[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 und eine Vorrichtung
gemäß dem Anspruch 15 zum Herstellen von Applikatoren für kosmetische Produkte, insbesondere
Flockapplikatoren.
[0002] Kosmetische Produkte bestehend aus zu applizierenden Massen, beispielsweise Lippenstifte
in der neuesten Generation, benötigen aufgrund ihrer Konsistenz einen Applikator.
Mit Hilfe des Applikators können sie dosiert und präzise auf den gewünschten Hautbereich
aufgetragen werden. Dabei haben sich sogenannte Flockapplikatoren als besonders geeignet
erwiesen. Ein solcher Flockapplikator ist Teil eines Applikationsgerätes, welches
beispielsweise ähnlich einem Kolbenfüllfederhalter aufgebaut sein kann. Das zu applizierende
kosmetische Produkt ist in dem Vorratsbehälter des Applikationsgeräts enthalten, wobei
die Kolbenmechanik dazu dient, das zu applizierende kosmetische Produkt dosiert abgeben
zu können. Anstelle der Schreibfeder des Füllfederhalters ist an dem Applikationsgerät
der Flockapplikator zum Auftragen des kosmetischen Produktes auf die betreffenden
Hautpartien vorgesehen.
[0003] In Qualitätsuntersuchungen bei der Produktion von Flockapplikatoren wurde jedoch
festgestellt, dass einzelne bzw. mehrere der in der Applikationsfläche vorgesehenen
Durchbrüche mit Flock bzw. Klebstoff, der zur Fixierung des Flocks auf der Applikationsfläche
verwendet wird, zugesetzt sind. Dies hat sich als nachteilig herausgestellt, da dadurch
in der Anwendung des Applikators das kosmetische Produkt nicht gleichmäßig an der
Applikationsfläche zur Verfügung gestellt wird. Dadurch wird das präzise dosierte
Auftragen des Produktes auf die Haut beeinträchtigt. Schließlich bilden die ausgehärteten
Klebstoffreste mit denen die Durchbrüche zugesetzt sein können, kleine harte Klümpchen.
Anstelle eines weichen samtartigen Gefühls verursachen diese beim Auftragen auf der
sensiblen Haut ein Kratzen. Dies hätte zur Folge, dass dadurch enttäuschte Verbraucher(innen)
letztlich das kosmetische Produkt ablehnen.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur kostengünstigen Herstellung der vorstehend beschriebenen Flockapplikatoren vorzuschlagen,
wobei eine reproduzierbare Qualität sichergestellt werden soll.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen 2 bis 14 angeben.
[0006] Ein Flockapplikator weist eine Außenfläche auf, die in wenigstens einem Bereich mit
einem oder mehreren Durchbrüchen zum Durchtritt der zu applizierenden Masse versehen
ist. Ein Teilbereich der Außenfläche des Applikators bildet eine Applikationsfläche,
die mindestens den Bereich mit den Durchbrüchen umfasst. Diese Applikationsfläche
ist mit Flock beschichtet, daher auch die Bezeichnung Flockapplikator. Flockapplikatoren
sind in der Anwendung besonders vorteilhaft, da sie als besonders schonend auf der
sensiblen Haut empfunden werden, auf die das kosmetische Produkt appliziert werden
soll. Zusätzlich wird durch die Flockschicht eine besonders vorteilhafte gleichmäßige
und präzise Übertragung des kosmetischen Produktes auf die Haut erzielt.
[0007] Bei der Herstellung eines solchen Flockapplikators für kosmetische Produkte kommt
das erfindungsgemäße Verfahren mit folgenden Verfahrensschritten zur Anwendung:
- Anordnen eines oder mehrer Applikatoren in einer Maschinenaufnahme;
- Beschichten der Applikationsflächen der in der Maschinenaufnahme festgelegten Applikatoren
mit einem Klebstoff;
- Aufbringen einer Flockschicht auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche;
und
- Abbindenlassen des Klebstoffs,
wobei ein- bzw. mehrmaliges Öffnen von zugesetzten Durchbrüchen mittels einem aus
wenigstens einer Druckfluidquelle abgestrahlten Druckfluid erfolgt und die Maschinenaufnahme
oder die Druckfluidquelle in einem vorbestimmten Abstand zueinander relativ bewegt
werden.
