[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Zylinderblockes im Verbundguss
für eine flüssigkeitsgekühlte Brennkraftmaschine, bei dem mehrere miteinander einstückig
verbundene Zylinderrohre aus einer AluminiumLegierung als ein gegossenes Insert in
einer ein Zylinderblock-Gehäuse ausbildenden Gießform mit einer Magnesium-Legierung
umgossen wird, wobei die Zylinderrohre in einem Endabschnitt über eine angeformte,
die Zylinderrohre für einen zylinderkopfseitig offenen Kühlmittelraum beabstandet
umlaufende Hüllwand mit dem Gehäuse in Umgußverbindung gebracht werden.
[0002] Ein derartiger im Verbundguss hergestellter Zylinderblock ist beispielsweise aus
der DE 44 09 750 A1 bekannt, wobei das in ein Maschinengehäuse aus einer Magnesium-Legierung
eingegossene, die Zylinderrohre umfassende Insert als Aluminium-Druckgussteil ausgebildet
ist. Da bekanntlich Druckgussteile geringe maßliche Toleranzabweichungen aufweisen,
kann beim Druckgießen des bekannten Maschinengehäuses der im Insert angeordnete Kühlmittelraum
mit einem Formkem zur Gänze ausgefüllt werden, um ein Eindrücken der Hüllwand unter
dem Gießdruck zu vermeiden.
[0003] Die Vorgehensweise der Verfüllung eines hohlen, in einem Druckgussteil eingesetzten
Inserts ist aus der deutschen Patentschrift DE 41 02 358 C2 bekannt, wobei als Insert
dienende Portliner in Abgaskanälen eines im Druckguss herzustellenden Zylinderkopfes
vor dem Druckgießen mit einem Kernmedium zur Aufnahme des Gießdruckes gefüllt werden.
[0004] Schließlich ist aus der US 5,862,852 ein Druckgießverfahren für ein Zylinderkurbelgehäuse
bekannt, bei dem nach dem Druckgießen des Gehäuses aus einer Alu-Legierung in die
Zylinderbohrungen in derselben Druckgussform mittels variabler Schieber Laufbuchsen
eingegossen werden. Um eine Verformung der Zylinderwandungen beim Eingießen der Laufbuchsen
zu vermeiden, verbleibt in einem jeden der Zylinderbohrung benachbartem Kühlmittelraum
der mit der Druckgießform verbundene Formkern zur Kühlmittelraum-Bildung.
[0005] Als weiterer Stand der Technik für ein gattungsgemäß gestaltetes Maschinengehäuse
ist noch die Offenlegungsschrift DE 101 12 132 A1 zu nennen.
[0006] Keinem der vorgenannten Dokumente ist ein Hinweis oder eine Anregung dafür zu entnehmen,
wie bei einem gattungsgemäßen, in einem Kokillenguss gefertigten Insert mit verfahrensbedingt
größeren Maßabweichungen ein Eindrücken der Hüllwand unter dem Gießdruck des in eine
Druckgießform eingesetzten Inserts sicher vermieden ist, nachdem übliche Formkerne
im Kühlmittelraum wegen der erheblichen Maßabweichungen kaum an der Hüllwand zur Anlage
kommen.
[0007] Hierfür eine Lösung aufzuzeigen ist Aufgabe der Erfindung.
[0008] Die Erfindung ist , dass die Hüllwand des in einem Kokillenguss gefertigten Inserts
auf eine vorbestimmte Temperatur erwärmt wird und dass die erwärmte Hüllwand in dem
in die Druckgießform des Zylinderblock-Gehäuses einzusetzenden Insert über in der
Druckgießform angeordnete Mittel um ein vorbestimmtes Maß von den Zylinderrohren weg
nach außen verformt wird, wobei die Zwangs ― Verformung bis zum Erkalten der Magnesium-Legierung
des Zylinderblock-Gehäuses beibehalten wird.
[0009] In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung dient als Mittel zur Hüllwand-Verformung
ein in der Druckgießform fest angeordneter Drückkern, der im Kühlmittelraum um die
Zylinderrohre einseitig auf die Hüllwand kraft- und formschlüssig nach außen verformend
einwirkt beim Einsetzen des Inserts in die Gehäuse-Druckgießform, wobei der Drückkern
mindestens über eine einer Gußschräge entsprechend geneigte Begrenzung auf die Hüllwand
einwirkt.
