[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltelement mit einem verformbaren Schaltkörper aus
einer elastischen Schaltmatte, mit einem den Schaltkörper umgebenden Haltekörper sowie
mit einer auf den Schaltkörper aufgebrachten leitenden Schicht, welche bei Druck auf
den Schaltkörper mindestens zwei Kontaktstellen auf einer Leiterplatine elektrisch
leitend verbindet.
[0002] In den Bedienteilen heutiger elektronischer Geräte, wie z.B. in Klima- und Audioanlagen
in Kraftfahrzeugen, werden die Schaltelemente entweder als einzelne Mikrotaster oder
auf Basis zusammenhängender elastischer Schaltmatten ausgeführt. Mikrotaster sind
im Vergleich zu den Schaltmatten aufwändiger in der Herstellung und deshalb auch kostenintensiver.
Sie zeichnen sich jedoch durch eine wiederholgenaue Haptik aus, die dem Benutzer ein
gleichbleibendes Tastgefühl vermittelt. Bei zusammenhängenden Schaltmatten sind die
Schaltelemente als domförmige Schaltkörper als Teile der Schaltmatte ausgebildet.
Die gesamte Schaltmatte wird durch eine Bedienblende abgedeckt, wobei in die Bedienblende
einzelne Tastenbedienteile integriert sind, die jeweils über einem der Schaltkörper
angeordnet sein müssen. Die Haptik dieser Schaltelemente kann je nach Materialstärke
und Art des Schalters, z.B. Taster oder Kippschalter, variieren.
[0003] Um auch bei Schaltmatten eine einheitliche Haptik zu gewährleisten, können die Schaltelemente
einzeln ausgeführt werden. Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die bei der
Herstellung der zusammenhängenden Schaltmatten erforderliche Anpassung der Formwerkzeuge
an ein geändertes Layout der Bedienblende entfällt. Während bei einer zusammenhängenden
Schaltmatte jedes der Schaltelemente durch das umliegende Schaltmattenmaterial stabilisiert
wird, ist bei einer Einzelausführung ein zusätzliches Element zum Halten des aus der
Matte herausgelösten Schaltkörpers erforderlich.
[0004] Ein solches Schaltelement mit einem Schaltkörper aus Schaltmattenmaterial ist aus
DE 197 26 486 A1 bekannt. Dort wird beim Betätigen des Schaltelementes der Schaltkörper
durch eine umlaufende Wand gestützt. Die umlaufende Wand kann einteilig mit einer
Führung des Tastenbedienteils ausgebildet sein oder sie kann durch Rastverbinder auf
der Leiterplatine befestigt werden. Eine zusätzlich angebrachte Führungsstange vereinfacht
die Montage des Schaltelementes und erhöht dessen Stabilität. Auf die Art und Weise
der Befestigung des Schaltkörpers auf der Leiterplatine wird nicht näher eingegangen.
Dieses Problem muss bei der Montage zusätzlich gelöst werden. Das Schaltelement enthält
also, neben dem Tastenbedienteil, mindestens drei Einzelteile, und zwar den Schaltkörper,
das Führungsteil und die umlaufende Wand. Diese werden alle einzeln montiert, was
einen nicht zu vernachlässigenden Aufwand darstellt und die Kosten erhöht.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Schaltelement auf Basis einer Schaltmatte
anzugeben, welches sich durch eine einfache Konstruktion, Handhabbarkeit und Montierbarkeit
auszeichnet.
[0006] Die Aufgabe wird mit einem Schaltelement der eingangs genannten Art gelöst, bei dem
erfindungsgemäß der Haltekörper formschlüssig und fest mit dem Schaltkörper verbunden
ist. Durch die formschlüssige Verbindung entsteht aus dem Schaltund dem Haltekörper
eine Einheit, die vorgefertigt werden kann und dann nur noch als gesamtes Schaltelement
bei der Leiterplatinenbestückung aufgebracht werden muss. Das Wegfallen jeglicher
Einzelteile stellt also eine erhebliche Vereinfachung dar. Bei der Bestückung kann
das Schaltelement an dem Haltekörper gegriffen oder insgesamt angesaugt und dann auf
der Leiterplatine aufgebracht werden. Das Tastenbedienteil wird wie üblich erst bei
der Endmontage des Gerätes angebracht, wenn die Bedienblende mit den Bedienteilen
aller Schaltelemente aufgesetzt wird. Dabei kann dieselbe Grundausführung des Schaltelementes
sowohl für Taster als auch Kippschalter verwendet werden, wodurch deren Haptik vereinheitlicht
wird. Ein zusätzliches Führungselement für die Tastenbedienteile wie in DE 197 26
486 A1 wird nicht benötigt.
[0007] Der Haltekörper ist so ausgeformt, dass er einen auf der Leiterplatine aufliegenden
unteren Rand des Schaltkörpers überdeckt, wodurch der Schaltkörper sowohl seitlich
gehalten als auch von oben eingeklemmt wird. Der Haltekörper dient damit gleichzeitig
zum Abstützen und zur Befestigung des Schaltkörpers. Außerdem kann das Schaltelement
als einzelnes Bauteil, also vor der Platinenbestückung, einfacher gehandhabt werden,
da ihm der Haltekörper ausreichend Stabilität verleiht. Vorteilhafterweise wird der
Haltekörper in einem gegenüber dem Schaltkörper härteren Material ausgeführt, wie
z.B. Kunststoff. Durch Umspritzen des Schaltkörpers mit dem Kunststoff wird dabei
eine dauerhafte Verbindung hergestellt.