[0008] Zugesetzte Durchbrüche in den Applikatoren werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
durch Ausblasen von innen nach außen mit dem Druckfluid geöffnet. Das Druckfluid wird
dabei aus einer Druckfluidquelle abgegeben. Damit wird erreicht, dass bei erfindungsgemäßer
Prozessführung alle Durchbrüche in den Applikatoren reproduzierbar und gleichmäßig
frei sind. Die Druckfluidquelle kann dazu beispielsweise wenigstens eine Düse und/oder
ein Diffusorelement aufweisen. So ist es auch möglich zusätzlich zu einer Düse an
einer Druckfluidquelle mindestens ein Diffusionselement vorzusehen, wodurch das Druckfluid
gleichmäßig verteilt wird. Als Druckfluid können prinzipiell alle gasförmigen oder
flüssigen Medien verwendet werden, die zum Entfernen von Klebstoff bzw. Flock aus
den Durchbrüchen geeignet sind. Bevorzugt werden hierzu inerte Medien verwendet. Besonders
bevorzugt wird Druckluft verwendet.
[0009] Das Druckfluid wird mit einem geeigneten Druck abgegeben, der ausreicht, die Durchbrüche
zu befreien. Bevorzugt wird dazu der Druck voreingestellt und der Druck liegt bevorzugt
in einem Bereich von 1 bis 150 N/cm
2, vorzugsweise von 10 bis 100 N/cm
2 .
[0010] Das Druckfluid kann kontinuierlich oder diskontinuierlich abgegeben werden. Bei einer
vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Druckfluid
pulsierend abgegeben. Durch ein pulsierendes Ausblasen der Durchbrüche kann mit einem
geringeren Gesamtdruck gearbeitet werden. Eine geeignete Taktfrequenz liegt in einem
Bereich von 0,1 bis 10 1/s, vorzugsweise von 0,2 bis 5 1/s.
[0011] Während des Ausblasens sind Druckfluidquelle und Maschinenaufnahme in einem vorbestimmten
Abstand zueinander angeordnet. Der Abstand kann in an sich bekannter Weise vom Fachmann
abhängig von dem angewendeten Druck und gegebenenfalls der Taktung optimal eingestellt
werden. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn der eingestellte Abstand zwischen
auszublasenden Applikatoren und der Druckfluidquelle in einem Bereich von -1,2 bis
3 cm vorzugsweise von - 1 bis 2 cm liegt, dabei bedeutet ein negativer Abstand, dass
die Druckfluidquelle in den Applikator eintaucht.
[0012] Der Klebstoff zum Befestigen des Flocks auf der Applikationsfläche wird in an sich
bekannter Weise mit einem Oberflächenbeschichtungsverfahren aufgetragen. Geeignete
Verfahren sind dem Fachmann bekannt, als Beispiele können Sprüh- oder Streichverfahren
erwähnt werden. Vorzugsweise kommt Tauchen in einem Klebstofftauchbad zur Anwendung.
[0013] Es wurde herausgefunden, dass es zur Vermeidung zugesetzter Durchbrüche vorteilhaft
ist, den Verfahrenschritt des Öffnens der Durchbrüche einfach oder mehrfach nach einzelnen
Verfahrensschritten anzuwenden. Obwohl es ausreicht, die Durchbrüche nur einmal nach
dem Auftragen des Klebstoffs und/oder dem Auftrag der Flockschicht durchzublasen,
kann in einer bevorzugten Ausführungsform jeweils wenigstens einmal nach dem Beschichten
der Applikationsfläche mit Klebstoff und nach dem Aufbringen des Flocks auf die mit
Klebstoff beschichtete Applikationsfläche mit Druckluft erfolgen. In dieser Ausführungsform
wird die Durchgängigkeit der Durchbrüche zusätzlich unmittelbar nach dem Aufbringen
des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche durch Ausblasen sichergestellt.
