[0001] Die Erfindung betrifft eine Pulverversorgungseinrichtung für eine Pulverbeschichtungsanlage
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein zugehöriges Betriebsverfahren gemäß
Anspruch 11.
[0002] Bei modernen Pulverbeschichtungsanlagen zur Serienbeschichtung von Werkstücken, wie
beispielsweise Karosserieteilen, wird das Beschichtungspulver herkömmlicherweise in
großen Pulverbehältern bereitgestellt, die auch als "Big-Bags" bezeichnet werden.
Die Entnahme des Beschichtungspulvers aus dem Pulverbehälter erfolgt hierbei über
eine an der Unterseite des Pulverbehälters angeordnete Entnahmeöffnung, an der ein
Trichter angeflanscht ist, wobei an der Wandung des Trichters ein Rüttler angebracht
ist, um eine Verklumpung des Beschichtungspulvers in der Entnahmeöffnung des Pulverbehälters
zu verhindern. Am Ausgang des Trichters ist eine Klappe oder ein Quetschventil angeordnet,
um den aus dem Pulverbehälter austretenden Pulverstrom steuern zu können. Unterhalb
dieser Klappe bzw. des Quetschventils befindet sich ein sogenannter Sender, der das
aus dem Pulverbehälter ausgetretene Beschichtungspulver in sogenannten Paketen an
einen nachgeordneten Zwischenbehälter verschickt, wobei das Beschichtungspulver in
dem nachgeordneten Zwischenbehälter durch eine Lufteinblasung dauerfluidisiert wird,
so dass aus dem Zwischenbehälter ein Pulver-Luft-Gemisch entnommen werden kann.
[0003] Nachteilig an dieser bekannten Pulverversorgungseinrichtung für eine Pulverbeschichtungsanlage
ist der relativ große technische Aufwand, da eine Klappe bzw. ein Quetschventil zur
Steuerung der Pulverentnahme aus dem Pulverbehälter sowie ein Sender zur Beschickung
des Zwischenbehälters erforderlich ist.
[0004] Eine ähnliche Pulverversorgungseinrichtung ist aus US 3 714 926 bekannt.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine technisch möglichst einfache
Pulverversorgungseinrichtung für eine Pulverbeschichtungsanlage zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird, ausgehend von der vorstehend beschriebenen bekannten Pulverversorgungseinrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Die Erfindung umfasst die allgemeine technische Lehre, auf eine Klappe, bzw. ein
Quetschventil zur Steuerung der Pulverentnahme aus dem Pulverbehälter sowie auf den
sogenannten Sender zur Verschickung des entnommenen Pulvers zu verzichten, um dadurch
den technischen Aufbau der Pulverversorgungseinrichtung zu vereinfachen.
[0008] Die Erfindung sieht hierzu vor, dass der Pulverbehälter an seiner Unterseite in eine
Entnahmekammer übergeht, wobei die Entnahmekammer eine Absaugöffnung zur Absaugung
des Beschichtungspulvers und eine Einblasöffnung zum Einblasen eines Fluidisierungsmittels
aufweist, um das in die Entnahmekammer eingetretene Beschichtungspulver aufzulockern.
[0009] Während des Entnahmebetriebs fällt also Beschichtungspulver aufgrund der Schwerkraft
nach unten in die Entnahmekammer und kann dort über die Absaugöffnung abgesaugt werden.
Die Absaugung kann durch eine sogenannte DDF-Pumpe erfolgen, jedoch ist die Erfindung
hinsichtlich des zu verwendenden Pumpentyps für die Absaugung des Beschichtungspulvers
aus der Entnahmekammer nicht auf DDF-Pumpen beschränkt, sondern auch mit anderen Pumpentypen
realisierbar.
[0010] Bei dem Entnahmebetrieb verhindert das Einblasen des Fluidisierungsmittels eine Verklumpung
des Beschichtungspulvers in der Entnahmekammer und vorzugsweise auch in dem oberhalb
der Entnahmekammer befindlichen trichterförmigen Bereich des Pulverbehälters.
[0011] Vorzugsweise strömt das Fluidisierungsmittel hierbei an der Innenwand der Entnahmekammer
nach oben und verhindert dadurch eine Ablagerung des Beschichtungspulvers an der Innenwand
der Entnahmekammer.
