[0001] Die Erfindung betrifft ein Auftraggerät mit einem Speicher zum Speichern eines aufzutragenden
Produkts und einer eine elastische Einrichtung aufweisenden Überdruckerzeugungseinrichtung,
wobei die elastische Einrichtung dazu ausgelegt ist, zum Erzeugen eines Überdrucks
in dem Speicher mit ihrer elastischen Rückstellkraft gegen eine Begrenzung des Speichers
zu drücken.
[0002] Ein Auftraggerät der oben genannten Art ist bekannt, beispielsweise aus der DE 42
00 964 C1. Dabei wird unter einem Auftraggerät nicht etwa nur ein Schreib- oder Zeichenstift
verstanden. Vielmehr ist die Erfindung anwendbar auf alle Arten Auftraggeräte, sei
es zum Zeichnen, Malen, Schreiben, Markieren oder dergleichen oder sei es zum Auftragen
von Kosmetika auf Haut oder Haare. Einschlägige Beispiele sind Schminkstifte zum Schminken
von Lippen, Brauen, Lidern, Wangen, Finger- und Zehnägeln etc. Dementsprechend bezieht
sich die Erfindung auch auf alle Arten "aufzutragender Produkte", d.h. beispielsweise
auf Schreib-, Zeichen-, Mal- und Markiertinten sowie auf mit Auftraggeräten, insbesondere
in Form von Stiften auftragbare kosmetische Produkte. Die aufzutragenden Produkte
können beliebige durch ein Auftraggerät auftragbare Konsistenz haben. Beispiele sind
flüssige, gelartige und pastöse Produkte.
[0003] Der Stift nach der DE 42 00 964 C1 ist derart aufgebaut, daß auf den Speicher stets
gleichbleibende Druckkräfte ausgeübt werden. Mit anderen Worten herrscht in dem Speicher
des bekannten Stiftes stets ein konstanter Überdruck. Ein solcher dauernder Überdruck
kann sich schädigend auf das aufzutragende Produkt auswirken. Im Falle einer Undichtigkeit
wird der permanente Überdruck zu einem alsbaldigen Auslaufen führen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Auftraggerät der eingangs genannten
Art insofern zu verbessern, als einer Schädigung des aufzutragenden Produktes und/oder
einem Auslaufen besser vorgebeugt wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe dadurch gelöst, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung
im Sinne einer Senkung des Drucks in dem Speicher steuerbar ist.
[0006] Dabei liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, daß der Überdruck in dem Speicher
nicht jederzeit benötigt wird, sondern nur dann, wenn mit dem Auftraggerät gearbeitet
wird. Die Steuerbarkeit der Überdruckerzeugungseinrichtung im Sinne einer Senkung
des Drucks in dem Speicher gibt insofern die Möglichkeit, den Druck dann zu senken,
wenn er nicht benötigt wird, wodurch ein eventuell schädigender Einfluß des Überdrucks
auf das aufzutragende Produkt minimiert wird. Darüber hinaus kann einem eventuellen
Auslaufen im Falle von Undichtigkeiten wirksamer vorgebeugt werden.
[0007] Aus der DE 23 31 285 C2, der DE 40 27 271 C1 und der DE-OS 23 09 738 sind jeweils
Stifte bekannt, bei denen eine Überdruckerzeugungseinrichtung nicht Gebrauch von einer
elastischen Einrichtung macht, sondern bei denen vielmehr mit Gasdruck gearbeitet
wird. Dadurch wird der Aufbau insbesondere im Hinblick auf Dichtungsprobleme kompliziert
und aufwendig und damit kostenintensiv. Demgegenüber wird nach der Erfindung eine
elastische Einrichtung im Rahmen der Überdruckerzeugungseinrichtung eingesetzt, wodurch
insbesondere Dichtungsprobleme eliminiert sind. Darüber hinaus kann ein besonders
einfacher Aufbau realisiert werden, wodurch sowohl die Handhabung verbessert ist als
auch die Herstellungskosten gering gehalten werden können.
[0008] Die elastische Einrichtung kann prinzipiell beliebig ausgestaltet sein. Als besonders
einfach wird jedoch eine Feder bevorzugt.