[0014] Es wurde weiter festgestellt, dass es abhängig von dem verwendeten Klebstoff von
Vorteil sein kann, das Öffnen zugesetzter Durchbrüche erst nach einer festgelegten
Wartezeit nach dem Aufbringen des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche
durchzuführen. Wird ein Klebstoff mit einer geeigneten Offenzeit, die beispielsweise
in einem Bereich von 0 bis 10 min liegt, in dünner Schicht aufgetragen, so beginnt
er auf der Applikationsfläche schon abzubinden, während Klebstoff, der sich in den
Durchbrüchen befindet, noch weich ist. In diesem Fall können die Durchbrüche auch
noch nach einer Wartezeit durch Ausblasen geöffnet werden. Der Vorteil der Wartezeit
besteht nun darin, dass beim Ausblasen deutlich mehr Flock an den Randzonen der Durchbrüche
stehen bleibt, d.h. auch an den Rändern der Durchbrüche in der Applikationsfläche
wird eine gleichmäßige Flockschicht erzielt. Die Wartezeit ist dabei abhängig vom
eingesetzten Klebstoff. Typische Wartezeiten liegen im Bereich von 0 s bis 3600 s.
[0015] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Verfahrensschritte
an mehreren Applikatoren parallel und/oder gleichzeitig ausgeführt. Dies erhöht den
Produktionsdurchsatz bei sichergestellter gleicher Qualität. Dabei werden die Applikatoren
in einer Reihe bzw. einer Matrix in Aufnahmen der Maschinenaufnahme angeordnet. Eine
entsprechende Maschinenaufnahme kann dabei aus einer Aufnahmeplatte bestehen, in der
als Aufnahmen für die Applikatoren Durchbrüche vorgesehen sind.
[0016] Zum Festlegen der Applikatoren in der Maschinenaufnahme während der Durchführung
des Verfahrens kann auf die Applikatoren ein Deckel bzw. eine Abdeckplatte aufgelegt
werden. Der Deckel bzw. die Platte weisen jeweils über den Applikatoren Bohrungen
auf. Dabei ist der Durchmesser einer Bohrung kleiner als der größte Außendurchmesser
eines Applikators, wodurch der Deckel auf den in die Maschinenaufnahme eingesetzten
Applikatoren ruht und diese so festlegt.
[0017] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen der Flockschicht an Applikatoren
für kosmetische Produkte, insbesondere Flockapplikatoren, gemäß Anspruch 15 weist
die selben Vorteile auf wie das erfindungsgemäße Verfahren. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen 16 bis 25 angegeben.
[0018] Weitere Vorteile der Erfindung werden im Zusammenhang mit den Erläuterungen eines
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung zusammen mit den Zeichnungsfiguren
erläutert. Die hierbei verwendeten Begriffe "links", "rechts", "unten" und "oben"
beziehen sich auf die Zeichnungsfiguren mit normal lesbaren Figurenbezeichnungen.
Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass in den einzelnen Zeichnungsfiguren gleiche
Teile durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Applikator zusammen mit einer Druckluftdüse in der Anordnung zueinander während
des Öffnens zugesetzter Durchbrüche;
- Fig. 2
- einen Blaskamm mit mehreren Druckluftdüsen zum gleichzeitigen Ausblasen einer Reihe
von mehreren Applikatoren;
- Fig. 3
- einen Deckel mit integrierter Diffusorplatte zum gleichzeitigen Ausblasen von mehreren
Applikatoren;
- Fig. 4
- eine dreidimensionale Anordnung einer Maschinenaufnahme, in der mehrere Applikatoren
in einer Matrix angeordnet sind, zusammen mit dem Blaskamm aus Fig. 2, wobei die Maschinenaufnahme
und der Blaskamm in einem bestimmten Abstand zueinander relativ bewegt werden; und
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Ausblasstation für den Verfahrensschritt
zum Ausblasen der Durchbrüche in den Applikatoren.
[0019] Die Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht einen Applikator 10 und eine Düse 20 als
Druckfluidquelle für ein Druckfluid D, welches beispielsweise Druckluft sein kann.
Der Applikator 10 weist einen zylinderförmigen Körper auf, an dessen oberen offenen
Ende 12 ein Rand 14 übersteht und ein unteres gegenüberliegendes Ende 16 abgeschrägt
dargestellt ist, welches selbstverständlich auch jede andere Form aufweisen kann.
So kann das Ende 12 ausgerichtet auf den jeweiligen Anwendungsfall für den Applikator
gerade, abgerundet oder auch kegelförmig ausgebildet sein. In dem abgeschrägten Ende
16 befinden sich Durchbrüche, welche für den Durchtritt der zu applizierenden kosmetischen
Produkte vorgesehen sind. Die Außenfläche 11 des Applikators 10 ist an dem mit den
Durchbrüchen versehenen Ende 16 mit Flock beschichtet, wodurch die Applikationsfläche
18 definiert wird. An dem der Applikationsfläche 18 gegenüberliegenden offenen Ende
12 ist der Applikator in seiner bestimmungsgemäßen Verwendung mit einem Vorratsbehälter,
welches das zu applizierende kosmetische Produkt enthält, verbunden.