[0012] Bei dem Fluidisierungsmittel handelt es sich vorzugsweise um Luft, die von einer
Druckpumpe in die Einblasöffnung eingeblasen wird. Die Erfindung ist jedoch hinsichtlich
des zu verwendenden Fluidisierungsmittels nicht auf Druckluft oder Umgebungsluft beschränkt,
sondern auch mit anderen vorzugsweise gasförmigen Fluidisierungsmitteln realisierbar.
[0013] Die Druckpumpe zum Einblasen des Fluidisierungsmittels ist vorzugsweise von der Entnahmekammer
räumlich getrennt und über eine Leitung an die Einblasöffnung der Entnahmekammer angeschlossen.
Hierbei besteht die Möglichkeit, dass die Druckpumpe die Entnahmekammern mehrerer
erfindungsgemäße Pulverversorgungseinrichtungen zentral mit dem Fluidisierungsmittel
versorgt.
[0014] In der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Pulverversorgungseinrichtung
ist die Einblasöffnung für das Fluidisierungsmittel in der Entnahmekammer unterhalb
der Absaugöffnung angeordnet, wobei die Einblasöffnung vorzugsweise so angeordnet
ist, dass das Fluidisierungsmittel im Wesentlichen senkrecht nach oben in die Entnahmekammer
eingeblasen wird. Eine derartige Anordnung der Einblasöffnung in der Entnahmekammer
ist vorteilhaft, da das Beschichtungspulver in der Entnahmekammer aufgrund der Schwerkraft
nach unten fällt und somit das gesamte Volumen der Entnahmekammer von dem Fluidisierungsmittelstrom
erfasst wird.
[0015] Vorzugsweise weist die Entnahmekammer an der Einblasöffnung für das Fluidisierungsmittel
einen auch als Fluidboden bezeichneten Einsatz auf, der für das Beschichtungspulver
undurchlässig und für das Fluidisierungsmittel durchlässig ist. Beispielsweise kann
dieser Einsatz aus einem gesinterten Material bestehen, das am Boden der Entnahmekammer
über der Einblasöffnung für das Fluidisierungsmittel flächendeckend angeordnet ist.
[0016] Die Entnahme des Beschichtungspulvers aus dem Pulverbehälter wird auch bei der erfindungsgemäßen
Pulverversorgungseinrichtung vorzugsweise in herkömmlicher Weise dadurch erleichtert,
dass der Pulverbehälter am Übergang der Entnahmekammer eine trichterförmige Verengung
aufweist.
[0017] Zur Auflockerung des Beschichtungspulvers ist hierbei vorzugsweise ein Rüttler vorgesehen,
der ein Verklumpen des Beschichtungspulvers am Übergang von dem Pulverbehälter zu
der Entnahmekammer verhindert. Der Rüttler ist deshalb vorzugsweise an der trichterförmigen
Verengung des Pulverbehälters angeordnet, um an der dortigen Engstelle ein Zusetzen
der Engstelle durch das Beschichtungspulver zu verhindern.
[0018] Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Pulverversorgungseinrichtung
weist die Entnahmekammer einen zylindrischen Querschnitt auf, jedoch ist die Erfindung
nicht auf Entnahmekammern mit einem zylindrischen Querschnitt beschränkt. Es ist vielmehr
theoretisch auch möglich, dass die Entnahmekammer einen eckigen Querschnitt aufweist,
wobei insbesondere ein rechteckiger oder ein quadratischer Querschnitt der Entnahmekammer
in Frage kommt.
[0019] Ferner ist der Querschnitt der Entnahmekammer vorzugsweise kleiner oder gleich dem
Querschnitt der darüber befindlichen trichterförmigen Verengung an deren engster Stelle.
Dies bietet den Vorteil, dass die Entnahmekammer auf ihrem gesamten Querschnitt mit
dem Beschichtungspulver gefüllt wird, ohne dass sich in der Entnahmekammer Toträume
bilden.
[0020] Die Höhe der Entnahmekammer beträgt vorzugsweise zwischen 80% und 300% der Breite
der Entnahmekammer, wobei beliebige Zwischenwerte innerhalb dieses Parameterbereichs
möglich sind.
[0021] Vorzugsweise ist die Höhe der Entnahmekammer jedoch wesentlich größer als deren Breite.
Dies bietet den Vorteil, dass der fluidisierte Zustand in der Entnahmekammer auch
nach dem Einblasen des Fluidisierungsmittels noch für einige Zeit erhalten bleibt,
da das pulverförmige Beschichtungsmittel in der Entnahmekammer nur langsam absinkt.
