[0001] Die Erfindung betrifft einen Dampferzeuger, bei dem in einem in einer annähernd horizontalen
Heizgasrichtung durchströmbarem Heizgaskanal eine Verdampfer-Durchlaufheizfläche angeordnet
ist, die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums parallel geschalteten
Dampferzeugerrohren umfasst, und die derart ausgelegt ist, dass ein im Vergleich zu
einem weiteren Dampferzeugerrohr der selben Verdampfer-Durchlaufheizfläche mehrbeheiztes
Dampferzeugerrohr einen im Vergleich zum weiteren Dampferzeugerrohr höheren Durchsatz
des Strömungsmediums aufweist.
[0002] Bei einer Gas- und Dampfturbinenanlage wird die im entspannten Arbeitsmittel oder
Heizgas aus der Gasturbine enthaltene Wärme zur Erzeugung von Dampf für die Dampfturbine
genutzt. Die Wärmeübertragung erfolgt in einem der Gasturbine nachgeschalteten Abhitzedampferzeuger,
in dem üblicherweise eine Anzahl von Heizflächen zur Wasservorwärmung, zur Verdampfung
des Wassers und zur Dampfüberhitzung angeordnet ist. Die Heizflächen sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf
der Dampfturbine geschaltet. Der Wasser-Dampf-Kreislauf umfasst üblicherweise mehrere,
z. B. drei, Druckstufen, wobei jede Druckstufe eine Verdampferheizfläche aufweisen
kann.
[0003] Für den der Gasturbine als Abhitzedampferzeuger heizgasseitig nachgeschalteten Dampferzeuger
kommen mehrere alternative Auslegungskonzepte, nämlich die Auslegung als Durchlaufdampferzeuger
oder die Auslegung als Umlaufdampferzeuger, in Betracht. Bei einem Durchlaufdampferzeuger
führt die Beheizung von als Verdampferrohren vorgesehenen Dampferzeugerrohren zu einer
Verdampfung des Strömungsmediums in den Dampferzeugerrohren in einem einmaligen Durchlauf.
Im Gegensatz dazu wird bei einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger das im Umlauf
geführte Wasser bei einem Durchlauf durch die Verdampferrohre nur teilweise verdampft.
Das dabei nicht verdampfte Wasser wird nach einer Abtrennung des erzeugten Dampfes
für eine weitere Verdampfung den selben Verdampferrohren erneut zugeführt.
[0004] Ein Durchlaufdampferzeuger unterliegt im Gegensatz zu einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger
keiner Druckbegrenzung, so dass Frischdampfdrücke weit über dem kritischen Druck von
Wasser (P
Kri ≈ 221 bar) - wo es nur noch geringe Dichteunterschiede gibt zwischen flüssigkeitsähnlichem
und dampfähnlichem Medium - möglich sind. Ein hoher Frischdampfdruck begünstigt einen
hohen thermischen Wirkungsgrad und somit niedrige CO
2-Emissionen eines fossilbeheizten Kraftwerks. Zudem weist ein Durchlaufdampferzeuger
im Vergleich zu einem Umlaufdampferzeuger eine einfache Bauweise auf und ist somit
mit besonders geringem Aufwand herstellbar. Die Verwendung eines nach dem Durchlaufprinzip
ausgelegten Dampferzeugers als Abhitzedampferzeuger einer Gas- und Dampfturbinenanlage
ist daher zur Erzielung eines hohen Gesamtwirkungsgrades der Gas- und Dampfturbinenanlage
bei einfacher Bauweise besonders günstig.
[0005] Besondere Vorteile hinsichtlich des Herstellungsaufwands, aber auch hinsichtlich
erforderlicher Wartungsarbeiten bietet ein Abhitzedampferzeuger in liegender Bauweise,
bei dem das beheizende Medium oder Heizgas, also das Abgas aus der Gasturbine, in
annähernd horizontaler Strömungsrichtung durch den Dampferzeuger geführt ist. Bei
einem Durchlaufdampferzeuger in liegender Bauweise können die Dampferzeugerrohre einer
Heizfläche jedoch je nach ihrer Positionierung einer stark unterschiedlichen Beheizung
ausgesetzt sein. Insbesondere bei ausgangsseitig mit einem gemeinsamen Sammler verbundenen
Dampferzeugerrohren kann eine unterschiedliche Beheizung einzelner Dampferzeugerrohre
zu einer Zusammenführung von Dampfströmen mit stark voneinander abweichenden Dampfparametern
und somit zu unerwünschten Wirkungsgradverlusten, insbesondere zu einer vergleichsweise
verringerten Effektivität der betroffenen Heizfläche und einer dadurch reduzierten
Dampferzeugung, führen. Eine unterschiedliche Beheizung benachbarter Dampferzeugerrohre
kann zudem, insbesondere im Einmündungsbereich von Sammlern, zu Schäden an den Dampferzeugerrohren
oder dem Sammler führen. Die an sich wünschenswerte Verwendung eines in liegender
Bauweise ausgeführten Durchlaufdampferzeugers als Abhitzedampferzeuger für eine Gasturbine
kann somit erhebliche Probleme hinsichtlich einer ausreichend stabilisierten Strömungsführung
mit sich bringen.
