[0001] Die Erfindung betrifft einen Tintenbehälter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
mit einem Tintenspeicher aus thermoplastischem Fasermaterial, insbesondere eine Patrone
für einen Tintenstrahldrucker. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 12 zur Herstellung eines derartigen Tintenbehälters
sowie die Verwendung eines derartigen Tintenbehälters für den Tintenstrahldruck.
[0002] Tintenbehälter, wie Tintenpatronen für Tintenstrahlschreibgeräte oder Tintenstrahldrukker,
enthalten häufig Tintenabsorptionsmittel zur kapillarischen Speicherung der Tinte.
Die Tintenabsorptionsmittel dienen dazu, im Tintenbehälter durch Kapillarkräfte einen
der Entnahme von Tinte entgegenstehenden Unterdruck zu erzeugen und die Tinte bei
einer Beschleunigung des Tintenbehälters mechanisch zu dämpfen. Mit solchen Tintenabsorptionsmitteln
versehene Tintenbehälter ermöglichen dadurch auch eine mitfahrenden Anordnung von
Tintenpatronen auf einem Druckerwagen sowie eine zuverlässige Versorgung des Druckkopfes
mit Tinte. Zudem verhindert der durch die Kapillarkräfte erzeugte Unterdruck ein Auslaufen
der Tinte aus dem Tintendruckkopf.
[0003] Als Tintenabsorptionsmittel werden häufig Schwammaterialien aus Polyurethan oder
Melamin eingesetzt. Aus diesen Materialien hergestellte Tintenspeicher weisen jedoch
verschiedene Nachteile auf. So nimmt Polyurethanschaum wässerige Tinte nur schlecht
an, was eine aufwendige Vakuumbefüllung notwendig macht. Melaminschaum ist in dieser
Hinsicht besser geeignet, jedoch besteht hier das Problem der Hydrolysebeständigkeit.
Außerdem ist die Struktur von Melaminschaum sehr spröde, wodurch Partikel erzeugt
werden, die in den Düsenstrukturen des Druckkopfes Probleme bereiten.
[0004] Auch die mechanischen Eigenschaften eines Materials sind für die Verwendbarkeit als
Tintenspeicher entscheidend. So spielt beispielsweise die Gleitfähigkeit eine Rolle,
wenn der Tintenspeicher in das Plastikgehäuse der Tintenpatrone eingesetzt wird. Damit
der Tintenspeicher seine Funktion erfüllen kann, ist es nämlich notwendig, dass der
Tintenspeicher die Tintenkammer des Behälters im wesentlichen vollständig und gleichmäßig
ausfüllt und keine Falten oder umgebogenen Ecken aufweist. Derartige Montagefehler
können zu unerwünschten Tinteneinschlüssen oder Luftkanälen führen und dadurch die
Tintenergiebigkeit der Tintenpatronen sowie die Druckqualität negativ beeinflussen.
[0005] Um solche Montagefehler, deren primäre Ursache ein großer Reibungskoeffizient zwischen
dem Tintenspeicher und der Tintenbehälterwandung beim Einbringen in die Tintenkammer
ist, zu vermeiden, sind aufwendige Montagevorrichtungen und/oder komplizierte Verfahrensschritte
erforderlich. Erschwert wird die Montage des Tintenspeichers im übrigen auch durch
die häufig komplexen Tintenbehältergeometrien, die sich nach den konstruktiven Vorgaben
des Druckers richten und denen die Geometrie des Tintenspeichers angepasst werden
muss.
[0006] Auch die mechanische Formstabilität des Tintenspeichermaterials ist wichtig, da davon
die Automatisierbarkeit des Montageprozesses beeinflußt wird. Ein weiches Material,
das eine schlechte Formstabilität aufweist, läßt sich nur unter Aufwendung erheblicher
Kosten für spezielle Montagevorrichtungen automatisiert verarbeiten.
