[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Informationsträger mit abgedecktem Informationsfeld
sowie ein Transferetikett und ein Verfahren zum Abdecken eines Informationsfeldes.
[0002] Der zunehmende Gebrauch von Bank- und Kreditkarten als Zahlungsmittel ebenso wie
die allgegenwärtige Nutzung von Mobiltelefonen hat dazu geführt, daß auch vermehrt
zu deren Benutzung notwendige Geheimnummern, sogenannte PINs, sicher und zuverlässig
an den jeweiligen Nutzer übermittelt werden müssen, ohne daß Dritte unbefugt davon
Kenntnis nehmen können. Meist erfolgt die Übermittlung schriftlich, wobei der Versand
in gewöhnlichen Kuverts ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nicht als ausreichend
erachtet werden kann. Insbesondere muß gewährleistet sein, daß der Versuch eines Unbefugten,
sich die Geheimnummer zu verschaffen, bevor sie der rechtmäßige Empfänger erhalten
hat, letzterem nicht verborgen bleibt.
[0003] Üblicherweise wird daher das meist auf einem Briefbogen oder ähnlichem Papierdokument,
gelegentlich auch einem Papp- oder Plastikkärtchen befindliche, mit der Geheimnummer
versehene Informationsfeld auf eine Weise abgedeckt, daß es nicht freigelegt werden
kann, ohne deutliche Anzeichen einer erfolgten Entfernung der Abdeckung zu hinterlassen.
Mittlerweile ist es nicht ungewöhnlich, sogenannte "Rubbelschichten" als Abdeckung
zu verwenden, d.h. opake Schichten, welche sich durch Reiben oder Kratzen, beispielsweise
mit dem Fingernagel oder einer Münze, irreversibel entfernen lassen. Auch andere vorübergehend
zu verdeckende Informationen, wie etwa Gebührencodes für sogenannte Prepaid-Telefonkarten
oder Losnummern bei Gewinnspielen, werden gängigerweise mittels abreibbarer Schichten
abgedeckt.
[0004] Um abreibbare Schichten zum Verdecken von Informationen auf einem Informationsträger
anzubringen, werden häufig entsprechend ausgestattete Etiketten verwendet. Diese haben
den Vorteil, daß sie unabhängig vom Informationsträger in spezialisierten Betrieben
gefertigt und dann in größerer Menge beim gewerblichen Anwender vorgehalten werden
können, welcher den Informationsträger selbst herstellt. So können Dokumente zur Übermittlung
von Geheimnummern vor Ort auf handelsüblichen Druckern gedruckt, und die Geheimnummer
dann jeweils mit einem Abdecketikett überklebt werden, welches die abreibbare Deckschicht
aufweist. Bei der Herstellung großer Mengen von Informationsträgern können geeignete
Abdecketiketten mit Spendemaschinen schnell, präzise und vollautomatisch aufgespendet
werden.
[0005] Beispielsweise ist aus DE 197 05 380 C1 ein Etikett zum Verdecken von Informationen
bekannt, welches eine Grundschicht und mindestens eine Deckschicht aufweist, die durch
Reiben irreversibel entfernbar ist, um verdeckte Informationen sichtbar zu machen,
wobei die Deckschicht mindestens einen Haftkleber enthält.
[0006] In DE 197 33 876 C2 wird ein kartenartiger Datenträger mit visuell lesbaren Daten
auf einem abgedeckten Datenbereich beschrieben, wobei der Datenbereich mit einem ablösbaren,
aufzugebenden oder aufzusiegelnden Etikett aus transparentem Material abgedeckt ist,
welches mit einer abrubbel- und/oder abkratzbaren Deckschicht sowie mehreren Anstanzungen
versehen ist.