[0006] Aus der EP 0 944 801 B1 ist ein Dampferzeuger bekannt, der für eine Auslegung in
liegender Bauweise geeignet ist und zudem die genannten Vorteile eines Durchlaufdampferzeugers
aufweist. Dazu ist der bekannte Dampferzeuger hinsichtlich seiner Verdampfer-Durchlaufheizfläche
derart ausgelegt, dass ein im Vergleich zu einem weiteren Dampferzeugerrohr derselben
Verdampfer-Durchlaufheizfläche mehrbeheiztes Dampferzeugerrohr einen im Vergleich
zum weiteren Dampferzeugerrohr höheren Durchsatz des Strömungsmediums aufweist. Die
Verdampfer-Durchlaufheizfläche des bekannten Dampferzeugers zeigt somit in der Art
der Strömungscharakteristik einer Naturumlaufverdampferheizfläche (Naturumlaufcharakteristik)
bei auftretender unterschiedlicher Beheizung einzelner Dampferzeugerrohre ein selbststabilisierendes
Verhalten, das ohne das Erfordernis äußerer Einflussnahme zu einer Angleichung der
austrittsseitigen Temperaturen auch an unterschiedlich beheizten, strömungsmediumsseitig
parallel geschalteten Dampferzeugerrohren führt. Allerdings ist der bekannte Dampferzeuger
in konstruktiver Hinsicht, insbesondere im Hinblick auf die wasser- und/oder dampfseitige
Verteilung des Strömungsmediums, vergleichsweise aufwendig.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Dampferzeuger der oben genannten
Art anzugeben, der mit besonders geringem Aufwand herstellbar ist, und der auch bei
unterschiedlicher thermischer Belastung eine besonders hohe mechanische Stabilität
aufweist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eines oder jedes der Dampferzeugerrohre
jeweils ein annähernd vertikal angeordnetes, vom Strömungsmedium in Aufwärtsrichtung
durchströmbares Steigrohrstück, ein diesem strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes,
annähernd vertikal angeordnetes und vom Strömungsmedium in Abwärtsrichtung durchströmbares
Fallrohrstück und ein dem Fallrohrstück strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes, in
Aufwärtsrichtung durchströmbares weiteres Steigrohrstück umfasst.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass in einem mit besonders geringem
Montage- und Fertigungsaufwand herstellbaren Dampferzeuger für ein besonders stabiles
und gegenüber Unterschieden in der thermischen Belastung besonders unempfindliches
Betriebsverhalten das bei dem bekannten Dampferzeuger angewandte Auslegungsprinzip
einer Naturumlaufcharakteristik für eine Verdampfer-Durchlaufheizfläche konsequent
ausgebaut und weiter verbessert werden sollte. Die Verdampfer-Durchlaufheizfläche
sollte dabei für eine Beaufschlagung mit vergleichsweise geringer Massenstromdichte
mit vergleichsweise geringerem Reibungsdruckverlust ausgelegt sein.
[0010] Eine besonders einfache und somit auch robuste Bauweise ist dabei erreichbar, indem
die Heizfläche besonders im Hinblick auf Sammlung und Verteilung des Strömungsmediums
besonders einfach ausgeführt ist. Dabei ist die Heizfläche für die Durchführung von
allen Prozessabschnitten der vollständigen Verdampfung, also von Vorwärmung, Verdampfung
und zumindest teilweise Überhitzung, in lediglich einer einzigen Stufe, also ohne
zwischengeschaltete Komponenten zum Sammeln und/oder Verteilen des Strömungsmediums,
geeignet ausgebildet. Zusätzliche Heizflächen zur Vorwärmung des Speisewassers oder
zur weiteren Überhitzung sind im Allgemeinen vorgesehen. Um dabei einerseits überhaupt
alle die genannten Prozessabschnitte vollständig im jeweiligen Dampferzeugerrohr vornehmen
zur können und andererseits ausreichende Flexibilität bei der Anpassung der Dampferzeugerrohre
an die Erfordernisse dieser Prozessabschnitte und die Verfahren im Heizgaskanal zu
ermöglichen, umfasst jedes Dampferzeugerrohr drei strömungsmediumsseitig hintereinandergeschaltete
Segmente.
