Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Handabschussgerät mit mehreren Kartuschen gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] In der
EP 1158263 ist ein gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes ausgebildetes Handabschussgerät beschrieben
[0003] In der
US-A 1,741,902 ist auch ein gemäss den Merkmalen des Oberbegriffes ausgebildetes Handabschussgerät
beschrieben. Das Gerät war zu zwei aufeinander senkrecht stehenden Ebenen symmetrisch
ausgebildet und hatte zwei Kartuschen. Die beiden Kartuschen waren auswechselbar und
in einer Ebene liegend angeordnet. In jeder Kartusche war ein nicht-metallisches Projektil
aus einem verhältnismässig weichen Material zum Verschiessen eingelagert. Beide Kartuschen
lagen in einem ebenfalls auswechselbaren Block einer Laufeinheit. Zum Laden wurde
eine rückseitige Deckplatte von einem Laufmodul abgeklappt. Nach Herausnahme der beiden
Schlagbolzeneinheiten aus der Laufeinheit konnten zwei "scharfe" Kartuschen in den
Block eingelegt werden. Der geladene Block wurde dann in das Laufmodul eingeschoben.
Hierbei ragten Auslöseklinken einer Auslöseeinheit in einen später je eine federbelastete
Schlagbolzeneinheit aufnehmenden Freiraum hinein. Jeder Schlagbolzen sass auf einem
Teller. Beim Einsetzen der Schlagbolzeneinheit rastete jede Auslöseklinke vor dem
dazu gehörenden Teller ein. Sämtliche Schlagbolzenfedern wurden durch weiteres Einschieben
gespannt. Beim Einsetzen der Schlagbolzeneinheiten erfolgte somit selbsttätig ein
"Spannen des Abzugs". Jede Auslöseklinke war durch einen in Kartuschenlängsachse am
Aussenmantel der Ladeeinheit verschiebbaren Schieber, der unter die Auslöseklinke
griff, gesichert. Erst wenn dieser Schieber gegen eine Federkraft verschoben wurde,
konnte die Auslöseklinke ausgelöst werden.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfach zu bedienendes und sicher funktionierendes
Abschussgerät zu schaffen, welches insbesondere leicht zu halten ist, und, sofern
es als Handabschussgerät eingesetzt wird, einen Angreifer ausser Gefecht setzt, ohne
ihn zu töten oder bleibend zu verletzen. Das Handabschussgerät mit einem entsprechenden
Wirkstoff wird vorzugsweise von der Polizei, vom Personal von Strafanstalten oder
privaten Sicherheitsfirmen eingesetzt. Wird ein anderer Wirkstoff verwendet, sind
andere Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. eine Brandbekämpfung möglich.
Lösung der Aufgabe
[0005] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst, das heißt dass im Gegensatz
zur
US-A 1,741,902 bei einem Abschussgerät mit einer Kartuschenaufnahmeeinheit, in der mehrere Kartuschen
mit je einem Treibsatz auswechselbar in je einem Aufnahmeraum angeordnet sind, und
bei dem der hintere Teil des Gerätes einen abschliessenden und das Kartuschenauswechseln
ermöglichenden Deckelteil hat, nicht ein Festkörperprojektil, sondern ein fluidischer
und/oder pulvriger Wirkstoff als auszuschleuderndes Mittel verwendet wird. Ferner
kann im Gegensatz zur
US-A 1,741,902 bei einer gedrungenen raumsparenden Ausgestaltung nur eine sequentielle Auslösung
erfolgen. Die das Gerät bedienende Person muss sich im Gegensatz zur
US-A 1,741,902 nicht merken, welche Kartusche sie gerade abgefeuert hat, da die
US-A 1,741,902 ein gleichzeitiges "Abfeuern" mehrerer bzw. aller Kartuschen gestattet. Es kann somit
in der Hitze des Gefechtes vorkommen, dass auf einmal alle Kartuschen abgefeuert sind
und kein Mittel für ein Nachfeuern, sofern das erste Abfeuern nicht getroffen hat,
vorhanden ist.
[0006] Da der in den Kartuschen eingelagerte Wirkstoff immer, falls es sich bei dem Abschussgerät
um eine Selbstverteidigungsvorrichtung handelt, den Benützer beeinträchtigen kann,
ist eine konstruktive Ausgestaltung gewählt, welche wenigstens beim Kartuschenabschuss
eine Abdichtung hervorruft, damit kein Wirkstoff ausserhalb der Kartuschen im Abschussgerät
verbleibt. Es geht im Wesentlichen darum, sofern ein flüssiger "Verteidigungs"-Wirkstoff
verwendet wird, dass dieser während des Abschiessens ("Abfeuerns") durch den Rückstaudruck
nicht von der Kartuschenaustrittsöffnung weg nach hinten zwischen die Kartuschenaussenwand
und die Raumwand der Ausnehmung in der Kartuschenaufnahmeeinheit gedrückt wird und
somit der Kartuschenmantel kontaminiert wird. Es würde somit ein Rückfluss von flüssigem
Material von der Düse bzw. der Kartuschenöffnung weg entlang des Kartuschenmantels
nach hinten in Richtung Treibsatz stattfinden. Analoges gilt für pulvrige "Verteidigungs"-Wirkstoffe
allerdings in geringerem Masse. Ein derartiger auf dem Kartuschenmantel verbleibender
Wirkstoffrest würde unweigerlich beim späteren Kartuschenwechsel auf die bedienende
Person einwirken, diese beeinträchtigen oder gefährden, da diese beim Ergreifen (Auswechseln)
der abgeschossenen Kartusche mit dem Wirkstoff (Reizstoff) in Berührung käme.
