| (19) |
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(11) |
EP 1 444 059 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.08.2009 Patentblatt 2009/35 |
| (22) |
Anmeldetag: 07.11.2002 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2002/004125 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2003/045599 (05.06.2003 Gazette 2003/23) |
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| (54) |
STEUERVERFAHREN FÜR EINE EINER KÜHLSTRECKE VORGEORDNETE FERTIGSTRASSE ZUM WALZEN VON
METALL-WARMBAND
CONTROL METHOD FOR A PRODUCTION LINE FOR ROLLING HOT-ROLLED METAL STRIPS DISPOSED
UPSTREAM OF A COOLING STRETCH
PROCEDE POUR COMMANDER UN TRAIN FINISSEUR MONTE EN AMONT D'UNE SECTION DE REFROIDISSEMENT
ET CONCU POUR LAMINER DES FEUILLARDS METALLIQUES A CHAUD
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE FI FR IT |
| (30) |
Priorität: |
15.11.2001 DE 10156008
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.08.2004 Patentblatt 2004/33 |
| (73) |
Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- WEINZIERL, Klaus
90480 Nürnberg (DE)
- METZGER, Michael
91056 Erlangen (DE)
- KURZ, Matthias
91056 Erlangen (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 19 963 186
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US-B1- 6 220 067
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- SIXTENSSON P ET AL: "NEW PROCESS TECHNOLOGIES AND AUTOMATION SYSTEMS FOR HOT ROLLING
MILLS" INTERNATIONAL CONFERENCE ON NEW DEVELOPMENTS IN METALLURGICAL PROCESS TECHNOLOGY,
DÜSSELDORF, DE, Juni 1999 (1999-06), Seiten 208-217, XP001011835
- ANDORFER J ET AL: "OPERATIONAL EXPERIENCE WITH VAI-Q STRIP: ON-LINE SYSTEM FOR CONTROLLING
HOT ROLLED STRIP MECHANICAL PROPERTIES" AISE STEEL TECHNOLOGY, AISE, PITTSBURG, PA,
US, Bd. 77, Nr. 7, Juli 2000 (2000-07), Seiten 43-46, XP000966014 ISSN: 0021-1559
- ANDORFER J ET AL: "VAIQ-STRIP, UN NOUVEAU SYSTEME DE CONTROLE DE QUALITE POUR LES
BANDES LAMINEES A CHAUD" CAHIERS D'INFORMATIONS TECHNIQUES DE LA REVUE DE METALLURGIE,
REVUE DE METALLURGIE. PARIS, FR, Bd. 95, Nr. 7/8, 1. Juli 1998 (1998-07-01), Seiten
883-892, XP000789911 ISSN: 0035-1563
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 012, no. 434 (M-764), 16. November 1988 (1988-11-16)
-& JP 63 168211 A (SUMITOMO METAL IND LTD), 12. Juli 1988 (1988-07-12)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Steuerverfahren für eine einer Kühlstrecke
vorgeordnete Fertigstraße zum Walzen von Metall-Warmband.
[0002] Aus der
DE 199 63 186 A1 ist ein Steuerverfahren für eine Kühlstrecke bekannt, der eine Fertigstraße zum Walzen
von Metall-Warmband vorgeordnet ist. Bei diesem Steuerverfahren werden beim Einlaufen
des Warmbandes in die Kühlstrecke Bandpunkte und deren Anfangstemperaturen erfasst
und den erfassten Bandpunkten individuell Solltemperaturverläufe zugeordnet. Die Bandpunkte,
deren Anfangstemperaturen und deren Solltemperaturverläufe werden einem Modell für
die Kühlstrecke zugeführt. Die Bandpunkte werden beim Durchlaufen der Kühlstrecke
wegverfolgt. In der Kühlstrecke wird das Warmband mittels Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
Temperaturbeeinflussungen unterworfen. Die Wegverfolgungen und die Temperaturbeeinflussungen
werden ebenfalls dem Modell zugeführt. Das Modell ermittelt in Echtzeit erwartete
Isttemperaturen der erfassten Bandpunkte und ordnet diese den Bandpunkten zu. Dadurch
steht für jeden Bandpunkt zu jedem Zeitpunkt die Temperatur als Funktion über die
Banddicke zur Verfügung. Ferner ermittelt es anhand der den erfassten Bandpunkten
zugeordneten Solltemperaturverläufe und der erwarteten Isttemperaturen Ansteuerwerte
für die Temperaturbeeinflussungseinrichtungen und führt die Ansteuerwerte diesen zu.
Die Temperaturführung dient insbesondere zum gezielten Einstellen von Material- und
Gefügeeigenschaften des Metall-Warmbandes. In der Regel wird dabei die Temperaturführung
derart durchgeführt, dass ein vorbestimmter Haspeltemperaturverlauf vom Ausgang der
Kühlstrecke möglichst gut erreicht wird.
[0003] Fertigstraßen wie die in der
DE 199 63 186 A1 erwähnte Fertigstraßen sind ebenfalls allgemein bekannt. Sie werden in der Regel
- gesteuert durch einen Stichplan - derart gefahren, dass am Ende der Fertigstraße
vorbestimmte Endabmessungen und eine vorbestimmte Endwalztemperatur des Metallbandes
erreicht werden. Auch das Walzen beeinflusst die Materialeigenschaften, insbesondere
die Gefügeeigenschaften des Warmbandes.
[0004] Im Stand der Technik sind Basis der Fertigstraßenregelung zumeist eine oder mehrere
Setup-Berechnungen, mittels derer einzelne Bandsegmente ohne direkten zeitlichen Bezug
zum Geschehen in der Kühlstrecke voraus berechnet werden. Anhand der gemessenen Endwalztemperatur
und einer vorausberechneten Wirkung der Bandgeschwindigkeit auf die Endwalztemperatur
wird die Bandgeschwindigkeit der Fertigstraße mittels eines PI-Reglers oder einer
anderen klassischen Regelung variiert. Eine Kühlung zwischen einzelnen Gerüsten der
Fertigstraße wird nur vorgesteuert.
