[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Formsteinverlegesatz mit einer Mehrzahl
von Formsteinen.
[0002] Formsteinverlegesätze der eingangs genannten Art werden aus einer Mehrzahl einzelner
Formsteine bestehend in einem einheitlichen Formgebungsvorgang, bei dem sämtliche
Formsteine des Formsteinverlegesatzes in einem Formverband angeordnet sind, hergestellt.
Meist sind derartige Formsteinverlegesätze bereits hinsichtlich der Zusammenstellung
gegebenenfalls unterschiedlich formatierter Formsteine so konfiguriert, dass unter
Zuhilfenahme geeigneter Werkzeuge eine Verlegung des gesamten Formsteinverbands in
seiner Gesamtheit erfolgen kann. Die bekannten Formsteinverlegesätze weisen Formsteine
auf, die mit einer einheitlichen Sichtflächentopographie versehen sind, so dass sich
insbesondere bei Verlegung des Formsteinverlegesatzes in Herstellungskonfigiration
durch die einheitliche Oberflächenausbildung der Formsteine dem Betrachter ein entsprechend
eintöniger Anblick bietet. Hierdurch wird die künstliche Beschaffenheit der Formsteine
im Vergleich zu Natursteinen über den Materialeindruck hinaus noch deutlicher betont.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Formsteinverlegesatz
vorzuschlagen, der, im Vergleich zu den bekannten Formsteinverlegesätzen, dem Betrachter
einen eher organischen Eindruck vermittelt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Formsteinverlegesatz mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Formsteinverlegesatz weisen einzelne Formsteine oder Formsteingruppen
als Sichtflächentopographie die Abbildung einer Natursteinoberfläche auf.
[0006] Hierdurch wird zumindest beim flüchtigen Betrachter der Eindruck erweckt, dass ein
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Formsteinverlegesatzes hergestelltes Verlegemuster
unter Verwendung von Naturstein hergestellt worden wäre. Zwar ist es bereits bekannt,
Formsteinoberflächen beispielsweise durch Rumpeln oder Schlagbearbeitung der Sichtflächen
einem künstlichen Alterungsprozess zu unterziehen, um ein weniger künstliches Erscheinungsbild
zu ermöglichen. Obwohl hierdurch eine gewisse Annäherung an eine natürliche Oberflächentopographie
erreicht werden kann, ist es auf die vorgenannte Art und Weise nicht möglich, komplexe
Oberflächenstrukturen oder -topographien zu erzeugen, wie sie tatsächlich bei Naturstein,
insbesondere auch bedingt durch Witterungseinflüsse, vorkommen. Dies gilt in besonderem
Maß für relativ weichen und daher witterungsempfindlich aufgebauten Naturstein, wie
beispielsweise Sandstein.
[0007] Darüber hinaus sind die bekannten Verfahren zur künstlichen Alterung von Formsteinoberflächen
mit separaten Verfahrens- oder Bearbeitungsschritten verbunden, die sich der eigentlichen
Formsteinherstellung im Gießverfahren noch zusätzlich anschließen.
[0008] Die erfindungsgemäße Projektion einer Natursteinoberfläche auf die Formsteinsichtfläche
durch Abbildung ermöglicht die Herstellung einer "Natursteinoberfläche" durch Verwendung
geeigneter Formstempel schon während der Formsteinherstellung, ohne dass damit ein
separater Verfahrensschritt oder Bearbeitungsvorgang verbunden wäre.
[0009] Die "Natursteinoberfläche" kann quasi durch einen Prägevorgang geschaffen werden.
[0010] Ein in besonderem Umfang dem natürlichen Erscheinungsbild nahe kommendes Oberflächenerscheinungsbild
des Formsteinverlegesatzes lässt sich erreichen, wenn die Sichtflächentopographie
der Gesamtheit der Formsteine des Formsteinverlegesatzes oder einer Formsteingruppe
eine kontinuierliche Abbildung der Natursteinoberfläche bildet. Damit kann erreicht
werden, dass nicht sämtliche Formsteine des Formsteinverlegesatzes oder der Formsteingruppe
eine identische Sichtflächentopographie sondern vielmehr in ihrer Sichtflächentopographie
Teilflächen einer zusammenhängend ausgebildeten Natursteinoberfläche bilden, so dass
der Eindruck entsteht, die Formsteine des Formsteinverlegesatzes oder der Formsteingruppe
seien aus einem Natursteinblock geschnitten.
[0011] Das natürliche Erscheinungsbild der Formsteine des Formsteinverlegesatzes lässt sich
noch weiter dadurch erhöhen, dass die Mehrzahl der Formsteine einzeln oder mehrzahlig
verschiedenen Formatgruppen mit jeweils einheitlichem Format zugeordnet sind. Hierdurch
kann einerseits ein besonders differenziertes Erscheinungsbild der einzelnen Formsteine
erreicht werden, andererseits können die einzelnen Formsteine einer Formsteingruppe
immer noch so im Gesamtverband des Formsteinverlegesatzes angeordnet sein, dass eine
regelmäßige Matrixanordnung der Formsteine im Verlegesatz möglich ist.
