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EP 1 432 285 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.06.2016 Patentblatt 2016/23 |
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Anmeldetag: 30.12.2003 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Hydrophobe Beschichtung einzelner Komponenten von Hörgeräten
Hydrophobic coating of individual hearing aid components
Revêtement hydrophobe des composants individuels des prothèses auditives
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Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE DK LI |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.06.2004 Patentblatt 2004/26 |
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Patentinhaber: Sonova AG |
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8712 Stäfa (CH) |
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Erfinder: |
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- Karamuk, Erdal
8002 Zürich (CH)
- Launer, Stefan
8053 Zürich (CH)
- Mathey, Michael
8645 Jona (CH)
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Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG |
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Schwäntenmos 14 8126 Zumikon 8126 Zumikon (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 629 101 WO-A-03/094574 DE-A- 10 106 213
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WO-A-99/45744 DE-A- 10 051 182
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum flüssigkeitsdichten Abdichten
von Kleinstspalten, Ritzen und/oder Öffnungen in Gehäusewandungen, Verwendungen des
Verfahrens, Gehäuse von elektrischen bzw. elektronischen Geräten, aufweisend Spalten,
Kapillaren, Ritzen, Öffnungen und dgl., welche gegen das Eindringen von Flüssigkeit
abzudichten sind, nicht jedoch gegen Gasdurchlässigkeit, sowie ein Batteriefach eines
Hörgerätes.
[0002] Insbesondere bei medizinischen Geräten, welche am Körper getragen werden besteht
die Gefahr, dass durch Feuchtigkeit, Schweiss, etc. gewisse Teile und Komponenten
des Gerätes korrodieren können bzw. nicht mehr funktionieren. Speziell führt das Eindringen
von Feuchtigkeit und Schweiss in Hörgeräten zu Korrosion, beispielsweise der Batterie,
und in einigen Fällen zu Störungen der Elektronik sowie der elektroakustischen Wandler.
Entsprechend werden verschiedene Verfahren beschrieben, um Hörgeräte feuchtigkeitsresistenter
zu machen.
[0003] In der
DE 19502994A1 wird ein wasserdichtes Hörgerät beschrieben, in welchem die Eigenschaft der Wasserdichtheit
durch aufwendige konstruktive Massnahmen, wie Dichtungen und Membranen erreicht wird.
Die
DE 3834316C1 beschreibt ein vollständig wasserdichtes Hörgerät, zeigt aber im . Vergleich zur
vorherigen Patentanmeldung nicht im Detail auf, wie die Wasserdichtheit erreicht wird
und legt grösseres Gewicht auf die Ausführung der wasserdichten Bedienungselemente.
Wiederum in der
JP 11069498, der
[0004] US 005249234A und der
US 6510230B2 werden verschiedene Ansätze beschrieben, um HdO-Geräte mittels einer Schutzhülle
vor Feuchtigkeit zu schützen. Diese Schutzhülle enthält je nach Ausführung auch schweiss-
oder feuchtigkeitsabsorbierende Stoffe.
[0005] In der
US 20020181725A1 wird ein Kondensator-Mikrophon beschrieben mit einer hydrophoben Membrane, um ein
Zusammenkleben mit dem Backplate zu verhindern und auch verschiedene Methoden, wie
diese Hydrophobisierung erreicht werden kann.
[0006] Die
US 2002100605 beschreibt eine hydrophobe Beschichtung für Gehäuse von elektrischen Geräten, insbesondere
in Bezug auf Überspannungsableiter. Wiederum in weiteren Druckschriften werden hydrophobe
Beschichtungen von Substraten, wie Kunststoffen, Holz, Beton, etc. beschrieben, bei
welchen aber die oben geschilderte Problematik kein Thema ist.
[0007] In der
EP 0 629 101 sowie der
WO 99/45744 werden je Hörgerätegehäuse beschrieben, aufweisend je ein Gehäuseteil, welches mit
einer hydrophoben Beschichtung versehen ist, um den allfälligen Flüssigkeitseintritt
durch diese Gehäuseteile zu verhindern. Gleichzeitig ist diese Beschichtung derart,
dass eine gewisse Gasdurchlässigkeit gewährleistet ist.