[0005] Je höher die Anforderungen an das Metall-Warmband werden, desto genauer müssen die
Fertigungsbedingungen, unter anderem der Temperaturverlauf, eingehalten werden. Dies
gilt ganz besonders für sogenannte neue Werkstoffe wie z. B. Mehrphasenstähle, TRIP-Stähle
und dergleichen. Denn diese Werkstoffe fordern eine genau definierte Wärmebehandlung,
das heißt eine Vorgabe und Überwachung eines Temperaturverlaufs.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein auf einfache Weise realisierbares
Steuerverfahren anzugeben, mittels dessen die Einhaltung eines gewünschten Temperaturverlaufs
auch in der vorgeordneten Fertigstraße gewährleistet werden kann.
[0007] Die Aufgabe wird durch ein Steuerverfahren für eine einer Kühlstrecke vorgeordnete
Fertigstraße zum Walzen von Metall-Warmband gelöst,
- wobei spätestens beim Einlaufen des Warmbandes in die Fertigstraße Bandpunkte und
zumindest deren Anfangstemperaturen erfasst werden,
- wobei die Bandpunkte und als Isttemperaturen die Anfangstemperaturen einem Modell
für die Fertigstraße zugeführt werden,
- wobei die Bandpunkte beim Durchlaufen der Fertigstraße wegverfolgt werden,
- wobei das Warmband in der Fertigstraße Temperaturbeeinflussungen unterworfen wird,
- wobei die Wegverfolgungen und die Temperaturbeeinflussungen ebenfalls dem Modell zugeführt
werden,
- wobei von dem Modell anhand der Isttemperaturen in Echtzeit erwartete Isttemperaturen
der erfassten Bandpunkte ermittelt und den erfassten Bandpunkten als neue Isttemperaturen
zugeordnet werden.
[0008] Die energieinhaltsbeschreibende Größe kann alternativ die Temperatur oder die Enthalpie
des Metall-Warmbandes sein.
[0009] Wenn nach dem Auslaufen der Bandpunkte aus der Fertigstraße deren Endtemperaturen
erfasst werden, die erfassten Endtemperaturen mit anhand des Modells ermittelten erwarteten
Endtemperaturen verglichen werden und anhand des Vergleichs mindestens ein Korrekturfaktor
für das Modell bestimmt wird, ist das Modell auf einfache Weise an das tatsächliche
Verhalten der Fertigstraße adaptierbar.
[0010] Wenn den erfassten Bandpunkten Sollwerte für eine energieinhaltsbeschreibende Größe
zugeordnet und dem Modell zugeführt werden, von dem Modell zusätzlich zu den erwarteten
Isttemperaturen funktionale Abhängigkeiten der erwarteten Isttemperaturen von dem
Korrekturfaktor ermittelt werden und die erwarteten Isttemperaturen der bereits erfassten
Bandpunkte anhand des Korrekturfaktors korrigiert werden, sind die erwarteten Isttemperaturen
der bereits erfassten Bandpunkte leicht korrigierbar, insbesondere ohne weitere Modellrechnungen.
[0011] Wenn von dem Modell anhand der den erfassten Bandpunkten zugeordneten Sollwerte und
der erwarteten Isttemperaturen Ansteuerwerte für Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
ermittelt werden, mittels derer die Isttemperatur des Warmbandes umformungsfrei beeinflussbar
ist, und die Ansteuerwerte den Temperaturbeeinflussungseinrichtungen zugeführt werden,
ist auch eine gezielte Temperaturführung des Warmbandes möglich.
[0012] Wenn mindestens einer der Ansteuerwerte mit einem Sollansteuerwert verglichen wird
und anhand des Vergleichs ein Korrekturwert für eine Bandgeschwindigkeit des Warmbandes
ermittelt wird, ist es auf einfache Weise möglich, den Ansteuerwert derart einzustellen,
dass die korrespondierende Temperaturbeeinflussungseinrichtung in einem mittleren
Aussteuerbereich betrieben wird. Damit ist es insbesondere leicht möglich, kurzfristig
auftretende Temperaturschwankungen mittels der Temperaturbeeinflussungseinrichtung
auszuregeln.
[0013] In einer möglichen Ausgestaltung des Steuerverfahrens wird zur Regelung der umformungsfreien
Temperaturbeeinflussung innerhalb der Fertigstraße ausschließlich eine Änderung einer
Walzgeschwindigkeit herangezogen.
[0014] Die Ansteuerwerte können z. B. derart ermittelt werden, dass die Abweichung der für
die Bandpunkte erwarteten Isttemperaturen von einer vorbestimmten Stellentemperatur
an mindestens einer Stelle der Fertigstraße minimiert wird. In manchen Fällen sind
hierdurch die Materialeigenschaften des Warmbandes auf einfachere Weise einstellbar.
Dies gilt insbesondere dann, wenn die Stelle zwischen zwei Walzgerüsten der Fertigstraße
liegt und sich im Warmband bei der Stellentemperatur eine Phasenumwandlung vollzieht.
Mittels des erfindungsgemäßen Steuerverfahrens ist es dabei möglich, dies auch dann
zu gewährleisten, wenn an der Stelle keine Erfassung der Isttemperatur des Warmbandes
erfolgt.
[0015] Die Sollwerte können für alle Bandpunkte gleich sein. Vorzugsweise sind sie aber
den Bandpunkten individuell zugeordnet.
[0016] Die Sollwerte können nur einzelne, an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten
anzustrebende Werte, also orts- oder zeitspezifisch, sein. Vorzugsweise aber bilden
sie einen Sollwertverlauf.
[0017] Wenn mittels des Modells auch eine Ermittlung von Phasenanteilen der jeweiligen Bandpunkte
erfolgt, ist eine noch bessere Modellierung des Verhaltens des Warmbandes möglich.
[0018] Wenn das Steuerverfahren getaktet ausgeführt wird, ist es besonders einfach realisierbar.
Der Takt beträgt dabei in der Regel zwischen 0,1 und 0,5 s, typisch 0,2 bis 0,3 s.