[0007] Der bisher als Material für Tintenspeicher häufig eingesetzte Polyurethanschwamm
weist darüber hinaus den Nachteil auf, dass, aufgrund von Schwamminhomogenitäten (Porengrösse,
Benetzungseigenschaften), die in einem Vakuumfüllprozeß aufgenommene Tinte aus einzelnen
Schwammbereichen nicht mehr entnommen werden kann, wodurch die Ergiebigkeit des Tintenspeichers
ebenfalls sinkt. Darüber hinaus wirkt sich eine inhomogene Porengrössenverteilung
im Tintenspeichermaterial negativ auf den Tintenfluß zum Druckkopf aus. Dies führt
dazu, dass der spezifische Flusswiderstand, den das Material dem Durchfluss der Tintenflüssigkeit
entgegengesetzt, innerhalb einer Produktionsserie ebenfalls Schwankungen unterworfen
ist. Eine genaue Reproduzierbarkeit des spezifischen Flusswiderstandes des Tintenspeichermaterials
ist jedoch zum Erzeugen hochwertiger Tintenstrahldrucke notwendig, da nur so die jeweils
optimale Menge an Tinte aus dem Tintenspeicher zu dem Druckkopf gelangt.
[0008] Eine Alternative zu den oben genannten Schwammaterialien könnte in der Verwendung
von Formkörpern aus Fasermaterialien bestehen. Solche Formkörper aus Fasermaterialien,
wie sie beispielsweise in der US 3 313 665 beschrieben sind, werden unter anderem
zur Herstellung von Dochten verwendet. Versuche, solche Formkörper aus Fasermaterialien
als Tintenspeicher einzusetzen, haben jedoch ergeben, dass bei Formkörpern mit den
für dieses Material typischen relativ niedrigen Dichten von bis zu etwa 0,15 g/cm
3 die von dem Material ausgeübte Kapillarkraft zu gering ist. Dies kann zu einer unkontrollierten
Abgabe der Tinte, insbesondere auch zu einem Auslaufen der Tinte aus Druckerpatronen,
führen.
[0009] Aus der EP 1 205 594 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Tintenspeichers aus
Fasermaterial bekannt, Bei diesem Verfahren wird das Fasermaterial hydrophil vorbehandelt
und anschließend zu einem Faserstrang geformt. Der Faserstrang wird schließlich auf
Länge in einzelne Faserstrangelemente geschnitten.
[0010] Die US 2002/0113853 A1 offenbart eine Tintenpatrone mit einem Fasertintenspeicher.
Das verwendete Fasermaterial wird vor dem Einsetzen in die Tintenpatrone komprimiert
und anschließend so in Form geschnitten, dass das Fasermaterial nach dem Einsetzen
in die Tintenpatrone möglichst gleichmäßig an der Innenwand des Tintenpatrone anliegt.
[0011] Aus der DE 100 59 130 A1 und der WO 01/32431 A1 ist jeweils eine Tintenpatrone mit
einem Fasertintenspeicher bekannt.
[0012] Prinzipiell lassen sich solche Formkörper aus thermoplastischem Fasermaterial zwar
auch mit höheren Dichten herstellen, an solchen Materialien bestand jedoch bisher
kein Bedarf. Bei ersten Versuchen mit solchen Fasermaterialien hoher Dichte hat sich
dann gezeigt, dass der spezifische Flusswiderstand, den das Material dem Durchfluss
der Tinte entgegensetzt, stark ansteigt. Dies macht die Materialien in Bezug auf die
Verwendung als Tintenspeicher wenig geeignet. Darüber hinaus wurde bei Versuchen gefunden,
dass sich die Fasermaterialien hoher Dichte in Bezug auf den Flusswiderstand, den
diese dem Durchfluss der Tinte entgegensetzen, stark anisotrop verhalten. Dies bedeutet,
dass der spezifische Flusswiderstand in Abhängigkeit von der Richtung des Tintenflusses
durch das Fasermaterial variiert. Diese Eigenschaft ist bei Verwendung der Materialien
als Tintenspeicher in der Regel nachteilig, da es zu einer Abhängigkeit des spezifischen
Flusswiderstandes von der Orientierung, mit dem das Fasermaterial als Tintenspeicher
eingesetzt ist, führt.
[0013] Vor dem Hintergrund des oben beschriebenen Standes der Technik lag der vorliegenden
Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, einen Tintenbehälter bereitzustellen, in dem
ein Tintenspeicher eingesetzt ist, der die oben beschriebenen Nachteile nicht aufweist.