[0009] Bevorzugt weist die Überdruckerzeugungseinrichtung ein Getriebe mit zwei Kupplungselementen
auf, die dazu ausgelegt sind, in mindestens zwei unterschiedlichen Relativstellungen
zueinander miteinander in Eingriff zu kommen. Diese beiden unterschiedlichen Relativstellungen
können dazu dienen, unterschiedlichen Betriebszuständen Rechnung zu tragen.
[0010] So können die beiden Relativstellungen unterschiedlichen Füllständen des Speichers
zugeordnet sein. Mit anderen Worten ist nach dieser Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
daß bei einem ersten Füllstand des Speichers die beiden Kupplungselemente des Getriebes
eine erste Relativstellung zueinander haben, in der beispielsweise die elastische
Einrichtung einen vorbestimmten Überdruck in dem Speicher erzeugt. Sinkt nun durch
Gebrauch des Stiftes der Füllstand in dem Speicher, so nehmen die beiden Kupplungselemente
eine andere Relativstellung zueinander ein, mit der der gleiche Überdruck in dem Speicher
erzeugt wird.
[0011] Während ansonsten der in dem Speicher erzeugte Überdruck mit sinkendem Füllstand
in dem Speicher und damit einhergehender Entspannung des elastischen Elements sinken
würde, kann auf diese Weise erreicht werden, daß füllstandsunabhängig immer der gleiche
Überdruck in dem Speicher erzeugt wird.
[0012] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Überdruckerzeugungseinrichtung
ein Getriebe mit mindestens einem Innengewindeelement und mindestens einem Außengewindeelement
auf, wobei das Getriebe mindestens zwei Betriebszustände einnehmen kann, nämlich einen
ersten Betriebszustand, in dem die beiden Gewindeelemente zum Erzeugen des Überdrucks
miteinander kämmen, und einen zweiten Betriebszustand, in dem sie nicht miteinander
kämmen, woraus eine Senkung des Drucks resultiert.
[0013] Mit anderen Worten ist nach dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
daß zwei Gewindeelemente zum Erzeugen des Überdrucks miteinander gekoppelt werden
und zum Senken des Drucks in dem Speicher entkoppelt werden. Damit ist eine vom Aufbau
her besonders einfache, kostengünstige und leicht handhabbare Lösung gefunden worden.
[0014] Dabei kann erfindungsgemäß eine Gewindestange mit mindestens einer Gewindeunterbrechung,
beispielsweise in Form einer Längsnut verwendet werden. Zur Entkopplung muß bei dieser
Lösung nur das Innengewindeelement in die Gewindeunterbrechung verbracht werden.
[0015] Insbesondere im Sinne einer weiteren Schonung des aufzutragenden Produkts ist erfindungsgemäß
eine Einrichtung zum Begrenzen des von der Überdruckerzeugungseinrichtung erzeugten
Überdrucks vorgesehen. Darüber hinaus trägt dieses Merkmal offensichtlich auch zur
Auslaufsicherheit bei.
[0016] Als konstruktiv besonders einfach bevorzugt ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die
Begrenzungseinrichtung einen Anschlag aufweist.
[0017] Der Anschlag ist weiter bevorzugt an einem Außengewindeelement ausgebildet.
[0018] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt der Anschlag
in einer Bahn, entlang derer sich ein Innengewindeelement bewegt, wenn die beiden
Gewindeelemente miteinander kämmen.
[0019] Wiederum ist damit eine konstruktiv besonders einfache und auch einfach zu handhabende
Lösung gefunden worden.
[0020] Die Begrenzungseinrichtung weist weiter bevorzugt eine Rutschkupplung auf. Damit
ist eine weitgehende Sicherheit vor den Folgen unsachgemäßer Handhabung gegeben, weil
die Rutschkupplung bei dem Versuch, einen allzu großen Überdruck zu erzeugen, selbsttätig
auskuppelt.
[0021] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung
ein Getriebe mit einer Zahnstange und einer Raste aufweist, wobei die Zahnstange und
die Raste bevorzugt dazu ausgelegt sind, in mindestens zwei unterschiedlichen Relativstellungen
zueinander in Eingriff sowie außer Eingriff zu kommen.
[0022] Diese Ausgestaltung stellt eine Alternative zu der oben beschriebenen Ausgestaltung
mit dem Drehgetriebe dar.
[0023] Die Überdruckerzeugungseinrichtung weist erfindungsgemäß bevorzugt einen Kolben auf,
der nicht unbedingt eine kreisrunde Außenkontur haben muß. Dieser Kolben kann beispielsweise
diejenige Begrenzung des Speichers darstellen, auf die die elastische Rückstellkraft
der elastischen Einrichtung zum Erzeugen des Überdrucks in dem Speicher drückt.
[0024] Nach der Erfindung ist weiter bevorzugt eine Einrichtung vorgesehen, die verhindert,
daß der Kolben bei Senken des Überdrucks das Produkt in den Speicher zurückzieht.
[0025] Der Kolben kann dabei als Schleppkolben ausgebildet sein.
[0026] In diesem Zusammenhang ist erfindungsgemäß besonders bevorzugt, daß der Kolben mit
Spiel und/oder über ein elastisches Element mit der elastischen Einrichtung gekoppelt
ist.
[0027] Um Auslaufen und Austrocknen des aufzutragenden Produkts zu verhindern, sieht die
Erfindung nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform eine Abschlußmasse zum
Abdichten des Produkts in dem Speicher vor. Der Speicher, der Kolben und/oder eine
Schreibspitze des Stiftes weisen erfindungsgemäß bevorzugt LCP (Liquid Crystal Polymers
/ Flüssigkristallpolymere) auf. Dieses Material ist insbesondere an Stellen des Stiftes,
die mit dem aufzutragenden Produkt in Berührung kommen, sehr vorteilhaft, weil es
extrem diffusionsdicht ist. Darüber hinaus zeichnet es sich durch hohe Maßhaltigkeit
aus, was insbesondere bei zueinander beweglich gehaltenen Teilen wichtig ist, wie
etwa dem in dem Speicher beweglich gehaltenen Kolben. Die hohe Maßhaltigkeit beugt
nämlich einem Verklemmen vor. Schließlich zeichnet sich LCP durch hohe chemische Beständigkeit
aus, so daß es von dem aufzutragenden Produkt nicht angegriffen werden kann.
[0028] Bevorzugt weist das Auftraggerät an seinem hinteren Ende einen Stoßdämpfer auf. Dadurch
wird verhindert, daß bei einem eventuellen Aufschlagen des Auftraggerätes mit seinem
hinteren Ende das aufzutragende Produkt von einer Schreibspitze weg in den Speicher
hineingedrückt wird.
[0029] Der Stoßdämpfer weist bevorzugt eine Feder auf.
[0030] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform dient die Feder des Stoßdämpfers
zum Erzeugen des Überdrucks. Mit anderen Worten wird dem zum Erzeugen des Überdrucks
dienenden elastischen Element eine zweite Funktion, nämlich diejenige des Stoßdämpfers,
zugeordnet, wodurch die Teilezahl insgesamt verringert ist.
[0031] Es kann vorkommen, daß ein Benutzer des Auftraggerätes vergißt, den Druck in dem
Speicher nach getaner Arbeit zu senken. In einem solchen Falle tritt unter Umständen
eine Schädigung des aufzutragenden Produkts in dem Speicher ein. Darüber hinaus kann
ein Auslaufen nicht ausgeschlossen werden.
[0032] Daher schafft die Erfindung ein Auftraggerät, insbesondere der oben im einzelnen
ausgeführten Bauart, mit einem Speicher zum Speichern eines aufzutragenden Produkts
und einer Überdruckerzeugungseinrichtung zum Erzeugen eines Überdrucks in dem Speicher,
wobei das Auftraggerät mindestens zwei Betriebszustände einnehmen kann, nämlich einen
Ruhezustand und einen Gebrauchszustand. Dabei ist erfindungsgemäß eine auf ein Verbringen
des Auftraggerätes vom Gebrauchszustand in den Ruhezustand ansprechende Einrichtung
zum Senken des Drucks in dem Speicher vorgesehen.
[0033] Mit anderen Worten wird nach dieser Ausgestaltung der Erfindung dafür gesorgt, daß
der Druck in dem Speicher selbsttätig gesenkt wird, sobald das Auftraggerät - nach
getaner Arbeit - in den Ruhezustand verbracht wird.
[0034] Der Ruhezustand und der Betriebszustand können sich insbesondere dadurch unterscheiden,
daß im Ruhezustand eine Kappe (Schoner) auf das Auftraggerät aufgesetzt wird, wohingegen
diese Kappe im Betriebszustand abgenommen ist.
