[0001] Die Erfindung betrifft einen elektromotorischen Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß
― Türschloß, Hecktürschloß, Haubenschloß mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch
1.
[0002] Der bekannte elektromotorische Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß, von dem
die Erfindung ausgeht (US - A - 4,518,181), wird dort in Verbindung mit einem umfassend
erläuterten Kraftfahrzeug-Seitentürschloß beschrieben. Auf diese Beschreibung eines
Kraftfahrzeugschlosses im allgemeinen darf verwiesen werden. Sie wird im vorliegenden
Text nicht weiter aufgegriffen, weil es im wesentlichen um eine Besonderheit des elektromotorischen
Stellantriebes selbst geht, das übrige Kraftfahrzeugschloß aber in üblicher Weise
ausgebildet sein kann.
[0003] Im Text wird darauf hingewiesen, daß eine Stellantriebsscheibe jedes Funktionsbauteil
bezeichnet, das eine entsprechende Stellfunktion hat. Das gilt auch im vorliegenden
Fall, man kann es also generell als Antriebsteil bezeichnen.
[0004] Der bekannte, bereits angesprochene elektromotorische Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß
zeichnet sich aufgrund der beschriebenen Konstruktion mit einer spiralförmig verlaufenden
Steuerkulisse in der Stellantriebsscheibe durch eine bemerkenswert geringe Antriebsleistung
des elektrischen Antriebsmotors aus. In den dem Innenanschlag bzw. Außenanschlag der
Steuerkulisse entsprechenden Endstellungen läßt sich eine manuelle Umschaltung zwischen
den Funktionszuständen "entriegelt" und "verriegelt" ohne Behinderung ausführen. Die
Anzahl der Bauteile ist gering, und zwar sowohl bei radialer als auch axialer Bewegung
des Schalthebels durch die Steuerkulisse. Durch das Anlaufen des Anschlags am Zapfen
kann die Abschaltung des elektrischen Abtriebsmotors ausgelöst werden (Blockbetrieb).
[0005] Ebenfalls bekannt ist ein elektromotorischer Stellantrieb, mit einer Stellantriebsscheibe,
die einen exzentrisch angeordneten Mitnehmerzapfen aufweist (DE 4439471 A1). Der Mitnehmerzapfen
greift derart in eine Aussparung im Schalthebel (Kulisse) ein, daß durch eine Drehbewegung
der Stellantriebsscheibe die Umschaltung zwischen den beiden Funktionszuständen "entriegelt"
und "verriegelt" bewirkt wird. Durch eine spezielle Ausgestaltung der Aussparung im
Schalthebel läuft der Zapfen bei Erreichen eines der beiden Funktionszustände gegen
einen Anschlag, so daß auch hier der oben erwähnte Blockbetrieb möglich ist. Gleichzeitig
läßt sich der Schalthebel ohne weiteres auch manuell bewegen. Weitere Vorteile dieses
Systems liegen in der niedrigen Anzahl von Bauteilen, in der geringen erforderlichen
Antriebsleistung sowie in der besonders kompakten Bauweise. Für eine detaillierte
Beschreibung wird auf die obige Druckschrift verwiesen.
[0006] Bei Kraftfahrzeugschlössern werden neben den Funktionszuständen "entriegelt" und
"verriegelt" gelegentlich weitere Funktionszustände gefordert, insbesondere der Funktionszustand
"verriegelt-diebstahlgesichert". Dieser Funktionszustand macht es unmöglich, die mit
einem solchen Kraftfahrzeugschloß versehene Kraftfahrzeugtür von innen zu öffnen.
Diese auch als "deadlocking" bezeichnete Funktion wird heute in Europa überwiegend
realisiert.
[0007] Der Lehre liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Kraftfahrzeugschloß der in Rede stehenden
Art den Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert" besonders einfach zu realisieren.
