[0001] Die Erfindung bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zum Herstellen von Fliesen.
[0002] Ein Problem bei der Herstellung von mit Dekor versehenen Fliesen ist immer eine mehr
oder weniger starke Randbildung, welche insbesondere bei dunklem Dekor stark stört.
Ursache hierfür ist insbesondere das Abfallen der sichtseitigen Kantenbereiche der
Fliese gegenüber der im Übrigen im Wesentlichen in einer Ebene liegenden Sichtfläche
einer Fliese.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren vorzuschlagen, welches diesem
Nachteil auf einfache, kostengünstige Weise abhilft.
[0004] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen von Fliesen ist deswegen insbesondere
dadurch gekennzeichnet, dass während, nach oder vor dem Versehen der im Wesentlichen
in einer ebenen liegenden Sichtfläche einer Fliese mit einem Dekor ein oder mehrere
gegenüber der Sichtfläche abfallenden sichtseitigen Kantenbereiche der Fliese maschinell
mit einem Dekor versehen werden. Auf diese Weise entfallen störende Fugenbereiche
bei Verlegen der Fliesen.
[0005] Das Dekor kann auf die sichtseitigen Kantenbereiche mittels Walzen, Pinsel oder dgl.
Auftragemittel maschinell aufgetragen werden.
[0006] Insbesondere ist es möglich, dass die sichtseitigen Kantenbereiche, ggf. wie die
Sichtfläche, maschinell, insbesondere mittels Rotationsdruckmaschine mit Walzen als
Auftragemittel, bedruckt werden.
[0007] Vorzugsweise erfolgt das maschinelle Auftragen des Dekors, insbesondere Bedruckens,
der sichtseitigen Kantenbereiche im Verlauf des Herstellungsverfahrens der Fliese,
bei welchem die Fliese gepresst, mit einer Glasurschicht versehen und ihre Sichtfläche
mit einem Dekor versehen wird, vorzugsweise an dessen Ende.
[0008] Dabei können je zwei einander gegenüber liegende sichtseitige Kantenbereiche gleichzeitig
maschinell mit einem Dekor versehen werden, um Zeit und eine besondere Halterung der
Fliese einzusparen.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren kann weiterhin dadurch ergänzt sein, dass eine oder
mehrere senkrecht zu der im Wesentlichen in einer Ebene liegenden Sichtfläche der
Fliese stehenden Seitenflächen der Fliese maschinell, z.B. mit einem Schwamm, eingefärbt
werden.
[0010] Auch hierbei ist es aus den zuvor genannten Gründen von Vorteil, wenn zwei einander
gegenüber liegende Seitenflächen der Fliese gleichzeitig maschinell eingefärbt werden.
[0011] Das Einfärben der vertikalen Seitenflächen erfolgt vorzugsweise jeweils nach dem
Auftragen des Dekors auf die zugeordneten sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche
der Fliese.
[0012] Die Erfindung ist auch auf eine Fliese gerichtet, welche in einem Verfahren der zuvor
erläuterten Art hergestellt ist, mit einer Dicke zwischen etwa 5 und 15 mm, bei welcher
ein, ggf. leicht konvex gekrümmt, abfallender sichtseitiger Kantenbereich mit einer
Breite von 1 bis 5 mm mit einem Dekor versehen ist.
[0013] Die Erfindung ist ferner auf eine Vorrichtung zum Herstellen von Fliesen gerichtet,
mit Hilfe welcher insbesondere das zuvor erläuterte Verfahren auf einfache Weise ausgeführt
werden kann.
[0014] Eine solche Vorrichtung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie außer oder
statt der Mittel zum Aufbringen eines Dekors auf die im Wesentlichen in einer Ebene
liegenden Stirnfläche der Fliesen Mittel zum Auftragen eines Dekors auf die gegenüber
der Sichtfläche abfallenden stirnseitigen Kantenbereiche aufweist.
