Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einer Rollenschneideinrichtung zum Schneiden eines Produktteppichs
gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 näher definierten Art aus.
[0002] Eine derartige Rollenschneideinrichtung ist aus der Praxis bekannt und dient beispielsweise
zum Schneiden eines Produktteppichs aus einer klebrigen Masse, wie beispielsweise
Nougat. Der Produktteppich, welcher eine großflächige Schicht der klebrigen Masse
darstellt, wird mittels der Rollenschneideinrichtung, die eine große Anzahl rotativ
angetriebener Rollenschneidmesser aufweisen kann, in Einzelstreifen zerschnitten.
Die Rollenschneidmesser sind parallel zueinander angeordnet und sitzen auf einer gemeinsamen
Antriebswelle.
[0003] Bei der bekannten Rollenschneideinrichtung besteht das Problem, daß beim Schneiden
des Produktteppichs aus der klebrigen Masse Produktrückstände an dem Rollenschneidmesser
verbleiben können, was sich wiederum nachteilig auf die Schneidqualität auswirkt.
[0004] Alternativ ist es auch bekannt, zum Schneiden eines Produktteppichs aus einer klebrigen
Masse eine gestellfest angeordnete Ultraschallschneideinrichtung einzusetzen, die
als Schneidklingen ausgebildete Sonotroden umfaßt. Die Sonotroden werden bei dem Schneidvorgang
zu einer rechtwinklig zum Produktteppich ausgerichteten Longitudinalschwingung angeregt,
die eine Frequenz von etwa 25 kHz und eine Amplitude von etwa 0,05 mm aufweist. Eine
derartige Schneidvorrichtung ist jedoch mit einem hohen konstruktiven Aufwand verbunden.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die erfindungsgemäße Rollenschneideinrichtung zum Schneiden eines Produktteppichs
mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, welche Rollenschneideinrichtung
eine Schwingungseinrichtung umfaßt, die das Rollenschneidmesser einer Schwingung aussetzt,
hat den Vorteil, daß das Anhaften von Rückständen klebriger Produktmassen an dem bzw.
den Rollenschneidmessern weitgehend vermieden werden kann.
[0006] Das Rollenschneidmesser ist bei einer zweckmäßigen Ausführungsform aus einem dünnwandigen
Stahl gebildet, der insbesondere einer Schwingung aussetzbar ist, die im wesentlichen
parallel zur Achse der Antriebswelle ausgerichtet ist, wobei die Antriebswelle im
wesentlichen spielfrei gelagert ist. Alternativ ist es aber auch denkbar, die Antriebswelle
mit einem gewissen axialen Spiel zu versehen, so daß das Rollenschneidmesser und die
Antriebswelle durch die Wirkung der Schwingungseinrichtung eine gemeinsame Schwingung
durchführen. Die parallel zur Achse der Antriebswelle ausgerichtete Schwingung führt
zu einer Aufweitung des mittels des Rollenschneidmessers hergestellten Schnittspalts.
[0007] Zusätzlich oder alternativ kann das Rollenschneidemesser mittels der Schwingungsrichtung
eine Schwingung ausüben, die rechtwinklig zur Ebene des Produktteppichs ausgerichtet
ist.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Rollenschneideinrichtung nach der Erfindung
ist die Schwingungseinrichtung von einem magnetischen Erregersystem gebildet. Eine
derartige Rollenschneideinrichtung ist durch eine einfache Modifikation einer herkömmlichen
Rollenschneideinrichtung mit mindestens einem rotativ angetriebenen Rollenschneidmesser
herstellbar, wobei der prinzipielle Aufbau erhalten bleibt. Die Modifikation kann
derart gestaltet sein, daß das Rollenschneidemesser direkt dem einer Schwingung unterzogenen
bzw. alternierenden Magnetfeld ausgesetzt ist.
[0009] Das magnetische Erregersystem arbeitet bei einer speziellen Ausführungsform der Rollenschneideinrichtung
nach der Erfindung nach einem magnetomechanischen Prinzip, wobei das Errgersystem
einen Erregerrotor umfaßt, an dem mindestens ein Magnet angeordnet ist. Dieser Magnet
setzt dann das Rollenschneidemesser periodisch einem gerichteten Magnetfeld aus.