[0008] Speziell medizinische Geräte, welche am Körper getragen werden, wie Pulsfrequenzmesser,
invasiv ermittelnde Bluteigenschaftssensoren, wie Oximetrie-Sensoren, Herzfrequenzmessgeräte,
Hörgeräte und dgl. sind in der Regel komplexe Apparate, welche aus einer Vielzahl
einzelner, mechanischer und elektronischer Komponenten bestehen, die in verschiedenen
Verfahren hergestellt und anschliessend montiert werden. Wegen der mechanischen Toleranzen
der Spritzgusskunststoffteile, welche in den meisten Fällen für Gehäuse, Batteriedeckel,
Schalter, und dgl. verwendet werden, entstehen auch im zusammengebauten Zustand der
Geräte immer mikroskopische Kapillarspalte zwischen den einzelnen Komponenten.
[0009] Weil die überragende Mehrheit dieser medizinischen Geräte, wie beispielsweise Hörgeräte,
mit Zink-Luft-Batterien betrieben werden ist es nicht möglich, das Gerät hermetisch
zu verschliessen, da die Batterie eine konstante Sauerstoffversorgung benötigt, um
die Betriebsspannung aufrecht zu erhalten. Selbstverständlich ist diese Anforderung
auch bei anderen elektronischen bzw. elektrischen Komponenten denkbar, welche eine
gewisse Belüftung benötigen. Dies hat zur Folge, dass eine vollständige Dichtheit,
wie teilweise im Stand der Technik beschrieben, nicht geeignet ist. Auch aufwendige
mechanische Konstruktionen mittels Dichtungen und poröser Membranen, wie aus dem Stand
der Technik bekannt, sind nicht geeignet und machen medizinische Geräte in der Regel
grösser und teurer.
[0010] Es ist äusserst schwierig die Einflüsse von Kapillarspalten in der Designphase eines
Hörgerätes bzw. generell eines medizinischen Kleinstgerätes vorauszusehen. Da jedoch
mechanische Konstruktionen zur Verhinderung eines Flüssigkeitseintrittes bei bestehenden
Gerätedesigns nicht mehr ohne weiteres möglich sind, ist es eine Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, die Dichtheit von medizinischen Geräten, wie insbesondere Kleinstgeräten
und Hörgeräten zu erfüllen ohne Designänderungen vornehmen zu müssen. Wesentlich ist
auch, dass bei vollständigem Abdichten gegen Feuchtigkeitseintritt nach wie vor eine
Gasdurchlässigkeit in den Kapillarspalten vorhanden ist.
[0011] In der Entwicklung von Hörgeräten und dgl. geht der Trend immer mehr in den Bau modularer
Komponenten, welche für verschiedene Geräte neu kombiniert werden können. Zur Reduktion
der Arbeitszeit und -kosten und der Verbesserung der Reproduzierbarkeit wird auch
beispielsweise für Im-Ohr-Hörgeräte eine höhere Modularität angestrebt. Das inhärente
Problem bei modularen Systemen sind jedoch die erwähnten Kapillarspalten, die beim
Zusammensetzen der einzelnen Module zu einem Gerät entstehen. Durch diese Kapillaren
wird ein Eindringen von Flüssigkeit in das Hörgerät beschleunigt.
[0012] Schliesslich scheitert die Möglichkeit, das Hörgerät aus wasserabstossenden hydrophoben
Werkstoffen zu bauen, welche die Benetzbarkeit und damit ein Eindringen von Flüssigkeit
durch Kapillarspalten reduzieren würde an der Tatsache, dass solche Werkstoffe, wie
z.B. Teflon, weder mit den üblichen Verfahren bearbeitet werden können, noch die mechanischen
und ästhetischen Kriterien erfüllen.
[0013] Erfindungsgemäss wird zur Lösung der oben geschilderten Problematik vorgeschlagen,
durch gezielte, hydrophobe Beschichtung einzelner Komponenten bzw. Bereichen eine
Gehäusewandung eines elektronischen oder elektrischen Gerätes, wie insbesondere eines
medizinischen Gerätes, im Bereich der erwähnten Kapillarspalten, Ritzen und dgl. diese
gegen einen Flüssigkeitseintritt zu schützen, indem die hydrophobe Beschichtung (Hydrophobisierung)
der einzelnen Bauteile bzw. Gehäusebereiche die Oberflächenenergie des Werkstoffes
erniedrigt. Dies bewirkt, dass sich Flüssigkeitstropfen, wie Wasser, Schweiss und
dgl., auf der Oberfläche der Bauteile bzw. Gehäusebereiche nicht ausbreiten können,
sondern sich mit einem höheren Kontaktwinkel zusammenziehen, wie dies in den Figuren
1a und 1b bzw. 2 gezeigt ist. Dadurch ist es für einen Flüssigkeitstropfen schwieriger,
durch die Kapillarspalte ins Innere des medizinischen Gerätes, wie beispielsweise
des Hörgerätes, einzudringen. Andererseits aber bleiben diese Kapillarspalten bzw.