[0008] Die zuvor aufgezeigte Aufgabe ist bei einem Stellantrieb mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0009] Mit der erfindungsgemäß verwirklichten Fangtasche läßt sich der Funktionszustand
"verriegelt-diebstahlgesichert" besonders einfach realisieren. Diese Fangtasche ist
bei allen Arten von Stellantrieben vorteilhaft einsetzbar.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung einen elektromotorischen Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß
mit dem Schalthebel am Innenanschlag,
- Fig. 2
- den Stellantrieb aus Fig. 1 mit dem Schalthebel in einer Zwischenstellung für den
Funktionszustand "verriegelt",
- Fig. 3
- das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 mit dem Schalthebel am Außenanschlag zur Realisierung
des Funktionszustandes "verriegelt-diebstahlgesichert",
- Fig. 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines elektromotorischen Stellantriebs in schematischer
Darstellung.
[0011] Das in Fig. 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel eines elektromotorischen Stellantriebes
betrifft ein Kraftfahrzeugschloß mit einer Schloßmechanik, die mehrere Funktionszustände
einnehmen kann. So ist das auch im eingangs erläuterten Stand der Technik realisiert.
Gestrichelt angedeutet ist ein elektrischer Antriebsmotor M mit Antriebselement, hier
einer Spindel S. Wesentlich ist für den elektromotorischen Stellantrieb dann zunächst
die vom Antriebsmotor drehantreibbare Stellantriebsscheibe 1 (Antriebsteil), mit der
ein im dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer Kippfeder 2 o. dgl. belasteter
Schalthebel 3 bewegungsgekuppelt ist, um so die Schloßmechanik in die verschiedenen
Funktionszustände schalten zu können. Die Kippfeder 2 ist durch einen Doppelpfeil
angedeutet, der gleichzeitig die Schaltrichtungen des Schalthebels 3 wiedergibt.
[0012] Bereits oben ist darauf hingewiesen worden, daß die Stellantriebsscheibe 1 eine besonders
bevorzugte Gestaltung eines Stellantriebselementes darstellt, daß im Grundsatz aber
auch andere Arten von Stellantriebselementen eingesetzt werden können. Daher wird
auch der allgemeine Begriff Antriebsteil 1 verwendet.
[0013] Die Stellantriebsscheibe 1 weist eine sich kurvenförmig um ihre Drehachse 4 erstreckende
Steuerkulisse 5 auf, die an einem Ende einen zur Drehachse 4 nahen Innenanschlag 6
und am anderen Ende einen von der Drehachse 4 fernen Außenanschlag 7 aufweist. Der
Schalthebel 3 weist einen in die Steuerkulisse 5 eingreifenden Zapfen 8 o. dgl. auf
und ist über diesen von der Steuerkulisse 5 in unterschiedliche Funktionszustände
schaltbar, die in Fig. 1 bis Fig. 3 dargestellt sind. Fig. 1 zeigt den Schaltzustand
"entriegelt" am Innenanschlag 6, Fig. 2 den Schaltzustand "verriegelt" und Fig. 3
den Schaltzustand "verriegelt-diebstahlgesichert". Die Zuordnung könnte umgekehrt
getroffen sein, ebenso müßte auch nicht unbedingt ein Zapfen 8 für den Schalthebel
3 die Kupplung zur Steuerkulisse 5 realisieren, sondern es könnten andere Kupplungsmittel,
die aus dem Stand der Technik bekannt sind, realisiert werden. Im übrigen kann die
Zuordnung auch umgekehrt getroffen werden, ein oder zwei Zapfen 8 an der Stellantriebsscheibe
1 und zwei oder ein Anschlag 6; 7 am Schalthebel 3, wobei dann die übrige Gestaltung
natürlich entsprechend angepaßt werden muß.
[0014] Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeichnet sich dadurch aus, daß die Ansteuerung
des elektrischen Antriebsmotors besonders einfach ist. Während die Einschaltung durch
einen Schaltvorgang ausgelöst wird, beispielsweise von einer elektronischen Steuerung
des Kraftfahrzeug-Schließsystems, wird die Ausschaltung des elektrischen Antriebsmotors
beim Anlaufen des Innenanschlags 6 oder des Außenanschlags 7 am Zapfen 8 o. dgl. ausgelöst.
Es wird dazu ein Stromanstieg ausgewertet, ggf. auch mit einer Zeitschaltung gearbeitet.
