[0001] Die Erfindung betrifft einen Mikroschalter mit elektrischen Kontakten nach dem Oberbegriff
des Schutzanspruches 1.
[0002] Ein derartiger Mikroschalter ist aus der DE-PS 40 02 371 C2 bekannt. Dabei wird ein
mehrfach gebogener Schalthebel verwendet, wobei das Hauptaugenmerk auf der Abdichtung
der Eintrittsöffnung des Hebels in das Innere des Mikroschalter-Gehäuses liegt.
[0003] Ein anderer Mikroschalter ist beispielsweise aus dem GbM 89 08 271.0 bekannt, bei
dem zwei verschieden lange einseitig angelenkte Hebel miteinander zusammenwirken,
um bei kleinstmöglicher Baugröße eine sehr geringe Betätigungskraft zu ermöglichen,
wobei dennoch eine große Kontaktkraft gewährleistet sein soll, wie sie beim Schalten
hoher Leistungen erforderlich ist.
[0004] Vergleichbare Mikroschalter werden mit Vorteil beim Überwachen von Elektromagneten
verwendet, wie sie zum Betätigen von magnetgesteuerten Sicherheitsbremsen bei Aufzügen
und von magnetgesteuerten mechanischen Wellenkupplungen und dgl. dienen.
[0005] Bei Sicherheitsbremsen insbesondere für Anwendungen in der Aufzugstechnik (Hubantriebe)
gibt es häufig Vorschriften, den Schaltzustand der Bremse zu überwachen (sogenannte
Lüftüberwachung). Dazu ist es nötig zu wissen, ob die bewegliche Platte, die die Anpresskraft
auf die Reibflächen überträgt, an diesen anliegt oder ob sie gelüftet ist. Üblicherweise
wird der Hub, den die bewegliche Platte dabei ausführt, mit einem Mikroschalter abgefragt.
[0006] Bei vielen Bremsen besonders in der Aufzugstechnik ist es zudem erforderlich, dass
die Bremsen beim Schalten keine lauten Geräusche erzeugen. Nach heutigem Stand der
Technik ist es dazu neben weiteren Maßnahmen nötig, den Hub der beweglichen Platte
auf ein möglichst geringes Maß zu beschränken. Hier tritt sehr leicht das Problem
auf, dass der Hub womöglich nicht mehr ausreicht, den Schalter mit ausreichender Sicherheit
zu betätigen.
[0007] Gewöhnlich wird dieses Problem gelöst, indem Schalter mit sehr kleiner Schalthysterese
verwendet werden und bei der Montage der Schaltpunkt extrem genau eingestellt wird.
Auch Hebelkonstruktionen finden heute schon Anwendung. So bestehen die bekannten Konstruktionen
aus einem Hebel, der auf einem Bolzen gleitgelagert ist, was mit den ebenfalls bekannten
Risiken von Relativbewegung, Klemmen, Fressen, Spiel, Verschmutzung etc. einhergeht.
Außerdem führt dies zu höheren Herstellkosten durch die höhere Zahl der Einzelteile
in Produktion und Montage.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen solchen Mikroschalter zu schaffen,
der eine billige Massenfertigung ermöglicht, trotzdem aber bei der Übersetzung kleiner
Wege in große Wege eine lange Lebensdauer hat und zuverlässig arbeitet.
[0009] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Schutzanspruchs 1 gelöst.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] In der Folge wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
Abb. 1 eine Schrägansicht eines Mikroschalters nach der Erfindung:
Abb. 2 das Übersetzungsverhältnis der benutzten Hebel:
Abb. 3 ein Zwischenerzeugnis für die Herstellung einer erfindungsgemäßen Hebelanordnung;
und
Abb. 4 den Anbau eines erfindungsgemäßen Mikroschalters z. B. an eine Bremse.
[0011] Der Mikroschalter 1 nach Abb. 1 besitzt eine nicht näher dargestellte herkömmliche
elektrische Kontaktanordnung, die in ein Gehäuse 9 vorzugsweise aus Kunststoff eingegossen
und daher nicht sichtbar ist. Von den beweglichen Kontakten der elektrischen Kontaktanordnung
erstreckt sich ein Stößel 2 zu deren Betätigung seitlich aus dem Gehäuse 9 heraus.
Der Stößel 2 liegt an einem Schalthebel 3 an, der zur Versteifung mit einer Längssicke
3a versehen ist, die auch durch eine Rippe ersetzt werden kann. Der Schalthebel 3
setzt sich fort in ein Festgelenk 4, von dem sich rechtwinklig ein Zwischenhebel 5
mit einer Längssicke 5a erstreckt, der an seinem anderen Ende ein Festgelenk 6 aufweist,
von dem im rechten Winkel eine Seitenwand 7 einer Grundplatte 8 absteht. Das Gehäuse
9 ist mittels Schrauben 11 an der Grundplatte 8 befestigt; der gesamte Mikroschalter
ist seinerseits als geschlossene Baueinheit mittels weiterer Schrauben 10 an dem zu
überwachenden Aggregat befestigt (vergl. Abb. 4).
[0012] Das Festgelenk 6 soll möglichst federnd nachgiebig sein und kann dadurch geschaffen
werden, daß das Material an dieser Stelle etwas geschwächt ist, z. B. durch eine Bohrung,
eine Einschnürung oder eine Verminderung der Materialdicke. Andrerseits soll das andere
Festgelenk 4 ein möglichst steifer Winkel sein, so dass sich eine Auslenkung des Zwischenhebels
5 um die Achse des Festgelenkes 6 weitgehend starr auf den Schalthebel 3 überträgt.