Ritzen durch den Verzicht auf Anordnen von Dichtungen gasdurchlässig, so dass der
eingangs erwähnte Gasaustausch mit der Umgebung gewährleistet ist, wie beispielsweise
die Sauerstoffversorgung von Zink-Luft-Batterien.
[0014] Die Erfindung wird nun beispielsweise und unter Bezug auf die beigefügten Figuren
näher erläutert.
[0015] Dabei zeigen:
- Fig. 1a und 1b
- den Einfluss einer hydrophoben Beschichtung auf die Benetzbarkeit der beschichteten
Oberfläche bzw. auf den Kontaktwinkel von Wasser auf der Oberfläche,
- Fig. 2
- im Schnitt dargestellt, eine Kapillaröffnung bzw. eine Spalte in einer Gehäusewandung,
wie beispielsweise eines Hörgerätes,
- Fig. 3 und 4
- je ein Beispiel eines Batteriefaches im Schnitt eines Hörgerätes.
[0016] Figur 1a zeigt den Kontaktwinkel von Wasser auf einer unbehandelten bzw. nicht beschichteten
Oberfläche 3, wie beispielsweise eines Polymeres, welches für Hörgerätebestandteile
eingesetzt wird. Beispielsweise verwendete Polymere sind Polyamid, ABS, etc.. Der
Kontaktwinkel liegt gemäss Figur 1a deutlich unter 80°.
[0017] Durch eine hydrophobe Beschichtung auf der Oberfläche 5 wird nun der Kontaktwinkel
deutlich gesteigert, wie beispielsweise über 100°, was in etwa der Benetzbarkeit von
Teflon entspricht.
[0018] In Figur 2 ist schematisch im Schnitt eine Kapillarspalte 11 dargestellt, welche
beispielsweise in einer Hörgeräte-Gehäusewandung 7 ausgebildet sein kann. Ein Vergleich
mit den beiden Figuren 1a und 1b zeigt nun deutlich, dass ein Wassertropfen gemäss
Figur 1a mit Leichtigkeit durch die Kapillare 11 hindurchgelangen kann, währenddem
der Wassertropfen gemäss Figur 1b auf der Oberfläche der Gehäusewandung verbleibt,
indem Eindringen durch die Kapillare 11 unmöglich ist. Da aber keine dichtende Mittel,
wie beispielsweise Gummidichtungen und dgl. in der Kapillare 11 angeordnet sind, bleibt
trotzdem die Gasdurchlässigkeit erhalten.
[0019] Anhand der beiden Figuren 3 und 4 sollen nun konkrete Beispiele dargestellt werden,
welche Bauteile, wie je ein Batteriefach in einem Hörgerät, darstellen, welches erfindungsgemäss
abzudichten ist.
[0020] Figur 3 zeigt im Schnitt den Bereich eines Batteriefaches eines herkömmlichen Hörgerätes,
welches gegen das Eindringen von Flüssigkeit abgedichtet ist. Dabei ist es nun wichtig,
dass sämtliche im Bereich des Batteriefaches 19 angeordneten Gehäuseteile mit einer
hydrophoben Beschichtung versehen sind. Diese Teile umfassen den Batteriedeckel 13,
das erwähnte Batteriefach 19, das Gehäuse 23 sowie den Funktionsschalter 21.
[0021] Die einzelnen Bauteile werden nach ihrer Herstellung oder Lieferung und vor dem Einbau
in ein Hörgerät beschichtet. Für ein Gehäuse, wie beispielsweise dargestellt in Figur
3, heisst dies beispielsweise, dass es nach dem Spritzgiessen gereinigt und falls
nötigt vorbehandelt wird, um anschliessend mit einem der später beschriebenen Verfahren
hydrophob beschichtet zu werden.