[0010] In einer zweiten Ausgestaltung der Erfindung dient als Mittel zur Hüllwand-Verformung
ein in der Druckgießform gesteuert beweglich angeordneter Drückkern, der am in die
Gehäuse-Druckgießform fest eingesetzten Insert beim gesteuerten Eindringen in den
Kühlmittelraum einseitig auf die Hüllwand kraftund formschlüssig über eine schief
geneigte Begrenzung nach außen verformend einwirkt.
[0011] Mit der erfindungsgemäß einseitigen Abstützung der Hüllwand erübrigt sich in vorteilhafter
Weise eine Verfüllung des Kühlmittelraumes mit einem Kernmedium, mit dem neben einer
aufwendigen Handhabung in nachteiliger Weise die Zylinderrohre zur Abstützung dienen
würden mit der Folge unerwünschter Verformungen.
[0012] Weiter erfährt die Hüllwand mit der erfindungsgemäßen Erwärmung eine erhöhte Duktilität
für ihre plastische Verformung, wodurch in vorteilhafter Weise Materialrisse in der
Hüllwand vermieden sind.
[0013] Kern der Erfindung ist, eine durch das Kokillengießen des Inserts mit starken Toleranzschwankungen
um sämtliche Zylinderrohre umlaufende Hüllwand zwecks einer vorbestimmten Verformung
an vielen Punkten zu beaufschlagen, wobei zunächst nicht am Abstützmittel anliegende
Hüllwandbereiche durch den Gießdruck zur Anlage gebracht werden, so dass schließlich
eine zylinderkopfseitige Öffnung des Kühlmittelraumes durch eine Festlegung der Gesamttoleranzen
im vorgegebenen Nennmaß mit geringen Abweichungen erzielt wird.
[0014] Weiter kann durch eine erfindungsgemäße Abstimmung des Maßes der Hüllwand-Verformung
mit dem Schrumpfmaß der für das Zylinderblock-Gehäuse verwendeten Magnesium-Legierung
erreicht werden, dass bei etwas stärkerer Hüllwand-Verformung gegenüber dem Schrumpfmaß
die metallische Verbindung zwischen Alu- Insert und Magnesium-Gehäuse nach dem Erkalten
des Verbundgußstückes sicher gegeben ist.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend mit Hilfe einer schematischen Skizze beschrieben.
[0016] Bei einem Verfahren zur Herstellung eines Zylinderblockes 1 im Verbundguss für eine
flüssigkeitsgekühlte, nicht näher gezeigte Brennkraftmaschine wird ein mehrere in
Reihe miteinander einstückig verbundene Zylinderrohre 2 aus einer Alu-Legierung umfassendes,
gegossenes Insert 3 in einer ein Zylinderblock-Gehäuse 4 ausbildenden Druckgießform
mit einer Magnesium-Legierung umgossen. Dabei werden die Zylinderrohre 2 in einem
Endabschnitt über eine angeformte, die Zylinderrohre 2 für einen zylinderkopfseitig
offenen Kühlmittelraum 5 beabstandet umlaufende Hüllwand 6 mit dem Gehäuse 4 in eine
Umgussverbindung gebracht.
[0017] Das vorbeschriebene Insert 3 ist in einem Kokillenguss gefertigt, bei dem bekanntlich
relativ große Maßabweichungen auftreten. Dies bedeutet, für die Hüllwand 6 trotz der
erheblichen Maßtoleranzen eine geeignete Abstützung zu finden, die bei der Durchführung
des Verbundgußverfahrens ein Eindrücken der Hüllwand 6 durch den Druck des im Druckgießverfahrens
erzeugten Zylinderblock-Gehäuses 4 verhindert.
[0018] Hierzu wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Hüllwand 6 des in Kokillenguß
gefertigten Inserts 3 auf eine vorbestimmte Temperatur zur Steigerung der Duktilität
erwärmt wird und dass die erwärmte Hüllwand 6 in dem in die Druckgießform 7 des Zylinderblock-Gehäuses
4 einzusetzenden Insert 3 über in der Druckgießform 7 angeordnete Mittel 8 um ein
vorbestimmtes Maß von den Zylinderrohren 2 weg nach außen verformt wird derart, dass
das Maß der Verformung zumindest dem Schrumpfmaß der erkaltenden Magnesium-Legierung
des Zylinderblock-Gehäuses 4 entspricht.