[0013] Für die Rückstellung des Schalthebels 3 und des Zwischenhebels 5 nach einem Schaltvorgang
bedarf es keiner zusätzlichen eigenen Federn, wenn die eigene innere Federsteifigkeit
der Hebelanordnung 3 bis 7, insbesondere des Festgelenkes 6 entsprechend bemessen
ist, z. B. durch eine geeignete Werkstoffauswahl. Als Werkstoffe kommen in Frage Metallblech,
Kunststoffspritzguß oder ein sonstiger korrosionsbeständiger Werkstoff.
[0014] Abb. 2 zeigt den Angriffspunkt P des Arbeitshubes und dazu ein bevorzugtes Hebel
- Übersetzungsverhältnis a/b = 3/1. Der Hebel "b" ist dabei der Abstand des Punktes
P (Angriffspunkt der Betätigungskraft) zum Gelenk 6 und der Hebel "a" der Abstand
des Punktes S (Angriffspunkt des Stößels 2) vom Winkel 4.
[0015] Aus Abb. 3 ist ein Zwischenerzeugnis für die Herstellung der beschriebenen Hebelanordnung
ersichtlich. Dieses Zwischenerzeugnis ist ein einteiliges ebenes Werkstück, eine ebene
Platte, die die Grundplatte 8, die Seitenwand 7, die Hebel 5 und 3 sowie die Festgelenke
6 und 4 umfaßt. Bei der Weiterverarbeitung dieses Zwischenerzeugnisses wird die Seitenwand
7 längs einer Nute 8a oder dgl. rechtwinklig abgebogen, ebenso die Hebel 5 und 3 rechtwinklig
um die beschriebenen Festgelenke 6 und 4.
[0016] Die Montage eines Mikroschalters 1 an einem zu steuernden Aggregat, z. B. einer elktromagnetisch
gelüfteten Bremse zeigt Abb. 4, wonach der zylindrische Magnetkörper 12 eine am Umfang
vorgesehene, in Richtung einer Zylinder-Mantellinie verlaufende Längsnut 13 aufweist,
in die der Mikroschalter 1 als Baueinheit eingesetzt ist. Am Rand der dem Mikroschalter
1 zugewandten Stirnfläche des Magnetankers 14 ist ein axial in Richtung einer Mantellinie
vorstehender kurzer Schaltstift 15 vorgesehen, der am Schaltpunkt P des Hebels 5 gemäß
Abb. 2 angreift, um die Axialverschiebung des Magnetankers 14 auf den Zwischenhebel
5 des Mikroschalters zu übertragen.
[0017] Die beanspruchte und beschriebene Erfindung löst nicht nur die zugrundeliegenden
Aufgabe sondern hat darüber hinaus noch die vorteilhaften Wirkungen, daß keine unerwünschten
Relativbewegung der Einzelteile gegeneinander auftritt; die Anordnung ist spielfrei,
es ist keine Schmierung nötig, es können keine Teile fressen oder verklemmen. Die
Betätigungskraft ist gering. Die Hebelanordnung ist - abgesehen vom Gelenk 6 - ausreichend
steif, so daß bei Belastung keine nennenswerte Verformung entsteht.
1. Mikroschalter (1) mit elektrischen Kontakten, die über einen Stößel (2) zu betätigen
sind, der an einem Schalthebel (3) anliegt, der über ein weitgehend starres Festgelenk
(4) einstückig mit einem Zwischenhebel (5) zu einem Winkelhebel (3, 5) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Winkelhebel (3, 5) einstückig über ein federndes Gelenk (6) mit einer Seitenwand
(7) einer Grundplatte (8) verbunden ist.
2. Schalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (7) von der Grundplatte (8) einstückig abgewinkelt ist.
3. Schalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (7) von der Grundplatte (8) rechtwinklig abgewinkelt ist.
4. Schalter nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalthebel (3), der Zwischenhebel (5) und die Seitenwand (7) rechte Winkel zueinander
bilden.
5. Schalter nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalthebel (3) und/oder der Zwischenhebel (5) mittels einer Längssicke (3a,
5a) oder einer Rippe versteift sind.
6. Schalter nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellkraft der Hebelanordnung (3 bis 7) aus der eigenen inneren Federsteifigkeit
insbesondere des Gelenkes (6) herrührt.
7. Schalter nach einem der Ansprüche 2-6, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Festgelenkes (6) das Material geschwächt ist.
8. Schalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwächung als Bohrung, Einschnürung oder als Verminderung der Materialdicke
ausgeführt ist.
9. Schalter nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß das Hebel - Übersetzungsverhältnis a/b von 2:1 bis 5:1 beträgt.
10. Zwischenerzeugnis für die Herstellung einer Schalteranordnung nach einem der Ansprüche
3-9, dadurch gekennzeichnet, daß ein einteiliges, ebenes Werkstück, bestehend aus der Grundplatte (8), der Seitenwand
(7), dem Zwischenhebel (5), dem Schalthebel (3) und den Festgelenken (4 und 6).
11. Werkstoffauswahl für eine Hebelanordnung nach einem der Ansprüche 1-9 und ein Zwischenerzeugnis
nach Anspruch 10, gekennzeichet durch Metallblech, Kunststoffspritzguß oder einen
sonstigen korrosionsbeständigen Werkstoff.