[0007] Die Abdeckung von Informationen mittels herkömmlicher Etiketten der oben beschriebenen
Art bringt jedoch auch gewisse Nachteile mit sich. So befindet sich bei den bekannten
Etiketten die irreversibel abreibbare Schicht auf einer als Grundschicht dienenden
Kunststoffolie, welche mittels einer Haftklebstoffschicht über der zu verdeckenden
Information auf dem Informationsträger befestigt wird. Mitunter besteht so die Gefahr,
daß das abdeckende Etikett durch vorsichtiges Ablösen entfernt und wieder aufgeklebt
oder durch ein neues Etikett ersetzt werden kann, so daß unbemerkt ein anderer als
der bestimmungsgemäße Empfänger noch vor diesem von der verdeckten Information Kenntnis
nehmen könnte. Dieses Problem stellt sich insbesondere dann, wenn der Informationsträger
aus Kunststoff besteht, auf welchem gängige Haftklebstoffe schlechter haften als auf
Papier. Ferner wird bei herkömmlichen Abdecketiketten mit abreibbarer Schicht als
nachteilig angesehen, daß der gesamte Schichtaufbau relativ dick ist, was oft bereits
aus ästethischen Gründen mitunter aber auch in Hinblick auf die Handhabung, beispielsweise
im Zusammenhang mit der Verwendung von Kuvertiermaschinen, unerwünscht ist. Die alternative
Lösung des Aufsiegelns oder Heißprägens der mit der abreibbaren Deckschicht versehenen
Kunststoffolie ist teurer und technisch aufwendig und kann daher beispielsweise auch
nicht mehr in jeder beliebigen Büroumgebung durchgeführt werden.
[0008] Angesichts der geschilderten Problematik besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, eine Möglichkeit zum Abdecken von Informationen zu schaffen, welche die Vorteile,
nicht jedoch die geschilderten Nachteile des Abdeckens von Informationen mittels herkömmlicher
Abdecketiketten mit sich bringt.
[0009] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe durch einen Informationsträger
mit abgedecktem Informationsfeld gelöst, der eine zumindest über dem Informationsfeld
angeordnete Haftklebstoffschicht und eine zwischenfolienfrei direkt auf der Haftklebstoffschicht
angeordnete opake Deckfarbschicht aufweist. Der Begriff zwischenfolienfrei ist hier
so zu verstehen, daß sich zwischen Haftklebstoffschicht und (ggf. mehrschichtiger)
Deckfarbschicht kein durchgehender Folienkörper mehr befindet, welcher bei Abreiben
der Deckfarbschicht auf dem Informationsträger verbliebe; eine Lackschicht oder dergleichen
kann dagegen durchaus zwischen Haftklebstoff und Deckfarbschicht angeordnet sein.
In der Regel wird die Deckfarbschicht jedoch zwischenschichtfrei auf der Haftklebstoffschicht
angebracht.
[0010] Bei geeigneter Klebstoffwahl läßt sich so die Deckfarbschicht zusammen mit zumindest
Teilen der Haftklebstoffschicht abreiben, fortkratzen bzw. "abrubbeln". Als besonders
günstig hat sich hierfür eine Haftklebstoffschicht aus, vorzugsweise gefülltem, Kautschukklebstoff
herausgestellt, der sich aufgrund seiner Elastizität und etwas verringerten Klebkraft
besonders zum sogenannten "Abrubbeln" eignet. Unter verringerter Klebkraft ist hier
insbesondere eine Klebkraft von 3 bis 16 N/(25 mm), vorzugsweise 6 bis 10 N/(25 mm)
(standardisierte Schälkraft auf Glasoberfläche gemäß FINAT) zu verstehen. Als besonders
günstig hat sich ein Auftraggewicht von 20(±4) Gramm pro Quadratmeter herausgestellt.
[0011] Bei dem Informationsträger handelt es sich in der Regel um ein Papierdokument, beispielsweise
einen Bankbrief, oder um einen kartenartigen Träger aus Pappe, Kunststoff oder Verbundmaterial.
Grundsätzlich denkbar als Informationsträger im Sinne der vorliegenden Erfindung ist
jedoch jeder beliebige Gegenstand, auf welchem eine Information freilegbar verdeckt
angebracht sein soll. Unter Informationsfeld ist eine beliebige mit der abzudeckenden
Information versehene Fläche zu verstehen.
[0012] Durch das Fehlen einer Folie zwischen der Haftklebstoffschicht und der Deckfarbschicht
ist es unter keinen Umständen mehr möglich, den verdeckenden Schichtaufbau zerstörungsfrei
abzulösen. Ferner kann der Schichtaufbau gemäß der erfindungsgemäßen Lösung sehr viel
dünner sein als herkömmliche Abdecketiketten.
