
Textur wird eine Spinnplatte mit unterschiedlichen definierten Bohrungen verwendet
und dadurch das Mischungsverhältnis der Fasern und deren Textur bereits bei der Herstellung
der Fasern definiert.
[0015] Diese erfindungsgemäße Spinnplatte weist Bohrungen mit unterschiedlichen Kapillardurchmessern
zur gleichzeitigen Herstellung von Endlosfasern unterschiedlicher Textur auf.
Dabei werden die Kapillardurchmesser der Bohrungen so bemessen, dass gleichzeitig
die Fasern unterschiedlicher Textur im gewünschten Verhältnis hergestellt werden können.
Die Bohrungen können dabei in regelmäßigen Abständen als auch willkürlich verteilt
in der Spinnplatte angeordnet werden.
[0016] Die Kapillarbohrungen können je nach gewünschtem Faserquerschnitt geeignete Formen
aufweisen (trilobal, oktalobal, sternförmig, hohl, dreieckig, dreieckig hohl, usw.
), wobei auch die Querschnitte für die feinen und die gröberen Fasern, bzw. gegebenenfalls
weiterer verwendeter Fasern unterschiedlich sein können.
Beispiel 1:
Standardgeotextil
[0017]
| Rohstoff (Granulat) |
Polypropylen |
| Anteil feiner Filamente, % |
100 |
| Filamenttiter, dtex |
4 |
| Anteil grober Filamente, % |
0 |
| Filamenttiter, dtex |
- |
| Flächengewicht, g/m2 |
250 |
| Streifenzugfestigkeit EN ISO 10319, kN/m |
|
| Längs |
19,1 |
| Quer |
19,4 |
| Wasserdurchlässigkeit in der Geotextilebene EN ISO 12958 20 kPa, i=1, [l/ms] |
3,0 *10-3 |
| Wasserdurchlässigkeit senkrecht zur Ebene EN ISO 11058, VI H50, [m/s] |
5,1 *10-2 |
Beispiel 2:
[0018]
| Rohstoff (Granulat) |
Polypropylen |
| Anteil feiner Filamente, % |
90 |
| Filamenttiter, dtex |
4 |
| Anteil grober Filamente, % |
10 |
| Filamenttiter, dtex |
18 |
| Flächengewicht, g/m2 |
250 |
| Streifenzugfestigkeit EN ISO 10319, kN/m |
|
| Längs |
18,8 |
| Quer |
19,0 |
| Wasserdurchlässigkeit in der Geotextilebene EN ISO 12958 20 kPa, i=1, [I/ms] |
8,2 *10-3 |
| Wasserdurchlässigkeit senkrecht zur Ebene EN ISO 11058, VI H50, [m/s] |
8,4 *10-2 |
Beispiel 3:
[0019]
| Rohstoff (Granulat) |
Polypropylen |
| Anteil feiner Filamente, % |
70 |
| Filamenttiter, dtex |
3 |
| Anteil grober Filamente, % |
30 |
| Filamenttiter, dtex |
15 |
| Flächengewicht, g/m2 |
250 |
| Streifenzugfestigkeit EN ISO 10319, kN/m |
|
| Längs |
18,5 |
| Quer |
18,7 |
| Wasserdurchlässigkeit in der Geotextilebene EN ISO 12958 20 kPa, i=1, [l/ms] |
1,1 *10-2 |
| Wasserdurchlässigkeit senkrecht zur Ebene EN ISO 11058, VI H50, [m/s] |
1,2 *10-1 |
1. Verfahren zur Herstellung von Geotextilien, dadurch gekennzeichnet, dass die Herstellung der Endlosfasern unterschiedlicher Textur in einem Spinnvorgang erfolgt,
wobei das Verhältnis von Fasern feinerer und gröberer Textur definiert eingestellt
wird und bei der anschließenden mechanischen und/oder hydraulischen Verfestigung ein
Geotextil mit definierten Eigenschaften hergestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die feineren Fasern eine Textur von 1-10 dtex aufweisen.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die gröberen Fasern eine Textur von 5 - 30 dtex aufweisen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an feineren Fasern 20 - 95 % beträgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass 2 oder mehrere Fasern unterschiedlicher Textur in einem Spinnvorgang hergestellt
werden.
6. Spinnplatte zur Herstellung von schmelzgesponnenen Endlosfasern für Geotextilien,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnplatte Bohrungen unterschiedlichen Durchmessers zur Herstellung von Fasern
unterschiedlicher Textur in einem Spinnvorgang aufweist.
7. Spinnplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrungen gleiche oder verschiedene nichtrunde Querschnittsformen aufweisen.
8. Geotextil hergestellt in einem Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5.