[0020] Im Verfahrensschritt des Öffnens der Durchbrüche des Applikators 10 mittels eines
Druckfluids D wird gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren mit einer Druckluftquelle
erreicht, dass alle Durchbrüche reproduzierbar und gleichmäßig frei sind. Hierzu kann
wie in der Fig. 1 dargestellt beispielsweise eine Düse 20 verwendet werden. Die Düse
20 ist dazu in gemäß der Fig. 1 gegenüber dem Applikator 10 angeordnet. Aus dieser
Position kann das Druckfluid D beispielsweise Druckluft von innen nach außen durch
die Durchbrüche des Applikators 10 geblasen werden. Die in der Fig. 1 dargestellte
Düse 20 besitzt am oberen Ende ein Gewinde 22, mit dem sie mit einem Druckluftzuführungssystem
verbunden werden kann.
[0021] In der Fig. 2 ist eine mögliche Anordnung für mehrere Düsen 20 in Form eines Blaskammes
30 in einer Seitenansicht dargestellt. Der Blaskamm 30 besteht aus einem Sammelrohr
32, welches über einen zentralen Anschluss 34 mit Druckluft D versorgt wird. Es ist
auch möglich die Luftverteilung auf die einzelnen Düsen 20 von dem zentralen Anschluss
32 zu jeder einzelnen Düse 20 mit separaten Schläuchen auszuführen. An dem Sammelrohr
32 sind in einer Reihe angeordnet mehrere Düsen 20 angebracht, die in dem bildhaften
Vergleich mit einem Kamm den Zinken des Kammes entsprechen. Unter dem Blaskamm 30
ist in der Fig. 2 eine Maschinenaufnahme 40 gezeigt, in die in mehreren Aufnahmen
42 Applikatoren 10 eingesetzt sind. Deutlich ist in der Fig. 2 die Anordnung der Düsen
gegenüber den einzelnen Applikatoren 10 in der Maschinenaufnahme 40 zu entnehmen.
In dieser Anordnung wird mit jeweils einer Düse 20 des Blaskammes 30 jeweils ein Applikator
10 mit Druckluft D ausgeblasen.
[0022] Die Fig. 3 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsform, wie in einer Maschinenaufnahme
40 festgelegte Applikatoren 10 im Verfahrensschritt des Öffnens zugesetzter Durchbrüche
mit Druckluft D ausgeblasen werden können. Hierbei ist in Fig. 3 auf der Maschinenaufnahme
40 ein Deckel 50 angeordnet, der einen Sammelraum 52 für Druckluft D, die über einen
zentralen Anschluss 54 in dem Deckel 50 zugeführt wird. Es ist auch möglich mehrere
Druckluftzuführungen in dem Deckel vorzusehen. An den Rändern des Deckels 50 befindet
sich eine umlaufende Dichtung 56, die ein Entweichen der Druckluft D bei auf der Maschinenaufnahme
40 aufgesetzten Deckel 50 verhindert. In dem Deckel 50 ist weiter ein Diffusorelement
58 derart angeordnet, dass die über den zentralen Anschluss 54 zugeführte Druckluft
D sich in dem Sammelraum 52 gleichmäßig auf die in der Maschinenaufnahme 40 angeordneten
Applikatoren 10 verteilt. Mit der Anordnung gemäß der Fig. 3 ist es möglich, sämtliche
in der Maschinenaufnahme 40 angeordneten Applikatoren 10 im Verfahrensschritt des
Öffnens zugesetzter Durchbrüche gleichzeitig auszublasen.
