[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Brennkammer für eine Gasturbine, deren Brennraum
von einer ringförmigen Außenwand einerseits und einer darin angeordneten ringförmigen
Innenwand andererseits begrenzt ist. Die Brennkammerwände sind innenseitig mit einer
von einer Anzahl von Hitzeschildelementen gebildeten Auskleidung versehen, wobei das
oder jedes Hitzeschildelement einen mit einem Kühlmittel beaufschlagbaren Innenraum
bildet. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Gasturbine mit einer derartigen Brennkammer.
[0002] Brennkammern sind Bestandteil von Gasturbinen, die in vielen Bereichen zum Antrieb
von Generatoren oder von Arbeitsmaschinen eingesetzt werden. Dabei wird der Energieinhalt
eines Brennstoffs zur Erzeugung einer Rotationsbewegung einer Turbinenwelle genutzt.
Der Brennstoff wird dazu von Brennern in den ihnen nachgeschalteten Brennkammern verbrannt,
wobei von einem Luftverdichter verdichtete Luft zugeführt wird. Durch die Verbrennung
des Brennstoffs wird ein unter hohem Druck stehendes Arbeitsmedium mit einer hohen
Temperatur erzeugt. Dieses Arbeitsmedium wird in eine den Brennkammern nachgeschaltete
Turbineneinheit geführt, wo es sich arbeitsleistend entspannt.
[0003] Dabei kann jedem Brenner eine separate Brennkammer zugeordnet sein, wobei das aus
den Brennkammern abströmende Arbeitsmedium vor oder in der Turbineneinheit zusammengeführt
sein kann. Alternativ kann die Brennkammer aber auch in einer so genannten Ringbrennkammer-Bauweise
ausgeführt sein, bei der eine Mehrzahl, insbesondere alle, der Brenner in eine gemeinsame,
üblicherweise ringförmige Brennkammer münden. Die sich der Brennkammer in Strömungsrichtung
des Arbeitsmediums anschließende Turbineneinheit umfasst üblicherweise eine Turbinenwelle,
die mit einer Anzahl von rotierbaren Laufschaufeln verbunden ist, die kranzförmige
Laufschaufelreihen bilden. Weiterhin umfasst die Turbineneinheit eine Anzahl von feststehenden
Leitschaufeln, die ebenfalls kranzförmig unter der Bildung von Leitschaufelreihen
an dem Innengehäuse der Turbine befestigt sind. Die Laufschaufeln dienen dabei zum
Antrieb der Turbinenwelle durch Impulsübertrag des die Turbineneinheit durchströmenden
Arbeitsmediums, während die Leitschaufeln zur Strömungsführung des Arbeitsmediums
zwischen jeweils zwei in Strömungsrichtung des Arbeitsmediums gesehen aufeinanderfolgenden
Laufschaufelreihen oder Laufschaufelkränzen dienen.
[0004] Da die Rotationsbewegung der Turbinenwelle in der Regel zum Antrieb des der Brennkammer
vorgeschalteten Luftverdichters genutzt wird, ist diese über die Turbineneinheit hinaus
verlängert, so dass im Bereich der der Turbine vorgeschalteten Ringbrennkammer die
Turbinenwelle torusartig von dem ringförmigen Brennraum umgeben ist. Der Brennraum
ist dabei von einer ringförmigen Außenwand einerseits und einer darin angeordneten
ringförmigen Innenwand andererseits begrenzt. Die Innenwand der Brennkammer besteht
dazu in der Regel aus zwei oder mehreren Einzelteilen, die auf ihrer der Turbinenwelle
zugewandten Seite miteinander verschraubt sind.
[0005] Bei der Auslegung derartiger Gasturbinen ist zusätzlich zur erreichbaren Leistung
üblicherweise ein besonders hoher Wirkungsgrad ein Auslegungsziel. Eine Erhöhung des
Wirkungsgrades lässt sich dabei aus thermodynamischen Gründen grundsätzlich durch
eine Erhöhung der Austrittstemperatur erreichen, mit der das Arbeitsmedium von der
Brennkammer ab- und in die Turbineneinheit einströmt. Daher werden Temperaturen von
etwa 1200 °C bis 1500 °C für derartige Gasturbinen angestrebt und auch erreicht.
