[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Darstellen einer Kurve oder einer Oberfläche
in drei Dimensionen.
[0002] Eine solche Vorrichtung ist aus der GB 2 363 506 bekannt. Aus dieser Druckschrift
ist ein System bekannt, bei dem sich eine Oberfläche aus nebeneinander angeordneten
dreieckigen Flächen zusammensetzt. An den Ecken sind die dreieckigen Flächen mit Kolben
verbunden, die eine Vor- und Zurückbewegung der Ecken ermöglichen. Durch ein geeignetes
Einstellen bzw. Verändern der Kolben kann auf diese Weise eine, insbesondere sich
verändernde Oberfläche in drei Dimensionen dargestellt werden.
[0003] Ein Nachteil dieses Stands der Technik besteht darin, dass das beschriebene System
auf Grund der flexiblen Verbindungen zwischen den dreieckigen Flächen und den Kolben
eine komplizierte Struktur aufweist, die fehleranfällig ist und einem hohen Verschleiß
unterliegt. Außerdem kann das System wegen der starren Struktur nur Oberflächen darstellen,
die sich entlang jeder Richtung nur wenig ändern.
[0004] Es ist daher die der vorliegenden Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe, eine Vorrichtung
zum Darstellen einer Kurve oder einer Oberfläche in drei Dimensionen bereitzustellen,
welche die oben genannten Nachteile überwindt und insbesondere einen geringen Verschleiß
sowie eine hohe Flexibilität bezüglich der Art der darzustellenden Kurve oder Oberfläche
aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung gemäß Patentanspruch 1. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung zum Darstellen einer Kurve oder einer Oberfläche in drei Dimensionen umfasst
eine Mehrzahl von Schwebekörpern und eine Mehrzahl von Einrichtungen zum Beaufschlagen
der Schwebekörper mit einer der Gravitationskraft entgegengesetzten Kraft, wobei wenigstens
zwei Einrichtungen getrennt ansteuerbar sind und jede Einrichtung genau einen Schwebekörper
mit einer vorherbestimmten Kraft derart beaufschlagt, dass jeder Schwebekörper in
einer vorherbestimmten Position schwebt.
[0006] Eine Kurve oder Oberfläche wird somit durch die Anordnung der Mehrzahl von schwebenden
Schwebekörpern im dreidimensionalen Raum dargestellt. Die Anordnung der Schwebekörper
entspricht einer Abtastung der Kurve oder Oberfläche an einzelnen Punkten. Unter einer
Kurve wird hier allgemein eine Linie verstanden, die sowohl gekrümmt sein kann als
auch gerade. Schweben bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Schwebekörper nicht
mit einem mechanischen Element fest verbunden ist.
[0007] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung können insbesondere auch Graustufenbilder dargestellt
werden, bei denen die Helligkeit eines Pixels der Intensität an diesem Ort entspricht.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden dann die Positionen, d.h. insbesondere
die Höhe, der Schwebekörper so gewählt, dass sie ebenfalls den Intensitäten der jeweiligen
Pixel entsprechen.
[0008] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass eine geringe Anzahl von mechanischen
Komponenten verwendet wird, was einen reduzierten Verschleiß bedeutet. Außerdem können
die Positionen der Schwebekörper über einen weiten Bereich verändert bzw. eingestellt
werden, so dass die erfindungsgemäße Vorrichtung in der Darstellung von Kurven und
Oberflächen sehr flexibel ist. Insbesondere sind auch Darstellungen von Kurven und
Oberflächen mit starken Höhenschwankungen möglich.
[0009] Die Größe und/oder Form der Schwebekörper ist nicht auf eine bestimmte Größenordnung
oder Form festgelegt, sondern kann über einen weiten Bereich variabel gestaltet werden.
Dabei muss dann die Einrichtung zum Beaufschlagen der Schwebekörper mit einer der
Gravitationskraft entgegengesetzten Kraft der Form und Größe der Schwebekörper angepasst
ausgebildet sein
[0010] Vorzugsweise kann jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft eine Einrichtung
zum Erzeugen eines Fluidstroms umfassen. In dieser Weiterbildung kann ein Schweben
der Schwebekörper auf Grund des Bernoulli-Effekts ermöglicht werden. Dabei erfährt
ein Schwebekörper, falls er sich aus dem Fluidstrom bewegt, eine rücktreibende Kraft
wegen der Druckunterschiede in dem Fluid in dem Bereich um den Schwebekörper. Auf
diese Weise bleiben die Schwebekörper in einer vorherbestimmten Position schwebend
angeordnet. Durch ein Verändern des Stroms wird die Position eines Schwebekörpers
verändert.
[0011] Die Einrichtung zum Erzeugen eines Fluidstroms kann beispielsweise einen Ventilator
oder eine Turbine umfassen. Durch Verändern der Umdrehungszahl kann somit der Fluidstrom
gesteuert werden.
[0012] Vorteilhafterweise kann jede Einrichtung zum Erzeugen eines Fluidstroms eine Fluiddüse,
insbesondere mit einem Proportional-Druckregelventil zum Steuern des Fluidstroms,
umfassen. Dies erlaubt ein genaues und unempfindliches Einstellen, Konstanthalten
oder Verändern des Fluidstroms.
[0013] Ein Proportional-Druckregelventil erlaubt eine stabile Steuerung des Fluidstroms
selbst wenn mehrere Fluiddüsen von einer Pumpe oder einem Reservoir gleichzeitig gespeist
werden.
[0014] Grundsätzlich kann das Fluid ein Gas, z.B. Luft, oder eine Flüssigkeit sein, wobei
vorzugsweise ein Gas verwendet wird.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Alternative kann jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit
einer Kraft eine Einrichtung zur Erzeugung eines elektrischen und/oder magnetischen
Feldes umfassen. In diesem Fall müssen die Schwebekörper geeignet gewählt sein, so
dass auf Grund des elektrischen und/oder magnetischen Feldes eine Kraft auf sie wirkt.
Beispielsweise können die Schwebekörper geladen sein bzw. einen Permanentmagneten
umfassen.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung aller zuvor beschriebenen Vorrichtungen kann
jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft einzeln ansteuerbar sein. Dies
erlaubt ein sehr flexibles Verändern einer darzustellenden Kurve oder Oberfläche.
Außerdem können auf diese Weise sozusagen einzelne "Pixel" getrennt eingestellt oder
verändert werden.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Vorrichtungen kann
jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft den zugehörigen Schwebekörper mit
einer zeitlich veränderlichen Kraft beaufschlagen. Damit können mehrere Kurven oder
Oberflächen bzw. zeitlich sich verändernde Kurven oder Oberflächen in einer Abfolge
dargestellt werden.
[0018] Vorzugsweise können bei allen zuvor beschriebenen Vorrichtungen die Einrichtungen
zum Beaufschlagen mit einer Kraft in einer periodischen Anordnung, insbesondere in
einer Ebene, angeordnet und/oder parallel ausgerichtet sein. Gemäß einer vorteilhaften
Alternative können die Einrichtungen zum Beaufschlagen mit einer Kraft auch auf einer
gekrümmten Oberfläche angeordnet sein.
[0019] Beispielsweise können die Einrichtungen zum Beaufschlagen einer Kraft auf den Ecken
eines Quadratgitters angeordnet sein. Somit würde jede Einrichtung zum Beaufschlagen
mit einer Kraft einem Pixel beispielsweise für eine Höhendarstellung oder ein Graustufenbild
repräsentieren. Damit könnte ein entsprechendes Pixelbild 1:1 übernommen werden. Andere
(periodisch oder nicht-periodische) Anordnungen der Einrichtungen zum Beaufschlagen
einer Kraft sind jedoch genauso möglich.
[0020] Die Abstände zwischen den Einrichtungen zum Beaufschlagen mit einer Kraft können
vorzugsweise derart gewählt sein, dass ein Schwebekörper nicht oder möglichst wenig
durch eine benachbarte Einrichtung beeinflusst wird. Beispielsweise kann der Abstand
von der Größenordnung eines Schwebekörpers sein.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der zuvor beschriebenen Vorrichtungen kann
jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft unterhalb des Schwebekörpers angeordnet
sein. Wenn z.B. die Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft bzgl. der Gravitationsrichtung
senkrecht unter einem Schwebekörper angeordnet ist, kann der Schwebekörper nach Beendigung
der Beaufschlagung auf der Einrichtung "landen" und dort beispielsweise von einer
geeignet angeordneten Halterung gehaltert werden.
[0022] Die Kraft, mit der ein Schwebekörper beaufschlagt wird, muss nicht notwendigerweise
ausschließlich parallel zur Gravitationsrichtung wirken. Sie kann auch lediglich eine
Komponente in Gravitationsrichtung aufweisen. So kann z.B. eine Luftdüse bzgl. der
Vertikalen geneigt sein (z.B. um 30°); trotzdem kann ein geeignet gewählter Schwebekörper
auf Grund des Bernoulli-Effekts in einer vorherbestimmten Position schweben.
[0023] Vorzugsweise können die zuvor beschriebenen Schwebekörper als Kugel oder Zylinder
ausgebildet sein.
[0024] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung aller zuvor beschriebenen Vorrichtungen kann
an jeder Einrichtung zum Beaufschlagen einer Kraft ein Führungselement zum Führen
des Schwebekörpers parallel zur Kraftrichtung angeordnet sein. Ein solches Führungselement
kann beispielsweise in Form eines Hohlzylinders ausgebildet sein, der einen Schwebekörper
in Form eines Zylinders führt. Es wird betont, dass auch in diesem Fall der Schwebekörper
schwebend angeordnet ist; das Führungselement verhindert lediglich ein "Kippen" des
Schwebekörpers.
[0025] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung können die zuvor beschriebenen Vorrichtungen
eine Einrichtung zum Steuern der Einrichtungen zum Beaufschlagen mit einer Kraft umfassen.
Bei einer elektronischen Steuerung der Einrichtungen zum Beaufschlagen mit einer Kraft
kann die Steuereinrichtung einen Mikroprozessor umfassen.
[0026] Durch die Erfindung wird außerdem eine Verwendung der zuvor beschriebenen Vorrichtungen
zum Darstellen einer Kurve oder einer Oberfläche in drei Dimensionen bereitgestellt.
[0027] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen
in den Zeichnungen beschrieben. Dabei zeigt in schematischer Darstellung
- Figur 1
- eine Querschnittsansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Figur 3a und 3b
- ein Ausführungsbeispiel einer sich verändernden, mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellten Oberfläche.
[0028] In Figur 1 ist eine Querschnittsansicht von mehreren in einer Reihe angeordneten
Einrichtungen 1 zum Erzeugen eines Luftstroms, um jeden Schwebekörper 2 mit einer
Kraft zu beaufschlagen. Die Einrichtungen 1 können eine Pumpe umfassen. Jeder Einrichtung
1 ist genau ein Schwebekörper 2 zugeordnet. In diesem Ausführungsbeispiel umfassen
die Einrichtungen 1 eine Luftdüse 3 zum "Bündeln" des Luftstroms, der schematisch
mit den Pfeilen 4 angedeutet ist. Es ist zu beachten, dass die Pfeile 4 jedoch keine
tatsächliche Druckverteilung wiedergeben.
[0029] In diesem Ausführungsbeispiel ist jede Einrichtung 1 mit einer Steuereinrichtung
5 in Form eines Computers verbunden. Mit der hier gezeigten Vorrichtung wird mittels
der Schwebekörper 2 eine Kurve in drei Dimensionen dargestellt. Die Abstände zwischen
den einzelnen Luftdüsen werden so gewählt, dass sich die Luftströme benachbarter Düsen
nicht beeinflussen bzw. die Positionen benachbarter Schwebekörper stören. Vorzugsweise
ist die Anzahl der Einrichtungen zum Beaufschlagen und der Schwebekörper höher als
in Figuren 1 und 2 gezeigt, um eine bessere "Auflösung" zu erreichen.
[0030] Die darzustellenden Kurven oder Oberflächen können auf verschiedene Weise eingegeben
oder gespeichert werden. Eine Möglichkeit ist eine Art "Nagelbrett-Interface", wobei
in das "Nagelbrett" eine Oberfläche bzw. ein Körper gedrückt wird, so dass zu jedem
"Nagel" (Pixel) beispielsweise ein elektrisches Signal in Abhängigkeit davon erzeugt
wird, wie stark der "Nagel" auf Grund des Körpers bzw. der Oberfläche hinuntergedrückt
wird.
[0031] Alternativ können digitale Still- oder Videokamerabilder (z.B. Graustufenbild) eines
Benutzers in Höhenwerte übersetzt werden, die durch die Vorrichtung dargestellt werden
sollen. Der Benutzer kann auch selbst Bitmaps erstellen, die dann in Höhenwerte übertragen
werden. Beispielsweise können auch Sonogramme zur Darstellung von Geräuschen oder
Tönen/Musik oder bildschirmbasierte Anwendungen, wie z.B. Echtzeit-3D-Objektmanipulationen
von virtuellen Objekten, auf die Schwebekörper übertragen werden.
[0032] Ein alternatives Ausführungsbeispiel ist in Figur 2 gezeigt. Hier sind die Schwebekörper
2 in Form von Stiften bzw. Zylindern ausgebildet, die auf Grund der Führungselemente
6 in der vertikalen Lage gehalten werden. Auch hier strömt aus den Luftdüsen 3 ein
Luftstrom, auf Grund dessen die Schwebekörper 2 in vorbestimmten Positionen schweben.
Auch in diesem Beispiel wird somit eine Kurve in drei Dimensionen dargestellt.
[0033] In den Figuren 3a und 3b ist jeweils eine Mehrzahl von Schwebekörpern in Form von
Kugeln gezeigt, die jeweils eine Oberfläche in drei Dimensionen darstellen. In diesen
Figuren werden sozusagen zwei Schnappschüsse der Darstellung einer sich zeitlich verändernden
Oberfläche gezeigt. Die Schwebekugeln können wie in den vorherigen Beispielen mittels
Luftströmen in ihren Positionen gehalten werden oder auf Grund elektrischer oder magnetischer
Felder. In letzteren Fällen sind die Schwebekörper bzw. ihr Material geeignet zu wählen,
so dass eine entsprechende Kraft auf sie wirkt.
[0034] Es versteht sich, dass die Merkmale der Erfindung auch in anderen Kombinationen als
der gezeigten Beispiele verwirklicht werden können.
1. Vorrichtung zum Darstellen einer Kurve oder einer Oberfläche in drei Dimensionen mit:
einer Mehrzahl von Schwebekörpern und
einer Mehrzahl von Einrichtungen zum Beaufschlagen der Schwebekörper mit einer der
Gravitationskraft entgegengesetzten Kraft,
wobei wenigstens zwei Einrichtungen getrennt ansteuerbar sind und jede Einrichtung
genau einen Schwebekörper mit einer vorherbestimmten Kraft derart beaufschlagt, dass
jeder Schwebekörper in einer vorherbestimmten Position schwebt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft
eine Einrichtung zum Erzeugen eines Fluidstroms umfasst.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei jede Einrichtung zum Erzeugen eines Fluidstroms
eine Fluiddüse, insbesondere mit einem Proportional-Druckregelventil zum Steuern des
Fluidstrom, umfasst.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei jede Einrichtung zum Beaufschlagen mit einer Kraft
eine Einrichtung zur Erzeugung eines elektrischen und/oder magnetischen Feldes umfasst.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede Einrichtung zum Beaufschlagen
mit einer Kraft einzeln ansteuerbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede Einrichtung zum Beaufschlagen
mit einer Kraft den zugehörigen Schwebekörper mit einer zeitlich veränderlichen Kraft
beaufschlagt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einrichtungen zum Beaufschlagen
mit einer Kraft in einer periodischen Anordnung, insbesondere in einer Ebene, angeordnet
und/oder parallel ausgerichtet sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei jede Einrichtung zum Beaufschlagen
mit einer Kraft unterhalb des Schwebekörpers angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schwebekörper als Kugel
oder Zylinder ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an jeder Einrichtung zum
Beaufschlagen mit einer Kraft ein Führungselement zum Führen des Schwebekörpers parallel
zur Kraftrichtung angeordnet ist.