[0013] Vorteilhafterweise kann die Deckfarbschicht zumindest teilflächig aus mehreren Farbschichten
bestehen, um beispielsweise auch mit hellen Farben völlige Opazität zu gewährleisten,
oder um einen bestimmten visuellen Eindruck zu erzeugen. Beispielsweise können so
Muster oder Schriftzüge realisiert werden.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist über der Deckfarbschicht
eine unabhängig von der Deckfarbschicht abziehbare Kunststoffschicht angeordnet. Die
Abziehbarkeit kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß die Kunststoffschicht
auf der der Deckfarbschicht zugewandten Fläche nicht oberflächenbehandelt bzw. nicht
druckvorbehandelt ist. Vorzugsweise ist allerdings zwischen der Deckfarbschicht und
der Kunststoffschicht eine Trennschicht angeordnet.
[0015] Die optionale Kunststoffschicht kann transparent oder opak sein und einen Aufdruck,
beispielsweise "hier abziehen und dann abrubbeln", tragen. Sie dient dem Schutz der
Deckschicht gegen unbeabsichtigte Beschädigung und wird im bestimmungsgemäßen Gebrauch
vor dem Abreiben, -kratzen oder "-rubbeln" abgezogen. Hierfür kann an der Kunststoffschicht
günstigerweise eine Anfaßlasche vorgesehen sein. An der Oberseite der Kunststoffschicht
kann eine weitere Trennschicht angeordnet sein.
[0016] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Transferetikett zum
Abdecken eines Informationsfeldes vorgesehen, welches eine Kunststoffschicht, eine
mit begrenzter Haftung mit der Kunststoffschicht verbundene Deckfarbschicht und eine
zwischenfolienfrei direkt mit der Deckfarbschicht verbundene Haftklebstoffschicht
aufweist. Die Haftklebstoff besteht dabei aus einem Haftklebstoff, welcher eine Klebkraft
von 3 bis 16 N/(25 mm), vorzugsweise 6 bis 10 N/(25 mm) (standardisierte Schälkraft
auf Glasoberfläche gemäß FINAT) aufweist. Eine entsprechende Klebkraft läßt sich auf
üblichen Oberflächen meist mit einem, vorzugsweise gefüllten, Kautschukklebstoff erzielen.
Als besonders günstig hat sich ein Auftraggewicht von 20(±4) Gramm pro Quadratmeter
herausgestellt.
[0017] Ein solches Transferetikett kann verwendet werden, um einen erfindungsgemäßen Informationsträger
herzustellen, indem es mit der Haftklebstoffschicht auf das auf einem Papierdokument,
einer Karte oder einem anderen Gegenstand befindliche Informationsfeld aufgeklebt
wird. Es ist herstellbar, indem eine Kunststoffolie, beispielsweise eine Polyesterfolie
ohne Druckvorbehandlung, mit der Deckfarbe bedruckt wird, auf welche der Haftklebstoff
aufgebracht wird. Zur Verwendung als Deckfarbe haben sich beispielsweise UV-Siebdrucklack
und UV-Thermochromic-Farbe als besonders günstig herausgestellt.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist zwischen der
Kunststoffschicht und der Deckfarbschicht eine Trennschicht angeordnet.
[0019] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das Transferetikett, vorzugsweise neben weiteren gleichartigen Etiketten, über die
Haftklebstoffschicht auf einem vorzugsweise bahnförmigen Abziehmaterial angeordnet,
von welchem aus es manuell oder maschinell zu seinem bestimmungsgemäßen Gebrauch verspendet
werden kann.
[0020] Alternativ hierzu ist das Transferetikett gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung,
über die Kunststoffschicht eine zusammenhängende Bahn bildend, mit weiteren gleichartigen
Transferetiketten verbunden. Ist auf der der Deckfarbschicht abgewandten Seite der
Kunststoffschicht eine weitere Trennschicht angeordnet, so läßt sich die zusammenhängende
Bahn abrollbar rollenförmig aufwickeln.
