[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischer Bänder im
Durchlauf, insbesondere zum Betrieb unter Schutzgas geringer Dichte, wie beispielsweise
ein Stickstoff/Wasserstoff-Gemisch mit hohem Wasserstoff-Anteil.
[0002] Durchlaufanlagen spielen bei der Wärmebehandlung von Bändern sowohl aus Eisenals
auch aus Nichteisenmetall-Legierungen, wie z. B. Kupferlegierungen, eine große Rolle.
Bei Bändern, deren Oberfläche während der Wärmebehandlung oxidieren kann, wird die
Durchlaufwärmebehandlung üblicherweise unter Schutzgas durchgeführt. Dieses Schutzgas
kann zum größten Teil aus Stickstoff bestehen. Für einige Wärmebehandlungsvorgänge
ist es aber sinnvoll, Schutzgas mit einem hohen Wasserstoffanteil oder sogar reinen
Wasserstoff zu verwenden.
[0003] Die Verwendung von reinem Wasserstoff als Schutzgas bietet den Vorteil einer besseren
Wärmeübertragung, so dass mit gleicher Anlagenlänge wie bei Stickstoff ein wesentlich
höherer Durchsatz erzielt werden kann.
[0004] Da an die Qualität der Oberfläche von Bändern sowohl aus Eisenlegierungen als auch
aus Nichteisenmetall-Legierungen in der Regel hohe Anforderungen gestellt werden,
ist es der moderne Stand der Technik, diese Bänder berührungsfrei zu führen. Die berührungsfreie
Führung wird dadurch erreicht, dass das Band in einem Turmofen vertikal hängt oder
in einem Horizontalofen eine Seillinie annimmt, die sich unter Wirkung der Schwerkraft
einstellt.
[0005] Nachteilig ist insbesondere bei der Seillinie, dass bei größeren Bandlängen im Wärmebehandlungsteil
sowohl ein hoher Banddurchhang als auch eine hohe Bandspannung auftreten. Dadurch
ist der Durchsatz derartiger Anlagen sehr begrenzt.
[0006] Um diese Nachteile zu vermeiden, wurden Anlagen mit horizontaler Bandführung entwickelt,
wobei das Band im Behandlungsteil mittels Schwebedüsen in der horizontalen Lage stabilisiert
und getragen wird. Solche Anlagen setzen aber voraus, dass eine ausreichend hohe Tragkraft
erzielt werden kann, was bei hohen Temperaturen, Schutzgas geringer Dichte, wie z.
B. einem Stickstoff/Wasserstoff-Gemisch mit hohem Wasserstoffanteil, und schweren
Bändern große Probleme bereitet. Daher ist man vielfach, wenn man sich für die vorteilhafte
Verwendung eines Schutzgases mit hohem Wasserstoffanteil entschieden hat, dazu gezwungen,
die vorerwähnten Turmofenanlagen oder Anlagen mit Bandführung nach einer Seillinie
zu verwenden.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, welche die Vorteile der
Bandführung mittels stabilisierenden Schwebedüsen mit den Vorteilen von Turmofenanlagen
und Anlagen mit Führung des Bandes nach einer Seillinie vereint, ohne die Nachteile
der bekannten Anlage in Kauf nehmen zu müssen.
[0008] Dies wird durch die Kombination der im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs aufgeführten
Merkmale erreicht.
[0009] Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Unteransprüche definiert.
[0010] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ausführung der Vorrichtung, bei welcher sich die den Behandlungsbereich des Bandes
eingrenzenden Rollen auf gleicher Höhe befinden,
- Figur 2
- eine Ausführung der Vorrichtung mit vertikalem Bandlauf, an den sich der Bereich mit
- von oben betrachtet - konkavem Bandlauf anschließt,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung der Vorrichtung mit vertikalem Bandlauf und weiterer
Details zur Bandführung,
- Figur 4
- einen Ausschnitt des Behandlungsteiles für eine Vorrichtung mit vertikaler Bandführung,
in dem weitere Ausführungsdetails zu erkennen sind, und
- Figur 5
- das Schema einer vorteilhaften Ausführung der Außenwand.
