(19)
(11) EP 1 451 519 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.10.2008  Patentblatt  2008/41

(21) Anmeldenummer: 02764484.8

(22) Anmeldetag:  15.10.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41H 9/10(2006.01)
F42B 5/145(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/CH2002/000565
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2003/054473 (03.07.2003 Gazette  2003/27)

(54)

HANDABSCHUSSGERÄT MIT MEHREREN KARTUSCHEN

HAND-HELD FIRING DEVICE COMPRISING SEVERAL CARTRIDGES

DISPOSITIF DE TIR TENU A UNE MAIN, COMPRENANT PLUSIEURS CARTOUCHES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR

(30) Priorität: 10.12.2001 CZ 20014432

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
01.09.2004  Patentblatt  2004/36

(73) Patentinhaber: Piexon AG
4912 Aarwangen (CH)

(72) Erfinder:
  • FLEISCHHAUER, Raphael
    CH-4900 Langenthal (CH)
  • THOMANN, Jürg
    CH-4802 Strengelbach (CH)
  • TUMA, Martin
    CH-4500 Solothurn (CH)

(74) Vertreter: Roshardt, Werner Alfred 
Keller & Partner Patentanwälte AG Schmiedenplatz 5 Postfach
3000 Bern 7
3000 Bern 7 (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 158 263
CH-A- 537 784
WO-A-00/06965
US-A- 3 352 046
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Technisches Gebiet



    [0001] Die Erfindung betrifft ein Handabschussgerät mit mehreren Kartuschen gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

    Stand der Technik



    [0002] In der EP 1158263 ist ein gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes ausgebildetes Handabschussgerät beschrieben

    [0003] In der US-A 1,741,902 ist auch ein gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes ausgebildetes Handabschussgerät beschrieben. Das Gerät war zu zwei aufeinander senkrecht stehenden Ebenen symmetrisch ausgebildet und hatte zwei Kartuschen. Die beiden Kartuschen waren auswechselbar und in einer Ebene liegend angeordnet. In jeder Kartusche war ein nicht-metallisches Projektil aus einem verhältnismässig weichen Material zum Verschiessen eingelagert. Beide Kartuschen lagen in einem ebenfalls auswechselbaren Block einer Laufeinheit. Zum Laden wurde eine rückseitige Deckplatte von einem Laufmodul abgeklappt. Nach Herausnahme der beiden Schlagbolzeneinheiten aus der Laufeinheit konnten zwei "scharfe" Kartuschen in den Block eingelegt werden. Der geladene Block wurde dann in das Laufmodul eingeschoben. Hierbei ragten Auslöseklinken einer Auslöseeinheit in einen später je eine federbelastete Schlagbolzeneinheit aufnehmenden Freiraum hinein. Jeder Schlagbolzen sass auf einem Teller. Beim Einsetzen der Schlagbolzeneinheit rastete jede Auslöseklinke vor dem dazu gehörenden Teller ein. Sämtliche Schlagbolzenfedern wurden durch weiteres Einschieben gespannt. Beim Einsetzen der Schlagbolzeneinheiten erfolgte somit selbsttätig ein "Spannen des Abzugs". Jede Auslöseklinke war durch einen in Kartuschenlängsachse am Aussenmantel der Ladeeinheit verschiebbaren Schieber, der unter die Auslöseklinke griff, gesichert. Erst wenn dieser Schieber gegen eine Federkraft verschoben wurde, konnte die Auslöseklinke ausgelöst werden.

    Darstellung der Erfindung


    Aufgabe der Erfindung



    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfach zu bedienendes und sicher funktionierendes Abschussgerät zu schaffen, welches insbesondere leicht zu halten ist, und, sofern es als Handabschussgerät eingesetzt wird, einen Angreifer ausser Gefecht setzt, ohne ihn zu töten oder bleibend zu verletzen. Das Handabschussgerät mit einem entsprechenden Wirkstoff wird vorzugsweise von der Polizei, vom Personal von Strafanstalten oder privaten Sicherheitsfirmen eingesetzt. Wird ein anderer Wirkstoff verwendet, sind andere Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. eine Brandbekämpfung möglich.

    Lösung der Aufgabe



    [0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst, das heißt dass im Gegensatz zur US-A 1,741,902 bei einem Abschussgerät mit einer Kartuschenaufnahmeeinheit, in der mehrere Kartuschen mit je einem Treibsatz auswechselbar in je einem Aufnahmeraum angeordnet sind, und bei dem der hintere Teil des Gerätes einen abschliessenden und das Kartuschenauswechseln ermöglichenden Deckelteil hat, nicht ein Festkörperprojektil, sondern ein fluidischer und/oder pulvriger Wirkstoff als auszuschleuderndes Mittel verwendet wird. Ferner kann im Gegensatz zur US-A 1,741,902 bei einer gedrungenen raumsparenden Ausgestaltung nur eine sequentielle Auslösung erfolgen. Die das Gerät bedienende Person muss sich im Gegensatz zur US-A 1,741,902 nicht merken, welche Kartusche sie gerade abgefeuert hat, da die US-A 1,741,902 ein gleichzeitiges "Abfeuern" mehrerer bzw. aller Kartuschen gestattet. Es kann somit in der Hitze des Gefechtes vorkommen, dass auf einmal alle Kartuschen abgefeuert sind und kein Mittel für ein Nachfeuern, sofern das erste Abfeuern nicht getroffen hat, vorhanden ist.

    [0006] Da der in den Kartuschen eingelagerte Wirkstoff immer, falls es sich bei dem Abschussgerät um eine Selbstverteidigungsvorrichtung handelt, den Benützer beeinträchtigen kann, ist eine konstruktive Ausgestaltung gewählt, welche wenigstens beim Kartuschenabschuss eine Abdichtung hervorruft, damit kein Wirkstoff ausserhalb der Kartuschen im Abschussgerät verbleibt. Es geht im Wesentlichen darum, sofern ein flüssiger "Verteidigungs"-Wirkstoff verwendet wird, dass dieser während des Abschiessens ("Abfeuerns") durch den Rückstaudruck nicht von der Kartuschenaustrittsöffnung weg nach hinten zwischen die Kartuschenaussenwand und die Raumwand der Ausnehmung in der Kartuschenaufnahmeeinheit gedrückt wird und somit der Kartuschenmantel kontaminiert wird. Es würde somit ein Rückfluss von flüssigem Material von der Düse bzw. der Kartuschenöffnung weg entlang des Kartuschenmantels nach hinten in Richtung Treibsatz stattfinden. Analoges gilt für pulvrige "Verteidigungs"-Wirkstoffe allerdings in geringerem Masse. Ein derartiger auf dem Kartuschenmantel verbleibender Wirkstoffrest würde unweigerlich beim späteren Kartuschenwechsel auf die bedienende Person einwirken, diese beeinträchtigen oder gefährden, da diese beim Ergreifen (Auswechseln) der abgeschossenen Kartusche mit dem Wirkstoff (Reizstoff) in Berührung käme.

    [0007] Die Abdichtung kann entweder an der Kartusche oder in dem die Kartusche aufnehmenden Raum angeordnet sein. Die Abdichtung kann nun vorzugsweise mit einem Dichtmittel vorgenommen werden, welches des Kopfbereich jeder Kartusche gegenüber der Wandung des Aufnahmeraums fluid- bzw. "pulverdicht" abdichtet. Es kann auch eine Abdichtung gegenüber dem Düsenvorraum vorgenommen werden. Wird gegen den Düsenvorraum abgedichtet, so hat dies den Vorteil, dass nahezu kein Wirkstoff zurückbleiben kann, da sämtlicher Wirkstoff durch die Treibgase ausgetrieben wird.

    [0008] Erfolgt eine Abdichtung lediglich im Kopfbereich der Kartusche, so ist diese mechanisch einfacher auszuführen, minimale Wirkstoffreste bleiben dann nur im Bereich zwischen der Abdichtung und dem Wirkstoffaustritt bzw. Düsenaustritt zurück. Diese minimalen Wirkstoffreste dürften keine Wirkung auf den Bediener des Abschussgerätes haben, da beim Kartuschenwechsel die Kartuschen lediglich an ihrem hinteren, dem Wirkstoffaustritt abgewandten Ende angefasst werden. Dieser Bereich ist sauber, da eine Abdichtung möglichst in der Nähe des Wirkstoffaustritts aus der Kartusche erfolgt. Die Abdichtung der Kartuschen ist keineswegs auf die unten beschriebenen Abschussgeräte beschränkt.

    [0009] Zur Abdichtung kann ein im Kopfbereich bzw. im Düsenvorraum angeordneter Dichtring als Dichtmittel verwendet werden, wobei dieser dann in einer Nut in der Kartuschenwandung oder in einer Nut des Aufnahmeraums gehalten sein kann. Anstelle eines Dichtringes können auch aufgeklebte elastische Ringe oder Beschichtungen dienen, die dann vorzugsweise auf der Kartusche angebracht wären.