[0019] Als Mittel 8 zur Hüllwand-Verformung dient ein in der Druckgießform 7 fest angeordneter
Drückkern 8', der im Kühlmittelraum 5 um die Zylinderrohre 2 einseitig ― wie in der
unmaßstäblichen Skizze übertrieben dargestellt ― auf die Hüllwand 6 kraft- und formschlüssig
nach außen verformend einwirkt beim Einsetzen des Inserts 3 in die Gehäuse-Druckgießform
7. Wesentlich hierbei ist, dass der Drückkern 8' mindestens über eine einer Gußschräge
entsprechend geneigte Begrenzung 9 auf die Hüllwand 6 einwirkt, wodurch der Drückkern
8' beim Endringen in den Kühlmittelraum 5 mit der Hüllwand 6 gleitend zusammenwirkt
und damit eine Abstützung der Hüllwand 6 über ihre wesentliche Höhe erzielt wird.
Der mit der Druckgießform 7 fest verbundene Drückkern 8' ist von den Zylinderrohren
2 auf Abstand angeordnet.
[0020] In einer andere Ausgestaltung der Erfindung dient als Mittel 8 zur Hüllwand-Verformung
ein in der Druckgießform gesteuert beweglich angeordneter Drückkern, der am in die
Gehäuse-Druckgießform fest eingesetzten Insert beim gesteuerten Eindringen in den
Kühlmittelraum auf die Hüllwand kraft- und formschlüssig über eine geneigte Begrenzung
nach außen verformend einwirkt.
1. Verfahren zur Herstellung eines Zylinderblockes im Verbundguß für eine flüssigkeitsgekühlte
Brennkraftmaschine,
- bei dem mehrere in Reihe miteinander einstückig verbundene Zylinderrohre (2) aus
einer Alu-Legierung als ein gegossenes Insert (3) in einer ein Zylinderblock-Gehäuse
(4) ausbildenden Gießform mit einer Magnesium-Legierung umgossen wird, wobei
- die Zylinderrohre (2) in einem Endabschnitt über eine angeformte, die Zylinderrohre
(2) für einen zylinderkopfseitig offenen Kühlmittelraum (5) beabstandet umlaufende
Hüllwand (6) mit dem Gehäuse (4) in eine Umgußverbindung gebracht werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Hüllwand (6) des in einem Kokillenguß gefertigten Inserts (3) auf eine vorbestimmte
Temperatur erwärmt wird, und
- dass die erwärmte Hüllwand (6) in dem in eine Druckgießform (7) des Zylinderblock-Gehäuses
(4) einzusetzenden Insert (3) über in der Druckgießform (7) angeordnete Mittel (8)
um ein vorbestimmtes Maß von den Zylinderrohren (2) weg nach außen verformt wird ,
wobei
- die Zwangs- Verformung bis zum Erkalten der Magnesium-Legierung des Zylinderblock
- Gehäuses (4) beibehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass als Mittel (8) zur Hüllwand-Verformung ein in der Druckgießform (7) fest angeordneter
Drückkem (8') dient, der
- im Kühlmittelraum (5) um die Zylinderrohre (2) einseitig auf die Hüllwand (6) kraft-
und formschlüssig nach außen verformend einwirkt beim Einsetzen des Inserts (3) in
die Gehäuse-Druckgießform (7), wobei
- der Drückkern (8') mindestens über eine einer Gußschräge entsprechend geneigte Begrenzung
(9) auf die Hüllwand (6) einwirkt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass als Mittel (8) zur Hüllwand-Verformung ein in der Druckgießform gesteuert beweglich
angeordneter Drückkem dient, der
- am in die Gehäuse-Druckgießform fest eingesetzten Insert beim gesteuerten Eindringen
in den Kühlmittelraum auf die Hüllwand kraft- und formschlüssig über eine geneigte
Begrenzung nach außen verformend einwirkt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Verformung der Hüllwand (6) die zylinderkopfseitige Öffnung des Kühlmittelraumes
(5) durch eine Festlegung der Gesamttoleranzen in einem vorgegebenen Nennmaß mit geringen
Abweichungen erzeugt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass das Maß der Verformung der Hüllwand (6) zumindest dem Schrumpfmaß der erkaltenden
Magnesium - Legierung des Zylinderblock-Gehäuses (4) gewählt wird.
1. A method for producing a cylinder block by composite casting for a liquid-cooled internal-combustion
engine,
- in which a plurality of cylinder tubes (2), which are connected to one another in
one piece in series, made of an aluminium alloy, are cast in as a cast insert (3)
in a casting mould forming a cylinder block housing (4), with a magnesium alloy, wherein
- the cylinder tubes (2) are brought into a casting connection with the housing (4)
in an end section via a moulded-on enveloping wall (6) surrounding the cylinder tubes
(2) at a distance for a coolant space (5) which is open on the cylinder head side,
characterised in that
- the enveloping wall (6) of the insert (3) produced in a permanent mould casting
is heated to a predetermined temperature, and
- in that the heated enveloping wall (6) in the insert (3) to be inserted into a diecasting
mould (7) of the cylinder block housing (4) is deformed outwardly by a predetermined
amount away from the cylinder tubes (2) via means (8) arranged in the diecasting mould
(7), wherein
- the forcible deformation is maintained until the magnesium alloy of the cylinder
block housing (4) cools down.