[0007] Die Abdichtung kann entweder an der Kartusche oder in dem die Kartusche aufnehmenden
Raum angeordnet sein. Die Abdichtung kann nun vorzugsweise mit einem Dichtmittel vorgenommen
werden, welches des Kopfbereich jeder Kartusche gegenüber der Wandung des Aufnahmeraums
fluid- bzw. "pulverdicht" abdichtet. Es kann auch eine Abdichtung gegenüber dem Düsenvorraum
vorgenommen werden. Wird gegen den Düsenvorraum abgedichtet, so hat dies den Vorteil,
dass nahezu kein Wirkstoff zurückbleiben kann, da sämtlicher Wirkstoff durch die Treibgase
ausgetrieben wird.
[0008] Erfolgt eine Abdichtung lediglich im Kopfbereich der Kartusche, so ist diese mechanisch
einfacher auszuführen, minimale Wirkstoffreste bleiben dann nur im Bereich zwischen
der Abdichtung und dem Wirkstoffaustritt bzw. Düsenaustritt zurück. Diese minimalen
Wirkstoffreste dürften keine Wirkung auf den Bediener des Abschussgerätes haben, da
beim Kartuschenwechsel die Kartuschen lediglich an ihrem hinteren, dem Wirkstoffaustritt
abgewandten Ende angefasst werden. Dieser Bereich ist sauber, da eine Abdichtung möglichst
in der Nähe des Wirkstoffaustritts aus der Kartusche erfolgt. Die Abdichtung der Kartuschen
ist keineswegs auf die unten beschriebenen Abschussgeräte beschränkt.
[0009] Zur Abdichtung kann ein im Kopfbereich bzw. im Düsenvorraum angeordneter Dichtring
als Dichtmittel verwendet werden, wobei dieser dann in einer Nut in der Kartuschenwandung
oder in einer Nut des Aufnahmeraums gehalten sein kann. Anstelle eines Dichtringes
können auch aufgeklebte elastische Ringe oder Beschichtungen dienen, die dann vorzugsweise
auf der Kartusche angebracht wären.
[0010] Auf ein Abdichtmittel als separates mechanisches Konstruktionsteil kann auch vollständig
verzichtet werden, indem durch ein geeignetes Material und eine entsprechende Geometrie
der Kartuschenhülse diese durch ihre Ausdehnung während des "Abfeuerns" selbst durch
Einpressen die Dichtungsaufgabe übernimmt. Bei Abschuss dehnt sich nämlich die Aussenkontur
der Kartusche aus. Aufnahmeraum und Kartusche können dann toleranzmässig derart ausgebildet
werden, dass gerade beim Abschuss eine Abdichtung vorzugsweise im Kartuschenkopfbereich
erfolgt. Gegenüber einem vorhandenen Dichtmittel müssen jedoch hier mechanisch kleine
Toleranzen eingehalten werden. Auch können konstruktive Elemente verwendet werden,
welche eine Abdichtung von selbst ergeben. Diese Abdichtung kann ferner durch eine
entsprechende Auswahl von Materialien, insbesondere bei der Kartuschenhülse, vorgenommen
werden. Bei der Verwendung eines separaten Dichtmittels (Dichtring oder ähnliches)
kann eine grössere Toleranz zwischen der Kartuschenaussenwand und der Innenwand der
Ausnehmung gewählt werden, wodurch sich eine leichtere Auswechselbarkeit der Kartuschen
ergibt, da ein Verklemmen stark vermindert ist. Zur Verminderung des Rückstaudruckes
und des daraus resultierenden Materialrückflusses beim Schiessen kann auch die Form
des Düsenvorraumes beitragen, indem dieser strömungsgünstig (z.B. trichterförmig)
zu dem für die Strahlformung wesentlichen Teil der Düse hin ausgebildet ist. In Kombination
mit einer aufeinander abgestimmten Ausbildung von Kartuschenaufnahmeraum und Kartusche
kann dann auf ein separates Dichtungselement verzichtet werden. Der Düsenvorraum ist
dann Teil oder Verlängerung des Kartuschenaufnahmeraums.