[0010] Besonders kostengünstig läßt sich die Rollenschneideinrichtung herstellen, wenn der
Magnet, der an dem Erregerrotor angeordnet ist, ein Permanentmagnet, insbesondere
ein Neodym-Eisen-Bor-Magnet ist.
[0011] Bei einer alternativen Ausführungsform der Rollenschneideinrichtung nach der Erfindung
umfaßt das Erregersystem einen Elektromagneten. Der Elektromagnet ist zweckmäßig mit
einem elektrischen Steuergerät verbunden, das eine Wechselspannung mit einer vorgewählten
Frequenz und einer vorgewählten Amplitude liefert.
[0012] Die Schwingung, der das Rollenschneidmesser ausgesetzt ist, liegt beispielsweise
in einem Bereich zwischen etwa 400 Hz und 600 Hz, insbesondere bei etwa 500 Hz.
[0013] Eine gute Schnittqualität kann erreicht werden, wenn die Schwingung des Rollenschneidmessers
eine Amplitude von etwa 0,3 mm bis 0,7 mm, insbesondere von etwa 0,5 mm hat.
[0014] Das Rollenschneidmesser oder auch die Antriebswelle, auf der das Rollenschneidmesser
sitzt, kann zur Schwingungsbegrenzung mit einem mechanischen Anschlag versehen sein,
der beispielsweise als Ring auf die Antriebswelle aufgepreßt ist.
[0015] Alternativ können dem Rollenschneidemesser in seinem Sitzbereich Materialspannungen
eingeprägt sein, die beispielsweise durch Pressen oder Rollieren hergestellt sind,
so daß das Rollenschneidmesser einer bistabilen Membran mit zwei stabilen Endlagen
gleicht. In einem alternierenden Magnetfeld springt dann das Rollenschneidemesser
zwischen den beiden stabilen Endlagen hin und her.
[0016] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0017] Zwei Ausführungsbeispiele der Rollenschneideinrichtung nach der Erfindung sind in
der Zeichnung schematisch vereinfacht dargestellt und werden in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine Seitenansicht einer Rollenschneideinrichtung mit einem magnetomechanischen
Erregersystem;
Figur 2 einen Schnitt durch die Rollenschneideinrichtung nach Figur 1 entlang der
Linie II-II in Figur 1;
Figur 3 eine Seitenansicht einer Rollenschneideinrichtung mit einem elektromagnetischen
Erregersystem;
Figur 4 einen Schnitt durch die Rollenschneideinrichtung nach Figur 3 entlang der
Linie IV-IV in Figur 3; und
Figur 5 einen Schnitt durch ein Rollenschneidmesser im Schnittbereich.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0018] In den Figuren 1 und 2 ist eine Rollenschneideinrichtung 10 dargestellt, die zum
Schneiden eines flächigen Produktteppichs 12 in Einzelstreifen dient. Der Produktteppich
12 besteht im vorliegenden Fall aus Nougat, d. h. aus einer klebrigen Masse, welche
auf einer Fördereinrichtung 14 aufliegt.
[0019] Die Rollenschneideinrichtung 10 umfaßt eine Vielzahl von Rollenschneidmessern 16,
von denen in Figur 2 vier Stück dargestellt sind und die auf einer gemeinsamen Antriebswelle
18 sitzen bzw. auf diese aufgepreßt sind. Die einzelnen Rollenschneidmesser 16 sind
jeweils in axialer Richtung der Antriebswelle 18 beidseits von einem sogenannten Hubbegrenzer
20 begrenzt, der jeweils auf die Antriebswelle 18 aufgepreßt ist und einen im wesentlichen
L-förmigen Querschnitt hat. Die Hubbegrenzer 20 dienen jeweils zur Begrenzung der
Amplitude einer im wesentlichen parallel zur Achse des Antriebswelle 18 ausgebildeten
Schwingung des jeweiligen Rollenschneidmessers 16.