[0019] Das erfindungsgemäße Steuerkonzept ist nach Bedarf erweiterbar. Insbesondere ist
es möglich, dass von ihm auch mindestens eine der Fertigstraße vor- oder nachgeordnete
Anlage, z. B. eine Vorstraße, ein Ofen, ein Stranggießanlage oder eine Kühlstrecke,
gesteuert wird. Damit ist in der Praxis ein einziges durchgängiges, gemeinsames Steuerverfahren
von der Erzeugung der Bramme bzw. dem Aufheizen der Bramme bis zum Haspeln des gewalzten
Warmbandes realisierbar. Auch das Modell kann fertigstraßenübergreifend ausgebildet
sein.
[0020] Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Zeichnungen. Dabei zeigen in Prinzipdarstellung
- FIG 1
- eine Anlage zur Erzeugung von Metall-Warmband,
- FIG 2
- eine weitere Anlage zur Erzeugung von Metall-Warm- band,
- FIG 3
- eine Fertigstrasse,
- FIG 4
- eine Kühlstrecke und
- FIG 5
- ein Blockschaltbild eines Modells.
[0021] Gemäß FIG 1 umfasst eine Anlage zur Erzeugung von Stahl-Warmband 6 eine Stranggießanlage
1, eine Vorstraße 2, eine Fertigstraße 3 und eine Kühlstrecke 4. Hinter der Kühlstrecke
4 ist ein Haspel 5 angeordnet. Von ihm wird das von der Stranggießanlage 1 erzeugte,
in den Straßen 2, 3 gewalzte und der Kühlstrecke 4 gekühlte Warmband 6 aufgehaspelt.
[0022] Die gesamte Anlage wird mittels eines einheitlichen Steuerverfahrens gesteuert, das
von einer Echtzeit-Recheneinrichtung 7 ausgeführt wird. Hierzu ist die Echtzeit-Recheneinrichtung
7 mit den einzelnen Komponenten 1 bis 5 der Anlage zur Erzeugung von Stahl-Warmband
6 steuerungstechnisch verbunden. Ferner ist sie mit einem Steuerprogramm 8 programmiert,
aufgrund dessen sie das Steuerverfahren ausführt.
[0023] Das Steuerprogramm 8 enthält unter anderem ein - vorzugsweise gemeinsames - physikalisches
Modell 9. Dieses ist also in der Echtzeit-Recheneinrichtung 7 implementiert. Die Echtzeit-Recheneinrichtung
7 kann einen Rechner oder mehrere Rechner, insbesondere Prozessrechner, aufweisen.
Mittels des gemeinsamen Modells 9 wird zumindest das Verhalten der Fertigstraße 3
und der Kühlstrecke 4, vorzugsweise auch das Verhalten der Vorstraße 2 und der Stranggießanlage
1, modelliert.
[0024] FIG 2 zeigt eine ähnliche Anlage wie FIG 1. Im Unterschied zu FIG 1 ist der Vorstraße
2 aber nicht die Stranggießanlage 1 vorgeordnet, sondern statt dessen ein Ofen 1',
in dem zu walzende Brammen 6' zuvor aufgeheizt werden. Auch bei der Anlage gemäß FIG
2 erfolgt aber eine durchgängige Steuerung durch die Echtzeit-Recheneinrichtung 7.
[0025] Gemäß den FIG 1 und 2 weist die Fertigstraße 3 mehrere Walzgerüste 3' auf. Dies ist
aber nicht erforderlich. Im Einzelfall kann die Fertigstraße 3 auch nur ein einziges
Walzgerüst 3' aufweisen. Dies gilt insbesondere dann, wenn mittels der Stranggießanlage
1 gemäß FIG 1 bereits ein endabmessungsnahes Gießen erfolgt, das Warmband 6 also in
einem einzigen Stich auf seine Endabmessung gewalzt werden kann.
[0026] Die FIG 3 und 4 zeigen nun schematisch das gemeinsame Steuerverfahren für die Fertigstraße
3 und die Kühlstrecke 4. Die Aufteilung in zwei Figuren ist dabei nur der Übersichtlichkeit
halber vorgenommen.
[0027] Insbesondere das Modell 9 ist (zumindest) der Fertigstraße 3 und der Kühlstrecke
4 gemeinsam. Auch ist ein Zwischentemperaturmessplatz 10, der gemäß FIG 3 am auslaufseitigen
Ende der Fertigstraße 3 angeordnet ist, identisch mit dem Temperaturmessplatz 10 am
Einlauf der Kühlstrecke 4 gemäß FIG 4. Aus diesem Grund ist der Temperaturmessplatz
in FIG 4 auch mit dem gleichen Bezugszeichen versehen wie in FIG 3.
[0028] Gemäß FIG 3 wird beim Einlaufen des Warmbandes 6 in die Fertigstraße 3 mittels eines
Anfangstemperaturmessplatzes 11 in einem Zeittakt δt jeweils ein Bandpunkt 101 und
zumindest dessen Anfangstemperatur T1 erfasst und korrespondierenden Modellpunkten
101' zugeordnet. Gegebenenfalls können auch weitere Größen wie z. B. eine Banddicke
d erfasst und dem Modell 9 zugeführt werden. Der Zeittakt δt liegt in der Regel zwischen
0,1 und 0,5 s, typisch bei 0,2 bis 0,3 s. Aufgrund der getakteten Erfassung der Bandpunkte
101 und deren Anfangstemperaturen T1 wird das gesamte Steuerverfahren getaktet ausgeführt.
[0029] Die Bandpunkte 101 und deren Anfangstemperaturen T1 werden dem gemeinsamen Modell
9 zugeführt. Die Anfangstemperaturen T1 definieren dabei innerhalb des Modells 9 zunächst
Isttemperaturen T2. Den Bandpunkten 101 werden ferner individuell Sollwerte T* für
eine energieinhaltsbeschreibende Größe zugeordnet, die ebenfalls dem Modell 9 zugeführt
werden. Die Sollwerte T* für eine energieinhaltsbeschreibende Größe können z. B. zeitliche
Solltemperaturverläufe T*(t) sein. Schließlich werden der Echtzeit-Recheneinrichtung
7 noch eine Anfangswalzgeschwindigkeit v sowie - explizit oder implizit - von den
einzelnen Gerüsten 3' der Fertigstraße 3 bewirkte Stichabnahmen zugeführt.
