[0001] Die Erfindung beschäftigt sich mit einem teilchenförmigen, Aluminosilicat-, Silicat-
und Phosphat-freien Wasch- oder Reinigungsmittel, dessen wäßrige Dispersion einen
milden pH-Wert besitzt und das im wesentlichen sedimentfrei in Leitungswasser dispergiert
werden kann. Die Erfindung beschäftigt sich außerdem mit der Verwendung dieses Mittels
zum Waschen von Textilien, insbesondere von empfindlichen Textilien.
[0002] Die Hersteller von Wasch- oder Reinigungsmitteln investieren sehr viel Zeit und Arbeit
in die Weiterentwicklung und Weiterverbesserung ihre Produkte, um den Verbraucherwünschen
noch besser gerecht zu werden. Beispiele für Felder, auf denen aktuell an Fortschritten
gearbeitet wird, sind die Verbesserung der Waschleistung, die Einfachheit der Handhabung,
das Lösungs- und Einspülverhalten, sowie das Ablagerungsverhalten. Dabei spielt die
Optimierung der Waschmittelinhaltsstoffe, insbesondere der Builder oder Buildersysteme
und der Tenside oder Tensidsysteme, sowie die Optimierung ihrer Formulierungen eine
entscheidende Rolle.
[0003] Builder oder Buildersysteme erfüllen in Wasch- oder Reinigungsmitteln eine Vielzahl
von Aufgaben, die sich mit der ständigen Veränderung der Zusammensetzung, der Angebotsform
und der Herstellung von Waschmitteln in den letzten Jahren und Jahrzehnten ebenfalls
beträchtlich änderten. Moderne Waschmittel enthalten heute ca. 30 bis 60 Gew.-% Buildersubstanzen.
Diese gehören damit zu den wichtigsten Stoffklassen für den Aufbau von Wasch- und
Reinigungsmitteln.
[0004] Wegen der hier angedeuteten Vielfalt und Evolution der Waschmittelsysteme sind die
Aufgaben der Builder vielgestaltig und weder vollständig noch quantitativ definiert.
Die Hauptanforderungen sind jedoch gut beschrieben. Zu nennen sind hier vor allem
die Wasserenthärtung, die Verstärkung der Waschwirkung, eine Vergrauungsinhibierung
und die Schmutzdispergierung. Builder sollen zu der für den Waschprozeß notwendigen
Alkalität beitragen, ein hohes Aufnahmevermögen für Tenside zeigen, die Wirksamkeit
der Tenside verbessern, positive Beiträge zu den Eigenschaften der Feststoffprodukte
beispielsweise in Pulverform liefern, und damit strukturbildend wirken oder auch die
Staubproblematik senken. Diese unterschiedlichen Anforderungen lassen sich normalerweise
nicht mit nur einer Builderkomponente allein erfüllen, so daß im Regelfall auf ein
System von Buildern und Co-Buildern zurückgegriffen werden muß.
[0005] Aus ökologischen Gründen sind Phosphor und/oder Stickstoff enthaltende Builder als
Waschmittelkomponenten in die Kritik geraten. In großem Umfange hat sich heute insbesondere
in Textilwaschmittelformulierungen das dreidimensional vernetzte, wasserunlösliche
Natriumaluminosilicat Zeolith NaA durchgesetzt. In beträchtlichem Ausmaß, insbesondere
im Rahmen der Textilwaschmittel, wird hier allerdings die Mitverwendung sogenannter
Co-Builder erforderlich, insbesondere um unerwünschten Inkrustationen entgegenzuwirken.
In großem Umfange werden heute zusammen mit Zeolith NaA polymere Polycarboxylate,
insbesondere Copolymere auf Basis von Acrylsäure und Maleinsäure mit Molmassen im
Bereich 20000-100000 g/mol, gemeinsam mit Soda zu diesem Zweck eingesetzt.
[0006] Einer der größten Nachteile bei der Verwendung von Aluminosilicaten wie Zeolith NaA
in Wasch- oder Reinigungsmitteln ist ihre Unlöslichkeit. Diese führt unter ungünstigen
Umständen dazu, daß beim maschinellen Waschen mit aluminosilicathaltigen Wasch- oder
Reinigungsmitteln das Aluminosilicat im Spülwaschgang nicht vollständig ausgespült
wird und sich auf dem Waschgut in Form weißer Punkte oder Flecken, sog. Rückstände,
ablagert. Diese Problematik hat sich mit dem gegenwärtigen Trend zu Waschmaschinen,
die aus ökologischen Gründen pro Waschvorgang mit immer weniger Wasser betrieben und
immer voller beladen werden, noch verstärkt.
[0007] Schon sehr früh wurde nach möglichen Ersatzstoffen für die Aluminosilicate gesucht.
Zeitgleich mit der Entwicklung des wasserunlöslichen Zeolith NaA als Builder wurde
in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, ausgewählte wasserlösliche amorphe Natriumsilicate
als Buildersubstanzen in Wasch- oder Reinigungsmitteln einzusetzen. Verwiesen wird
beispielsweise auf die
US-Patentschriften 3,912,649 (J. M. Huber Corp.),
3,956,467 (O. L. Bertorelli),
3,971,727 (J. M. Huber Corp.), und 3,879,527 (J. M. Huber Corp.). Darin werden amorphe Natriumsilicatverbindungen
als Buildersubstanzen beschrieben, die durch Sprühtrocknung wäßriger Wasserglaslösungen,
anschließendes Mahlen und nachfolgendes Verdichten und Abrunden unter zusätzlichem
Wasserentzug des Mahigutes hergestellt werden. Gemäß der
EP-A-0 444 415 (Hoechst) werden Waschmittel mit 5 bis 50 Gew.-% mindestens eines Tensids, 0,5 bis 60 Gew.-%
eines Gerüststoffes sowie üblichen Waschhilfsstoffen vorgeschlagen, wobei das Kennzeichen
darin liegt, daß als Gerüststoff ein amorphes wasserarmes Natriumdisilicat mit einem
Wassergehalt von 0,3 bis 6 Gew.-% eingesetzt wird.
[0008] In der deutschen Offenlegungsschrift
DE-A-22 40 309 (Unilever) wird ein zeolithfreies Mittel beschrieben, welches 5 bis 40 Gew.-% Tensid, 30 bis
70 Gew.-% Alkalicarbonat, 1 bis 30 Gew.-% Komplexbilder, bevorzugt Citrat, sowie 0,05
bis 15 Gew.-% eines Ablagerungsverhinderers für Calciumcarbonat enthält. Bei diesem
Ablagerungsverhinderer handelt es sich entweder um ein Phosphat, eine Phosphonsäure
oder ein polymeres Carboxylat.
[0009] In der internationalen Anmeldung
WO-A-96117045 (Henkel) werden Wasch- oder Reinigungsmittel mit Schüttgewichten oberhalb 600 g/l beschrieben,
welche ein Tensidsystem und ein Buildersystem enthalten, in dem Zeolith ganz oder
teilweise durch Natriumcarbonat und amorphes Silicat ersetzt ist, ohne daß es dadurch
zu Schwierigkeiten aus anwendungs- oder verfahrenstechnischer Sicht kommt, selbst
bei der Herstellung dieser Mittel durch Extrusion. Dies wurde dadurch erreicht, daß
bei einer Beschränkung des Gehalts an Zeolith (bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz)
auf im Mittel kleiner 19 Gew.-% der Gehalt aus der Summe an Natriumcarbonat und amorphem
Natriumsilicat (jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanz) 10 bis 40 Gew.-% beträgt,
wobei das Gewichtsverhältnis Natriumcarbonat zu Natriumsilicat im Bereich von 5:1
bis 1:10 liegt und das eingesetzte Natriumcarbonat mindestens teilweise in Form eines
Granulats vorliegt.
[0010] In der internationalen Anmeldung
WO-A-98/20105 (Procter&Gamble) wird ein phosphat- und aluminosilicatfreies Mittel vorgestellt, das neben Tensiden
und Polyethylenglycol ein Buildersystem auf Basis von Carbonat, Sulfat, Silicat und
Polycarboxylat enthält. Vorteile dieses Mittels sind der Preis und das Umweltverhalten
des Buildersystems. Bevorzugte Ausführungsformen weisen ein Verhältnis Natriumcarbonat
zu Natriumsulfat von 1:1 bis 1:3 auf.
[0011] Aus der internationalen Anmeldung
WO-A-00/39261 (Henkel) ist ein zeolithfreies Buildersystem bekannt, das aus Alkalisilicat, Alkalicarbonat,
polymeren Polycarboxylat mit einer Molmasse kleiner als 10000 g/mol, Phosphonat und
einer sauren Komponente besteht. Dieses lösliche Buildersystem wird niedrig dosiert,
d.h. weniger als 40 Gew.-% des Waschmittels werden von diesem Buildersystem beansprucht
und das Alkaliprodukt dieses Mittels liegt in dem Bereich von 7,0 bis 11,4. Im Vergleich
zu einem zeolithhaltigen Buildersystem weist dieses lösliche Buildersystem Vorteile
insbesondere im Rückstandsverhalten auf.
[0012] Nun hat sich jedoch gezeigt, daß selbst der vollständige Verzicht auf die unlöslichen
Aluminosilicate das Problem der Ablagerungen nicht löst. Es wurde sogar gefunden,
daß selbst bei sich rückstandsfrei lösenden, aluminosilicatfreien Wasch- oder Reinigungsmittel
unter ungünstigen Umständen Ablagerungen auftreten können. Als Verursacher dieser
Ablagerungen wurden die eingesetzten Silicate angesehen. Diese besitzen die ungünstige
Eigenschaft, im alkalischen, wäßrigen Medium, insbesondere unter erhöhten Temperaturen,
teilweise zu hydrolysieren und sich in Form von Kieselsäure abzuscheiden. Als Folge
dieser Erkenntnis wird gegenwärtig an der Entwicklung von Wasch- oder Reinigungsmittel
der nächsten Generation gearbeitet, die nicht nur phosphat- und aluminosilicatfrei
sind, sondern bei denen auch der Gehalt an Silicaten, bzw. an bestimmten Silicaten,
eingeschränkt wird.
[0013] In der internationalen Anmeldung
WO-A-00/18859 (Procter & Gamble) wird beispielsweise der Gehalt an amorphem Alkalisilicat eingeschränkt. Es wird
ein phosphatfreies Wasch- oder Reinigungsmittel beschrieben, das eine verbesserte
Löslichkeit und eine verbesserte Waschleistung aufweist. Das Mittel enthält ein spezielles
Buildersystem und ein spezielles Tensidsystem. Das Buildersystem besteht aus mindestens
zwei Buildern, von denen einer teilweise oder gänzlich wasserlöslich ist und 60 bis
100 Gew.-% des Buildersystems ausmacht, bevorzugt kristallines Alkalisilicat mit Schichtstruktur.
Ein weiterer Builder ist wasserunlöslich und macht 0 bis 40 Gew.-% des Buildersystems
aus. Insgesamt sollen weniger als 9 Gew.-% Aluminosilicat, bevorzugt überhaupt kein
Aluminosilicat, und weniger als 5 Gew.-% amorphes Alkalisilicat in dem Mittel enthalten
sein. Das Tensidsystem umfaßt ein oder mehr Tenside, bevorzugt ein anionisches Alkylsulfat
und ein anionisches Sulfonat oder Mischungen daraus, wobei eines der Tenside mit einem
der teilweise oder gänzlich wasserlöslichen Buildern innig vermischt als teilchenförmige
Komponente vorliegt. Die in dieser Anmeldung in den Beispielen offenbarten Wasch-
oder Reinigungsmittel enthalten jedoch weiterhin größere Mengen an Silicaten, nämlich
an kristallinen Schichtsilicaten und /oder Buildermengen oberhalb von 35 Gew.-% und/oder
Tensidmengen oberhalb von 25 Gew.-% und/oder kein Tensidsystem aus wenigstens einem
Aniontensid und wenigstens einem Niotensid.
[0014] Nun ist die Weglassung bestimmter Inhaltsstoffe aus Wasch- oder Reinigungsmitteln
nicht unproblematisch, vor allem wenn es sich um strukturgebende Inhaltsstoffe wie
Silicate und Aluminosilicate handelt. Ohne die strukturelle Unterstützung von Silicaten
und Aluminosilicaten tendieren die Tenside dazu, aus der chemischen Matrix auszuölen,
was die industrielle Handhabung und Verarbeitung von Wasch- oder Reinigungsmitteln
erschwert. Das Ausölen der Tenside führt außerdem zu unansehnlichen Flecken auf der
Verpackung des Wasch- oder Reinigungsmittels, was das Produkt für den Verbraucher
weniger attraktiv macht. Außerdem besitzen die Teilchen von Wasch- oder Reinigungsmittel
mit Ausöl-Problemen die Neigung zu verklumpen, was deren Benutzung für den Verbraucher
schwieriger und unbequemer macht. Diese Probleme verschlimmern sich sowohl bei erhöhten
Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten, als auch bei längeren Lagerungszeiten. Darüber
hinaus haben Wasch- oder Reinigungsmittel ohne Silicate und Aluminosilicate schlechtere
Leistungsprofile, weil die Teilchen weniger Tensid aufnehmen können; dazu kommen noch
die schädlichen Einflüsse der Wasserhärte auf die Waschleistung unter den typischen
Waschbedingungen im privaten Bereich.
[0015] Dies alles zeigt, daß bei der Einführung neuer Builder oder eines neuen Buildersystems,
bei dem auf bewährte Builderkomponenten verzichtet wurde, die Tenside oder das Tensidsystem
normalerweise an das neue Buildersystem angepaßt werden muß. Die Anforderungen, die
an ein geeignetes Tensid oder Tensidsystem in einem modernen Wasch- oder Reinigungsmittel
gestellt werden, sind ebenso vielgestaltig wie die an den Builder oder das Buildersystem.
