[0001] Die Erfindung betrifft eine faltbare Blumenvase nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ein Verfahren zur Herstellung derartiger Blumenvasen.
[0002] Zur Präsentation eines Blumenstraußes lehrt die DE 101 03 717 A1, einen faltbaren
Ständer aus einem steifen Flachmaterial und separat dazu ein flüssigkeitsdichtes Dekorationspapier
bereitzustellen. Der Blumenstrauß wird mit dem als Wasserreservoir fungierenden Dekorationspapier
verpackt und zusammen mit diesem in den zuvor zu seiner dreidimensionalen Gebrauchsform
aufgefalteten Ständer gestellt.
[0003] Einen Schritt weiter geht die WO 98/46501, die eine gattungsgemäße faltbare Blumenvase
offenbart. Diese besteht aus einem flüssigkeitsdichten Beutel aus einem hochflexiblen
Flachmaterial und einem bereits fest mit dem Beutel verbundenen Stützglied aus einem
anderen, steiferen Flachmaterial. Im flachen Ausgangszustand ist der Beutel rechteckig
und das Stützglied hat die Form eines Halbkreises mit einem ebenfalls halbkreisförmigen
Ausschnitt in der Mitte. Das Stützglied ist dazu bestimmt, um den Beutel herum zu
einem Kegelstumpf gebogen zu werden, der die Form der Vase im dreidimensionalen Gebrauchszustand
bildet. Im Bereich der geraden Kanten weist das Stützglied Befestigungsvorrichtungen,
beispielsweise in Form eines parallel zu einer der Kanten verlaufenden Schlitzes und
einer zu dem Schlitz passenden Lasche an der anderen Kante auf. Nach der Formung des
Kegelstumpfes soll die Lasche in dem Schlitz eingehakt und dadurch die dreidimensionale
Gebrauchsform fixiert werden. Bei einer anderen Ausführungsform befindet sich das
Stützglied im Inneren des Beutels und die Befestigungsvorrichtungen haben die Form
von Lochungen entlang einer der geraden Kanten sowie von dazu passenden Knöpfen entlang
der anderen Kante. In diesem Fall muß die Formung des Kegelstumpfes und dessen Fixierung
durch Einpressen der Knöpfe in die Lochungen im Inneren des Beutels durchgeführt werden.
[0004] Diese bekannte faltbare Blumenvase hat den Nachteil, daß die Herstellung der dreidimensionalen
Gebrauchsform aus der im wesentlichen zweidimensionalen Ausgangsform durch den Benutzer
relativ schwierige und fehleranfällige Manipulationen erfordert. So ist beispielsweise
bei einem Einreißen der Lasche oder des Schlitzes bzw. bei einem unvollständigen Einrasten
der Knöpfe in den Lochungen die Stabilität der Gebrauchsform unsicher. Ferner ist
die zweidimensionale Ausgangsform im Hinblick auf Transport und Aufbewahrung eher
unhandlich.
[0005] Schließlich zeigt noch die DE 694 05 985 T2 eine faltbare Blumenvase, die aus einer
flachen Ausgangsform in eine dreidimensionale Gebrauchform überführbar ist und einen
wasserdichten Behälter aus einem flüssigkeitsdichten ersten Flachmaterial sowie ein
mit dem Behälter verbundenes, wesentlich zur Formstabilität der Gebrauchsform beitragendes
Stützglied aus einem zweiten Flachmaterial aufweist. Dabei ist das mit einer Öffnung
versehene Stützglied in der Gebrauchsform am oberen Ende der Vase angeordnet und soll
dort für die Stengel der in der Vase aufzunehmenden Blumen eine Öffnung vorbestimmter
Größe schaffen. Einen nennenswerten Beitrag zum sicheren Stand der Vase auf einer
Unterlage kann besagtes Stützglied aber nicht leisten. Vielmehr sieht hierzu eine
bevorzugte Ausführungsform vor, daß das Flachmaterial des Behälters selbst ein wasserfester
Kartonzuschnitt ist, der zu einer Vasenform zusammengefaltet und dann durch Verkleben
überlappender Laschen flüssigkeitsdicht gemacht wird. Durch anschließende nochmalige
Faltung ergibt sich die flache Ausgangsform, die aber durch das mehrfache Übereinanderliegen
von Kartonschichten noch relativ dick ist.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht daher die Aufgabe, eine gattungsgemäße
Blumenvase dahingehend zu verbessern, daß sie ausgehend von einer kompakten und handlichen
zweidimensionalen Ausgangsform möglichst rasch und einfach in die dreidimensionale
Gebrauchsform gebracht und in dieser sicher fixiert werden kann. Eine weitere Aufgabe
besteht darin, ein Verfahren zur kostengünstigen Herstellung derartiger Blumenvasen
in großer Stückzahl anzugeben.
[0007] Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des
Anspruchs 19 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Blumenvase kann das Stützglied ein- oder zweiteilig ausgebildet
sein und es besteht im Gegensatz zum Stand der Technik aus zwei gleichen Hälften,
von denen jede einer der beiden Schichten des in der zusammengelegten Ausgangsform
flachen Beutels zugeordnet und flächig mit dieser verbunden ist. Jede Hälfte des Stützgliedes
weist in ihrem der Öffnungskante des Beutels abgewandten Bereich entweder eine Endkante
oder eine Faltlinie auf, die parallel zur entsprechenden Endkante oder Faltlinie der
anderen Hälfte verläuft, wobei die Endkanten nur bei der zweiteiligen Variante auftreten.
[0009] Zur Überführung der Blumenvase in den dreidimensionalen Gebrauchszustand genügt es,
sie in der Ausgangsform hochkant auf eine ebene Unterlage zu stellen und durch die
Öffnung des Beutels Wasser in denselben hineinzugießen. Durch den Druck des Wassers
verformt sich der Beutel selbsttätig so, daß die genannten Endkanten bzw. Faltlinien
des Stützgliedes sich auseinanderbewegen und hierdurch eine ebene Aufstandsfläche
festlegen. Auf diese Weise bildet sich zwangsläufig eine eigenstabile, standfeste
Blumenvase aus. Irgendwelche weiteren mechanischen Manipulationen durch den Benutzer
erübrigen sich, was insbesondere bei der Benutzung durch Floristen im Verkaufseinsatz,
die Blumensträuße häufig unter einem gewissen Zeitdruck zu verpacken haben, von Vorteil
ist.