[0006] Bei derartig hohen Temperaturen des Arbeitsmediums sind jedoch die diesem Medium
ausgesetzten Komponenten und Bauteile hohen thermischen Belastungen ausgesetzt. Um
dennoch bei hoher Zuverlässigkeit eine vergleichsweise lange Lebensdauer der betroffenen
Komponenten zu gewährleisten, ist üblicherweise eine Ausgestaltung mit besonders hitzebeständigen
Materialien und eine Kühlung der betroffenen Komponenten, insbesondere der Brennkammer,
nötig. Um thermische Verspannungen des Materials zu verhindern, welche die Lebensdauer
der Komponenten begrenzt, wird in der Regel angestrebt, eine möglichst gleichmäßige
Kühlung der Komponenten zu erreichen.
[0007] Die Brennkammerwand kann dazu auf ihrer Innenseite mit Hitzeschildelementen ausgekleidet
sein, die mit besonders hitzebeständigen Schutzschichten versehen werden können, und
die durch die eigentliche Brennkammerwand hindurch gekühlt werden. Dazu kann ein auch
als "Prallkühlung" bezeichnetes Kühlverfahren eingesetzt werden. Bei der Prallkühlung
wird ein Kühlmittel, in der Regel Kühlluft, durch eine Vielzahl von Bohrungen in der
Brennkammerwand den Hitzeschildelementen zugeführt, so dass das Kühlmittel im Wesentlichen
senkrecht auf ihre der Brennkammerwand zugewandte, außen liegende Fläche prallt. Das
durch den Kühlprozess aufgeheizte Kühlmittel wird anschließend aus dem Innenraum,
den die Brennkammerwand mit den Hitzeschildelementen bildet, abgeführt.
[0008] Die Herstellung eines solchen Kühlsystems kann jedoch sehr aufwendig sein, da zur
Realisierung einer möglichst gleichmäßigen Kühlung der Hitzeschilde sehr viele Bohrungen
in der Brennkammerwand mit einem vergleichsweise kleinen Querschnitt benötigt werden,
was sehr zeit- und kostenintensiv sein kann. Insbesondere sind die Anforderungen an
die zur Fertigung der Bohrungen benötigten Werkzeuge sehr hoch, da die Kühlluftbohrungen
im Vergleich zu ihrem Querschnitt relativ lang sind, da die Wandung der Brennkammerwand
aus Stabilitätsgründen eine ausreichend große Stärke aufweisen muss. Weiterhin kann
es bei einer großen Anzahl von Kühlluftbohrungen, die in ihrer Summe eine hohe Oberfläche
aufweisen, zu Reibung und Verwirbelungen bei der Zufuhr des Kühlmittels kommen. Dies
führt zu einem erhöhten Kühlmitteldruckverlust im Kühlmittelkreislauf, der sich nachteilig
auf den Wirkungsgrad der Brennkammer auswirkt.
[0009] Der oben beschriebene Aufbau der Ringbrennkammer weist außerdem bezüglich anfallender
Wartungsarbeiten einige weitere Nachteile auf. Bei diesen in der Regel regelmäßig
durchgeführten Wartungs- und Reparaturarbeiten müssen aufgrund der hohen thermischen
und mechanischen Belastung Teile der Brennkammer wie beispielsweise die Hitzeschildelemente
oder das eingesetzte Kühlsystem sowie insbesondere auch Bauteile der nachgeschalteten
Turbineneinheit repariert bzw. ausgewechselt werden. Nachteilig am Aufbau der Brennkammer
ist, dass die Turbinenwelle bei Wartungsarbeiten nicht von der Brennkammer aus zugänglich
ist. So müssen für Wartungsarbeiten an der Turbinenwelle im Bereich der Ringbrennkammer
oder für Reparaturen an den sich an die Brennkammer unmittelbar anschließenden ersten
Leit- und Laufschaufeln in der Regel alle sich anschließenden Leit- und Leitschaufeln
der Turbineneinheit entfernt werden. Erst nach der Demontage sämtlicher Leit- und
Laufschaufeln der Turbine ist es möglich über die der Turbinenwelle zugewandten Verschraubung
die Innenwand der Brennkammer zu entfernen und so Zugang zur Turbinenwelle zu erhalten.