Insbesondere soll der in den Tintenbehälter eingesetzte Tintenspeicher mechanisch
stabil sein, gute Gleiteigenschaften gegenüber dem Kunststoffgehäuse aufweisen sowie
sich durch eine ausreichende Kapillarität, einen geeigneten spezifischen Flusswiderstand,
ein gutes Aufnahmevermögen für wässerige Tinte, eine möglichst vollständige Abgabe
der Tinte und ein chemisch inertes Verhalten gegenüber wässeriger Tinte auszeichnen.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Tintenbehälter mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 gelöst. Des weiteren wird die Aufgabe durch ein Verfahren gemäß Anspruch
12 zur Herstellung eines Tintenbehälters gelöst.
[0015] Im Verlauf von Arbeiten, die sich mit der Verwendbarkeit von Formkörpern aus Fasermaterial
als Tintenspeichermedium befaßten, wurde durch elektronenmikroskopische Untersuchungen
überraschend gefunden, dass diese Materialien, bedingt durch das Herstellungsverfahren,
eine Art "Haut" auf ihrer Oberfläche bilden. Diese Haut besteht aus einer großen Anzahl
von Faserschleifen, die sich auf der Oberfläche des Materials befinden und die zu
einer starken Erhöhung des spezifischen Flusswiderstandes führen, der dem Tintenfluss
durch eine solche Oberfläche entgegengesetzt wird. Die Ausbildung dieser Haut tritt
offensichtlich bei den Fasermaterialien ungewöhnlich hoher Dichten, wie sie für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden, in besonders hohem Umfang auf.
Nur bei diesen hohen Dichten ist jedoch die Rückhaltekraft des Materials groß genug,
dass es als Tintenspeichermedium in Tintenbehältern in Betracht gezogen werden kann.
[0016] Fig. 1 zeigt eine elektronenmikroskopische Aufnahme der Oberfläche eines nicht nachbearbeiteten
Fasermaterials aus Nylonfasern ("bonded nylon fibres" von Filtrona mit einer Dichte
von 0,180 g/cm
3). Es ist deutlich zu erkennen, dass eine große Anzahl von Fasernschleifen auf der
Oberfläche auftreten und dadurch die oben genannte Haut auf der Oberfläche gebildet
wird.
[0017] Fig. 2 zeigt das gleiche Material in elektronenmikroskopischer Aufnahme, wobei das
Innere des Materials nach dem Herstellungsprozess durch Abschneiden der Oberfläche
freigelegt wurde. Hier ist deutlich zu erkennen, dass das Material nach außen gerichtete
Faserenden aufweist.
[0018] Unter Oberfläche des Materials soll für die Zwecke der vorliegenden Erfindung derjenige
Bereich des Materials verstanden werden, der sich von der äußersten Begrenzung des
Materials bis etwa 1 mm in das Innere des Materials erstreckt.
[0019] Es hat sich somit überraschend gezeigt, dass durch eine Nachbearbeitung von Fasermaterialien
hoher Dichte ein Tintenspeichermedium erhalten werden kann, das einerseits die gewünschten
Tintenspeichereigenschaften, insbesondere in Bezug auf ausreichende Kapillarität und
damit verbunden hohe Rückhaltekraft für die Tinte sowie die gewünschten mechanischen
Eigenschaften aufweist, und andererseits den Nachteil eines zu hohen spezifischen
Flusswiderstandes beim Durchfluss von Tintenflüssigkeit durch das Speichermaterial
überwindet. Unter dem spezifischen Flusswiderstand soll im Sinne der Erfindung der
Flusswiderstand bezogen auf die durchflossene Strecke verstanden werden.