[0015] Die Mittel zum Auftragen von Dekor auf die sichtseitigen Kantenbereiche sind vorzugsweise
Walzen, Pinsel oder dgl. Auftragemittel, mit welchen auch gerundete Kantenbereiche
erfasst werden können.
[0016] Insbesondere können eine oder mehrere Rotationsdruckmaschinen zum Auftragen von Dekor
auf die sichtseitigen Kantenbereiche dienen.
[0017] Bei einer besonderen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Rotationsdruckmaschinen
oder dgl. Mittel zum Auftragen eines Dekors auf die abfallenden stirnseitigen Kantenbereiche
auf einander gegenüber liegenden Seiten einer die zu dekorierende Fliese tragenden
Transporteinrichtung angeordnet, welche an einander gegenüber liegenden Kantenbereichen
der Fliese, vorzugsweise gleichzeitig, angreifen.
[0018] Dabei kann die Transporteinrichtung bevorzugt zwei parallel zueinander mit gleicher
Geschwindigkeit in im Wesentlichen horizontaler Richtung bewegte Auflagebänder für
die zu dekorierende Fliese aufweisen.
[0019] Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind in Transportrichtung der Fliese
hintereinander jeweils zwei Mittel zum Auftragen eines Dekors auf die abfallenden
stirnseitigen Kantenbereiche der jeweiligen Fliese auf einander gegenüber liegenden
Seiten der Transporteinrichtung angeordnet, welche an einander gegenüber liegenden
Kantenbereichen der jeweiligen Fliese, vorzugsweise gleichzeitig, angreifen, wobei
die horizontal liegende Fliese zwischen den beiden Paaren von Auftragemitteln um 90°
um ihre senkrechte Achse drehbar sind. Auf diese Weise kann das erfindungsgemäße Verfahren
effizient ausgeführt werden.
[0020] Der Transporteinrichtung können auch eine oder mehrere Vorrichtungen zum Einfärben
der senkrecht zu der im Wesentlichen in einer Ebene liegenden Sichtfläche der Fliese
stehenden Seitenflächen der Fliese zugeordnet sein, welche z.B. einen Schwamm aufweist.
[0021] Auch die Einfärbevorrichtungen können auf einander gegenüber liegenden Seiten der
Transporteinrichtung angeordnet sein und an einander gegenüber liegenden Seitenflächen
der Fliese, vorzugsweise gleichzeitig, angreifen, so dass die Fliese während des Einfärbens
von einander gegenüber liegenden Seiten ohne zusätzliche Mittel gehalten wird.
[0022] Ähnlich wie bei den Mitteln zum Auftragen eines Dekors auf die abfallenden Kantenbereiche
können auch in Transportrichtung der Fliese hintereinander jeweils zwei Einfärbevorrichtungen
angeordnet sein und an einander gegenüber liegenden Seitenflächen der Fliese angreifen,
wobei auch hier die horizontal liegende Fliese zwischen den beiden Vorrichtungspaaren
um 90° um ihre senkrechte Achse drehbar sind, so dass je zwei einander gegenüber liegende
Seitenflächen nacheinander eingefärbt werden.
[0023] Um ein zuverlässiges Auftragen des Dekors auf die sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche
zu gewährleisten, ist bei einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vorgesehen, dass die dem Auftragen des Dekors auf die sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche
dienenden Walzen der Rotationsdruckmaschine mit ihrer Oberfläche in ihrer Winkellage
relativ zu der horizontalen Transportebene der Fliese an die Schräge der Kantenbereiche,
z.B. zwischen 0° und 50°, vorzugsweise zwischen etwa 10 und 25°, anpassbar sind.
[0024] Es ist ferner von Vorteil, wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit der Walzen an die Transportgeschwindigkeit
der Transporteinrichtung anpassbar ist, um zu vermeiden, dass sich durch den Angriff
der Walzen an der Fliese diese auf dem Transportband verschiebt und das Dekor aufgrund
unterschiedlicher Geschwindigkeiten verwischt wird. Fliese und Walzen sollten an ihren
Berührungsstellen vorzugsweise gleich gerichtet sein und gleiche Geschwindigkeit haben.