Die Montagearbeiten sind daher sehr arbeits- und zeitintensiv. Durch den vergleichsweise
langen Betriebsausfall der Gasturbine, entstehen zusätzlich zu den Montagekosten der
Gasturbine Betriebsausfallskosten, die zu vergleichsweise sehr hohen Gesamtkosten
von Wartungs- und Reparaturarbeiten der Gasturbine führen.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Brennkammer der oben genannten
Art anzugeben, die bei vergleichsweise einfacher Bauweise für einen besonders hohen
Anlagenwirkungsgrad geeignet ist und bei der die Innenwand der Brennkammer vergleichsweise
schnell und einfach demontierbar ist.
[0011] Weiterhin soll eine Gasturbine mit der oben genannten Brennkammer angegeben werden.
[0012] Bezüglich der Brennkammer wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem in dem dem
jeweiligen Hitzeschildelement zugeordneten Innenraum jeweils eine Anzahl von Kühlmittelverteilern
angeordnet ist, und indem die Innenwand der Brennkammer aus einer Anzahl von auf einer
Tragstruktur der Innenwand befestigten Wandelementen gebildet ist, wobei die Tragstruktur
von einer Anzahl von an einer horizontalen Teilfuge aneinander stoßenden Teilstücke
gebildet wird, die im Bereich der Teilfuge über eine Anzahl von schräg zur Innenwandfläche
ausgerichteten Schraubverbindungen miteinander verbunden sind.
[0013] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass für einen besonders hohen Anlagenwirkungsgrad
eine zuverlässige und insbesondere flächendeckende Beaufschlagung der Hitzeschildelemente
mit Kühlmittel gewährleistet sein sollte. Auch bei konsequenter Einhaltung dieser
Vorgabe kann der apparative Aufwand und insbesondere der Herstellungsaufwand gering
gehalten werden, indem die Vielzahl der bislang vorgesehenen Kühlmittelbohrungen durch
ein vereinfachtes System ersetzt werden. Um dabei einerseits die Kühlwirkung unverändert
hoch aufrechtzuerhalten und andererseits die Zufuhr zu vereinfachen, ist eine Aufteilung
des Kühlmittel-Strömungspfads in individuelle Teilpfade erst möglichst nahe beim zu
kühlenden Hitzeschildelement, also besonders weit am Ende des Strömungspfads, vorgesehen.
Diese Funktionen erfüllen die Kühlmittelverteiler. Bezüglich der Wartungsarbeiten
geht die Erfindung von der Überlegung aus, dass die Befestigung der verschiedenen
Wandelemente der Brennkammerinnenwand aneinander von dem Brennraum aus zugänglich
sein sollte und die Brennkammerinnenwand damit auch von diesem aus zu demontieren
ist. Gleichzeitig sollten die verschiedenen Tragstrukturelemente der Brennkammerinnenwand,
die an ihrer horizontalen Teilfuge aneinanderstoßen, durch eine Befestigung miteinander
verbunden werden, die diese durch eine vertikale Kraft an der Teilfuge miteinander
verbindet. Diese beiden Funktionen werden durch die schräg zur Innenwandfläche ausgerichteten
Schraubverbindungen erfüllt, die neben der Zugänglichkeit von der Brennkammer aus
eine ausreichend große vertikale Kraftkomponente zur Befestigung zweier an der horizontalen
Teilfuge aneinanderstoßenden Tragstrukturelemente aufweist.
[0014] Um die durch die schräg zur Innenwandfläche ausgerichtete Schraubverbindung entstehende
horizontale Kraftkomponente zweier durch die Schraubverbindung miteinander verbundener
Tragstrukturelemente zu kompensieren, ist jeder Schraubverbindung zweckmäßigerweise
eine Passfeder zugeordnet. Die Passfeder vermeidet, dass sich die miteinander verschraubten
Tragstrukturelemente an der horizontalen Teilfuge durch die horizontale Kraftkomponente
der Schraubverbindung zueinander verschieben. Die Passfeder verläuft hierfür vorteilhafterweise
längs der horizontalen Teilfuge und ist jeweils in Nuten der aneinanderstoßenden Tragstrukturelemente
passgenau eingepasst, so dass diese sich nicht gegeneinander verschieben können, und
vorzugsweise lediglich die für die Befestigung der Schraubverbindung benötigte vertikale
Kraftkomponente der Schraubverbindung an der horizontalen Teilfuge auftritt.