[0020] Fig. 3 zeigt ein Druckdiagramm, in dem der Unterdruck aufgetragen ist, den ein Fasermaterial
aus Nylonfasern ("bonded nylon fibres" von Filtrona mit einer Dichte von 0,180 g/cm
3) dem Durchfluss einer wässrigen Tinte entgegensetzt. Die Stufenform der Graphen resultiert
daraus, dass mit einem wechselnden Volumenstrom gearbeitet wurde. Der in Fettdruck
ausgeführte obere Graph zeigt dabei den Druckverlauf für ein nicht nachbearbeitetes
Fasermaterial während der nicht in Fettdruck ausgeführte untere Graph den Druckverlauf
für ein durch Abschneiden der Oberflächen nachbearbeitetes Fasermaterial zeigt. Die
Stufenhöhe ΔX ist dabei ein relatives Maß für den Flusswiderstand, den das Material
dem Durchfluss der Tintenflüssigkeit entgegensetzt. Hierbei ist deutlich zu erkennen,
dass das nachbearbeitete Material einen niedrigeren Flusswiderstand aufweist, als
das nicht nachbearbeitete Material.
[0021] Die Nachbearbeitung des Fasermaterials kann durch verschiedene Prozesse erfolgen.
Beispielsweise kann das Fasermaterial nach dem eigentlichen Herstellungsprozess durch
mechanische Bearbeitung, wie durch Stanzen, Schneiden und/oder Schleifen, so nachbearbeitet
werden, dass es an einer, an mehreren oder an allen seiner Teiloberflächen nach außen
gerichtete Faserenden aufweist.
[0022] Es hat sich gezeigt, dass Oberflächen des Fasermaterials, die nach außen gerichtete
Faserenden aufweisen, dem Durchfluss von Tinte einen niedrigeren Flusswiderstand entgegensetzen,
als Oberflächen mit nach außen weisenden Faserschleifen, die zwangsläufig aus dem
Herstellungsprozess der Fasermaterialien resultieren. Besonders vorteilhaft ist es
daher, wenn diejenigen Oberflächen des Tintenspeichers, die bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch nicht parallel oder im Mittel normal zur Flußrichtung der Tinte liegen, nach
außen gerichtete Fasern aufweisen. Bei den Oberflächen des Tintenspeichers, die bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch parallel zur Flußrichtung der Tinte liegen, ist das Vorliegen
der speziellen Oberflächenbeschaffenheit, die in nach außen gerichteten Faserenden
besteht, unter Umständen weniger bedeutsam, da diese Oberflächen nicht von Tinte durchflossen
werden. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weisen jedoch alle Oberflächen
des Tintenspeichers nach außen gerichtete Faserenden auf.
[0023] Vorzugsweise handelt es sich bei dem thermoplastischen Fasermaterial um ein Material,
das aus Polyamidfasern gebildet ist. Besonders gute Ergebnisse werden bei Einsatz
eines thermoplastischen Fasermaterials erzielt, das aus Nylonfasern hergestellt ist,
welche unmittelbar nach der Extrusion in einem Stauchprozeß gefaltet werden und somit
im Mittel parallel ausgerichtet sind.
[0024] Es lassen sich auch thermoplastische Fasermaterialien einsetzen, die durch eine überwiegend
heterogene Ausrichtung der Fasern zueinander gekennzeichnet sind. Bei solchen Fasermaterialien
herrscht keine vorherrschende parallele Orientierung der Fasern zueinander, vielmehr
liegen die Fasern in Form eines weitgehend ungeordneten dreidimensionalen Fasergewirrs
vor, was zu guter dimensionaler Stabilität und vorteilhaften mechanischen Eigenschaften
führt. Die Eigenschaften des Fasermaterials können im Sinne der vorliegenden Erfindung
dadurch weiter verbessert werden, dass Fasermaterial eingesetzt wird, bei dem die
thermoplastischen Fasern untereinander an ihren Berührungspunkten zumindest teilweise
gebunden sind. Diese Bindung der Fasern untereinander kann insbesondere dadurch erzielt
werden, dass die Fasern durch eine thermische Einwirkung an ihren Berührungspunkten
zusammengeschmolzen und somit aneinander gebunden werden. Die thermische Behandlung
kann beispielsweise schon während des Herstellungsprozesses des Fasermaterials und
vor dessen Nachbearbeitung im Sinne der vorliegenden Erfindung erfolgen.