[0008] Unter bestimmten Umständen, z.B. bei einer unsymmetrischen Anordnung der durch das
Schaltelement zu brückenden Kontaktierungsstellen oder bei einer speziellen geometrischen
Ausführung des Schaltelementes, kann es vonnöten sein, das Schaltelement mit einer
bestimmten Orientierung auf der Leiterplatine auszurichten. Dies kann durch eine spezielle
Ausführungsform der Erfindung mit direkt zum Haltekörper gehörenden Führungsstiften
gewährleistet werden. Die Platzierung des Schaltelementes wird durch für die Führungsstifte
vorgesehene Löcher in der Leiterplatine eindeutig festgelegt.
[0009] In einer erfindungsgemäßen Ausführung des Schaltkörpers stellt dieser einen nach
oben geschlossenen zylinderförmigen Hohlkörper dar. Bei vielen Bedienteilen elektronischer
Geräte ist es jedoch schon heute üblich, die Bedienelemente mit Leuchtdioden zu hinterlegen.
Um das Licht durch den Schaltkörper hindurchzulassen, ist deshalb eine Ausführung
mit einer lichtdurchlässigen Abdeckschicht bzw. einem vollständig aus lichtdurchlässigem
Material bestehenden Schaltkörper vorgesehen. In einer anderen Ausführung bleibt der
Schaltkörper nach oben offen.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung weiter verdeutlicht. Es zeigen
- Figur 1:
- ein Schaltelement auf einer Leiterplatine, mit nach oben geschlossenem Schaltkörper
und Haltering mit Führungsstiften
- Figur 2:
- einen Haltering mit Führungsstiften
- Figur 3:
- einen nach oben geschlossenen Schaltkörper mit Kontaktfläche
- Figur 4:
- ein Schaltelement auf einer Leiterplatine über einer LED, mit nach oben offenem Schaltkörper
und Haltering mit Führungsstiften
[0011] In Figur 1 ist ein Schnitt durch eine dreidimensionale Darstellung eines auf einer
Leiterplatine 5 montierten Schaltelementes abgebildet. Das Schaltelement besteht aus
einem Schaltkörper 1 sowie einem ringförmigen Haltekörper 2 mit Führungsstiften 6.
Unterhalb des Schaltkörpers 1 sind auf der Leiterplatine zu verbindende Kontaktstellen
4 zu sehen. Der Schaltkörper 1 besitzt an der auf der Leiterplatine 5 aufliegenden
Seite einen ausgeprägten Rand 8, den der Haltekörper 2 formschlüssig umgreift.
[0012] In Figur 2 ist derselbe Haltekörper 2 als Einzelteil zu sehen. Deutlich ist die Nut
9 auf seiner Unterseite zu erkennen, die den Rand 8 des Schaltkörpers 1 von oben und
seitlich umschließen soll. Es sind außerdem drei Führungsstifte 6 dargestellt.
[0013] Aus Figur 3 kann man eine beispielhafte Anordnung einer leitenden Schicht 3 auf der
Unterseite des Schaltkörpers 1 entnehmen. Die leitende Schicht 3 dient als Kontaktfläche
zum Überbrücken der Kontaktstellen 4. Sie kann bei einer nach oben offenen Form des
Schaltkörpers 1 auch als Ring ausgeführt sein.
[0014] In Figur 4 ist zu sehen, wie solch ein nach oben offener Schaltkörper 1 über einer
LED 7 angeordnet ist. Der Schaltkörper 1 weist wieder einen Rand 8 auf, welcher von
der Nut 9 des Haltekörpers 2 von oben und seitlich umschlossen ist. Am Haltekörper
2 sind analog zu Figur 1 die Führungsstifte 6 zu erkennen. Das Kontaktelement 4 auf
der Leiterplatine 5 ist hier als Ring ausgeführt.
1. Schaltelement mit einem verformbaren Schaltkörper (1) aus einer elastischen Schaltmatte,
mit einem den Schaltkörper (1) umgebenden Haltekörper (2) sowie mit einer auf den
Schaltkörper (1) aufgebrachten leitenden Schicht (3), welche bei Druck auf den Schaltkörper
(1) mindestens zwei Kontaktstellen (4) auf einer Leiterplatine (5) elektrisch leitend
verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltekörper (2) formschlüssig und fest mit dem Schaltkörper (1) verbunden ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltekörper (2) aus einem gegenüber dem Schaltkörper (1) härteren Material, insbesondere
Kunststoff, besteht.
3. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Haltekörper (2) Führungsstifte (6) zur Platzierung der Schaltelemente vorgesehen
sind.
4. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rumpf des Schaltkörpers (1) als Hohlkörper, insbesondere als Zylinder, ausgebildet
ist.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltkörper (1) an der von der Leiterplatine (5) abgewandten Oberseite geschlossen
ist.
6. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaltkörper (1) an der von der Leiterplatine (5) abgewandten Oberseite offen
ist.
7. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsseiten des Schaltkörpers (1) aus einem lichtundurchlässigen Material und
die von der Leiterplatine (5) abgewandte Oberseite aus einem lichtdurchlässigen Material
bestehen.