    [0010] Auf ein Abdichtmittel als separates mechanisches Konstruktionsteil kann auch vollständig verzichtet werden, indem durch ein geeignetes Material und eine entsprechende Geometrie der Kartuschenhülse diese durch ihre Ausdehnung während des "Abfeuerns" selbst durch Einpressen die Dichtungsaufgabe übernimmt. Bei Abschuss dehnt sich nämlich die Aussenkontur der Kartusche aus. Aufnahmeraum und Kartusche können dann toleranzmässig derart ausgebildet werden, dass gerade beim Abschuss eine Abdichtung vorzugsweise im Kartuschenkopfbereich erfolgt. Gegenüber einem vorhandenen Dichtmittel müssen jedoch hier mechanisch kleine Toleranzen eingehalten werden. Auch können konstruktive Elemente verwendet werden, welche eine Abdichtung von selbst ergeben. Diese Abdichtung kann ferner durch eine entsprechende Auswahl von Materialien, insbesondere bei der Kartuschenhülse, vorgenommen werden. Bei der Verwendung eines separaten Dichtmittels (Dichtring oder ähnliches) kann eine grössere Toleranz zwischen der Kartuschenaussenwand und der Innenwand der Ausnehmung gewählt werden, wodurch sich eine leichtere Auswechselbarkeit der Kartuschen ergibt, da ein Verklemmen stark vermindert ist. Zur Verminderung des Rückstaudruckes und des daraus resultierenden Materialrückflusses beim Schiessen kann auch die Form des Düsenvorraumes beitragen, indem dieser strömungsgünstig (z.B. trichterförmig) zu dem für die Strahlformung wesentlichen Teil der Düse hin ausgebildet ist. In Kombination mit einer aufeinander abgestimmten Ausbildung von Kartuschenaufnahmeraum und Kartusche kann dann auf ein separates Dichtungselement verzichtet werden. Der Düsenvorraum ist dann Teil oder Verlängerung des Kartuschenaufnahmeraums.

    [0011] Unter einem balkenähnlichen Abschussgerät, welches beispielsweise auch als Handabschussgerät ausgebildet sein kann, wird ein Gerät verstanden, welches keinen Knauf aufweist. Typische Handfeuerwaffen (Pistolen, Revolver, ...) haben einen Knauf. Vereinfacht ausgedrückt kann das hier beschriebene Abschussgerät im weitesten Sinn als "Prügel", Stock oder Ähnliches ausgebildet sein. Es handelt sich hier auch nicht um eine an ein Gewehr oder eine "Bazooka" angelehnte Form. Die Ausgestaltung des Abschussgeräts als Handabschussgeräts gestattet nun, dass es zum Abschiessen mit nur einer Hand umgreifend gehalten werden kann, was jedoch nicht mit der typischen Handhabung von Hand- bzw. Faustfeuerwaffen zu verwechseln ist. Das balkenförmige Handabschussgerät wird mit nach oben abgewinkeltem Arm derart in der umschliessenden Hand gehalten, dass sich die Hand etwa in Schulterhöhe befindet und die dem Wirkstoffaustritt gegenüberliegende Geräterückseite auf der Daumenseite in der Hand zu liegen kommt. Die balkenähnliche Aussenkontur weist das Abschussgerät auf, wenn es sich im Betriebszustand, also nicht bei abgeklapptem Deckelteil, befindet.

    [0012] Vorzugsweise wird man die Kartuschen koaxial zu einer Längsachse des Abschussgerätes in einem bis auf eine Toleranz gleichen radialen Abstand anordnen. Die Kartuschen müssen nicht in gleichem radialen Abstand angeordnet werden. Eine derartige Konstruktion hat jedoch den Vorteil, dass sich hierdurch die Anordnung der Schlagbolzen vereinfacht.

    [0013] Vorzugsweise wird man das Abschussgerät derart ausbilden, dass sich alle Symmetrieebenen der Kartuschengruppe in einer Linie schneiden; bei einer ungeraden Anzahl von Kartuschen ergäbe sich eine sternförmige Anordnung. Diese Linie kann dann, muss aber nicht, gleichzeitig die Mittelachse des Gerätes sein, was eine ästhetisch schöne Ausgestaltung und ein leicht zu handhabendes Gerät ergibt. Selbstverständlich kann auch einen andere Lage der Schnittlinie gewählt werden. Lediglich das unten beschriebene Sicherungselement stört geringfügig diese Symmetrie.

    [0014] Auf ein Zusammenfallen der Gerätelängsachse mit einer Symmetrieachse der Kartuschenanordnung kann verzichtet werden, wenn beispielsweise an einer Geräteseite Zubehörteile angebracht werden sollen.

    [0015] Ist die Schnittlinie die Mittelachse des Gerätes, so liegen alle wesentlichen Funktionselemente entweder in oder symmetrisch entlang dieser Mittelachse. Der Auslöseknopf und eine Umschalteinrichtung für die sequentielle Auslösung können dann ebenfalls in der Mittelachse angeordnet werden. Die Kartuschen können rotationssymmetrisch um die Mittelachse angeordnet werden.

    [0016] Ein weiterer Vorteil des Abschussgeräts ist, dass es in einer Hand handhabbar ist und auch mit nur einer Hand leicht bedienbar ist. Auf den ersten Blick könnte man zwar meinen, dass dies beim Gerät der US-A 1,741,902 auch so wäre, dem ist aber nicht so. Ein Entriegeln der Sicherung mit einer Schiebebewegung parallel zur Geräteachse unter gleichzeitigem Zielen und erst bei ausgerichtetem Gerät eine Abfeuerauslösung senkrecht zur Geräteachse vorzunehmen, dürfte wohl die meisten Benutzer überfordern. In vorteilhafter Weise ist deshalb bei einer Ausführungsvariante der Erfindung das Auslöseelement in der hinteren Stirnseite des Deckelteils in der balkenähnlichen Aussenkontur angeordnet und mit dem Daumen bedienbar. Die Bedienung muss nicht mit dem Daumen erfolgen; der Daumen bietet sich aber an. Eine Bedienung könnte auch beim Verdrehen der Hand mit einem anderen Finger erfolgen.

    [0017] Um den Bedienungskomfort und die Sicherheit zu steigern, ist deshalb vorzugsweise lediglich eine einzige Sicherungseinheit mit einem Sicherungs- und einem Bedienelement vorhanden, welche zur Sicherung aller Kartuschen gegen ungewollte Auslösung wirkt. Das Bedienelement im hinteren Teilbereich des Abschussgeräts ist in der Mantelseite derart angeordnet, dass es mit einem einzigen Finger der das Abschussgerät haltenden Hand bedienbar ist. Die Bedienrichtungen des Bedienelements und des Auslöseelements d.h. die Richtungen in die eingedrückt wird, liegen senkrecht zueinander, um eine unbeabsichtigte Auslösung auch bei einem Fall des Abschussgerätes zu verunmöglichen. Eine Auslösung eines Treibsatzes ist nur vornehmbar, wenn Bedien- und Auslöseelement gleichzeitig zusammen bedient werden. Diese Anordnung ergibt gegenüber der US-A 1,741,902 eine leichte und einfache Bedienung, welche keineswegs vom Zielen ablenkt. Bei der US-A 1,741,902 muss nämlich zur Entsicherung des Auslösehebels ein Schieber am Gehäusemantel parallel zur Gehäuseachse verschoben und anschliessend senkrecht zur Gehäuseachse auf den Hebel gedrückt werden. Da die US-A 1,741,902 aufgrund ihrer balkenähnlichen Ausbildung faustartig umgriffen wird, muss nun ein Finger eine Querbewegung und ein anderer eine Niederdrückbewegung für einen Abschuss vornehmen. Diese Bewegungskombination ist für Fingerbewegungen einer Hand äusserst ungewohnt und dürfte somit mit jeweils einem Finger einer Hand, also mit beiden Händen, vorgenommen werden, was in einer Stresssituation wohl sicher nicht optimal ablaufen und vom Zielen auf den Angreifer stark ablenken dürfte.

    [0018] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine separate Ladeeinheit zum "Scharfmachen" der Auslöseeinheit vorhanden. Es erfolgt somit kein automatisches "Scharfmachen", wie bei der US-A 1,741,902. Hierdurch ist sichergestellt, dass eine Auslösung nie bei Ladungsmanipulationen erfolgen kann. Die Ladeeinheit erlaubt nämlich erst ein Scharfmachen bei geschlossenem Deckelteil. Die Ladeeinheit hat zudem ein Ladeelement, welches insbesondere von der vorderen Stirnseite der Kartuschenaufnahmeeinheit aus bedienbar ist, wobei auch hier das Gerät nur in einer Hand gehalten werden muss. Hierdurch ist ein Scharfmachen aller Kartuschen mit einer einzigen Handhabung möglich. Man kann auch die Vorderseite des Abschussgerätes gegen einen Gegenstand bzw. hierzu gegen den Boden drücken.

    [0019] Insbesondere zur Raumeinsparung, und auch um dem Gerät ein annehmbares Aussehen zu geben, sind die Kartuschen symmetrisch zum Ladeelement angeordnet.

    [0020] Man kann nun diverse Sicherungmassnahmen gegen ein unbeabsichtigtes Auslösen des geladenen und "scharfen" Abschussgerätes vornehmen. Es kann das Auslöseelement durch die Sicherungseinheit gegen Eindrücken durch eine Bewegungsblokkade gesichert werden. Es kann aber auch bei dem auf den Treibsatz schlagenden Schlagbolzen dessen Schlagbewegung durch die Sicherungseinheit bewegungsfixiert und die Fixierung mit der Sicherungseinheit aufhebbar angeordnet werden. Diese Sicherungsmassnahmen können nun einzeln oder gemeinsam eingesetzt werden.