[0011] Unter einem balkenähnlichen Abschussgerät, welches beispielsweise auch als Handabschussgerät
ausgebildet sein kann, wird ein Gerät verstanden, welches keinen Knauf aufweist. Typische
Handfeuerwaffen (Pistolen, Revolver, ...) haben einen Knauf. Vereinfacht ausgedrückt
kann das hier beschriebene Abschussgerät im weitesten Sinn als "Prügel", Stock oder
Ähnliches ausgebildet sein. Es handelt sich hier auch nicht um eine an ein Gewehr
oder eine "Bazooka" angelehnte Form. Die Ausgestaltung des Abschussgeräts als Handabschussgeräts
gestattet nun, dass es zum Abschiessen mit nur einer Hand umgreifend gehalten werden
kann, was jedoch nicht mit der typischen Handhabung von Hand- bzw. Faustfeuerwaffen
zu verwechseln ist. Das balkenförmige Handabschussgerät wird mit nach oben abgewinkeltem
Arm derart in der umschliessenden Hand gehalten, dass sich die Hand etwa in Schulterhöhe
befindet und die dem Wirkstoffaustritt gegenüberliegende Geräterückseite auf der Daumenseite
in der Hand zu liegen kommt. Die balkenähnliche Aussenkontur weist das Abschussgerät
auf, wenn es sich im Betriebszustand, also nicht bei abgeklapptem Deckelteil, befindet.
[0012] Vorzugsweise wird man die Kartuschen koaxial zu einer Längsachse des Abschussgerätes
in einem bis auf eine Toleranz gleichen radialen Abstand anordnen. Die Kartuschen
müssen nicht in gleichem radialen Abstand angeordnet werden. Eine derartige Konstruktion
hat jedoch den Vorteil, dass sich hierdurch die Anordnung der Schlagbolzen vereinfacht.
[0013] Vorzugsweise wird man das Abschussgerät derart ausbilden, dass sich alle Symmetrieebenen
der Kartuschengruppe in einer Linie schneiden; bei einer ungeraden Anzahl von Kartuschen
ergäbe sich eine sternförmige Anordnung. Diese Linie kann dann, muss aber nicht, gleichzeitig
die Mittelachse des Gerätes sein, was eine ästhetisch schöne Ausgestaltung und ein
leicht zu handhabendes Gerät ergibt. Selbstverständlich kann auch einen andere Lage
der Schnittlinie gewählt werden. Lediglich das unten beschriebene Sicherungselement
stört geringfügig diese Symmetrie.
[0014] Auf ein Zusammenfallen der Gerätelängsachse mit einer Symmetrieachse der Kartuschenanordnung
kann verzichtet werden, wenn beispielsweise an einer Geräteseite Zubehörteile angebracht
werden sollen.
[0015] Ist die Schnittlinie die Mittelachse des Gerätes, so liegen alle wesentlichen Funktionselemente
entweder in oder symmetrisch entlang dieser Mittelachse. Der Auslöseknopf und eine
Umschalteinrichtung für die sequentielle Auslösung können dann ebenfalls in der Mittelachse
angeordnet werden. Die Kartuschen können rotationssymmetrisch um die Mittelachse angeordnet
werden.
[0016] Ein weiterer Vorteil des Abschussgeräts ist, dass es in einer Hand handhabbar ist
und auch mit nur einer Hand leicht bedienbar ist. Auf den ersten Blick könnte man
zwar meinen, dass dies beim Gerät der
US-A 1,741,902 auch so wäre, dem ist aber nicht so. Ein Entriegeln der Sicherung mit einer Schiebebewegung
parallel zur Geräteachse unter gleichzeitigem Zielen und erst bei ausgerichtetem Gerät
eine Abfeuerauslösung senkrecht zur Geräteachse vorzunehmen, dürfte wohl die meisten
Benutzer überfordern. In vorteilhafter Weise ist deshalb bei einer Ausführungsvariante
der Erfindung das Auslöseelement in der hinteren Stirnseite des Deckelteils in der
balkenähnlichen Aussenkontur angeordnet und mit dem Daumen bedienbar. Die Bedienung
muss nicht mit dem Daumen erfolgen; der Daumen bietet sich aber an. Eine Bedienung
könnte auch beim Verdrehen der Hand mit einem anderen Finger erfolgen.
[0017] Um den Bedienungskomfort und die Sicherheit zu steigern, ist deshalb vorzugsweise
lediglich eine einzige Sicherungseinheit mit einem Sicherungs- und einem Bedienelement
vorhanden, welche zur Sicherung aller Kartuschen gegen ungewollte Auslösung wirkt.
Das Bedienelement im hinteren Teilbereich des Abschussgeräts ist in der Mantelseite
derart angeordnet, dass es mit einem einzigen Finger der das Abschussgerät haltenden
Hand bedienbar ist. Die Bedienrichtungen des Bedienelements und des Auslöseelements
d.h. die Richtungen in die eingedrückt wird, liegen senkrecht zueinander, um eine
unbeabsichtigte Auslösung auch bei einem Fall des Abschussgerätes zu verunmöglichen.