[0012] Bei der Ausführung der Vorrichtung nach Figur 1 mit Rollen 2, 3 auf gleicher Höhe
wird ein Band 1 im Behandlungsbereich im Durchhang geführt. Dieser Durchhang kommt
auf Grund des Eigengewichtes, also unter Mitwirkung der Schwerkraft zustande. Die
Rollen 2, 3 und der Behandlungsbereich sind in einem in Figur 1 schematisch dargestellten
Gehäuse 6 angeordnet. Dieses Gehäuse weist für den Bandeintritt und den Bandaustritt
abgedichtete Durchlässe 7 auf, die in Figur 1 ebenfalls nur schematisch angedeutet
sind.
[0013] Oberhalb und unterhalb des Bandes 1 sind schematisch dargestellte Düsensysteme 8u
und 8o für den Erwärmungsteil 4 sowie 9u und 9o für den Kühlteil 5 vorgesehen. Mit
Hilfe dieser Beblasungssysteme, die als das Band unterstützende und zugleich dessen
Lage stabilisierende Schwebedüsen, vorzugsweise wie aus EP 0 864 518 B1 bekannt, ausgeführt
sind, wird das Band 1 in einer bestimmten Lage gehalten, so dass die erforderliche
Bandspannung aufgrund der Tragewirkung der Düsensysteme 8 und 9 verringert werden
kann. Daher ist die Vorrichtung in der Lage, auch vergleichsweise schwere Metallbänder
aus einem Metall hoher Dichte mit relativ geringem Durchhang zu führen, da ein Teil
des Gewichts durch das stabilisierende Schwebedüsensystem getragen wird. Zugleich
können diese Düsensysteme auch eine im Bereich der stärksten konkaven Krümmung besonders
ausgeprägte querstabilisierende Wirkung auf das Band ausüben. Bei dünnen Bändern lässt
sich mit dem gleichen System das Band ohne nennenswerte Zugkräfte in der gleichen
Form führen, da durch das stabilisierende Schwebedüsensystem das Band in dieser Lage
wie zwischen Gasfedern eine stabile Lage findet.
[0014] Zur Überwachung der Bandlage dient ein Sensor 10, der in der Nähe des Tiefpunktes
des Bandverlaufes angeordnet ist. Bei diesem Sensor kann es sich z. B. um einen mit
Mikrowellen nach dem Radarprinzip arbeitenden Sensor 10 handeln. Es ist vorteilhaft
mehrere Sensoren über der Bandbreite anzuordnen, da die Bandbreite für ein und dieselbe
Vorrichtung während des Betriebs variiert werden kann. Auf diese Weise stehen bei
breiten Bändern 1 mehrere Sensoren zur Verfügung, während beim schmalsten 1 Band zumindest
immer ein Sensor 10 die Bandlage zuverlässig erfasst.
[0015] In Figur 2 ist eine Ausführung der Vorrichtung mit vertikalem Bandlauf hinter der
Rolle 2 dargestellt. Wie bei der Vorrichtung, die in Figur 1 schematisch abgebildet
ist, wird auch bei dieser Vorrichtung der gesamte Behandlungsteil einschließlich der
Rolle 2 von einem schutzgasdichten Gehäuse 6 umgeben. Durch dieses Gehäuse 6 tritt
das Band durch die schematisch dargestellte Abdichteinrichtung 7 ein. Diese Einrichtung
ist, dem Stand der Technik entsprechend, z. B. als Rollenabdichtung ausgeführt und
bedarf keiner weiteren Erläuterung.
[0016] Im absteigenden Bandlauf durchläuft das Band 1 zunächst den Erwärmungsteil 4 und
anschließend den ersten Bereich des Kühlteils 5. Beiderseits des Bandes 1 befinden
sich die stabilisierenden Beblasungsdüsensysteme 8l, 8r für den Erwärmungsteil und
9l und 9r für den Kühlteil.