    [0021] Um ein einwandfreies Austreiben mit guten Zieleigenschaften zu erreichen, ist jeder Aufnahmeraum mit einer zur Kartusche passenden Auslassdüse abgeschlossen und dem für die Strahlformung massgeblichen Teil der Düse ein Freiraum zur Aufnahme von Kartuschenkopfaufplatzteilen vorgeordnet. Um die Verwendung des Abschussgeräts preisgünstig zu gestalten, wurde erstens auf eine Auswechselbarkeit der Kartuschen geachtet und zweitens darauf, dass als "Verbrauchsmaterial" die Kartuschen möglichst preisgünstig sind. Aus diesem Grund sind die Auslassdüsen mit dem Düsenvor- bzw. Freiraum im Gegensatz zu einer Ausführung in der EP-A 1 158 263 nicht in der Kartusche integriert, sondern in der Kartuschenaufnahmeeinheit. Die Kartuschen sind lediglich mit einem Wirkstoffspeicherraum, einem Treibspiegel und einem auf den Treibspiegel wirkenden Treibsatz einfach aufgebaut, wobei der Kartuschenkopf aufreissbar ausgebildet ist. In den Freiraum hinein ist dann beim Abschuss ein einwandfreies Öffnen des Kartuschenkopfes gegeben. Der Treibsatz ist vorzugsweise pyrotechnisch und durch Aufschlagen eines Schlagbolzens zündbar. Das Aufreissen erfolgt jedoch "blütenartig", d.h. es erfolgt ein Aufplatzen, ohne dass hierbei Teile davon fliegen. Den aufgeplatzten Teilen wird in einem Freiraum vor dem für die Strahlformung massgeblichen Teil der Düse, d.h. vor dem Düseneintritt derart Platz gegeben, dass die aufgeplatzten Teile des Kartuschenkopfes den Strahldurchfluss durch diesen Teil der Düse nicht beeinträchtigen und somit ein einwandfreies Öffnen des Hülsenkopfes in diesen Raum gegeben ist. Dieser Freiraum ist somit Teil des Kartuschenaufnahmeraums bzw. dessen Verlängerung.

    [0022] Da in der Regel der Speicherraum der Kartuschen aus Preisgründen kreiszylinderförmig ausgebildet wird, kann auch der Kartuschenaufnahmeraum mit einem um eine Toleranz grösseren Durchmesser kreiszylindrisch ausgebildet werden. Um jedoch ein gutes Auswechseln der in der Kartuschenaufnahmeeinheit liegenden Kartuschen immer zu garantieren, ist der Deckelteil aufmachbar bzw. aufschwenkbar gegenüber der Kartuschenaufnahmeeinheit ausgebildet. Ferner kann der Querschnitt des die Kartuschen aufnehmenden Raumes in der Kartuschenaufnahmeeinheit zum Freiraum sich verjüngend ausgebildet werden. Für die Konizität wird vorzugsweise minimal ein Konuswinkel zwischen 0.30° und 0,45° gewählt. Beim Abfeuern des Wirkstoffes dehnen sich nämlich die Kartuschen aus und könnten somit im Raum festklemmen. Hat sich die Kartusche beim Schiessen formtreu in den konischen Raum gepresst, muss sie nach dem Schiessen nur um einen kleinen Weg aus dem Konus ausgestossen werden und kann dann problemlos entnommen werden. Dieses Einpressen kann, wie bereits oben erwähnt, auch zum Abdichten des Kartuschenkopfes gegenüber der Aufnahmerauminnenwandung ausgenützt werden.

    [0023] Die konische Ausgestaltung des Aufnahmeraums hat sich bei allen Arten von Abschussgeräten bewährt, welche mit auswechselbaren Wirkstoffkartuschen arbeiten, und ist nicht auf die balkenähnliche Aussenkontur beschränkt.

    [0024] Wie bereits oben angedeutet, ist bei den Kartuschen auf eine preisgünstige Ausgestaltung geachtet worden. Beim Abfeuern dehnen sich die Kartuschen mehr oder weniger aus. Damit nun beim Auswechseln der Kartuschen eine Einwirkung des im Gerät verbleibenden Wirkstoffes vollständig unterbunden werden kann, wird einmal die Menge des Treibmittel so gross gewählt, dass ein völliges Austreiben des Wirkstoffes erfolgt. Der Treibspiegel und die Innenseite der Kartuschen können beispielsweise, wie in der EP-A 1 158 263 beschrieben, ein Druckentlastungsmittel an der Innenwand aufweisen, welches zwischen Treibspiegelwandung und Innenwand eine Passage für das Treibmittel im oberen Kartuschenteil bildet.

    [0025] Zur weiteren Erleichterung des Auswechselns der Kartuschen kann jede Kartusche an ihren Mantel, bevorzugt im unteren, das Treibmittel aufnehmenden Bereich, ein erstes Rastelement aufweisen. Das Ladeelement wird man dann vorzugsweise als in sich gefederten Stab mit einem zweiten zum ersten passenden Rastelement ausbilden, wobei beide dann beim Eindrücken des Ladeelements ineinander einrasten und bei aufgeklappten Deckelteil durch ein erneutes Einschieben des Ladeelements infolge der noch bestehenden Rastverbindung die Kartuschen ausgeworfen bzw. in eine Griffposition gebracht werden können.

    [0026] Beim Handabschussgerät, welches hauptsächlich zur Verteidigung gedacht ist, wird in der Regel als Wirkstoff eine Reizflüssigkeit oder ein Reizgas eingesetzt; es können aber auch pulvrige Stoffe verwendet werden.

    [0027] Als flüssige Wirkstoffe können beispielsweise die nachfolgend aufgeführten Stoffe verwendet werden:

    [0028] Eine Capsaicin-Lösung wird bereits jetzt in den bekannten "Pfeffersprays" eingesetzt. Capsaicin ist ein Extrakt aus der Chilipfeffer-Pflanze, welcher meistens mit einer Konzentration zwischen 1 % und 4% in Alkohol gelöst ist. Capsaicin führt zu schlagartigen, vorübergehenden Entzündungen aller Schleimhäute, mit denen es in Berührung kommt (z.B. Augen, Atemwege). Capsaicin wirkt sowohl beim Menschen wie auch beim Tier. Im Gegensatz zum nachfolgend angeführten Lacrimonium führt es zum unwillkürlichen Schliessen der Augen.

    [0029] Als weiterer flüssiger Wirkstoff kann eine CS-Lösung verwendet werden. CS ist ein tränenerregendes Lacrimonium. Als zusätzliche Wirkung entsteht ein starker Juckreiz auf der Haut. CS wirkt nur beim Menschen.

    [0030] Es können auch CN-Lösungen verwendet werden. CN führt zu Übelkeit. Sie wirkt jedoch langsamer als eine CS- oder Capsaicin-Lösung.

    [0031] Es können ferner Stinksekrete als flüssige Wirkstoffe eingesetzt werden. Die meisten Stinksekrete führen ausserdem zu Übelkeit.

    [0032] CS und CN lassen sich anstelle eines flüssigen Wirkstoffs auch gasförmig einsetzen.

    [0033] Als pulvriger Wirkstoff zur Selbstverteidigung kann z.B. auch Capsaicin eingesetzt werden, welches bei Raumtemperatur in seiner Reinform kristallin ist. Lösungen wirken jedoch schneller als ausgebrachte pulvrige Wirkstoffe. Pulvrige Wirkstoffe haben jedoch den Vorteil, dass sie als Wolke eine gewisse Zeitdauer im Raum stehen bleiben.

    [0034] Es können als Wirkstoff auch Mischungen von flüssigen und gasförmigen Stoffen eingesetzt werden. Es handelt sich hier dann oftmals um Schäume, welche auf dem abzuwehrenden Angreifer haften bleiben. Auch hier kann Capsaicin eingesetzt werden.

    [0035] Mischungen aus festen und flüssigen Wirkstoffen enthalten oftmals ebenfalls Capsaicin. Es handelt sich hier z.B. um Gels. Es können auch Farbstoffe zur nachträglichen Identifizierung eines Täters eingesetzt werden.

    Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0036] Im Folgenden werden Beispiele des erfindungsgemässen Handabschussgerätes anhand der nachfolgenden Zeichnungen näher erläutert. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Beschreibungstext. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine Seitenansicht des in der Hand gehaltenen Handabschussgerätes,
    Fig. 2
    eine zu Figur 1 analoge Darstellung, jedoch mit aufgeklapptem Deckelteil des Handabschussgerätes (diese Figur zeigt das Ausstossen der Kartuschen in eine gute Grifflage),
    Fig. 3
    eine Frontansicht des geschlossenen Handabschussgerätes ohne Haltehand,
    Fig. 4
    eine Ansicht von hinten auf das vollständig aufgeklappte Handabschussgerät ebenfalls ohne Haltehand,
    Fig. 5
    einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie V-V in Figur 3, wobei hier das Ladeelement der Ladeeinheit in seiner Ruheposition zu sehen ist,
    Fig. 6
    einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie VI-VI in Figur 3, wobei hier das Ladeelement der Ladeeinheit in eine Position eingedrückt ist, in der die Schlagbolzen vollständig gespannt werden,
    Fig. 7
    einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie VII-VII in Figur 3, wobei auch hier das Ladeelement der Ladeeinheit in seiner Ruheposition zu sehen ist,
    Fig. 8
    einen Schnitt durch die Auslöseeinheit des Handabschussgeräts in vergrösserter Darstellung, wobei hier die beiden sichtbaren Schlagbolzen (Aufschlagstifte 69) gespannt sind,
    Fig. 9
    einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie IX-IX in Figur 3, wobei das Handabschussgerät gerade abgefeuert wurde (das Auslöseelement 21, der Hebelarm 88 sind eingedrückt und der Schlagbolzen 19 hat auf das Zündhütchen getroffen, der Treibspiegel 119 treibt gerade den Wirkstoff 14 durch die geborstene Berstscheibe 121 der Kartusche 3a in den Düsenvorraum 123 und vom diesen durch den für die Strahlformung wesentlichen Teil der Düse 13a),
    Fig. 10
    eine Seitenansicht einer Kartusche,
    Fig. 11
    einen Querschnitt durch die in Figur 10 gezeigte Kartusche,
    Fig. 12
    eine Draufsicht auf die in Figur 10 gezeigte Kartusche in der dortigen Blickrichtung XII,
    Fig. 13
    einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den Zünd- und Treibsatz mit anschliessendem Wirkstoffspeicher einer Variante zu der in Figur 11 im Längsschnitt dargestellten Kartusche und
    Fig. 14
    einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den vorderen Teil des Abschussgerätes, wobei zwei lediglich der Anschaulichkeit wegen, nebeneinander, unterschiedlich ausgebildete Düsenvorräume und Düsen dargestellt sind.