[0030] Aufgrund der Stichabnahmen und der bekannten Anlagenkonfiguration kann aus der Anfangswalzgeschwindigkeit
v die Geschwindigkeit hinter den jeweils nachgeordneten Gerüsten 3' und in der Kühlstrecke
4 ermittelt werden. Somit ist auch eine Wegverfolgung der Bandpunkte 101 beim Durchlaufen
der Fertigstraße 3 und der Kühlstrecke 4 möglich. Die so errechenbare Wegverfolgung
W(t) wird ebenfalls dem Modell 9 zugeführt, wo sie den korrespondierenden Modellpunkten
101' zugeordnet wird.
[0031] Während des Zeittakts δt zwischen der Erfassung zweier Bandpunkte 101 werden von
dem Modell 9 in Echtzeit erwartete Isttemperaturen T2 der erfassten Bandpunkte 101
ermittelt, also für alle Bandpunkte 101, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Fertigstraße
3 oder der Kühlstrecke 4 befinden. Die ermittelten Isttemperaturen T2 werden den korrespondierenden
Modellpunkten 101' als neue Isttemperaturen T2 zugeordnet. Dies geht besonders deutlich
aus FIG 5 hervor, gemäß der die erwarteten Isttemperaturen T2 dem Modell 9 wieder
als Eingangsgrößen zugeführt werden.
[0032] Mit jedem Zeittakt δt wird also ein neuer Modellpunkt 101' generiert, dem die momentan
am Anfangstemperaturmessplatz 11 erfasste Isttemperatur T1 als Isttemperatur T2 zugeordnet
wird. Der Modellpunkt 101' wird im Zeittakt δt durch die Fertigstraße 3 und die Kühlstrecke
4 wegverfolgt. Seine erwartete Isttemperatur T2 wird durch das Modell 9 dabei aktualisiert.
Wenn der korrespondierende Bandpunkt 101 die Messplätze 10, 13 erreicht, kann eine
Überprüfung und Korrektur des Modells 9 erfolgen. Wenn der korrespondierende Bandpunkt
101 die Kühlstrecke 4 verlässt, wird der Modellpunkt 101' gelöscht. Ferner werden
von dem Modell 9 zusätzlich funktionale Abhängigkeiten f(k) der (neuen) Isttemperaturen
T2 von einem Korrekturfaktor k ermittelt.
[0033] Das Warmband 6 wird in der Fertigstraße 3 und der Kühlstrecke 4 Temperaturbeeinflussungen
δT unterworfen. Beispielsweise kann mittels Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
12 ein flüssiges oder gasförmiges Kühlmedium (z. B. Wasser oder Luft) auf das Warmband
6 aufgebracht werden. Die Temperaturbeeinflussungen δT werden ebenfalls dem Modell
9 zugeführt und bei der Ermittlung der Isttemperaturen T2 selbstverständlich berücksichtigt.
Wie aus FIG 3 ersichtlich ist, sind dabei auch zwischen Walzgerüsten 3' Kühleinrichtungen
12 angeordnet.
[0034] Eine weitere Möglichkeit zur umformungsfreien Temperaturbeeinflussung des Warmbandes
6 ist die Walzgeschwindigkeit v. Auch diese wird dem Modell 9 zugeführt.
[0035] Schließlich wird das Warmband 6 noch durch das Walzen in den Walzgerüsten 3' als
solches erwärmt. Auch hierfür charakteristische Größen - z. B. die Leistungsaufnahme
der Walzgerüste 3' und die Temperaturen von deren Arbeitswalzen - werden dem Modell
9 zugeführt.
[0036] Die Ermittlung der erwarteten Isttemperaturen T2 erfolgt im Modell 9 durch Lösung
einer eindimensionalen, instationären Wärmeleitungsgleichung. Bei der mathematischen
Beschreibung wird also die Wärmeleitungsgleichung für einen isolierten Stab, der nur
am Anfang und am Ende - entsprechend der Ober- und der Unterseite des Warmbandes 6
- einen Wärmeaustausch mit der Umgebung ausführt, ausgegangen. Es wird also angenommen,
dass die Wärmeleitung im Band in Längs- und Querrichtung verschwindet bzw. vernachlässigbar
ist. Dieser Lösungsansatz und auch seine Lösungen sind jedem Fachmann geläufig. Es
steht also für jeden Bandpunkt 101 zu jedem Zeitpunkt die (erwartete) Isttemperatur
T2 als Funktion über die Banddicke zur Verfügung.
[0037] Von dem Modell 9 werden dann anhand der Sollwerte T* für die Bandpunkte 101 und deren
erwarteter Isttemperaturen T2 Ansteuerwerte δT* für die Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
12 ermittelt. Die Ansteuerwerte δT* werden den Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
12 gemäß FIG 5 über unterlagerte Regler 12' zugeführt. Die Regler 12' sind in der
Regel insbesondere dann als Prädiktionsregler ausgebildet, wenn am Ende der Kühlstrecke
4 eine bestimmte Endtemperatur des Warmbandes 6 eingestellt werden soll.
[0038] Gegebenenfalls kann die Erfassung der Anfangstemperaturen T1 auch eher erfolgen,
z. B. beim Einlaufen in die Vorstraße 2. Dann muss die Ermittlung der erwarteten Isttemperaturen
T2 selbstverständlich ab diesem Ort und ab diesem Zeitpunkt erfolgen.
[0039] Bis der erste erfasste Bandpunkt 101 einen Temperaturmessplatz 10, 13 erreicht, der
zwischen der Fertigstraße 3 und dem Haspel 5 angeordnet ist, erfolgt durch das Modell
9 und die Echtzeit-Recheneinrichtung 7 eine Steuerung des Temperaturverlaufs. Mittels
des Modells 9 kann also nur die erwartete Isttemperatur T2 errechnet werden. Eine
Kontrolle, ob die aufgrund der Modellrechnung erwartete Isttemperatur T2 mit einer
tatsächlichen Bandtemperatur T3 übereinstimmt, ist nicht möglich.