[0010] Hineinstellen des Blumenstraußes in die fertige, auf der Unterlage stehende Vase
und das Herumbinden eines Bandes oder dergleichen um die Öffnung zur Anpassung der
Größe der Öffnung an den Durchmesser des Stieles des Blumenstraußes. In dieser Anpassung
liegt ein weiterer Vorteil der Erfindung, denn sie verhindert bei einem Transport
unkontrollierte Bewegungen des Blumenstraußes und/oder ein Herausschwappen von Wasser.
[0011] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren eignet sich zur kostengünstigen Großserienproduktion
der erfindungsgemäßen Blumenvase. Es ist weitestgehend automatisierbar und faßt einen
großen Teil der Herstellungsschritte in einem kontinuierlichen Ablauf zusammen, im
Zuge dessen mindestens eines der Ausgangsmaterialien in Form einer von einer Rolle
abgewickelten und kontinuierlich geförderten Bahn bearbeitet wird. Die jeweils zur
Bildung einer einzelnen Vase benötigten Abschnitte der Bahn werden erst so spät wie
möglich von der Bahn abgeschnitten und einzeln weiterbearbeitet, so daß ein hoher
Durchsatz möglich ist.
[0012] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben.
In diesen zeigt
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Blumenvase in der zweidimensionalen Ausgangsform,
- Fig. 2
- die Ausgangsform mit aufgeklappter Öffnung,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Blumenvase beim Entfalten zur dreidimensionalen Gebrauchsform,
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht der Blumenvase in der dreidimensionalen Gebrauchsform
vor dem Einbringen eines Blumenstraußes,
- Fig. 5
- das in der Blumenvase enthaltene Stützglied im flach aufgeklappten Zustand,
- Fig. 6
- eine Variante des in der Blumenvase enthaltenen Stützgliedes,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht der fertigen Blumenvase mit Blumenstrauß,
- Fig. 8
- die Ausgangsform einer Variante der Blumenvase in einer Fig. 2 entsprechenden Ansicht,
- Fig. 9
- ein Schema eines Teiles des Herstellungsverfahrens für eine erfindungsgemäße Blumenvase,
- Fig. 10
- eine Draufsicht auf einen Bogen Flachmaterial vor dem Zusammenfalten zur Ausgangsform
der erfindungsgemäßen Blumenvase,
- Fig. 11
- das Zusammenfalten des Bogens aus Fig. 10 zur Ausgangsform der Blumenvase,
- Fig. 12
- die Faltung der Ausgangsform zu einer kompakteren Aufbewahrungsform.
[0013] Figur 1 zeigt die flache, annähernd zweidimensionale Ausgangsform eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Blumenvase 1 in der Draufsicht. Sie besteht aus einem flexiblen
Beutel 2 aus Flachmaterial, der fest mit einem Stützglied 3 aus einem anderen, steiferen
Flachmaterial verbunden ist. Das Flachmaterial des Beutels 2 kann im einfachsten Fall
einschichtig sein und muß in diesem Fall flüssigkeitsdicht sein. Beispielsweise kommt
hierfür eine transparente Kunststoffolie aus PET in Frage, wie sie auch zur dekorativen
Verpackung von Blumensträußen Verwendung findet.
[0014] Der Beutel 2 hat in der Ausgangsform, d.h. im flach zusammengelegten Zustand, eine
rechteckige Form und wird von zwei gleichen, übereinanderliegenden Hälften eines Flachmaterialbogens
gebildet, die entlang einer unteren Kante 4 durch Umfaltung ineinander übergehen,
entlang zweier gegenüberliegender Kanten 5 und 6 miteinander verklebt sind und entlang
einer oberen, der ersten gegenüberliegenden Kante 7 eine Öffnung bilden. Die Verklebung
entlang der Kanten 5 und 6 wird durch zwei Streifen 8 und 9 eines Heißklebers bewirkt,
die sich ausgehend von der unteren Kante 4 über den überwiegenden Teil, aber nicht
über die gesamte Länge der Kanten 5 und 6 erstrecken. Die Länge der Klebestreifen
8 und 9 entspricht ungefähr der Länge des Stützgliedes 3. Zusätzlich kann entlang
der Kanten 5 und 6 auch noch eine Falzung vorgesehen sein, um die Festigkeit der Verbindung
zu erhöhen. Wenn es sich bei dem Flachmaterial des Beutels 2 um einen schweißbaren
Kunststoff handelt, kann anstelle der Klebung entlang der Kanten 5 und 6 auch eine
Verschweißung vorgesehen sein.
[0015] Das Stützglied 3 ist flächig mit dem Beutel 2 verklebt. Es dient zur Stabilisierung
der später zu erläuternden dreidimensionalen Gebrauchsform der Blumenvase 1 und kann
beispielsweise aus Karton bestehen. Es versteht sich von selbst, daß das Stützglied
3 nur dann im Inneren des Beutels 2 angeordnet sein darf, wenn es aus einem flüssigkeitsbeständigen
Material besteht, was bei Karton nicht der Fall ist. Vorzugsweise besteht das Material
des Beutels 2 aus zwei flächig miteinander verklebten Schichten entweder desselben
Flachmaterials oder zweier verschiedener Flachmaterialien und das Stützglied 3 befindet
sich zwischen diesen beiden Schichten. In diesem Fall muß lediglich die innere Materialschicht
flüssigkeitsdicht sein, während weder das Stützglied 3, noch die äußere Materialschicht
flüssigkeitsbeständig zu sein brauchen. So kann beispielsweise das Stützglied 3 aus
Karton und die äußere Flachmaterialschicht des Beutels 3 aus einem mit einem Muster
und/oder einer Werbegraphik bedruckten Dekorationspapier bestehen. Für die Figuren
wurde der Einfachheit halber angenommen, daß der Beutel 2 aus zwei transparenten Folienschichten
besteht, so daß das zwischen den Schichten liegende Stützglied 3 von außen stets sichtbar
ist.