[0015] Zweckmäßigerweise ist über einen Kühlmittelverteiler jeweils eine Kühlmittelzuführleitung
mit einer Anzahl von Kühlmittelaustrittsöffnungen verbunden. Dadurch können die sich
unmittelbar vor den Kühlmittelverteilern befindlichen Hitzeschilde durch Prallkühlung
gekühlt werden.
[0016] Um die Wirkung der Prallkühlung bei Verwendung der Kühlmittelverteiler zu erhöhen,
sind die Austrittsöffnungen der Kühlmittelverteiler zweckmäßigerweise derart dimensioniert,
dass die Summe ihrer Querschnittsflächen aller Austrittsöffnungen kleiner ist als
der Querschnitt der Kühlmittelzuführleitung. Durch diese Querschnittsverkleinerung
in Kühlmittelflussrichtung kommt es vorteilhafterweise zu einem Düseneffekt, bei dem
sich die Austrittsgeschwindigkeit des Kühlmittels an den Austrittsöffnungen erhöht
und sich damit auch die Wirkung der Prallkühlung an den Hitzeschildelementen verbessert.
[0017] Das nach dem Kühlprozess aufgeheizte Kühlmittel wird zweckmäßigerweise durch Bohrungen
in der Brennkammerwand aus dem Innenraum zwischen den Hitzeschilden und der Brennkammerwand
in ein Kühlmittelabführsystem abgeleitet. Durch die Form und eine geeignete Anordnung
der Kühlmittelverteiler, die einen ausreichenden Abstand der Kühlmittelverteiler voneinander
gewährleistet, kann die aufgeheizte Kühlluft durch die Zwischenräume zwischen den
Kühlmittelverteilern hindurch zu den sich an der Brennkammerwand befindlichen Öffnungen
der Bohrungen strömen. Um eine gleichmäßige Kühlung der Brennkammer zu gewährleisten,
sind die Rückführbohrungen im gleichbleibenden Verhältnis zur Anzahl der Kühlmittelverteiler
über die gesamte Länge der Brennkammer vorzugsweise gleichmäßig verteilt, so dass
das Kühlmittel in allen Rückführbohrungen gleichmäßig mit einer annähernd gleichen
Rückführtemperatur abgeleitet werden kann.
[0018] Um die Hitzeschilde flächenabdeckend an der Innenwand über denen sich an der Wand
befindenden Kühlmittelverteilern, den Rückführbohrungen sowie den Teilfugenverschraubungen
zu positionieren, sind diese zweckmäßigerweise über ein System mit Nut und Feder an
der Innenwand der Brennkammer befestigt. Dabei sind Hitzeschildelemente an ihren Rändern
vorzugsweise derart geformt, dass sie durch eine zweifache Biegung brennkammerwärts
eine Verankerung ausbilden, die sich in einer Aussparung der Brennkammerwand, welche
die Nut bildet, verankern und damit befestigen lässt. Zweckmäßigerweise ist die Aussparung
in der Brennkammerwand für aneinanderliegende Hitzeschildelemente zusammengefasst,
so dass aneinanderliegende Hitzeschildelemente an ihrer, durch die Biegung entstehenden
Stirnseite, aneinander stoßen und so eine Abdichtung für die Brennkammer und des darin
strömenden Arbeitsmediums darstellen.
[0019] Die oben genannte Brennkammer ist vorzugsweise Bestandteil einer Gasturbine.
[0020] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die Verwendung von Kühlmittelverteilern auch bei nur geringem Herstellungsaufwand
eine großflächige und umfassende Beaufschlagung der Hitzeschildelemente mit Kühlmittel
ermöglicht ist. Zudem kann der Kühlmitteldruckverlust bei der Kühlung der Brennkammer
gering gehalten werden, so dass sich damit der Anlagenwirkungsgrad der Brennkammer
erhöht. Der geringe Kühlmitteldruckverlust kann insbesondere auch erreicht werden,
weil die Kühlluftverteiler nur wenige Zuführbohrungen in der Brennkammerwand benötigen.