Neben einem günstigen Preis-/Leistungsverhältnis, einer vollständigen und raschen
biologischen Abbaubarkeit und günstigen ökotoxikologischen Eigenschaften wird von
modernen Tensiden oder Tensidsystemen ein hohes Synergiepotential mit Tensiden und
anderen Inhaltsstoffen erwartet, eine hohe Netzwirkung, gute Löslichkeit, ein günstiges
Kälteverhalten, Elektrolytverträglichkeit, chemische Stabilität und ein geeignetes
Schaumverhalten.
[0016] Bezüglich des Schaumverhaltens werden einander widersprechende Anforderungen an moderne
Wasch- oder Reinigungsmittel gestellt. Einerseits ist eine bestimmte Schaumentwicklung
mit hohen Schaumnoten beim Waschen empfindlicher Textilien durchaus erwünscht, z.B.
weil der Schaum wie ein Luftpolster ("Schaumpolster") wirkt und so insbesondere empfindliche
Textilien beim maschinellen Waschen vor mechanischer Beschädigung schützt. Die Schaumhöhen
dürfen jedoch während des Waschens auch nicht zu hoch sein, da sonst die Primärwaschleistung
hinsichtlich bestimmter Anschmutzungen stark absinkt. Andererseits soll der Schaum
aber auch gut ausspülbar sein, mit niedrigen Schaumnoten beim Spülen, da sonst der
Anwender nach Beendigung des Spülvorgangs Schaumreste auf dem Waschgut wiederfindet,
wenn er seine Waschmaschine öffnet, um das Waschgut zum Trocknen aufzuhängen oder
in einen maschinellen Trockner zu geben. Dabei wird der Schaum oft nicht nur optisch
wahrgenommen, sondern auch haptisch, indem das Waschgut sich klebrig und schmierig
anfühlt. Diese Schaumreste finden sich in besonders nachteilhaften Fällen nach der
Trocknung in Form von sichtbaren Ablagerungen auf dem Waschgut wieder.
[0017] Um diesen Widerspruch zwischen varhältnismäßig hohen Schaumnoten beim Waschen und
niedrigen Schaumnoten beim Ausspülen zu lösen, werden im Stand der Technik meistens
Schaumregulatoren eingesetzt. In der internationalen Anmeldung
WO-A-98/27189 wird beispielsweise ein schwach saures Wäschewaschmittel beschrieben, das verbesserten
Schutz von Feintextilien und die verbesserte Entfernung von Schaum gewährleistet,
der während des Ausspülens bei der Handwäsche entsteht. Neben anderen Inhaltsstoffen
enthält das Waschmittel wenigstens einen ausspülaktiven, pH-empfindlichen Schaumregulator,
der eine Fettsäure umfaßt. Diese Fettsäure ist während des Waschens bei schwach sauren
Bedingungen (pH-Wert 5,5 bis 6,9) hinsichtlich des Schaumes inaktiv, so daß ein akzeptables
Schaumverhalten vorliegt, wird aber beim Ausspülen mit Leitungswasser (pH-Wert 7,5
bis 8,5), wobei der pH-Wert steigt, zumindest teilweise in Seife umgewandelt. Diese
reagiert mit den Härte-lonen des Ausspülwassers zu unlöslichen Kalk- oder Schwermetallseifen,
die bekanntermaßen schaumunterdrückend wirken.
[0018] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein Wasch- oder Reinigungsmittel zur Verfügung
zu stellen, das ein verbessertes Schaumverhalten aufweist. Insbesondere soll das Mittel
während des Waschvorganges eine ausreichende, vorteilhafte Schaumhöhe entwickeln,
wobei der Schaum jedoch im Verlauf des Spülvorganges gut ausspülbar sein soll.
[0019] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Wasch- oder Reinigungsmittel, die beim
Dispergieren wenig Sediment bilden, das geforderte Schaumverhalten zeigen. Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist daher ein teilchenförmiges, Builder-haltiger, aber
Aluminosilicat-, Silicat- und Phosphat-freies Tensidsystem-haltiger Wasch- oder Reinigungsmittel,
dessen wäßrige Dispersion unter den Bedingungen 8 g/l, 20 °C, 16 °d einen pH-Wert
im Bereich von 7,0 bis 9,0 besitzt und das beim Dispergieren in Leitungswasser unter
den Bedingungen 8 g/l, 20 °C, 16 °d, 20 min Rühren, Sedimentationszeit 24 h ein Sedimentationsvolumen
von höchstens 0,5 ml aufweist, wobei das Mittel (a) 15 bis 35 Gew.-% einer Buildersystems
und (b) 5 bis 25 Gew.-% eines Tensidsystems, welches wenigstens ein Aniontensid und
wenigstens ein Niotensid enthält umfaßt.
[0020] Der wissenschaftliche Zusammenhang zwischen Aluminosilicat-Freiheit und dem geforderten
Schaumverhalten wird z.Z. nicht vollständig verstanden. Ohne sich darauf festlegen
zu wollen wird jedoch angenommen, daß die Zeolith-Partikel schaumstabilisierend wirken
und so zu schlecht ausspülbarem Schaum führen. Auch der wissenschaftliche Zusammenhang
zwischen Silicat-Freiheit und dem geforderten Schaumverhalten wird z.Z. nicht vollständig
verstanden. Ein denkbarer Erklärungsansatz ist, daß die zunächst gelösten Silicate
von Wasch- oder Reinigungsmitteln des Standes der Technik zumindest teilweise zu Kieselsäure
hydrolysieren, dabei Kieselsäure-Partikel bilden, dadurch - analog zu den Aluminosilicat-Partikein
- schaumstabilisierend wirken und so zu schlecht ausspülbarem Schaum führen.
[0021] Das Mittel weist zusätzlich mehrere Vorteile auf:
■ Es werden keine speziellen kostspieligen Tenside benötigt, sondern es kann auf ein
bewährtes Tensidsystem zurückgegriffen werden.
■ Es werden keine zusätzlichen Schaumregulatoren benötigt, das vorteilhafte Schaumverhalten
stellt sich unter den genannten Bedingungen von selbst ein.
■ verbessertes Ablagerungsverhalten
■ verbesserte Einspülbarkeit
[0022] Untermauert wird das erfindungsgemäße Verhalten des Mittels durch den Schaumtest,
den Sedimentationstest und den "Black Fabric Test", mit dem das Ablagerungsverhalten
bestimmt wird.
[0023] Das erfindungsgemäße Mittel löst sich sedimentfrei oder zumindest nahezu sedimentfrei
auf, verfügt über eine vorteilhafte Schaumentwicklung während des Waschgangs und einen
gut auswaschbaren Schaum während der Verdünnungs- und Spülgänge, und weist außerdem
ein gutes Ablagerungsverhalten auf. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Wasch-
oder Reinigungsmittels besteht in der deutlich verbesserten Einspülbarkeit des Mittels
beim maschinellen Waschen oder Reinigen. Ein zusätzlicher Vorteil des erfindungsgemäßen
Mittels ist der relativ niedrige pH-Wert der erfindungsgemäßen Mittel, der im Bereich
von 7 bis 9 liegt, und der besonders vorteilhaft für das Waschen oder Reinigen von
empfindlichen Textilien ist. Die Details dieser vorteilhaften Eigenschaften des erfindungsgemäßen
Mittels sowie die Beschreibung der obengenannten Tests werden weiter unten (im Beispielteil)
erläutert.
[0024] Die Erfindung betrifft außerdem die Verwendung des erfindungsgemäßen Wasch- oder
Reinigungsmittels zum Waschen oder Reinigen von Textilien, insbesondere zum maschinellen
Waschen oder Reinigen von Textilien, vor allem von empfindlichen Textilen. Unter empfindlichen
Textilien werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere solche aus Wolle,
Baumwolle, Seide, Leinen, Viskose und/oder Mischgeweben aus den vorstehend genannten
Materialien verstanden, wobei der Focus auf Textilien aus Wolle liegt. Allgemein gesprochen
handelt es sich bei diesen empfindlichen Textilien um solche, deren Qualität infolge
von Ablagerungen hinsichtlich z.B. Tragekomfort, Vergrauung und Schrumpf in besonderem
Maße leidet.
[0025] Eine Ausführungsform der Erfindung betrifft die Verwendung des erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmittels zur Reduzierung von Ablagerungen beim Waschen oder Reinigen
von Textilien, insbesondere beim Waschen oder Reinigen von empfindlichen Textilien.
[0026] Die erfindungsgemäßen Mittel können sowohl maschinell als auch manuell verwendet
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Mittel in einer
maschinellen Wäsche verwendet, wobei die Anwendung insbesondere im Hinblick auf die
bevorzugten Textilien in Feinwaschprogrammen oder Vollwaschprogrammen besonders bevorzugt
ist. Vorzugsweise findet die Anwendung bei Temperaturen von etwa 20 °C bis etwa 60
°C und insbesondere bei Temperaturen von etwa 30 °C bis etwa 40 °C statt.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Mittel in
der manuellen Wäsche, vor allem im Handwaschbecken, und bei Temperaturen von etwa
15°C bis etwa 40 °C, vorzugsweise von 20 bis 35 °C verwendet.
[0028] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Waschen oder Reinigen von Textilien,
insbesondere von empfindlichen Textilien, bei gleichzeitiger Reduzierung von Ablagerungen.
Das erfindungsgemäße Verfahren beinhaltet folgende Schritte:
- (a) Auflösen des erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittels in Wasser,
- (b) Inkontaktbringen des Textils oder der Textilien mit der wäßrigen Lösung des erfindungsgemäßen
Mittels,
- (c) Vorbeiführen der wäßrigen Lösung des erfindungsgemäßen Mittels an dem Textil oder
den Textilien oder umgekehrt, entweder manuell (wie bei einer Handwäsche) oder maschinell,
- (d) Entfernen der wäßrigen Lösung des erfindungsgemäßen Mittels von dem Textil oder
den Textilien, wobei mehrfach mit frischem Leitungswasser nachgespült, d.h. ausgespült
wird,
- (e) Trocknung des Textils oder der Textilien.
[0029] Unter "Ablagerungen" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindungen alle Stoffe verstanden,
die nach dem Waschen auf dem trockenen Waschgut verbleiben, wobei deren Verbleib auf
dem Waschgut unerwünscht ist und zu einer Verschlechterung der Qualität des Waschgutes
beiträgt. Darunter fallen auch sog. "Rückstände". Das sind Reste von unaufgelöstem
Wasch- oder Reinigungsmittel, die nach dem Waschvorgang auf dem trockenen Waschgut
in Form von weißen Punkten oder Flecken zu finden sind. Ursache für Rückstände ist
eine schlechte, im Sinne von zu langsame, Lösungskinetik des eingesetzten Wasch- oder
Reinigungsmittels. Das Problem der Rückstände wird v.a. beim maschinellen Waschen
durch den aktuellen Trend zu immer geringeren Wassermengen und zu immer größeren Waschladungen
pro Waschvorgang verschärft.
[0030] Ebenfalls unter die "Ablagerungen" fallen "Inkrustationen". Darunter werden schwerlösliche
Ablagerungen auf Textiloberflächen oder/und Oberflächen der Maschinen (v.a. Heizstäbe)
verstanden, die insbesondere beim Waschen von Textilien unter hohen Temperaturen und
alkalischen Bedingungen entstehen und zum Verhärten und Vergrauen des Gewebes führen.
[0031] Unter "Sedimenten" werden im folgenden Ablagerungen verstanden, die sich als Folge
der "Sedimentation", d.h. der Bewegung disperser Teilchen in Wasser unter dem Einfluß
der Schwerkraft aufgrund ihrer höheren Dichte, bilden. Eine andere Bezeichnung für
Sedimente ist "absetzbare Stoffe". Darunter versteht man die Sammelbezeichnung für
suspendierte Feststoffe, die sich in einer Wasserprobe in einer bestimmten Zeit am
Boden des Meßbehälters absetzen und die üblicherweise als Sedimentationsvolumen pro
Liter Wasserprobe angegeben werden. Nicht unter den Begriff der Sedimente fallen also
die von den Tensiden herrührenden üblichen und unvermeidbaren Trübungen von wäßrigen
Wasch- oder Reinigungsmittellösungen, die sich nicht sedimentieren, d.h. absetzen.
[0032] Unter "im wesentlichen sedimentfrei dispergierbar" wird im folgenden verstanden,
daß 8 g des Mittels beim Auflösen bzw. Dispergieren in Leitungswasser (1 l, 20 °C,
16 °d, 20 min Rühren, Sedimentationszeit 24 h) ein Sedimentationsvolumen pro Liter
von höchstens 2 ml/l ergeben. Das Verfahren zur Bestimmung des Sedimentationsvolumens
wird im Beispiel in [0138] näher beschrieben.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ergibt sich beim Auflösen bzw.
Dispergieren von 8 g des erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittels in Leitungswasser
(1 1, 20 °C, 16 °d, 20 min Rühren, Sedimentationszeit 24 h) ein Sedimentationsvolumen
pro Liter von höchstens 0,5 ml/l, insbesondere von höchstens 0,2 ml/l und ganz besonders
bevorzugt von 0 ml/l.
[0034] Die Bestimmung der "Schaumnoten" wird im Beispiel auf Seite 19 näher beschrieben.
Die Charakterisierung des Schaumverhaltens über die Angabe von Schaumhöhen in Längenmaßen
wie z.B. cm ist zwar im Stand der Technik weit verbreitet, die Verwendung von Schaumnoten
führt jedoch vorteilhafterweise zu leichter vergleichbaren Daten, insbesondere bei
Reihentests. Beide Maße sind jedoch äquivalent, da Schaumnote und Schaumhöhen sich
bei Kenntnis der Waschmaschinenabmessungen, insbesondere der Bullaugenabmessungen,
ineinander umrechnen lassen.