[0016] Das Stützglied weist eine Faltlinie 10 auf, die mit der Faltkante 4 des Beutels 2
zusammenfällt. Die Faltlinie 10 ist in der in der flachen Ausgangsform der Blumenvase
1 zu einer Faltkante 10 umgefaltet und stellt das untere Ende des Stützgliedes 3 dar.
Das Stützglied 3 besteht also ebenso wie der Beutel 2 aus zwei gleichen, übereinander
liegenden Hälften eines einteiligen Flachmaterialstücks. Die oberen Endkanten 13 des
Stützgliedes 3 verlaufen in einem gewissen Abstand annähernd parallel zu der Öffnungskante
7 des Beutels 2 und sind leicht konkav gekrümmt. Außer der Faltlinie 10 weist das
Stützglied 3 noch zwei weitere Faltlinien 11 auf, die in einem gewissen Abstand von
der Faltlinie 10 und parallel zu dieser liegen. Darüber hinaus weist das Stützglied
3 noch einige annähernd in Längsrichtung, jedoch etwas schräg verlaufende weitere
Faltlinien 12 auf. Die Faltlinien 10, 11 und 12 sind durch eine mechanische Schwächung,
wie Prägung, Perforation oder dergleichen, des das Stützglied 3 bildenden Flachmaterials
vorgegeben.
[0017] Eine leicht perspektivische Ansicht der Blumenvase 1, bei der die beiden Materialkanten
7a und 7b, die in der Draufsicht von Fig. 1 als eine Öffnungskante 7 erscheinen, ein
Stück weit auseinandergezogen sind, zeigt Fig. 2. Darin ist die Bildung des Beutels
2 durch zwei gleiche Hälften 2a und 2b eines Flachmaterialbogens deutlich erkennbar.
Fig. 2 verdeutlicht auch, daß die Beschränkung der Länge der Klebestreifen 8 und 9
auf ungefähr die Länge des Stützgliedes 3 das Öffnen des Beutels 2 durch den Benutzer
erleichtert. Die in Fig. 2 etwas oberhalb und parallel zu den Faltkanten 11 verlaufende
Linie 14 kennzeichnet die Höhe, bis zu der die Innenseite des Beutels 2 mit einem
Nährstoff für Schnittblumen beschichtet ist, der sich beim Eingießen von Wasser in
den Beutel 2 auflöst. Dabei ist diese Beschichtung zwar bevorzugt, doch kommt grundsätzlich
auch die Einbringung eines Nährstoffs in Form eines lose im Inneren des Beutels 2
liegenden Pulvers oder einer Tablette oder einer mit Nährstoff getränkten Karte oder
dergleichen in Betracht.
[0018] Eine perspektivische Ansicht der Blumenvase 1 beim Entfalten zur dreidimensionalen
Gebrauchsform zeigt Fig. 3. Diese Entfaltung wird dadurch eingeleitet, daß der Benutzer
den flachen Beutel 2 hochkant auf eine ebene Unterlage stellt, die Materialkanten
7a und 7b wie zuvor in Fig. 2 dargestellt auseinanderzieht, und Wasser von oben in
das Innere des Beutels 2 hineingießt. Dabei drückt das Wasser die beiden Hälften 2a
und 2b des Beutels 2 auseinander, so daß das Stützglied 3 einerseits eine Entfaltung
der in der Ausgangsform bestehenden Faltung an der Faltlinie 10, anderseits eine in
der Ausgangsform noch nicht bestehende Faltung an den beiden Faltlinien 11a und 11b,
die in Fig. 1 und 2 noch als eine Linie 11 erscheinen, erfährt. Ebenso kommt es zu
einer Entfaltung des Beutels entlang seiner Kanten 4, 5 und 6.
[0019] Die Entfaltung verläuft beim Eingießen einer gewissen Menge Wasser weitestgehend
selbsttätig. Wenn allerdings nur wenig Wasser eingefüllt werden soll, dann kann es
notwendig sein, daß der Benutzer die Entfaltung durch einen Druck mit der Hand auf
das Stützglied 3 von oben her unterstützt. Bei einem Druck auf die gesamte Vase 1
von oben her im mittleren Bereich, d.h. oberhalb des Stützgliedes 3, geben die beiden
Beutelhälften 2a und 2b sofort nach, so daß die Kraft auf die oberen Endkanten 13a
und 13b des Stützgliedes 3 einwirkt und die beabsichtigte Verformung des Stützgliedes
3 bewirkt.
[0020] In der fertigen Gebrauchsform ist die Blumenvase 1 in Fig. 4 zu sehen. Dabei ist
die ursprüngliche Umfaltung des Beutels 2 und des Stützgliedes 3 an den Faltkanten
4 bzw. 10 vollständig aufgehoben und es hat sich ein annähernd ebener Boden 15a-c
gebildet. An den Faltkanten 11a und 11b weist das Stützglied 3 jeweils nahezu einen
rechten Winkel auf. Aus Fig. 4 ist ersichtlich, daß das Stützglied 3 einerseits die
Funktion hat, durch seine vertikalen Abschnitte 16a und 16b die Form der Blumenvase
1 in Querrichtung zu stabilisieren, d.h. die Ausbauchung des Beutels 2 zu begrenzen,
und andererseits durch seinen horizontalen Mittelabschnitt 17 eine ebene Aufstandsfläche
im mittleren Teil 15b des Bodens 15a-c zu bilden, die einen stabilen Stand der Vase
1 in Längs- und Querrichtung gewährleistet. Dabei wird die Aufstandsfläche in Längsrichtung,
d.h. in der Richtung der ursprünglichen Faltkante 4, durch die sich von dem Mittelabschnitt
17 des Stützgliedes 3 aus dreiecksförmig erstreckenden, durch den Beutel 2 allein
gebildeten Teile 15a und 15c des Bodens 15a-c noch verlängert, was zu einer weiteren
Erhöhung der Kippfestigkeit beiträgt. Als grober Richtwert für die Höhe des Wasserstandes
in der Blumenvase 1 kann die halbe Höhe der vertikalen Abschnitte 16a, 16b des Stützgliedes
3 in der Gebrauchsform nach Fig. 4 angesehen werden.