[0012] Weiterhin wirkt es sich vorteilhaft auf das Erscheinungsbild des Formsteinverlegesatzes
aus, wenn mindestens zwei Formsteine einer zumindest drei Formsteine umfassenden Formsteinformatgruppe
eine voneinander abweichende Umfangsflächentopographie aufweisen.
[0013] Eine besonders effektive Herstellung des Formsteinverlegesatzes in einem Formwerkzeug
wird möglich, wenn der Formsteinverlegesatz einen betreffend seiner Außenränder rechteckförmigen
Formsteinverband bildet mit parallel zu den Außenrändern verlaufenden Trennfugen.
[0014] Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform des Formsteinverlegesatzes anhand
der Zeichnung näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Formsteinverlegesatz mit einer Mehrzahl unterschiedlicher Formsteinformatgruppen
in Draufsicht;
- Fig. 2
- einen ersten Formstein einer ersten Formsteinformatgruppe in Draufsicht;
- Fig. 3
- einen Teilschnittdarstellung des in Fig. 2 dargestellten Formsteins;
- Fig. 4
- einen zweiten Formstein der ersten Formsteinformatgruppe in Draufsicht;
- Fig. 5
- eine Teilschnittdarstellung des in Fig. 4 dargestellten Formsteins;
- Fig. 6
- einen dritten Formstein der ersten Formsteinformatgruppe in Draufsicht;
- Fig. 7
- eine Teilschnittdarstellung des in Fig. 6 dargestellten Formsteins.
[0016] Fig. 1 zeigt in einer Draufsicht einen Formsteinverlegesatz 10 mit einer Mehrzahl von zum
Teil in unterschiedlichen Formsteinformatgruppen 11, 12, 13, 14, 15 einem bestimmten
Format zugeordneten Formsteinen 11.1, 11.2, 11.3; 12.1, 12.2; 13.1, 13.2, 13.3; 14.1;
15.1 und 15.2.
[0017] Die Formsteine des Formsteinverlegesatzes 10 sind in einem im vorliegenden Fall betreffend
die Anordnung und den Verlauf von Außenrändern 16, 17 rechteckförmig angelegten Formsteinverband
18 angeordnet.
[0018] Während der Herstellung des Formsteinverlegesatzes 10 in einem hier nicht näher dargestellten
Formwerkzeug können die Außenränder 16, 17 durch Außenwände einer Gießform zur Herstellung
des Formsteinverlegesatzes 10 gegeben sein. Die Formsteine des Formsteinverlegesatzes
10 sind im Formsteinverband 18 im Wesentlichen matrixförmig angeordnet mit Formsteinreihen
19 und Formsteinspalten 20. Zwischen den Formsteinreihen 19 und Formsteinspalten 20
sind Trennfugen 33, 34 ausgebildet, die während des Herstellungsverfahrens durch entsprechende,
hier nicht näher dargestellte Formtrennbleche gebildet sein können.
[0019] Der in
Fig. 1 dargestellte im Formsteinverband 18 angeordnete Formsteinverlegesatz 10 entsteht
in der dargestellten Konfiguration nach dem Ausformungsvorgang, nach dem der Formsteinverlegesatz
10 nach Abziehen des Formwerkzeugs auf einem Formträger 32 verbleibt.
[0020] In den
Fig. 2 bis
7 sind die Formsteine 11.1, 11.2 und 11.3 der Formsteinformatgruppe 11 dargestellt,
die ein übereinstimmendes Format mit der Breite b, der Länge 1 und der Höhe h aufweisen.
Abweichend von dem übereinstimmenden Format, durch das die Formsteine 11.1, 11.2 und
11.3 der gemeinsamen Formsteinformatgruppe 11 zugeordnet sind, weisen die Formsteine
11.1, 11.2 und 11.3 im vorliegenden Ausführungsbeispiel sowohl voneinander abweichende
Sichtflächentopographien 21, 22, 23 auf ihrer jeweiligen Sichtfläche 24 als auch voneinander
abweichende Umfangsflächentopographien 25, 26, 27 auf ihren Seitenflächen 28, 29,
30 und 31 auf. Dabei kann die Umfangsflächentopographie 25, 26, 27 betreffend sämtliche
oder auch nur eine Seitenfläche 28, 29, 30 oder 31 unterschiedlich ausgebildet sein.