    Wege zur Ausführung der Erfindung



    [0037] Das in den Figuren 1 und 3 in geschlossenem Zustand von der Seite sowie von vorne und in den Figuren 2 und 4 im aufgeklappten Zustand dargestellte mehrläufige (hier beispielsweise vierläufige) Handabschussgerät 1 kann mehrere (hier vier) Kartuschen 3a bis 3d aufnehmen. Zur Benützung kann, wie insbesondere Figur 1 zeigt, das Handabschussgerät 1 mit lediglich nur einer Hand 5 gehalten werden. Das Gerät 1 hat einen Deckelteil 7, der den hinteren Geräteteil bildet. Jede Kartusche 3a bis 3d ist in einem in Figur 5 sichtbaren Kartuschenaufnahmeraum 9 in einer Kartuschenaufnahmeeinheit 11 angeordnet. Die Kartuschenaufnahmeeinheit 11 kann vom Deckelteil 7 weggeklappt werden. Bei weggeklapptem Deckelteil 7 können die Kartuschen 3a bis 3d entnommen, d.h. gegen neue, noch nicht abgeschossene ausgewechselt werden. An der vorderen Stirnseite des Handabschussgeräts 1 befindet sich für jede Kartusche 3a bis 3d je eine Düse 13a bis 13d, durch die der in der jeweiligen Kartuschen 3a bis 3d abgespeicherte Wirkstoff 14 nach Zünden des Kartuschentreibsatzes 15 und Aufplatzen des vorderen Teils des Kartuschenkopfes ausgeschleudert wird.

    [0038] Die gesamte Auslöseeinrichtung für die Treibsätze der Kartuschen 3a bis 3d befindet sich im Deckelteil 7. Die Auslöseeinrichtung besteht aus einem Auslöseelement 21, welches, wie unten beschrieben, mit dem Daumen in einer geradlinigen Bewegung einschiebbar (eindrückbar) ist. Das Auslöseelement 21 wirkt über eine ebenfalls unten beschriebene und im Deckelteil 7 liegende Schalteinheit 82 auf jeweils eine Auslöseeinheit für jeden Kartuschentreibsatz. Jede Auslöseeinheit hat u.a. einen Schlagbolzen 19, der durch Aufschlag den entsprechenden Treibsatz zündet.

    [0039] Die zu den Kartuschentreibsätzen 15 gehörenden Zündhütchen 17 sind in Figur 4 zu sehen. Die Zündhütchen 17 werden über einen unten beschriebenen Schlagbolzen 19 gezündet. Die Auslösung des jeweiligen Schlagbolzens 19 erfolgt durch Eindrücken eines Auslöseelements 21 der Auslöseeinrichtung mit dem Daumen 22 der das Handabschussgerät 1 haltenden Hand 5. Das Auslöseelement 21 ist in der hinteren Stirnseite 23 des Deckelteils 7 angeordnet. Bei jedem Eindrücken erfolgt eine Umschaltung auf die nächste (noch nicht abgefeuerte) Kartusche. Eine Auslösung ist nur sequentiell möglich. Es können niemals gleichzeitig mehrere Treibsätze gezündet und damit auch nicht mehrere Kartuschen gleichzeitig abgefeuert werden. Wie insbesondere aus den Figuren 1 bis 5 ersichtlich, ist das Handabschussgerät 1 balkenförmig ausgebildet. Hierdurch ist es mit nur einer Hand 5 zu halten, wie in Figur 1 gezeigt ist.

    [0040] Aus der vorderen Stirnseite 25 des Handabschussgeräts 1 ragt ein Ladeelement 27 einer Ladeeinheit hervor und ist auch von dieser Seite 25 aus bedien- d.h. einschiebbar. Die Ladeeinheit dient zum "Scharfmachen" der Auslöseeinheit; vereinfacht ausgedrückt zum Spannen aller Schlagbolzen 19. Ein "Scharfmachen" ist nur bei zugeklapptem Deckelteil 7 möglich, indem das Ladeelement 27 mit der Hand mit einer zur Pfeilrichtung A analogen Eindrückrichtung L eingedrückt (Figur 6) oder, wie in Figur 2 gezeigt, gegen eine Wand 28 oder den Boden gedrückt wird. Ist der Deckelteil 7 aufgeklappt, werden beim Einschieben des Ladeelements 27 die Kartuschen 3a bis 3d ausgeworfen. Die vier Kartuschen 3a bis 3d bzw. die vier zu diesen gehörenden Düsen 13a bis 13d sind symmetrisch zur Achse 95 des Ladeelements 27, welche auch die Achse des Geräts 1 ist, angeordnet.

    [0041] Die Ladeeinheit hat als zu bedienendes Ladeelement eine knaufähnlich ausgebildete Stütze 27 mit einer zentralen Innenbohrung 29. In diese Innenbohrung 29 ist das eine Ende 30 einer Stange 31 eingepresst; sie kann auch eingeschraubt werden. Stange 31 und Ladeelement 27 liegen in einer zentrischen Durchgangsbohrung 33 in der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 angeordnet. In dieser Durchgangsbohrung 33 liegt ferner eine Stangenfeder 34, durch die die Stange 31 hindurchläuft. Die Stangenfeder 34 liegt mit ihrem einen Ende an einem Absatz 35 in der Durchgangsbohrung 33 und mit ihrem anderen Ende am Hülsenende 37 der auf die Stange 31 aufgeschraubten Stütze 27 an. Durch die Stangenfeder 34 wird die Ladeeinheit in ihrer Ruhelage gehalten. Damit die Ladeeinheit durch die Federkraft nicht aus der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 herausgedrückt wird, ist ein Anschlag vorhanden, der durch den unten beschriebenen Bolzen 39 und die Längsschlitze 40 gebildet wird. Das andere Ende 41 der Stange 31 durchstösst mittig ein Ausstosserelement 42 in dessen zentrischer Durchgangsbohrung 43. Das Ausstosserelement 42 hat eine einen Aussenring 45 tragende koaxiale Hülse 46, welche um die zentrische Durchgangsbohrung 43 angeordnet ist. Der Aussenring 45 dient, wie unten beschrieben, zum Ausstossen von abgefeuerten Kartuschen 3a bis 3d bei geöffnetem Deckelteil 7. D.h. die Kartuschen 3a bis 3d werden in eine Griffposition gebracht. Die Kartuschen 3a bis 3d haben einen kreiszylindrischen Aufbau, wobei der Kartuschenboden 47 einen Ring 49 mit einem gegenüber dem restlichen Kartuschenzylinder grösseren Durchmesser als Absatz aufweist. An diesem Ring 49 bzw. Absatz greift der Aussenring 45 an.

    [0042] Das andere Ende 41 der Stange 31 trifft auf einen in einer Scheibe 50 steckenden Bolzen 51, auf dessen anderes Ende 52 eine Druckfeder 53 wirkt. Scheibe 50 und Bolzen 51 bilden ein Spannelement 55 für die Schlagbolzen 19. Spannelement 55 und Druckfeder 53 sind Teile des Deckelteils 7.

    [0043] Im Mantel der Hülse 46 des Ausstosselements 42 sind beidseits parallel zueinander zwei Längsschlitze 56a und 56b vorhanden, wie in Figur 7 zu sehen ist. Diese Schlitze 56a und 56b wirken mit einem Schlitz 40 in der Stange 31 zusammen. Durch diese Schlitze 56a, 56b und 40 ist ein mit der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 verbundener Montagebolzen 59 gesteckt, der als Bewegungsanschlag für die Stange 31 wirkt.

    [0044] In axialer Verlängerung der Schlitze 56a und 56b ist eine Durchgangsbohrung 60 durch das Ausstosserelement 42 und ein weiterer Längsschlitz 61 in der Stange 31 vorhanden, durch beides ist ein weiterer Bolzen 63 als Mitnehmer für das Ausstosserelement 42 gesteckt. Die Stange hat somit zwei Längsschlitze 40 und 61.

    [0045] Der Deckelteil 7 ist mit einer gut in Figur 4 sichtbaren Platte 64 abgedeckt. Die Platte 64 hat Durchgangslöcher 65a bis 65d für die Schlagbolzenstifte 19 und eine weitere Durchgangsbohrung 66 für das andere Ende 41 der Stange 31. Durch diese Durchgangsbohrung 66 hindurch wirkt das Stangenende 41 dann auf das der Druckfeder 53 abgewandte Ende 67 des Bolzens 51 des Spannelements 55. Der Durchmesser der Bohrung 66 ist derart bemessen, dass sowohl das Stangenende 41, wie auch das Bolzenende 67 hineinpassen.

    [0046] Das Handabschussgerät 1 hat hier beispielsweise vier Kartuschen 3a bis 3d und benötigt somit auch vier Schlagbolzen 19. Die vier Schlagbolzen 19 sind Teil einer Auslöseeinheit, welche in den Figuren 5, 6 und 7 sowie in Figur 8 vergrössert zu sehen ist. In Figur 8 sind in der vergrösserten Darstellung zwei der vier Schlagbolzen 19 zu sehen. Jeder Schlagbolzen 19 hat einen Aufschlagstift 69, der zum Auslösen der Treibladung der betreffenden Kartusche 3a bis 3d auf das Zündhütchen 17 geschleudert wird. Jeder Aufschlagstift 69 ist mittig auf einem Teller 70 angeordnet. In der gegenüberliegenden Mitte des Tellers 70 schliesst ein Führungsbolzen 71 an, der in einer Bohrung 73 im Deckelteil 7 geführt ist. Auf dem Teller 70 sitzt eine Druckfeder 74, durch die der dem Teller 70 benachbarte untere Teil des Führungsbolzens 71 hindurch greift. Die Druckfeder 74 ist in Figur 8 im gespannten Zustand dargestellt. Der anschliessende obere Teil des Führungsbolzens 71 hat eine Rastnut 75 und eine durch einen nicht bearbeiteten Mantelteil 76 des Führungsbolzens 71 getrennte Mantelabfräsung 77. In die Rastnut 75 greift eine quer zur Achse des Führungsbolzens 71 (= Geräteachse) bewegbare Rastklinke 79 ein, die durch eine Kugel 81 des Auslösemechanismus ausklinkbar ist. Das "Spannen" aller (hier vier) Schlagbolzen 19 zusammen wird durch Eindrücken des Ladeelements 27, wobei dann die Scheibe 50 auf den Tellern 70 aufliegt (Fig. 6), vorgenommen. Es wird soweit eingedrückt bis die Rastklinke 79 in die Rastnut 75 einfällt.