[0021] Wie in Fig. 4 und auch bereits in Fig. 3 erkennbar ist, sind die nach oben über das
Stützglied 3 hinausreichenden Abschnitte der Beutelhälften 2a und 2b jeweils nach
unten umgefaltet. Zu dieser Umfaltung neigen besagte Abschnitte aufgrund der Flexibilität
des Flachmaterials des Beutels 2 ohnehin. Beabsichtigt ist diese Umfaltung aus ästhetischen
Gründen, um den oberen Rand der Blumenvase 1 nicht als eine Endkante des dünnen Flachmaterials
des Beutels 2 auszubilden. Darüber hinaus definiert diese Umfaltung auch eine obere
Grenze für die Position eines Befestigungsgliedes in Form eines Bandes, einer Kordel
oder Schnur oder dergleichen, das nach dem Einfüllen von Wasser und dem Hineinstellen
eines Blumenstraußes in die Vase 1 um dieselbe geschlungen, zusammengezogen und zu
einem Knoten gebunden wird.
[0022] Das Stützglied 3 ist in Fig. 5 im flach aufgeklappten Zustand skizziert, aus dem
es durch eine Faltung um 180° entlang der Faltlinie 10 in denjenigen Zustand gebracht
werden kann, den es in der Ausgangsform der Blumenvase 1 nach Fig. 1 einnimmt. Wie
Fig. 5 zeigt, ist das Stützglied 3 bezüglich der Faltlinie 10 symmetrisch und weist
einen Mittelabschnitt 17 auf, an den sich jenseits der zur Faltlinie 10 parallelen
Faltlinien 11a und 11b die späteren Vertikalabschnitte 16a und 16b anschließen, die
an den Endkanten 13a und 13b enden. An den Enden der Faltlinien 11a und 11b befinden
sich jeweils Einkerbungen 18, durch die das Einleiten einer Faltung entlang der Faltlinien
11a und 11b erleichtert wird.
[0023] Die zuvor bereits erwähnten Längsfaltlinien 12 verlaufen, wie Fig. 5 zeigt, symmetrisch
zur Längsmittelachse des Stützgliedes 3 und entfernen sich zu den Faltlinien 11a,
11b hin zunehmend von der Längsmittelachse. Sie enden nicht direkt an den Faltlinien
11a und 11b, sondern teils gerade, teils abgewinkelt im Bereich der Einkerbungen 18.
Die Knickstellen der abgewinkelt auslaufenden Längsfaltlinien 12 sind durch eine weitere
Querfaltlinie 19 miteinander verbunden. Auf die Funktion der Längsfaltlinien 12 wird
später noch eingegangen.
[0024] Eine vorteilhafte Variante des Stützgliedes 3 zeigt Fig. 6. Bei dieser Variante weisen
die Vertikalabschnitte 16a und 16b des Stützgliedes 3 jeweils eine seitliche Ausbuchtung
16c bzw. 16d auf. Diese seitlichen Ausbuchtungen 16c und 16d enden an Endkanten 11c
bzw. 11d, die mit den Faltlinien 11a bzw. 11b fluchten. Der Zweck der Ausbuchtungen
16c und 16d besteht darin, daß sie sich in der in Fig. 4 gezeigten, dreidimensionalen
Gebrauchsform in die beiden nicht durch das Stützglied 3 versteiften Bereiche der
Blumenvase 1 hinein erstrecken und dabei die Endkanten 11c und 11d in diesen Bereichen
jeweils eine zusätzliche Abstützung des Stützgliedes 3 auf der Unterlage, auf der
die Vase 1 steht, bewirken. Hierdurch wird die Standfestigkeit der Blumenvase 1 weiter
verbessert. Diese Wirkung wird bereits durch die in Fig. 6 gezeigte Form des Stützgliedes
3 erzielt. Grundsätzlich wäre es aber auch denkbar, an jedem Vertikalabschnitt 16a,
16b zwei zueinander symmetrische Ausbuchtungen vorzusehen.
[0025] Entlang des Übergangs zwischen der in Fig. 5 gezeigten Standardform der Vertikalabschnitte
16a und 16b und Ausbuchtungen 16c bzw. 16d können, wie in Fig. 6 angedeutet ist, vertikale
Faltlinien 12a und 12b vorgesehen sein, die ein Umfalten der Ausbuchtungen 16c bzw.
16d erlauben, damit das Stützglied 3 und damit die gesamte Blumenvase 1 mitsamt des
Stützgliedes 3 von ihrer in Fig. 1 gezeigten, flachen Ausgangsform auf eine schmälere
Aufbewahrungsform zusammengefaltet werden kann. Auf diese Zusammenfaltung wird später
noch anhand Fig. 12 näher eingegangen werden.
[0026] Die fertige Blumenvase 1 mit Wasser 20, Blumenstrauß 21 und herumgebundenem Band
22 zeigt Fig. 7. Darin wird deutlich, daß der Beutel 2 und das mit diesem fest verbundene
Stützglied 3 im Bereich der Öffnung der Vase 1 durch das Band 22 um den Stiel des
Blumenstraußes 21 herum eng zusammengezogen sind, so daß auch bei einer Erschütterung,
insbesondere bei einem Transport, kein Wasser 20 aus der Vase 1 herausschwappen kann.
[0027] Während der Anbringung des Bandes 22 steht die Vase 1 bereits sicher auf ihrer Unterlage
und braucht nicht festgehalten zu werden. Dabei ist es auch möglich, das Band 22 bereits
vor dem Hineinstecken des Blumenstraußes 21 um die Vase 1 zu schlingen, ein Stück
weit zusammenzuziehen und provisorisch zu verknoten, um die Öffnung der Vase 1 bereits
vorab zu verkleinern. In diesem Fall braucht das Band nach dem Einbringen des Blumenstraußes
21 nur noch festgezogen und endgültig verknotet zu werden.