[0022] Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Absaugöffnung zur Absaugung des Beschichtungspulvers
vorzugsweise im unteren Bereich der Entnahmekammer angeordnet ist. Beispielsweise
kann die Absaugöffnung in der unteren Hälfte, im unteren Drittel oder sogar im unteren
Viertel der Entnahmekammer angeordnet sein. Dies ist vorteilhaft, da die Beschichtungsmittelkonzentration
in der Entnahmekammer im fluidisierten Zustand nach unten hin zunimmt.
[0023] Darüber hinaus umfasst die Erfindung auch ein neuartiges Betriebsverfahren für die
erfindungsgemäße Pulverversorgungseinrichtung. Im Rahmen des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens
erfolgt über die Absaugöffnung eine Absaugung des Beschichtungspulvers aus der Entnahmekammer
während einer vorgegebenen Absaugphase und darüber hinaus ein Einblasen des Fluidisierungsmittels
über die Einblasöffnung in die Entnahmekammer während einer vorgegebenen Fluidisierungsphase.
[0024] Vorzugsweise folgen die Absaugphase und die Fluidisierungsphase zeitlich aufeinander
und überlappen sich vorzugsweise zeitlich nicht. Zwischen der Fluidisierungsphase
und der Absaugphase liegt also vorzugsweise eine vorgegebene Wartezeit.
[0025] Die Dauer der Fluidisierungsphase liegt vorzugsweise zwischen 30% und 80% der Dauer
der Absaugphase, wobei beliebige Zwischenwerte innerhalb dieses Parameterbereichs
möglich sind. Es hat sich jedoch als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Absaugphase
ungefähr doppelt so lang ist wie die Fluidisierungsphase.
[0026] Darüber hinaus sieht das erfindungsgemäße Betriebsverfahren vorzugsweise vor, dass
das Beschichtungspulver während einer vorgegebenen Auflockerungsphase durch den Rüttler
aufgelockert wird, wobei die Auflockerungsphase vorzugsweise die Absaugphase und/oder
die Fluidisierungsphase einschließt. Die Dauer der Auflockerungsphase ist also vorzugsweise
größer als die Dauer der Fluidisierungsphase und/oder die Dauer der Absaugphase.
[0027] Ferner sieht das erfindungsgemäße Betriebsverfahren vorzugsweise vor, dass die Schritte
des Auflockerns des Beschichtungspulvers in der Entnahmekammer, des Einblasens des
Fluidisierungsmittels in die Entnahmekammer und/oder des Absaugens des Beschichtungspulvers
aus der Entnahmekammer zyklisch wiederholt werden.
[0028] Die Auflockerungsphase, die Fluidisierungsphase und/oder die Absaugphase erstrecken
sich hierbei vorzugsweise nicht über einen gesamten Zyklus, sondern werden jeweils
innerhalb eines Zyklus unterbrochen.
[0029] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Auflockerungsphase im wesentlichen
gleichzeitig mit der Absaugphase beginnt, wobei die Absaugphase vorzugsweise vor der
Auflockerungsphase wieder endet.
[0030] Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
oder werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Pulverversorgungseinrichtung für eine Pulverbeschichtungsanlage,
- Fig. 2
- ein Zeitdiagramm des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens für die Pulverversorgungseinrichtung
gemäß Figur 1, sowie
- Fig. 3
- ein alternatives Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Pulverversorgungseinrichtung.
[0031] Die Seitenansicht in Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Pulverversorgungseinrichtung
1 für eine ansonsten herkömmliche Pulverbeschichtungsanlage, die zur Serienbeschichtung
von Werkstücken eingesetzt wird.
[0032] Zur Aufnahme und Lagerung von Beschichtungspulver weist die erfindungsgemäße Pulverversorgungseinrichtung
1 einen herkömmlichen Pulverbehälter 2 auf, der auch als "Big-Bag" bezeichnet wird,
wobei der Pulverbehälter 2 in einem Gestell 3 aufgehängt ist, das auf einem Fundament
4 ruht.
[0033] An seiner Unterseite weist der Pulverbehälter 2 eine trichterförmige Verengung 5
auf, wobei an der Unterseite der trichterförmigen Verengung 5 des Pulverbehälters
2 mittels eines Flansches 6 ein Entnahmetrichter 7 befestigt ist.