Die Verwendung einer Anzahl von Kühlmittelverteilern kann eine gleichmäßige Kühlung
bei geringem Kühlmitteldruckverlust gewährleisten, da bei der Kühlmittelzufuhr über
einen Kühlmittelverteiler das Kühlmittel sich erst kurz vor der Prallkühlung an den
Hitzeschildelementen von einer größeren Kühlmittelzuführleitung in mehrere kleinere
Kühlmittelaustrittsöffnungen verzweigt. Dadurch ist gewährleistet, dass das Kühlmittel
nur eine kurze Strecke mit einem relativ geringen Querschnitt durchströmt, so dass
der Kühlmitteldruckverlust begrenzt ist.
[0021] Durch die Teilfugenverschraubung der Brennkammerwände ist eine vergleichsweise einfache
und schnelle Montage der Brennkammerwände möglich. Insbesondere die Möglichkeit, die
Innenwand der Brennkammer zu entfernen, ermöglicht einen schnellen Zugang zur Turbinenwelle
und den sich der Brennkammer unmittelbar anschließenden Lauf- und Leitschaufeln der
Turbineneinheit zwecks Wartungs- und Reparaturarbeiten. Eine zeitaufwendige Entfernung
der sich im weiteren Verlauf der Turbineneinheit befindlichen Lauf- und Leitschaufeln
kann durch den ermöglichten Zugang vom Brennkammerinnenraum daher entfallen, so dass
Wartungsarbeiten vergleichsweise einfach und zeitsparend durchführbar sind.
[0022] Durch die Befestigung der Hitzeschildelemente mit einem Nut/Feder-System wird bei
einer ausreichenden Abdichtung des Brennkammerinnenraums zugleich genug Raum für das
sich unter den Hitzeschilden befindliche Kühlsystem sowie die Teilfugenverschraubung
geschaffen.
[0023] Die oben genannte Brennkammer ist vorzugsweise Bestandteil einer Gasturbine.
[0024] Ein Ausführungsbeispiel wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- einen Halbschnitt durch eine Gasturbine,
- FIG 2
- einen Schnitt durch eine Brennkammer,
- FIG 3
- eine Seitenansicht der Ringbrennkammer,
- FIG 4
- im Schnitt eine Schraubverbindung der Wandelemente der Brennkammerinnenwand, und
- FIG 5
- im Schnitt einen Ausschnitt der Brennkammerwand.
[0025] Die Gasturbine 1 gemäß FIG 1 weist einen Verdichter 2 für Verbrennungsluft, eine
Brennkammer 4 sowie eine Turbine 6 zum Antrieb des Verdichters 2 und eines nicht dargestellten
Generators oder einer Arbeitsmaschine auf. Dazu sind die Turbine 6 und der Verdichter
2 auf einer gemeinsamen, auch als Turbinenläufer bezeichneten Turbinenwelle 8 angeordnet,
mit der auch der Generator bzw. die Arbeitsmaschine verbunden ist, und die um ihre
Mittelachse 9 drehbar gelagert ist. Die in der Art einer Ringbrennkammer ausgeführte
Brennkammer 4 ist mit einer Anzahl von Brennern 10 zur Verbrennung eines flüssigen
oder gasförmigen Brennstoffs bestückt.
[0026] Die Turbine 6 weist eine Anzahl von mit der Turbinenwelle 8 verbundenen, rotierbaren
Laufschaufeln 12 auf. Die Laufschaufeln 12 sind kranzförmig an der Turbinenwelle 8
angeordnet und bilden somit eine Anzahl von Laufschaufelreihen. Weiterhin umfasst
die Turbine 6 eine Anzahl von feststehenden Leitschaufeln 14, die ebenfalls kranzförmig
unter der Bildung von Leitschaufelreihen an einem Innengehäuse 16 der Turbine 6 befestigt
sind. Die Laufschaufeln 12 dienen dabei zum Antrieb der Turbinenwelle 8 durch Impulsübertrag
vom die Turbine 6 durchströmenden Arbeitsmedium M. Die Leitschaufeln 14 dienen hingegen
zur Strömungsführung des Arbeitsmediums M zwischen jeweils zwei in Strömungsrichtung
des Arbeitsmediums M gesehen aufeinanderfolgenden Laufschaufelreihen oder Laufschaufelkränzen.