[0028] Eine im Hinblick auf die Anbringung des Bandes 22 verfeinerte Ausführungsform der
Erfindung ist in Fig. 8 dargestellt. Bei dieser weist der Beutel 2 auf der zur Anordnung
des Bandes 22 vorgesehenen Höhe eine Reihe von Lochungen 23 auf, durch die bereits
das Band 22 gefädelt ist, so daß sich bei der Benutzung der Blumenvase 1 die Arbeitsschritte
des Bereitstellens und Abschneidens des Bandes 22 auf die benötigte Länge, sowie des
Herumschlingens um die Vase 1 auf einer geeigneten Höhe derselben erübrigen. Das bereits
vorhandene und durch die Lochungen 23 richtig positionierte Band 22 braucht in diesem
Fall nur noch zusammengezogen und verknotet zu werden.
[0029] Während das Flachmaterial des Beutels 2 hochflexibel ist, setzt das steifere Flachmaterial
des Stützgliedes 3 der Verformung der Vase 1 durch das Zuziehen des Bandes 22 einen
wesentlich größeren Widerstand entgegen. Da der Stiel eines Blumenstraußes 21 im allgemeinen
eine runde Form hat, die vertikalen Abschnitte 16a und 16b des Stützgliedes aber zunächst
eben sind, ergibt sich beim Zuziehen des Bandes 22 eine zunehmende Verbiegung der
vertikalen Abschnitte 16a und 16b des Stützgliedes 3 ausgehend von den geraden Faltkanten
11a und 11b zu den im Endzustand entsprechend dem Stiel des Blumenstraußes 21 gerundeten
Endkanten 13a und 13b. Um diese Verformung zu erleichtern und dabei ein unkontrolliertes
Knicken des Stützgliedes 3 zu vermeiden, sind an dem Stützglied 3 die zuvor erwähnten
vertikalen Faltlinien 12 und die Querfaltlinie 19 vorgesehen. Ebenfalls der Anpassung
an die runde Form des Stieles eines Blumenstraußes 21 dient die konkave Rundung der
Endkanten 13a und 13b des Stützgliedes, die in den Figuren erkennbar ist.
[0030] Nachfolgend wird ein Beispiel für ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen
faltbaren Blumenvase anhand der Figuren 9 bis 11 erläutert. Dabei wird gemäß Fig.
9 davon ausgegangen, daß der Beutel 2 aus zwei Schichten flexiblen Flachmaterials
besteht, zwischen denen das Stützglied 3 eingeschlossen ist.
[0031] Eine erste Schicht, die beim Endprodukt die Außenseite der Blumenvase 1 bildet, ist
ein Dekorationspapier 24, das als endlose Bahn von einer ersten Rolle 25 abgewickelt
wird. Die Breite der Papierbahn 24 entspricht der doppelten Höhe des in Fig. 1 gezeigten
Beutels 2. Nach dem Abwickeln von der Rolle wird als erstes ein Kleber 26 ganzflächig
auf die Oberseite der Papierbahn 24 aufgebracht, beispielsweise aufgesprüht oder aufgerollt.
Dieser Vorgang ist in Fig. 9 selbst nicht dargestellt. Die Papierbahn 24 läuft bei
ihrem Transport über mehrere Rollen 27, wie es in der Druckereitechnik bei der Förderung
von zu bedruckendem Endlospapier üblich ist.
[0032] Auf die Papierbahn 27 werden an einer in Fig. 9 selbst nicht dargestellten Arbeitsstation
die fertigen Stützglieder 3, die aus Karton ausgestanzt und bereits mit ihrer Faltlinienprägung
versehen sind, in gleichen Abständen mittig bezüglich der Querrichtung der Papierbahn
24 auf die kleberbeschichtete Oberseite der Papierbahn 24 aufgelegt. Die Ausrichtung
der Stützglieder 3 ist dabei so, daß die jeweilige Faltlinie 10 jedes Stützgliedes
3 mit der Mittellinie der Papierbahn 24 fluchtet. Die Faltlinienprägung befindet sich
auf der Oberseite jedes Stützgliedes 3, die der Papierbahn 24 abgewandt ist.
[0033] Gleichzeitig wird als zweite Schicht des Beutels 2, die beim Endprodukt die Innenseite
der Blumenvase 1 bildet, eine wasserdichte Klarsichtfolie 28 als endlose Bahn von
einer zweiten Rolle 29 abgewickelt. Die Breite der Folienbahn 28 stimmt mit derjenigen
der Papierbahn 24 überein. Entlang eines mittigen Längsstreifens 30 ist die Oberseite
Folienbahn 28 entweder bereits vor dem Aufwickeln mit einem Nährstoff für Schnittblumen
beschichtet, oder es wird eine solche Beschichtung, beispielsweise durch Besprühen
oder Aufrollen nach dem Abwickeln ausgeführt, wobei dieser Vorgang selbst in Fig.
9 nicht dargestellt ist. Die Breite des Nähstoffstreifens 30 entspricht der doppelten
Höhe dieses Streifens in Fig. 2.
[0034] Die beiden Bahnen 24 und 28 sind in Querrichtung kongruent übereinander geführt und
laufen an einer Umlenkrolle 31 dergestalt zusammen, daß die nicht mit dem Nährstoff
beschichtete Unterseite der Folienbahn 28 gegen die mit dem Kleber 26 beschichtete
und mit den Stützgliedern 3 belegte Oberseite der Papierbahn 24 gedrückt und dadurch
mit dieser flächig zu einer Doppelbahn 32 verklebt wird. Die Umlenkrolle 31 ist hierzu
so angeordnet, daß ihr die Oberseiten der beiden Bahnen 24 und 28 zugewandt sind.
Bei dieser Verklebung werden die Stützglieder 3 zwischen den beiden Bahnen 24 und
28 eingeschlossen.
[0035] Nach dem Passieren einer weiteren Umlenkrolle 33, welcher die Unterseite der Doppelbahn
zugewandt ist, gelangt die Doppelbahn 32 zu einer in Fig. 9 selbst nicht dargestellten
Arbeitsstation, an der sie in untereinander gleiche, rechteckige Bögen 34 zerschnitten
wird, was in Fig. 9 durch gestrichelte Schnittlinien 35 angedeutet ist. Die Schnitte
35 werden quer zur Doppelbahn 32 und mittig zwischen den Stützgliedern 3 geführt.