[0021] Auf einer entsprechenden Rolle läßt sich so eine große Zahl erfindungsgemäßer Transferetiketten
platzsparend vorhalten, wobei vorteilhafterweise Mittel zum vereinfachten Trennen
aneinander angrenzender Transferetiketten vorgesehen sein können. Hierbei kann es
sich u.a. um eines oder mehrere der folgenden Mittel handeln: Anstanzungen, Perforationen,
lokale Verjüngungen, Farbmarkierungen. Die gerade benötigten Transferetiketten lassen
sich so jeweils einzeln von einer vorgehaltenen Rolle an der entsprechenden angestanzten,
verjüngten oder perforierten Stelle sauber abreißen.
[0022] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Deckfarbschicht und die
zwischenfolienfrei direkt mit der Deckfarbschicht verbundene Haftklebstoffschicht
auf diskreten Bereichen der zusammenhängenden Kunststoffbahn angeordnet, ohne daß
die Kunststoffschicht selbst mittels Perforationen oder dergleichen in Bereiche unterteilt
zu sein braucht. Lediglich optisch wahrnehmbare, unter Umständen auch lumineszierende
Markierungen können gewünschtenfalls die Anordnung der diskreten Bereiche mit Deckfarbschicht
und Haftklebstoffschicht zusätzlich anzeigen. Der Verbund aus Deckfarbschicht und
Haftklebstoffschicht kann so direkt von der fortlaufenden Bahn herunter auf abzudeckende
Informationsfelder aufgebracht werden, wobei jeder der mit Deckfarbschicht und Haftklebstoffschicht
versehenen diskreten Bereiche einem der abzudeckende Informationsfelder entspricht.
Bei der maschinellen Durchführung eines derartigen Transferverfahrens können die optionalen
Markierungen bei der Positionierung der mit Deckfarbschicht und Haftklebstoffschicht
versehenen diskreten Bereiche relativ zu den abzudeckenden Informationsfeldern hilfreich
sein.
[0023] Anhand der zugehörigen Zeichnungen werden Beispiele bevorzugter Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung näher erläutert. Die gewählten Darstellungen sind dabei
schematisch aufzufassen und nicht maßstäblich. Insbesondere sind bei Schnittdarstellungen
die Schichtdicken aus Anschaulichkeitsgründen stark vergrößert.
- Fig.1
- ist die Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Informationsträgers, welcher durch
Aufkleben eines erfindungsgemäßen Transferetiketts auf ein bedrucktes Papierdokument
hergestellt wurde.
- Fig. 2
- zeigt in Schnittdarstellung einen Ausschnitt einer Bahn aus Abziehmaterial, welche
mehrere Transferetiketten zur Herstellung des in Fig. 1 dargestellten Gegenstandes
trägt.
- Fig. 3a
- zeigt einen erfindungsgemäßen Informationsträger mit abgedecktem Informationsfeld.
- Fig. 3b
- zeigt den Informationsträger aus Fig. 3a mit teilweise freigelegtem Informationsfeld.
- Fig. 4
- ist eine Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Informationsträgers, welcher durch
Aufkleben eines erfindungsgemäßen Transferetiketts auf ein Stück bedrucktes Kartenmaterial
hergestellt wurde.
- Fig. 5
- zeigt den in Fig. 4 dargestellten Gegenstand in einer perspektivischen Ansicht, wobei
eine bedruckte Kunststoffschicht teilweise abgezogen ist.
- Fig. 6
- zeigt in Schnittdarstellung einen Ausschnitt einer Bahn aus miteinander verbundenen
erfindungsgemäßen Transferetiketten, welche über Anstanzungen vereinzelbar sind.
- Fig. 7
- zeigt einen weiteren Ausschnitt der in Fig. 6 dargestellten Bahn in der Draufsicht.
- Fig. 8
- ist eine perspektivische Ansicht einer rollenförmig aufgewickelten Bahn erfindungsgemäßer
Transferetiketten, ähnlich der in Fig. 6 und Fig. 7 dargestellten Bahn.
- Fig. 9
- zeigt in Schnittdarstellung erfindungsgemäße Transferetiketten, welche als mit Deckfarbschicht
und Haftklebstoffschicht versehene diskrete Bereiche einer ausschnittsweise dargestellten
kontinuierlichen Bahn ausgeführt sind.
- Fig. 10
- zeigt einen weiteren Ausschnitt der in Fig. 9 dargestellten Bahn in der Draufsicht.