Die Realisierung des sogenannten "Blockbetriebs" erübrigt die Verwendung weiterer
Schalter. Wesentlich ist, daß eine Rückstellfeder für die Stellantriebsscheibe 1 nicht
vorgesehen ist, sondern daß der Zapfen 8 o. dgl. und der entsprechende Anschlag 6
bzw. 7 nach Abschaltung des Antriebsmotors in der erreichten Endstellung im wesentlichen
verharren (wenn man einmal von kleinen Korrekturbewegungen durch Eigenelastizitäten
etc. absieht).
[0015] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, ist die einzige erforderliche Federbelastung für den
Schalthebel 3 eine vergleichsweise schwache Kippfeder 2 o. dgl., die einfach dafür
sorgt, daß der Schalthebel 3 nicht ungewollt die Lage am Außenradius - äußere Führungskurve
- oder am Innenradius - innere Führungskurve - der Steuerkulisse 5 verlassen kann.
Ungeachtet dessen, daß eine nur geringe Federkraft vom elektrischen Antriebsmotor
überwunden werden muß, ist bei diesem Stellantrieb die Konstruktion so getroffen,
daß ein sehr breiter Bereich der manuellen Umschaltbarkeit gegeben ist.
[0016] Manuell umschaltbar bei Funktionslosigkeit des elektrischen Antriebsmotors ist dieser
Stellantrieb also nicht nur in Endstellungen, sondern auch in einem breiten Winkelbereich
von Zwischenstellungen. Auch bei Ausfall des elektrischen Antriebsmotors wird daher
mit allergrößter Wahrscheinlichkeit eine manuelle Betätigung möglich sein.
[0017] Wenn der Stellantrieb nicht selbsthemmend ausgeführt ist, weil nämlich die Steigungen
der Führungskurven, die die Steuerkulisse 5 bilden, bezüglich des Zapfens 8 o. dgl.
am Schalthebel 3 entsprechend groß gewählt worden sind, kann sogar innerhalb eines
als Führungskanal ausgebildeten Abschnittes der Steuerkulisse 5 notfalls, wenn auch
gegen größeren mechanischen Widerstand, eine manuelle Rückstellung erfolgen.
[0018] Die Fig. 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel, das sich von dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 4 dadurch unterscheidet, daß drei Funktionszustände eingenommen werden können,
nämlich ein zusätzlicher Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert". Dazu ist
zusätzlich vorgesehen, daß am Außenanschlag 7 (oder am Innenanschlag 6) die Steuerkulisse
5 als Fangtasche 9 ausgebildet ist, die ein manuelles Bewegen des Schalthebels 3 quer
zum Anschlag 7 verhindert und so den Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert"
realisiert. Man kann diese Konstruktion dazu verwenden, von vornherein den zweiten
Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert" als alleinigen Funktionszustand "verriegelt"
vorzusehen (Fig. 4). Gemäß Fig. 1 bis 3 ist vorgesehen, daß drei Funktionszustände
realisiert sind, wobei vorgesehen ist, daß der Funktionszustand "verriegelt" in einem
bestimmten Winkelabstand vor dem Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert"
durch eine Schaltfunktion des Stellantriebes definiert ist.
[0019] Schließlich gilt auch für die beschriebene Konstruktion eines elektromotorischen
Stellantriebes, daß man die gesamten Bewegungsabläufe, die in den Ausführungsbeispielen
radial dargestellt worden sind, auch axial realisieren kann. Dazu wäre dann vorgesehen,
daß anstelle der Stellantriebsscheibe 1 ein Stellantriebszylinder mit der Zylinderachse
als Drehachse 4 vorgesehen und die Steuerkulisse 5 auf dem Zylindermantel angeordnet
ist. Für diese Alternativkonstruktion darf auf die entsprechenden Ausführungsbeispiele
des eingangs angesprochenen, den Ausgangspunkt bildenden Standes der Technik aus der
US - A - 4,518,181 verwiesen werden.
[0020] Weiter oben ist bereits angesprochen worden, daß man die Zuordnung von Zapfen 8 o.
dgl. einerseits und Innenanschlag 6 / Außenanschlag 7 auch umkehren kann. Anstelle
der in der Zeichnung dargestellten Schwenkbewegung des Schalthebels 3 kann dieser
auch linear verlagert, also verschoben werden. Dies kann insgesamt zu einer besonders
kompakten Gestaltung führen, weil der Schalthebel 3 eventuell auch quer über der Stellantriebsscheibe
1 liegen könnte.