[0011] Um die bei dieser Auslegung zudem angestrebte Naturumlaufcharakteristik der Durchströmung
zu unterstützen, ist eine Aufteilung der Dampferzeugerrohre der Verdampfer-Durchlaufheizfläche
in jeweils zumindest drei Segmente (von parallelen Rohren) vorgesehen, wobei das erste
Segment alle Steigrohrstücke umfasst und in Aufwärtsrichtung durchströmt wird. Entsprechend
umfasst das zweite Segment alle Fallrohrstücke und wird in Abwärtsrichtung durchströmt,
so dass selbsttätig durch das Eigengewicht des Strömungsmediums die Strömung unterstützt
wird. Dabei sind die das zweite Segment bildenden Fallrohrstücke jedes Dampferzeugerrohrs
im Heizgaskanal in Heizgasrichtung gesehen jeweils hinter den ihnen zugeordneten Steigrohrstücken
angeordnet. Das dritte Segment umfasst alle weiteren Steigrohrstücke und wird in Aufwärtsrichtung
durchströmt.
[0012] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung sind die Segmente des oder jedes Dampferzeugerrohrs
im Heizgaskanal derart positioniert, dass der Beheizungsbedarf jedes Segments - insbesondere
im Hinblick auf die dort jeweils vorgesehene Stufe im Verdampfungsprozess - in besonderen
Maße an das lokale Wärmeangebot im Heizgaskanal angepasst ist. Dazu sind die das dritte
Segment bildenden weiteren Steigrohrstücke jedes Dampferzeugerrohrs zweckmäßigerweise
im Heizgaskanal in Heizgasrichtung gesehen jeweils zwischen den ihnen zugeordneten
Steigrohrstücken des ersten und den Fallrohrstücken des zweiten Segments angeordnet.
Mit anderen Worten: Zweckmäßigerweise sind die Dampferzeugerrohre im Heizgaskanal
räumlich derart positioniert, dass das strömungsmediumsseitig gesehen erste Segment
oder Steigrohrstück heizgasseitig stromaufwärts vom strömungsmediumsseitig gesehen
dritten Segment oder weiteren Steigrohrstück und das strömungsmediumsseitig gesehen
zweite Segment oder Fallrohrstück heizgasseitig stromabwärts vom strömungsmediumsseitig
gesehen dritten Segment oder weiteren Steigrohrstück angeordnet ist.
[0013] Bei einer derartigen Anordnung ist somit das jeweils erste Steigrohrstück, das einer
teilweisen Vorwärmung und zum großen Teil bereits einer Verdampfung des Strömungsmediums
dient, einer vergleichsweise starken Beheizung durch das Heizgas im "heißen Rauchgasgebiet"
ausgesetzt. Dadurch ist sichergestellt, dass im gesamten Lastbereich aus dem jeweiligen
ersten Steigrohrstück Strömungsmedium mit vergleichsweise hohen Dampfanteil abströmt.
Dies führt bei der nachfolgenden Einleitung in das nachgeschaltete Fallrohrstück dazu,
dass im Fallrohrstück ein für die Strömungsstabilität ungünstiges Aufsteigen von Dampfblasen
entgegen der Strömungsrichtung des Strömungsmediums konsequent vermieden wird. Durch
die Anordnung des Fallrohrstücks im vergleichsweise kalten Rauchgasbereich und die
Anordnung des zweiten Steigrohrstücks zwischen dem ersten Steigrohrstück und dem Fallrohrstück,
also rauchgasseitig vor dem Fallrohrstück, wird somit bei hoher betrieblicher Sicherheit
ein besonders hoher Wirkungsgrad der Heizfläche insgesamt erreicht, wobei das erste
Steigrohrstücke die Funktion eines Vorverdampfers erfüllt.