    [0047] Die Kugel 81 sitzt in einer Vertiefung der Schalteinheit 82 des Auslösemechanismus. Die Schalteinheit 82 ist zylindrisch ausgebildet. Auf der in Figur 8 rechten Seite hat die Schalteinheit 82 einen zentrischen Nippel 83, auf dem das mit dem Daumen 22 zu bedienende Auslöseelement 21 aufgeschnappt ist. Damit das Auslöseelement 21 auf den Nippel 83 aufschnappbar ist, hat es einen einen Hohlraum 85 aufweisenden Stutzen 86, dessen Öffnung nach innen mit einem verengten Öffnungsrand87 versehen ist. Zwischen dem Öffnungsgrund 89 und der Nippelstirnseite 90 liegt eine Kugel 91. Die Kugel 91 dient als reibungsverminderndes Element in Analogie zu einer Kugellagerkugel zwischen einer unten beschriebenen Rotationsbewegung der Schalteinheit 82, d.h. deren Nippel 83 und dem Auslöseelement 21, welches beim Auslösen nur eine axiale Bewegung ausführt, aber nicht rotieren soll, was ansonsten zu einer unerwünschten Drehbewegung am Auslösedaumen führen würde.

    [0048] Die Schalteinheit 82 ist also axial in einer zur Achse 95 des Deckelteils 7 koaxialen Bohrung 88 verschiebbar angeordnet. Der dem Spannelement 55 benachbarte Bereich 84 der Schalteinheit 82 hat eine in sich geschlossene, umlaufende, sägezahnartige Führungsnut 92, in die ein festsitzender Bolzen 88 als "Steuerstift" greift. Die Führungsnut 92 und der Bolzen 84 sind in Figur 7 erkennbar. Der Bereich 84 hat eine koaxiale, in Figur 8 nach links offenen Innensackbohrung 93, in der eine durch die Druckfeder 53 belastete weitere Kugel 94 liegt, welche auf das Bolzenende 52 des Spannelements 55 drückt.

    [0049] Das Auslösen eines Schlagbolzens 19 wird anhand der Figuren 7 und 8 erklärt. Mit dem Daumen 22 bei mit dem Zeigefinger derselben Hand in Richtung S eingedrücktem, unten erklärten Bedienelement 99 einer Sicherungseinheit 100, deren hakenförmiger Hebel den Innenrand 103 des Auslöseelements 21 frei gibt, wird das Auslöseelement 21 in Pfeilrichtung E eingedrückt. Beim Eindrücken des Auslöseelements 21 wird dieses gegen die Kraft der Druckfeder 53 die Schalteinheit 82 in Figur 8 nach links bewegt. Hierbei gleitet der Bolzen 84 an der Schräge 104 der Führungsnut 92 unter einer Teilrotation der Schalteinheit 82 bis zu deren Endpunkt entlang. Durch das Entlanggleiten an der Schräge 104 erfolgt ein Verschieben der Schalteinheit 82 und der deren Rotation hier um etwa 90° (da vier Kartuschen Nacheinander auslösbar sind).

    [0050] Beim Einschieben und Verdrehen bewegt die Kugel 81 einen die Rastklinke 79 tragenden Bolzen 97 quer zur Achse 95 des Handabschussgerätes 1 radial nach aussen, hier nach oben. Hierdurch wird die Rastklinke 79 aus ihrer Rastnut 75 gedrückt und der Aufschlagstift 69 des Schlagbolzens 19 wird durch die gespannte, auf seinen Teller 70 drückende Feder 74 durch das Durchgangsloch 65d hindurch auf das Zündhütchen 17 der Kartusche 3d geschleudert, worauf deren Treibsatz zündet.

    [0051] Das Auslöseelement 21 kann zur Auslösung nur eingedrückt werden, wenn gleichzeitig mit einem Finger der das Handabschussgerät 1 umgreifenden Hand 5 ein Klinkenelement als Sicherungseinheit 100 eingedrückt wird. Das Klinkenelement ist ein erster Hebelarm 99 der als zweiarmigen Hebel ausgebildeten Sicherungseinheit 100, wobei, wie in Figur 7 dargestellt, der erste einzudrückende Hebelarm 99 mit einer Druckfeder 101 belastet ist, und der zweite, andere Hebelarm 102 eine unter den Innenrand 103 des Auslöseelements 21 greifende Klinke 105 hat. Wird nun der erste Hebelarm 99 gegen die Kraft der Feder 101 eingedrückt, so wird die Klinke 105 angehoben und das Auslöseelement 21 zum Eindrücken freigegeben.

    [0052] Wie bereits eingangs erwähnt, ist ein "Abfeuern" der einzelnen Kartuschen nur nacheinander möglich. Das Umschalten von einer Kartusche zur anderen erfolgt mit der Schalteinheit 82. Da hier vier Kartuschen 3a - 3d sequentiell anschliessbar sind, wurde eine Viertelumdrehung gewählt. Wird eine andere Kartuschenanzahl verwendet, ist ein entsprechender Verdrehwinkel zu wählen (Verdrehwinkel = 360° dividiert durch die Anzahl Kartuschen). Beim erneuten Eindrücken des Auslöseelements 21 erfolgt dann eine Weiterdrehung des Ausdrückelements zum nächsten Halteelement eines der Schlagbolzen.

    [0053] Wie bereits oben angetönt, kann der Deckelteil 7 von der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 zum Auswechseln der Kartuschen 3a bis 3d, wie in Figur 2 gezeigt, aufgeschwenkt werden. Das Aufschwenken erfolgt um die Schwenkgelenkachse 109 herum. Zum Aufschwenken des Deckelteils 7 wird ein mit einer Feder 110 belasteter Schieber 111 am Mantel der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 parallel zur Achse 95 des Handabschussgerätes 1 in Richtung auf die Auslassdüsen 13a bis 13d hin verschoben. Für eine gute Griffigkeit hat der Schieber 111 eine geriffelte Oberfläche 112. Durch Zurückziehen des Schiebers 111 wird ein in einer Nut 113 des Deckelteils 7 eingreifender Nocken 114 freigegeben, worauf der Deckelteil 7 gegen die federnde Wirkung einer an der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 angeordneten Lasche 115 aufgeklappt werden kann. Die Lasche 115 ist somit im geschlossenen Zustand aktiv verriegelt und kann sich unter einer Rückstosswirkung nicht öffnen. Die Verriegelung des Deckelteils 7 ist somit gut gesichert gewählt, damit beim Abfeuern der Kartuschen 3a bis 3d ein unbeabsichtigtes Aufklappen infolge eines Rückstosses beim Abschuss nicht erfolgt. Eine Verletzung des Benutzers durch ein plötzliches Aufspringen des Deckelteils 7 oder Abklappen der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 ist beim Abschiessen verhindert.

    [0054] Eine sichere rückstossfeste Verriegelung der Lasche 115 muss nicht zwingend durch ein separates Verriegelungselement erfolgen. Es kann auch durch eine abgestimmte Geometrie von Lasche und deren Widerlager erreicht werden.

    [0055] Wie in den Figuren 6 und 8 zu sehen und bereits oben erwähnt ist, haben die Kartuschen 3a bis 3d einen gegenüber ihrem Wirkstoffspeicher verbreiterten Bodenring 49. In diesen Ring 49 greift ein am Ausstosselement 42 angeordneter Aussenring 45. Wird nun bei weggeklapptem Deckelteil 7 das Ladeelement 27 z.B. durch Bewegen des geöffneten Abschussgerätes 1 in Pfeilrichtung A gegen eine Wand 28 eingedrückt (Fig.2), so werden die Kartuschen 3a bis 3d aus der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 in Pfeilrichtung R soweit herausgeschoben, dass sie gut zum Auswechseln greifbar sind. Die neuen, noch nicht abgeschossenen Kartuschen 3a bis 3d können problemlos am Ausstosselement 42 vorbei eingeschoben werden, schliesslich ist der Durchmesser des Wirkstoffspeichers kleiner als der des Bodenringes 49. Wird der Deckelteil 7 geschlossen, so befindet sich das Ladeelement 27 in der in Figur 5 gezeigten Lage in einem Abstand a1 von der Vorderseite 25 des Handabschussgerätes 1 entfernt. Zum Spannen ämtlicher Schlagbolzen 19 wird der Abstand dann, wie in Figur 6 zu sehen ist, auf a2 verringert.

    [0056] Wie bereits in der Einleitung ausgeführt, hat der Wirkstoff 14 eine stark reizende Wirkung. Damit eine Reizung beim Auswechseln der Kartuschen 3a bis 3d möglichst nicht auftritt, ist der Kopfbereich 125 der Kartuschen 3a bis 3d gegenüber der Wandung des Aufnahmeraums 3 in der Kartuschenaufnahmeeinheit 11 mit einem Dichtring 127 als Abdichtmittel abgedichtet.