[0035] Als wesentlichen Bestandteil enthält das erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel
ein Buildersystem. In einer bevorzugten Ausführungsform enthält dieses Buildersystem
- (a) eine oder mehrere Alkalitätsquelle(n),
- (b) ein oder mehrere pH-Kontrollmittel,
- (c) ein oder mehrere Cobuilder und
- (d) gegebenenfalls ein oder mehrere Calciumcarbonat-Ablagerungsverhinderer.
Das Buildersystem macht vorzugsweise 20 bis 30 Gew.-%, des gesamten Mittels aus.
[0036] Geeignete Alkalitätsquellen sind z.B. Alkalimetallcarbonat,Alkalimetallhydrogencarbonat,
Alkalimetallsesquicarbonat und/oder Mischungen aus diesen. Bevorzugt sind jedoch Natriumcarbonat,
Natriumhydrogencarbonat oder/und Natriumsesquicarbonat, wobei Natriumcarbonat, ggf.
auch in Kombination mit Hydrogencarbonat, besonders bevorzugt ist. Das bzw. die Alkalitätsquellen
machen etwa 10 bis 30 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 25 Gew.-% des gesamten erfindungsgemäßen
Mittels und etwa 35 bis 75 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 60 Gew.-%, des Buildersystems
aus.
[0037] Die pH-Kontrollmittel erfüllen eine wichtige Aufgabe als organische Builder und zum
Einstellen eines für die Erfindung geeigneten pH-Wertes. Als pH-Kontrollmittel kommen
vor allem monomere organische Polycarbonsäuren in Frage, wobei unter Polycarbonsäuren
solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine Säurefunktion tragen. Beispielsweise
sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure,
Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren, Nitrilotriessigsäure (NTA),
sofern deren Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist, sowie Mischungen
aus diesen. Bevorzugt sind in diesem Zusammenhang Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure,
Adipinsäure, Gluconsäure und beliebige Mischungen von diesen. Besonders bevorzugt
ist Citronensäure. Die genannten Polycarbonsäuren können auch in Form ihrer Natriumsalze
eingesetzt werden. Bevorzugte Salze sind dabei die Salze der Polycarbonsäuren Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren und Mischungen aus
diesen. Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten diese pH-Kontrollmittel vorteilhafterweise
in Mengen von etwa 0,5 bis etwa 25 Gew.-%, bevorzugt in Mengen von etwa 5 bis etwa
20 Gew.-%, besonders bevorzugt in Mengen von etwa 7,5 bis etwa 15 Gew.-% bezogen auf
das gesamten Mittel. Die pH-Kontrollmittel machen somit etwa 25 bis etwa 65 Gew.-%,
vorzugsweise 35 bis 45 Gew.-% des bevorzugten Buildersystems aus.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzen wäßrige Dispersionen
von 8 g der erfindungsgemäßen Mittel in einem Liter Wasser bei 20°C und 16 °d einen
pH-Wert von 7,5 bis 8,5.
[0039] Als Builder sind weiter polymere Polycarbonsäuren und/oder deren teilweise oder vollsändig
neutralisierten Metall- und/oder Ammoniumsalze geeignet, dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der (homopoylmeren) Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure,
beispielsweise solche mit einer relativen Molekülmasse von 500 bis 70000 g/mol.
[0040] Bei den für polymere Polycarboxylate angegebenen Molmassen handelt es sich im Sinne
dieser Schrift um gewichtsmittlere Molmassen M
w der jeweiligen Säureform, die grundsätzlich mittels Gelpermeationschromatographie
(GPC) bestimmt wurden, wobei ein UV-Detektor eingesetzt wurde. Die Messung erfolgte
dabei gegen einen externen Polyacrylsäure-Standard, der aufgrund seiner strukturellen
Verwandtschaft mit den untersuchten Polymeren realistische Molgewichtswerte liefert.
Diese Angaben weichen deutlich von den Molgewichtsangaben ab, bei denen Polystyrolsulfonsäuren
als Standard eingesetzt werden. Die gegen Polystyrolsulfonsäuren gemessenen Molmassen
sind in der Regel deutlich höher als die in dieser Schrift angegebenen Molmassen.
[0041] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 1000 bis 20000 g/mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 1000 bis
10000 g/mol, und besonders bevorzugt von 1200 bis 8000 g/mol, beispielsweise 4500
oder 8000, aufweisen, bevorzugt sein.
[0042] Besonders bevorzugt werden in den erfindungsgemäßen Mitteln sowohl Polyacrylate als
auch Copolymere aus ungesättigten Carbonsäuren, Sulfonsäuregruppen-haltigen Monomeren
sowie gegebenenfalls weiteren ionischen oder nichtionogenen Monomeren eingesetzt.
Die Sulfonsäuregruppen-haltigen Copolymere werden in der Folge ausführlich beschrieben.
[0043] Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure.
[0044] Als besonders geeignet haben sich Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure erwiesen,
die 50 bis 90 Gew.-% Acrylsäure und 50 bis 10 Gew.-% Maleinsäure enthalten. Ihre relative
Molekülmasse, bezogen auf freie Säuren, beträgt im allgemeinen 2000 bis 100000 g/mol,
vorzugsweise 20000 bis 90000 g/mol und insbesondere 30000 bis 80000 g/mol.
[0045] Zur Verbesserung der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren,
wie beispielsweise Allyloxybenzolsulfonsäure und Methallylsulfonsäure, als Monomer
enthalten.
[0046] Insbesondere bevorzugt sind auch biologisch abbaubare Polymere aus mehr als zwei
verschiedenen Monomereinheiten, beispielsweise solche, die als Monomere Salze der
Acrylsäure und der Maleinsäure sowie Vinylalkohol bzw. Vinylalkohol-Derivate oder
die als Monomere Salze der Acrylsäure und der 2-Alkylallylsulfonsäure sowie ZuckerDerivate
enthalten.
[0047] Weitere bevorzugte Copolymere weisen als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze
bzw. Acrolein und Vinylacetat auf.
[0048] Ebenso sind als weitere bevorzugte Buildersubstanzen polymere Aminodicarbonsäuren,
deren Salze oder deren Vorläufersubstanzen zu nennen. Besonders bevorzugt sind Polyasparaginsäuren
bzw. deren Salze und Derivate.
[0049] Weitere geeignete Buildersubstanzen sind Polyacetale, welche durch Umsetzung von
Dialdehyden mit Polyolcarbonsäuren, welche 5 bis 7 C-Atome und mindestens 3 Hydroxylgruppen
aufweisen, erhalten werden können. Bevorzugte Polyacetale werden aus Dialdehyden wie
Glyoxal, Glutaraldehyd, Terephthalaldehyd sowie deren Gemischen und aus Polyolcarbonsäuren
wie Gluconsäure und/oder Glucoheptonsäure erhalten.
[0050] Weitere geeignete organische Buildersubstanzen sind Dextrine, beispielsweise Oligomere
bzw. Polymere von Kohlenhydraten, die durch partielle Hydrolyse von Stärken erhalten
werden können. Die Hydrolyse kann nach üblichen, beispielsweise säure- oder enzymkatalysierten
Verfahren durchgeführt werden. Vorzugsweise handelt es sich um Hydrolyseprodukte mit
mittleren Molmassen im Bereich von 400 bis 500000 g/mol. Dabei ist ein Polysaccharid
mit einem Dextrose-Äquivalent (DE) im Bereich von 0,5 bis 40, insbesondere von 2 bis
30 bevorzugt, wobei DE ein gebräuchliches Maß für die reduzierende Wirkung eines Polysaccharids
im Vergleich zu Dextrose, welche ein DE von 100 besitzt, ist. Brauchbar sind sowohl
Maltodextrine mit einem DE zwischen 3 und 20 und Trockenglucosesirupe mit einem DE
zwischen 20 und 37 als auch sogenannte Gelbdextrine und Weißdextrine mit höheren Molmassen
im Bereich von 2000 bis 30000 g/mol.
[0051] Bei den oxidierten Derivaten derartiger Dextrine handelt es sich um deren Umsetzungsprodukte
mit Oxidationsmitteln, welche in der Lage sind, mindestens eine Alkoholfunktion des
Saccharidrings zur Carbonsäurefunktion zu oxidieren. Ein an C
6 des Saccharidrings oxidiertes Produkt kann besonders vorteilhaft sein.
[0052] Auch Oxydisuccinate und andere Derivate von Disuccinaten, vorzugsweise Ethylendiamindisuccinat,
sind weitere geeignete Cobuilder. Dabei wird Ethylendiamin-N,N'-disuccinat (EDDS)
bevorzugt in Form seiner Natrium- oder Magnesiumsalze verwendet. Weiterhin bevorzugt
sind in diesem Zusammenhang auch Glycerindisuccinate und Glycerintrisuccinate.
[0053] Als weitere Cobuilder, die zusammen mit Phosphonaten, aber auch als partieller bis
vollständiger Ersatz für Phosphonate in flüssigen wie partikulären Mitteln oder Formkörpern
enthalten sein können, kommen Iminodisuccinate (IDS) und deren Derivate, beispielsweise
Hydroxyiminodisuccinate (HDIS), in Betracht. Es ist schon seit einigen Jahren bekannt,
daß diese Rohstoffe in Wasch- oder Reinigungsmitteln als Cobuilder eingesetzt werden
können. So wird der Einsatz von HIDS in Wasch- oder Reinigungsmitteln bereits in den
Patentanmeldungen
WO 92/2489 und
DE 43 11 440 beschrieben. Aus der europäischen Patentanmeldung
EP 0 757 094 ist der vorteilhafte Einsatz von Iminodisucinaten in Kombination mit Polymeren, die
wiederkehrende Succinyleinheiten aufweisen, bekannt. ln jüngerer Zeit wurde entdeckt,
daß IDS- oder HIDS-haltige Mittel positiv zum Farberhalt von Textilien beitragen können.
Beispielsweise sei hier auf die internationalen Patentanmeldungen
WO 01/94514,
WO 01/92449,
WO 01/88077,
WO 01/46371 und
WO 01/44423 verwiesen.
[0054] Weitere brauchbare organische Cobuilder sind beispielsweise acetylierte Hydroxycarbonsäuren
bzw. deren Salze, welche gegebenenfalls auch in Lactonform vorliegen können und welche
mindestens 4 Kohlenstoffatome und mindestens eine Hydroxygruppe sowie maximal zwei
Säuregruppen enthalten.
[0055] Darüber hinaus können alle Verbindungen, die in der Lage sind, Komplexe mit Erdalkaliionen
auszubilden, als Cobuilder in den partikulären Mitteln enthalten sein.
[0056] Die Cobuilder sind im erfindungsgemäßen Mittel vorzugsweise in solchen Mengen vorhanden,
daß sie bis 5 Gew.%, bevorzugt 1 bis 2 Gew.% des gesamten Mittels bzw. 0,5 bis 12
Gew.-%, bevorzugt 3 bis 7,5 Gew.-% des Buildersystems ausmachen.
[0057] Eine weitere Substanzklasse mit Cobuildereigenschaften stellen die Phosphonate dar.
Dabei handelt es sich insbesondere um Hydroxyalkan- bzw. Aminoalkanphosphonate. Unter
den Hydroxyalkanphosphonaten ist das 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP) von besonderer
Bedeutung als Cobuilder. Es wird vorzugsweise als Natriumsalz eingesetzt, wobei das
Dinatriumsalz neutral und das Tetranatriumsalz alkalisch (pH 9) reagiert. Als Aminoalkanphosphonate
kommen vorzugsweise Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP), Diethylentriaminpentamethylenphosphonat
(DTPMP) sowie deren höhere Homologe in Frage. Sie werden vorzugsweise in Form der
neutral reagierenden Natriumsalze, z. B. als Hexanatriumsalz der EDTMP bzw. als Hepta-
und Octa-Natriumsalz der DTPMP, eingesetzt. Als Builder wird dabei aus der Klasse
der Phosphonate bevorzugt HEDP verwendet. Die Aminoalkanphosphonate besitzen zudem
ein ausgeprägtes Schwermetallbindevermögen. Dementsprechend kann es, insbesondere
wenn die Mittel auch Bleiche enthalten, bevorzugt sein, Aminoalkanphosphonate, insbesondere
DTPMP, einzusetzen, oder Mischungen aus den genannten Phosphonaten zu verwenden. Die
Phosphonate sind in den erfindungsmeäßen Mitteln - wenn überhaupt - jedoch nur in
geringen Mengen, zwischen etwa 0,1 bis 2 Gew.-%, gezogen auf das gesamte Mittel oder
in Mengen von 0 bis etwa 3 Gew.-%, vorzugsweise von 0 bis etwa 2 Gew.-% , bezogen
auf das Buildersystem , enthalten.
[0058] Eine weitere wichtige Komponente der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel
ist das Tensidsystem. In einer bevorzugten Ausführungsform enthält es ein oder mehrere
Aniontenside und ein oder mehrere Niotenside. Das Tensidsystem macht vorzugsweise
10 bis 20 Gew.-%, des gesamten Mittels aus.
[0059] Geeignete Aniontenside sind z.B. Tenside vom Sulfonat-Typ. Dabei kommen vorzugsweise
Cumolsulfonat, C
10-13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, d.h. Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten
sowie -disulfonaten, in Betracht, wie man sie beispielsweise aus C
2-18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem
Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte
erhält. Geeignet sind auch Alkansulfonate, die aus C
12-18-Alkanen beispielsweise durch Sulfochlorierung oder Sulfoxidation mit anschließender
Hydrolyse beziehungsweise Neutralisation gewonnen werden. Ebenso sind auch die Ester
von 2-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), zum Beispiel die 2-sulfonierten Methylester
der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren geeignet.
[0060] Weitere geeignete Aniontenside sind sulfierte Fettsäureglycerinester. Unter Fettsäureglycerinestern
sind die Mono-, Di- und Triester sowie deren Gemische zu verstehen, wie sie bei der
Herstellung durch Veresterung von einem Monoglycerin mit 1 bis 3 Mol Fettsäure oder
bei der Umesterung von Triglyceriden mit 0,3 bis 2 Mol Glycerin erhalten werden. Bevorzugte
sulfierte Fettsäureglycerinester sind dabei die Sulfierprodukte von gesättigten Fettsäuren
mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise derCapronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure,
Myristinsäure, Laurinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder Behensäure.