Ein aufeinanderfolgendes Paar aus einem Kranz von Leitschaufeln 14 oder einer Leitschaufelreihe
und aus einem Kranz von Laufschaufeln 12 oder einer Laufschaufelreihe wird dabei auch
als Turbinenstufe bezeichnet.
[0027] Jede Leitschaufel 14 weist eine auch als Schaufelfuß bezeichnete Plattform 18 auf,
die zur Fixierung der jeweiligen Leitschaufel 14 am Innengehäuse 16 der Turbine 6
als Wandelement angeordnet ist. Die Plattform 18 ist dabei ein thermisch vergleichsweise
stark belastetes Bauteil, das die äußere Begrenzung eines Heizgaskanals für das die
Turbine 6 durchströmende Arbeitsmedium M bildet. Jede Laufschaufel 12 ist in analoger
Weise über eine auch als Schaufelfuß bezeichnete Plattform 20 an der Turbinenwelle
8 befestigt.
[0028] Zwischen den beabstandet voneinander angeordneten Plattformen 18 der Leitschaufeln
14 zweier benachbarter Leitschaufelreihen ist jeweils ein Führungsring 21 am Innengehäuse
16 der Turbine 6 angeordnet. Die äußere Oberfläche jedes Führungsrings 21 ist dabei
ebenfalls dem heißen, die Turbine 6 durchströmenden Arbeitsmedium M ausgesetzt und
in radialer Richtung vom äußeren Ende 22 der ihm gegenüber liegenden Laufschaufel
12 durch einen Spalt beabstandet. Die zwischen benachbarten Leitschaufelreihen angeordneten
Führungsringe 21 dienen dabei insbesondere als Abdeckelemente, die die Innenwand oder
andere Gehäuse-Einbauteile vor einer thermischen Überbeanspruchung durch das die Turbine
6 durchströmende heiße Arbeitsmedium M schützt.
[0029] Die Brennkammer 4 ist im Ausführungsbeispiel als so genannte Ringbrennkammer ausgestaltet,
bei der eine Vielzahl von in Umfangsrichtung um die Turbinenwelle 8 herum angeordneten
Brennern 10 in einen gemeinsamen Brennkammerraum münden. Dazu ist die Brennkammer
4 in ihrer Gesamtheit als ringförmige Struktur ausgestaltet, die um die Turbinenwelle
8 herum positioniert ist.
[0030] Zur weiteren Verdeutlichung der Ausführung der Brennkammer 4 ist in FIG 2 die Brennkammer
4 im Schnitt dargestellt, die sich torusartig um die Turbinenwelle 8 herum fortsetzt.
Wie in der Darstellung erkennbar ist, weist die Brennkammer 4 einen Anfangs- oder
Einströmabschnitt auf, in den endseitig der Auslass des jeweils zugeordneten Brenners
10 mündet. In Strömungsrichtung des Arbeitsmediums M gesehen verengt sich sodann der
Querschnitt der Brennkammer 4, wobei dem sich einstellenden Strömungsprofil des Arbeitsmediums
M in diesem Raumbereich Rechnung getragen ist. Ausgangsseitig weist die Brennkammer
4 im Längsschnitt eine Krümmung auf, durch die das Abströmen des Arbeitsmediums M
aus der Brennkammer 4 in einer für einen besonders hohen Impuls- und Energieübertrag
auf die strömungsseitig gesehen nachfolgende erste Laufschaufelreihe begünstigt ist.
[0031] Wie in der Darstellung nach FIG 3 erkennbar ist, ist der Brennraum 24 der Brennkammer
4 von einer Brennkammerwand 25 begrenzt, die einerseits von einer ringförmigen Brennkammeraußenwand
26 und andererseits von einer darin angeordneten ringförmigen Brennkammerinnenwand
28 gebildet ist. Die Brennkammer 4 ist dafür ausgelegt, die Brennkammerinnenwand 28
beispielsweise für Wartungsarbeiten auf besonders einfache Weise entfernen zu können,
um Zugang zur von der Brennkammerinnenwand 28 umgebenen Turbinenwelle 8 und den sich
der Brennkammer 4 unmittelbar anschließenden Laufschaufeln 12 und Leitschaufeln 14
der Turbine 6 zu erhalten. Dazu besteht die Brennkammerinnenwand 28 aus zwei Wandelementen
30, die unter Bildung einer im Wesentlichen horizontal verlaufenden Teilfuge 31 zur
Brennkammerinnenwand 28 zusammengefügt sind.