[0017] Am unteren Ende hat das Band einen Verlauf mit - von oben betrachtet - konkaver Krümmung.
Dieser Verlauf befindet sich in einem Fluid 12, z. B. Wasser. Dieses Fluid 12, in
der Regel eine geeignete Flüssigkeit, grenzt zugleich den Innenraum der Einhausung
6 gegen die Außenatmosphäre ab und trennt somit das Schutzgas von der Umgebungsluft.
[0018] In dem Fluidbecken befinden sich sowohl auf der Innenkrümmung als auch auf der Außenkrümmung
Düsensysteme 9i, 9a, die ähnlich wie die in der Gasatmosphäre arbeitenden Systeme
8 und 9 wirken, aber speziell auf den Betrieb mit dem Sperrfluid abgestimmt und entworfen
sind und das Fluid, insbesondere Wasser, auf das Band 1 richten. Durch diese Fluiddüsen
9i, 9a werden auf das Band Stabilisierungskräfte ausgeübt, die auch dünne Bänder 1,
die anderenfalls verlaufen würden, in der gewünschten konkaven Form führen. In einer
besonders vorteilhaften Ausführungsform wirken diese Düsensysteme auch ähnlich wie
eine Bandmittensteuerung lagestabilisierend in Richtung quer zum Bandlauf. Es ist
aber auch möglich, solche Stabilisierungsdüsen nur im Bereich der vertikalen Schenkel
des Bandlaufs, die den konkav gekrümmten Bereich eingrenzen, anzuordnen, so dass der
Bandlauf dazwischen sich frei einstellen kann und nur die Lage im tiefsten Bereich
durch den Sensor 10 überwacht wird.
[0019] Die Lage des Bandlaufs wird im Tiefpunkt der konkaven Krümmung mittels mindestens
eines Sensors 10 erfasst und kontrolliert, so dass die gewünschte Form unter allen
Betriebsbedingungen erhalten bleibt. In einer Flüssigkeit als Sperrfluid arbeitet
diese Höhenlageerfassung des Bandes vorteilhaft nach dem Echolotprinzip.
[0020] Weitere Details eines typischen Bandlaufs der Vorrichtung nach der Erfindung zeigt
Figur 3. Die Abdichtung der Vorrichtung gegenüber der Außenatmosphäre erfolgt am Bandeinlauf
durch eine Doppelrollenabdichtung 41. Die Rollenkombination 40 dient dem Abbau des
Bandzuges von dem höheren Zug vor der Rollenkombination 40 auf den niedrigeren Zug
im Wärmebehandlungsteil. In der ersten Umlenkung des Bandlaufs ist eine Steuerrolle
42 angeordnet. Vor dieser Steuerrolle 42 befindet sich ein Sensor zur Erfassung der
Bandlage und hinter dieser Steuerrolle 42 eine weitere Andruckrolle kleineren Durchmessers,
die auch bei geringem Bandzug ein Anliegen des Bandes 1 an der Umlenkrolle 42 sicherstellt.
[0021] Unterhalb der zweiten Umlenkrolle 2, die den Behandlungsbereich des Bandes eingrenzt,
befindet sich eine Verschlusseinrichtung 43, die aus zwei senkrecht zum Band beweglichen
Verschlussorganen besteht. Mit Hilfe dieser Verschlusseinrichtung 43 wird durch die
durch den vorteilhaft wassergekühlten und mit Wärmeisolation versehenen Einlaufhals
44 gebildete Bandeintrittsöffnung in den Erwärmungsteil 4, der auch bei erheblicher
Temperatur von z. B. ca. 950 °C betrieben werden kann, verschlossen, so dass keine
Wärme beim Bandstillstand aus der Wärmebehandlungsteil 4 nach oben austreten kann
und dort möglicherweise zu einer Beschädigung der Umlenkrolle 42 bzw. deren Beschichtung
führt.