[0025] Die erfindungsgemäß eingesetzten Tintenspeicher werden aus einem thermoplastischen
Fasermaterial gebildet, das eine mittlere Dichte von etwa 0,155 bis 0,300 g/cm
3 aufweist. Es hat sich gezeigt, dass Fasermaterialien mit einer Dichte von unter etwa
0,15 g/cm
3 eine für viele Tintenbehälterformen zu geringe Rückhaltekraft bei Verwendung von
wässerigen Tinten aufweisen. Bei solchen Materialien ist die Kapillarität zu gering,
um ein gutes Druckergebnis zu erzielen. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines Auslaufens
der Tinte aus einer Druckerpatrone. Andererseits ist bei Fasermaterialien einer mittleren
Dichte von größer als etwa 0,300 g/cm
3 die Aufnahmefähigkeit des Materials für Tinte zu gering, um als Tintenspeichermedium
Verwendung zu finden. Darüber hinaus führen Dichten oberhalb von 0,300 g/cm
3 zu Fasermaterialien mit veränderten mechanischen Eigenschaften, die zu einer Verschlechterung
der Eignung der Fasermaterialien als Tintenspeicher führen.
[0026] Als besonders vorteilhaft hat sich eine mittlere Dichte des Materials von etwa 0,155
g/cm
3 bis 0,250 g/cm
3, insbesondere 0,160 g/cm
3 bis 0,200 g/cm
3, erwiesen. Eine Dichte von 0,180 g/cm
3 führte zu besonders guten Ergebnissen.
[0027] Durch die beschriebene Nachbearbeitung des Fasermaterials kann ferner erreicht werden,
dass das Material in Bezug auf den spezifischen Flusswiderstand, der dem Durchfluss
einer Flüssigkeit entgegengesetzt wird, isotrop ist. Dies bedeutet, dass der spezifische
Flusswiderstand unabhängig ist von der Richtung, mit der die Flüssigkeit das Material
durchfließt.
[0028] Die Herstellung des thermoplastischen Fasermaterials erfolgt typischerweise in einem
kontinuierlichen Prozeß. Beispielsweise werden nach dem in der bereits erwähnten US
3 313 665 beschrieben Verfahren in einem ersten Schritt Fasern oder Filamente mit
konstantem Vorschub in eine einseitig geschlossene Kammer gedrückt. Dort werden diese
zuerst mit Druckluft gleichmäßig verteilt. Die Verteilung der Fasern kann gerichtet
oder wirr sein. Der nächste Teil der Kammer ist so aufgebaut, dass die zweidimensionale
Querschnittsform des Tintenspeichermaterials durch eine graduelle konische Verengung
erreicht wird. Damit diese Form stabilisiert werden kann, wird Dampf eingespritzt,
mit dessen Einwirkung die einzelnen Fasern zusammengeklebt (bonded) werden. Damit
wird die dreidimensionale Form stabilisiert. Am Ende der Kammer ist eine Abzugsvorrichtung,
die mit der Vorschubeinrichtung gekoppelt ist. Durch die Einstellung der Geschwindigkeitsdifferenz
dieser beiden Einrichtungen kann der Staudruck in der Kammer gesteuert werden. Die
Dichte des Tintenspeichermaterials wird mit dem Staudruck und der eingangs erwähnten
Druckluft eingestellt.
[0029] Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Tintenbehälters,
der durch die oben genannten Eigenschaften charakterisiert ist. Das Verfahren umfasst
dabei mindestens die Schritte des Bereitstellens eines Behälters mit mindestens einer
Tintenkammer sowie mindestens eines Tintenspeichers aus thermoplastischem Fasermaterial,
der an mindestens einer seiner Oberflächen so behandelt wird, dass die ursprüngliche
Außenfläche derart abgetragen wird, dass die behandelte Oberfläche nach außen gerichtete
Faserenden aufweist, und des Einführens eines oder mehrerer Tintenspeicher in die
Tintenkammer(n) des Behälters.
[0030] Durch Verwendung der oben beschriebenen Fasermaterialien als Tintenspeicher ergibt
sich der weitere Vorteil, dass bedingt durch die guten mechanischen Eigenschaften
der Fasermaterialien im Sinne der Erfindung die Automatisierbarkeit des Montageprozesses
erleichtert wird und die Herstellkosten für den Tintenbehälter sinken.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform wird als Tintenspeicher ein thermoplastisches
Material verwendet, bei dem an den Oberflächen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
nicht parallel oder im Mittel normal zur Flussrichtung der Tinte liegen, die ursprüngliche
Außenfläche abgetragen wird. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn ein thermoplastisches
Material verwendet wird, bei dem an allen Oberflächen die ursprüngliche Außenflächen
abgetragen werden.