[0035] Daher sieht die Erfindung nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform eine Kopplung
zwischen einer Kappe und der Überdruckerzeugungseinrichtung vor. Mit anderen Worten
ist nach dieser Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß das Abnehmen der Kappe
mit der Erzeugung eines Überdrucks in dem Speicher einhergeht, wohingegen das Aufsetzen
der Kappe auf das Auftraggerät zu einer selbsttätigen Senkung des Drucks in dem Speicher
führt.
[0036] Als besonders vorteilhafte Ausgestaltung wird dabei ein Gewinde zum Halten der Kappe
auf dem Auftraggerät bevorzugt. Anstelle des Gewindes kann auch ein Bajonett-Verschluß
zum Halten der Kappe auf dem Auftraggerät vorgesehen sein. Ein solcher Bajonett-Verschluß
hat insbesondere den Vorteil, daß derjenige Drehwinkel, um den die Kappe bezüglich
des Auftraggerätes verdreht wird, begrenzt ist, so daß es keiner weiteren besonderen
Maßnahmen bedarf, um den durch das Aufbringen der Kappe auf das Auftraggerät erzeugten
Überdruck in dem Speicher zu begrenzen. Diese Ausgestaltung kann mithin unter Umständen
ohne die Rutschkupplung und ohne die oben erwähnte Überdruckbegrenzung auskommen.
[0037] Insbesondere im Bereich von Durchmesserverringerungen in der Bahn des aufzutragenden
Produktes von dem Speicher zu einer Schreibspitze des Auftraggerätes treten häufig
Lufteinschlüsse auf, die nachteilig für den Betrieb des Auftraggerätes sind.
[0038] Der Erfindung liegt daher die weitere Aufgabe zugrunde, solcherlei Lufteinschlüsse
zu vermeiden.
[0039] Die Erfindung schafft daher schließlich ein Auftraggerät, insbesondere nach der oben
im einzelnen ausgeführten Bauart, mit einem einen vorderen Endbereich aufweisenden
Speicher zum Speichern eines aufzutragenden Produkts und einer Schreibspitze, wobei
ein hinterer Endbereich der Schreibspitze hülsenförmig ist und der vordere Endbereich
des Speichers in den hinteren Endbereich der Schreibspitze eingesteckt ist.
[0040] Wird nämlich - wie dies bei dem Stand der Technik der Fall ist - der hintere Endbereich
der Schreibspitze in den vorderen Endbereich des Speichers eingesteckt, so ergibt
sich eine Durchmesserverringerung im Bereich der dem Speicher zugewendeten Stirnfläche
der Schreibspitze. Ist aber demgegenüber erfindungsgemäß der vordere Endbereich des
Speichers in den hinteren Endbereich der Hülse eingesteckt, so ergibt sich im Übergangsbereich
keine Durchschnittsverringerung, wodurch die oben erwähnten Lufteinschlüsse zuverlässig
vermieden sind.
[0041] Im folgenden ist die Erfindung anhand zweier bevorzugter Ausführungsbeispiele in
Form von Stiften unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung mit weiteren Einzelheiten
näher erläutert. Dabei zeigen
- Figur 1
- eine Längsschnittansicht eines Stiftes nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung,
- Figur 2
- Ansichten einer Kolbenanordnung des Stiftes nach Figur 1,
- Figur 3
- Ansichten eines Steuerstößels des Stiftes nach Figur 1, und
- Figur 4
- eine schematische Längsschnittansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels der Erfindung.
[0042] Gemäß Figur 1 hat der Stift einen Außenschaft 10, auf den in der Betriebsstellung
nach Figur 1 eine Kappe 12 aufgeschraubt ist. Dazu ist ein mit der Bezugszahl 14 bezeichnetes
Gewinde vorgesehen. Die Kappe 12 weist eine Dichtung 16 auf, die in dem in Figur 1
gezeigten Betriebszustand eine Spitze 18 dichtend umschließt. Am freien Ende der Spitze
18 ist eine Kugel 20 gehalten. Die Innenkontur der Dichtung 16 weicht von der kreisrunden
Form ab. Sie ist oval. Die Außenkontur der Spitze 18 hat in demjenigen Bereich, in
dem sie von der Dichtung 16 umschlossen wird, eine komplementäre Außenkontur. Dadurch
ist die Kappe 12 in aufgesetztem Zustand mit der Spitze 18 drehgekoppelt.
[0043] Die Spitze 18 ist an ihrem der Kugel 20 abgewandten Endabschnitt von einer Minenhülse
22 umschlossen. In diesem Bereich hat die Spitze 18 eine kreisförmige Außenkontur.
Sie bildet mit der Minenhülse 22 eine Rutschkupplung.
[0044] Der Innenraum der Minenhülse 22 bildet einen Speicher 24 für Tinte 26. Auf der der
Kugel 20 abgewandten Seite ist in dem Speicher 24 eine Abschlußmasse 28 angeordnet,
die zum Abdichten gegen die Umgebung dient. Die hintere Begrenzung des Speichers 24
wird von einem Kolben 30 gebildet. Der Kolben 30 ist innerhalb des Speichers 24 verschieblich
gehalten. Von der Kugel 20 aus gesehen liegt hinter dem Kolben 30 ein Kolbenhalter
32. In den Kolbenhalter hinein ragt ein Steuerstößel 34. Eine Feder 36 stützt sich
einerseits an dem Steuerstößel 34 und andererseits an einer Abschlußkappe 38 ab.
[0045] Wie Figur 2 zu entnehmen ist, weist der Kolben 30 einen Ansatz 40 auf, der in zusammengesetztem
Zustand in ein Fenster 42 des Kolbenhalters 32 eingreift. Der Kolbenhalter 32 weist
an seinem dem Kolben 30 abgewandten Endabschnitt Ansätze 44 und 46 auf, die zur Drehkopplung
in entsprechende Ausnehmungen des Minenschaftes 22 eingreifen. Mithin ist der Kolbenhalter
32 mit dem Minenschaft 22 zwar drehgekoppelt, jedoch axial darin verschieblich gehalten.
[0046] Ebenfalls an seinem dem Kolben 30 abgewendeten Endabschnitt ist der Kolbenhalter
32 in seinem Inneren mit einem in etwa halbkugelförmigen Innengewindeelement 48 versehen,
das zur - zeitweisen - Kopplung mit dem Steuerstößel 34 dient.
[0047] Der Steuerstößel 34 ist mit zu dem Innengewindeelement 48 komplementären Außengewindeelementen
versehen, von denen eines beispielhaft mit der Bezugszahl 50 bezeichnet ist. Die Außengewindeelemente
50 entsprechen Segmenten einer schraubenwendelförmigen Nut und erstrecken sich jeweils
über einen Winkel von etwas mehr als 300°. Sie sind unterbrochen durch eine Längsnut
52, die sich über einen Winkel von etwa 27° erstreckt.
[0048] An seinem der Kugel 20 abgewandten Endabschnitt ist der Steuerstößel 34 mit Ansätzen
54, 56, 58, 60 versehen, die zur Drehkopplung in entsprechende Ausnehmungen des Außenschaftes
10 eingreifen. Der Steuerstößel 34 ist aber bezüglich des Außenschaftes 10 zwischen
der Abschlußkappe 38 und einem Anschlag 62 axial verschieblich. Die Funktion des in
der Zeichnung dargestellten Stiftes ist wie folgt:
[0049] In der in Figur 1 dargestellten Betriebsstellung, d.h. dann, wenn die Kappe 12 auf
den Außenschaft 10 aufgeschraubt ist, befindet sich das Innengewindeelement 48 in
der Nut 52. Mithin liegt in dieser Betriebsstellung keine Kopplung zwischen dem Steuerstößel
34 und dem Kolben 30 vor. Der Kolben 30 übt mithin keinen Druck auf die Abschlußmasse
28 bzw. auf die Tinte 26 aus.
[0050] Wird die Kappe 12 bezüglich des Außenschaftes 10 verdreht, um sie abzuschrauben,
so dreht sich wegen der Drehkopplung zwischen der Dichtung 16 und der Spitze 18 die
Spitze 18 mit. Damit dreht sich auch der Kolbenhalter 32 mit. Im weiteren Verlaufe
der Drehung verläßt das Innengewindeelement 48 die Nut 52 und gelangt in das Außengewindeelement
50. Ein Weiterdrehen in diesem Zustand bewirkt, daß das Innengewindeelement 48 entlang
dem Außengewindeelement 50 läuft, wodurch der Steuerstößel 34, der sich bisher an
dem Ansatz 62 abgestützt hat, gegen die Feder 36 gedrängt wird. Dadurch wirkt die
elastische Rückstellkraft der Feder 36 über den Steuerstößel 34 auf den Kolbenhalter
32 und damit auf den Kolben 30, wodurch der Druck in dem Speicher 24 steigt. Das Außengewindeelement
50 ist an seinem Ende von einem Anschlag 64 begrenzt, an dem das Innengewindeelement
48 bei Weiterdrehen anschlägt. Wird dennoch weitergedreht, so rutscht die zwischen
dem Minenschaft 22 und der Spitze 18 ausgebildete Rutschkupplung durch, so daß der
Druck in dem Speicher 24 nicht weiter steigt.
[0051] Der nun aufgebaute Überdruck in dem Speicher 24 kann zum Auftragen der Tinte 26 genutzt
werden.
[0052] Wird die Kappe 12 nach Gebrauch des Stiftes wieder auf den Außenschaft 10 aufgeschraubt,
so läuft wegen der oben detailliert beschriebenen Kopplungen das Innengewindeelement
48 entlang dem Außengewindeelement 50 wieder zurück in die Nut 52. Dadurch läuft der
Steuerstößel 34 unter dem Einfluß der Feder 36 wieder gegen den Anschlag 62, wo er
sich abstützt. Damit wirkt die Feder 36 nicht mehr über den Kolbenhalter 32 und den
Kolben 30 auf die Tinte 26 ein. In diesem Zustand herrscht kein Überdruck mehr in
dem Speicher 24, was im Hinblick auf eine Schonung der Tinte 26 und im Hinblick auf
die Auslaufsicherheit von großem Vorteil ist.
[0053] Beim Aufschrauben der Kappe 12 auf den Außenschaft 10 wird der Kolbenhalter 32 in
Richtung weg von der Kugel 20 bewegt, bis das Innengewindeelement 48 in die Nut 52
gelangt. Damit dabei der Kolben 30 nicht die Tinte aus der Spitze 18 heraussaugt,
ist der Kolben 30 als Schleppkolben ausgebildet. Es kann sich nämlich der Kolbenhalter
32 entsprechend der axialen Länge des Fensters 42 ohne Mitnahme des Kolbens 30 von
der Kugel 20 wegbewegen.
[0054] Zusätzlich zu oder anstelle des Ansatzes 40 in dem Fenster 42 kann auch eine elastische
Kopplung zwischen dem Kolbenhalter 32 und dem Kolben vorgesehen sein.
[0055] Die elastische Kopplung und/oder das Spiel können aber auch anderswo zwischen den
Steuerstößel 34 und die den Speicher 24 begrenzende Kolbenfläche geschaltet sein.
[0056] Anstelle des Gewindes 14 kann auch ein Bajonettverschluß zum Halten der Kappe 12
auf dem Außenschaft 10 vorgesehen sein. In diesem Fall kann u.U. auf die Überdruckbegrenzung
durch den Anschlag 64 verzichtet werden, weil bei einem Bajonettverschluß ohnehin
derjenige Winkel, um den die beiden miteinander zu verbindenden Teile gegeneinander
verdreht werden können, begrenzt ist.
[0057] Im folgenden ist die Ausführungsform nach Fig. 4 beschrieben:
[0058] Bei dieser Ausführungsform wird die Kappe 12 nicht auf den Außenschaft 10 aufgeschraubt,
sondern vielmehr axial aufgeschoben. Beim Aufschieben nimmt ein Anschlag 66 an der
Kappe 12 eine Steuerhülse 68 in Axialrichtung mit. Die Steuerhülse 68 ist mit zwei
Rastklinken 70, 72 versehen, die in dem in Fig. 4 gezeigten Betriebszustand in Eingriff
stehen mit einer Zahnstange 74. Die Steuerhülse 68 bildet mithin zusammen mit den
Rasthülsen 70 und 72 sowie der Zahnstange 74 ein Rastgesperre. In dem in Figur 4 dargestellten
Betriebszustand drückt die Feder 36 mit ihrer elastischen Rückstellkraft gegen die
Steuerhülse 68. Wegen des Eingriffs der Rastklinken 70 und 72 mit der Zahnstange 74
wird der von der Feder 36 erzeugte Druck über die Zahnstange 74 auf den Kolben 30
übertragen, weshalb der Kolben 30 einen Überdruck in dem Speicher 24 erzeugt.
[0059] Wird jedoch die Kappe 12 auf den Außenschaft aufgeschoben, so verschiebt sich die
Steuerhülse 68 axial nach hinten, wodurch die Rastklinken 70 und 72 mit einem Endabschnitt
an einem umlaufenden Steuernocken 76 anschlagen und bei weiterer Axialverschiebung
außer Eingriff mit der Zahnstange 74 verschwenkt werden. Dadurch wird die von der
Feder 36 ausgeübte Rückstellkraft nicht mehr auf die Zahnstange 74 und damit auch
nicht mehr auf den Kolben 30 übertragen, weshalb der Überdruck in dem Speicher 24
sinkt.
[0060] Wie bei der Ausgestaltung nach den Fig. 1 bis 3 können die jeweiligen Getriebe, also
das Drehgetriebe nach den Fig. 1 bis 3 und das Rastgesperre nach der Fig. 4, eine
Füllstandsabnahme in dem Speicher 24 kompensieren. Mit abnehmendem Füllstand bewegt
sich nämlich beispielsweise die Zahnstange 74 nach Fig. 4 zusammen mit dem Kolben
30 allmählich in den Speicher 24 hinein. Dennoch kann jeweils dieselbe Rückstellkraft
der Feder 36 zum Erzeugen des Überdrucks in dem Speicher 24 genutzt werden. Das gleiche
gilt für den Kolbenhalter 32 mit dem Kolben 30 nach den Fig. 1 bis 3. Auch diese beiden
Elemente bewegen sich mit abnehmendem Füllstand in dem Speicher 24 allmählich in den
Speicher hinein, wohingegen der Steuerstößel 34 seine Stellung zu der Feder 36 nicht
entsprechend dem Füllstand ändert, weshalb immer die gleiche Rückstellkraft zum Erzeugen
des Überdrucks zur Verfügung steht.
[0061] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 4 ist eine Überdruckbegrenzung dadurch realisiert,
daß der Anschlag 66 bzw. ein ringförmiger Ansatz 78 der Steuerhülse 68 an einem Anschlag
80 an dem Außenschaft 10 anschlägt.
[0062] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 4 ist ein vorderer Endabschnitt 82 der Minenhülse
22 in einen hinteren Endabschnitt 84 der Schreibspitze 18 eingesteckt. Dadurch ist
eine stufenartige Querschnittsverringerung in der Bahn des Produktes 26 von dem Speicher
24 in der Spitze 18 vermieden, wodurch die Gefahr von Lufteinschlüssen gebannt ist.
[0063] Die Abschlußkappe 38 ist bei der Ausgestaltung nach Fig. 4 nach Art eines Stoßdämpfers
federn gehalten. Zu dieser federnden Halterung dient die Feder 36, also dasjenige
elastische Element, dessen Rückstellkraft zum Erzeugen des Überdrucks in dem Speicher
24 dient. Diese Ausgestaltung erreicht dadurch eine Minimierung der Zahl der Bauelemente.
[0064] Die in der obigen Beschreibung, den Ansprüchen sowie der Zeichnung offenbarten Merkmale
der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
1. Auftraggerät mit
einem Speicher (24) zum Speichern eines aufzutragenden Produkts (26) und
einer eine elastische Einrichtung (36) aufweisenden Überdruckerzeugungseinrichtung
(22, 30, 32, 34, 36), wobei die elastische Einrichtung (36) dazu ausgelegt ist, zum
Erzeugen eines Überdrucks in dem Speicher (24) mit ihrer elastischen Rückstellkraft
gegen eine Begrenzung (30) des Speichers (24) zu drücken,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Überdruckerzeugungseinrichtung (22, 30, 32, 34, 36) im Sinne einer Senkung
des Drucks in dem Speicher steuerbar ist.
2. Auftraggerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Einrichtung (36) eine Feder ist.
3. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung (22, 30, 32, 34, 36) ein Getriebe mit zwei Kupplungselementen
(32, 34) aufweist, die dazu ausgelegt sind, in mindestens zwei unterschiedlichen Relativstellungen
zueinander miteinander in Eingriff zu kommen.
4. Auftraggerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Relativstellungen unterschiedlichen Füllständen des Speichers (24) zugeordnet
sind.
5. Auftraggerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung (22, 30, 32, 34, 36) ein Getriebe mit mindestens
einem Innengewindeelement (48) und mindestens einem Außengewindeelement (50) aufweist,
wobei das Getriebe mindestens zwei Betriebszustände einnehmen kann, nämlich
einen ersten Betriebszustand, in dem die beiden Gewindeelemente (48, 50) zum Erzeugen
des Überdrucks miteinander kämmen, und
einen zweiten Betriebszustand, in dem sie nicht miteinander kämmen, woraus eine
Senkung des Drucks resultiert.
6. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Gewindestange (34) mit mindestens einer Gewindeunterbrechung (52).
7. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (18, 22; 64) zum Begrenzen des von der Überdruckerzeugungseinrichtung
(22, 30, 32, 34, 36) erzeugten Überdrucks.
8. Auftraggerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungseinrichtung (18, 22; 64) einen Anschlag (64) aufweist.
9. Auftraggerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (64) an einem Außengewindeelement (50) ausgebildet ist.
10. Auftraggerät nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (64) in einer Bahn liegt, entlang derer sich ein Innengewindeelement
(48) bewegt, wenn die beiden Gewindeelemente (48, 50) miteinander kämmen.
11. Auftraggerät nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungseinrichtung (18, 22; 64) eine Rutschkupplung (18, 22) aufweist.
12. Auftraggerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung ein Getriebe mit einer Zahnstange und einer Raste
aufweist, wobei die Zahnstange und die Raste dazu ausgelegt sind, in mindestens zwei
unterschiedlichen Relativstellungen zueinander in Eingriff sowie außer Eingriff zu
kommen.
13. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Überdruckerzeugungseinrichtung (22, 30, 32, 34, 36) einen Kolben (30) aufweist.
14. Auftraggerät nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine Einrichtung, die verhindert, daß der Kolben (30) bei Senken des Überdrucks das
Produkt in den Speicher (24) zurückzieht.
15. Auftraggerät nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (30) ein Schleppkolben ist.
16. Auftraggerät nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (30) mit Spiel (40, 42) und/oder über ein elastisches Element mit der
elastischen Einrichtung (36) gekoppelt ist.
17. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Abschlußmasse (28) zum Abdichten des Produkts (26) in dem Speicher (24).
18. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher (24), der Kolben (30) und/oder eine Schreibspitze (18) des Auftraggerätes
LCP aufweist.
19. Auftraggerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Stoßdämpfer am hinteren Ende.
20. Auftraggerät nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoßdämpfer eine Feder (36) aufweist.
21. Auftraggerät nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (36) des Stoßdämpfers zum Erzeugen des Überdrucks dient.
22. Auftraggerät, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit
einem Speicher (24) zum Speichern eines aufzutragenden Produkts (26) und
einer Überdruckerzeugungseinrichtung (22, 30, 32, 34, 36) zum Erzeugen eines Überdrucks
in dem Speicher (24),
wobei das Auftraggerät mindestens zwei Betriebszustände einnehmen kann, nämlich
einen Ruhezustand und einen Gebrauchszustand,
gekennzeichnet durch
eine auf ein Verbringen des Stiftes vom Gebrauchszustand in den Ruhezustand ansprechende
Einrichtung (16, 18, 22, 30, 32, 34, 36) zum Senken des Drucks in dem Speicher (24).
23. Auftraggerät nach Anspruch 22, gekennzeichnet durch eine Kopplung (18, 22) zwischen einer Kappe (12) und der Überdruckerzeugungseinrichtung
(22, 30, 32, 34, 36).
24. Auftraggerät nach Anspruch 23, gekennzeichnet durch ein Gewinde (14) zum Halten der Kappe (12) auf dem Auftraggerät.
25. Auftraggerät nach Anspruch 23, gekennzeichnet, durch einen Bajonett-Verschluß zum Halten der Kappe (12) auf dem Auftraggerät.
26. Auftraggerät, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem einen
vorderen Endbereich aufweisenden Speicher zum Speichern eines aufzutragenden Produkts
und einer Schreibspitze,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein hinterer Endbereich der Schreibspitze hülsenförmig ist und der vordere Endbereich
des Speichers in den hinteren Endbereich der Schreibspitze eingesteckt ist.