[0023] In der Fig. 4 ist in einer dreidimensionalen Darstellung schematisch die Anordnung
des Blaskammes 30 aus der Fig. 2 zusammen mit der Maschinenaufnahme 40, in der sich
eine Matrix von Aufnahmen 42 für Applikatoren 10 befindet, gezeigt. Im Verfahrensschritt,
in dem die Durchbrüche der Applikatoren ausgeblasen werden, kann gemäß der Fig. 4
sowohl die Maschinenaufnahme 40 als auch der Blaskamm 30 bewegt werden, um so in einer
Bewegung relativ zueinander die in den Aufnahmen 42 enthaltenen Applikatoren 10 Reihe
für Reihe auszublasen. Natürlich ist es auch möglich, dass entweder der Blaskamm 30
oder die Maschinenaufnahme 40 starr ist und nur der jeweils andere Teil in bewegt
wird. Mit der Anordnung gemäß der Fig. 4 kann jeweils eine Reihe von in der Maschinenaufnahme
40 angeordneten Applikatoren 10 gleichzeitig ausgeblasen werden. Besonders vorteilhaft
ist diese Möglichkeit der Druckluftzuführung mittels des Blaskamms 30, wenn Maschinenaufnahmen
40 die Arbeitsstationen für die Herstellung der Flockapplikatoren kontinuierlich durchlaufen,
damit kann bei geringem Platzbedarf für die Ausblasstation ein unterbrechungsfreier
Produktionsdurchsatz realisiert werden.
[0024] In der Fig. 5 ist in einer Seitenansicht schematisch eine Ausblasstation aus dem
Herstellungsprozess für Flockapplikatoren dargestellt. Die Ausblasstation dient dazu,
den Verfahrensschritt des Öffnens zugesetzter Durchbrüche in den Applikatoren durchzuführen.
Dazu ist die Ausblasstation 60 wie folgt aufgebaut. Auf einer rechteckförmigen Grundplatte
62 sind vier Starrwellen 64 senkrecht und parallel zueinander als Säulenführung jeweils
in den Ecken der Grundplatte 62 mittels Verschraubungen 66 befestigt. Mit jeder der
vier Starrwellen 64 steht jeweils eine Führung 68 gleitend im Eingriff. Auf den vier
Führungen 68 ist eine Platte 70 parallel zur Bodenplatte 62 befestigt, die mittels
eines Zylinders 72 parallel zur Bodenplatte 62 verfahrbar ist. Der Zylinder 72 ist
dazu an seinem unteren Ende 72a an der Grundplatte 62 befestigt und mit seinem oberen
Ende 72b mit der Platte 70 verbunden ist. Über den beweglichen Zylinder 72 kann so
die von den vier Starwellen 64 über die Führungen 68 geführte Platte 70 gezielt in
der Höhe verfahren werden. Auf der Platte 70 sind wiederum vier Starrwellen 76 etwa
mittig im Viereck zu einander angeordnet, die als Stützen für eine Maschinenaufnahme
40, in denen Applikatoren 10 eingesetzt sind, dienen. Mittels der Starrwellen 76 ist
die Maschinenaufnahme 40 beabstandet parallel zu der beweglich gesteuerten Platte
70 angeordnet. Am oberen Ende der Starrwellen 64 ist eine Ausblasdüsenplatte 80 mittels
Verschraubungen 82 auf den Wellenenden der Starrwellen 64 befestigt. An der Unterseite
der Ausblasdüsenplatte 80 sind Düsen 20 vorgesehen, welche entsprechend der Anordnung
der Applikatoren in der darunter befindlichen Maschinenaufnahme 40 angeordnet sind.
Auf der Maschinenaufnahme 40 für die Applikatoren 10 befindet sich eine Abdeckplatte
74 mit der die Applikatoren 10 in der Maschinenaufnahme 40 festgelegt sind. In der
Abdeckplatte 74 befinden sich entsprechend der matrixförmigen Anordnung der Applikatoren
10 in der Maschinenaufnahme 40 durchgehende Löcher, welche im Durchmesser kleiner
sind als die nach oben gerichtete Öffnung eines Applikators 10. Mit anderen Worten:
der Durchmesser eines Durchgangslochs in der Abdeckplatte ist kleiner als der größte
Außendurchmesser eines Applikators 10.