Anschließend werden die Bögen 34 einzeln seriell weiterbearbeitet.
[0036] Einen auf diese Weise entstehenden Bogen 34 zeigt Fig. 10 in der Draufsicht auf die
Oberseite, die beim Endprodukt die Innenseite des Beutels 2 bildet. Wie dort auf Anhieb
erkennbar ist, entspricht der Zustand des Stützgliedes 3 dessen Darstellung in Fig.
5. Es ist auf dem Bogen 34 so plaziert, daß seine Falt- und Quersymmetrielinie 10
mit der Quermittelachse des Bogens 34 zusammenfällt, und daß es zugleich mittig zur
Längsmittelachse des Bogens 34 liegt.
[0037] Die Bögen 34 der in Fig. 10 dargestellten Art werden einzeln nacheinander in eine
Falzmaschine gefördert, jeweils entlang eines Teiles der Längskanten 5 und 6 streifenförmig
mit einem Heißkleber beschichtet und entlang der mit der Faltlinie 10 des Stützgliedes
3 zusammenfallenden Quermittelachse 4 um 180° zusammengefaltet. Eine perspektivische
Ansicht eines Bogens 34 während dieser Faltung zeigt Fig. 11. Nach dem Zusammendrücken
der beiden aufeinander zu gefalteten Hälften des Bogens 34 erfolgt eine Erwärmung
zumindest entlang der Kleberstreifen 8 und 9. Alternativ kann auch ein Verschweißen
in diesem Bereich vorgesehen sein, wenn das innere Material, d.h. die flüssigkeitsdichte
Folie 28, sich dazu eignet. Als Ergebnis des in Fig. 11 dargestellten Faltvorganges
entsteht ein flach zusammengelegter, rechteckiger Beutel 2 mit einer ganz geschlossenen
Faltkante 4, zwei durch Verklebung oder Verschweißung überwiegend geschlossenen Kanten
5 und 6, sowie einer offenen Kante 7, wie ihn Fig. 1 in der Draufsicht zeigt.
[0038] Für die Aufbewahrung und den Transport der erfindungsgemäßen Blumenvase 1 ist es
von Vorteil, wenn ihre Außenabmessungen gegenüber der in Fig. 1 dargestellten Ausgangsform
verringert werden können. Dies ist ohne weiteres möglich, da der hochelastische Beutel
2 seitlich und in der Höhe deutlich über das steife Stützglied 3 hinausragt. Weil
andererseits eine Faltung des Stützgliedes 3 nicht in Betracht kommt, geben dessen
Konturen die unteren Grenzen für die Außenabmessungen einer kompakten Aufbewahrungsform
der Blumenvase 1 vor.
[0039] Die einzelnen Schritte einer Einfaltung der über das Stützglied 3 hinausragenden
Abschnitte des Beutels 2 zeigen die Figuren 12a-c. Zunächst wird, wie in Fig. 12a
dargestellt, der nach oben über das Stützglied 3 hinausragende Abschnitt 2c des Beutels
2 entlang einer im wesentlichen durch den Verlauf der oberen Endkante 13 des Stützgliedes
bestimmten Faltlinie 36 nach einer Seite um 180° umgefaltet, und zwar auch dann nach
einer Seite, wenn in dem umzufaltenden Abschnitt 2c die beiden Hälften 2a und 2b des
Beutels 2 entlang der Kanten 5 und 6 nicht mehr zusammenhängen, wie es bei der gezeigten
Ausführungsform der Fall ist. Durch diese Art der Umfaltung wird als Nebeneffekt der
Innenraum des Beutels 2 verschlossen. Unter diesem Gesichtspunkt käme es durchaus
auch in Betracht, in den Innenraum einen Nährstoff in Form eines Pulvers, einer Tablette
oder dergleichen einzufüllen, wenngleich die zuvor erwähnte Beschichtung der Innenseite
als besonders rationell und kostengünstig erscheint.
[0040] Danach werden, wie in Fig. 12b dargestellt, die beiden seitlich über das Stützglied
3 hinausragenden Abschnitte 2d und 2e des Beutels 2 nacheinander ebenfalls um 180°
umgefaltet, und zwar nach derselben Seite des Beutels 2, nach der zuvor bereits der
obere Abschnitt 2c umgefaltet wurde. Dabei wird die Lage der Faltlinien im wesentlichen
durch die Breite des Stützgliedes 3 vorgegeben.
[0041] Als Ergebnis stellt sich die kompakte Aufbewahrungsform der Blumenvase 1 in der Draufsicht
so dar, wie sie Fig. 12c zeigt. Die seitlichen Abmessungen der Aufbewahrungsform sind
nur etwas größer als diejenigen des Stützgliedes 3 und damit im Regelfall deutlich
kleiner als diejenigen der ungefalteten flachen Ausgangsform nach Fig. 1. Die Aufbewahrungsform
zeichnet sich ferner dadurch aus, daß auf einer Seite unmittelbar der mittlere, über
dem Stützglied 3 liegende Bereich des Beutels 2 sichtbar ist. Dieser in der Ansicht
von Fig. 12c oben liegende Bereich eignet sich hervorragend für eine Kennzeichnung
des Produkts, beispielsweise durch den Aufdruck eines Markenzeichens zum Zweck der
Werbung. Auch die Anbringung eines entsprechenden Aufklebers in diesem Bereich kommt
in Betracht. Selbstverständlich kann die Außenseite des Beutels 2 auch an anderen
Stellen zusätzlich mit Aufdrucken versehen sein.
[0042] Gegenüber den vorausgehend erläuterten Ausführungsbeispielen sind Abwandlungen sowohl
in der Gestaltung der erfindungsgemäßen faltbaren Blumenvase, als auch in der Verfahrensführung
bei deren Herstellung denkbar. Insbesondere ist es nicht notwendig, daß das Stützglied
3 einteilig ausgebildet ist. Die von dem Stützglied 3 ausgehende mechanische Stabilisierung
läßt sich nämlich auch mit einer zweiteiligen Ausführung desselben erreichen. Bei
dieser fehlt der Mittelabschnitt 17, der bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel
in der dreidimensionalen Gebrauchsform horizontal auf der Unterlage steht.