    [0057] Anstatt das Auslöseelement 21 gegen Eindrücken zu sichern, kann auch der Schlagbolzen bzw. die Schlagbolzeneinheit gegen eine Auslösung gesichert werden. Die Kartuschen und die Aufnahmeräume sind hier kreiszylindrisch ausgebildet dargestellt. Anstelle der kreiszylindrischen Form können selbstverständlich andere Formen mit beispielsweise einem vieleckigen Querschnitt verwendet werden. Man sollte aber auch hier darauf achten, dass eine sich zu den Düsen hin verjüngende Kontur gewählt wird, damit die Kartuschen nach dem Abfeuern leichter ausgezogen werden können.

    [0058] Deckelteil 7 und Kartuschenaufnahmeeinheit 11 müssen nicht um die Achse 109 auf- und zuklappbar ausgebildet sein. Es können beide Einheiten 7 und 11 auch voneinander entfernbar und dann wieder aufsetzbar oder ineinander schiebbar ausgebildet sein. Die Verbindung muss lediglich derart ausgebildet sein, dass die Kartuschen ausgetauscht werden können und eine sichere Verbindung während des "Abfeuerns" gewährleistet ist.

    [0059] Die in den Figuren 10 bis 12 dargestellte Kartusche 3 hat eine Hülse 130 aus Metall (Aluminium, Messing, Kupfer, Stahl, ...) oder Kunststoff. Das Hülsenende ist mit dem Treibsatz 132, auf den der Zündsatz (Zündhütchen) 17 unmittelbar wirkt, abgeschlossen (Fig. 13). Treibsatz und Zündsatz bilden ein einziges Teil, nachfolgend als Treibmittelkartusche 128a bzw. 128b bezeichnet. Die Treibmittelkartusche 128a ist in Figur 11 und die Treibmittelkartusche 128b in Figur 13 dargestellt. Beide Treibstoffkartuschen 128a und 128b sind in ihren wesentlichen Merkmalen identisch. Die Treibstoffkartusche 128a hat eine gewölbte Vorderseite 136a und die Treibstoffkartusche 128b als Variante eine plane Vorderseite 136b. Beide Vorderseiten 136a und 136b haben Kerblinien 137. Die Treibmittelkartusche 128a/b ist in die Hülse 130 eingebördelt. Vor dem Treibsatz 132 sitzt der Treibspiegel 119. Der Treibspiegel 119 ist hülsenartig derart ausgebildet, dass sich ein Freiraum 131 zwischen dem dem Zündsatz 17 abgewandten Vorderteil 136a/b der Treibmittelkartusche 128a/b und dem Bodenteil 133 des Treibspiegels 119 bildet. Der Treibspiegel 119 ist gegenüber der Innenwand der Hülse 130 mit einem Dichtring 134 abgedichtet. Um ein einwandfreies Aufreissen der Hülse 130 zu erreichen, wie in Figur 9 ersichtlich, hat deren als Berstscheibe 121 ausgebildeter Bodenteil die in Figur 12 erkennbaren Kerblinien 135.

    [0060] Die Treibmittelkartusche 128a/b ist diffusiondicht vorzugsweise als fliessgepresste Metallhülse ausgebildet, welche gegen die Flüssigkeitsspeicher durch die Vorderseite 136a/b vollkommen diffusionsdicht abgeschlossen ist. Die Vorderseite 136a/b, welche in der Variante 136b eine ebene Metallscheibe ist, wird dann bei der Zündung des Treibladungspulvers 139 von den entstehenden heissgespannten Gasen derart zerrissen, dass die durch die Kerblinien 137 getrennten Vorderflächenteile blumenartig in den Freiraum 131 aufplatzen. Der Druck gelangt in den Freiraum 131 und treibt den Treibspiegel 119 in den Wirkstoffspeicherraum 141, worauf dann die Hülse 130 an ihrem Kopfteil aufreisst.

    [0061] Aufgrund des oben geschilderten Kartuschenaufbaus, insbesondere für einen flüssigen Wirkstoff, erfolgt auch über lange Zeiträume kein Eindiffundieren eines Flüssigkeitsdampfes in das Treibladungspulver, was dessen Wirkung stark reduzieren bzw. das Treibladungspulver unbrauchbar machen könnte. Der Dichtring 134 ergibt keine ausreichende Abdichtung. Der Dichtring 134 verhindert zwar kein Eindringen von Wirkstoffdampf in den Freiraum 131; Wirkstoffflüssigkeit dringt jedoch nicht ein. Es ist somit ein einwandfreies "blumenartiges" Aufreissen der Vorderseite 136a/b gegeben.

    [0062] Die hier beschriebene Kartusche mit einem "diffusionsdichten" Treib-/Zündsatz ist nicht auf einen Einsatz bei den oben beschriebenen Abschussgeräten beschränkt; sie ist überall dort einsetzbar, wo "abzufeuernde" fluidische Wirkstoff verwendet werden.

    [0063] Figur 14 zeigt einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den vorderen Teil eines Abschussgerätes, wobei zwei hier lediglich der Anschaulichkeit wegen, nebeneinander, unterschiedlich ausgebildete Anordnungen der Düse und deren Düsenvorraum dargestellt sind. Eine derartige Anordnung könnte man zwar herstellen, um unterschiedliche Strahlkonfigurationen des auszuschleudernden Wirkstoffes in einem Abschussgerät zu erhalten, würde aber die Herstellung des Abschussgerätes verteuern. Die im oberen Figurenbereich dargestellte Anordnung entspricht derjenigen in den Figuren 6 und 9 mit einer Düse 13d. Zwischen Düseneingang und der Vorderfläche 143 der Kartuschenhülse 130 ist der gut sichtbare Düsenvorraum 123 sowie ein bedeutend kleinerer Toleranzraum 145 angeordnet. Der Toleranzraum 145 dient dazu, Fertigungstoleranzen sowie thermische Ausdehnungstoleranzen der Kartuschenhülse 130 und des Kartuschenaufnahmeraums 11 auszugleichen. Der Kartuschenkopfbereich 125 ist, wie bereits oben erläutert, mit dem Dichtring 127 abgedichtet. Die für die Strahlformung wesentlichen Teile sind insbesondere die vier Düsenkanäle 146, von denen in Figur 14 zwei sichtbar sind. Um ein "Herauskriechen" (Lecken) von eventuell mit den letzten Treibgasresten nicht vollständig ausgetriebenen Wirkstoffresten oder Wirkstoffresten, welche an Düsenteilen haften geblieben sind, zu verhindern, ist ein Auffangringraum 147 am Düsenausgang vorhanden. An den Auffangringraum 147 schliesst sich nach aussen ein Düsenabschlussraum 149 an. Der Querschnitt des Düsenabschlussraumes 149 sowie des Auffangringraumes 147 ist kreiszylindrisch, wobei der Durchmesser des Auffangringraumes 147 grösser ist als derjenige des Düsenabschlussraumes 149. Der Durchmesser des Düsenabschlussraumes 149 ist so gross, dass keine Beeinträchtigung des auszuschleudernden Wirkstoffstrahles 150 gegeben ist.

    [0064] Die Form des Düsenvorraumes kann auch derart strömungsgünstig gewählt werden, dass sich wenigstens beim "Abfeuern" der Rückstaudruck soweit vermindern lässt, dass kein Wirkstoffrückflüss erfolgen kann. Eine derartige beispielsweise Ausgestaltung zeigt der untere Figurenbereich in Figur 14. Hier ist ein Düsenvorraum 153 trichterförmig geformt. Die trichterartige Ausbildung geht in das Trichterrohr 154 über, welches zur Strahlformung dient. Der Düsenvorraum 153 kann als Verlängerung des Kartuschenaufnahmeraums, hier mit 155 gekennzeichnet, angesehen werden. Auch hier ist ein Auffangringraum 56 vorhanden, an den einen Düsenabschlussraum 157 anschliesst. Betreffend Abmessungen gilt analoges wie zum Auffangringraum 147 und zum Düsenabschlussraum 153. Wegen einer einfacheren und preisgünstigeren mechanischen Herstellung ist der Düsenvorraum 153 als gerader Kegelstumpf ausgebildet. Zur besseren Strahlformung kann jedoch auch eine andere Kegelmantelkontur, wie beispielsweise mit einer exponentiell verlaufenden Mantellinie, gewählt werden. Bei der hier dargestellten Variante kann auf eine Abdichtung mit z. B. einem Dichtring 127 verzichtet werden. Es ist dann allerdings Sorge zu tragen, dass beim "Abfeuern" durch eine grösstenteils elastische Ausdehnung des Kartuschenkopfes ein fluiddichtes Anpressen an die Wand des Kartuschenaufnahmeraums 155 erfolgt. Damit diese Ausdehnung ausreichend erfolgt, könnte die Wandstärke der Kartuschenhülse 130 im Bereich des Kartuschenkopfes mit entsprechender Toleranzauswahl reduziert werden.

    [0065] In das Abschussgerät kann ein sogenannter Ziellaser integriert werden, indem dieser anstelle einer Kartusche in den betreffenden Kartuschenaufnahmeraum eingesetzt wird. Diese "Ziellaserkartusche" hat dann eine Batterie oder einen wieder aufladbaren Akkumulator, einen Laser als Strahlungsquelle und sofern notwendig eine optische Strahlformungseinheit. Der Ort des austretenden Laserstrahls ist derart gewählt, dass er durch einen der Düsenkanäle austreten kann. Das Anschalten des Laserstrahls kann bereits bei einem teilweisen Eindrücken des Auslöseelements 21 durch einen entsprechend angebrachten elektrischen Kontakt erfolgen. Es kann aber auch ein separater Schalter am Mantel des Abschussgerätes vorgesehen werden.

    [0066] Das oben beschriebene Abschussgerät kann nun je nach verwendetem Wirkstoff als Handabschussgerät zur Selbstverteidigung oder auch als Brandschutzgerät verwendet werden.