[0022] Zwischen Umlenkrolle 42 und Bandeintritt 7 in den Wärmebehandlungsteil 4 kann noch
eine Kühlvorrichtung (nicht gezeichnet) vorgesehen werden, die unzulässig hohe Rollentemperaturen
ausschließt. Eine solche Kühleinrichtung kann z. B. durch Beblasen des Bandes mit
Schutzgas niedriger Temperatur arbeiten. Es kann auch vorteilhaft sein, die Rollenkombination
40 zum Abbau des Bandzuges auf den niedrigen Wert im Behandlungsteil unmittelbar vor
dem Eintritt des Bandes in diesen anzuordnen, so dass die Rolle 2 sich erübrigt.
[0023] Der Wärmebehandlungsteil 4 und der darunter befindliche erste Bereich 5 des Kühlteils
sind in Figur 3 durch das Bezugszeichen 45 angedeutet. Aus dem Kühlteil 5 wird das
Band 1 durch einen schutzgasdichten Kanal, der in den Flüssigkeitsverschluss 12 eintaucht,
geführt. Das in Richtung der Rolle 3 laufende Band wird durch Abquetschrollen 11 geführt
und das danach noch am Band anhaftende Fluid 12, in der Regel Wasser, mit dem Konvektionstrockner
13, der beheizt sein kann, getrocknet.
[0024] Figur 4 zeigt als Beispiel nähere Details der Ausführungsform mit vertikalem Bandlauf.
In der Figur sind drei übereinander geordnete Erwärmungszonen 4 und eine unter diesen
Erwärmungszonen 4 angebrachte Kühlzone 5 dargestellt. Die Strömungsführungen der drei
Erwärmungszonen 4 und der darunter befindlichen Kühlzone 5 haben in dem in Figur 4
dargestellten Längsschnitt quer zum Bandlauf die Form eines U. Im Beispiel der Figur
4 weisen die Schenkel des U nach unten. Es ist aber auch die umgekehrte Anordnung,
also nach oben weisende U-Schenkel. möglich.
[0025] Dabei sind auf der Außenseite des dem Band 1 zugewandten Schenkels des U die stabilisierenden
Düsenfelder 23 angeordnet. Im von den Schenkeln des U umschlossenen Raum befinden
sich in den Erwärmungszonen 4 Strahlheizrohre 25 und in der Kühlzone 5 Kühler 28,
insbesondere Wärmetauscher. Zum Strömungsantrieb dienen Radialventilatoren 21, die
mittels Stopfen, die mit Isoliermaterial gefüllt sind, in die Außenwand eingesetzt
sind. Die Strömungsgehäuse 20 sind dabei über kronenartige Gebilde 22 mit der Tragkonstruktion
des Ventilators 21 und darüber wiederum mit der Tragkonstruktion des Außengehäuses
6 verbunden. Die Kraftübertragung erfolgt an den Spitzen der Kronenzacken.
[0026] Die Ausführung dieser Befestigung in Form von Kronen stellt sicher, dass durch Wärmespannungen
und Wärmedehnungen keine Beulen, Risse und dergleichen Schwierigkeiten auftreten können.
[0027] Die Abgrenzung der Zonen voneinander wird im Erwärmungsteil mittels Trapezblechböden
26 vorgenommen. Bei dem ersten Boden 26 befindet sich unterhalb dieses Trapezbleches
noch eine Lage Isolierwerkstoff 27, so dass zwischen der ersten und der zweiten Zone
ein Temperaturunterschied eingestellt und aufrecht erhalten werden kann. Diese Ausführung
des Zwischenbodens 26 in Verbindung mit Wärmeisolierung 27 ist natürlich zwischen
allen Zonen möglich.