[0025] Im Verfahrensschritt des Ausblasens zugesetzter Durchbrüche in den Applikatoren 10
wird die bewegliche zylindergesteuerte Platte 70 über den Zylinder 72 nach oben in
Richtung der Ausblasdüsenplatte 80 verfahren bis die Düsen 20 in die korrespondierenden
Löcher in der Abdeckplatte 74 eintauchen, wobei dann die Ausblasdüsen 20 so dimensioniert
sind, dass sie mit Ihren druckluftabgebenden Ende genau in die Löcher der Abdeckplatte
74 für die Maschinenaufnahme 40 passen. Es sei angemerkt, dass es auch möglich ist,
die Düsen 20 lediglich auf einen vorbestimmten Abstand zu den Löchern in der Abdeckplatte
74 zu bringen, ohne die Düse in die Löcher einzutauchen. Sobald die Maschinenaufnahme
40 über die bewegliche zylindergesteuerte Platte 70 in die Ausblasposition verfahren
worden ist, können die Durchbrüche in den Applikatoren 10 mittels Druckluft, die den
Düsen 20 von einem nicht in der Figur gezeigtem Drucklufterzeuger zugeführt wird,
ausgeblasen werden. Dabei sammeln sich die aus den Durchbrüchen der Applikatoren 10
ausgestoßene Klebstoff- und Flockreste KR auf der beweglichen zylindergesteuerten
Platte 70 an. Nach dem Ausblasen wird über den Zylinder 72 die in der Höhe verfahrbare
Platte 70 wieder nach unten abgesenkt und die Maschinenaufnahme 40 kann der Ausblasstation
entnommen werden.
[0026] Mit der vorliegenden Erfindung wurde ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen
von Applikatoren für kosmetische Produkte, insbesondere Flockapplikatoren, vorgestellt.
Dabei weist ein solcher Applikator eine Außenfläche, die in wenigstens einem Bereich
mit einem oder mehreren Durchbrüchen versehen ist, und eine Applikationsfläche, die
wenigstens aus einem Teil der Außenfläche besteht und mindestens den Bereich mit den
Durchbrüchen umfasst, vor. Die Applikationsfläche ist mit Flock beschichtet. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung dient zur Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit den Schritten:
Anordnen wenigstens eines Applikators in einer Aufnahme einer Maschinenaufnahme, Beschichten
der Applikationsfläche mit einem Klebstoff, Aufbringen der Flockschicht auf die mit
Klebstoff beschichtete Applikationsfläche und Abbindenlassen des Klebstoffs, wobei
zugesetzte Durchbrüchen in den Applikatoren mittels einem aus wenigstens einer Druckfluidquelle
abgestrahlten Druckfluids während des Verfahrens einoder mehrmals ausgeblasen werden
und die Maschinenaufnahme und/oder die Druckfluidquelle in einem vorbestimmten Abstand
zueinander relativ bewegt werden.
[0027] Es sei angemerkt, dass die vorliegende Erfindung nicht auf Applikatoren für kosmetische
Produkte beschränkt ist. Ein mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellter Applikator
kann prinzipiell in allen Bereichen verwendet werden, in denen fließfähige, insbesondere
flüssige bis zähflüssige Medien auf eine Oberfläche aufgetragen werden sollen. Es
ist auch vorstellbar das erfindungsgemäße Verfahren dort anzuwenden, wo es lediglich
auf die samtartige Beschichtung der Oberfläche von Gegenständen mit Flock ankommt
und in der Oberfläche Öffnungen zum Aus- oder Eintritt von solchen Medien vorgesehen
sind, um sicherzustellen, dass diese Öffnungen nicht mit Flock bzw. Klebstoff zugesetzt
sind.
1. Verfahren zum Herstellen von Applikatoren für kosmetische Produkte, insbesondere Flockapplikatoren,
wobei der Applikator eine Außenfläche aufweist, die in wenigstens einem Bereich mit
einem oder mehreren Durchbrüchen versehen ist, und eine mit Flock beschichtete Applikationsfläche,
die wenigstens aus einem Teil der Außenfläche besteht und mindestens den Bereich mit
den Durchbrüchen umfasst, mit den Schritten:
- Anordnen des Applikators in einer Maschinenaufnahme;
- Beschichten der Applikationsfläche mit einem Klebstoff;
- Aufbringen der Flockschicht auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche;
und
- Abbindenlassen des Klebstoffs;
wobei ein- bzw. mehrmaliges Öffnen von zugesetzten Durchbrüchen mittels einem aus
wenigstens einer Druckfluidquelle abgestrahlten Druckfluid erfolgt und die Maschinenaufnahme
und/oder die Druckfluidquelle in einem vorbestimmten Abstand zueinander relativ bewegt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrenschritt des Öffnens zugesetzter Durchbrüche jeweils wenigstens einmal
nach dem Beschichten der Applikationsfläche mit Klebstoff und/oder nach dem Aufbringen
des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche angewendet wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrenschritt des Öffnens zugesetzter Durchbrüche unmittelbar nach dem Aufbringen
des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche angewendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrenschritt des Öffnens zugesetzter Durchbrüche nach einer festgelegten
Wartezeit nach dem Aufbringen des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche
angewendet wird.