[0061] Als Alk(en)ylsulfate werden die Alkali- und insbesondere die Natriumsalze der Schwefelsäurehalbester
der C
12-18-Fettalkohole, beispielsweise aus Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-,
Cetyl- oder Stearylalkohol oder der C
10-20-Oxoalkohole und diejenigen Halbester sekundärer Alkohole dieser Kettenlängen bevorzugt.
Weiterhin bevorzugt sind Alk(en)ylsulfate der genannten Kettenlänge, welche einen
synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten geradkettigen Alkylrest enthalten,
die ein analoges Abbauverhalten besitzen wie die adäquaten Verbindungen auf der Basis
von fettchemischen Rohstoffen. Aus waschtechnischem Interesse sind die C
12-C
16-Alkylsulfate und C
12-15-Alkylsulfate sowie C
14-15-Alkylsulfate bevorzugt. Auch 2,3-Alkylsulfate, welche beispielsweise gemäß den
US-Patentschriften 3,234,258 oder
5,075,041 hergestellt werden und als Handelsprodukte der Shell Oil Company unter dem Namen
DAN
® erhalten werden können, sind geeignete Aniontenside.
[0062] Auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen
oder verzweigten C
7-21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C
9-11Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO, sind geeignet.
[0063] Weitere geeignete Aniontenside sind auch die Salze der Alkylsulfobernsteinsäure,
die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester bezeichnet werden, und
die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit Alkoholen, vorzugsweise
Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen darstellen. Bevorzugte
Sulfosuccinate enthalten C
8-18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen (Beschreibung siehe unten).
Dabei sind wiederum Sulfosuccinate, deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten
Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso
ist es auch möglich, Alk(en)ylbemsteinsäure mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
in der Alk(en)ylkette oder deren Salze einzusetzen.
[0064] Als weitere anionische Tenside kommen insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind
gesättigte Fettsäureseifen, wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Stearinsäure, hydrierte Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen
Fettsäuren, zum Beispiel Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische.
[0065] Die anionischen Tenside einschließlich der Seifen können in Form ihrer Natrium-,
Kalium- oder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-,
Di- oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in
Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor. In
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden Tenside in Form ihrer Magnesiumsalze
eingesetzt.
[0066] Erfindungsgemäß besonders bevorzugt sind jedoch lineare Alkylbenzolsulfonate wie
z.B. die linearen C
10-13-Alkylbenzolsulfonate. Der Gehalt der erfindungsgemäßen Mittel an Aniontensiden beträgt
vorteilhafterweise 5 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 7,5 bis 20 Gew.-% besonders bevorzugt
10 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel. Somit besteht das Tensidsystem vorzugsweise
zu 60 bis 95 Gew.-%, besonders bevorzugt zu 70 bis 90 Gew.-%, aus Aniontensid.
[0067] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte
oder propoxylierte, insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen
und durchschnittlich 1 bis 80, bevorzugt 3 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol
eingesetzt, in denen der Alkoholrest linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt
sein kann beziehungsweise lineare und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten
kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen. Beispiele für die Fettalkohole
sind aus Sicht der Verfügbarkeit der Verbindungen Laurylalkohol (C
12), Myristylalkohol (C
14), Cetylalkohol (C
16) usw. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen
nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, zum Beispiel aus Kokos-, Palm-, Talgfett-
oder Oleyfalkohol, und durchschnittlich 1 bis 80, bevorzugt 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol
bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO, C
18-18-Alkohole mit 5 EO und Mischungen aus diesen, sowie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 5 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkohotethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO, 40 EO oder bis zu 80 EO.
[0068] Für die vorliegende Erfindung als Niotenside besonders geeignet haben sich jedoch
C
12-18-Alkohole mit 7 EO und C
16-18-Alkohole mit 5 EO, sowie Mischungen aus diesen erwiesen.
[0069] Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside, die entweder als
alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen nichtionischen Tensiden
eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder ethoxylierte
und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette und 3 bis 80, bevorzugt bis 20 Alkoxygruppen, bevorzugt Ethoxygruppen
im Molekül, insbesondere Fettsäuremethylester, wie sie beispielsweise in der japanischen
Patentanmeldung
JP 58/ 217598 beschrieben sind oder die bevorzugt nach dem in der internationalen Patentanmeldung
WO-A-90/13533 offenbarten Verfahren hergestellt werden.
[0070] Eine weitere Klasse von nichtionischen Tensiden, die vorteilhaft eingesetzt werden
kann, sind die Alkylpolyglycoside (APG). Einsetzbare Alkylpolyglycoside genügen der
allgemeinen Formel RO(G)
z, in der R für einen linearen oder verzweigten, insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise 12 bis
18 C-Atomen steht und G das Symbol ist, das für eineGlykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen,
vorzugsweise für Glucose, steht. Der Glycosidierungsgrad z liegt dabei zwischen 1,0
und 4,0, vorzugsweise zwischen 1,0 und 2,0 und insbesondere zwischen 1,1 und 1,4.
Bevorzugt eingesetzt werden lineare Alkylpolyglucoside, also Alkylpolyglycoside, in
denen der Polyglycosylrest ein Glucoserest und der Alkylrest ein n-Alkylrest ist.
[0071] Auch nichtionische Tenside vom Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid
und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid, und der Fettsäurealkanolamide können geeignet
sein. Die Menge dieser nichtionischen Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als
die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere nicht mehr als die Hälfte davon.
[0072] Weitere geeignete Tenside sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),

in der RCO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
1 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht. Bei den Polyhydroxyfettsäureamiden handelt es
sich um bekannte Stoffe, die üblicherweise durch reduktive Aminierung eines reduzierenden
Zuckers mit Ammoniak, einem Alkylamin oder einem Alkanolamin und nachfolgende Acylierung
mit einer Fettsäure, einem Fettsäurealkylester oder einem Fettsäurechlorid erhalten
werden können.
[0073] Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide gehören auch Verbindungen der Formel (II),

in der R für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12
Kohlenstoffatomen, R
1 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest mit
2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
2 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest
steht, dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder propxylierte Derivate dieses Restes.
[0074] [Z] wird vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines reduzierten Zuckers erhalten,
beispielsweise Glucose, Fructose, Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose.
Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten Verbindungen können dann beispielweise
nach der Lehre der internationalen Anmeldung
WO-A-95/07331 durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator
in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide überführt werden.
[0075] Aus praktischer Sicht wird mit Vorteil zu berücksichtigen sein, daß solche Verbindungen
aus den oben genannten Gruppen verwendet werden, die auch bei größeren Kettenlängen
bei den Anwendungstemperaturen noch flüssig bis pastös sind.
[0076] Die Niotenside werden in der vorliegenden Erfindung allein oder im Gemisch eingesetzt,
und zwar vorteilhafterweise so, daß der Gesamtniotensidgehalt der erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmittel vorteilhafterweise 1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 2 bis 5
Gew.-% beträgt bzw. das Tensidsystem 5 bis 25 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%,
wenigstens eines Niotensids enthält.
[0077] Weiterhin kann es bevorzugt sein, neben anionischen und nichtionischen Tensiden auch
kationische Tenside einzusetzen. Ihr Einsatz erfolgt dabei bevorzugt alsWaschleistungsbooster,
wobei nur kleine Mengen an kationischen Tensiden erforderlich sind.
[0078] Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten vorzugsweise mindestens
einen Schaumregulator. Dabei handelt es sich bevorzugt um Fettsäuren bzw. Fettsäureseifen.
Die Schaumregulatoren sind in Mengen von 0,5 bis 8 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 5 Gew.-%,
bezogen auf das gesamten Mittel enthalten.
[0079] Wesentlich für die vorliegende Erfindung ist ein bestimmtes Schaumverhalten der erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmittel. Es hat sich beispielsweise als vorteilhaft erwiesen,
wenn das Mittel im Waschgang eine Schaumnote von mindestens 5, danach, nach einmaligem
Verdünnen und drei weiteren Spülgängen, eine Schaumnote von höchstens 1 aufweist.
[0080] In einer besonderen Ausführungsform liegt das erfindungsgemäße Wasch- oder Reinigungsmittel
teilchenförmig vor, insbesondere in Form von Pulvern, Extrudaten, Granulaten und/oder
Mischungen daraus.
[0081] Die erfindungsgemäßen, Wasch- oder Reinigungsmittel können neben den oben erwähnten
Inhaltsstoffen noch alle bekannten und in Wasch- und Reinigungsmitteln üblichen Inhaltsstoffe
wie zum Beispiel Enzyme, Farbstoffe, optische Aufheller, UV-Schutzsubstanzen, Duftstoffe
und Parfüms, Parfümträger, Antiredepositionsmittel, Vergrauungsinhibitoren, Farbübertragungsinhibitoren,
Korrosionsinhibitoren, Bleichmittel, Bleichaktivatoren, Avivagemittel und Textilweichmacher
enthalten. Bevorzugterweise enthalten die Mittel jedoch hinsichtlich der Schonung
empfindlicher Textilien keine Bleichmittel und Bleichaktivatoren. Die übrigen genannten
Inhaltsstoffe sind vorzugsweise in Mengen von 2 bis 40 Gew.-%, insbesondere in Mengen
von 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des erfindungsgemäßen Mittels,
enthalten.
[0082] Unter den als Bleichmittel dienenden, in Wasser H
2O
2 liefernden Verbindungen haben das Natriumperborat-tetrahydrat und das Natriumperborat-monohydrat
besondere Bedeutung. Weitere brauchbare Bleichmittel sind beispielsweise Natriumpercarbonat,
Peroxypyrophosphate, Citratperhydrate sowie H
2O
2 liefernde persaure Salze oder Persäuren, wie Perbenzoate, Peroxophthalate, Diperazelainsäure,
Phthaloiminopersäure oder Diperdodecandisäure. Typische organische Bleichmittel sind
die Diacylperoxide, wie zum Beispiel Dibenzoylperoxid. Weitere typische organische
Bleichmittel sind die Peroxysäuren, wobei als Beispiele besonders die Alkylperoxysäuren
und die Arylperoxysäuren genannt werden. Bevorzugte Vertreter sind (a) die Peroxybenzoesäure
und ihre ringsubstituierten Derivate, wie Alkylperoxybenzoesäuren, aber auch Peroxy-α-Naphtoesäure
und Magnesiummonoperphthalat; (b) die aliphatischen oder substituiert aliphatischen
Peroxysäuren, wie Peroxylaurinsäure, Peroxystearinsäure, ε-Phthalimidoperoxy-capronsäure
[Phthaloiminoperoxyhexansäure (PAP)], o-Carboxybenzamido-peroxycapronsäure, N-Nonenylamidoperadipinsäure
und N-Nonenylamidoper-succinate; und (c) aliphatische und araliphatische Peroxydicarbonsäuren,
wie 1,12-Diperoxycarbonsäure, 1,9-Diperoxyazelainsäure, Diperoxysebacinsäure, Diperoxybrassylsäure,
die Diperoxyphthalsäuren, 2-Decyldiperoxybutan-1,4-disäure, N,N-Terephthaloyl-di(6-aminopercapronsäure)
können eingesetzt werden.
[0083] Als Bleichmittel können im Prinzip auch Chlor oder Brom freisetzende Substanzen eingesetzt
werden. Diese sind jedoch für den Einsatz in Waschmitteln von geringer Bedeutung.
Unter den geeigneten Chlor oder Brom freisetzenden Materialien kommen beispielsweise
heterocyclische N-Brom- und N-Chloramide, wie Trichlorisocyanursäure, Tribromisocyanursäure,
Dibromisocyanursäure und/oder Dichlorisocyanursäure (DICA) und/oder deren Salze mit
Kationen wie Kalium und Natrium in Betracht. Hydantoinverbindungen, wie 1,3-Dichlor-5,5-dimethylhydantoin,
sind ebenfalls geeignet.
[0084] Außerdem können Bleichaktivatoren in den erfindungsgemäßen Mitteln eingearbeitet
sein. Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen
aliphatische Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2
bis 4 C-Atomen, und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt
werden. Geeignet sind Substanzen, die 0- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl
und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach
acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte
Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT),
acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere
N-Nonanoylsuccinimid (NOSI), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder
Isononanoyloxybenzolsulfonat (n- beziehungsweise iso-NOBS), Carbonsäureanhydride,
insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin,
Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran.
[0085] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
sogenannte Bleichkatalysatoren in die hoch sodahaltigen Partikel eingearbeitet werden.
Bei diesen Stoffen handelt es sich um bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise
Übergangsmetallkomplexe, beispielsweise Mn-, Fe-, Co-, Ru - oder Mo-Salenkomplexe
oder -Carbonylkomplexe. Auch Mn-, Fe-, Co-, Ru-, Mo-, Ti-, V- und Cu-Komplexe mit
N-haltigen Tripod-Liganden sowie Co-, Fe-, Cu- und Ru-Amminkomplexe sind als Bleichkatalysatoren
verwendbar.
[0086] Im Hinblick auf den Einsatz der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel beim
Waschen oder Reinigen empfindlicher Textilien kann es jedoch bevorzugt sein, daß die
Mittel keines der obengenannten Bleichmittel und keinen der oben genannten Bleichaktivatoren
enthalten.
[0087] Erfindungsgemäße Mittel können zur Steigerung der Wasch-, beziehungsweise Reinigungsleistung
Enzyme enthalten, wobei prinzipiell alle im Stand der Technik für diese Zwecke etablierten
Enzyme einsetzbar sind. Hierzu gehören insbesondere Proteasen, Amylasen, Lipasen,
Hemicellulasen, Cellulasen oder Oxidoreduktasen, sowie vorzugsweise deren Gemische.