[0014] Ein besonders einfacher Aufbau der Verdampfer-Durchlaufheizfläche einerseits sowie
eine besonders geringe mechanische Belastung der Verdampfer-Durchlaufheizfläche auch
bei unterschiedlicher thermischer Beaufschlagung andererseits ist erreichbar, indem
in weiterer oder alternativer vorteilhafter Ausgestaltung das Steigrohrstück eines
oder jedes Dampferzeugerrohrs mit dem ihm zugeordneten Fallrohrstück sowie das Fallrohrstück
eines oder jedes Dampferzeugerrohres mit dem ihm zugeordneten weiteren Steigrohrstück
strömungsmediumsseitig über je ein Überströmstück verbunden ist.
[0015] Eine derartige Anordnung ist besonders zur Dehnungskompensation bei thermischer Wechselbelastung
geeignet; dass das Steigrohrstück und das Fallrohrstück beziehungsweise das Fallrohrstück
und das weitere Steigrohrstück verbindende Überströmstück dient hierbei nämlich als
Dehnungsbogen, der relative Längenänderungen des Steigrohrstücks und/oder des Fallrohrstücks
und/oder des weiteres Steigrohrstücks ohne weiteres kompensieren kann. Durch das Überströmstück
ist somit eine Umlenkung der Dampferzeugerrohre im oberen Bereich einer durch die
Steigrohrstücke gegebenen ersten Verdampferstufe mit direkter Weiterführung und erneuter
Umlenkung im unteren Bereich einer durch die Fallrohrstücke gebildeten zweiten Verdampferstufe
sowie eine Umlenkung und Weiterführung der Dampferzeugerrohre im unteren Bereich der
zweiten Verdampferstufe in eine durch die weiteren Steigrohrstücke gebildeten dritten
Verdampferstufe gegeben.
[0016] Das oder jedes Überströmstück ist vorteilhafterweise innerhalb des Heizgaskanals
verlegt. Alternativ kann das Überströmstück aber auch außerhalb des Heizgaskanals
geführt sein, insbesondere wenn aus Gründen einer möglicherweise erforderlichen Entwässerung
der Verdampfer-Durchlaufheizfläche ein Entwässerungssammler an das Überströmstück
angeschlossen sein soll.
[0017] Die Dampferzeugerrohre können innerhalb des Heizgaskanals zu Rohrreihen zusammengefasst
sein, von den jede jeweils eine Anzahl von senkrecht zur Heizgasrichtung nebeneinander
angeordneten Dampferzeugerrohren umfasst. Bei einer derartigen Ausgestaltung sind
die Dampferzeugerrohre vorteilhafterweise derart geführt, dass den die am stärksten
beheizte Rohrreihe bildenden Steigrohrstücken, also der in Heizgasrichtung gesehen
ersten Rohrreihe, die am schwächsten beheizte oder in Heizgasrichtung gesehen letzte
Rohrreihe der Fallrohrstücke zugeordnet ist. Zudem sind zweckmäßigerweise die Fallrohr-
und Steigrohrstücke mehrerer Dampferzeugerrohre im Heizgaskanal relativ zueinander
derart positioniert, dass einem in Heizgasrichtung gesehen vergleichsweise weit hinten
liegenden Fallrohrstück ein in Heizgasrichtung gesehen vergleichsweise weit vorn liegendes
weiteres Steigrohrstück zugeordnet ist.
[0018] Durch eine derartige Anordnung werden die vergleichsweise stark beheizten weiteren
Steigrohrstücke mit vergleichsweise schwach vorbeheiztem, aus den Fallrohrstücken
abströmendem Strömungsmedium bespeist.
[0019] Um die für eine sterile Durchströmung der Rohre erwünschte Naturumlaufcharakteristik
sicher zu stellen, ist das jeweilige Dampferzeugerrohr vorteilhafterweise derart ausgestaltet,
dass es lediglich ein Steigrohrstück sowie ein diesem strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes
Fallrohrstück sowie ein letzterem strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes weiteres
Steigrohrstück umfasst.
[0020] Zweckmäßigerweise wird der Dampferzeuger als Abhitzedampferzeuger einer Gas- und
Dampfturbinenanlage verwendet. Dabei ist der Dampferzeuger vorteilhafterweise heizgasseitig
einer Gasturbine nachgeschaltet. Bei dieser Schaltung kann zweckmäßigerweise hinter
der Gasturbine eine Zusatzfeuerung zur Erhöhung der Heizgastemperatur angeordnet sein.