Eine Auslösung eines Treibsatzes ist nur vornehmbar, wenn Bedien- und Auslöseelement
gleichzeitig zusammen bedient werden. Diese Anordnung ergibt gegenüber der
US-A 1,741,902 eine leichte und einfache Bedienung, welche keineswegs vom Zielen ablenkt. Bei der
US-A 1,741,902 muss nämlich zur Entsicherung des Auslösehebels ein Schieber am Gehäusemantel parallel
zur Gehäuseachse verschoben und anschliessend senkrecht zur Gehäuseachse auf den Hebel
gedrückt werden. Da die
US-A 1,741,902 aufgrund ihrer balkenähnlichen Ausbildung faustartig umgriffen wird, muss nun ein
Finger eine Querbewegung und ein anderer eine Niederdrückbewegung für einen Abschuss
vornehmen. Diese Bewegungskombination ist für Fingerbewegungen einer Hand äusserst
ungewohnt und dürfte somit mit jeweils einem Finger einer Hand, also mit beiden Händen,
vorgenommen werden, was in einer Stresssituation wohl sicher nicht optimal ablaufen
und vom Zielen auf den Angreifer stark ablenken dürfte.
[0018] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist eine separate Ladeeinheit zum
"Scharfmachen" der Auslöseeinheit vorhanden. Es erfolgt somit kein automatisches "Scharfmachen",
wie bei der
US-A 1,741,902. Hierdurch ist sichergestellt, dass eine Auslösung nie bei Ladungsmanipulationen
erfolgen kann. Die Ladeeinheit erlaubt nämlich erst ein Scharfmachen bei geschlossenem
Deckelteil. Die Ladeeinheit hat zudem ein Ladeelement, welches insbesondere von der
vorderen Stirnseite der Kartuschenaufnahmeeinheit aus bedienbar ist, wobei auch hier
das Gerät nur in einer Hand gehalten werden muss. Hierdurch ist ein Scharfmachen aller
Kartuschen mit einer einzigen Handhabung möglich. Man kann auch die Vorderseite des
Abschussgerätes gegen einen Gegenstand bzw. hierzu gegen den Boden drücken.
[0019] Insbesondere zur Raumeinsparung, und auch um dem Gerät ein annehmbares Aussehen zu
geben, sind die Kartuschen symmetrisch zum Ladeelement angeordnet.
[0020] Man kann nun diverse Sicherungmassnahmen gegen ein unbeabsichtigtes Auslösen des
geladenen und "scharfen" Abschussgerätes vornehmen. Es kann das Auslöseelement durch
die Sicherungseinheit gegen Eindrücken durch eine Bewegungsblokkade gesichert werden.
Es kann aber auch bei dem auf den Treibsatz schlagenden Schlagbolzen dessen Schlagbewegung
durch die Sicherungseinheit bewegungsfixiert und die Fixierung mit der Sicherungseinheit
aufhebbar angeordnet werden. Diese Sicherungsmassnahmen können nun einzeln oder gemeinsam
eingesetzt werden.
[0021] Um ein einwandfreies Austreiben mit guten Zieleigenschaften zu erreichen, ist jeder
Aufnahmeraum mit einer zur Kartusche passenden Auslassdüse abgeschlossen und dem für
die Strahlformung massgeblichen Teil der Düse ein Freiraum zur Aufnahme von Kartuschenkopfaufplatzteilen
vorgeordnet. Um die Verwendung des Abschussgeräts preisgünstig zu gestalten, wurde
erstens auf eine Auswechselbarkeit der Kartuschen geachtet und zweitens darauf, dass
als "Verbrauchsmaterial" die Kartuschen möglichst preisgünstig sind. Aus diesem Grund
sind die Auslassdüsen mit dem Düsenvor- bzw. Freiraum im Gegensatz zu einer Ausführung
in der
EP-A 1 158 263 nicht in der Kartusche integriert, sondern in der Kartuschenaufnahmeeinheit. Die
Kartuschen sind lediglich mit einem Wirkstoffspeicherraum, einem Treibspiegel und
einem auf den Treibspiegel wirkenden Treibsatz einfach aufgebaut, wobei der Kartuschenkopf
aufreissbar ausgebildet ist. In den Freiraum hinein ist dann beim Abschuss ein einwandfreies
Öffnen des Kartuschenkopfes gegeben. Der Treibsatz ist vorzugsweise pyrotechnisch
und durch Aufschlagen eines Schlagbolzens zündbar. Das Aufreissen erfolgt jedoch "blütenartig",
d.h. es erfolgt ein Aufplatzen, ohne dass hierbei Teile davon fliegen. Den aufgeplatzten
Teilen wird in einem Freiraum vor dem für die Strahlformung massgeblichen Teil der
Düse, d.h. vor dem Düseneintritt derart Platz gegeben, dass die aufgeplatzten Teile
des Kartuschenkopfes den Strahldurchfluss durch diesen Teil der Düse nicht beeinträchtigen
und somit ein einwandfreies Öffnen des Hülsenkopfes in diesen Raum gegeben ist. Dieser
Freiraum ist somit Teil des Kartuschenaufnahmeraums bzw. dessen Verlängerung.