2. A method according to claim 1,
characterised in that
- a pressure core (8') rigidly arranged in the diecasting mould (7) is used as means
(8') for deformation of the enveloping wall, and
- acts in the coolant space (5) around the cylinder tubes (2) in a frictional and
positive manner, on one side of the enveloping wall (6), so as to outwardly deform
it, wherein
- the pressure core (8') acts on the enveloping wall (6) at least via a limitation
(9) inclined according to a casting slope.
3. A method according to claim 1,
characterised in that
- a pressure core arranged so as to be movable in a controlled manner in the diecasting
mould is used as means (8) for deformation of the enveloping wall, and
- at the insert rigidly inserted into the housing diecasting mould, during controlled
penetration into the coolant space, acts in a frictional and positive manner on the
enveloping wall via an inclined limitation so as to outwardly deform it.
4. A method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that, by means of the deformation of the enveloping wall (6), the cylinder head-side opening
of the coolant space (5) is produced by fixing the total tolerances at a predetermined
nominal size with small variations.
5. A method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the extent of the deformation of the enveloping wall (6) is selected at least according
to the degree of shrinkage of the cooling magnesium alloy of the cylinder block housing
(4).
1. Procédé de fabrication par moulage composite d'un bloc-cylindres pour un moteur à
combustion interne à refroidissement liquide, dans lequel
- plusieurs chemises de cylindre (2) en alliage d'aluminium raccordées d'un seul tenant
les unes aux autres en série sont surmoulées avec un alliage de magnésium pour former
un insert moulé (3) dans un moule formant un carter de bloc-cylindres (4), et
- les chemises de cylindre (2) sont raccordées au carter (4) par surmoulage dans une
section terminale par une paroi d'enveloppe (6) formée qui entoure en en étant séparée
les chemises de cylindre (2) pour une chambre de fluide de refroidissement (5) ouverte
du côté de la culasse,
caractérisé en ce que
- la paroi d'enveloppe (6) de l'insert (3) fabriqué par moulage en coquille est chauffée
à une température prédéterminée, et
- la paroi d'enveloppe (6) chauffée est déformée dans une mesure prédéterminée vers
l'extérieur en s'éloignant des chemises de cylindre (2), et ce dans l'insert (3) à
introduire dans un moule à couler sous pression (7) du carter de bloc-cylindres (4),
grâce à des moyens (8) placés dans le moule à couler sous pression (7), et
- la déformation forcée est maintenue jusqu'au refroidissement de l'alliage de magnésium
du carter de bloc-cylindres (4).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- le moyen (8) permettant la déformation de la paroi d'enveloppe est constitué par
un noyau de formage (8') fixe dans le moule à couler sous pression (7),
- le noyau de formage dans la chambre de fluide de refroidissement (5) autour des
chemises de cylindre (2), a une action unilatérale déformante par force et par complémentarité
de forme s'exerçant vers l'extérieur sur la paroi d'enveloppe (6), lorsque l'insert
(3) est introduit dans le moule à couler sous pression (7) du carter, et
- le noyau de formage (8') agit sur la paroi d'enveloppe (6) au moins par l'intermédiaire
d'une bordure (9) inclinée conformément à une inclinaison de moulage.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- le moyen (8) permettant la déformation de la paroi d'enveloppe est constitué par
un noyau de formage mobile et commandé dans le moule à couler sous pression, et
- le noyau de formage au niveau de l'insert introduit fixement dans le moule à couler
sous pression du carter, a une action déformante par force et par complémentarité
de forme s'exerçant vers l'extérieur sur la paroi d'enveloppe du carter grâce à une
bordure inclinée, lorsque l'insert est introduit de manière contrôlée dans la chambre
de fluide de refroidissement.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la déformation de la paroi d'enveloppe (6) permet d'obtenir l'ouverture de la chambre
de fluide de refroidissement (5) du côté de la culasse en définissant des tolérances
globales dans une dimension nominale prédéterminée avec de faibles déviations.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
la mesure de la déformation de la paroi d'enveloppe (6) correspond au moins à la valeur
de retrait de l'alliage de magnésium du carter de bloc-cylindres (4) en refroidissement.