[0025] Für das Auftragen des Dekors auf die sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche der
Fliese ist es darüber hinaus von Vorteil, wenn die mit den Kantenbereichen der Fliese
in Berührung tretende Oberflächenschicht der Walze aus weichelastischem Material,
wie Silikonmaterial, besteht. Bei zu harter Ausbildung des oberflächlichen Walzenmaterials
wird der Dekorauftrag erschwert.
[0026] Es hat sich ferner als zweckmäßig erwiesen, wenn der Druck, mit welchem die Walzen
an den Kantenbereichen der Fliese angreifen, < als 3 Bar ist.
[0027] Ferner wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass die Materialoberfläche der Walzen
Vertiefungen, Löcher oder dgl. Unebenheiten zum Auftragen des Dekors aufweist.
[0028] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnung.
Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich
oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, auch unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in einzelnen Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
[0029] Es zeigen:
- Fig. 1
- in Draufsicht einen Abschnitt einer auf einer Wandfläche aufgebrachten herkömmlichen
Fliese,
- Fig. 2
- schematisch einen Schnitt einer Fliese in deren Kantenbereich,
- Fig. 3
- schematisch eine Rotationsdruckmaschine zum Auftragen eines Dekors auf sichtseitige
abfallende Kantenbereiche einer Fliese, und
- Fig. 4
- schematisch ein Fließschema für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei
Verwendung von vier Maschinen zum Auftragen des Dekors auf sichtseitige abfallende
Kantenbereiche einer Fliese sowie vier jeweils als Schwamm ausgebildete Vorrichtungen
zum Einfärben der senkrechten Seitenflächen einer Fliese.
[0030] Fig. 1 veranschaulicht in Draufsicht einen Abschnitt einer auf einer Wandfläche W
aufgebrachten herkömmlichen Fliese 1, deren im Wesentlichen in einer Ebene liegende
Stirnfläche 2 bereits mit einem Dekor versehen ist, während die sichtseitigen abfallenden
Kantenbereiche 3, welche am Rand umlaufen, noch kein Dekor tragen und daher zu einer
störenden Randbildung bei der Fliesenverlegung führen. Erfindungsgemäß sollen auch
diese Kantenbereiche 3 mit einem Dekor versehen werden.
[0031] Die Schnittdarstellung von Fig. 2 veranschaulicht eine Fliese 1 mit im Wesentlichen
in einer Ebene E liegenden Sichtfläche 2, welche schon üblicherweise mit einem Dekor
versehen wird, sowie mit leicht konvex gekrümmt abfallenden Kantenbereichen 3 der
Breite a, mit senkrecht zu der Ebene E stehenden Seitenflächen 6 und einer Dicke b.
[0032] Fig. 3 veranschaulicht schematisch, wie das Auftragen von Dekor auf die sichtseitigen
abfallenden Kantenbereiche 3 einer Fliese 1 mit Rotationsdruckmaschinen 4 erfolgt,
welche zwei auf einander gegenüber liegenden Seiten einer von zwei Auflagebändern
9 in einer Transportebene gebildeten Transporteinrichtung 8 angeordnete als Walzen
ausgebildete Auftragemittel 5 enthält. Dabei findet das Auftragen von Dekor auf den
Kantenbereichen 3 einer Fliese 1 statt, nachdem diese gepresst, mit einer Glasur versehen
und ihre Sichtfläche 2 mit Dekor versehen ist. Wenn die Fliese 1 auf der Transporteinrichtung
8, deren Auflagebänder 9 parallel zueinander mit gleicher Transportgeschwindigkeit
in horizontaler Richtung (im dargestellten Fall in die Zeichnungsebene hinein) bewegt
wird, bei der Rotationsdruckmaschine 4 ankommt, werden nur noch die abfallenden Kantenbereiche
3 der Fliese 1 mit einem Dekor versehen (und ggf. die vertikalen Seitenflächen der
Fliesen 1 eingefärbt).