[0040] Wenn aber der erste Bandpunkt 101 z. B. den Endtemperaturmessplatz 13 erreicht, ist
die tatsächliche Isttemperatur T3 an dieser Stelle, also beim Auslaufen aus der Kühlstrecke
4 und damit insbesondere auch nach dem Auslaufen aus der Fertigstraße 3, erfassbar.
Diese Endtemperatur T3 kann von einem Korrekturfaktorermittler 9' mit der anhand des
Modells 9 errechneten, für diesen Zeitpunkt erwarteten Endtemperatur T2 verglichen
werden. Anhand des Vergleichs kann dann der Korrekturfaktor k für das Modell 9 bestimmt
werden. Auch die Bestimmung des Korrekturfaktors k ist Fachleuten bekannt, beispielsweise
aus der bereits erwähnten
DE 199 63 186 A1. Erwartete Isttemperaturen T2 für neu zu erfassende Bandpunkte 101 können also sofort
anhand des entsprechend angepassten und korrigierten Modells 9 ermittelt werden. Da
ferner für die bereits erfassten Bandpunkte 101 bereits zuvor die funktionalen Anhängigkeiten
f(k) der erwarteten Isttemperaturen T2 vom Korrekturfaktor k ermittelt wurden, können
auch die erwarteten Isttemperaturen T2 für die bereits erfassten Bandpunkte 101 auf
einfache Weise anhand des Korrekturfaktors k korrigiert werden.
[0041] Wie bereits erwähnt, ist bei der Ausgestaltung gemäß den FIG 3 und 4 auch zwischen
der Fertigstraße 3 und der Kühlstrecke 4 ein Zwischentemperaturmessplatz 10 angeordnet.
Somit ist es bereits bei Erreichen des Zwischentemperaturmessplatzes 10 möglich, die
Isttemperatur T3 des Warmbandes 6 zu erfassen. Somit ist bereits eine Korrektur des
Modells 9 sowie der bisher berechneten erwarteten Isttemperaturen T2 möglich. Allgemein
gilt, dass jede Messung der Isttemperatur T3 zur Adaption des Modells 9 bzw. zur Ermittlung
oder Korrektur mindestens eines Korrekturfaktors k für das Modell 9 herangezogen werden
kann.
[0042] Unter Umständen ist es sogar möglich, bezüglich der Modelladaption eine völlige Trennung
zwischen einem Teilmodell für die Fertigstraße 3 und einem Teilmodell für die Kühlstrecke
4 durchzuführen. Auch kann mittels der am Zwischentemperaturmessplatz 10 erfassten
Isttemperatur T3 eine Vorermittlung des Korrekturfaktors k für ein etwaiges Teilmodell
der Kühlstrecke 4 erfolgen. Dies ist aber zweitrangig. Entscheidend ist, dass im Rahmen
des Modells 9 die Berechnung der Temperaturen T2 für die Bandpunkte 101 bereits beim
Durchlaufen der Fertigstraße 3 erfolgt und einfach an die Kühlstrecke 4 weitergegeben
wird. Dadurch kann auf besonders einfache Weise eine durchgängige Modellierung für
die Fertigstraße 3 und die Kühlstrecke 4 realisiert werden. Aufgrund der durchgängigen
Modellierung ist es ferner auf einfache Weise möglich, auch ein gemeinsames Steuerverfahren
für die Fertigstraße 3 und die Kühlstrecke 4, ggf. auch die weiteren Anlagenteile
1, 1' und/oder 2, zu realisieren.
[0043] Die den Temperaturbeeinflussungseinrichtungen 12 zugeführten Ansteuerwerte δT* werden
zusätzlich in einem Geschwindigkeitsregler 12" mit Sollansteuerwerten ΔT* verglichen.
Anhand des Vergleichs wird ein Korrekturwert δv für die Endwalzgeschwindigkeit v ermittelt.
Somit ist es auf einfache Weise möglich, die Temperaturbeeinflussungseinrichtungen
12 in einem mittleren Stellbereich zu betreiben. Das Ermitteln des Korrekturwerts
δv erfolgt dabei selbstverständlich unter Berücksichtigung der übrigen Fertigungsbedingungen
und der Anlagenauslegung sowie dem gefahrenen Walzprogramm. Die Korrektur der Walzgeschwindigkeit
v dient somit dem Ausgleich langfristiger und globaler Effekte, während über die Ansteuerwerte
δT* kurzfristige und lokale Effekte ausgeregelt werden. Es ist sogar möglich, zur
Regelung der umformungsfreien Temperaturbeeinflussung innerhalb der Fertigstraße 3
ausschließlich die Anfangswalzgeschwindigkeit v zu variieren.
[0044] Die Sollwerte T* werden in der Regel als Funktionen der Zeit t, also als zeitliche
Solltemperaturverläufe T*(t) vorgegeben. Es ist aber auch möglich, die Solltemperaturverläufe
T* als Funktion des Ortes vorzugeben. In diesem Fall erfolgt die Führung der Kühlung
des Warmbandes 6 durch das Modell 9 und die Echtzeit-Recheneinrichtung 7 derart, dass
die Abweichung der erwarteten Isttemperaturen T2 für die Bandpunkte 101 von einer
vorbestimmten Stellentemperatur an mindestens einer Stelle der Kühlstrecke 4 bzw.
der Fertigstraße 3 minimiert wird. In der Regel sind dies die Temperaturen am Endtemperaturmessplatz
13 und am Zwischentemperaturmessplatz 10.
[0045] Es ist auch möglich, nicht örtlich oder zeitlich kontinuierliche Verläufe als Sollwerte
T* vorzugeben. Auch eine Vorgabe von Solltemperaturen T* nur für bestimmte Orte oder
Zeitpunkte ist möglich. Auch muss nicht unbedingt die Temperatur die Sollgröße sein.
Alternativ könnte auch die Enthalpie herangezogen werden.