[0022] Da in der Regel der Speicherraum der Kartuschen aus Preisgründen kreiszylinderförmig
ausgebildet wird, kann auch der Kartuschenaufnahmeraum mit einem um eine Toleranz
grösseren Durchmesser kreiszylindrisch ausgebildet werden. Um jedoch ein gutes Auswechseln
der in der Kartuschenaufnahmeeinheit liegenden Kartuschen immer zu garantieren, ist
der Deckelteil aufmachbar bzw. aufschwenkbar gegenüber der Kartuschenaufnahmeeinheit
ausgebildet. Ferner kann der Querschnitt des die Kartuschen aufnehmenden Raumes in
der Kartuschenaufnahmeeinheit zum Freiraum sich verjüngend ausgebildet werden. Für
die Konizität wird vorzugsweise minimal ein Konuswinkel zwischen 0.30° und 0,45° gewählt.
Beim Abfeuern des Wirkstoffes dehnen sich nämlich die Kartuschen aus und könnten somit
im Raum festklemmen. Hat sich die Kartusche beim Schiessen formtreu in den konischen
Raum gepresst, muss sie nach dem Schiessen nur um einen kleinen Weg aus dem Konus
ausgestossen werden und kann dann problemlos entnommen werden. Dieses Einpressen kann,
wie bereits oben erwähnt, auch zum Abdichten des Kartuschenkopfes gegenüber der Aufnahmerauminnenwandung
ausgenützt werden.
[0023] Die konische Ausgestaltung des Aufnahmeraums hat sich bei allen Arten von Abschussgeräten
bewährt, welche mit auswechselbaren Wirkstoffkartuschen arbeiten, und ist nicht auf
die balkenähnliche Aussenkontur beschränkt.
[0024] Wie bereits oben angedeutet, ist bei den Kartuschen auf eine preisgünstige Ausgestaltung
geachtet worden. Beim Abfeuern dehnen sich die Kartuschen mehr oder weniger aus. Damit
nun beim Auswechseln der Kartuschen eine Einwirkung des im Gerät verbleibenden Wirkstoffes
vollständig unterbunden werden kann, wird einmal die Menge des Treibmittel so gross
gewählt, dass ein völliges Austreiben des Wirkstoffes erfolgt. Der Treibspiegel und
die Innenseite der Kartuschen können beispielsweise, wie in der
EP-A 1 158 263 beschrieben, ein Druckentlastungsmittel an der Innenwand aufweisen, welches zwischen
Treibspiegelwandung und Innenwand eine Passage für das Treibmittel im oberen Kartuschenteil
bildet.
[0025] Zur weiteren Erleichterung des Auswechselns der Kartuschen kann jede Kartusche an
ihren Mantel, bevorzugt im unteren, das Treibmittel aufnehmenden Bereich, ein erstes
Rastelement aufweisen. Das Ladeelement wird man dann vorzugsweise als in sich gefederten
Stab mit einem zweiten zum ersten passenden Rastelement ausbilden, wobei beide dann
beim Eindrücken des Ladeelements ineinander einrasten und bei aufgeklappten Deckelteil
durch ein erneutes Einschieben des Ladeelements infolge der noch bestehenden Rastverbindung
die Kartuschen ausgeworfen bzw. in eine Griffposition gebracht werden können.
[0026] Beim Handabschussgerät, welches hauptsächlich zur Verteidigung gedacht ist, wird
in der Regel als Wirkstoff eine Reizflüssigkeit oder ein Reizgas eingesetzt; es können
aber auch pulvrige Stoffe verwendet werden.
[0027] Als flüssige Wirkstoffe können beispielsweise die nachfolgend aufgeführten Stoffe
verwendet werden:
[0028] Eine Capsaicin-Lösung wird bereits jetzt in den bekannten "Pfeffersprays" eingesetzt.
Capsaicin ist ein Extrakt aus der Chilipfeffer-Pflanze, welcher meistens mit einer
Konzentration zwischen 1 % und 4% in Alkohol gelöst ist. Capsaicin führt zu schlagartigen,
vorübergehenden Entzündungen aller Schleimhäute, mit denen es in Berührung kommt (z.B.
Augen, Atemwege). Capsaicin wirkt sowohl beim Menschen wie auch beim Tier. Im Gegensatz
zum nachfolgend angeführten Lacrimonium führt es zum unwillkürlichen Schliessen der
Augen.
[0029] Als weiterer flüssiger Wirkstoff kann eine CS-Lösung verwendet werden. CS ist ein
tränenerregendes Lacrimonium. Als zusätzliche Wirkung entsteht ein starker Juckreiz
auf der Haut. CS wirkt nur beim Menschen.
[0030] Es können auch CN-Lösungen verwendet werden. CN führt zu Übelkeit. Sie wirkt jedoch
langsamer als eine CS- oder Capsaicin-Lösung.
[0031] Es können ferner Stinksekrete als flüssige Wirkstoffe eingesetzt werden. Die meisten
Stinksekrete führen ausserdem zu Übelkeit.
[0032] CS und CN lassen sich anstelle eines flüssigen Wirkstoffs auch gasförmig einsetzen.