[0020] In den Zwischenraum zwischen den jeweiligen Rollenschneidmessern 16 greift auf der
dem Produktteppich 12 abgewandten Seite jeweils ein Erregerrotor 22 ein. Die Erregerrotoren
22 sitzen auf einer gemeinsamen Rotorantriebswelle 24 und sind jeweils scheibenförmig
ausgebildet, wobei an den Großflächen der Rotoren 22 jeweils vier kreisförmige Permanentmagneten
26 angeordnet sind, die um 90° gegeneinander versetzt sind. Die Permanentmagneten
26 sind jeweils aus einem Neodym-Eisen-Bor-Magneten gebildet.
[0021] Durch Rotation der Antriebswelle 24 und damit der Erregerrotoren 22 werden die Rollenschneidmesser
16 durch die Wirkung der Permanentmagneten 26 in eine Schwingung versetzt, die im
wesentlichen parallel zur Antriebswelle 18 der Rollenschneidmesser 16 ausgerichtet
ist. Die Schwingung hat eine Frequenz von etwa 500 Hz und eine Amplitude von etwa
0,5 mm. Durch die Schwingung der Rollenschneidmesser 16 wird ein Ansetzen von Produktrückständen
bzw. Produktpartikeln an den Rollenschneidmessern 16 weitgehend unterbunden.
[0022] In den Figuren 3 und 4 ist eine alternative Ausführungsform einer Rollenschneideinrichtung
30 dargestellt, die weitgehend der Rollenschneideinrichtung nach den Figuren 1 und
2 entspricht, sich von dieser aber dadurch unterscheidet, daß sie statt einem magnetomechanischen
Erregersystem ein elektromagnetisches Erregersystem aufweist. Das elektromagnetische
Erregersystem umfaßt Elektromagneten 32, welche in die Zwischenräume zwischen den
Rollenschneidmessern 16 eingreifen und die gestellfest angeordnet sind. Die Elektromagneten
32 sind über elektrische Leitungen 34 mit einem elektrischen Steuergerät 36 verbunden,
das eine Wechselspannung für die Elektromagneten 32 liefert, so daß die Rollenschneidmesser
16 durch Einwirkung des von dem Elektromagneten 32 erzeugten, sinusförmigen Magnetfelds
in Schwingung versetzt werden können.
[0023] In Figur 5 ist ein Rollenschneidmesser 16 beim Eintritt in den Produktteppich 12
dargestellt, wobei durch die auf das Rollenschneidmesser 16 ausgeübte Schwingung

ein Schnittspalt 50 entsteht, der sich im Bereich der Schneidkante 52 des Rollenschneidmessers
16 durch eine Schnittspaltbreite ΔX von beispielsweise 1 mm auszeichnet.
1. Rollenschneideinrichtung zum Schneiden eines Produktteppichs (12), umfassend mindestens
ein rotativ angetriebenes Rollenschneidmesser (16), das auf einer Antriebswelle (18)
sitzt, gekennzeichnet durch eine Schwingungseinrichtung (10, 30), die das Rollenschneidmesser (16) einer Schwingung
aussetzt.
2. Rollenschneideeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingung im wesentlichen parallel zur Achse der Antriebswelle ausgerichtet
ist.
3. Rollenschneideinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungseinrichtung (10, 30) ein magnetisches Erregersystem ist.
4. Rollenschneideinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Erregersystem (10) nach einem magnetomechanischen Prinzip arbeitet und mindestens
einen Erregerrotor (22) umfaßt, an dem mindestens ein Magnet (26) angeordnet ist.
5. Rollenschneideinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnet (26) ein Permanentmagnet, insbesondere ein Neodym-Eisen-Bor-Magnet, ist.
6. Rollenschneideinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Erregersystem einen Elektromagneten (32) umfaßt.
7. Rollenschneideinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingung eine Frequenz von etwa 400 Hz bis 600 Hz, insbesondere von etwa 500
Hz, hat.
8. Rollenschneideinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingung eine Amplitude von 0,3 mm bis 0,7 mm, insbesondere von etwa 0,5 mm,
hat.
9. Rollenschneideinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine Schwingungsbegrenzung für das Rollenschneidemesser (16), die einen mechanischen
Anschlag (20) darstellt oder an dem Rollenschneidmesser in dessen Sitzbereich durch Materialspannungen hergestellt sind.