[0021] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die dreistufige Ausgestaltung der Dampferzeugerrohre mit einem in Aufwärtsrichtung
durchströmbaren Steigrohrstück, einem in Abwärtsrichtung durchströmbaren Fallrohrstück
und einem diesem strömungsmediumsseitig nachgeschalteten, in Aufwärtsrichtung durchströmbaren
weiteren Steigrohrstück die vollständige Durchführung der Verdampfung, also teilweise
Vorwärmung, Verdampfung und eine teilweise Überhitzung, in lediglich einer Stufe und
ohne Zwischenschaltung von Komponenten zum Sammeln oder Verteilen eine besonders einfachen
Bauweise erreichbar ist. Dabei ist beispielsweise eine Auslegung ohne Wasserabscheider
möglich, wobei beim Anfahren ein unerwünschter Wasserausstoß in den Überhitzer vermieden
oder gering gehalten werden kann, indem zu Beginn des Anfahrprozesses ausschließlich
das jeweilige erste Steigrohrstück mit Wasser gefüllt wird, das nach Beginn des Anfahrvorgangs
beim Durchtritt durch die nachfolgenden Rohrstücke vollständig oder zu einem ausreichend
hohen Teil verdampft wird.
[0022] Zwar führen abwärts durchströmte beheizte Verdampfersysteme üblicherweise zu Strömungsinstabilitäten,
die gerade beim Einsatz in Zwangdurchlaufverdampfern nicht tolerabel sind. Bei einer
Durchströmung mit vergleichsweise niedriger Massenstromdichte ist durch den vergleichsweise
geringen Reibungsdruckverlust aber in zuverlässiger Weise eine Naturumlaufcharakteristik
des Dampferzeugerrohrs erzielbar, die bei einer Mehrbeheizung eines Dampferzeugerrohrs
im Vergleich zu einem weiteren Dampferzeugerrohr zu einem vergleichsweise höheren
Durchsatz des Strömungsmediums im mehrbeheizten Dampferzeugerrohr führt. Diese Naturumlaufcharakteristik
gewährleistet auch bei Verwendung der abwärts durchströmten Segmente eine ausreichend
stabile und zuverlässige Durchströmung der Dampferzeugerrohre.
[0023] Eine derartige Charakteristik ist zudem mit besonders geringem baulichen und Montageaufwand
erreichbar, indem das Fallrohrstück dem ihm jeweils zugeordneten Steigrohrstück beziehungsweise
das weitere Steigrohrstück dem ihm jeweils zugeordneten Fallrohrstück direkt und ohne
Zwischenschaltung eines aufwendigen Sammler- oder Verteilersystems nachgeschaltet
ist. Der Dampferzeuger weist somit bei besonders stabilem Strömungsverhalten eine
vergleichsweise geringe Anlagenkomplexität auf. Darüber hinaus können sowohl das Steigrohrstück
als auch das Fallrohrstück und das diesem nachgeschaltete weitere Steigrohrstück jedes
Dampferzeugerrohrs jeweils in hängender Bauweise im Bereich der Gehäusedecke des Heizgaskanals
befestigt sein, wobei jeweils eine freie Längsdehnung im unteren Bereich zugelassen
ist. Derartige, durch thermische Effekte bedingte Längsdehnungen werden nunmehr durch
dass das jeweilige Fallrohrstück mit dem Steigrohrstück beziehungsweise durch dass
das weitere Steigrohrstück mit dem Fallrohrstück verbindende Überströmstück kompensiert,
so dass aufgrund thermischer Effekte keine Verspannungen auftreten.
[0024] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigt die Figur in vereinfachter Darstellung im Längsschnitt einen Dampferzeuger
in liegender Bauweise.
[0025] Der Dampferzeuger 1 gemäß der Figur ist in der Art eines Abhitzedampferzeugers einer
nicht näher dargestellten Gasturbine abgasseitig nachgeschaltet. Der Dampferzeuger
1 weist eine Umfassungswand 2 auf, die einen in einer annähernd horizontalen, durch
die Pfeile 4 angedeuteten Heizgasrichtung x durchströmbaren Heizgaskanal 6 für das
Abgas aus der Gasturbine bildet. Im Heizgaskanal 6 ist jeweils eine Anzahl von nach
dem Durchlaufprinzip ausgelegten Heizflächen, auch als Verdampfer-Durchlaufheizfläche
8 bezeichnet, die für die Verdampfung des Strömungsmediums vorgesehen sind, angeordnet.