[0034] Der Entnahmetrichter 7 verjüngt sich ebenfalls kegelförmig mit einem Kegelwinkel
von ungefähr 35 Grad, wobei in der Wandung des Entnahmetrichters 7 ein herkömmlicher
Rüttler 8 angebracht ist, der während des Entnahmebetriebs ein Festsetzen und Verklumpen
des Beschichtungspulvers in dem Entnahmetrichter 7 verhindert.
[0035] An seiner Unterseite geht der Entnahmetrichter 7 in eine hohlzylindrische Entnahmekammer
9 über.
[0036] In der Mantelfläche der Entnahmekammer 9 ist im oberen Bereich der Entnahmekammer
9 eine Absaugöffnung angeordnet, durch die das Beschichtungspulver über eine Absaugleitung
10 aus der Entnahmekammer abgesaugt werden kann. Die Absaugung erfolgt hierbei durch
eine zur Vereinfachung nicht dargestellte herkömmliche DDF-Pumpe.
[0037] Weiterhin weist die Entnahmekammer 9 an der unteren Stirnfläche eine Einblasöffnung
auf, an die über eine Fluidluftleitung 11 eine weitere Pumpe angeschlossen ist, die
zur Vereinfachung ebenfalls nicht dargestellt ist. Über die Fluidluftleitung 11 kann
Fluidluft durch die Einblasöffnung in die Entnahmekammer 9 eingeblasen werden, um
das in der Entnahmekammer 9 befindliche Beschichtungspulver aufzulockern und zu fluidisieren.
[0038] Im unteren Bereich der Entnahmekammer 9 befindet sich hierbei über der Einblasöffnung
ein Einsatz 12 aus einem gesinterten Material, das für das Beschichtungspulver undurchlässig
und für die eingeblasenen Fluidluft durchlässig ist. Beim Einblasen von Fluidluft
durch die Fluidluftleitung 11 in die Entnahmekammer 9 strömt die Fluidluft an der
Innenwand der Entnahmekammer 9 entlang nach oben und verhindert dadurch auch ein Zusetzen
der Entnahmekammer 9 mit verklumptem Beschichtungspulver.
[0039] Fig. 2 zeigt die zeitliche Ansteuerung des Rüttlers 8, der an die Absaugleitung 10
angeschlossenen DDF-Pumpe sowie der an die Fluidleitung 11 angeschlossene Pumpe im
Rahmen des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens. Hierbei zeigt das obere Zeitdiagramm
in Fig. 2 den zeitlichen Verlauf des in die Entnahmekammer 9 eingeblasenen Fluidluftstroms,
während das mittlere Zeitdiagramm das Betriebsverhalten des Rüttlers 8 wiedergibt.
Schließlich zeigt das untere Zeitdiagramm in Fig. 2 das zeitliche Betriebsverhalten
der an die Absaugleitung 10 angeschlossenen DDF-Pumpe.
[0040] Zum Zeitpunkt t=0 werden zunächst die DDF-Pumpe und der Rüttler 8 angeschaltet, wohingegen
zunächst noch keine Einblasung von Fluidluft in die Entnahmekammer 9 erfolgt. In diesem
Betriebszustand saugt die DDF-Pumpe also Beschichtungspulver über die Absaugleitung
10 aus der Entnahmekammer 9 ab, wobei der Rüttler 8 ein Festsetzen des Entnahmetrichters
7 verhindert.
[0041] Zum Zeitpunkt t=t
1 wird dann die DDF-Pumpe ausgeschaltet, während der Rüttler 8 weiterhin eingeschaltet
bleibt.
[0042] Zum Zeitpunkt t=t
2 wird dann die an die Fluidluftleitung 11 angeschlossene Pumpe eingeschaltet, woraufhin
Fluidluft in die Entnahmekammer 9 eingeblasen wird. Dieses Einblasen der Fluidluft
in die Entnahmekammer 9 dient der Auflockerung des in der Entnahmekammer 9 befindlichen
Beschichtungspulvers.
[0043] Zum Zeitpunkt t=t
3 wird dann die an die Fluidluftleitung 11 angeschlossene Pumpe wieder abgeschaltet,
so dass keine Fluidluft mehr in die Entnahmekammer 9 eingeblasen wird.
[0044] Schließlich wird zum Zeitpunkt t=t
4 auch der Rüttler 8 abgeschaltet.