[0024] Der in Fig. 1 dargestellte Informationsträger besteht aus einem mit Text 12 bedruckten
Papierdokument 1, dessen Informationsfeld mit aufgedruckter Geheimnummer 2 durch eine
aus den Farbschichten 3, 4 gebildete Deckfarbschicht abgedeckt ist, welche über die
aus gefülltem Kautschukklebstoff bestehende Haftschicht 5 auf dem Papierdokument 1
haftet. Die Unterseite des Papierdokuments 1 ist mit einem Muster 6 bedruckt, um erkennbares
Durchscheinen der Geheimnummer 2 durch das Papier zu vermeiden.
[0025] Zur Herstellung des Informationsträgers wird ein Transferetikett 7 mit analogem Schichtaufbau,
welches, wie in Fig. 2 dargestellt, auf einer Bahn aus Abziehmaterial 8 angeordnet
ist, von deren klebstoffabweisenden Beschichtung 9 abgezogen und auf das Papierdokument
1 aufgeklebt. Anschließend wird die die oberste Schicht des Transferetiketts 7 bildende
Kunststoffschicht 10 abgezogen. Dies ist aufgrund der zwischen Kunststoffschicht 10
und Deckfarbschicht angeordneten Trennschicht 11 ohne Beschädigung der Deckfarbschicht
möglich.
[0026] Um die verdeckte Geheimnummer 2 sichtbar zu machen, werden die die Deckfarbschicht
bildenden Farbschichten 3, 4 zusammen mit zumindest einem Teil der Haftschicht 5 mit
dem Fingernagel oder unter Zuhilfnahme eines Hilfsmittels, beispielsweise einer Münze,
zumindest teilflächig "abgerubbelt".
[0027] In den Figuren 3a und 3b ist dieser Vorgang anhand eines ähnlichen, kartenförmigen
Informationsträgers 100 verdeutlicht. In Fig. 3a ist der mit einem Text 112 versehene
Informationsträger 100 mit unversehrter Deckfarbschicht 103 dargestellt. In Fig. 3b
ist die Deckfarbschicht 103 zusammen mit der darunterliegenden Haftklebstoffschicht
mithilfe des Fingernagels 113 bereits so weit entfernt, daß die in Fig. 3a verdeckte
Geheimnummer 102 teilweise sichtbar ist. Anstelle einer Geheimnummer 102 kann auch
ein Werteinheitencode für eine Prepaid-Telefonkarte oder eine andere temporär zu verdeckende
Information vorgesehen sein.
[0028] In Fig. 4 ist ein kartenartiger Informationsträger ähnlich dem in den Figuren 3a
und 3b dargestellten Informationsträger 100 in Schnittdarstellung abgebildet. Der
Schichtaufbau gleicht weitgehend dem in Fig. 1 dargestellten Schichtaufbau. Auf der
Karte 201 ist neben einem erläuterten Text 212 eine Geheimnummer 202 oder sonstige
zu verdeckende information aufgedruckt. Über der Geheimnummer 202 befinden sich die
Haftklebstoffschicht 205, die Deckfarbschicht 203, die Trennschicht 210 und die Kunststoffolienschicht
210. Im Unterschied zu den in Fig. 1 und Fig. 3a/Fig. 3b dargestellten Gegenständen
ist im hier dargestellten Ausführungsbeispiel die Kunststoffolienschicht 210, welche
einen Aufdruck 214 trägt, dazu bestimmt, bis zum Freilegen der Geheimnummer 202 auf
dem Informationsträger zu verbleiben, um die Deckfarbschicht 203 gegen unbeabsichtigte
Beschädigung zu schützen. Erst vor dem bestimmungsgemäßen "Abrubbeln" der Deckfarbschicht
203 samt zumindest Teilen der Haftklebstoffschicht 205 wird die Kunststoffolienschicht
210 abgezogen. Fig. 5 zeigt den in Fig. 4 dargestellten Informationsträger in einer
perspektivischen Ansicht, wobei die bedruckte Kunststoffolienschicht 210 teilweise
abgezogen ist.