[0033] Entsprechend Fig. 3 können die Walzen 5 der Rotationsdruckmaschine 4 in einem Winkel
α von 0 bis 50°, vorzugsweise etwa 10 bis 25°, verstellt und dadurch mit den entsprechenden
abfallenden Kantenbereichen 3 der Fliese 1 in Berührung gebracht werden. Die Walzen
5 sind mit einem Rotationsantrieb versehen. Die Drehgeschwindigkeit der Walzen 5 soll
genau auf die Laufgeschwindigkeit der Transportbänder 9 abgestellt sein, damit während
des Bedruckens mit dem Dekor verhindert wird, dass die Walzenoberfläche gegenüber
den Kantenbereichen 3 vor- und nacheilt. Übliche Geschwindigkeiten liegen zwischen
etwa 10 und 100 m/min.
[0034] Die für die Dekorierung notwendige Farbe wird in dosierbaren Mengen über Zugabeeinrichtungen
11 den Walzenoberflächen zugeführt. Die Oberflächenschichten der Walzen 5, welche
mit den Fliesen 1 in Berührung kommen, bestehen aus einem weichelastischem Material,
vorzugsweise Silikonmaterial, das leicht eindrückbar und verformbar ist, so dass die
ggf. abgerundeten Kantenbereichen der Fliese 1 vollständig bedruckt werden können.
Die Walzenoberflächen werden dabei mit relativ geringem Druck (< als 5 Bar) an die
Kantenbereiche 3 angedrückt. Wenn man nur einen Kantenbereich 3 einer Fliese 1 bedruckt,
braucht man einen Gegendruck auf der gegenüberliegenden Seite der Fliese 1, damit
die Position der Fliese 1 sich nicht (in vertikaler Richtung) ändert. Diese Positionsveränderung
kann einfach dadurch verhindert werden, dass im normalen Betrieb beide einander bezüglich
der Mittellängsebene der Transporteinrichtung 8 einander gegenüber liegende Walzen
5 an die vorbeifahrende Fliese 1 angedrückt werden. Wenn nur einer der beiden einander
gegenüber liegenden Kantenbereiche 3 mit Dekor versehen werden soll, werden dennoch
beide Walzen 5 an die Fliese 1 angedrückt, aber eine der beiden Walzen 5 nicht mit
Farbe versorgt.
[0035] Aus Fig. 4 ergibt sich eine Anlage zum Dekorieren der sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche
3 von Fliese 1, mit Hilfe welcher auch alle vier Kantenbereiche 3 rationell dekoriert
werden können. Eine Fliese 1 bzw. aufeinander folgende Fliesen 1 sind auf ihrem Bewegungsweg
mittels der Transporteinrichtung 8 durch die Anlage veranschaulicht. In der ersten
Position A können die einander gegenüber liegenden Kanten I und II einer Fliese 1
in den sichtseitigen Kantenbereichen mit Hilfe von beidseits der Transporteinrichtung
8 einander gegenüber liegenden Walzen I und II einer Rotationsdruckmaschine dekoriert
werden. Es folgt dann die Station B, in welcher dieselben Kanten im Bereich der senkrechten
Seitenflächen mittels Schwämmen I und II eingefärbt werden können. Danach erfolgt
eine Drehung der Fliese 1 um eine zur Zeichenebene senkrecht stehende Achse um 90°,
so dass dann in den nachfolgenden Stationen C und D die Kanten III und IV in den sichtseitigen
abfallenden Kantenbereichen dekoriert und in den senkrechten Seitenflächen eingefärbt
werden können. Es versteht sich von selbst, dass im Bereich jeder Kante wahlweise
dekoriert und/oder eingefärbt wird. Dies bedeutet, dass, wenn gewünscht, bestimmte
sichtseitige abfallende Kantenbereiche und/oder vertikale Seitenflächen der Fliesen
1 undekoriert bzw. ungefärbt bleiben können. Oft sollen die vertikalen Seitenflächen
nicht gefärbt sein, weil die Fliesen 1 ohne Farben besser verfugt werden können, da
dann die Fugenmasse besser an der Fliese 1 (wegen der besseren Porosität) haften kann.