[0021] Als Alternative ist in Fig. 4 ein elektromotorischer Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß
dargestellt, der konstruktiv ganz anders aufgebaut ist als der zuvor erläuterte elektromotorische
Stellantrieb. Hier ist ein Zapfen 8 o. dgl. dem Antriebsteil 1, ebenfalls ausgeführt
als Stellantriebsscheibe, zugeordnet, während hier der Schalthebel 3 zwei Anschläge
6, 7 trägt, rechts und links einer Bewegungsaufnahme. Dazu darf im einzelnen auf den
Stand der Technik aus der DE - A - 44 39 479 verwiesen werden, wo diese Technik ausführlicher
erläutert wird. Wesentlich ist, daß hier eine Funktionsstellung "verriegelt-diebstahlgesichert"
auf äußerst einfache Weise ebenfalls durch eine Fangtasche 9 am Anschlag 6 realisiert
ist. Diese verhindert, daß der Schalthebel 3 bei Eintauchen des Zapfens 8 o. dgl.
in die Fangtasche 9 seitlich verschwenkt werden kann (Diebstahlsicherungsfunktion).
1. Elektromotorischer Stellantrieb für ein Kraftfahrzeugschloß,
wobei das Kraftfahrzeugschloß eine Schloßmechanik aufweist, die in Funktionszustände
"entriegelt" und "verriegelt-diebstahlgesichert" oder "entriegelt", "verriegelt" und
"verriegelt-diebstahlgesichert" schaltbar ist,
mit einem Antriebsmotor, einem vom Antriebsmotor antreibbaren Antriebsteil (1) und
einem mit dem Antriebsteil (1) bewegungsgekuppelten Schalthebel (3) zum Schalten der
Schloßmechanik in die verschiedenen Funktionszustände,
wobei der Schalthebel (3) zumindest in einer Endstellung des Antriebsteils (1) im
Freilauf manuell zwischen zwei Funktionszuständen hin und her schaltbar ist und
wobei die Abschaltung des Antriebsmotors durch das Anlaufen eines Zapfens (8) o. dgl.
an einem Anschlag (6) ausgelöst wird und der Zapfen (8) o. dgl. und der Anschlag (6)
nach Abschaltung des Antriebsmotors in der erreichten Endstellung verharren,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Anschlag (6) eine Fangtasche (9) ausgebildet ist, die ein manuelles Bewegen des
Schalthebels (3) quer zum Anschlag (6) verhindert und so den Funktionszustand "verriegelt-diebstahlgesichert"
realisiert.
2. Stellantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antriebsteil (1) als Stellantriebsscheibe ausgeführt ist.
3. Stellantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zapfen (8) o. dgl. am Antriebsteil (1) und Anschlag (6) und Fangtasche (9) am
Schalthebel (3) angeordnet sind.
4. Stellantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Stellantriebsscheibe (1) eine sich kurvenförmig um die Drehachse (4) der Stellantriebsscheibe
(1) erstreckende Steuerkulisse (5) aufweist, die an einem Ende einen zur Drehachse
(4) nahen Innenanschlag (6) und am anderen Ende einen von der Drehachse (4) fernen
Außenanschlag (7) aufweist,
daß der Schalthebel (3) den in die Steuerkulisse (5) eingreifenden Zapfen (8) o. dgl.
aufweist und über diesen von der Steuerkulisse (5) in zwei Funktionszustände schaltbar
ist, die beim Anlaufen des Innenanschlags (6) bzw. Außenanschlags (7) am Zapfens (8)
o. dgl. erreicht werden und
daß am Innenanschlag (6) oder am Außenanschlag (7) die Steuerkulisse (5) als Fangtasche
(9) ausgebildet ist.
5. Stellantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Funktionszustand "verriegelt" in einem bestimmten Winkelabstand vor dem Funktionszustand
"verriegelt-diebstahlgesichert" durch eine Schaltfunktion des Stellantriebes definiert
ist.