[0046] Aufgrund der kontinuierlichen Mitrechnung der erwarteten Isttemperaturen T2 in Echtzeit
ist es aber auch möglich, bestimmte Temperaturen an Stellen einzustellen, an denen
eine tatsächliche Erfassung der Temperatur des Warmbandes 6 nicht möglich ist oder
aus anderen Gründen nicht erfolgt. Aufgrund der kontinuierlichen Temperaturberechnung
durch das Modell 9 in Echtzeit ist es insbesondere möglich, zu gewährleisten, dass
an einer Stelle zwischen zwei Walzgerüsten 3', z. B. zwischen dem vorletzten und dem
letzten Walzgerüst 3' der Fertigstraße 3, das Warmband 6 eine vorbestimmte Grenztemperatur
TG erreicht. Die Grenztemperatur TG kann dabei derart liegen, dass sich im Warmband
6 bei genau dieser Grenztemperatur TG eine Phasenumwandlung vollzieht. Aus diese Weise
kann auch ohne echte Temperaturmessung an dieser Stelle ein sogenanntes Zweiphasenwalzen
erzielt werden.
[0047] Mittels des erfindungsgemäßen Steuerverfahrens ist also eine flexible und komfortable
Wärmebehandlung für moderne Stähle erreichbar. Insbesondere erfolgt die Wärmesteuerung
übergreifend. Es kann also nicht nur in der Kühlstrecke 4 oder in der Fertigstraße
3 für sich gesehen, sondern übergreifend gezielt ein vorgegebener Solltemperaturverlauf
T*(t) eingestellt werden.
[0048] Bei dem oben stehend beschriebenen Steuerverfahren wurde die Temperatur als energieinhaltsbeschreibende
Größe verwendet. Die Berechnung kann alternativ aber auch mit der Enthalpie erfolgen.
Ferner können im Rahmen des Modells 9 auch die Phasenanteile der einzelnen Bandpunkte
101 an Austenit, Ferrit, Martensit usw. in Echtzeit mitberechnet werden.
[0049] Auch müssen nicht notwendigerweise örtliche oder zeitliche Temperaturverläufe als
Sollwerte T* vorgegeben werden. Eine Vorgabe für bestimmte Orte und/oder Zeiten kann
ausreichen.
1. Steuerverfahren für eine einer Kühlstrecke (4) vorgeordnete Fertigstraße (3) zum Walzen
von Metall-Warmband (6),
- wobei spätestens beim Einlaufen des Warmbandes (6) in die Fertigstraße (3) Bandpunkte
(101) und zumindest deren Anfangstemperaturen (T1) erfasst werden,
- wobei die Bandpunkte (101) und als Isttemperaturen die Anfangstemperaturen (T1)
einem Modell (9) für die Fertigstraße (3) zugeführt werden,
- wobei die Bandpunkte (101) beim Durchlaufen der Fertigstraße (3) wegverfolgt werden,
- wobei das Warmband (6) in der Fertigstraße (3) Temperaturbeeinflussungen (δT) unterworfen
wird,
- wobei die Wegverfolgungen (W(t)) und die Temperaturbeeinflussungen (δT) ebenfalls
dem Modell (9) zugeführt werden,
- wobei von dem Modell (9) anhand der Isttemperaturen (T2) in Echtzeit erwartete Isttemperaturen
(T2) der erfassten Bandpunkte (101) ermittelt und den erfassten Bandpunkten (101)
als neue Isttemperaturen (T2) zugeordnet werden.
2. Steuerverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Auslaufen der Bandpunkte (101) aus der Fertigstraße (3) deren Endtemperaturen
(T3) erfasst werden, dass die erfassten Endtemperaturen (T3) mit anhand des Modells
(9) ermittelten erwarteten Endtemperaturen (T2) verglichen werden und dass anhand
des Vergleichs mindestens ein Korrekturfaktor (k) für das Modell (9) bestimmt wird.
3. Steuerverfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass von dem Modell (9) zusätzlich zu den erwarteten Isttemperaturen (T2) funktionale
Abhängigkeiten (f(k)) der erwarteten Isttemperaturen (T2) von dem Korrekturfaktor
(k) ermittelt werden und dass die erwarteten Isttemperaturen (T2) der bereits erfassten
Bandpunkte (101) anhand des Korrekturfaktors (k) korrigiert werden.
4. Steuerverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass den erfassten Bandpunkten (101) Sollwerte (T*) für eine energieinhaltsbeschreibende
Größe zugeordnet und dem Modell (9) zugeführt werden, dass von dem Modell (9) anhand
der den erfassten Bandpunkten (101) zugeordneten Sollwerte (T*) und der Isttemperaturen
(T2) Ansteuerwerte (δT*) für Temperaturbeeinflussungseinrichtungen (12) ermittelt
werden, mittels derer die Isttemperatur (T3) des Warmbandes (6) umformungsfrei beeinflussbar
ist, und dass die Ansteuerwerte (δT*) den Temperaturbeeinflussungseinrichtungen (12)
zugeführt werden.
5. Steuerverfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens einer der Ansteuerwerte (δT*) mit einem Sollansteuerwert (ΔT*) verglichen
wird und dass anhand des Vergleichs ein Korrekturwert (δv) für eine Bandgeschwindigkeit
(v) des Warmbandes (6) ermittelt wird.
6. Steuerverfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Regelung der umformfreien Temperaturbeeinflussung innerhalb der Fertigstraße
(3) ausschließlich eine Änderung einer Walzgeschwindigkeit (v) herangezogen wird.
7. Steuerverfahren nach Anspruch 4, 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ansteuerwerte (δT*) derart ermittelt werden, dass die Abweichung der für die
Bandpunkte (101) erwarteten Isttemperaturen (T2) von einer vorbestimmten Stellentemperatur
(TG) an mindestens einer Stelle der Fertigstraße (3) minimiert wird.
8. Steuerverfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stelle zwischen zwei Walzgerüsten (3') der Fertigstraße (3) liegt und dass sich
im Warmband (6) bei der Stellentemperatur (TG) eine Phasenumwandlung vollzieht.
9. Steuerverfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekenntzeichnet,
dass an der Stelle keine Erfassung der Isttemperatur (T3) des Warmbandes (6) erfolgt.
10. Steuerverfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollwerte (T*) den Bandpunkten (101) individuell zugeordnet werden.
11. Steuerverfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollwerte (T*) orts- oder zeitspezifisch sind.
12. Steuerverfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sollwerte (T*) einen Sollwertverlauf (T*(t)) bilden.
13. Steuerverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels des Modells (9) auch eine Ermittlung von Phasenanteilen der jeweiligen Bandpunkte
(101) erfolgt.
14. Steuerverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es getaktet ausgeführt wird.
15. Steuerverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass von ihm auch mindestens eine der Fertigstraße (3) vor- oder nachgeordnete Anlage
(1, 1', 2, 4'), z. B. eine Vorstraße (2), ein Ofen (1'), eine Stranggießanlage (1)
und/oder eine Kühlstrecke (4), gesteuert wird.
16. Steuerverfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Steuerverfahren für die Fertigstraße (3) und die der Fertigstraße (3) vor- oder
nachgeordnete Anlage (1, 1', 2, 4') ein gemeinsames Steuerverfahren sind.
17. Steuerverfahren nach Anspruch 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Modell (9) fertigstraßenübergreifend ausgebildet ist.
18. Einer Kühlstrecke (4) vorgeordnete Fertigstraße (3) zum Walzen von Metall-Warmband
(6), mit einer Echtzeit-Recheneinrichtung (7), die steuerungstechnisch mit der Fertigstraße
(3) verbunden ist und die derart programmiert ist, dass mit ihr ein Steuerverfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 17 ausführbar ist.
1. Control method for a finishing train (3), arranged upstream of a cooling section (4),
for rolling hot metal strip (6),
- in which at the latest when the hot strip (6) enters the finishing train (3), strip
points (101) and at least their starting temperatures (T1) are recorded,
- in which the strip points (101) and, as actual temperatures, the starting temperatures
(T1) are fed to a model (9) for the finishing train (3),
- in which the displacement of the strip points (101) as they pass through the finishing
train (3) is monitored,
- in which the hot strip (6) is subjected to temperature influences (δT) in the finishing
train (3),
- in which the displacement monitorings (W(t)) and the temperature influences (δT)
are likewise fed to the model (9),
- in which the model (9) uses the actual temperatures (T2) to determine actual temperatures
(T2) that are expected in real time for the recorded strip points (101) and assigns
these temperatures to the recorded strip points (101) as new actual temperatures (T2).
2. Control method according to Claim 1, characterized in that after the strip points (101) have left the finishing train (3), their final temperatures
(T3) are recorded, in that the recorded final temperatures (T3) are compared with expected final temperatures
(T2) determined on the basis of the model (9), and in that at least one correction factor (k) for the model (9) is determined on the basis of
the comparison.
3. Control method according to Claim 2, characterized in that in addition to the expected actual temperatures (T2), the model (9) also determines
functional relationships (f(k)) between the expected actual temperatures (T2) and
the correction factor (k), and in that the expected actual temperatures (T2) of the strip points (101) which have already
been recorded are corrected on the basis of the correction factor (k).
4. Control method according to Claim 1, 2 or 2, characterized in that the recorded strip points (101) are assigned desired values (T*) for a variable which
describes the energy content and these desired values are fed to the model (9), in that the model (9) uses the desired values (T*) assigned to the recorded strip points
(101) and the actual temperatures (T2) to determine control values (δT*) for temperature-influencing
devices (12), by means of which the actual temperature (T3) of the hot strip (6) can
be influenced without deformation, and in that the control values (δT*) are fed to the temperature-influencing devices (12).
5. Control method according to Claim 4, characterized in that at least one of the control values (δT*) is compared with a desired control value
(ΔT*), and in that a correction value (δv) for a strip velocity (v) of the hot strip (6) is determined
on the basis of the comparison.
6. Control method according to Claim 4, characterized in that exclusively a change in a rolling velocity (v) is used to regulate the deformation-free
temperature influencing within the finishing train (3).
7. Control method according to Claim 4, 5 or 6, characterized in that the control values (δT*) are determined in such a manner that the deviation of the
actual temperatures (T2) expected for the strip points (101) from a predetermined
location temperature (TG) at at least one location of the finishing train (3) is minimized.
8. Control method according to Claim 7, characterized in that the location is between two rolling stands (3') of the finishing train (3), and in that a phase transformation takes place in the hot strip (6) at the location temperature
(TG).
9. Control method according to Claim 7 or 8, characterized in that there is no recording of the actual temperature (T3) of the hot strip (6) at the
location.
10. Control method according to one of Claims 4 to 9, characterized in that the desired values (T*) are individually assigned to the strip points (101).
11. Control method according to one of Claims 4 to 10, characterized in that the desired values (T*) are position- or time-specific.
12. Control method according to one of Claims 4 to 11, characterized in that the desired values (T*) form a desired value curve (T*(t)).
13. Control method according to one of the preceding claims, characterized in that the model (9) is also used to determine phase components of the respective strip
points (101).
14. Control method according to one of the preceding claims, characterized in that it is carried out cyclically.
15. Control method according to one of the preceding claims, characterized in that it is also used to control at least one installation (1, 1', 2, 4') arranged upstream
or downstream of the finishing train (3), e.g. a roughing train (2), a furnace (1'),
a continuous casting installation (1) and/or a cooling section (4).
16. Control method according to Claim 15, characterized in that the control method for the finishing train (3) and for the installation (1, 1', 2,
4') arranged upstream or downstream of the finishing train (3) are a common control
method.
17. Control method according to Claim 15 or 16, characterized in that the model (9) is designed to cover more than just the finishing train.
18. Finishing train (3), arranged upstream of a cooling section (4), for rolling hot metal
strip (6), having a real-time calculation device (7), which is connected to the finishing
train (3) in terms of control technology and is programmed in such a manner that it
can be used to carry out the control method according to one of Claims 1 to 17.