[0036] Es ist selbstverständlich auch möglich, eine andere Reihenfolge der Walzen und der
Schwämme zu wählen und die Fliese 1 ggf. mehrfach zu drehen.
[0037] Mit der jeweils einander gegenüber liegenden Stellung der Walzen und Schwämme wird
erstens eine Zeitersparnis erzielt, wenn beide jeweils aneinander gegenüber liegenden
Kanten behandelt werden sollen, und es wird der jeweils erforderliche Gegendruck durch
das gegenüber liegende Auftragemittel erzeugt, um eine Veränderung der Position der
Fliese 1 in vertikaler und/oder horizontaler Richtung zu verhindern. Die Walzen und
Schwämme sind dabei vorzugsweise nicht nur mit der Transporteinrichtung sondern auch
untereinander synchronisiert.
[0038] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es
möglich, insbesondere auch weiße oder sonst auch leicht gefärbte Linien bzw. Nerven
und dgl. weitgehend naturgetreu aufzutragen und insbesondere auch Fliesen 1 herzustellen,
welche in der Sichtfläche 2 anders dekoriert sind als in den abfallenden Kantenbereichen
3.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Fliese
- 2
- Sichtfläche
- 3
- Kantenbereiche
- 4
- Rotationsdruckmaschine
- 5
- Auftragemittel (Walzen)
- 6
- Seitenflächen
- 7
- Schwämme
- 8
- Transporteinrichtung
- 9
- Auflagebänder
- 10
- Einfärbevorrichtungen (Schwämme)
- 11
- Zugabeeinrichtungen
- A
- Achse
- E
- Ebene
- W
- Wandfläche
- T
- Transportebene
- a
- Breite
- b
- Dicke
- α
- Winkellage
1. Verfahren zum Herstellen von Fliesen, dadurch gekennzeichnet, dass während, nach oder vor dem Versehen der im Wesentlichen in einer Ebene liegenden
Sichtfläche (2) einer Fliese (1) mit einem Dekor eine oder mehrere gegenüber der Sichtfläche
(2) abfallenden sichtseitigen Kantenbereiche (3) der Fliese (1) maschinell mit einem
Dekor versehen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dekor auf die sichtseitigen Kantenbereiche (3) mittels Walzen, Pinsel oder dgl.
Auftragemittel (5) maschinell aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die sichtseitigen Kantenbereiche (3), ggf. wie die Sichtfläche (2), maschinell, insbesondere
mittels Rotationsdruckmaschine (4) mit Walzen als Auftragemittel (5), bedruckt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das maschinelle Auftragen des Dekors, insbesondere Bedrucken der sichtseitigen Kantenbereiche
(3) im Verlauf des Herstellungsverfahrens der Fliese (1), bei welchem die Fliese (1)
gepresst, mit einer Glasurschicht versehen und ihre Sichtfläche (2) mit einem Dekor
versehen wird, erfolgt, vorzugsweise an dessen Ende.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei einander gegenüber liegende sichtseitige Kantenbereiche (3) gleichzeitig
maschinell mit einem Dekor versehen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere senkrecht zu der im Wesentlichen in einer Ebene liegenden Sichtfläche
(2) der Fliese (1) stehenden Seitenflächen (6) der Fliese (1) maschinell, z.B. mit
einem Schwamm (7), eingefärbt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass je zwei einander gegenüber liegende Seitenflächen (6) der Fliese (1) gleichzeitig
maschinell eingefärbt werden.
8. Fliese, vorzugsweise hergestellt in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis
7, mit einer Dicke zwischen etwa 5 und 15 mm, bei welcher ein, ggf. leicht konvex
gekrümmt, abfallender sichtseitiger Kantenbereich (3) mit einer Breite von 1 bis 5
mm mit einem eigens aufgetragenen Dekor versehen ist.