Im Ausführungsbeispiel gemäß der Figur ist lediglich eine Verdampfer-Durchlaufheizfläche
8 gezeigt, es kann aber auch eine größere Anzahl von Verdampfer-Durchlaufheizflächen
vorgesehen sein.
[0026] Das aus der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 gebildete Verdampfersystem ist mit Strömungsmedium
W beaufschlagbar, das bei einmaligem Durchlauf durch die Verdampfer-Durchlaufheizfläche
8 verdampft und nach dem Austritt aus der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 als bereits
überhitzter Dampf D abgeführt und lediglich bedarfsweise zur weiteren Überhitzung
Überhitzerheizflächen zugeführt wird. Das aus der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8
gebildete Verdampfersystem ist in den nicht näher dargestellten Wasser-Dampf-Kreislauf
einer Dampfturbine geschaltet. Zusätzlich zu dem Verdampfersystem sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf
der Dampfturbine eine Anzahl weiterer, in FIG 1 schematisch angedeuteter Heizflächen
10 geschaltet. Bei den Heizflächen 10 kann es sich beispielsweise um Überhitzer, Mitteldruckverdampfer,
Niederdruckverdampfer und/oder um Vorwärmer handeln.
[0027] Die Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 des Dampferzeugers 1 nach der Figur umfasst
in der Art eines Rohrbündels eine Mehrzahl von zur Durchströmung des Strömungsmediums
W parallel geschalteten Dampferzeugerrohren 12. Dabei ist jeweils eine Mehrzahl von
Dampferzeugerrohren 12 in Heizgasrichtung x gesehen nebeneinander angeordnet. Dabei
ist jeweils lediglich eines der so nebeneinander angeordneten Dampferzeugerrohre 12
sichtbar. Den so nebeneinander angeordneten Dampferzeugerrohren 12 ist dabei strömungsmediumsseitig
jeweils ein gemeinsamer Verteiler 16 vor- und ein gemeinsamer Austrittssammler 18
nachgeschaltet. Die Verteiler 16 sind dabei ihrerseits eingangsseitig mit einem Hauptverteiler
20 verbunden, wobei die Austrittssammler 18 ausgangsseitig an einen gemeinsamen Hauptsammler
22 angeschlossen sind.
[0028] Die Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 ist derart ausgelegt, dass sie für eine Bespeisung
der Dampferzeugerrohre 12 mit vergleichsweise niedriger Massenstromdichte geeignet
ist, wobei die Dampferzeugerrohre 12 eine Naturumlaufcharakteristik aufweisen. Bei
dieser Naturumlaufcharakteristik weist ein im Vergleich zu einem weiteren Dampferzeugerrohr
12 derselben Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 mehrbeheiztes Dampferzeugerrohr 12 einen
im Vergleich zum weiteren Dampferzeugerrohr 12 höheren Durchsatz des Strömungsmediums
W auf. Um dies mit besonders einfachen konstruktiven Mitteln auf besonders zuverlässige
Weise sicherzustellen, umfasst die Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 drei strömungsmediumsseitig
in Reihe geschaltete Segmente. Im ersten Segment umfasst jedes Dampferzeugerrohr 12
der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 dabei ein annähernd vertikal angeordnetes, vom
Strömungsmedium W in Aufwärtsrichtung durchströmbares Steigrohrstück 24. Im zweiten
Segment umfasst jedes Dampferzeugerrohr 12 ein dem Steigrohrstück 24 strömungsmediumsseitig
nachgeschaltetes, annähernd vertikal angeordnetes und vom Strömungsmedium W in Abwärtsrichtung
durchströmbares Fallrohrstück 26. Im dritten Segment umfasst jedes Dampferzeugerrohr
12 ein dem Fallrohrstück 26 strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes, annähernd vertikal
angeordnetes und vom Strömungsmedium W in Aufwärtsrichtung durchströmbares weiteres
Steigrohrstück 28.
[0029] In Heizgasrichtung x gesehen ist dabei das von den weiteren Steigrohrstücken 28 gebildete
Segment zwischen dem von den ersten Steigrohrsstücken 24 gebildeten Segment und dem
von den Fallrohrstücken 26 gebildeten Segment angeordnet. Dadurch ist eine im besonderem
Maße an die Bedürfnisse bei der Beheizung des Strömungsmediums und an die Beheizungsverhältnisse
im Heizgaskanal 6 angepasste Bauweise gewährleistet.