5. Verfahren nach einem Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wartezeit nach dem Aufbringen des Flocks auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche
im Bereich von 0 bis 3600 s liegt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die zugesetzten Durchbrüche der Applikatoren durch Ausblasen von innen nach außen
mit dem Druckfluid geöffnet werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfluidquelle wenigstens eine Düse aufweist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfluidquelle mindestens ein Diffusionselement aufweist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid Druckluft ist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid mit einem vorbestimmten Druck im Bereich von 1 bis 150 N/cm2, vorzugsweise von 10 bis 100 N/cm2 von der Druckfluidquelle abgegeben wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid mit einer Taktfrequenz von 0,1 bis 10 1/s, vorzugsweise von 0,2 bis
5 1/s von der Druckfluidquelle abgegeben wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen Applikatoren und der Druckfluidquelle in einem Bereich von -1,2
bis 3 cm vorzugsweise von -1 bis 2 cm liegt.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff durch ein Oberflächenbeschichtungsverfahren aufgetragen wird, insbesondere
Sprühen oder Streichen, vorzugsweise Tauchen.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das die Verfahrensschritte jeweils auf mehrere Applikatoren, die in einer Reihe bzw.
einer Matrix in der Maschinenaufnahme angeordnet sind, gleichzeitig angewendet wird.
15. Vorrichtung zum Herstellen einer Flockschicht an Applikatoren (10) für kosmetische
Produkte, insbesondere Flockapplikatoren, wobei der Applikator (10) eine Außenfläche
(11) aufweist, die in wenigstens einem Bereich mit einem oder mehreren Durchbrüchen
versehen ist, und eine mit Flock beschichtete Applikationsfläche (18), die wenigstens
aus einem Teil der Außenfläche (11) besteht und mindestens den Bereich mit den Durchbrüchen
umfasst,
gekennzeichnet durch
a) wenigstens eine Maschinenaufnahme (40) mit mindestens einer Aufnahme (42) für einen
Applikator (10),
b) eine Einrichtung zum Auftragen einer Klebstoffschicht auf die Applikationsfläche
(18) des wenigstens einen Applikators (10),
c) eine Einrichtung zum Auftragen von Flock auf die mit Klebstoff beschichtete Applikationsfläche
(18); und
d) eine Einrichtung zum Öffnen der Durchbrüche des wenigstens einen Applikators (10)
mit einem Druckfluid (D).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Applikator-Aufnahmen in einer Reihe bzw. einer zweidimensionalen Matrix in
der Maschinenaufnahme angeordnet sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Auftragen der Klebstoffschicht ein Klebstofftauchbad ist, wobei
das Klebstofftauchbad und der wenigstens eine Applikator relativ zueinander verfahrbar
angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Auftragen der Klebstoffschicht eine Klebstoffsprüheinrichtung
ist, wobei die Klebstoffsprüheinrichtung und der wenigstens eine Applikator relativ
zueinander verfahrbar angeordnet sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Öffnen der Durchbrüche in dem Applikator eine oder mehrere Düsen
vorweist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Öffnen der Durchbrüche in dem Applikator ein oder mehrere Diffusorelemente
zum gleichmäßigen Verteilen des Druckfluids aufweist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 oder 20,
dadurch gekennzeichnet, dass ein vorbestimmter Abstand zwischen Düse mit oder ohne Diffusorelement und Applikator
in der Maschinenaufnahme einstellbar ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21,
dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Düsen relativ zu der Maschinenaufnahme oder die Maschinenaufnahme
relativ zu der einen oder den mehreren Düsen verfahrbar sind.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 22,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid der Einrichtung zum Öffnen der Durchbrüche getaktet ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid der Einrichtung zum Öffnen der Durchbrüche auf einen vorbestimmten
Druck einstellbar ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckfluid Druckluft ist.