Diese Enzyme sind im Prinzip natürlichen Ursprungs; ausgehend von den natürlichen
Molekülen stehen für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Varianten
zur Verfügung, die entsprechend bevorzugt eingesetzt werden. Erfindungsgemäße Mittel
enthalten Enzyme vorzugsweise in Gesamtmengen von 1 x 10
-6 bis 5 Gewichts-Prozent bezogen auf aktives Protein. Die Proteinkonzentration kann
mit Hilfe bekannter Methoden, zum Beispiel dem BCA-Verfahren (Bicinchoninsäure; 2,2'-Bichinolyl-4,4'-dicarbonsäure)
oder dem Biuret-Verfahren (
A. G. Gomall, C. S. Bardawill und M.M. David, J. Biol. Chem. 177 (1948), S. 751-766) bestimmt werden.
[0088] Unter den Proteasen sind solche vom Subtilisin-Typ bevorzugt. Beispiele hierfür sind
die Subtilisine BPN' und Carlsberg, die Protease PB92, die Subtilisine 147 und 309,
die Alkalische Protease aus
Bacillus lentus, Subtilisin DY und die den Subtilasen, nicht mehr jedoch den Subtilisinen im engeren
Sinne zuzuordnenden Enzyme Thermitase, Proteinase K und die Proteasen TW3 und TW7.
Subtilisin Carlsberg ist in weiterentwickelter Form unter dem Handelsnamen Alcalase
® von der Firma Novozymes A/S, Bagsværd, Dänemark, erhältlich. Die Subtilisine 147
und 309 werden unter den Handelsnamen Esperase
®, beziehungsweise Savinase
® von der Firma Novozymes vertrieben. Von der Protease aus
Bacillus lentus DSM 5483 (
WO 91/02792) leiten sich die unter der Bezeichnung BLAP
® geführten Varianten ab, die insbesondere in
WO 92/21760,
WO 95/23221 und in den Anmeldungen
DE 10121463 und
DE 10153792 beschrieben werden. Weitere verwendbare Proteasen aus verschiedenen
Bacillus sp. und
B. gibsonii gehen aus den Patentanmeldungen
DE 10162727,
DE 10163883,
DE 10163884 und
DE 10162728 hervor.
[0089] Weitere brauchbare Proteasen sind beispielsweise die unter den Handelsnamen Durazym
®, Relase
®, Everlase
®, Nafizym, Natalase
®, Kannase
® und Ovozymes
® von der Firma Novozymes, die unter den Handelsnamen, Purafect
®, Purafect
®OxP und Properase
® von der Firma Genencor, das unter dem Handelsnamen Protosol
® von der Firma Advanced Biochemicals Ltd., Thane, Indien, das unter dem Handelsnamen
Wuxi
® von der Firma Wuxi Snyder Bioproducts Ltd., China, die unter den Handelsnamen Proleather
® und Protease P
® von der Firma Amano Pharmaceuticals Ltd., Nagoya, Japan, und das unter der Bezeichnung
Proteinase K-16 von der Firma Kao Corp., Tokyo, Japan, erhältlichen Enzyme.
[0090] Beispiele für erfindungsgemäß einsetzbare Amylasen sind die α-Amylasen aus
Bacillus licheniformis, aus
B. amyloliquefaciens oder aus
B. stearothermophilus sowie deren für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln verbesserte Weiterentwicklungen.
Das Enzym aus
B. licheniformis ist von der Firma Novozymes unter dem Namen Termamyl
® und von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®ST erhältlich. Weiterentwicklungsprodukte dieser α-Amylase sind von der Firma Novozymes
unter den Handelsnamen Duramyl
® und Termamyl
®ultra, von der Firma Genencor unter dem Namen Purastar
®OxAm und von der Firma Daiwa Seiko Inc., Tokyo, Japan, als Keistase
® erhältlich. Die α-Amylase von
B. amyloliquefaciens wird von der Firma Novozymes unter dem Namen BAN
® vertrieben, und abgeleitete Varianten von der α-Amylase aus
B. stearothermophilus unter den Namen BSG
® und Novamyl
®, ebenfalls von der Firma Novozymes.
[0091] Desweiteren sind für diesen Zweck die in der Anmeldung
WO 02/10356 offenbarte α-Amylase aus
Bacillus sp. A 7-7 (DSM 12368) und die in der Anmeldung
PCT/EP01/13278 beschriebene Cyclodextrin-Glucanotransferase (CGTase) aus
B. agaradherens (DSM 9948) hervorzuheben; ferner die, die dem Sequenzraum von α-Amylasen angehören,
der in der Anmeldung
DE 10131441 definiert wird. Ebenso sind Fusionsprodukte der genannten Moleküle einsetzbar, beispielsweise
die aus der Anmeldung
DE 10138753.
[0092] Darüber hinaus sind die unter den Handelsnamen Fungamyl
® von der Firma Novozymes erhältlichen Weiterentwicklungen der α-Amylase aus
Aspergillus niger und A.
oryzae geeignet. Ein weiteres Handelsprodukt ist beispielsweise die Amylase-LT
®.
[0093] Erfindungsgemäße Mittel können Lipasen oder Cutinasen, insbesondere wegen ihrer Triglycerid-spaltenden
Aktivitäten enthalten, aber auch, um aus geeigneten Vorstufen
in situ Persäuren zu erzeugen. Hierzu gehören beispielsweise die ursprünglich aus
Humicola lanuginosa (Thermomyces lanuginosus) erhältlichen, beziehungsweise weiterentwickelten Lipasen, insbesondere solche mit
dem Aminosäureaustausch D96L. Sie werden beispielsweise von der Firma Novozymes unter
den Handelsnamen Lipolase
®, Lipolase
®Ultra, LipoPrime
®, Lipozyme
® und Lipex
® vertrieben. Desweiteren sind beispielsweise die Cutinasen einsetzbar, die ursprünglich
aus
Fusarium solani pisi und
Humicola insolens isoliert worden sind. Ebenso brauchbare Lipasen sind von der Firma Amano unter den
Bezeichnungen Lipase CE
®, Lipase P
®, Lipase B
®, beziehungsweise Lipase CES
®, Lipase AKG
®, Bacillis sp. Lipase
®, Lipase AP
®, Lipase M-AP
® und Lipase AML
® erhältlich. Von der Firma Genencor sind beispielsweise die Lipasen, beziehungsweise
Cutinasen einsetzbar, deren Ausgangsenzyme ursprünglich aus
Pseudomonas mendocina und
Fusarium solanii isoliert worden sind. Als weitere wichtige Handelsprodukte sind die ursprünglich
von der Firma Gist-Brocades vertriebenen Präparationen M1 Lipase
® und Lipomax
® und die von der Firma Meito Sangyo KK, Japan, unter den Namen Lipase MY-30
®, Lipase OF
® und Lipase PL
® vertriebenen Enzyme zu erwähnen, ferner das Produkt Lumafast
® von der Firma Genencor.
[0094] Erfindungsgemäße Mittel können, insbesondere wenn sie für die Behandlung von Textilien
gedacht sind, Cellulasen enthalten, je nach Zweck als reine Enzyme, als Enzympräparationen
oder in Form von Mischungen, in denen sich die einzelnen Komponenten vorteilhafterweise
hinsichtlich ihrer verschiedenen Leistungsaspekte ergänzen. Zu diesen Leistungsaspekten
zählen insbesondere Beiträge zur Primärwaschleistung, zur Sekundärwaschleistung des
Mittels (Antiredepositionswirkung oder Vergrauungsinhibition) und Avivage (Gewebewirkung),
bis hin zum Ausüben eines "stone washed"-Effekts.
[0095] Eine brauchbare pilzliche, Endoglucanase(EG)-reiche Cellulase-Präparation, beziehungsweise
deren Weiterentwicklungen werden von der Firma Novozymes unter dem Handelsnamen Celluzyme
® angeboten. Die ebenfalls von der Firma Novozymes erhältlichen Produkte Endolase
® und Carezyme
® basieren auf der 50 kD-EG, beziehungsweise der 43 kD-EG aus
H. insolens DSM 1800. Weitere mögliche Handelsprodukte dieser Firma sind Cellusoft
® und Renozyme
®. Ebenso sind die in der Anmeldung
WO 97/14804 offenbarten Cellulasen einsetzbar; beispielsweise die darin offenbarte 20 kD-EG aus
Melanocarpus, die von der Firma AB Enzymes, Finnland, unter den Handelsnamen Ecostone
® und Biotouch
® erhältlich ist. Weitere Handelprodukte der Firma AB Enzymes sind Econase
® und Ecopulp
®. Weitere geeignete Cellulasen aus
Bacillus sp. CBS 670.93 und CBS 669.93 werden in
WO 96/34092 offenbart, wobei die aus
Bacillus sp. CBS 670.93 von der Firma Genencor unter dem Handelsnamen Puradax
® erhältlich ist. Weitere Handelsprodukte der Firma Genencor sind "Genencor detergent
cellulase L" und IndiAge
®Neutra.
[0096] Erfindungsgemäße Mittel können weitere Enzyme enthalten, die unter dem Begriff Hemicellulasen
zusammengefaßt werden. Hierzu gehören beispielsweise Mannanasen, Xanthanlyasen, Pektinlyasen
(=Pektinasen), Pektinesterasen, Pektatlyasen, Xyloglucanasen (=Xylanasen), Pullulanasen
und β-Glucanasen. Geeignete Mannanasen sind beispielsweise unter den Namen Gamanase
® und Pektinex AR
® von der Firma Novozymes, unter dem Namen Rohapec
® B1L von der Firma AB Enzymes und unter dem Namen Pyrolase
® von der Firma Diversa Corp., San Diego, CA, USA erhältlich. Eine geeignete β-Glucanase
aus einem
B. alcalophilus geht beispielsweise aus der Anmeldung
WO 99/06573 hervor. Die aus
B. subtilis gewonnene β-Glucanase ist unter dem Namen Cereflo
® von der Firma Novozymes erhältlich.
[0097] Zur Erhöhung der bleichenden Wirkung können erfindungsgemäße Wasch- und Reinigungsmittel
Oxidoreduktasen, beispielsweise Oxidasen, Oxygenasen, Katalasen, Peroxidasen, wie
Halo-, Chloro-, Bromo-, Lignin-, Glucose- oder Mangan-peroxidasen, Dioxygenasen oder
Laccasen (Phenoloxidasen, Polyphenoloxidasen) enthalten. Als geeignete Handelsprodukte
sind Denilite
® 1 und 2 der Firma Novozymes zu nennen. Vorteilhafterweise werden zusätzlich vorzugsweise
organische, besonders bevorzugt aromatische, mit den Enzymen wechselwirkende Verbindungen
zugegeben, um die Aktivität der betreffenden Oxidoreduktasen zu verstärken (Enhancer)
oder um bei stark unterschiedlichen Redoxpotentialen zwischen den oxidierenden Enzymen
und den Anschmutzungen den Elektronenfluß zu gewährleisten (Mediatoren).
[0098] Die in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten Enzyme stammen entweder ursprünglich
aus Mikroorganismen, etwa der Gattungen
Bacillus, Streptomyces, Humicola, oder
Pseudomonas, und/oder werden nach an sich bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete
Mikroorganismen produziert, etwa durch transgene Expressionswirte der Gattungen
Bacillus oder filamentöse Fungi.
[0099] Die Aufreinigung der betreffenden Enzyme erfolgt günstigerweise über an sich etablierte
Verfahren, beispielsweise über Ausfällung, Sedimentation, Konzentrierung, Filtration
der flüssigen Phasen, Mikrofiltration, Ultrafiltration, Einwirken von Chemikalien,
Desodorierung oder geeignete Kombinationen dieser Schritte.
[0100] Erfindungsgemäßen Mitteln können die Enzyme in jeder nach dem Stand der Technik etablierten
Form zugesetzt werden. Hierzu gehören beispielsweise die durch Granulation, Extrusion
oder Lyophilisierung erhaltenen festen Präparationen oder, insbesondere bei flüssigen
oder gelförmigen Mitteln, Lösungen der Enzyme, vorteilhafterweise möglichst konzentriert,
wasserarm und/oder mit Stabilisatoren versetzt.
[0101] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem, vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapsein, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kem-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-, Luft-
und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
[0102] Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
daß ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0103] Ein in einem erfindungsgemäßen Mittel enthaltenes Protein und/oder Enzym kann besonders
während der Lagerung gegen Schädigungen wie beispielsweise Inaktivierung, Denaturierung
oder Zerfall etwa durch physikalische Einflüsse, Oxidation oder proteolytische Spaltung
geschützt werden. Bei mikrobieller Gewinnung der Proteine und/oder Enzyme ist eine
Inhibierung der Proteolyse besonders bevorzugt, insbesondere wenn auch die Mittel
Proteasen enthalten. Erfindungsgemäße Mittel können zu diesem Zweck Stabilisatoren
enthalten; die Bereitstellung derartiger Mittel stellt eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dar.
[0104] Eine Gruppe von Stabilisatoren sind reversible Proteaseinhibitoren. Häufig werden
Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester
verwendet, darunter vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa gemäß
WO 95/12655 ortho-substituierte, gemäß
WO 92/19707 meta-substituierte und gemäß
US 5972873 para-substituierte Phenylboronsäuren, beziehungsweise deren Salze oder Ester. In
den Anmeldungen
WO 98/13460 und
EP 583534 werden zum selben Zweck Peptidaldehyde, das heißt Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus
offenbart. Als peptidische Proteaseinhibitoren sind unter anderem Ovomucoid (
WO 93/00418) und Leupeptin zu erwähnen; eine zusätzliche Option ist die Bildung von Fusionsproteinen
aus Proteasen und Peptid-Inhibitoren.
[0105] Weitere Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -
Propanolamin und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C
12, wie beispielsweise aus den Anmeldungen
EP 378261 und
WO 97/05227 bekannt ist, wie Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren.
Mit der
Anmeldung DE 19650537 werden für diesen Zweck endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate offenbart.