9. Vorrichtung zum Herstellen von Fliesen, insbesondere in einem Verfahren nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie außer oder statt der Mittel zum Auftragen eines Dekors auf die im Wesentlichen
in einer Ebene liegenden Stirnfläche (2) der Fliese (1) gesonderte Mittel (5) zum
Auftragen eines Dekors auf die gegenüber der Sichtfläche (2) abfallenden stirnseitigen
Kantenbereiche (3) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Auftragen von Dekor auf die sichtseitigen Kantenbereiche (3) Walzen,
Pinsel oder dgl. Auftragemittel (5) sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet durch eine oder mehrere Rotationsdruckmaschinen (4) mit den Auftragemitteln (5).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsdruckmaschine (4) oder dgl. Mittel (5) zum Auftragen eines Dekors auf
die abfallenden stirnseitigen Kantenbereiche (3) auf einander gegenüber liegenden
Seiten einer die zu dekorierende Fliese (1) tragende Transporteinrichtung (8) angeordnet
sind, welche an einander gegenüber liegenden Kantenbereichen (3) der Fliese (1), vorzugsweise
gleichzeitig, angreifen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung (8) zwei parallel zueinander mit gleicher Geschwindigkeit
in dem im Wesentlichen horizontaler Richtung bewegte Auflagebänder (9) für die zu
dekorierende Fliese (1) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung der Fliese (1) hintereinander jeweils zwei Mittel (5) zum Auftragen
eines Dekors auf die abfallenden stirnseitigen Kantenbereiche (3) auf einander gegenüber
liegenden Seiten der Transporteinrichtung (8) angeordnet sind und jeweils an einander
gegenüber liegenden Kantenbereichen (3) der jeweiligen Fliese (1), vorzugsweise gleichzeitig,
angreifen, und dass die horizontal liegende Fliese (1) zwischen den beiden Paaren
von Auftragemitteln (5) um 90° um ihre senkrechte Achse (A) drehbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Transporteinrichtung (8) eine oder mehrere Vorrichtungen (10) zum Einfärben der
senkrecht zu der im Wesentlichen in einer Ebene liegenden Sichtfläche (2) der Fliese
(1) stehenden Seitenflächen (6) der Fliese (1), welche z.B. einen Schwamm aufweisen,
zugeordnet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass Einfärbevorrichtungen (10) auf einander gegenüber liegenden Seiten der Transporteinrichtung
(8) angeordnet sind und an einander gegenüber liegenden Seitenflächen (6) der Fliese
(1), vorzugsweise gleichzeitig, angreifen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass in Transportrichtung der Fliese (1 ) hintereinander jeweils zwei Einfärbevorrichtungen
(10) angeordnet sind und an einander gegenüber liegenden Seitenflächen (6) der Fliese
(1), vorzugsweise gleichzeitig, angreifen, und dass die horizontal liegende Fliese
(1) zwischen den beiden Vorrichtungspaaren (10) um 90° um ihre senkrechte Achse (A)
drehbar ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Auftragen des Dekors auf die sichtseitigen abfallenden Kantenbereiche (3)
dienenden Walzen (5) der Rotationsdruckmaschine (4) mit ihrer Oberfläche in ihrer
Winkellage (α) relativ zu der horizontalen Transportebene (T) der Fliese (1) an die
Schräge der Kantenbereiche (3), z.B. zwischen 0 und 50°, vorzugsweise zwischen etwa
10° und 25°, anpassbar sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Umdrehungsgeschwindigkeit der Walzen (5) an die Transportgeschwindigkeit der
Transporteinrichtung (8) anpassbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Kantenbereichen (3) der Fliese (1) in Berührung tretende Oberflächenschicht
der Walzen (5) aus weichelastischem Material, wie Silikonmaterial, besteht.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck, mit welchem die Walzen (5) an den Kantenbereichen (3) angreifen, < 3 Bar
ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialoberfläche der Walzen (5) Vertiefungen, Löcher oder dgl. Unebenheiten
zum Auftragen des Dekors hat.