[0028] Bei Vorrichtungen zum Betrieb bei hohen Temperaturen, z. B. oberhalb 800 °C im Erwärmungsteil,
und Schutzgas mit hohem Wasserstoffanteil ist der in Figur 5 dargestellte Wandaufbau
besonders vorteilhaft. Die Außenhaut besteht aus einem gasdicht geschweißten Stahlblechgehäuse
30. An dessen Innenwand sind Haltestifte 31 für Lagen 32 von Wärmeisolationsmaterial,
z. B. durch Aufschweißen, befestigt. Diese auf die Außenwand 30 aufgebrachten Lagen
32 bestehen aus Fasern mit hohem SiO
2-Anteil, die zwar gute mechanische Eigenschaften aufweisen, aber bei hohen Temperaturen
oberhalb ca. 800 °C und Wasserstoffatmosphäre zum Zerfall neigen, da SiO
2 zu SiO reduziert wird. Um einen intensiven Kontakt mit der Wasserstoffatmosphäre
zu vermeiden, insbesondere aber um das Eindringen von heißem Wasserstoffgas in diese
Lagen zu reduzieren, ist auf diese Lage 32 eine Folie 33 aus hochhitzebeständigem
Werkstoff, z. B. einer Nickel-Chromlegierung aufgelegt. Auf diese Folie 33 werden
dann weitere Lagen 34 aus mechanisch weniger fester, aber gegen Wasserstoff auch bei
hoher Temperatur beständiger und erheblich teurerer, Al
2O
3-Faser aufgelegt.
[0029] Zur Abdeckung dient eine weitere Folie 33 aus hochhitzebeständigem Werkstoff, auf
die als mechanischer Schutz relativ kleinformatige Blechelemente 35, vorzugsweise
aus Lochblech, aufgelegt sind. Alle Lagen werden von Plättchen 36 gehalten, die auf
die Stifte 31 aufgesteckt werden. Um die äußeren Faserlagen leicht auswechseln zu
können, ist es zweckmäßig, solche Plättchen, vorzugsweise aus dünnem Blech gefertigt,
auch als Zwischenbefestigung auf die erste Folienlage aufzubringen.
[0030] Wie man der obigen Beschreibung entnehmen kann, wird das Band 1 mit Prallstrahlen
des Erwärmungs- bzw. Kühlfluides, insbesondere ein Gas, z.B. reiner Wasserstoff oder
ein Wasserstoff/Stickstoffgemisch mit hohem Wasserstoffanteil, beblasen, wodurch eine
flächenhafte Kraft auf das Band ausgeübt wird, die ähnlich einer Feder mit abnehmenden
Abstand zwischen Band 1 und Düsenfeld zunimmt; dies führt zu einer lagestabilisierenden
Wirkung auf das Band, wobei die Größe dieser Stabilisierungskraft von dem Staudruck
des Beblasungsfluides im Düsenaustritt der Prallstrahlen abhängt.
[0031] Der Abstand zwischen den zu beiden Seiten des Bandes 1 angeordneten Düsenfeldern
im Wärmebehandlungsteil ist in den beiden Bereichen Erwärmung 4 und Kühlung 5 im Wesentlichen
jeweils konstant, was bedeutet, dass die Abstandsänderung maximal ±10% beträgt.
[0032] Ein geeignetes Düsensystem zur Erzielung der gewünschten Wirkung wird in der EP 0
864 518 B1 beschrieben und hat in Bandlaufrichtung aufeinanderfolgende Düsenflächen
mit Düsenöffnungen aus Rundlöchern und/oder Schlitzdüsen, wobei sich die Breite der
Düsenflächen - gemessen parallel zur Bandlaufrichtung - über der Breite des Düsenfeldes
- gemessen senkrecht zur Bandlaufrichtung - ändert. Die Düsenflächen sind mindestens
teilweise an ihrem Umfang durch Schlitzdüsen eingefasst.
[0033] Dieses Stabilisierungsdüsensystem kann so ausgeführt und betrieben werden, dass das
Band 1 durch das Düsensystem auch eine Stabilisierung quer zum Bandlauf erfährt, wobei
diese Querstabilisierungswirkung im Bereich des Bandlaufs mit - von oben betrachtet
- konkaver Krümmung besonders ausgeprägt ist.
[0034] Als Sperrfluid für den Bereich 12 kommt jedes geeignete Fluid in Frage, wobei bevorzugt
mit einer Flüssigkeit gearbeitet wird. Eine geeignete Flüssigkeit kann unter Berücksichtigung
der chemischen Verträglichkeit mit dem Werkstoff der metallischen Bänder ausgewählt
werden.