Bestimmte als Builder eingesetzte organische Säuren vermögen, wie in
WO 97/18287 offenbart, zusätzlich ein enthaltenes Enzym zu stabilisieren.
[0106] Niedere aliphatische Alkohole, vor allem aber Polyole, wie beispielsweise Glycerin,
Ethylenglykol, Propylenglykol oder Sorbit sind weitere häufig eingesetzte Enzymstabilisatoren.
Nach der Anmeldung
EP 965268 schützt auch Di-Glycerinphosphat gegen Denaturierung durch physikalische Einflüsse.
Ebenso werden Calciumsalze verwendet, wie beispielsweise Calciumacetat oder das in
der Patentschrift
EP 028865 für diesen Zweck offenbarte Calcium-Formiat, und Magnesiumsalze, etwa gemäß der europäischen
Anmeldung
EP 378262.
[0107] Polyamid-Oligomere (
WO 99/43780) oder polymere Verbindungen wie Lignin (
WO 97/00932), wasserlösliche Vinyl-Copolymere (
EP 828762) oder, wie in
EP 702712 offenbart, Cellulose-Ether, Acryl-Polymere und/oder Polyamide stabilisieren die Enzym-Präparation
unter anderem gegenüber physikalischen Einflüssen oder pH-Wert-Schwankungen. Polyamin-N-Oxid-enthaltende
Polymere (
EP 587550 und
EP 581751) wirken gleichzeitig als Enzymstabilisatoren und als Farbübertragungsinhibitoren.
Andere polymere Stabilisatoren sind die in
WO 97/05227 neben anderen Bestandteilen offenbarten linearen C
8-C
18 Polyoxyalkylene. Alkylpolyglycoside können gemäß den Anmeldungen
WO 97/43377 und
WO 98/45396 die enzymatischen Komponenten des erfindungsgemäßen Mittels stabilisieren und sogar
in ihrer Leistung steigern. Vernetzte N-haltige Verbindungen, wie in
WO 98/17764 offenbart, erfüllen eine Doppelfunktion als Soil-release-Agentien und als Enzym-Stabilisatoren.
[0108] Reduktionsmittel und Antioxidantien erhöhen, wie unter anderem in
EP 780466 offenbart, die Stabilität der Enzyme gegenüber oxidativem Zerfall. Schwefelhaltige
Reduktionsmittel sind beispielsweise aus den Patentschriften
EP 080748 und
EP 080223 bekannt. Andere Beispiele sind Natrium-Sulfit (
EP 533239) und reduzierende Zucker (
EP 656058).
[0109] Bevorzugt werden Kombinatonen von Stabilisatoren verwendet, beispielsweise aus Polyolen,
Borsäure und/oder Borax nach der Anmeldung
WO 96/31589, die Kombination von Borsäure oder Borat, reduzierenden Salzen und Bernsteinsäure
oder anderen Dicarbonsäuren nach der Anmeldung
EP 126505 oder die Kombination von Borsäure oder Borat mit Polyolen oder Polyaminoverbindungen
und mit reduzierenden Salzen, wie in der Anmeldung
EP 080223 offenbart. Die Wirkung von Peptid-Aldehyd-Stabilisatoren wird gemäß
WO 98/13462 durch die Kombination mit Borsäure und/oder Borsäurederivaten und Polyolen gesteigert
und gemäß
WO 98/13459 durch die zusätzliche Verwendung von zweiwertigen Kationen, wie zum Beispiel Calcium-lonen
weiter verstärkt.
[0110] Weitere im erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel denkbare Zusätze sind Schauminhibitoren
wie zum Beispiel schauminhibierendes Paraffinöl oder schauminhibierendes Silikonöl,
beispielsweise Dimethylpolysiloxan, wobei der Einsatz von Schauminhibitoren wie vorne
bereits dargelegt nicht zwingend erforderlich ist, aber gewünschtenfalls erfolgen
kann. Auch der Einsatz von Mischungen dieser Wirkstoffe ist möglich. Als bei Raumtemperatur
feste Zusatzstoffe kommen, insbesondere bei den genannten schauminhibierenden Wirkstoffen,
Paraffinwachse, Kieselsäuren, die auch in bekannter Weise hydrophobiert sein können,
und von C
2-7-Diaminen und C
12-22-Carbonsäuren abgeleitete Bisamide in Frage.
[0111] Für den Einsatz in den erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln in Frage kommende
schauminhibierende Paraffinöle, die in Abmischung mit Paraffinwachsen vorliegen können,
stellen im allgemeinen komplexe Stoffgemische ohne scharfen Schmelzpunkt dar. Zur
Charakterisierung bestimmt man üblicherweise den Schmelzbereich durch Differential-Thermo-Analyse
(DTA), wie in "The Analyst" 87 (1962), 420, beschrieben, und/oder den Erstarrungspunkt.
Darunter versteht man die Temperatur, bei der das Paraffin durch langsames Abkühlen
aus dem flüssigen in den festen Zustand übergeht. Paraffine mit weniger als 17 C-Atomen
sind erfindungsgemäß nicht brauchbar, ihr Anteil im Paraffinölgemisch sollte daher
so gering wie möglich sein und liegt vorzugsweise unterhalb der mit üblichen analytischen
Methoden, zum Beispiel Gaschromatographie, signifikant meßbaren Grenze. Vorzugsweise
werden Paraffine verwendet, die im Bereich von 20 °C bis 70 °C erstarren. Dabei ist
zu beachten, daß auch bei Raumtemperatur fest erscheinende Paraffinwachsgemische unterschiedliche
Anteile an flüssigen Paraffinölen enthalten können. Bei den erfindungsgemäß brauchbaren
Paraffinwachsen liegt der Flüssiganteil bei 40 °C möglichst hoch, ohne bei dieser
Temperatur schon 100 % zu betragen. Bevorzugte Paraffinwachsgemische weisen bei 40
°C einen Flüssiganteil von mindestens 50 Gew.-%, insbesondere von 55 Gew.-% bis 80
Gew.-%, und bei 60 °C einen Flüssiganteil von mindestens 90 Gew.-% auf. Dies hat zur
Folge, daß die Paraffine bei Temperaturen bis hinunter zu mindestens 70 °C, vorzugsweise
bis hinunter zu mindestens 60 °C fließfähig und pumpbar sind. Außerdem ist darauf
zu achten, daß die Paraffine möglichst keine flüchtigen Anteile enthalten. Bevorzugte
Paraffinwachse enthalten weniger als 1 Gew.-%, insbesondere weniger als 0,5Gew.-%
bei 110 °C und Normaldruck verdampfbare Anteile. Erfindungsgemäß brauchbare Paraffine
können beispielsweise unter den Handelsbezeichnungen Lunaflex® der Firma Fuller sowie
Deawax® der DEA Mineralöl AG bezogen werden.
[0112] Die Paraffinöle können bei Raumtemperatur feste Bisamide, die sich von gesättigten
Fettsäuren mit 12 bis 22, vorzugsweise 14 bis 18 C-Atomen sowie von Alkylendiaminen
mit 2 bis 7 C-Atomen ableiten, enthalten. Geeignete Fettsäuren sind Laurin-, Myristin-,
Stearin-, Arachin- und Behensäure sowie deren Gemische, wie sie aus natürlichen Fetten
beziehungsweise gehärteten Ölen, wie Talg oder hydriertem Palmöl, erhältlich sind.
Geeignete Diamine sind beispielsweise Ethylendiamin 1,3-Propylendiamin, Tetramethylendiamin,
Pentamethylendiamin, Hexamethylendiamin, p-Phenylendiamin und Toluylendiamin. Bevorzugte
Diamine sind Ethylendiamin und Hexamethylendiamin. Besonders bevorzugte Bisamide sind
Bis-myristoyl-ethylendiamin, Bis-palmitoylethylendiamin, Bis-stearoyl-ethylendiamin
und deren Gemische sowie die entsprechenden Derivate des Hexamethylendiamins.
[0113] Weiterhin können Farbstoffe, insbesondere wasserlösliche oder wasserdispergierbare
Farbstoffe eingearbeitet sein. Bevorzugt sind hier Farbstoffe, wie sie zur Verbesserung
der optischen Produktanmutung in Wasch- und Reinigungsmittel üblicherweise eingesetzt
werden. Die Auswahl derartiger Farbstoffe bereitet dem Fachmann keine Schwierigkeiten,
insbesondere da derartige übliche Farbstoffe eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit
gegenüber den übrigen Inhaltsstoffen der waschaktiven Zubereitungen und gegen Licht
sowie keine ausgeprägte Substantivität gegenüber Textilfasern haben, um diese nicht
anzufärben.
[0114] Beispiele für optische Aufheller sind Derivate von Diaminostilbendisulfonsäure beziehungsweise
deren Alkalimetallsalze. Geeignet sind z.B. Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanoiamino-Gruppe, eine Methylamino-Gruppe, eine Anilino-Gruppe oder eine 2-Methoxyethylamino-Gruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle in den
erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln enthalten sein, z.B. die Alkalisalze
des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)diphenyls oder
4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten Aufheller
können verwendet werden.
[0115] Eine weitere erfindungsgemäß bevorzugte Gruppe von Zusätzen sind UV-Schutzsubstanzen.
Dabei handelt es sich um Stoffe, die beim Waschprozeß oder bei dem nachfolgenden Weichspülprozeß
in der Waschflotte freigesetzt werden und die sich auf der Faser akkumulativ anhäufen,
um dann einen UV-Schutz-Effekt zu erzielen. Geeignet sind die unter der Bezeichnung
Tinosorb im Handel befindlichen Produkte der Firma Ciba Speciality Chemicals.
[0116] Eine weitere Klasse von üblichen Wasch- oder Reinigungsmittelinhaltsstoffen, die
erfindungsgemäß zugesetzt werden kann, sind Polymere. Unter diesen Polymeren kommen
zum einen Polymere in Frage, die beim Waschen oder Reinigen beziehungsweise Spülen
Cobuilder-Eigenschaften zeigen. Diese wurden oben bereits eingehend beschrieben.
[0117] Eine weitere Gruppe von Polymeren sind Vergrauungsinhibitoren. Diese haben die Aufgabe,
den von der harten Oberfläche und insbesondere von der Textilfaser abgelösten Schmutz
in der Flotte suspendiert zu halten und so denCo-Builder zu unterstützen. Hierzu sind
wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise Leim, Gelatine,
Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder
Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche,
saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen
sich andere als die obengenannten Stärkeprodukte verwenden, zum Beispiel Aldehydstärken.
Bevorzugt werden Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose,
Hydroxyalkylcellulose und Mischether, wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose,
Methylcarboxymethylcellulose und deren Gemische, beispielsweise in Mengen von 0,1
bis 5 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel, eingesetzt.
[0118] Als weitere erfindungsgemäße Zusätze können die Wasch- oder Reinigungsmittel auch
Antiredepositionsmittel, sogenannte Soil Repellents, enthalten. Dies sind Polymere,
die auf Fasern oder harte Oberflächen aufziehen und dort einer Wiederanschmutzung
entgegenwirken. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn ein Textil verschmutzt
wird, das bereits vorher mehrfach mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel, das diese
öl- und fettlösende Komponente enthält, gewaschen wurde. Zu den bevorzugten öl- und
fettlösenden Komponenten zählen beispielsweise nichtionische Celluloseether wie Methylcellulose
und Methylhydroxypropylcellulose mit einem Anteil an Methoxy-Gruppen von 15 bis 30
Gew.-% und an Hydroxypropoxyl-Gruppen von 1 bis 15 Gew.-%, jeweils bezogen auf den
nichtionischen Celluloseether, sowie die aus dem Stand der Technik bekannten Polymere
der Phthalsäure und/oder der Terephthalsäure beziehungsweise von deren Derivaten,
insbesondere Polymere aus Ethylenterephthalaten und/oder Polyethylenglykolterephthalaten
oder anionisch und/oder nichtionisch modifizierten Derivaten von diesen. Besonders
bevorzugt von diesen sind die sulfonierten Derivate der Phthalsäure- und der Terephthalsäure-Polymere.
[0119] Weitere, in den erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln in Frage kommende
Polymere sind Farbübertragungsinhibitoren. Dazu gehören insbesondere Polyvinylpyrrolidone,
Polyvinylimidazole, polymere N-Oxide wie Poly-(vinylpyridin-N-oxid) und Copolymere
von Vinylpyrrolidon mit Vinylimidazol.
[0120] Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel auch Duftstoffe
und Duftstoffzubereitungen (Parfüms) enthalten. Als Parfümöle oder Duftstoffe können
einzelne Riechstoffverbindungen verwendet werden, beispielsweise die synthetischen
Produkte vom Typ der Ester, Ether, Aldehyde, Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe.
Riechstoffverbindungen vom Typ der Ester sind beispielsweise Benzylacetat, Phenoxyethylisobutyrat,
p-t-Butylcyctohexylacetat, Linalylacetat, Dimethylbenzylcarbinylacetat, Phenylethylacetat,
Linalylbenzoat, Benzylformiat, Ethylmethylphenylglycinat, Allylcyclohexylpropionat,
Styrallylpropionat und Benzylsalicylat. Zu den Ethern zählen beispielsweise Benzylethylether.
Zu den Aldehyden zählen z.B. lineare Alkanale mit 8 bis 18 C-Atomen, Citral, Citronellal,
Citronellyloxyacetaldehyd, Cyclamenaldehyd, Hydroxycitronellal, Lileal und Bourgeonal.
[0121] Zu den Ketonen zählen die lonone, α-Isomethylionon, und Methylcedrylketon. Zu den
Alkoholen zählen Anethol, Citronellol, Eugenol, Geraniol, Linalool, Phenylethylalkohol
und Terpineol. Zu den Kohlenwasserstoffen zählen hauptsächlich Terpene wie Limonen
und Pinen. Bevorzugt werden Mischungen verschiedener Riechstoffe verwendet, die so
aufeinander abgestimmt sind, daß sie gemeinsam eine ansprechende Duftnote erzeugen.