[0022] Welche Komponenten von einem spezifischen Hörgeräte-Design beschichtet werden müssen
um einen möglichst wirksamen Schutz gegen das Eindringen von Flüssigkeit zu gewährleisten
muss für jedes Hörgerät einzeln evaluiert werden. Grundsätzlich müssen mehrere Komponenten
beschichtet werden, um eine Hydrophobisierung aller Seiten eines Kapillarsystems zu
erreichen, wie beispielsweise unter Bezug auf Figur 3 beschrieben.
[0023] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Batteriefaches von einem Hörgerät
und wiederum werden diejenigen Gehäuseteile bzw. Komponenten bezeichnet, welche mit
einer hydrophoben Beschichtung zu versehen sind. Diese Teile umfassen beispielsweise
einen Funktions- oder Tastknopf 31, den Batteriedeckel 33 sowie einen Rahmen 35.
[0024] Im Gegensatz zu den verschiedenen, eingangs beschriebenen Lösungen zum flüssigkeitsdichten
Ausrüsten von Geräten wird in der vorliegenden Erfindung ein Flüssigkeitsschutz durch
eine gezielte Oberflächenbehandlung einzelner Komponenten eines elektronischen oder
elektrischen Gerätes, wie beispielsweise einzelner Hörgeräte-Komponenten, erreicht.
Mit welchem Verfahren die Bauteile hydrophobisiert werden ist an sich für die Erfindung
von zweitrangiger Bedeutung, da eine Vielzahl derartiger Verfahren aus dem Stand der
Technik bekannt sind. Nachfolgend sollen lediglich einige Verfahren beispielsweise
angeführt werden, für das bessere Verständnis für die vorliegende Erfindung.
[0025] Grundsätzlich bieten sich chemische und physikalische Beschichtungsverfahren an.
Bekannt sind beispielsweise Beschichtungen mittels sogenannter Sol-Gel Prozesse. Diese
Verfahren stammen aus der chemischen Nanotechnologie. Die Oberfläche wird mit hydrophoben
Nanopartikeln beschichtet, die in ein Polymernetzwerk eingebunden sind. Diese Schichten
sind Verbundwerkstoffe (Nanokomposite) mit organischen und anorganischen Komponenten,
welche über Sol-Gel Prozesse erzeugt werden können. Die Schichten werden durch einfache
Tauch- oder Sprühprozesse aufgetragen und anschliessend ausgehärtet. Prinzipiell lassen
sich diese Schichten auf alle Materialien auftragen, die die notwendigen Temperaturen
zum Aushärten (Sintern) vertragen. Für die meisten Werkstoffe, die in Hörgeräten eingesetzt
werden ist eine Beschichtung über Sol-Gel Prozesse möglich. Durch die Auswahl der
einzelnen chemischen Komponenten lassen sich die Eigenschaften der Oberfläche einstellen
und hydrophobe oder auch antimikrobielle Effekte erzielen, wie z.B. in der
WO03/094574 beschrieben.
[0026] Der Vorteil dieser Beschichtungen liegt in der einfachen Handhabung und dem geringen
apparativen Aufwand der nötig ist.
[0028] Selbstverständlich sind auch weitere chemische Hydrophobisierungsprozesse bekannt,
wie beispielsweise unter Verwendung von Beschichtungen aus hydradisierten Silanen,
fluorhaltigen Polykondensatbeschichtungen, etc..
[0029] Nebst chemischen Verfahren sind auch physikalische Verfahren, wie beispielsweise
Beschichtungen über Plasmaverfahren, geeignet.
[0030] Die Beschichtung erfolgt über Niedertemperatur-Plasmaverdampfungsverfahren. Dabei
wird im gleichen Arbeitsschritt die Oberfläche gereinigt und aktiviert (z.B. 02 Plasma)
und anschliessend beschichtet. Bei der Beschichtung wird entweder eine kompakte Polymerschicht
aus einem fluorhaltigen Polymer auf das Bauteil aufgebracht oder ein hydrophobes Molekül
direkt an den Bauteilkunststoff angeheftet.