[0029] Aufgrund der Möglichkeit, auf der Kunststoffolienschicht 210 einen Aufdruck 214 anzubringen,
ist auch ein Informationsträger vorstellbar, dessen gesamte Grundfläche von einem
"abrubbelbaren" Schichtaufbau bedeckt ist.
[0030] In Fig. 6 ist ein Auschnitt einer aus erfindungsgemäßen Transferetiketten gebildeten
Bahn im Längsschnitt dargestellt. Die Bahn, welche in Fig. 7 ebenfalls ausschnittsweise
in der Draufsicht abgebildet ist, ist mittels Anstanzungen 315 und Verjüngungen bildende
Einkerbungen 316 in Abschnitte 317a, 317b unterteilt (in Fig. 6 durch eine gestrichelte
Linie angedeutet). Jeder Abschnitt 317a, 317b stellt ein Transferetikett dar und läßt
sich an den Anstanzungen 315 bzw. Verjüngungen leicht abtrennen, um seinem bestimmungsgemäßen
Gebrauch zugeführt zu werden. Neben der Haftschicht 305 aus gefülltem Kautschukklebstoff,
den die Deckfarbschicht bildenden Farbschichten 303, 304, der Trennschicht 311 und
der transparenten Kunststoffschicht 310 weisen die Transferetiketten eine weitere
Trennschicht 318 an der Oberseite der Kunststoffschicht 310 auf. Beim rollenförmigen
Aufwickeln der Bahn kommt so die Haftschicht 305 auf der Trennschicht 318 zu liegen,
was ein erleichtertes Abwickeln der Rolle ermöglicht.
[0031] Eine entsprechende Rolle ist in Fig. 8 dargestellt, wobei hier die Bahn im Gegensatz
zu der in den Figuren 6 und 7 gezeigten Ausführungsform nicht durch Anstanzungen 315
und Einkerbungen 316, sondern durch Perforationen 415 in einzelne Transferetiketten
bildende Abschnitte 417a, 417b unterteilt ist.
[0032] Bei den in Fig. 9 (zum Teil auschnittsweise) im Längsschnitt dargestellten Transferetiketten
517a, 517b handelt es sich um mit Deckfarbschicht und Haftklebstoffschicht 505 versehene
diskrete Bereiche einer kontinuierlichen Kunststofbahn 510, welche auf ihrer Oberseite
eine Trennschicht 518 aufweist, um rollenförmig aufgewickelt werden zu können. Analog
der in Fig. 6 dargestellten Variante besteht die Deckfarbschicht aus den Farbschichten
503, 504. Ferner ist eine weitere Trennschicht 511 vorgesehen.
[0033] In der Anwendung werden die diskreten Bereich des Verbundes aus Haftklebstoffschicht
505 und Farbschichten 503, 504 im Transferverfahren auf abzudeckende Informationsfelder
aufgebracht. Hierzu wird die in Fig. 10 noch einmal in der Draufsicht abschnittsweise
dargestellte Bahn relativ zu dem jeweils abzudeckenden Informationsfeld (nicht dargestellt)
so positioniert, daß der entsprechende diskrete Bereich 517a, 517b mit dem Informationsfeld
in Deckung gebracht ist. Durch Andrücken wird die Haftklebstoffschicht 505 mit der
Oberfläche des abzudeckenden Informationsfeldes verbunden, bevor die Kunststoffbahn
510 an der Trennschicht 511 ablöst, so daß Haftklebstoffschicht 505 und Farbschichten
503, 504 auf dem nunmehr abgedeckten Informationsfeld verbleiben um vom Endverbraucher
abgerieben werden zu können.
1. Informationsträger (1, 100, 201) mit abgedecktem Informationsfeld, aufweisend eine
zum indest über dem Informationsfeld angeordnete Haftklebstoffschicht (5, 205) und
eine zwischenfolienfreidirekt auf der Haftklebstoffschicht (5, 205) angeordnete Deckfarbschicht
(103, 203).
2. Informationsträger (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckfarbschicht zum indest teilflächig aus mehreren Farbschichten (3, 4) besteht.
3. Informationsträger (201) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß über der Deckfarbschicht (203) eine unabhängig von der Deckfarbschicht (203) abziehbare
Kunststoffschicht (210) angeordnet ist.
