[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine flexible elektrische Leitung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. Eine solche Leitung geht aus der EP 0 477 982 A2 hervor.
[0002] Derartige Leitungen werden beispielsweise in Kraftfahrzeugen eingesetzt. Sie müssen
sehr gut biegbar und zugfest sein und außerdem hohe mechanische Belastungen aushalten
können. Das gilt bereits für ihre Konfektionierung, weitere Verarbeitung und Verlegung,
besonders aber im Betrieb. Die Leitungen sind im Fahrzeug dauernd Schwingungen und
auch Steinschlag ausgesetzt.
[0003] Die EP 1 089 299 A2 zeigt einen zugfesten Leiter, bei dem mehrere Drähte aus elektrisch
gut leitendem Material um einen zentralen, zugfesten Draht herumverseilt sind. Über
den elektrisch gut leitenden Drähten ist eine gemeinsame Isolierung angebracht. Der
zugfeste Draht besteht aus mehreren, miteinander verseilten zugfesten Fäden aus geeignetem
Material, die in metallisches Grundmaterial eingebettet sind. Das Grundmaterial füllt
alle freien Räume zwischen den Fäden aus und umgibt dieselben insgesamt. Ein solcher
zugfester Draht ist nicht nur aufwendig herzustellen, sondern relativ steif und in
radialer Richtung nicht nachgebend. Das macht sich störend bemerkbar, wenn an einem
damit ausgerüsteten Leiter Kontaktelemente durch Crimpen befestigt werden sollen.
Ein solcher Leiter ist außerdem in seiner Biegbarkeit eingeschränkt und er hat eine
verminderte Biegewechselfestigkeit.
[0004] Die DE 25 19 687 A1 beschreibt eine Leitung, bei der eine große Anzahl von Kupferdrähten
um einen Faden aus Glasseidenzwirn angeordnet ist. Ein solcher Faden ist durch das
Zwirnen immer noch relativ steif und in radialer Richtung nicht nachgebend. Es ergeben
sich daher die gleichen Probleme wie bei dem Leiter nach der EP 1 089 299 A2.
[0005] Aus der US-4861947 geht ein Fernmelde- oder Steuerkabel hervor, das mit einem aus
Fibern oder Filamenten aufgebauten zugfesten Element ausgerüstet ist. Die Fibern oder
Filamente sind durch einen hochmolekularen und vernetzten Binder fest miteinander
verbunden. Dieser feste Verbund soll ein Auffasern des zugfesten Elements verhindern,
um eine kontinuierliche Fertigung zu ermöglichen.
[0006] Das elektrische Kabel nach der US-5113039 ist mit einem zugfesten, als Garn ausgebildeten
Element versehen, welches nicht auffasern soll und dazu mit einer Schicht aus Polyurethan
überzogen ist. Durch die das Garn umgebende Schicht ist ein einteiliges, zusammenhängendes
Gebilde angegeben, das Vorteile bei der Fertigung des Kabels und beim Abmanteln desselben
haben soll.
[0007] In der eingangs erwähnten EP 0 477 982 A2 sind die Aramidfäden des zugfesten Elements
fest verbunden. Die um dasselbe herum angeordneten Drähte sind im fertigen Leiter
so komprimiert, daß sich ein im wesentlichen runder Leiter mit einem formstabilen,
zugfesten Element ergibt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs geschilderte Leitung so zu
gestalten, daß sie alle Forderungen für Biegsamkeit, Zugfestigkeit, Kontakttierbarkeit
und Biegewechselfestigkeit ohne Einschränkung erfüllen kann.
[0009] Diese Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Merkmal des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0010] Diese Leitung ist hoch flexibel und zugfest. Sie zeichnet sich außerdem durch große
Biegewechselfestigkeit aus, da ihr zugfestes Element in radialer Richtung sehr leicht
verformbar und insgesamt sehr flexibel ist. Das zugfeste Element behindert dadurch
auch nicht die beim Anschließen von Kontaktteilen durch Crimpen erforderliche Verformung
des Leiters. Die einzelnen Drähte des Leiters sollen in einer Crimpverbindung etwa
wabenförmig verformt sein. Die Leitung bzw. deren Leiter erfüllen somit alle für einen
dauerhaft wirksamen Crimpanschluß bestehenden Vorschriften. Trotzdem ist die beim
Konfektionieren und Verlegen der Leitung erforderliche Zugfestigkeit gewährleistet.
Da das aus den Aramidfäden bestehende Element alle auftretenden Zugbelastungen aufnimmt,
kann der leitende Querschnitt eines jeden, aus einer Vielzahl von Drähten bestehenden
Leiters auf den elektrisch erforderlichen Wert reduziert werden. Dieser vorteilhafte
Aufbau des Leiters gilt für einen weiten Temperaturbereich von etwa +160 °C bis -
70 °C. Da Aramid außerdem weder schmilzt noch verbrennungsfördernd ist, wirken sich
auch kurzzeitig auftretende, höhere Temperaturen von mehr als 300 °C kaum störend
aus. Die Leitung kann mit besonderem Vorteil dort verwendet werden, wo sie dauernd
starken Schwingungen ausgesetzt ist, beispielsweise im Fahrzeugbau.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer aus einem isolierten Leiter bestehenden Leitung nach
der Erfindung.
Fig. 2 einen Schnitt durch Fig. 1 längs der Linie II - II in vergrößerter Darstellung..
[0013] Die elektrische Leitung L nach den Fig. 1 und 2 hat einen Leiter 1, der aus einer
Vielzahl von metallischen Drähten 2 aus elektrisch gut leitendem Material und einem
zugfesten Element 3 besteht. Die Drähte 2 sind vorzugsweise Kupferdrähte. Das zugfeste
Element 3 ist ein loser Verbund von sehr dünnen, aber zugfesten Aramidfäden 4. Ein
geeignetes Material ist unter dem Handelsnamen "Kevlar" bekannt geworden. Dieser lose
Verbund ist in radialer Richtung weich und nachgebend, so daß das Element 3 hochflexibel
ist. Über dem Leiter 1 ist eine Isolierung 5 angebracht. Sie besteht beispielsweise
aus Polyurethan.
[0014] Der Leiter 1 hat eine große Anzahl von metallischen Drähten 2, die mit dem zugfesten
Element 3, dessen Querschnitt insgesamt dem eines einzelnen Drahtes 2 entspricht,
zur Einheit des Leiters 1 zusammengefaßt sind. Das kann an sich beliebig durchgeführt
werden. Geeignete Verfahren werden mit Verseilen, Verlitzen oder Verwürgen bezeichnet.
Der Leiter 1 soll nach seiner Herstellung einen etwa kreisrunden Querschnitt haben,
bevor die Isolierung 5 beispielsweise mittels eines Extruders aufgebracht wird.
[0015] Der Leiter 1 hat beispielsweise einen Gesamtquerschnitt von 0,5 mm
2. Er kann dabei aus 61 Drähten 2 bestehen, die jeder einen Durchmesser von 0,1 mm
haben. Das aus Aramidfäden 4 bestehende Element 3 kann einen Durchmesser von ebenfalls
0,1 mm aufweisen.
[0016] Die Aramidfäden 4 des zugfesten Elements 4 können zum Schutz gegen möglicherweise
in den Leiter 1 eingedrungene Feuchtigkeit mit einem feuchtigkeitsabweisenden Material
beschichtet sein. Solche Materialien sind beispielsweise Harze oder Wachs.
[0017] Eine Leitung L nach der Erfindung kann entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel
aus nur einem isolierten Leiter 1 bestehen. Sie kann aber auch zwei oder mehr derartige
Leiter aufweisen, die dann zweckmäßig miteinander verseilt und beispielsweise von
einem gemeinsamen, aus Polyurethan bestehenden Mantel umgeben sind.
1. Flexible elektrische Leitung, die mindestens einen elektrischen Leiter aufweist, welcher
mit einem aus einer großen Anzahl von Aramidfäden (4) bestehenden, zugfesten Element
(3) ausgerüstet ist, um das herum eine Vielzahl von metallischen Drähten aus elektrisch
gut leitendem Material angeordnet ist, bei welchem der Querschnitt des zugfesten Elements
(3) dem Querschnitt eines einzelnen genannten metallischen Drahtes (2) entspricht
und welcher von einer Isolierung (5) umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Aramidfäden (4) als loser Verbund in dem, dadurch in radialer Richtung leicht verformbaren und eine beim Anschließen von Kontaktteilen
durch Crimpen erforderliche Verformung des Leiters (1) zulassenden, zugfesten Element
(3) zusammengefaßt sind.
2. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aramidfäden (4) mit feuchtigkeitsabweisendem Material, wie einem Harz oder Wachs,
beschichtet sind.
3. Leitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drähte (2) aus Kupfer bestehen.
1. Flexible electrical line, which has at least one electrical conductor, which is equipped
with an element (3) which has a high tensile strength and comprises a large number
of aramid threads (4) and around which a multiplicity of metallic wires consisting
of an electrically highly conductive material is arranged, in the case of which the
cross section of the element (3) with high tensile strength corresponds to the cross
section of an individual metallic wire (2) mentioned, and which is surrounded by insulation
(5), characterized in that the aramid threads (4) are combined as a loose composite to give the element (3)
with high tensile strength, which can therefore easily be deformed in the radial direction
and allows for deformation of the conductor (1) which is required when connecting
contact parts by means of crimping.
2. Line according to Claim 1, characterized in that the aramid threads (4) are coated with a moisture-repellent material, such as a resin
or wax.
3. Line according to Claim 1 or 2, characterized in that the wires (2) consist of copper.
1. Ligne électrique flexible possédant au moins un conducteur électrique équipé d'un
élément (3) présentant une haute résistance à la traction et comprenant un grand nombre
de brins en aramide (4) autour desquels est disposée une multiplicité de fils métalliques
constitués d'un matériau hautement conducteur de l'électricité, auquel cas la section
droite de l'élément (3) à haute résistance à la traction correspond à la section droite
d'un fil métallique (2) mentionné, et entouré d'un isolant (5), caractérisé en ce que les brins en aramide (4) sont combinés en un composite lâche pour donner l'élément
(3) à haute résistance à la traction, qui peut par conséquent être facilement déformé
dans la direction radiale et permet la déformation du conducteur (1) nécessaire lors
du raccordement de pièces de contact par sertissage.
2. Ligne selon la revendication 1, caractérisée en ce que les brins en aramide (4) sont revêtus d'un matériau hygrofuge, comme une résine ou
de la cire.
3. Ligne selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les fils (2) sont constitués de cuivre.