[0033] Als pulvriger Wirkstoff zur Selbstverteidigung kann z.B. auch Capsaicin eingesetzt
werden, welches bei Raumtemperatur in seiner Reinform kristallin ist. Lösungen wirken
jedoch schneller als ausgebrachte pulvrige Wirkstoffe. Pulvrige Wirkstoffe haben jedoch
den Vorteil, dass sie als Wolke eine gewisse Zeitdauer im Raum stehen bleiben.
[0034] Es können als Wirkstoff auch Mischungen von flüssigen und gasförmigen Stoffen eingesetzt
werden. Es handelt sich hier dann oftmals um Schäume, welche auf dem abzuwehrenden
Angreifer haften bleiben. Auch hier kann Capsaicin eingesetzt werden.
[0035] Mischungen aus festen und flüssigen Wirkstoffen enthalten oftmals ebenfalls Capsaicin.
Es handelt sich hier z.B. um Gels. Es können auch Farbstoffe zur nachträglichen Identifizierung
eines Täters eingesetzt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Im Folgenden werden Beispiele des erfindungsgemässen Handabschussgerätes anhand der
nachfolgenden Zeichnungen näher erläutert. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus dem Beschreibungstext. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des in der Hand gehaltenen Handabschussgerätes,
- Fig. 2
- eine zu Figur 1 analoge Darstellung, jedoch mit aufgeklapptem Deckelteil des Handabschussgerätes
(diese Figur zeigt das Ausstossen der Kartuschen in eine gute Grifflage),
- Fig. 3
- eine Frontansicht des geschlossenen Handabschussgerätes ohne Haltehand,
- Fig. 4
- eine Ansicht von hinten auf das vollständig aufgeklappte Handabschussgerät ebenfalls
ohne Haltehand,
- Fig. 5
- einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie V-V
in Figur 3, wobei hier das Ladeelement der Ladeeinheit in seiner Ruheposition zu sehen ist,
- Fig. 6
- einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie VI-VI
in Figur 3, wobei hier das Ladeelement der Ladeeinheit in eine Position eingedrückt ist, in der
die Schlagbolzen vollständig gespannt werden,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie VII-VII
in Figur 3, wobei auch hier das Ladeelement der Ladeeinheit in seiner Ruheposition zu sehen ist,
- Fig. 8
- einen Schnitt durch die Auslöseeinheit des Handabschussgeräts in vergrösserter Darstellung,
wobei hier die beiden sichtbaren Schlagbolzen (Aufschlagstifte 69) gespannt sind,
- Fig. 9
- einen Längsschnitt durch das geschlossene Handabschussgerät entlang der Linie IX-IX
in Figur 3, wobei das Handabschussgerät gerade abgefeuert wurde (das Auslöseelement
21, der Hebelarm 88 sind eingedrückt und der Schlagbolzen 19 hat auf das Zündhütchen getroffen, der Treibspiegel 119 treibt gerade den Wirkstoff 14 durch die geborstene Berstscheibe 121 der Kartusche 3a in den Düsenvorraum 123 und vom diesen durch den für die Strahlformung wesentlichen Teil der Düse 13a),
- Fig. 10
- eine Seitenansicht einer Kartusche,
- Fig. 11
- einen Querschnitt durch die in Figur 10 gezeigte Kartusche,
- Fig. 12
- eine Draufsicht auf die in Figur 10 gezeigte Kartusche in der dortigen Blickrichtung XII,
- Fig. 13
- einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den Zünd- und Treibsatz mit
anschliessendem Wirkstoffspeicher einer Variante zu der in Figur 11 im Längsschnitt dargestellten Kartusche und
- Fig. 14
- einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den vorderen Teil des Abschussgerätes,
wobei zwei lediglich der Anschaulichkeit wegen, nebeneinander, unterschiedlich ausgebildete
Düsenvorräume und Düsen dargestellt sind.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0037] Das in den
Figuren 1 und
3 in geschlossenem Zustand von der Seite sowie von vorne und in den
Figuren 2 und
4 im aufgeklappten Zustand dargestellte mehrläufige (hier beispielsweise vierläufige)
Handabschussgerät
1 kann mehrere (hier vier) Kartuschen
3a bis
3d aufnehmen. Zur Benützung kann, wie insbesondere
Figur 1 zeigt, das Handabschussgerät
1 mit lediglich nur einer Hand
5 gehalten werden. Das Gerät
1 hat einen Deckelteil
7, der den hinteren Geräteteil bildet. Jede Kartusche
3a bis
3d ist in einem in
Figur 5 sichtbaren Kartuschenaufnahmeraum
9 in einer Kartuschenaufnahmeeinheit
11 angeordnet. Die Kartuschenaufnahmeeinheit
11 kann vom Deckelteil
7 weggeklappt werden. Bei weggeklapptem Deckelteil
7 können die Kartuschen
3a bis
3d entnommen, d.h. gegen neue, noch nicht abgeschossene ausgewechselt werden. An der
vorderen Stirnseite des Handabschussgeräts
1 befindet sich für jede Kartusche
3a bis
3d je eine Düse
13a bis
13d, durch die der in der jeweiligen Kartuschen
3a bis
3d abgespeicherte Wirkstoff
14 nach Zünden des Kartuschentreibsatzes
15 und Aufplatzen des vorderen Teils des Kartuschenkopfes ausgeschleudert wird.