[0021] Bei dem in
Fig. 1 dargestellten Formsteinverband 18 sind die Formsteine 11.1, 11.2, 11.3, 12.1, 12.2,
13.1, 13.2, 13.3, 14.1, 15.1 und 15.2 mit ihren Sichtflächen 24 nach oben auf dem
Träger 32 angeordnet, wobei die einzelnen Formsteine entsprechend der bereits erwähnten
Matrixanordnung durch die Längsfugen 33 und die Querfugen 34 voneinander beabstandet
sind. Die Matrixanordnung ist das Ergebnis eines Formvorgangs unter Verwendung eines
mit Trennblechen in seinem Inneren versehenen, hier nicht näher dargestellten, Formwerkzeugs.
Dieses Formwerkzeug kann über seiner gesamten, während des Formungsvorgangs den Sichtflächen
24 der Formsteine zugeordneten Formbodenfläche mit einer Prägestruktur versehen sein,
die in einem Abbildungsverfahren von einer Natursteinoberfläche, also beispielsweise
einer Sandsteinoberfläche, auf die Formbodenoberfläche übertragen wurde. Während des
Formungsvorgangs ist es somit möglich, die auf der Formbodenoberfläche abgebildete
Natursteinoberflächenstruktur ihrerseits auf den Sichtflächen 24 der Formsteine abzubilden.
Je nachdem ob sich die zur Abbildung verwendete Natursteinoberfläche über die gesamte
Formbodenoberfläche oder nur über Flächenbereiche der Formbodenoberfläche erstreckt,
lässt sich eine entsprechende Abbildung der Natursteinoberfläche auf die Gesamtheit
der Sichtflächen 24 der Formsteine oder nur auf eine Teilmenge der Sichtflächen 24
der Formsteine durchführen. Auch ist es möglich, dass die gesamte Formbodenoberfläche
des Formwerkzeugs mit Abbildungen mehrerer Natursteinoberflächen versehen ist, die
verschiedenen Oberflächenbereichen der Formbodenoberfläche zugeordnet sind, so dass
mit einem derartigen Formwerkzeug auch Formsteinverlegesätze herstellbar sind, die
mehrere Gruppen von Formsteinen mit Sichtflächen aufweisen, die unterschiedlichen
Natursteinoberflächen zugeordnet sind.
[0022] Die weiteren Formsteinformatgruppen 12, 13 und 14 des in
Fig. 1 dargestellten Formsteinverlegesatzes 10 weisen im vorliegenden Ausführungsbeispiel
entsprechend den Formsteinen 11.1, 11.2 und 11.3 der Formsteinformatgruppe 11 ein
betreffend jede Formsteinformatgruppe einheitliches Format hinsichtlich ihrer Kantenabmessungen
auf. Entsprechend den Formsteinen 11.1, 11.2 und 11.3 der Formsteinformatgruppe 11
differieren die jeweils einer Formsteinformatgruppe 12, 13, 14 oder 15 zugeordneten
Formsteine 12.1 und 12.2 bzw. 13.1, 13.2 und 13.3 bzw. 15.1 und 15.2 hinsichtlich
ihrer Sichtflächentopographie und ihrer Umfangsflächentopographie. Die Formsteinformatgruppe
14 umfasst im vorliegenden Fall lediglich einen Formstein 14.1.
1. Formsteinverlegesatz mit einer Mehrzahl von Formsteinen,
dadurch gekennzeichnet,
dass einzelne Formsteine (11.1, 11.2, 11.3; 12.1, 12.2; 13.1, 13.2, 13.3; 14.1; 15.1,
15.2) oder Formsteinformatgruppen (11, 12, 13, 14, 15) als Sichtflächentopographie
(21, 22, 23) die Abbildung einer Natursteinoberfläche aufweisen.
2. Formsteinverlegesatz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sichtflächentopographien (21, 22, 23) der Gesamtheit der Formsteine (11.1, 11.2,
11.3; 12.1, 12.2; 13.1, 13.2, 13.3; 14.1; 15.1, 15.2) des Formsteinverlegesatzes (10)
oder die Sichtflächentopographien (21, 22, 23) der Formsteine einer Formsteinformatgruppe
(11, 12, 13, 14, 15) eine kontinuierliche Abbildung der Natursteinoberfläche bilden.
3. Formsteinverlegesatz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mehrzahl der Formsteine (11.1, 11.2, 11.3; 12.1, 12.2; 13.1, 13.2, 13.3; 14.1;
15.1, 15.2) einzeln oder mehrzahlig verschiedenen Formsteinformatgruppen (11, 12,
13, 14, 15) mit jeweils einheitlichem Format zugeordnet sind.
4. Formsteinverlegesatz nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Formsteine einer zumindest drei Formsteine (11.1, 11.2, 11.3) umfassenden
Formsteinformatgruppe (11) eine voneinander abweichende Umfangsflächentopographie
(25, 26, 27) aufweisen.
5. Formsteinverlegesatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Formsteinverlegesatz (10) einen betreffend seine Außenränder (16, 17) rechteckförmigen
Formsteinverband (18) bildet mit parallel zu den Außenrändern verlaufenden Trennfugen
(33, 34).