1. Procédé de commande d'un train ( 3 ) finisseur monté en amont d'une section ( 4 )
de refroidissement pour le laminage de feuillard ( 6 ) métallique à chaud,
- dans lequel on détecte au plus tard lors de l'entrée du feuillard ( 6 ) à chaud
dans le train ( 3 ) finisseur des points ( 101 ) du feuillard et au moins leur température
( T1 ) initiale,
- dans lequel on envoie les points ( 101 ) du feuillard et, en tant que températures
réelles, les températures ( T1 ) initiales à un modèle ( 9 ) du train ( 3 ) finisseur,
- dans lequel on poursuit les points ( 101 ) du feuillard lorsqu'ils passent dans
le train ( 3 ) finisseur,
- dans lequel on soumet le feuillard ( 6 ) à chaud dans le train ( 3 ) finisseur à
des influences ( δT ) de température,
- dans lequel on envoie les poursuites ( W( ( t ) ) et les influences ( δT ) de température
également au modèle ( 9 ),
- dans lequel on détermine par le modèle ( 9 ) au moyen des températures ( T2 ) réelles,
des températures réelles auxquelles on s'attend en temps réel des points ( 101 ) du
feuillard détectés et on les associe en tant que nouvelles températures ( T2 ) réelles
aux points ( 101 ) du feuillard détectés.
2. Procédé de commande suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'après la sortie des points ( 101 ) du feuillard du train ( 3 ) finisseur on détecte
leurs températures ( T3 ) finales, en ce l'on compare les températures ( T3 ) finales
détectées à des températures ( T2 ) finales auxquelles on s'attend et déterminées
au moyen du modèle ( 9 ) et en ce que l'on détermine, au moyen de la comparaison, au moins un facteur ( k ) de correction
pour le modèle ( 9 ).
3. Procédé de commande suivant la revendication 2,
caractérisé en ce que l'on détermine par le modèle ( 9 ), en plus des températures ( T2 ) réelles auxquelles
on s'attend, des dépendances ( f( ( k ) ) fonctionnelles des températures ( T2 ) réelles
auxquelles on s'attend au facteur ( k ) de correction et en ce que l'on corrige les températures ( T2 ) réelles auxquelles on s'attend des points (
101 ) de feuillard déjà détectés au moyen du facteur ( k ) de correction.
4. Procédé de commande suivant l'une des revendications 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce qu'on associe aux points ( 101 ) de feuillard détectés des valeurs ( T* ) de consigne
d'une grandeur décrivant un contenu énergétique et on les envoie au modèle ( 9 ),
en ce que l'on détermine par le modèle ( 9 ), au moyen des valeurs ( T* ) de consigne associées
aux points ( 101 ) de feuillard détectés et des températures ( T2 ) réelles, des valeurs
( δT* ) de commande de dispositifs ( 12 ) influençant la température, au moyen desquelles
la température ( T3 ) réelle du feuillard ( 6 ) à chaud peut être influencée sans
déformation et en ce que l'on envoie les valeurs ( δT* ) de commande aux dispositifs ( 12 ) influençant la
température.
5. Procédé de commande suivant la revendication 4,
caractérisé en ce que l'on compare au moins l'une des valeurs ( δT* ) de commande à une valeur ( ΔT* )
) de commande de consigne et en ce que l'on détermine au moyen de la comparaison une valeur ( δv ) de correction d'une vitesse
( v ) du feuillard ( 6 ) à chaud.
6. Procédé de commande suivant la revendication 4,
caractérisé en ce que, pour la régulation de l'influence de la température sans déformation au sein du train
( 3 ) finisseur, on tire parti exclusivement d'une variation de la vitesse ( v ) de
laminage.
7. Procédé de commande suivant la revendication 4, 5 ou 6,
caractérisé en ce que l'on détermine les valeurs ( δT* ) de commande de façon à minimiser l'écart des températures
( T2 ) réelles auxquelles on s'attend pour les points ( 101 ) du feuillard à une température
( TG ) de réglage déterminée à l'avance en au moins un point du train ( 3 ) finisseur.
8. Procédé de commande suivant la revendication 7,
caractérisé en ce que le point est compris entre deux cages ( 3' ) de laminoir du train ( 3 ) finisseur
et en ce qu'il se produit dans le feuillard ( 6 ) à chaud un changement de phase à la température
( TG ) de réglage.
9. Procédé de commande suivant la revendication 7 ou 8,
caractérisé en ce que l'on n'effectue pas de détection de la température ( T3 ) réelle du feuillard ( 6
) à chaud au point.
10. Procédé de commande suivant l'une des revendications 4 à 9,
caractérisé en ce que l'on associe individuellement les valeurs ( T* ) de consigne aux points ( 101 ) du
feuillard.
11. Procédé de commande suivant l'une des revendications 4 à 10,
caractérisé en ce que les valeurs ( T* ) de consigne sont spécifiques localement ou temporellement.
12. Procédé de commande suivant l'une des revendications 4 à 11,
caractérisé en ce que les valeurs ( T* ) de consigne forment une courbe ( T*( t ) ) de valeur de consigne.
13. Procédé de commande suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'au moyen du modèle ( 9 ) on effectue aussi une détermination de proportions de phase
des points ( 101 ) de feuillard respectifs.
14. Procédé de commande suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on l'effectue en cadence.
15. Procédé de commande suivant l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'on commande par lui également au moins une installation ( 1, 1', 2, 4 ) en amont
ou en aval du train ( 3 ) finisseur, par exemple un train ( 2 ) dégrossisseur, un
four ( 1' ), une installation ( 1 ) de coulée continue et/ou une section ( 4 ) de
refroidissement.
16. Procédé de commande suivant la revendication 15,
caractérisé en ce que le procédé de commande du train ( 3 ) finisseur et celui de l'installation ( 1, 1',
2, 4' ) en amont ou en aval du train ( 3 ) finisseur sont un procédé de commande commun.
17. Procédé de commande suivant la revendication 15 ou 16,
caractérisé en ce que le modèle ( 9 ) empiète sur le train finisseur.
18. Train ( 3 ) finisseur disposé en amont d'une section ( 4 ) de refroidissement pour
le laminage de feuillard ( 6 ) métallique à chaud, comprenant un dispositif ( 7 )
de calcul en temps réel, qui est relié du point de vue de la technique de commande
au train ( 3 ) finisseur et qui est programmé de manière à ce que l'on puisse réaliser
par lui un procédé de commande suivant l'une des revendications 1 à 17.
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