[0038] Die gesamte Auslöseeinrichtung für die Treibsätze der Kartuschen
3a bis
3d befindet sich im Deckelteil
7. Die Auslöseeinrichtung besteht aus einem Auslöseelement
21, welches, wie unten beschrieben, mit dem Daumen in einer geradlinigen Bewegung einschiebbar
(eindrückbar) ist. Das Auslöseelement
21 wirkt über eine ebenfalls unten beschriebene und im Deckelteil
7 liegende Schalteinheit
82 auf jeweils eine Auslöseeinheit für jeden Kartuschentreibsatz. Jede Auslöseeinheit
hat u.a. einen Schlagbolzen
19, der durch Aufschlag den entsprechenden Treibsatz zündet.
[0039] Die zu den Kartuschentreibsätzen
15 gehörenden Zündhütchen
17 sind in
Figur 4 zu sehen. Die Zündhütchen
17 werden über einen unten beschriebenen Schlagbolzen
19 gezündet. Die Auslösung des jeweiligen Schlagbolzens
19 erfolgt durch Eindrücken eines Auslöseelements
21 der Auslöseeinrichtung mit dem Daumen
22 der das Handabschussgerät
1 haltenden Hand
5. Das Auslöseelement
21 ist in der hinteren Stirnseite
23 des Deckelteils
7 angeordnet. Bei jedem Eindrücken erfolgt eine Umschaltung auf die nächste (noch nicht
abgefeuerte) Kartusche. Eine Auslösung ist nur sequentiell möglich. Es können niemals
gleichzeitig mehrere Treibsätze gezündet und damit auch nicht mehrere Kartuschen gleichzeitig
abgefeuert werden. Wie insbesondere aus den
Figuren 1 bis
5 ersichtlich, ist das Handabschussgerät
1 balkenförmig ausgebildet. Hierdurch ist es mit nur einer Hand 5 zu halten, wie in
Figur 1 gezeigt ist.
[0040] Aus der vorderen Stirnseite
25 des Handabschussgeräts
1 ragt ein Ladeelement
27 einer Ladeeinheit hervor und ist auch von dieser Seite
25 aus bedien- d.h. einschiebbar. Die Ladeeinheit dient zum "Scharfmachen" der Auslöseeinheit;
vereinfacht ausgedrückt zum Spannen aller Schlagbolzen
19. Ein "Scharfmachen" ist nur bei zugeklapptem Deckelteil
7 möglich, indem das Ladeelement
27 mit der Hand mit einer zur Pfeilrichtung
A analogen Eindrückrichtung L eingedrückt (
Figur 6) oder, wie in
Figur 2 gezeigt, gegen eine Wand
28 oder den Boden gedrückt wird. Ist der Deckelteil 7 aufgeklappt, werden beim Einschieben
des Ladeelements
27 die Kartuschen
3a bis
3d ausgeworfen. Die vier Kartuschen
3a bis
3d bzw. die vier zu diesen gehörenden Düsen
13a bis
13d sind symmetrisch zur Achse
95 des Ladeelements
27, welche auch die Achse des Geräts
1 ist, angeordnet.
[0041] Die Ladeeinheit hat als zu bedienendes Ladeelement eine knaufähnlich ausgebildete
Stütze
27 mit einer zentralen Innenbohrung
29. In diese Innenbohrung
29 ist das eine Ende 30 einer Stange
31 eingepresst; sie kann auch eingeschraubt werden. Stange
31 und Ladeelement
27 liegen in einer zentrischen Durchgangsbohrung
33 in der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 angeordnet. In dieser Durchgangsbohrung
33 liegt ferner eine Stangenfeder
34, durch die die Stange
31 hindurchläuft. Die Stangenfeder
34 liegt mit ihrem einen Ende an einem Absatz
35 in der Durchgangsbohrung
33 und mit ihrem anderen Ende am Hülsenende
37 der auf die Stange
31 aufgeschraubten Stütze
27 an. Durch die Stangenfeder
34 wird die Ladeeinheit in ihrer Ruhelage gehalten. Damit die Ladeeinheit durch die
Federkraft nicht aus der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 herausgedrückt wird, ist ein Anschlag vorhanden, der durch den unten beschriebenen
Bolzen
39 und die Längsschlitze
40 gebildet wird. Das andere Ende
41 der Stange
31 durchstösst mittig ein Ausstosserelement
42 in dessen zentrischer Durchgangsbohrung
43. Das Ausstosserelement
42 hat eine einen Aussenring
45 tragende koaxiale Hülse
46, welche um die zentrische Durchgangsbohrung
43 angeordnet ist. Der Aussenring
45 dient, wie unten beschrieben, zum Ausstossen von abgefeuerten Kartuschen
3a bis
3d bei geöffnetem Deckelteil
7. D.h. die Kartuschen
3a bis
3d werden in eine Griffposition gebracht. Die Kartuschen
3a bis
3d haben einen kreiszylindrischen Aufbau, wobei der Kartuschenboden
47 einen Ring
49 mit einem gegenüber dem restlichen Kartuschenzylinder grösseren Durchmesser als Absatz
aufweist. An diesem Ring
49 bzw. Absatz greift der Aussenring
45 an.