    Ansprüche

    1. Abschussgerät (1) mit einer Kartuschenaufnahmeeinheit (11), in der mehrere Kartuschen (3a-3d) mit je einem Kartuschentreibsatz (15, 132) in je einem Aufnahmeraum (9) angeordnet sind, mit einem fluidischen und/oder pulvrigen, mit dem ausgelösten Treibsatz (15, 132) austreibbaren Wirkstoff (14) in jeder Kartusche (3a-3d) als auszuschleuderndes Mittel und Auslöseeinheiten für die Kartuschen (3a-3d) mit einem Auslöseelement (21) zum sequentiellen Aktivieren der Kartuschen (3a-3d), gekennzeichnet durch eine zur jeweiligen Kartusche (3a-3d) passende Auslassdüse (13a-13d), durch die der in der jeweiligen Kartusche (3a-3d) abgespeicherte Wirkstoff (14) nach Zünden des Treibsatzes (15, 132) und Aufplatzen des vorderen Teils des Kartuschenkopfes ausgeschleudert wird, einen Düsenvorraum, der jedem für die Strahlformung massgeblichen Teil der Düse (13a-13d) als Freiraum (123) vorgeordnet ist, und einen einen hinteren Teil des Abschussgerätes (1) abschliessenden, die Auslöseeinheiten aufweisenden Deckelteil (7), zu dem die Kartuschenaufnahmeeinheit (11) zu einem Auswechseln der Kartuschen (3a-3d) wegklapp-, aufschwenk- bzw. entfernbar ausgebildet ist, die Kartuschenaufnahmeeinheit (11) und der Kopfbereich jeder Kartusche mit einem Abdichtmittel gegeneinander fluiddicht abgedichtet sind oder eine Geometrieausbildung der Kartuschenaufnahmeeinheit (11) und des Kopfbereichs jeder Kartusche mit einer Toleranz vorhanden ist, um wenigstens beim Abschiessen eine Ausdehnung einer Aussenkontur der betreffenden Kartusche in deren Kopfbereich zu erhalten, bei der der Kopfbereich jeder Kartusche gegenüber der Wandung des Aufnahmeraums oder dem Düsenvorraum fluiddicht abdichtet, so dass während des Abschiessens kein Wirkstoff von der Düse weg nach hinten Richtung Treibsatz drückbar ist.
     
    2. Abschussgerät (1) nach Anspruch 1 mit einer Kartuschenaufnahmeeinheit (11), in der mehrere Kartuschen (3a-3d) mit je einem Treibsatz (132) in je einem Aufnahmeraum (9) angeordnet sind, mit einem fluidischen und/oder pulvrigen, mit dem ausgelösten Treibsatz (132) austreibbaren Wirkstoff (14) in jeder Kartusche (3a-3d) als auszuschleuderndes Mittel und Auslöseeinheiten für die Kartuschen (3a-3d) zum sequentiellen Aktivieren der Kartuschen (3a-3d), gekennzeichnet durch einen einen hinteren Teil des Abschussgerätes (1) abschliessenden Deckelteil (7), der zum Auswechseln der Kartuschen (3a-3d) von der Kartuschenaufnahmeeinheit (11) wegklapp-, aufschwenk- bzw. entfernbar ausgebildet ist, und in dem die Auslöseeinheiten angeordnet sind, eine im Betriebszustand balkenähnliche, in der Faust, bei nach oben abgewinkeltem Arm haltbaren Aussenkontur, und ein einziges, an der hinteren stirnseitigen Aussenkontur des Deckelteils (7) angeordnetes, vorzugsweise mit dem Daumen (22) bedienbares, Auslöseelement (21), mit dem die Auslöseeinheiten sequentiell aktivierbar sind.
     
    3. Abschussgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich jeder Aufnahmeraum (9) zum Deckelteil (7) hin konisch erweitert, um ein Auswechseln der Kartuschen (3a-3d)-zu erleichtern und vorzugsweise der Deckelteil (7) und die Kartuschenaufnahmeeinheit (11) zum Kartuschenwechseln zueinander auf- bzw. zuklappbar ausgebildet sind.
     
    4. Abschussgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Aufnahmeraum (9) mit einer zur jeweiligen Kartusche (3a-3d) passenden Auslassdüse (13a-13d) abgeschlossen ist, und jedem für die Strahlformung massgeblichen Teil der Düse (13a-13d) ein Freiraum (123) vorgeordnet ist, in den hinein beim Abschuss ein einwandfreies Öffnen des Kopfbereichs (125) der Kartusche (3a-3d) gegeben ist.
     
    5. Abschussgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Ladeeinheit zum Scharfmachen der Auslöseeinheit, wobei die Ladeeinheit ein Scharfmachen erst bei geschlossenem Deckelteil (7) erlaubt, und die Ladeeinheit ein Ladeelement (27) hat, welches insbesondere von der vorderen Stirnseite (25) der Kartuschenaufnahmeeinheit (11) aus bedienbar ist, vorzugsweise die Kartuschen (3a-3d) koaxial zu einer Längsachse (95) des Abschussgerätes (1) in einem bis auf eine Toleranz gleichen radialen Abstand angeordnet sind, und insbesondere die Längsachse des Ladeelements (27) mit der Längsachse (95) des Abschussgerätes (1) bis auf eine Toleranz zusammenfällt.
     
    6. Abschussgerät (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass jede Kartusche (3a-3d) an ihrem Mantel, bevorzugt im unteren, das Treibmittel aufnehmenden Bereich, ein Rastelement (49) hat und die Ladeeinheit eine gefederte Stange (31) mit einem zum Rastelement (49) passenden Gegenrastelement (45) aufweist, wobei beide Rastelemente (45, 49) beim Eindrücken des Ladeelements (27) zusammenwirken und bei aufgeklapptem Deckelteil (7) durch ein weiteres Einschieben des Ladeelements (27) infolge des noch bestehenden Zusammenwirkens die Kartuschen (3a-3d) in eine Ergreifposition bringbar sind.
     
    7. Abschussgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch lediglich eine einzige Sicherungseinheit (100) mit einem Sicherungs- (102) und einem Bedienelement (99), welche zur Sicherung aller Kartuschen (3a-3d) gegen ungewollte Auslösung wirkt, wobei das Bedienelement (99) im hinteren Teilbereich des Abschussgeräts in der Mantelseite derart angeordnet und das Bedienelement (99) mit einem Finger (22) der das Abschussgerät (1) haltenden Hand (5) bedienbar ist, wobei die Bedienrichtung (S) des Bedienelements (99) und die Auslöserichtung (E) des Auslöseelements (21) senkrecht zueinander liegen, um eine unbeabsichtigte Auslösung auch bei einem Fall des Abschussgerätes (1) zu verunmöglichen, und eine Auslösung eines Treibsatzes (15) nur vornehmbar ist, wenn Bedien- und Auslöseelement (99, 21) gleichzeitig zusammen mit zwei Fingern bedient werden.
     
    8. Abschussgerät (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslöseelement (21) durch das Sicherungselement (102) gegen Eindrücken durch eine Bewegungsblockade gesichert ist.
     
    9. Abschussgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch eine die in der Kartuschenaufnahmeeinheit (11) liegenden Kartuschen (3a-3d) über den Deckelteil (7) derart verriegelnde Einheit, dass ein Öffnen des Deckelteils (7) durch den Rückstoss beim Abschiessen jeweils einer Kartusche (3a-3d) unmöglich ist.
     


    Claims

    1. Firing device (1) having a cartridge-accommodating unit (11) in which a plurality of cartridges (3a - 3d) each with a cartridge propellant (15, 132) are each arranged in an accommodating chamber (9), having a fluidic and/or pulverulent active substance (14), which can be discharged with the triggered propellant (15, 132), in each cartridge (3a - 3d) as the means to be ejected, and having triggering units for the cartridges (3a - 3d), with a triggering element (21) for activating the cartridges (3a - 3d) sequentially, characterized by an outlet nozzle (13a - 13d) which matches the respective cartridge (3a - 3d) and through which, following ignition of the propellant (15, 132) and rupturing of the front part of the cartridge head, the active substance (14) stored in the respective cartridge (3a - 3d) is ejected, by a nozzle antechamber which is arranged, as a free space (123), in front of each part of the nozzle (13a - 13d) which determines the spray pattern, and by a cover part (7) which closes off a rear part of the firing device (1), contains the triggering units and in relation to which the cartridge-accommodating unit (11) can be swung away, pivoted open and/or removed in order to exchange the cartridges (3a - 3d), the cartridge-accommodating unit (11) and the head region of each cartridge are sealed in a fluid-tight manner in relation to one another by a sealant, or the cartridge-accommodating unit (11) and the head region of each cartridge are formed geometrically with a tolerance in order, at least in the event of firing, to achieve expansion of an outer contour of the relevant cartridge in the head region of the latter in the case of which the head region of each cartridge seals in a fluid-tight manner in relation to the wall of the accommodating chamber or the nozzle antechamber, and therefore, during firing, it is not possible for any active substance to be forced rearwards away from the nozzle in the direction of the propellant.
     
    2. Firing device (1) according to Claim 1 having a cartridge-accommodating unit (11) in which a plurality of cartridges (3a - 3d) each with a propellant (132) are each arranged in an accommodating chamber (9), having a fluidic and/or pulverulent active substance (14), which can be discharged with the triggered propellant (132), in each cartridge (3a - 3d) as the means to be ejected, and having triggering units for the cartridges (3a - 3d), for activating the cartridges (3a - 3d) sequentially, characterized by a cover part (7) which closes off a rear part of the firing device (1), is designed such that it can be swung away, pivoted open and/or removed from the cartridge-accommodating unit (11) in order to exchange the cartridges (3a - 3d) and in which the triggering units are arranged, by an outer contour which, in the operating state, is bar-like and can be held in the fist with the arm angled upwards, and by a single triggering element (21) which is arranged on the rear outer contour on the end side of the cover part (7), can preferably be operated by the thumb (22) and can activate the triggering units sequentially.
     