[0043] In diesem Fall stellen die Linien 11a und 11b keine Faltlinien, sondern statt dessen
Endkanten zweier unverbundener Hälften des Stützgliedes 3 dar. Diese Endkanten definieren
ebenfalls eine ebene Aufstandsfläche für die Blumenvase 1. Die Auseinanderbewegung
der beiden Hälften des Stützgliedes 3 beim Einfüllen von Wasser in die Blumenvase
1 wird in diesem Fall allein durch den zwischen diesen Endkanten liegenden Abschnitt
hochflexiblen Flachmaterials des Beutels 2 begrenzt. Ansonsten unterscheidet sich
die Form des Stützgliedes 3 und seine Einbettung in den Materialverbund der Blumenvase
1 nicht von dem zuvor vorgestellten Beispiel. Die Ausführung mit zweiteiligem Stützglied
3 ist zwar in der dreidimensionalen Gebrauchsform weniger verwindungssteif als diejenige
mit einteiligem Stützglied 3, stellt aber grundsätzlich ebenfalls eine brauchbare
Lösung dar, die vom Schutz des Patents umfaßt werden soll.
[0044] Ein weiteres Beispiel für eine denkbare Variation der Erfindung bietet die Form des
Beutels 2. Obwohl die Rechteckform wegen ihrer besonders einfachen Herstellbarkeit
vorteilhaft ist, käme im Grundsatz auch eine andere Form in Frage. So könnten beispielsweise
bei der Vereinzelung der Bögen 34 zwischen zwei Stützgliedern 3 unter Inkaufnahme
eines gewissen Verschnitts auch mehrere Schnitte geführt werden, die auch nicht unbedingt
gerade zu sein bräuchten. Hierdurch könnte ein beliebiger anderer, z. B. konkaver
Verlauf der seitlichen Kanten 5 und 6 des Beutels 2 erzielt werden, was einerseits
unter ästhetischen Gesichtspunkten von Interesse sein kann, andererseits aber auch
für eine noch leichtere Verformung des Beutels 2 zur dreidimensionalen Gebrauchsform
der Vase 1 von Vorteil sein kann. Auch diese und ähnliche Abwandlungen der Erfindung
liegen im Ermessen des Fachmannes und sollen vom Schutz des Patents umfaßt sein.
[0045] Vorteilhafte Anwendungsmöglichkeiten für die Erfindung bestehen beispielsweise bei
der Präsentation von Blumensträußen im Rahmen des Verkaufs im Einzelhandel, insbesondere
außerhalb des Fachhandels, wie an Tankstellen oder Supermärkten, ferner beim Transport
von Blumensträußen in Fahrzeugen, bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Blumensträußen
durch den Überbringer oder Empfänger, sowie bei der permanenten Aufbewahrung eines
Blumenstraußes durch den Empfänger, insbesondere wenn keine passende Vase herkömmlicher
Art zur Verfügung steht, wie es zum Beispiel in einem Krankenhaus oder an einem Arbeitsplatz
häufig der Fall ist.
1. Faltbare Blumenvase, die aus einer flachen Ausgangsform in eine dreidimensionale Gebrauchsform
überführbar ist und einen Beutel aus einem flüssigkeitsdichten ersten Flachmaterial
sowie mindestens ein mit dem Beutel verbundenes, wesentlich zur Formstabilität der
Gebrauchsform beitragendes Stützglied aus einem steiferen zweiten Flachmaterial aufweist,
wobei der Beutel in der flachen Ausgangsform zwei parallel aneinanderliegende Schichten
des ersten Flachmaterials aufweist, die an einer oberen Kante eine Öffnung bilden
und entlang weiterer Kanten durch Umfaltung ineinander übergehen oder flüssigkeitsdicht
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine Stützglied (3) aus zwei gleichen Hälften besteht, von denen jede
einer der beiden Schichten (2a, 2b) des Beutels (2) zugeordnet und flächig mit dieser
verbunden ist, und daß jede Hälfte des Stützgliedes (3) in ihrem der Öffnungskante
(7) des Beutels (2) abgewandten Bereich entweder eine Endkante (11a, 11b) oder eine
Faltlinie (11a, 11b) aufweist, die parallel zur entsprechenden Endkante (11a, 11b)
oder Faltlinie (11a, 11b) der anderen Hälfte verläuft.
2. Faltbare Blumenvase nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Flachmaterial aus zwei Schichten (24, 28) besteht, die flächig miteinander
verbunden sind, und zwischen denen das Stützglied (3) aus dem zweiten Flachmaterial
angeordnet ist.
3. Faltbare Blumenvase nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Schichten (24, 28) des ersten Flachmaterials ein Dekorationspapier (24)
ist, das in der Gebrauchsform die Außenseite der Blumenvase (1) bildet, und daß die
andere Schicht eine Kunststoffolie (28) ist, die in der Gebrauchsform die Innenseite
der Blumenvase (1) bildet.
4. Faltbare Blumenvase nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schichten des ersten Flachmaterials beide aus der gleichen Kunststoffolie
(28) bestehen.
5. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (2) aus einem einzigen Stück des ersten Flachmaterials besteht, das entlang
einer parallel zur Öffnungskante (7) verlaufenden Faltkante (4) umgefaltet und entlang
weiterer, die Öffnungskante (7) und die Faltkante (4) verbindender Kanten (5, 6) flüssigkeitsdicht
verklebt oder verschweißt ist.
6. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (2) von der Öffnungskante (7) ausgehend auch noch entlang daran angrenzender
Teile der weiteren Kanten (5, 6) offen ist.
7. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das obere Ende (13) des Stützgliedes (3) im einem Abstand zur Öffnungskante (7) des
Beutels (2) liegt, so daß die Blumenvase (1) durch Umfaltung der nach oben über das
Stützglied (3) hinaus reichenden Abschnitte (2c) des Beutels (2) in eine gegenüber
der Ausgangsform kürzere Aufbewahrungsform überführbar und der Innenraum des Beutels
(2) verschließbar ist.
8. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite des Stützgliedes (3) in Richtung der Öffnungskante (7) des Beutels (2)
in der Ausgangsform nur einen Teil der Länge der Öffnungskante (7) ausmacht, so daß
die Blumenvase (1) durch Einfaltung der seitlich über das Stützglied (3) hinaus reichenden
Abschnitte (2d, 2e) des Beutels (2) in eine gegenüber der Ausgangsform schmälere Aufbewahrungsform
überführbar ist.
9. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (2) im Bereich des oberen Endes (13) des Stützgliedes (3) mehrere zum
Hindurchfädeln eines Befestigungsgliedes (22) in Form eines Bandes, einer Schnur oder
Kordel oder dergleichen geeignete Lochungen (23) aufweist.
10. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (2) in seinem Inneren einen Nährstoff (30) für Schnittblumen enthält.
11. Faltbare Blumenvase nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenfläche des Beutels (2) zumindest teilweise mit dem Nährstoff (30) beschichtet
ist.
12. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützglied (3) aus einem einzigen Stück des zweiten Flachmaterials besteht und
drei zueinander parallele Faltlinien (10, 11a, 11b) aufweist, von denen die erste
(10) mit einer der Öffnungskante (7) parallel gegenüberliegenden Kante (4) des Beutels
(2) zusammenfällt und die zweite (11a) und dritte (11b) im jeweils gleichen Abstand
von der ersten (10) verlaufen.
13. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützglied (3) an den Enden der zweiten und dritten Faltlinien (11a bzw. 11b)
jeweils durch Einkerbungen (18) in Querrichtung verjüngt ist.
14. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Stützglied (3) ausgehend von seinen Endkanten (13) zu der zweiten und dritten
Faltlinie (11a bzw. 11b) hin in Querrichtung verbreitert und sich auf der Höhe besagter
Faltlinien (11a, 11b) durch gerade auf die Enden derselben zulaufende Endkanten (11c,
11d) wieder verjüngt.
15. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Stützglieder (3) in Form separater Stücke des zweiten Flachmaterials vorgesehen
sind, deren untere Endkanten (11a, 11b) im gleichen Abstand von der Öffnungskante
(7) des Beutels (2) verlaufen.
16. Faltbare Blumenvase nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützglieder (3) sich in der flachen Ausgangsform von ihren oberen Enden (13)
ausgehend bis zur den unteren Endkanten (11a, 11b) zunehmend verbreitern.
17. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützglied (3) mindestens eine annähernd in seiner senkrecht zur Öffnungskante
(7) des Beutels (2) liegenden Längsrichtung verlaufende Faltlinie (12) aufweist.
18. Faltbare Blumenvase nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (2) in der flachen Ausgangsform eine annähernd rechteckige Gestalt hat.
19. Verfahren zur Herstellung faltbarer Blumenvasen nach einem der Ansprüche 1 bis 18,
gekennzeichnet durch die Ausführung folgender Schritte:
a) Zufördern mindestens einer Bahn (24, 28) von Flachmaterial, wobei mindestens eine
Bahn (28) aus einem flüssigkeitsdichten Flachmaterial besteht;
b) Verkleben von Stützgliedern (3) aus einem anderen, steiferen Flachmaterial mit
mindestens einer Bahn (24) von Flachmaterial in regelmäßigen Abständen mittels eines
ersten Klebers (26);
c) Zerschneiden der mit den Stützgliedern verklebten Bahn (32) quer zur Förderrichtung
in untereinander gleiche Bögen (34) durch in regelmäßigen Abständen zwischen aufeinanderfolgenden Stützgliedern geführte Schnitte
(35);
d) Mittiges Falten jedes Bogens (34) entlang einer der Mittelachse der Bahn (32) vor
dem Zerschneiden entsprechenden Faltlinie (4);
e) Verbinden des zusammengefalteten Bogens (34) zu einem Beutel (2) entlang der durch die Schnitte (35) entstandenen Kanten (5, 6) unter Zusammendrücken der beiden durch die Faltung entstandenen Hälften (2a, 2b) im Bereich der Kanten (5,6).
20. Verfahren nach Anspruch 19, gekennzeichnet durch das zumindest teilweise Auftragen eines zweiten Klebers (8, 9) entlang der durch die Schnitte entstandenen Kanten (5, 6) jedes Bogens (34) zwischen den Schritten
c) und d);
21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, gekennzeichnet durch das zumindest teilweise Beschichten mindestens einer Seite der mindestens einen Bahn
(24) mit dem ersten Kleber (26) im Rahmen des Schrittes b);
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21, gekennzeichnet durch das Zufördern zweier Bahnen (24, 28) von Flachmaterial im Rahmen des Schrittes a),
wobei die beiden Bahnen (24, 26) aus verschiedenen Flachmaterialien bestehen können.
23. Verfahren nach Anspruch 22, gekennzeichnet durch die Schritte des Zusammenführens und des Aneinanderdrückens der beiden Bahnen (24,
28) zum flächigen Verkleben derselben zu einer Doppelbahn (32) mit darin eingeschlossenen
Stützgliedern (3), wobei diese Schritte zwischen den Schritten b) und c) ausgeführt
werden;
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 23, gekennzeichnet durch den zusätzlichen Schritt des zumindest teilweisen Beschichtens der die Innenseite
jedes Beutels (2) bildenden Seite der mindestens einen Bahn (28) mit einem Nährstoff
(30) für Schnittblumen spätestens vor dem Schritt d).
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 24, gekennzeichnet durch eine Erwärmung oder Erhitzung des Bogens (34) im Bereich der durch die Schnitte (35) entstandenen Kanten (5, 6) zur Heißverklebung oder Verschweißung
während des Schrittes e).
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 25, gekennzeichnet durch einen oder mehrere nacheinander ausgeführte Schritte des Umfaltens von über das Stützglied
(3) hinausragenden Abschnitten jedes Beutels (2) zur Reduktion der Abmessungen derselben,
höchstens bis auf eine durch die Form des Stützgliedes (3) vorgegebene Mindestgröße, und zwar nach dem Schritt
e).