[0030] Das Fallrohrstück 26 ist mit dem ihm zugeordneten Steigrohrstück 24 dabei über ein
Überströmstück 30 verbunden. In derselben Weise ist das weitere Steigrohrstück 28
mit dem ihm zugeordneten Fallrohrstück 26 über ein Überströmstück 30 verbunden. Im
Ausführungsbeispiel sind die Überströmstücke 30 innerhalb des Heizgaskanals 6 geführt.
Alternativ können die Überströmstücke 30 auch außerhalb des Heizgaskanals 6 geführt
sein. Dies kann insbesondere für den Fall günstig sein, dass aus konstruktiven oder
betrieblichen Gründen eine Entwässerung der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 vorgesehen
sein soll.
[0031] Wie in der Figur erkennbar ist weist ein Fallrohrstück 26 mit dem ihm zugeordneten
weiteren Steigrohrstück 28 und dem beide verbindenden Überströmstück 30 eine nahezu
u-förmige Form auf, wobei die Schenkel des U durch das Fallrohrstück 26 und das weitere
Steigrohrstück 28 und der Verbindungsbogen durch das Überströmstück 30 gebildet sind.
Bei einem derartig ausgestalteten Dampferzeugerrohr 12 erzeugt der geodätische Druckbeitrag
des Strömungsmediums W im Bereich des Fallrohrstücks 26 - im Gegensatz zum Bereich
des weiteren Steigrohrstücks 28 - einen strömungsfördernden und nicht einen strömungshemmenden
Druckbeitrag. Mit anderen Worten: Die im Fallrohrstück 26 befindliche Wassersäule
an unverdampftem Strömungsmedium W "schiebt" die Durchströmung des jeweiligen Dampferzeugerrohrs
12 noch mit an, statt diese zu behindern.
[0032] Dadurch weist das Dampferzeugerrohr 12 insgesamt gesehen einen vergleichsweise geringen
Druckverlust auf.
[0033] Bei dieser Bauweise sind beide Steigrohrstücke 24, 28 und das Fallrohrstück 26 in
der Art einer hängenden Bauweise an der Decke des Heizgaskanals 6 aufgehängt oder
befestigt. Das räumlich gesehen untere Ende des jeweiligen Steigrohrstückes 24 und
das untere Ende des jeweiligen Fallrohrstücks 26 und des weiteren Steigrohrstückes
28, die jeweils durch ihr Überströmstück 30 miteinander verbunden sind, sind hingegen
nicht unmittelbar räumlich im Heizgaskanal 6 fixiert. Längendehnungen dieser Segmente
der Dampferzeugerrohre 12 sind somit ohne Schadensrisiko tolerierbar, wobei das jeweilige
Überströmstück 30 als Dehnungsbogen wirkt. Diese Anordnung der Dampferzeugerrohre
12 ist somit mechanisch besonders flexibel und hinsichtlich thermischer Spannungen
unempfindlich gegenüber auftretenden Differenzdehnungen.
[0034] Eine Mehrbeheizung eines Dampferzeugerrohrs 12, insbesondere in seinem Steigrohrstück
24, führt dabei dort zunächst zur Erhöhung der Verdampfungsrate, wobei bereits aufgrund
der Dimensionierung des Dampferzeugerrohrs 12 infolge dieser Mehrbeheizung eine Erhöhung
der Durchströmungsrate durch das mehrbeheizte Dampferzeugerrohr 12 eintritt.
[0035] Zudem sind die Fallrohrstücke 26 und die weiteren Steigrohrstücke 28 mehrerer Dampferzeugerrohre
12 im Heizgaskanal 6 relativ zueinander derart positioniert, dass einem in Heizgasrichtung
x gesehen vergleichsweise hinten liegenden Fallrohrstück 26 jeweils in Heizgasrichtung
x gesehen vergleichsweise weit vorn liegende Steigrohrstücke 24, 28 zugeordnet sind.
Durch diese Anordnung kommunizieren vergleichsweise stark beheizte Steigrohrstücke
24, 28 mit einem vergleichsweise schwach beheizten Fallrohrstück 26. Durch diese relative
Positionierung ist bezüglich der Durchströmung auch zwischen den Rohrreihen 14 ein
selbsttätig ausgleichender Effekt erreicht.
[0036] Aufgrund der besonders ausgeprägten Naturumlaufcharakteristik der Dampferzeugerrohre
12 weisen diese in besonderem Maße ein selbststabilisierendes Verhalten gegenüber
lokal unterschiedlicher Beheizung auf: Eine Mehrbeheizung einer Reihe von Dampferzeugerrohren
12 führt dabei lokal zur erhöhten Zufuhr von Strömungsmedium W in diese Reihe von
Dampferzeugerrohr 12, so dass aufgrund der entsprechend vergrößerten Kühlwirkung selbsttätig
eine Angleichung der jeweiligen Temperaturwerte einsetzt. Der in den Hauptsammler
22 einströmende Frischdampf ist somit hinsichtlich seiner Dampfparameter, unabhängig
von der individuell durchlaufenen Rohrreihe 14, besonders homogen.
[0037] Ein besonderer Vorteil der Bauweise der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8, deren Austritt
in Form der weiteren Steigrohrstücke 28 gasseitig zwischen den ersten Steigrohrstücken
24 einerseits und den Fallrohrstücken 26 andererseits und damit ein einem mittleren
Gas-Temperaturbereich der Verdampfer-Durchlaufheizfläche 8 positioniert ist, besteht
darin, dass durch diese Positionierung eine zu starke Überhitzung des Strömungsmediums
auch in einzelnen Dampferzeugerrohren 12 am Austritt der Verdampfer-Durchlaufheizfläche
8 auf natürliche Weise vermieden ist.
1. Dampferzeuger (1), bei dem in einem in einer annähernd horizontalen Heizgasrichtung
(x) durchströmbaren Heizgaskanal (6) eine Verdampfer-Durchlaufheizfläche (8) angeordnet
ist, die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums (W) parallel geschalteten
Dampferzeugerrohren (12) umfasst, und die derart ausgelegt ist, dass ein im Vergleich
zu einem weiteren Dampferzeugerrohr (12) derselben Verdampfer-Durchlaufheizfläche
(8) mehrbeheiztes Dampferzeugerrohr (12) einen im Vergleich zum weiteren Dampferzeugerrohr
(12) höheren Durchsatz des Strömungsmediums (W) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein oder jedes Dampferzeugerrohr (12) jeweils ein annähernd vertikal angeordnetes,
vom Strömungsmedium (W) in Aufwärtsrichtung durchströmbares Steigrohrstück (24), ein
diesem strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes, annähernd vertikal angeordnetes und
vom Strömungsmedium (W) in Abwärtsrichtung durchströmbares Fallrohrstück (26) und
ein letzterem strömungsmediumsseitig nachgeschaltetes, annähernd vertikal angeordnetes
und vom Strömungsmedium (W) in Aufwärtsrichtung durchströmbares weiteres Steigrohrstück
(28) umfasst.
2. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 1, bei dem das weitere Steigrohrstück (28) des jeweiligen
Dampferzeugerrohrs (12) im Heizgaskanal (6) in Heizgasrichtung (x) gesehen zwischen
dem ihm zugeordneten Steigrohrstück (24) und dem ihm zugeordneten Fallrohrstück (26)
angeordnet ist.
3. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Steigrohrstück (24) eines oder
jedes Dampferzeugerrohrs (12) mit dem ihm zugeordneten Fallrohrstück (26) und das
Fallrohrstück (26) mit dem ihm zugeordneten weiteren Steigrohrstück (28) jeweils strömungsmediumsseitig
über ein Überströmstück (30) verbunden ist.
4. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 3, bei dem die jeweiligen Überströmstücke (30) innerhalb
des Heizgaskanals (6) angeordnet sind.
5. Dampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die weiteren Steigrohrstücke
(28) und die Fallrohrstücke (26) mehrerer Dampferzeugerrohre (12) im Heizgaskanal
(6) relativ zueinander derart positioniert sind, dass einem in Heizgasrichtung (x)
gesehen vergleichsweise weit hinten liegenden weiteren Steigrohrstück (28) ein in
Heizgasrichtung (x) gesehen vergleichsweise weit vorn liegendes Fallrohrstück (26)
zugeordnet ist.
6. Dampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem eine Anzahl der Dampferzeugerrohre
(12) jeweils eine Mehrzahl von strömungsmediumsseitig alternierend hintereinandergeschalteten
Steigrohr- (24), Fallrohr- (26) und weiteren Steigrohrstücken (28) umfasst.
7. Dampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dem heizgasseitig eine Gasturbine
vorgeschaltet ist.