4. Informationsträger (201) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Kunststoffschicht (210) und der Deckfarbschicht (203) eine Trennschicht
(211) angeordnet ist.
5. Informationsträger (1, 100, 201) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 205) eine Klebkraft zwischen 3 und 16 N/(25 mm) (Schälkraft
nach FINAT auf Glas) aufweist.
6. Informationsträger (1, 100, 201) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 205) eine Klebkraft zwischen 6 und 10 N/(25 mm) (Schälkraft
nach FINAT auf Glas) aufweist.
7. Informationsträger (1, 100, 201) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5,205) ein Auftragsgewicht von 20 (±4) g/m2 aufweist.
8. Informationsträger (1, 100, 201) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 205) aus einem Kautschukklebstoffbesteht.
9. Informationsträger (1, 100, 201) gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Kautschukklebstoff ein gefüllter Kautschukklebstoff ist.
10. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) zum Abdecken eines Informationsfeldes,
aufweisend eine Kunststoffschicht (10, 310 , 510), eine mit begrenzter Haftung mit
der Kunststoffschicht (10, 310, 510) verbundene Deckfarbschicht und eine zwischenfolienfreidirekt
mit der Deckfarbschicht verbundene Haftklebstoffschicht (5, 305, 505), welche eine
Klebkraft zwischen 6 und 10 N/(25 mm) (Schälkraft nach FINAT auf Glas) aufweist.
11. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 305, 505) eine Klebkraft zwischen 3 und 16 N/(25 mm)
(Schälkraft nach FINAT auf Glas) aufweist.
12. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß einem der Ansprüche
10-11, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 305, 505) ein Auftragsgewicht von 20 (±4) g/m2 aufweist.
13. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß einem der Ansprüche
10-12, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 305, 505) aus einem Kautschukklebstoffbesteht.
14. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß einem der Ansprüche
10-13, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftklebstoffschicht (5, 305, 505) aus einem gefüllten Kautschukklebstoffbesteht.
15. Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß einem der Ansprüche
10-14, dadurch gekennzeichnet, daß zw ischen Kunststoffschicht (10, 310, 510) und Deckfarbschicht eine Trennschicht
(11, 311, 511) angeordnet ist.
16. Transferetikett (7) gemäß einem der Ansprüche 10-15, dadurch gekennzeichnet, daß es über die Haftklebstoffschicht (5) auf einem Abziehmaterial (8) angeordnet ist.
17. Transferetikett (317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß einem der Ansprüche 10-15,
dadurch gekennzeichnet, daß es über die Kunststoffschicht (310, 510) eine zusamm enhängende Bahn bildend mit
weiteren gleichartigen Transferetiketten (317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) verbunden
ist.
18. Transferetikett (317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b) gemäß Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Deckfarbschicht abgewandten Seite der Kunststoffschicht (310, 510) eine
weitere Trennschicht (318, 518) angeordnet ist, so daß sich die zusammenhängende Bahn
abrollbar rollenförmig aufwickeln läßt.
19. Transferetikett (317a, 317b, 417a, 417b) gemäß einem der Ansprüche 17-18, dadurch gekennzeichnet, daß das Transferetikett (317a, 317b, 417a, 417b) Mittel (315, 316, 415) zum vereinfachten
Trennen von angrenzenden Transferetiketten (317a, 317b, 417a, 417b) aufweist.
20. Transferetikett (317a, 317b, 417a, 417b) gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (315, 316 , 415) zum vereinfachten Trennen von angrenzenden Transferetiketten
(317a, 317b, 417a, 417b) eines oder mehrere der folgenden Mittelumfassen: Anstanzung
(315), Perforation (415), bkale Verjingung (316), Farbmarkierung.
21. Verfahren zum Abdecken eines Informationsfeldes, beiwelchem das Informationsfeld mit
einem Transferetikett (7, 317a, 317b, 417a, 417b, 517a, 517b), welches eine Kunststoffschicht
(10, 310, 510), eine mit begrenzter Haftung mit der Kunststoffschicht (10, 310, 510)
verbundene Deckfarbschicht und eine zwischenfolienfreidirekt mit der Deckfarbschicht
verbundene Haftklebstoffschicht (5, 305, 505) aufweist, überklebt wird.