Solche Parfümöle können auch natürliche Riechstoff-Gemische enthalten, wie sie aus
pflanzlichen Quellen zugänglich sind. Beispiele sind Pine-, Citrus-, Jasmin-, Patchouli-,
Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl. Ebenfalls geeignet sind Muskatöl, Salbeiöl, Kamillenöl,
Nelkenöl, Melissenöl, Minzöl, Zimtblätteröl, Lindenblütenöl, Wacholderbeeröl, Vetiveröl,
Olibanumöl, Galbanumöl und Labdanumöl sowie Orangenblütenöl, Neroliol, Orangenschalenöl
und Sandelholzöl.
[0122] Es kann vorteilhaft sein, die Duftstoffe auf Träger aufzubringen, diedie Haftung
des Parfüms auf der Wäsche verstärken und durch eine langsamere Duftfreisetzung für
langanhaltenden Duft der Textilien sorgen. Als solche Trägermaterialien haben sich
beispielsweise Cyclodextrine bewährt. Dabei können die Cyclodextrin-Parfüm-Komplexe
zusätzlich noch mit weiteren Hilfsstoffen beschichtet werden.
[0123] Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittel können zum Schutze des Wasch-
oder Spülgutes oder der Maschine Korrosionsinhibitoren enthalten, wobei Silberschutzmittel
im Bereich des maschinellen Geschirrspülens eine besondere Bedeutung haben. Allgemein
können vor allem Silberschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe der Triazole, der Benzotriazole,
der Bisbenzotriazole, der Aminotriazole, der Alkylaminotriazole und der Übergangsmetallsalze
oder -komplexe eingesetzt werden. Besonders bevorzugt zu verwenden sind Benzotriazol
und/oder Alkylaminotriazol. Man findet in Reinigerformulierungen darüber hinaus häufig
aktivchlorhaltige Mittel, die das Korrodieren der Silberoberfläche deutlich vermindern
können. In chlorfreien Reinigern werden besonders sauerstoff- und stickstoffhaltige
organische redoxaktive Verbindungen, wie zwei- und dreiwertige Phenole, zum Beispiel
Hydrochinon, Brenzkatechin, Hydroxyhydrochinon, Gallussäure, Phloroglucin, Pyrogallol
beziehungsweise Derivate dieser Verbindungsklassen. Auch salz- und komplexartige anorganische
Verbindungen, wie Salze der Metalle Mn, Ti, Zr, Hf, V, Co und Ce finden häufig Verwendung.
Bevorzugt sind hierbei die Übergangsmetallsalze, die ausgewählt sind aus der Gruppe
der Mangan und/oder Cobaltsalze und/oder -komplexe, besonders bevorzugt der Cobalt(ammin)-Komplexe,
der Cobalt(acetat)-Komplexe, der Cobalt(carbonyl)-Komplexe, der Chloride des Cobalts
oder Mangans und des Mangansulfats. Ebenfalls können Zinkverbindungen zur Verhinderung
der Korrosion am Spülgut eingesetzt werden.
[0124] Weitere in der erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln mögliche Inhaltsstoffe
können Avivagemittel oder/und textilweichmachende Mittel sein. Geeignete Beispiele
sind quartäre Ammoniumverbindungen der Formeln (I) und (II),

wobei in (I) R und R
1 jeweils für einen acyclischen Alkylrest mit 12 bis 24 Kohlenstoff atomen, R
2 für einen gesättigten C
1-C
4 Alkyl- oder Hydroxyalkylrest steht, R
3 entweder gleich R, R
1 oder R
2 ist oder für einen aromatischen Rest steht. X
- steht entweder für ein Halogenid-, Methosulfat-, Methophosphat- oder Phosphation
sowie Mischungen aus diesen. Beispiele für kationische Verbindungen der Formel (I)
sind Didecyldimethylammoniumchlorid, Ditalgdimethylammoniumchlorid oder Dihexadecylammoniumchlorid.
[0125] Verbindungen der Formel (II) sind sogenannte Esterquats. Esterquats zeichnen sich
durch eine hervorragende biologische Abbaubarkeit aus. Hierbei steht R
4 für einen aliphatischen Alkylrest mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen mit 0, 1, 2 oder
3 Doppelbindungen; R
5 steht für H, OH oder O(CO)R
7, R
6 steht unabhängig von R
5 für H, OH oder O(CO)R
8, wobei R
7 und R
8 unabhängig voneinander jeweils für einen aliphatischen Alkylrest mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen
mit 0, 1, 2 oder 3 Doppelbindungen steht. m, n und p können jeweils unabhängig voneinander
den Wert 1, 2 oder 3 haben. X
- kann entweder ein Halogenid-, Methosulfat-, Methophosphat- oder Phosphation sowie
Mischungen aus diesen sein. Bevorzugt sind Verbindungen, die für R
5 die Gruppe O(CO)R
7 und für R
4 und R
7 Alkylreste mit 16 bis 18 Kohlenstoffatomen enthalten. Besonders bevorzugt sind Verbindungen,
bei denen R
6 zudem für OH steht. Beispiele für Verbindungen der Formel (11) sind Methyl-N-(2-hydroxyethyl)-N,N-di(talgacyloxyethyl)ammonium-methosulfat,
Bis-(palmitoyl)-ethyl-hydroxyethyl-methyl-ammoniummethosulfat oder Methyl-N,N-bis(acyloxyethyl)-N-(2-hydroxyethyl)ammoniummethosulfat.
Werden quarternierte Verbindungen der Formel (11) eingesetzt, die ungesättigte Alkylketten
aufweisen, sind die Acylgruppen bevorzugt, deren korrespondierenden Fettsäuren eine
Jodzahl zwischen 5 und 80, vorzugsweise zwischen 10 und 60 und insbesondere zwischen
15 und 45 aufweisen und die ein cis/translsomerenverhältnis (in Gew.-%) von größer
als 30: 70, vorzugsweise größer als 50 : 50 und insbesondere größer als 70: 30 haben.
Handelsübliche Beispiele sind die von Stepan unter dem Warenzeichen Stepantex
® vertriebenen Methylhydroxyalkyldialkoyloxyalkylammoniummethosulfate oder die unter
Dehyquart
® bekannten Produkte von Cognis bzw. die unter Rewoquat
® bekannten Produkte von Goldschmidt-Witco. Weitere bevorzugte Verbindungen sind die
Diesterquats der Formel (III), die unter dem Namen Rewoquat® W 222 LM bzw. CR 3099
erhältlich sind und neben der Weichheit auch für Stabilität und Farbschutz sorgen.

[0126] R
21 und R
22 stehen dabei unabhängig voneinander jeweils für einen aliphatischen Rest mit 12 bis
22 Kohlenstoffatomen mit 0, 1, 2 oder 3 Doppelbindungen.
[0127] Neben den oben beschriebenen quartären Verbindungen können auch andere bekannte Verbindungen
eingesetzt werden, wie beispielsweise quartäre Imidazoliniumverbindungen der Formel
(IV),

wobei R
9 für H oder einen gesättigten Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, R
10 und R
11 unabhängig voneinander jeweils für einen aliphatischen, gesättigten oder ungesättigten
Alkylrest mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, R
10 alternativ auch für O(CO)R
20 stehen kann, wobei R
20 einen aliphatischen, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen
bedeutet, und Z eine NH-Gruppe oder Sauerstoff bedeutet und X
- ein Anion ist. q kann ganzzahlige Werte zwischen 1 und 4 annehmen.
[0128] Weitere geeignete quartäre Verbindungen sind durch Formel (V) beschrieben,

wobei R
12, R
13 und R
14 unabhängig voneinander für eine C
1-4-Alkyl-, Alkenyl- oder Hydroxyalkylgruppe steht, R
15 und R
16 jeweils unabhängig ausgewählt eine C
8-28-Alkylgruppe darstellt und r eine Zahl zwischen 0 und 5 ist.
[0129] Neben den Verbindungen der Formeln (I) und (II) können auch kurzkettige, wasserlösliche,
quartäre Ammoniurrwerbindungen eingesetzt werden, wie Trihydroxyethylmethylammonium-methosulfat
oder die Alkyltrimethylammoniumchloride, Dialkyldimethylammoniumchloride und Trialkylmethylammoniumchloride,
z.B. Cetyltrimethylammoniumchlorid, Stearyltrimethylammoniumchlorid, Distearyldimethylammoniumchlorid,
Lauryldimethylammoniumchlorid, Lauryldimethylbenzylammoniumchlorid und Tricetylmethylammoniumchforid.
[0130] Auch protonierte Alkylaminverbindungen, die weichmachende Wirkung aufweisen, sowie
die nicht quatemierten, protonierten Vorstufen der kationischen Emulgatoren sind geeignet.
[0131] Weitere erfindungsgemäß verwendbare kationische Verbindungen stellen die quaternisierten
Proteinhydrolysate dar.
[0132] Zu den geeigneten kationischen Polymeren zählen die Polyquatemium-Polymere, wie sie
im CTFA Cosmetic Ingredient Dictionary (The Cosmetic, Toiletry und Fragrance, Inc.,
1997), insbesondere die auch als Merquats bezeichneten Polyquatemium-6-, Polyquaternium-7-,
Polyquaternium-10-Polymere (Ucare Polymer IR 400; Amerchol), Polyquaternium-4-Copolymere,
wie Pfropfcopolymere mit einem Cellulosegerüst und quartären Ammoniumgruppen, die
über Allyldimethylammoniumchlorid gebunden sind, kationische Cellulosederivate, wie
kationisches Guar, wie Guar-hydroxypropyltriammoniumchlorid, und ähnliche quaternierte
Guar-Derivate (z.B. Cosmedia, Guar, Hersteller: Cognis GmbH), kationische quartäre
Zuckerderivate (kationische Alkylpolyglucoside), z.B. das Handelsprodukt Glucquat
®100, gemäß CTFA-Nomenklatur ein "Lauryl Methyl Gluceth-10 Hydroxypropyl Dimonium Chloride",
Copolymere von PVP und Dimethylaminomethacrylat, Copolymere von Vnylimidazol und Vinylpyrrolidon,
Aminosilicon-polymere und Copolymere.
[0133] Ebenfalls einsetzbar sind polyquaternierte Polymere (z.B. Luviquat Care von BASF)
und auch kationische Biopolymere auf Chitinbasis und deren Derivate, beispielsweise
das unter der Handelsbezeichnung Chitosan
® (Hersteller: Cognis) erhältliche Polymer.
[0134] Erfindungsgemäß ebenfalls geeignet sind kationische Silikonöle wie beispielsweise
die im Handel erhältlichen Produkte Q2-7224 (Hersteller: Dow Corning; ein stabilisiertes
Trimethylsilylamodimethicon), Dow Corning 929 Emulsion (enthaltend ein hydroxylamino-modifiziertes
Silicon, das auch als Amodimethicone bezeichnet wird), SM-2059 (Hersteller: General
Electric), SLM-55067 (Hersteller: Wacker)Abil
®-Quat 3270 und 3272 (Hersteller: Goldschmidt-Rewo; diquartäre Polydimethylsiloxane,
Quatemium-80), sowie Siliconquat Rewoquat
® SQ 1 (Tegopren
® 6922, Hersteller: Goldschmidt-Rewo).
[0135] Ebenfalls einsetzbar sind Verbindungen der Formel (VI),

die Alkylamidoamine in ihrer nicht quaternierten oder, wie dargestellt, ihrer quaternierten
Form, sein können. R
17 kann ein aliphatischer Alkylrest mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen mit 0, 1, 2 oder
3 Doppelbindungen sein. s kann Werte zwischen 0 und 5 annehmen. R
18 und R
19 stehen unabhängig voneinander jeweils für H, C
1-4-Alkyl oder Hydroxyalkyl. Bevorzugte Verbindungen sind Fettsäureamidoamine wie das
unter der Bezeichnung Tego Amid
®S 18 erhältliche Stearylamidopropyldimethylamin oder das unter der Bezeichnung Stepantex
® X 9124 erhältliche 3-Talgamidopropyl-trimethylammonium-methosulfat, die sich neben
einer guten konditionierenden Wirkung auch durch ihre farbübertragungsinhibierende
Wirkung sowie speziell durch ihre gute biologische Abbaubarkeit auszeichnen. Von dieser
Verbindungsklasse sind v.a. die nicht quaternierten Alkylamidoamine bevorzugt. Dazu
gehören z.B. Fettsäureamidoamine wie Talgamid B der Firma Cognis GmbH.
Beispiele
[0136] Es wurden Mittel mit Zusammensetzungen gemäß Tabelle 1 hergestellt. Bei E handelt
es sich um ein erfindungsgemäßes Mittel, bei V um ein Vergleichsmittel.
Tabelle 1: Zusammensetzung der hergestellten Mittel.
| Zusammensetzung |
E |
V |
| Alkylbenzolsulfonat |
11,8 |
12,0 |
| C12-18-FA · 7 EO |
2,0 |
2,0 |
| Fettsäure |
3,0 |
3,0 |
| Zeolith |
- |
16,1 |
| Silicat |
- |
2,0 |
| Polycarboxylat |
1,5 |
2,3 |
| Soda |
14,7 |
0,2 |
| Citronensäure 1 H2O |
11,0 |
2,5 |
| Alkylamidoamin |
0,2 |
0,2 |
| Natriumsulfat |
52,0 |
53,9 |
| Wasser, Parfüm, Salze aus Rohstoffen |
Rest |
Rest |
| pH-Wert |
7,9 - 8,0 |
8,5 |
FA: Fettalkohol
EO: Mol angelagertes Ethylenoxid
Silicat: Amorphes Natriumsilicat mit Na2O : SiO2 = 3,35
Polycarboxylat: Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymer (Sokalan CP5, BASF) |
[0137] Die beiden Mittel wurden bzgl. ihrer Sedimentationsverhalten, ihrer Ablagerungsverhalten,
ihrer Schaumverhalten und ihrer Einspülbarkeit untersucht. Die durchgeführten Messungen
werden im nachfolgenden genauer beschrieben.