[0032] Die Brennkammer 4 ist insbesondere dazu ausgelegt, die Wandelemente 30 der Brennkammerinnenwand
28 von dem Brennraum 24 aus demontieren zu können. Dazu sind, wie in FIG 4 im Schnitt
dargestellt ist, die Wandelemente 30 an der von ihnen gebildeten horizontalen Teilfuge
31 mit schräg zur Innenfläche der Brennkammerinnenwand 28 verlaufenden Schraubverbindungen
32 verbunden. Jede Schraubverbindung 32 umfasst dabei eine im Wesentlichen schräg
zur von der Brennkammerinnenwand 28 gebildeten Oberfläche geführte Schraube 33, die
mit einem in eines der Wandelemente 30 eingearbeiteten Gewinde 34 zusammenwirkt.
[0033] Damit sich die Wandelemente 30 durch die infolge der schräg zur Brennkammerinnenwand
28 verlaufenden Schrauben 33 entstehende horizontale Kraftkomponente nicht gegeneinander
verschieben, ist der Schraubverbindung 32 eine Passfeder 35 zugeordnet. Diese verläuft
in einer Position nahe zur jeweiligen Schraubverbindung 32 längs der horizontalen
Teilfuge 31 der Wandelemente 30 und ist in Nuten der Wandelemente 30 der Brennkammmerinnenwand
28 eingepasst.
[0034] Zur Erzielung eines vergleichsweise hohen Wirkungsgrades ist die Brennkammer 4 für
eine vergleichsweise hohe Temperatur des Arbeitsmediums M von etwa 1200 °C bis 1500
°C ausgelegt. Um auch bei diesen, für die Materialien ungünstigen Betriebsparametern
eine vergleichsweise lange Betriebsdauer zu ermöglichen, ist die Brennkammerwand 25,
wie in FIG 5 dargestellt, auf ihrer dem Arbeitsmedium M zugewandten Seite mit einer
aus Hitzeschildelementen 38 gebildeten Auskleidung versehen. Jedes Hitzeschildelement
38 ist arbeitsmediumsseitig mit einer besonders hitzebeständigen Schutzschicht ausgestattet.
Aufgrund der hohen Temperaturen im Inneren der Brennkammer 4 ist zudem für die Hitzeschildelemente
38 ein Kühlsystem vorgesehen. Das Kühlsystem basiert dabei auf dem Prinzip der Prallkühlung,
bei dem Kühlluft K als Kühlmittel unter ausreichend hohem Druck an einer Vielzahl
von Stellen an das zu kühlende Bauteil angeblasen wird.
[0035] Das Kühlsystem ist bei einem einfachen Aufbau für eine zuverlässige, flächendeckende
Beaufschlagung der Hitzeschildelemente 38 mit Kühlluft und zudem für einen besonders
geringen Kühlmitteldruckverlust ausgelegt. Dazu werden die Hitzeschildelemente 38
von ihrer Außenseite durch die Kühlluft K gekühlt, die durch eine Anzahl von im vom
jeweiligen Hitzeschildelement 38 und der Brennkammerwand 25 gebildeten Innenraum 40
angeordneten Kühlmittelverteilern 42 auf die Oberfläche des jeweiligen Hitzeschildelements
38 geleitet wird.
[0036] Zur weiteren Verdeutlichung der Ausführung der Kühlung für die Hitzeschildelemente
38 ist in FIG 5 im Schnitt ein Ausschnitt der Brennkammerwand 25 dargestellt. Wie
in dieser Darstellung erkennbar ist, sind eine Anzahl der Kühlmittelverteiler 42 über
die gesamte Fläche des jeweiligen Hitzeschildelements 38 verteilt, um eine gleichmäßige
Kühlung zu gewährleisten. Dabei strömt das Kühlmittel K durch eine zugeordnete Kühlmittelzuführleitung
44 in den jeweiligen Kühlmittelverteiler 42. Durch diesen wird das Kühlmittel K durch
eine Anzahl von Kühlmittelaustrittsöffnungen 46 auf die Oberfläche des Hitzeschildelements
38 geleitet, wo dieses mit dem Kühlmittel K durch Prallkühlung gekühlt wird. Die Bohrungen
für die Kühlmittelzuführleitungen 44 sind bei der Herstellung der Brennkammer 4 einfach
und zeitsparend anzubringen, da für jeden Kühlmittelverteiler 42 nur jeweils eine
Kühlmittelzuführleitung 44 benötigt wird.