[0035] Mit dieser Vorrichtung können sowohl Eisen- bzw. Stahlbänder als auch Bänder aus
NE-Metallen behandelt werden.
1. Vorrichtung zur Wärmebehandlung metallischer Bänder (1) im Durchlauf, in einer Gas-Atmosphäre
insbesondere zum Betrieb unter Schutzgas geringer Dichte, wie z. B. Stickstoff-Wasserstoffgemisch
mit hohem Wasserstoffanteil,
gekennzeichnet durch die Kombination der folgenden Merkmale:
a) im Wärmebehandlungsteil erfolgen die gesamte Erwärmung (4) und zumindest der erste
Teil der Abkühlung (5) überwiegend mittels erzwungener Konvektion durch Beblasen des Bandes (1) mit Prallstrahlen eines Erwärmungs- bzw. Kühlfluides;
b) das Band wird im Wärmebehandlungsteil während der Erwärmung (4) und zumindest im
ersten Teil der Abkühlung (5) berührungsfrei geführt;
c) Düsenfelder (8o, 8u, 9o, 9u bzw. 8r, 8l, 9r, 9l) zur Erzeugung dieser Prallstrahlen
üben durch flächenhafte Entfaltung einer Kraft auf das Band, die ähnlich einer Feder mit abnehmendem
Abstand zwischen Band (1) und Düsenfeld zunimmt, eine lagestabilisierende Wirkung
auf das Band aus, wobei die Größe dieser Stabilisierungskraft von dem Staudruck des
Beblasungsfluides im Düsenaustritt der Prallstrahlen abhängt;
d) der Abstand zwischen den zu beiden Seiten des Bandes (1) angeordneten Düsenfeldern
(8, 9) im Wärmebehandlungsteil (4) ist in den jeweiligen Bereichen, also Erwärmen
(4) und Kühlen (5), im Wesentlichen jeweils konstant;
e) das Band (1) wird in dem durch Rollen (2, 3) eingegrenzten Behandlungsbereich (4, 5) unter Mitwirkung der Schwerkraft
gespannt;
f) der Bandverlauf zwischen den Rollen (2, 3), die den Behandlungsbereich (4, 5) eingrenzen,
weist, von oben betrachtet, zumindest in einem Teilbereich eine konkave Krümmung auf;
und
g) die Kontrolle der Bandlage erfolgt - im Längsschnitt betrachtet - im Bereich des
Tiefpunktes der konkaven Krümmung durch mindestens einen berührungslos arbeitenden Sensor (10).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die den Behandlungsbereich (4, 5) eingrenzenden Rollen (2,3) auf gleicher Höhe liegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die den Behandlungsbereich (4, 5) eingrenzenden Rollen (2, 3) sich in unterschiedlicher
Höhe befinden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (2, 3) vertikal übereinander angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (1) durch das Düsensystem zur Prallstrahlbeblasung auch eine Stabilisierung
quer zum Bandlauf erfährt, wobei diese Querstabilisierungswirkung im Bereich des Bandlaufs
mit, von oben betrachtet, konkaver Krümmung besonders ausgeprägt ist.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der, von oben betrachtet, konkav gekrümmte Bandverlauf im Behandlungsbereich in einem
Fluid (12) erfolgt, das vom Beblasungsfluid im Erwärmungsteil (4) und im ersten Teil
des Kühlbereichs (5) unterschiedlich ist und zugleich den die Vorrichtung eingrenzenden
Raum (6) gegenüber der Umgebungsatmosphäre abgrenzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zur Abgrenzung des Vorrichtungsinnenraums gegenüber der Außenatmosphäre dienenden
Fluid (12) oberhalb und unterhalb des Bandes die Bandlage stabilisierende Düsen (9i,
9a) angeordnet sind, die mit dem zur Abgrenzung von der Außenatmosphäre dienenden
Fluid betrieben werden.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Fluid eine geeignete Flüssigkeit, insbesondere Wasser, verwendet wird.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (10) zur Erfassung der Bandlage nach dem Echolot-Prinzip arbeitet.
10. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die den Behandlungsbereich am Bandaustritt abgrenzenden Rollen Abquetschrollen (11)
sind.
11. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass, in Bandlaufrichtung betrachtet, hinter der Umlenkrolle (2), die den Bandbehandlungsbereich
am Bandeintritt (7) abgrenzt, das Band vertikal verläuft und sich an das untere Ende
des vertikalen Bandlaufs eine - von oben betrachtet - konkave Bandkrümmung anschließt,
die sich in dem den Behandlungsraum abgrenzenden Fluidverschluss (12) befindet.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fluidverschluss eine geeignete Flüssigkeit, insbesondere Wasser, aufweist.
13. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 3 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beblasung des Bandes zum Zweck der konvektiven Wärmeübertragung mittels Strömungssystemen
(20) erfolgt, die im Längsschnitt, quer zur Bandebene betrachtet,
a) die Form eines U mit Schenkeln (20 und 24) parallel zum Bandlauf (1) haben,
b) wobei der dem Band zugewandte Schenkel des U (24) mit dem Stabilisierungsdüsensystem
(23) bestückt ist, und
c) in den vom Band abgewandten Schenkel des U (20) ein Radialventilator (21) eingebaut
ist, und
d) das Strömungsführungsgehäuse an der Außenwand mit Hilfe eines kronenförmigen Bauteils
(22) befestigt ist, wobei
e) die Kraft von den Spitzen der Zacken der Krone auf das Außengehäuse und die mit
diesem verbundene Tragkonstruktion übertragen wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Schenkeln (20 und 24) der U-förmigen Strömungsführung zur Beheizung
der Vorrichtung im Erwärmungsteil (4) Strahlheizrohe (25) eingebaut sind und sich
im Kühlteil (5) zur Kühlung des Beblasungsfluides an dieser Stelle Kühler (28), insbesondere
Wärmetauscher, befinden.
15. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgrenzungen einzelner Zonen der Vorrichtung voneinander durch Zwischenböden
aus Blechen (26), die wie Trapezbleche verformt sind, gebildet werden.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenböden aus Trapezblech (26) zur Verminderung des Temperaturausgleichs
zwischen benachbarten Zonen zumindest einseitig mit Lagen aus Wärmeisolationswerkstoffen
(27) versehen sind.
17. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Stabilisierungsdüsensystem aus in Bandlaufrichtung aufeinanderfolgenden Düsenflächen
mit Düsenöffnungen aus Rundlöchern und/oder Schlitzdüsen besteht, deren Breite - gemessen
parallel zur Bandlaufrichtung - sich über der Breite des Düsenfeldes - gemessen senkrecht
zur Bandlaufrichtung - verändert, und dass die Düsenflächen mindestens teilweise an
ihrem Umfang durch Schlitzdüsen eingefasst sind.
18. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass die gasdichte Außenhaut (30) auf ihrer Innenseite einen Wandaufbau aufweist, der
von außen nach innen wie folgt zusammengesetzt ist:
a) äußere Lagen (32) aus überwiegend Siliziumdioxid SiO2 enthaltenden Fasern,
b) eine Folie (33) aus hitzebeständigem metallischem Werkstoff, insbesondere einer
Nickel-Chrom-Legierung,
c) Lagen von Fasermatten (34) aus Aluminiumoxid Al2O3
d) Folie (33) aus hoch hitzebeständigem metallischen Werkstoff insbesondere einer
Nickel-Chrom-Legierung
e) eine Lochblechabdeckung (35), bestehend aus kleinformatigen, sich zum Teil überlappenden
Lochblechen
wobei die einzelnen Lagen dieses Wandaufbaus durch Aufspießen auf Stifte (31), die
auf der Innenwand der gasdichten Außenhaut (30) befestigt sind, gehalten und auf diese
Stifte nach Einbringung des vorbeschriebenen Aufbaus entsprechende Befestigungsplättchen
(36) aufgeschoben werden sind.