[0045] Die vorstehend beschriebene Sequenz aus einer Absaugphase zwischen t=0 und t=t
1 und einer folgenden Fluidisierungsphase zwischen t=t
2 und t=t
3 wird dann im Rahmen des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens zyklisch wiederholt.
[0046] Hierbei wird sowohl die Fluidisierungsphase als auch die Absaugphase zeitlich von
einer Auflockerungsphase zwischen t=0 und t=t
4 eingeschlossen.
[0047] Das in Fig. 3 dargestellte alternative Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Pulverversorgungseinrichtung 1' stimmt weitgehend mit dem vorstehend beschriebenen
und in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel überein, so dass im Folgenden zur Vermeidung
von Wiederholungen auf die vorstehende Beschreibung verwiesen wird und für übereinstimmende
Bauteile die selben Bezugszeichen verwendet werden, die zur Unterscheidung lediglich
durch einen Strich gekennzeichnet sind.
[0048] Eine Besonderheit dieses Ausführungsbeispiels besteht in der Höhe h der Entnahmekammer
9', die hierbei ungefähr dreimal so groß ist wie der Durchmesser der Entnahmekammer
9'.
[0049] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen.
1. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') für eine Pulverbeschichtungsanlage, mit
einem Pulverbehälter (2, 2') zur Aufnahme eines Beschichtungspulvers,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Pulverbehälter (2, 2') an seiner Unterseite in eine Entnahmekammer (9, 9') übergeht,
wobei die Entnahmekammer (9, 9') eine Absaugöffnung zur Absaugung des Beschichtungspulvers
und eine Einblasöffnung zum Einblasen eines Fluidisierungsmittels aufweist, um das
Beschichtungspulver aufzulockern.
2. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einblasöffnung unterhalb der Absaugöffnung angeordnet ist.
3. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einblasöffnung so angeordnet ist, dass das Fluidisierungsmittel im wesentlichen
senkrecht nach oben in die Entnahmekammer (9, 9') eingeblasen wird.
4. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahmekammer (9, 9') an der Einblasöffnung einen Einsatz (12, 12') aufweist,
der für das Beschichtungspulver undurchlässig und für das Fluidisierungsmittel durchlässig
ist.
5. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (12, 12') aus einem gesinterten Material besteht.
6. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pulverbehälter (2, 2') am Übergang zu der Entnahmekammer (9, 9') eine trichterförmige
Verengung (7, 7') aufweist.
7. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Auflockerung des Beschichtungspulvers am Übergang von dem Pulverbehälter (2,
2') zu der Entnahmekammer (9, 9') ein Rüttler (8, 8') vorgesehen ist.
8. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rüttler (8, 8') an der trichterförmigen Verengung des Pulverbehälters (2, 2')
angeordnet ist.
9. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Entnahmekammer (9, 9') einen zylindrischen Querschnitt aufweist.
10. Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Entnahmekammer (9, 9') 80% bis 300% der Breite der Entnahmekammer (9,
9') beträgt.
11. Betriebsverfahren für eine Pulverversorgungseinrichtung (1, 1') nach mindestens einem
der vorhergehenden Ansprüche, mit den folgenden Schritten:
- Absaugung des Beschichtungspulvers über die Absaugöffnung aus der Entnahmekammer
(9, 9') während einer vorgegebenen Absaugphase
- Einblasen des Fluidisierungsmittels über die Einblasöffnung in die Entnahmekammer
(9, 9') während einer vorgegebenen Fluidisierungsphase.
12. Betriebsverfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugphase und die Fluidisierungsphase zeitlich aufeinander folgen und einander
zeitlich nicht überlappen.
13. Betriebsverfahren nach Anspruch 11 und/oder Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der Fluidisierungsphase zwischen 30% und 80% der Dauer der Absaugphase
beträgt.
14. Betriebsverfahren nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungspulver während einer vorgegebenen Auflockerungsphase durch den Rüttler
(8, 8') aufgelockert wird.
15. Betriebsverfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflockerungsphase die Absaugphase und die Fluidisierungsphase einschliesst.
16. Betriebsverfahren nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte des Einblasens des Fluidisierungsmittels in die Entnahmekammer (9, 9')
und des Absaugens des Beschichtungspulvers aus der Entnahmekammer (9, 9') zyklisch
wiederholt werden.