[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwerten von Markierungen
auf thermoempfindlichem Material, insbesondere von Pfandlabeln auf Einweg-Verpackungen
wie Getränkedosen und -plastikflaschen.
[0002] Zukünftig wird auch auf Einweg-Verpackungen Pfand erhoben. Es ist dazu vorgesehen,
die Einweg-Verpackungen schon bei der Herstellung mit einer Markierung zu versehen,
die Angaben über den Pfandbetrag des entsprechenden Behältnisses enthält. Die Markierung
ist als Barcode oder als zweidimensionaler Code ausgeführt, der auf einem Label aus
thermoempfindlichem Material aufgebracht ist. Die Pfandmarkierung auf den Einweg-Verpackungen
wird bei deren Rückgabe, insbesondere in automatischen Rücknahmesystemen, gelesen,
und einem Kunden ein entsprechender Pfandbetrag gutgeschrieben. Um einem Missbrauch
durch Mehrfach-Rückgabe von Einweg-Verpackungen vorzubeugen, muss die Pfandmarkierung
entwertet werden.
[0003] Ein Vorschlag zur Lösung dieses Problems sieht vor, die Pfandmarkierung mittels eines
Laserstrahls zu entwerten, indem das thermoempfindliche Material aufgrund der mit
dem Laserstrahl eingebrachten Energie geschwärzt wird. Die dabei eingesetzte Laserstrahlung
ist gefährlich für das menschliche Auge, so dass besondere Sicherheitsmaßnahmen zu
treffen sind. Diese bestehen insbesondere darin, dass der Laserstrahl sowie auch Reflexionen
und Streuungen desselben vom menschlichen Auge abgeschottet werden müssen. Wird eine
Laserstrahlquelle zum Entwerten von Pfandmarkierungen auf Einweg-Verpackungen in einem
Leergut-Rücknahmeautomaten eingesetzt, so ist es aus den vorgenannten Gründen erforderlich,
eine am Automaten vorgesehene Eingabeöffnung für die Einweg-Verpackungen nach jedem
individuellen Eingabevorgang zu schließen.
[0004] Diese Lösung hat einige Nachteile. So verlangsamt die erforderliche Schließung der
Eingabeöffnung, zum Beispiel durch eine Klappe den Eingabevorgang. Das Öffnen und
Schließen der Eingabeöffnung hat auch einen psychologischen Nachteil, da ein Kunde
seine Hand nur ungern in eine Öffnung steckt, die sich in für ihn unbeeinflussbarer
Weise öffnet und schließt. Schließlich ist die einzusetzende Lasertechnik relativ
kostenaufwendig.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die zum Stand der Technik beschriebenen
Nachteile abzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung gelöst, die die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist.
[0007] Halogenstrahler und Fokussierspiegel der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind wesentlich
preiswerter als eine mit Laser arbeitende Vorrichtung. Durch die Fokussierung der
Lichtstrahlen des Halogenstrahlers wird eine ausreichende Erwärmung der Oberfläche
des thermoempfindlichen Materials erreicht, so dass dieses geschwärzt, die Markierung
also entwertet wird. Die Lichtstrahlen des Halogenstrahlers sind nicht augenschädigend,
so dass eine beim Einsatz eines Lasers erforderliche Abschottung der Strahlungsquelle
entfallen kann. Wird die erfindungsgemäße Vorrichtung in einem Rücknahmeautomaten
eingesetzt, so kann daher eine Klappe oder Tür für die Eingabevorrichtung der Einweg-Verpackungen
entfallen.
[0008] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist der Halogenstrahler stabförmig ausgeführt,und
er liegt in einer im wesentlichen parallelen Ebene zur Markierung auf der Einweg-Verpackung.
Aufgrund der Längsausdehnung der Strahlungsquelle kann die Markierung im wesentlichen
auf ihrer gesamten Fläche entwertet werden, da der Fokus dieser Strahlungsquelle eine
Linie ist, die über die Markierung hinweg wandert. Bei Anwendung eines Lasers könnte
eine derartige flächige Entwertung der Markierung nur mit Hilfe einer entsprechenden
Ablenkeinrichtung für den Laserstrahl erreicht werden, was die Vorrichtung weiter
verteuert.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
In der dazugehörigen Zeichnung zeigt in rein schematischer Weise:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung beim Entwerten eines auf einer Getränkedose angeordneten
Pfandlabels, und
- Fig. 2
- eine vergrößerte Draufsicht auf das Pfandlabel mit dargestelltem Fokus der Vorrichtung.