[0037] Wie in der Darstellung nach FIG 5 weiterhin zu erkennen ist, weisen die Kühlmittelaustrittsöffnungen
46 des Kühlmittelverteilers 42 in ihrer Summe einen kleineren Querschnitt auf als
die Kühlmittelzuführleitung 44 des Kühlmittelverteilers 42. Dies führt bei dem Durchfluss
des Kühlmittels K durch den Kühlmittelverteiler 42 zu einem Düseneffekt und damit
einhergehend zu einer erhöhten Austrittsgeschwindigkeit des Kühlmittels K an den Kühlmittelaustrittsöffnungen
46, wodurch sich die Wirkung der Prallkühlung an den Hitzeschildelementen 38 erhöht.
[0038] Wie in FIG 5 exemplarisch für die Brennkammerwand 25 dargestellt ist, sind die Hitzeschildelemente
38 raumsparend für das angebrachte Kühlsystem sowie die Teilfugenverschraubung an
der Brennkammerwand 28 befestigt. Dazu wird ein System mit Nut und Feder verwendet.
Hierbei sind die Hitzeschildelemente 38 an ihren Rändern derart geformt, dass sie
durch eine zweifache Biegung brennkammerwärts eine Verankerung ausbilden, die sich
in einer Aussparung der Brennkammerwand 25, welche die Nut bildet, verankern und damit
befestigen lässt. Wie ebenfalls in der FIG 5 zu erkennen ist, sind benachbarte Hitzeschildelemente
38 so an zusammengefassten Nuten befestigt, dass sie sich gegenseitig berühren und
so den Brennraum 24 der Brennkammer 4 abdichten.
1. Brennkammer (4) für eine Gasturbine (1), deren Brennraum (24) von einer ringförmigen
Brennkammerinnenwand (28) und einer Brennkammeraußenwand (26) begrenzt ist, die innenseitig
mit einer von einer Anzahl von Hitzeschildelementen (38) gebildeten Auskleidung versehen
sind, wobei das oder jedes Hitzeschildelement (28) mit der Brennkammerwand (25) einen
mit einem Kühlmittel (K) beaufschlagbaren Innenraum (40) bildet, in dem ein Kühlmittelverteiler
(42) angeordnet ist, und wobei die Brennkammerinnenwand (28) aus einer Anzahl von
an einer horizontalen Teilfuge (31) aneinanderstoßenden Wandelementen (30) gebildet
ist, die im Bereich der Teilfuge (31) über eine Anzahl von schräg zur Innenwandfläche
ausgerichteten Schraubverbindungen (32) miteinander verbunden sind.
2. Brennkammer (4) nach Anspruch 1, bei der der oder jeder Schraubverbindung (32) jeweils
eine Passfeder (35) zugeordnet ist.
3. Brennkammer (4) nach Anspruch 1, bei der über einen Kühlmittelverteiler (42) eine
Kühlmittelzuführleitung (44) mit einer Mehrzahl von Kühlmittelaustrittsöffnungen (46)
verbunden ist.
4. Brennkammer (4) nach Anspruch 1 bis 3, bei der die Kühlmittelaustrittsöffnungen (46)
derart dimensioniert sind, dass die Summe der Querschnittsflächen aller Kühlmittelaustrittsöffnungen
(46) eines Kühlmittelverteilers (42) kleiner ist als die Querschnittsfläche der zugeordneten
Kühlmittelzuführleitung (44).
5. Brennkammer (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der der oder jeder Innenraum
(40) über eine Anzahl von Bohrungen mit einem Kühlmittel-Abfuhrsystem verbunden ist.
6. Brennkammer (4) nach Anspruch 1, bei der die Hitzeschildelemente (38) über ein Nut/Feder-System
an der Brennkammerinnenwand (28) bzw. an der Brennkammeraußenwand (26) befestigt sind.
7. Gasturbine (1) mit einer Brennkammer (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 5.