1. Sedimentationsverhalten
[0138] 8 g des Mittels E oder V wurden bei 20 °C in 1 l Leitungswasser der Härte 16 °d unter
Rühren (20 Minuten) aufgelöst bzw. dispergiert. Die entstandenen Lösungen bzw. Dispersionen
wurden in trichterförmige Glasgefäße gefüllt, die eine geeichte, auf 0,01 ml genaue
Skalierung aufwiesen. Die Lösungen bzw. Dispersionen wurden dann zur Sedimentation
in Ruhe stehengelassen. Nach 24 h wurde das Sedimentationsvolumen mit Hilfe der geeichten
ml-Skalierung abgelesen.
[0139] Das erfindungsgemäße Mittel E ergab ein Sedimentvolumen pro Liter von 0,15 ml, das
des Vergleichsmittels V ein Sedimentvolumen pro Liter von 2,50 ml.
2. Ablagerungsverhalten
[0140] Zur Bestimmung des Ablagerungsverhaltens im "Black Fabric Test" wurden 8 g des Mittels
E oder V bei 20 °C in 1 I Leitungswasser der Härte 16 °dH unter Rühren (1,5 Minuten,
800 U/min mit Laborrührer/Propeller-Rührkopf 1,5 cm vom Boden des Gefäßes entfernt
zentriert) aufgelöst, bzw. dispergiert. Die entstandenen Lösungen bzw. Dispersionen
wurden durch schwarzes Gewebe filtriert. Dazu wurde das Gewebe zwischen einem Frittenboden
und einem senkrecht befestigten Glasrohr mit 5 cm Durchmesser eingespannt, so daß
eine Filteroberfläche mit einem Durchmesser von 5 cm vorlag. Die Filtration fand allein
unter Wirkung der Schwerkraft statt. Bei dem Gewebe handelte es sich um Baumwollrippenstrick
aus 100 % Baumwolle mit den Kantenabmessungen 16 cm . 16 cm und einem Gewicht von
8,5 g. Die Filterrückstände wurde auf dem Gewebe belassen, getrocknet und von 3 verschiedenen
Personen gemäß Tabelle 2 optisch begutachtet und dementsprechend benotet. Kriterium
der Benotung war der Grad der Bedeckung der Filteroberfläche mit Filterrückstand.
Die Noten der 3 verschiedenen Personen wurden addiert und durch 3 geteilt.
Tabelle 2: Benotung des Filterrückstandes durch optische Begutachtung.
| optischer Eindruck |
Note |
| Kein Rückstand |
0 |
| Wenig Rückstand |
1 |
| gut sichtbarer Rückstand |
2 |
| gut sichtbarer Rückstand, der mehr als die Hälfte der Filteroberfläche bedeckt |
3 |
| Fast vollständige Bedeckung mit Rückstand |
4 |
| Vollständige, geschlossene Bedeckung mit Rückstand |
5 |
| Sehr starke Bedeckung mit Rückstand |
6 |
[0141] Der Filterrückstand des erfindungsgemäßen Mittels
E wurde im Schnitt mit der Note 1 beurteilt, das des Vergleichsmittels
V mit der Note 6.
3. Schaumverhalten
[0142] Das Schaumverhalten wurde mit einer Waschmaschine der Firma Miele (Typ W 918, ohne
fuzzy logic) bestimmt. Dazu wurden 100 g der Mittel
E oder
V dosiert und 22 Wasser der Härte 16 °dH verwendet. Die Waschmaschine wurde mit 2,0
kg sauberer, standardisierter Füllwäsche im Pflegeleicht/Fein-Programm betrieben.
Der Schaum wurde entsprechend der nachfolgenden Tabelle mit Noten beurteilt.
Tabelle 3: Benotung des Schaums nach optischer Begutachtung.
| Note |
|
| 0 |
Kein Schaum |
| 1 |
Schaumstand unter Rand des Bullauges |
| 2 |
Schaumstand: Hälfte des Bullauges |
| 3 |
Schaumstand 2/3 des Bullauges |
| 4 |
Bullauge voll Schaum |
| 5 |
Waschmaschine voll Schaum, aber noch unterhalb Einspülkammer |
| 6 |
Schaum in der Einspülkammer |
[0143] Die Beurteilung der Schaumhöhe mit einer Schaumnote erfolgte jeweils beim Stillstand
der Waschmaschine, und zwar während des Waschgangs, beim Verdünnen (nach dem Wasserzulauf),
beim 1., 2. und 3. Spülen (jeweils nach dem Wasserzulauf).
Tabelle 4: Beurteilung des Schaumverhaltens in Form von Schaumnoten.
| |
Waschgang |
Verdünnen |
1. Spülen |
2. Spülen |
3. Spülen |
| E |
6 |
2 |
1 |
1 |
0,5 |
| V |
6 |
5 |
5 |
5 |
2 |
[0144] Man kann erkennen, daß das erfindungsgemäße Mittel
E wie gewünscht eine hohe Schaumnote beim Waschen aufwies, wodurch das Waschgut geschont
wurde, und eine niedrige Schaumnote nach dem letzten Ausspülen, was einer guten Ausspülbarkeit
gleich kommt. Das Vergleichsmittel
V dagegen wies zwar ebenfalls eine günstig hohe Schaumnote beim Waschen auf, diese
war jedoch nach dem letzten Ausspülen immer noch inakzeptabel hoch, was einer schlechten
Ausspülbarkeit gleich kommt.
[0145] Zusammenfassend läßt sich also feststellen, daß das erfindungsgemäße Mittel ein geringeres
Sedimentvolumen aufwies als das Vergleichsmittel, d.h. es enthielt weniger schwerlösliche
Bestandteile. Sowohl das Ablagerungsverhalten als auch das Schaumverhalten vor allem
beim Spülen wurden beim erfindungsgemäßen Mittel besser benotet als beim Vergleichsmittel.
Während also beim eigentlichen Waschvorgang ausreichend Schaum vorhanden ist, um eine
schonende Reinigung auch empfindlicher Textilien zu gewährleisten, ist die Schaumnote
nach den Spülgängen sehr gering, der Schaum läßt sich also gut ausspülen; gleichzeitig
bilden sich nur in wesentlich geringerem Maße als beim Vergleichsmittel unerwünschte
Ablagerungen auf dem Waschgut. Durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Buildersystems
wird demzufolge sowohl das Schaum- als auch das Ablagerungsverhalten positiv beeinflußt.
1. Teilchenförmiges, Builder-haltiges, aber Aluminosilicat-, Silicat- und Phosphat-freies,
Tensidsystem-haltiges Wasch- oder Reinigungsmittel, dessen wäßrige Dispersion unter den Bedingungen 8 g
/ l, 20 °C, 16 °d einen pH-Wert im Bereich von 7,0 bis 9,0 besitzt, wobei das Mittel
(a) 15 bis 35 Gew.-% eines Buildersystems und
(b) 5 bis 25 Gew.-% eines Tensidsystems, welches wenigstens ein Aniontensid und wenigstens
ein Niotensid enthält, umfaßt,
dadurch gekennzeichnet, daß es beim Dispergieren in Leitungswasser unter den Bedingungen 8 g / 1, 20 °C, 16 °d,
20 min Rühren, Sedimentationszeit 24 h ein Sedimentationsvolumen von höchstens 0,5
ml aufweist.
2. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es beim Dispergieren in Leitungswasser (8 g /l, 20 °C, 16 °d, 20 min Rühren, Sedimentationszeit
24 h) ein Sedimentationsvolumen von höchstens 0,2 ml und bevorzugt 0 ml aufweist.
3. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dessen wäßrige Dispersion (8 g / l, 20 °C, 16 °d) einen pH-Wert im Bereich von 7,5
bis 8,5 besitzt.
4. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß es
(a) 20 bis 30 Gew.-%, eines Buildersystems und
(b) 10 bis 20 Gew.-%, eines Tensidsystems enthält.
5. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Buildersystem
(a) 35 bis 75 Gew.-%, bevorzugt 50 bis 60 Gew.-%, wenigstens einer Alkalitätsquelle,
(b) 25 bis 65 Gew.-%, bevorzugt 35 bis 45 Gew.-%, wenigstens eines pH-Kontrollmittels,
(c) 0,5 bis 12 Gew.-%, bevorzugt 3 bis 7,5 Gew.-%, wenigstens eines organischen Co-Builders,
(d) 0 bis 3 Gew.-%, bevorzugt 0 bis 2 Gew.-%, wenigstens eines Komplexbildners, jeweils
bezogen auf das gesamte Buildersystem, enthält.
6. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Alkalitätsquelle um Alkalimetallcarbonat, Alkalimetallhydrogencarbonat
und/oder Alkalimetallsesquicarbonat handelt, bevorzugt um Natriumhydrogencarbonat
und/oder Natriumcarbonat und/oder Natriumsesquicarbonat, besonders bevorzugt um Natriumcarbonat
und gegebenenfalls Hydrogencarbonat.
7. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem pH-Kontrollmittel um wenigstens eine monomere organische Polycarbonsäure
handelt.
8. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die monomere organische Polycarbonsäure ausgewählt ist aus der Gruppe Citronensäure,
Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure,
Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren und/oder Nitrilotriessigsäure und/oder deren Salzen,
bevorzugt aus der Gruppe Citronensäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure und/oder
Gluconsäure und/oder deren Salzen, wobei Citronensäure und/oder deren Salze besonders
bevorzugt sind.
9. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem organischen Co-Builder um wenigstens eine polymere Polycarbonsäure
und/oder deren teilweise oder vollständig neutralisierten Metall- und/oder Ammoniumsalz(e),
bevorzugt deren Alkalimetallsalz(e), besonders bevorzugt deren Natriumsalz(e) und/oder
Mischungen daraus, handelt.
10. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der polymeren Polycarbonsäure und/oder deren teilweise oder vollständig
neutralisierten Metall- und/oder Ammoniumsalz(e) um Polyacrylate mit einer Molmasse
von 1000 bis 20000 g/mol, vorzugsweise von 1000 bis 10000 g/mol und besonders bevorzugt
von 1200 bis 8000 g/mol, und/oder um copolymere Polycarbonsäuren mit Molmassen von
20000 bis 90000 g/mol, insbesondere von 30000 bis 80000 g/mol, handelt.
11. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß als Komplexbildner wenigstens ein Phosphonat enthalten ist.
12. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß das Tensidsystem
(a) 60 bis 95 Gew.-%, bevorzugt 70 bis 90 Gew.-%, wenigstens eines Aniontensids,
(b) 5 bis 25 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 20 Gew.-%, wenigstens eines Niotensides, jeweils
bezogen auf das gesamte Tensidsystem, enthält.
13. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Aniontenside ausgewählt sind aus der Gruppe lineare C10-13-Alkylbenzolsulfonate, C12-18-Disulfonate, C12-18-Alkansulfonate, C8-20-□-Sulfofettsäureester, sulfierte C6-22-Fettsäureglycerinester, C12-18-Alk(en)ylsulfate, C10-20-Oxoalk(en)ylsulfate, 2,3-Alkylsulfate, C7-21-Fettalkohol(glycolether)3,5Sulfate, C8-18-Alkylsulfobemsteinsäureester, Sarkoside, Sarkosinate, C12-22-Fettsäureseifen, bevorzugt aus der Gruppe lineare C10-13-Alkylbenzolsulfonate, C12-22-Fettsäureseifen.
14. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Niotenside ausgewählt sind aus der Gruppe C8-18-Fettalkohole 1-12 EO, Alkylglycoside der Formel RO(G)1-10, C12-18-Fettsäure-C1-4-alkyl(glycolether)5-12ester, Aminoxide, Polyhydroxyfettsäureamide, bevorzugte Niotenside sind jedoch C8-18-Fettalkohole 1-12 EO.
15. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß es teilchenförmig vorliegt, bevorzugt in Form von Pulvern, Extrudaten, Granulaten
und/oder Mischungen daraus, besonders bevorzugt in Form von Pulvern.
16. Verwendung des Wasch- oder Reinigungsmittels nach einem der Ansprüche 1 bis 15 zum
Waschen oder Reinigen von Textilien, bevorzugt von empfindlichen Textilien.
17. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei den empfindlichen Textilien um Textilien aus Wolle, Baumwolle, Seide,
Leinen, Viskose und/oder Mischgeweben aus diesen, bevorzugt um Wolle, handelt.
18. Verwendung nach Anspruch 16 oder 17 zur Reduzierung von Ablagerungen beim Waschen
oder Reinigen von Textilien, insbesondere beim Waschen oder Reinigen von empfindlichen
Textilien.
19. Verwendung nach einem der Ansprüche 16 bis 18 in einer maschinellen Wäsche bei Temperaturen
von 20 bis 60 °C, vorzugsweise von 30 bis 40 °C, oder in der manuellen Wäsche bei
Temperaturen von 15 bis 40 °C, vorzugsweise von 20 bis 35 °C.
20. Verfahren zum Waschen oder Reinigen von Textilien, insbesondere von empfindlichen
Textilien,
dadurch gekennzeichnet, daß
(a) ein Wasch- oder Reinigungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 16 in Wasser
aufgelöst wird,
(b) das oder die Textilien mit der wäßrigen Lösung des Mittels in Kontakt gebracht
wird bzw. werden,
(c) die wäßrige Lösung des Wasch- oder Reinigungsmittels an dem Textil oder den Textilien
vorbeigeführt wird oder umgekehrt,
(d) die wäßrige Lösung des Wasch- oder Reinigungsmittels von dem Textil oder den Textilien
entfernt wird, wobei mehrfach mit frischem Leitungswasser nachgespült, also ausgespült
wird, und
(e) das Textil getrocknet wird oder die Textilien getrocknet werden.