    3. Firing device (1) according to Claim 1 or 2, characterized in that each accommodating chamber (9) widens conically in the direction of the cover part (7) in order to make it easier for the cartridges (3a - 3d) to be exchanged, and preferably the cover part (7) and the cartridge-accommodating unit (11) are designed such that they can be swung open and closed in relation to one another in order for cartridges to be changed.
     
    4. Firing device according to one of Claims 1 to 3, characterized in that each accommodating chamber (9) is closed off by an outlet nozzle (13a - 13d) which matches the respective cartridge (3a - 3d), and arranged in front of each part of the nozzle (13a - 13d) which determines the spray pattern is a free space (123) into which, in the event of firing, the head region (125) of the cartridge (3a - 3d) opens satisfactorily.
     
    5. Firing device (1) according to one of Claims 1 to 4, characterized by a charging unit for arming the triggering unit, it being the case that the charging unit only allows arming when the cover part (7) is closed, and the charging unit has a charging element (27) which can be operated in particular from the front end side (25) of the cartridge-accommodating unit (11), preferably the cartridges (3a - 3d) are arranged co-axially in relation to a longitudinal axis (95) of the firing device (1), at radial spacings which, with the exception of a tolerance, are equal, and in particular the longitudinal axis of the charging element (27), with the exception of a tolerance, coincides with the longitudinal axis (95) of the firing device (1).
     
    6. Firing device (1) according to Claim 5, characterized in that each cartridge (3a - 3d) on its lateral surface, preferably in the bottom region accommodating the propellant, has a latching element (49) and the charging unit has a spring-mounted rod (31) with a mating latching element (45) matching the latching element (49), it being the case that, when the charging element (27) is pressed in, the two latching elements (45, 49) interact and with the cover part (7) swung open, by virtue of the charging element (27) being pushed in further, the cartridges (3a - 3d) can be brought into an engaging position as a result of the continuing interaction.
     
    7. Firing device (1) according to one of Claims 1 to 6, characterized by just a single securing unit (100) with a securing element (102) and an operating element (99), which acts to secure all the cartridges (3a - 3d) against undesired triggering, it being the case that the operating element (99) is arranged in the lateral surface in the rear sub-region of the firing device and the operating element (99) can be operated using a finger (22) of the hand (5) holding the firing device (1), and that the operating direction (S) of the operating element (99) and the triggering direction (E) of the triggering element (21) are located perpendicularly to one another in order to prevent unintended triggering even if the firing device (1) should fall, and a propellant (15) can be triggered only when the operating and triggering elements (99, 21) are operated together using two fingers.
     
    8. Firing device (1) according to Claim 7, characterized in that the securing element (102) uses a movement-blocking means to secure the triggering element (21) against being pressed in.
     
    9. Firing device according to one of Claims 1 to 8, characterized by a unit by means of which the cartridges (3a - 3d) located in the cartridge-accommodating unit (11) are locked via the cover part (7) such that it is not possible for the cover part (7) to be opened by the recoil when a respective cartridge (3a - 3d) is fired.
     


    Revendications

    1. Dispositif de tir (1) comprenant une unité de logement de cartouches (11) dans laquelle sont disposées plusieurs cartouches (3a-3d) avec chacune un bloc de cartouche (15, 132) dans chacune un espace de logement (9), avec un agent (14) fluidique et/ou pulvérulent expulsable avec le bloc déclenché (15, 132) dans chaque cartouche (3a-3d) comme moyen à éjecter et des unités de déclenchement pour les cartouches (3a-3d) avec un élément de déclenchement (21) pour l'activation séquentielle des cartouches (3a-3d), caractérisé par une buse de sortie (13a-13d) correspondant à la cartouche respective (3a-3d) et grâce à laquelle l'agent (14) conservé dans la cartouche respective (3a-3d) est éjecté après l'allumage du bloc (15, 132) et l'éclatement de la partie avant de la tête de cartouche, un espace avant de buse qui est placé en tant qu'espace libre (123) en amont de la partie de chaque buse (13a-13d) déterminante pour la formation du jet, et un élément de couvercle (7) obturant une partie arrière du dispositif de tir (1) et présentant les unités de déclenchement, avec lequel l'unité de logement de cartouches (11) est conçue de façon à pouvoir être poussée, pivotée ou démontée pour le changement des cartouches (3a-3d), l'unité de logement de cartouches (11) et la section de tête de chaque cartouche sont rendues étanches aux fluides avec un moyen d'étanchéité, ou une conception géométrique de l'unité de logement de cartouches (11) et de la section de tête de chaque cartouche avec une tolérance existe, pour obtenir au moins lors du tir une extension d'un contour extérieur de la cartouche concernée dans sa section de tête, avec laquelle la section de tête de chaque cartouche est rendue étanche aux fluides par rapport à la paroi de l'espace de logement ou à l'espace avant de buse, de sorte que pendant le tir, aucun agent ne peut être pressé vers l'arrière, en direction du bloc, depuis la buse.
     
    2. Dispositif de tir (1) selon la revendication 1 avec une unité de logement de cartouches (11) dans laquelle sont disposées plusieurs cartouches (3a-3d) avec chacune un bloc (132) dans chaque espace de logement (9), avec un agent (14) fluidique et/ou pulvérulent expulsable avec le bloc déclenché (132) dans chaque cartouche (3a-3d) comme moyen à éjecter et des unités de déclenchement pour les cartouches (3a-3d) pour l'activation séquentielle des cartouches (3a-3d), caractérisé par un élément de couvercle (7) obturant une partie arrière du dispositif de tir (1), lequel élément de couvercle est conçu de façon à pouvoir être poussé, pivoté ou démonté pour le changement des cartouches (3a-3d) de l'unité de logement de cartouches (11), et dans lequel les unités de déclenchement sont disposées, un contour extérieur similaire à une barre lorsqu'il est tenu dans le poing avec le bras plié vers le haut, et un élément de déclenchement (21) unique, disposé sur le contour extérieur frontal arrière de l'élément de couvercle (7), pouvant de préférence être commandé avec le pouce (22), avec lequel les unités de déclenchement peuvent être activées de façon séquentielle.
     
    3. Dispositif de tir (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que chaque espace de logement (9) s'élargit de façon conique par rapport à l'élément de couvercle (7), pour faciliter un changement des cartouches (3a-3d), et de préférence l'élément de couvercle (7) et l'unité de logement de cartouches (11) sont conçus de façon à pouvoir être ouverts et fermés par rabattement pour le changement de cartouches.
     
    4. Dispositif de tir selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que chaque espace de logement (9) est obturé avec une buse de sortie (13a-13d) correspondant à une cartouche respective (3a-3d), et un espace libre (123) est prévu en amont de la partie de chaque buse (13a-13d) déterminante pour la formation du jet, dans lequel espace s'ouvre sans problème la section de tête (125) de la cartouche (3a-3d) lors du tir.
     
    5. Dispositif de tir (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé par une unité de chargement pour déverrouiller l'unité de déclenchement, l'unité de chargement permettant un déverrouillage seulement avec un élément de couvercle (7) fermé, et l'unité de chargement présentant un élément de chargement (27) qui peut notamment être commandé depuis la face frontale avant (25) de l'unité de logement de cartouches (11), les cartouches (3a-3d) étant de préférence disposées coaxialement à un axe longitudinal (95) du dispositif de tir (1) à une même distance radiale, à une tolérance près, et l'axe longitudinal de l'élément de chargement (27) coïncidant notamment avec l'axe longitudinal (95) du dispositif de tir (1), à une tolérance près.
     
    6. Dispositif de tir (1) selon la revendication 5, caractérisé en ce que chaque cartouche (3a-3d) possède sur sa surface extérieure, de préférence dans la zone inférieure accueillant le propulseur, un élément d'encliquetage (49) et l'unité de chargement présente une tige sur ressort (31) avec un élément d'encliquetage opposé (45) correspondant à l'élément d'encliquetage (49), les deux éléments d'encliquetage (45, 49) interagissant lors de l'enfoncement de l'élément de chargement (27) et les cartouches (3a-3d) pouvant être amenées en position de prise, lorsque l'élément de couvercle (7) est relevé, par une nouvelle poussée de l'élément de chargement (27) du fait de l'interaction existant toujours.
     
    7. Dispositif de tir (1) selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par seulement une unité d'arrêt unique (100) avec un élément d'arrêt (102) et un élément de commande (99), laquelle unité sert au blocage de toutes les cartouches (3a-3d) pour éviter tout déclenchement involontaire, l'élément de commande (99) étant disposé dans la zone partielle arrière du dispositif de tir sur le côté de la surface extérieure et l'élément de commande (99) pouvant être commandé avec un doigt (22) de la main (5) tenant le dispositif de tir (1), le sens de commande (S) de l'élément de commande (99) et le sens de déclenchement (E) de l'élément de déclenchement (21) étant perpendiculaires l'un à l'autre, afin d'empêcher tout déclenchement inopiné même dans le cas d'une chute du dispositif de tir (1), et le déclenchement d'un bloc (15) ne pouvant être effectué que si les éléments de commande et de déclenchement (99, 21) sont commandés simultanément avec deux doigts.
     
    8. Dispositif de tir (1) selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'élément de déclenchement (21) est protégé par l'élément d'arrêt (102) contre tout enfoncement par un blocage de mouvement.
     
    9. Dispositif de tir (1) selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé par une unité verrouillant les cartouches (3a-3d) situées dans l'unité de logement de cartouches (11) par l'élément de couvercle (7) de telle sorte qu'une ouverture de l'élément de couvercle (7) est impossible du fait du recul lors du tir d'une cartouche (3a-3d).
     




    Zeichnung





























    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente