[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verbessern der Qualität
von kodierten, akustischen Sequenzen vor dem Speichern der Sequenzen in einer Speichereinheit
in einem Kommunikationsnetz.
[0002] In einer Speichereinheit eines Kommunikationsnetzes werden akustische Sequenzen in
mehreren Übertragungsmodi (Codec Modes) kodiert gespeichert. Diese gespeicherten,
kodierten Sequenzen können aus verschiedenen Tönen oder Ansagen mit und ohne Pausen
bestehen. Beim Zusammenfügen bzw. beim Wiederholen von kodierten Sequenzen entstehen
am Übergang zwischen den gespeicherten Sequenzen Übergangsstörungen bedingt durch
Phase, Amplitude oder Frequenz der akustischen Sequenzen. Die Übergangsstörungen,
die z. B. als "Klack"-Geräusche hörbar sein können, beeinträchtigen die Qualität der
zu übertragenden akustischen Sequenzen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine kosteneffiziente und leicht zu implementierende
Lösung zur Optimierung der Datenqualität bei kodiert gespeicherten, akustischen Sequenzen
zu erhalten.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche
bezüglich des Verfahrens und der Vorrichtung gelöst. Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben. Ein Kern der Erfindung ist die Berechnung von
Parametern betreffend eine Übergangsstörung zwischen kodierten Sequenzen, die Auswahl
der die minimale Übergangsstörung ergebenden Parameter und das Abspeichern der akustischen
Sequenzen in einer Tabelle in einem Kommunikationsnetz. Die Lösung ist dabei sehr
kosteneffektiv und leicht zu implementieren. Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben. Um den Zwischenspeicher eines empfangenden Decoders
zu leeren wird der akustischen Sequenz ein Rücksetz-Vektor (z. B. homing frame) hinzugefügt.
Durch das Leeren des Decoders wird die Datenqualität der akustischen Sequenz bei der
Übertragung erhöht.
[0005] Die Erfindung wird anhand eines in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Im Einzelnen zeigen
- Figur 1
- eine Anordnung zum Berechnen der Parameter betreffend die Übergangsstörung zwischen
akustischen Sequenzen,
- Figur 2
- eine Vorrichtung zum Berechnen der Parameter betreffend die Übergangsstörung, Enkodieren
und Speichern von akustischen Sequenzen,
- Figur 3
- ein Diagramm für die Bestimmung der Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung,
- Figur 4
- ein Diagramm zur Berechnung der Energie-Differenz-Kostenfunktion,
- Figur 5
- ein Beispiel für eine Übergangsstörung bei aneinander gereihten akustischen Sequenzen.
[0006] Figur 1 zeigt, wie für jeden Übertragungsrahmen die Kosten-Funktion (Costfunction),
die zur Berechnung von Parametern betreffend eine Übergangsstörung zwischen kodierten
Sequenzen benutzt wird, bei der Übertragung von akustischen Sequenzen nach dem Enkodieren
- Dekodieren in z. B. einer Transkodier-Karte als auch nach dem Auslesen von gespeicherten
kodierten Sequenzen mit anschließender Dekodierung (Lookup-Tabelle für das Erzeugen
von akustischen Sequenzen in einem Kommunikationsnetz) berechnet wird. Die akustischen
Sequenzen können verschiedene Formaten, wie z. B. CELP (Code Excited Linear Prediction),
ACELP (Algebraic Code Excited Linear Prediction), MPEG-4 CELP, MRWB-ACELP (Wideband
Multi-Rate Algebraic Code Excited Linear Prediction), G729, G723.1 oder GSM-EFR (Global
Standard for Mobile Communications - Enhanced Full Rate) aufweisen. Die Übertragungsenergie
kann dabei abhängig von der Phase (ϕ), der Amplitude (a), der Frequenz (f) oder dem
Speicher-Erstellungsvektor (v) sein. Ein n-ter Übertragungsrahmen x
n (a, f, ϕ) wird mit einem Übertragungsmodus in einem Encoder 1 kodiert, der kodierte
Übertragungsrahmen y
n (a, f, ϕ) wird dann mit einem Decoder 2 dekodiert und die Übertragungsenergie E
n (a, f, ϕ) zur Berechnung der Kostenfunktion wird an eine Kostenfunktionseinheit (Costfunction)
4 weitergegeben. Parallel dazu wird aus einer Speichereinheit 3 ein Übertragungsrahmen
y'
n (a, f, ϕ) ausgelesen und wiederum die Übertragungsenergie E'
n (a, f, ϕ) zur Berechnung der Kostenfunktion an die Kostenfunktionseinheit 4 weitergegeben.
In der Kostenfunktionseinheit 4 wird mit den beiden Übertragungsenergien eine Energie-Differenz-Funktion
berechnet. Anschließend wird nach dem Parameter betreffend eine Optimierung der Übergangsstörung
aus der Energie-Differenz-Funktion

mit einer Auswahleinheit 8 gesucht.
[0007] Neben der Energie-Kostenfunktion (= quadratischen Kostenfunktion) sind auch andere
Kostenfunktionen C(a, f, ϕ, v) vorstellbar, wie z. B.


[0008] Mit p, q eine natürliche Zahl und u*(k) der k-te Sample des dekodierten Signals
[0009] Die Optimierung der Übergangsstörung kann nach a (Amplitude) und/oder f (Frequenz)
und/oder ϕ (Phase) und/oder v (Speicher-Erstellungsvektor) geschehen. Der Speicher-Erstellungsvektor
v beschreibt, den Aufbau der Speichereinheit 3 für das Abspeichern von akustischen
Sequenzen. Er parametrisiert also die Daten für die Erstellung einer solchen Speichereinheit
3. Die kodierten Sequenzen mit dem Parameter betreffend eine Optimierung der Übergangsstörung
werden in verschiedenen Übertragungsmodi (Codec Modes) abgespeichert und es muss daher
nur die akustische Sequenz beim Einspielen in ein Gespräch ausgewählt werden, deren
Komprimierung der aktuell auf dem Sprachkanal verwendeten Komprimierung entspricht.
[0010] Figur 2 zeigt, wie die akustischen Sequenzen von einer Berechnungs- und Auswahleinheit
9 zum Kodieren an einen Encoder 1 weitergeleitet werden. Der Encoder erhält die akustischen
Sequenzen über eine Empfangseinheit 5, leitet diese zum Kodieren an eine Steuereinheit
6 weiter und sendet sie mittels einer Sendeeinheit 7 zu einer Speichereinheit 3. Die
akustischen Sequenzen werden in unterschiedlichen Übertragungsmodi und unterschiedlichen
Periodenlängen gespeichert. Die Übertragungsmodi werden für die Übertragung zwischen
einer Sendeeinrichtung im Netzwerk und einer Mobilstation über eine Luftschnittstelle
verwendet. Die zu verwendenden Übertragungsmodi werden zuvor zwischen der Sendeeinrichtung
im Netzwerk und der Mobilstation ausgehandelt. Durch die Übertragungsmodi wird die
Qualität bei der Übertragung von Datenpaketen verbessert und die Fehlerrate minimiert.
Die Sprachkodierung "AMR" wurde von dem Europäischen Telekommunikations-Standardisierungs-Institut
(ETSI) entwickelt. AMR ist standardisiert für GSM Mobilfunknetze und wird auch für
den 3GPP Standard verwendet. AMR wurde entwickelt, damit eine hohe Sprachqualität
in einem breitbandigen Telekommunikationsnetz für die Übertragung von Sprache gewährleistet
ist. Der AMR Codec ist eine Multi-Mode Codec mit 8 Schmalband Modes mit Bitraten zwischen
4,75 und 12,2 kbps. Die Abtastfrequenz beträgt 8000 Hz und eine Weiterverarbeitung
erfolgt mit 20 ms Frames. Der AMR-WB Übertragungsmodus ist eine Multi-Mode Codec mit
9 Wideband Modes und Bitraten zwischen 6,6 und 23,85 kbps. Die Abtastfrequenz beträgt
16000 Hz und eine Weiterverarbeitung erfolgt ebenfalls mit 20 ms Frames. Vor der Kodierung
und späteren Speicherung der akustischen Sequenzen in einer Speichereinheit 3 wird
ein Parameter betreffend eine Optimierung der Übergangsstörung zür Qualitätsverbesserung
der akustischen Sequenzen bestimmt. Übergarigsstörüngen treten an der Nahtstelle von
Sequenzen auf, wenn akustische Sequenzen wiederholt oder mit anderen akustischen Sequenzen
verbunden werden sollen. Die Amplitude und/oder Frequenz und/oder Phase muss, damit
keine Qualitätsverluste entstehen, angepasst werden. Akustische Sequenzen enthalten
mindestens eine Frequenz und können je nach Bedarf Frequenzfolgen mit und/oder ohne
Pausen sein. Jeder gespeicherten akustischen Sequenz wird ein Rücksetz-Vektor (homing
frame) angehängt. Dieser setzt den empfangenden Decoder auf einen zurückgesetzten
Zustand, leert also seinen Zwischenspeicher. Der Rücksetz-Vektor wird anhand der letzten
signifikanten Bits oder eines sehr kleinen Signals, das encodiert werden sollen, erstellt.
Die gespeicherten kodierten Sequenzen werden in einzelne Frames eingeteilt und zusammengefasst
zu Ablauf (Running-in) - und Periodischen (Repetition) Frames. Für die Speicherung
von akustischen Sequenzen ist nur eine Verwaltung der zu sendenden akustischen Sequenzen
und keine Transcodierung aus dem Original-Signal erforderlich, daher kann mit minimalem
Aufwand auf einen Wechsel der z. B. AMR-Modes in der Vermittlungsstelle reagiert werden.
Die kodierten, akustischen Sequenzen werden unter Verwendung einer Sendeeinrichtung
zu einer Mobilstation gesandt.
[0011] Figur 3 zeigt das Ergebnis der Berechnung der Kostenfunktion, in diesem Fall der
Energie-Differenz-Funktion, für einen Bereich der Optimierungsgröße, wie hier z. B.
der Phase. Für eine minimale Übergangsstörung werden die dazugehörigen Parameter bestimmt
und die akustischen Sequenzen anschließend in einem Encoder 1 kodiert und in einer
Speichereinheit 3 gespeichert.
[0012] Figur 4 zeigt die Berechnung der Energie-Differenz-Funktion pro Übertragungsrahmen
einer akustischen Sequenz.
[0013] Figur 5 zeigt ein Beispiel für eine Übergangsstörung. Die aneinander gereihten akustischen
Sequenzen sind nicht in einer Phase und verursachen ein hörbares "Klack"-Geräusch.
1. Verfahren zum Verbessern der Qualität von kodierten, akustischen Sequenzen vor dem
Speichern der Sequenzen in einer Speichereinheit (3) in einem Kommunikationsnetz,
dadurch gekennzeichnet,
dass Parameter betreffend eine Optimierung einer Übergangsstörung bei einem Übergang von
einer ersten akustischen Sequenz zu mindestens einer weiteren, gleichen oder anderen
zu speichernden akustischen Sequenz berechnet werden,
dass die akustischen Sequenzen mit berechneten Parametern optimiert werden und
dass mindestens eine akustische Sequenz nach der Optimierung der Übergangsstörung kodiert
in einer Speichereinheit (3) für die Verwendung in einem Kommunikationsnetz gespeichert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der akustischen Sequenz mit den Parametern betreffend die minimale Übergangsstörung
ein Rücksetz-Vektor zum Reinitialisieren eines die akustische Sequenz empfangenden
Decoders beigefügt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine akustische Sequenz AMR oder AMR-WB oder CELP oder ACELP oder MPEG-4 CELP oder
MRWB-ACELP oder G729 oder G723.1 oder GSM-EFR kodiert ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücksetz-Vektor anhand der letzten signifikanten Bits, die encodiert werden sollen,
erstellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rücksetz-Vektor anhand eines sehr kleinen Signals, das encodiert wird, erstellt
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Rücksetz-Vektor am Anfang einer Code Sequenz beigefügt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Berechnung der Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung die Differenz-Kostenfunktion
einer zu kodierenden, akustischen Sequenz über eine Enkodierung-Dekodierung und Lookup-Tabelle
ermittelt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung mit einer Kostenfunktion berechnet
werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung aus der Optimierungsgröße
Amplitude berechnet werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kostenfunktion für jeden einzelnen zu übertragenden Rahmen berechnet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kostenfunktion für mindestens einen zu übertragenden Rahmen berechnet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung aus der Optimierungsgröße
Phase berechnet werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung aus der Optimierungsgröße
Frequenz berechnet werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parameter betreffend die minimale Übergangsstörung aus der Optimierungsgröße
Speicher-Erstellungsvektor berechnet werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kommunikationsnetz ein mobiles Kommunikationsnetz ist.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kommunikationsnetz ein IP-Netz ist.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kommunikationsnetz ein ATM-Netz ist.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kommunikationsnetz ein Festnetz ist.
19. Vorrichtung, insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, zum Verbessern der Qualität von kodierten, akustischen Sequenzen beim Speichern
der Sequenzen in einer Speichereinheit (3) in einem Kommunikationsnetz,
mit einer Berechnungs- und Auswahleinheit (9) zum Berechnen und Auswählen von Parametern
betreffend die minimale Übergangsstörung einer akustischen Sequenz,
mit einer Empfangseinheit (5) in einem Encoder (1) für das Empfangen von akustischen
Sequenzen mit Parametern betreffend die minimale Übergangsstörung,
mit einer Steuereinheit (6) zum Überprüfen der zu kodierenden, akustischen Sequenz
und zum Einfügen eines Rücksetz-Vektors zum Reinitialisieren eines die akustische
Sequenz empfangenden Decoders und
mit einer Sendeeinheit (7) zum Weiterleiten der kodierten, akustischen Sequenz an
eine geeignete Speichereinheit (3).