[0032] Das Abtragen der ursprünglichen Außenflächen der Tintenspeicher kann prinzipiell
nach allen geeigneten Verfahren erfolgen. Besonders bevorzugt ist dabei das Abtragen
durch Schneiden, Stanzen und/oder Schleifen. Dabei werden in der Regel besonders gute
Ergebnisse erzielt, wenn das Abtragen der ursprünglichen Oberfläche bis zu einer Tiefe
von mindestens etwa 1 mm erfolgt. In besonderen Fällen kann jedoch auch ein Abtragen
bis zu einer Tiefe von weniger als 1 mm gewählt werden, da dadurch eine Steuerung
der Flusswiderstandes, den die behandelte Fläche dem Durchfluss von Tinte entgegensetzt,
möglich wird.
[0033] Durch die erfindungsgemäße Behandlung des Materials aus thermoplastischen Fasern
wird, wie bereits ausgeführt, eine Verringerung des spezifischen Flusswiderstandes
erreicht, den das Material dem Durchfluss einer Tintenflüssigkeit entgegensetzt. Diese
Verringerung des Flusswiderstandes macht die Materialien zur Verwendung als Tintenspeicher
überhaupt erst geeignet. In einigen besonderen Fällen kann es jedoch auch vorteilhaft
sein, eine Oberfläche des Materials, die zunächst durch Abtragen der ursprünglichen
Außenfläche behandelt wurde, anschließend einer thermischen Behandlung zu unterziehen,
die zu einer definierten Erhöhung des Flusswiderstandes führt.
[0034] Vorzugsweise erfolgte das Verfahren so, dass ein Tintenspeicher eingesetzt wird,
dessen Form und Größe im wesentlichen der Form und Größe der jeweiligen Tintenkammer
entspricht, in die der Tintenspeicher eingesetzt wird. In anderen Fällen kann es jedoch
auch vorteilhaft sein, einen Tintenspeicher einzusetzen, dessen Form und Größe von
der Form und Größe des Innenraums der jeweiligen Tintenkammer abweicht, in die der
Tintenspeicher eingesetzt wird.
[0035] Vorzugsweise wird das Verfahren zur Herstellung des Tintenbehälters so durchgeführt,
dass die Tintenkammer nach Einführung des Tintenspeichers mit Tinte befüllt und anschließend
verschlossen wird.
[0036] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung besteht in der Verwendung des Tintenbehälters
für den Tintenstrahldruck, insbesondere in Form einer Druckerpatrone.
[0037] Die erfindungsgemäßen Tintenbehälter weisen gegenüber den im Stand der Technik bekannten
Tintenbehältern den Vorteil auf, dass sie neben chemischer Inertheit des Tintenspeichers
gegenüber den gängigen Tintenflüssigkeiten, die zu einer langen Lagerfähigkeit der
Tintenbehälter führt, die Eigenschaft einer hohen Aufnahmefähigkeit für Tinte mit
der einer guten Rückhaltekraft für die Tinte, die ein Auslaufen verhindert, sowie
guten und gleichmäßigen Fließeigenschaften der Tinte innerhalb des Faserspeichers
kombinieren. Der Einsatz der thermoplastischen Fasermaterialien als Tintenspeicher
führt darüber hinaus zu wirtschaftlichen Vorteilen. Durch diese Kombination von Eigenschaften
wird ein Tintenbehälter, insbesondere in Form einer Druckerpatrone, bereitgestellt,
der in der Ausgewogenheit seiner Eigenschaften bisherigen Tintenbehältern überlegen
ist.
1. Tintenbehälter, umfassend mindestens eine Tintenkammer, in welche mindestens ein Tintenspeicher
eingesetzt ist, der aus thermoplastischem Fasermaterial gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher eine mittlere Dichte von etwa 0,155 bis 0,300 g/cm3 aufweist und dass der Tintenspeicher an einer, an mehreren oder an allen seiner Teiloberflächen
durch Abtragen der ursprünglichen Außenoberfläche derart behandelt worden ist, dass
die behandelte Teiloberfläche nach außen gerichtete Faserenden aufweist.
2. Tintenbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher an den Oberflächen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht
parallel zur Flussrichtung der Tinte liegen, nach außen gerichtete Faserenden aufweist.
3. Tintenbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher an den Oberflächen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch im Mittel
normal zur Flussrichtung der Tinte liegen, nach außen gerichtete Faserenden aufweist.
4. Tintenbehälter nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher an allen Oberflächen nach außen gerichtete Faserenden aufweist.
5. Tintenbehälter nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Fasermaterial aus Polyamidfasern gebildet ist.
6. Tintenbehälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Fasermaterial aus Nylonfasern gebildet ist.
7. Tintenbehälter nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher aus thermoplastischen Fasern gebildet ist, die in überwiegend
heterogener Ausrichtung zueinander verwoben sind, ohne dass eine vorherrschende longitudinale
Orientierung der Fasern besteht.
8. Tintenbehälter nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher solchermaßen aus thermoplastischen Fasern gebildet ist, dass die
thermoplastischen Fasern untereinander an ihren Berührungspunkten zumindest teilweise
gebunden sind.
9. Tintenbehälter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die thermoplastischen Fasern durch thermische Einwirkung untereinander gebunden sind.
10. Tintenbehälter nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher eine mittlere Dichte von etwa 0,160 g/cm3 bis 0,200 g/cm3 aufweist.
11. Tintenbehälter nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tintenspeicher in Bezug auf den spezifischen Flusswiderstand, der dem Durchfluss
einer Flüssigkeit entgegengesetzt wird, isotrop ist.
12. Verfahren zum Herstellen eines Tintenbehälters, aufweisend mindestens die folgenden
Verfahrensschritte:
Bereitstellen eines Behälters mit mindestens einer Tintenkammer,
Bereitstellen mindestens eines Tintenspeichers, und
Einführen eines oder mehrerer dieser Tintenspeicher in die Tintenkammer(n) des Behälters,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Tintenspeicher ein thermoplastisches Fasermaterial verwendet wird, bei dem an
mindestens einer seiner Oberflächen die ursprüngliche Außenfläche der Oberfläche derart
abgetragen wird, dass die behandelte Oberfläche nach außen gerichtete Faserenden aufweist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Tintenspeicher ein thermoplastisches Fasermaterial verwendet wird, bei dem an
den Oberflächen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht parallel zur Flussrichtung
der Tinte liegen, die ursprüngliche Außenfläche abgetragen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Tintenspeicher ein thermoplastisches Fasermaterial verwendet wird, bei dem an
den Oberflächen, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch im Mittel normal zur Flussrichtung
der Tinte liegen, die ursprüngliche Außenfläche abgetragen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Tintenspeicher ein thermoplastisches Fasermaterial verwendet wird, bei dem an
allen Oberflächen die ursprüngliche Außenfläche abgetragen wird.
16. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtragen der ursprünglichen Außenfläche durch Schneiden, Stanzen und/oder Schleifen
erfolgt.
17. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der durch Abtragen der ursprünglichen Außenflächen behandelten Oberflächen
des Tintenspeichers vor dem Einsetzen in die Tintenkammer zur gezielten Erhöhung des
Flusswiderstandes, den diese Oberfläche dem Durchfluss einer Flüssigkeit entgegensetzt,
thermisch behandelt wird.
18. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tintenspeicher eingesetzt wird, dessen Form und Größe im wesentlichen der Form
und Größe des Innenraums der jeweiligen Tintenkammer entspricht, in die der Tintenspeicher
eingesetzt wird.
19. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tintenspeicher eingesetzt wird, dessen Form und Größe von der Form und Größe
des Innenraums der jeweiligen Tintenkammer abweicht, in die der Tintenspeicher eingesetzt
wird.
20. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Tintenkammer, in die der Tintenspeicher eingesetzt wird, anschließend mit Tinte
befüllt und verschlossen wird.
21. Verwendung des Tintenbehälters nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11 für den
Tintenstrahldruck.