[0010] Die in der Zeichnung gezeigte Vorrichtung kann als selbständige Einrichtung gefertigt
oder aber in einen Leergut-Rücknahmeautomaten integriert sein. Sie besteht aus einem
stabförmigen Halogenstrahler 1, über dem im Abstand ein etwa halbzylinderförmiger
Fokussierspiegel 2 angeordnet ist. Unterhalb von Halogenstrahler 1 und Fokussierspiegel
2 ist ein Förderband 3 angeordnet, welches bepfandete Einweg-Verpackungen, in diesem
Beispiel eine Getränkedose 4, bezogen auf die Zeichnung, von links nach rechts fördert,
wie durch einen Pfeil 5 angedeutet ist. Auf die Getränkedose 4 ist ein Pfandlabel
6 aus Thermopapier aufgebracht, welches einen dem Pfand der Getränkedose 4 entsprechenden
Barcode 7 aufweist.
[0011] Der Fokussierspiegel 2 fokussiert die Lichtstrahlen 8 des Halogenstrahlers 1 auf
das Pfandlabel 6, so dass sich auf diesem ein Fokus 9 abbildet. Da der Hologenstrahler
1 stabförmig ist, ist der Fokus 9 linienförmig. Der Halogenstrahler 1 ist quer, im
Winkel von 45° zur Förderrichtung 5 der Getränkedose 4 angeordnet, wodurch die Fokuslinie
9 quer über das Pfandlabel 6 verläuft, wie aus Fig. 2 hervorgeht. Aufgrund der Relativbewegung
zwischen Getränkedose 4 und Halogenstrahler 1 wandert die Fokuslinie 9 über das Pfandlabel
6 und schwärzt dieses. Der Barcode 7 wird dadurch im wesentlichen auf seiner gesamten
Fläche unbrauchbar, wobei die Schrägstellung der Fokuslinie 9 für eine lückenlose
Schwärzung sorgt.
[0012] Die Getränkedosen 4 oder andere bepfandete Einweg-Verpackungen wie z.B. Plastikflaschen
werden dem Förderband 3 stets so zugeführt, dass das Pfandlabel 6 nach oben, also
zum Halogenstrahler 1 hin weist. Um diese Lage der Einweg-Verpackungen zu erreichen,
ist vor dem Förderband 3 eine entsprechende Handlingvorrichtung angeordnet, die die
Einweg-Verpackungen in Verbindung mit einer optischen Erkennungseinrichtung entsprechend
dreht. Derartige Handlingvorrichtungen gehören zum Stand der Technik und werden daher
hier nicht näher erläutert.
[0013] Um die gewünschte Lage der Einweg-Verpackungen auf dem Förderband 3 zu bewahren,
sind auf jeder Seite Führungen 10 vorgesehen, zwischen denen die Einweg-Verpackungen
auf dem Förderband 3 hindurchlaufen.
[0014] Zwischen dem Förderband 3 und dem Halogenstrahler 1 ist eine Verschlussblende 11
vorgesehen, die sich schließt, wenn keine Einweg-Verpackung unter dem Halogenstrahler
1 hindurchläuft. Da sich diese Verschlussblende 11 nicht im Fokusbereich der Lichtstrahlen
8 befindet, ist ihre Erwärmung nicht problematisch. Die Verschlussblende 11 kann zum
Wegfall kommen, wenn der Halogenstrahler 1 nicht ständig eingeschaltet ist, sondern
nur bei einer durchlaufenden Einweg-Verpackung eingeschaltet wird. Die Steuerung der
Verschlussblende 11 oder aber auch des Schalters für den Halogenstrahler 1 kann über
eine Lichtschranke erfolgen.
[0015] Da der Abstand der Pfandlabel 6 der Einweg-Verpackungen in Abhängigkeit von der Größe
der Einweg-Verpackungen variieren kann, ist es erforderlich, dass der Fokus 9 des
Halogenstrahlers 1 veränderbar ist. Dies wird dadurch erreicht, dass der Abstand des
Fokussierspiegels 2 von dem Halogenstrahler 1 einstellbar ist, wie durch einen Pfeil
12 angedeutet. Die Steuerung des Abstandes des Fokussierspiegels 2 kann über Signale
einer optischen Abstandsmessung erfolgen, mit der der Abstand des Pfandlabels 6 vom
Halogenstrahler 1 gemessen wird.
1. Vorrichtung zum Entwerten von Markierungen auf thermoempfindlichem Material, insbesondere
von Pfandlabeln (6) auf Einweg-Verpackungen (4), bestehend aus einem Halogenstrahler
(1) und einem Fokussierspiegel (2), der die Lichtstrahlen (8) des Halogenstrahlers
(1) auf die Markierung (7) fokussiert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Halogenstrahler (1) und Einweg-Verpackung (4) zum Überstreichen der Markierung (7)
mit dem Fokus (9) des Halogenstrahlers (1) relativ zueinander bewegbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Halogenstrahler (1) stabförmig und in einer im wesentlichen parallel zur Markierung
(7) liegenden Ebene angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Halogenstrahler (1) quer zur Markierung (7), insbesondere in einem Winkel von
45°, ausgerichtet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen Halogenstrahler (1) und Fokussierspiegel (2) veränderbar ist.