[0031] Die Vorteile der vorliegenden Erfindung sind die Folgenden: Infolge der hydrophoben
Beschichtungen, beispielsweise im Bereich eines Batteriefaches kann die Anfälligkeit
auf Korrosion in einem elektronischen Kleinstgerät, wie beispielsweise einem medizinischen
Gerät, wie insbesondere einem Hörgerät, durch Verhinderung des Flüssigkeitseintrittes
vermindert oder gar ausgeschlossen werden.
[0032] Die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens ist auf alte, schon in den Markt
eingeführte Produkte möglich. Die Verbesserung der Flüssigkeitsresistenz ist möglich
ohne Designänderungen. Ein Gerät kann nachträglich im Service mit hydrophobisierten
Bauteilen nachgerüstet werden.
[0033] Serviceintervalle bedingt durch Verschmutzung oder Korrosion können verlängert werden,
d.h. das Gerät verfügt über eine längere Lebensdauer.
[0034] Bei modularen elektronischen Geräten, wie Medizinalgeräten bzw. Hörgeräten, mit vielen
Kapillarspalten ist eine Verminderung/Veränderung des Wassereintrittes möglich. Dadurch
fallen aufwendige, mechanische Dichtungen weg und die Geräte können kleiner und kostengünstiger
gebaut werden.
1. Verfahren zum flüssigkeitsdichten Abdichten von Kleinstspalten, Ritzen und/oder Kapillaren
in Gehäusewandungen die durch das Zusammenfügen von mindestens zwei Bauteilen entstehen,
dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Bauteile mindestens im Bereich der Spalten, Ritzen und/oder Kapillaren
mit einer hydrophoben Beschichtung versehen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Bauteile der Gehäusewandung mindestens im Bereich der Spalte, Ritze oder
Kapillaren mit einer hydrophoben Beschichtung versehen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusewandung bzw. deren Oberfläche im Bereich der Spalten, Ritzen, Kapillare
oder Öffnungen mittels hydrophoben Nanopartikeln beschichtet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Beschichtung mittels hydrophoben Nanopartikeln über einen sogenannten
Sol-Gel Prozess erzeugt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Beschichtung durch das Beschichten der Gehäusewandung mittels hydratisierten
Silanan oder fluorhaltigen Polykondensaten erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mittels Niedertemperatur-Plasmadampfverfahren erfolgt, wobei beim
Beschichten eine kompakte Polymerschicht, vorzugsweise aus einem fluorhaltigen Polymer,
auf der Gehäusewandung abgeschieden wird.
7. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zum flüssigkeitsdichten
Abdichten von Spalten, Ritzen oder Kapillaröffnungen in Gehäusewandungen von elektrischen
oder elektronischen Kleinstgeräten, wie insbesondere Kleinstgeräten im Medizinalbereich,
wie insbesondere Hörgeräten.
8. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zum flüssigkeitsdichten
Abdichten von einem Batteriefach in einem Hörgerät.
9. Gehäuse von elektrischen oder elektronischen Geräten, aufweisend Kleinstspalten, Kapillaröffnungen
oder Ritzen in der Gehäusewandung, die durch das Zusammenfügen von mindestens zwei
Bauteilen entstehen, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Bauteile der Gehäusewandung mindestens im Bereich der Spalten, Ritzen
oder Kapillaren eine hydrophobe Beschichtung aufweisen.
10. Gehäuse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Beschichtung derart ist, dass der minimale Kontaktwinkel zu Wasser
bei Raumtemperatur mindestens 100° beträgt.
11. Gehäuse nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrophobe Beschichtung eine Schichtdicke aufweist, die ≤ 5 Micrometer beträgt.
12. Batteriefach eines Hörgerätes, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Komponenten oder Teile im Bereich der Hörgerätegehäusewandung nahe oder
am Batteriefach mit einer hydrophoben Beschichtung versehen sind.
1. Method for the liquid impervious sealing of small crevices, chinks and/or capillaries
in a housing wall which occur due to the assembly of at least two components, characterized in that said components at least in the area of the crevices, chinks and/or capillaries are
provided with a hydrophobic coating.
2. Method according to claim 1, characterized in that all components of the housing wall at least in the area of the crevice, chink or
capillary are provided with a hydrophobic coating.
3. Method according to claims 1 or 2, characterized in that the housing wall or its surface, respectively, in the area of the crevices, chinks,
capillaries, or openings are coated by means of hydrophobic nanoparticles.
4. Method according to any of claims 1 to 3, characterized in that the hydrophobic coating by means of hydrophobic nanoparticles is produced by a so
called Sol-Gel process.
5. Method according to one of claims 1 or 2, characterized in that the hydrophobic coating is achieved by coating the housing wall by means of hydrated
silanes or fluorine containing polycondensates.
6. Method according to one of claims 1 or 2, characterized in that the coating is achieved by means of low temperature plasma evaporation processes,
wherein during the coating process a compact polymer layer, preferably consisting
of a fluorine containing polymer, is deposited on the housing wall.
7. Use of the method according to any of claims 1 to 6 for the liquid impervious sealing
of crevices, chinks or capillary openings in housing walls of electric or electronic
smallest devices, such as in particular smallest devices in the medical field, such
as in particular hearing devices.
8. Use of the method according to any of claims 1 to 6 for the liquid impervious sealing
of a battery compartment within a hearing device.
9. Housing of electric or electronic smallest devices comprising small crevices, capillary
openings or chinks in the housing wall which occur due to the assembly of at least
two components, characterized in that the single components of the housing wall at least in the area of the crevices, chinks
or capillaries are provided with a hydrophobic coating.
10. Housing according to claim 9, characterized in that the hydrophobic coating is such that the minimal contact angle of water at room temperature
is at least 100°.
11. Housing according to claims 9 or 10, characterized in that the hydrophobic coating comprises a layer thickness which is ≤ 5 micrometer.
12. Battery compartment of a hearing device, characterized in that all components or parts in the area of the hearing device housing wall which are
arranged close to or at the battery compartment are provided with a hydrophobic coating.
1. Procédé pour étanchéifier de façon étanche aux liquides des petites fissures, rainures
et/ou capillaires dans des parois de boîtier résultant de l'assemblage d'au moins
deux composants, caractérisé en ce que les différents composants sont munis au moins dans la zone des fissures, rainures
et/ou capillaires d'un revêtement hydrophobe.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ensemble des composants de la paroi de boîtier sont munis au moins dans la zone
des fissures, rainures et/ou capillaires d'un revêtement hydrophobe.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la paroi de boîtier ou sa surface est recouverte dans la zone des fissures, rainures,
capillaires ou ouvertures, de nanoparticules hydrophobes.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le revêtement hydrophobe est produit au moyen de nanoparticules hydrophobes par un
processus dit sol-gel.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le revêtement hydrophobe est effectué par revêtement de la paroi de boîtier avec
des silanes hydratés ou des polycondensats contenant du fluor.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le revêtement se fait au moyen d'un procédé de vapeur de plasma à basse température
dans lequel, pendant l'application, une couche polymère compacte, de préférence issue
d'un polymère contenant du fluor, est isolée sur la paroi de boîtier.
7. Utilisation du procédé selon l'une des revendications 1 à 6 pour étanchéifier de façon
étanche aux liquides les fissures, rainures ou ouvertures capillaires dans des parois
de boîtier de petits appareils électriques ou électroniques, comme notamment des appareils
miniatures dans le domaine médical, comme des appareils auditifs.
8. Utilisation du procédé selon l'une des revendications 1 à 6 pour étanchéifier de façon
étanche aux liquides un compartiment à pile dans un appareil auditif.
9. Boîtier d'appareils électriques ou électroniques présentant des petites fissures,
ouvertures capillaires ou rainures dans la paroi de boîtier, résultant de l'assemblage
d'au moins deux composants, caractérisé en ce que les différents composants de la paroi de boîtier présentent au moins dans la zone
des fissures, rainures ou capillaires, un revêtement hydrophobe.
10. Boîtier selon la revendication 9, caractérisé en ce que le revêtement hydrophobe est réalisé de telle sorte que l'angle de contact minimum
avec l'eau à température ambiante est d'au moins 100°.
11. Boîtier selon l'une des revendications 9 ou 10, caractérisé en ce que le revêtement hydrophobe présente une épaisseur de couche ≤ 5 micromètres.
12. Compartiment à pile d'un appareil auditif, caractérisé en ce que l'ensemble des composants ou pièces sont muni(e)s, dans la zone de la paroi de boîtier
de l'appareil auditif ou dans la zone du compartiment à pile, d'un revêtement hydrophobe.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
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