[0042] Das andere Ende
41 der Stange
31 trifft auf einen in einer Scheibe
50 steckenden Bolzen
51, auf dessen anderes Ende
52 eine Druckfeder
53 wirkt. Scheibe
50 und Bolzen
51 bilden ein Spannelement
55 für die Schlagbolzen
19. Spannelement
55 und Druckfeder
53 sind Teile des Deckelteils
7.
[0043] Im Mantel der Hülse
46 des Ausstosselements
42 sind beidseits parallel zueinander zwei Längsschlitze
56a und
56b vorhanden, wie in
Figur 7 zu sehen ist. Diese Schlitze
56a und
56b wirken mit einem Schlitz
40 in der Stange
31 zusammen. Durch diese Schlitze
56a, 56b und
40 ist ein mit der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 verbundener Montagebolzen
59 gesteckt, der als Bewegungsanschlag für die Stange
31 wirkt.
[0044] In axialer Verlängerung der Schlitze
56a und
56b ist eine Durchgangsbohrung
60 durch das Ausstosserelement
42 und ein weiterer Längsschlitz
61 in der Stange
31 vorhanden, durch beides ist ein weiterer Bolzen
63 als Mitnehmer für das Ausstosserelement
42 gesteckt. Die Stange hat somit zwei Längsschlitze
40 und
61.
[0045] Der Deckelteil
7 ist mit einer gut in
Figur 4 sichtbaren Platte
64 abgedeckt. Die Platte
64 hat Durchgangslöcher
65a bis
65d für die Schlagbolzenstifte
19 und eine weitere Durchgangsbohrung
66 für das andere Ende
41 der Stange
31. Durch diese Durchgangsbohrung
66 hindurch wirkt das Stangenende
41 dann auf das der Druckfeder
53 abgewandte Ende
67 des Bolzens
51 des Spannelements
55. Der Durchmesser der Bohrung
66 ist derart bemessen, dass sowohl das Stangenende
41, wie auch das Bolzenende
67 hineinpassen.
[0046] Das Handabschussgerät 1 hat hier beispielsweise vier Kartuschen
3a bis
3d und benötigt somit auch vier Schlagbolzen
19. Die vier Schlagbolzen
19 sind Teil einer Auslöseeinheit, welche in den
Figuren 5, 6 und
7 sowie in
Figur 8 vergrössert zu sehen ist. In
Figur 8 sind in der vergrösserten Darstellung zwei der vier Schlagbolzen
19 zu sehen. Jeder Schlagbolzen
19 hat einen Aufschlagstift
69, der zum Auslösen der Treibladung der betreffenden Kartusche
3a bis
3d auf das Zündhütchen
17 geschleudert wird. Jeder Aufschlagstift
69 ist mittig auf einem Teller
70 angeordnet. In der gegenüberliegenden Mitte des Tellers
70 schliesst ein Führungsbolzen
71 an, der in einer Bohrung
73 im Deckelteil
7 geführt ist. Auf dem Teller
70 sitzt eine Druckfeder
74, durch die der dem Teller
70 benachbarte untere Teil des Führungsbolzens
71 hindurch greift. Die Druckfeder
74 ist in
Figur 8 im gespannten Zustand dargestellt. Der anschliessende obere Teil des Führungsbolzens
71 hat eine Rastnut
75 und eine durch einen nicht bearbeiteten Mantelteil
76 des Führungsbolzens
71 getrennte Mantelabfräsung
77. In die Rastnut
75 greift eine quer zur Achse des Führungsbolzens
71 (= Geräteachse) bewegbare Rastklinke
79 ein, die durch eine Kugel
81 des Auslösemechanismus ausklinkbar ist. Das "Spannen" aller (hier vier) Schlagbolzen
19 zusammen wird durch Eindrücken des Ladeelements
27, wobei dann die Scheibe
50 auf den Tellern
70 aufliegt
(Fig. 6), vorgenommen. Es wird soweit eingedrückt bis die Rastklinke
79 in die Rastnut
75 einfällt.
[0047] Die Kugel
81 sitzt in einer Vertiefung der Schalteinheit
82 des Auslösemechanismus. Die Schalteinheit
82 ist zylindrisch ausgebildet. Auf der in
Figur 8 rechten Seite hat die Schalteinheit
82 einen zentrischen Nippel
83, auf dem das mit dem Daumen
22 zu bedienende Auslöseelement
21 aufgeschnappt ist. Damit das Auslöseelement
21 auf den Nippel
83 aufschnappbar ist, hat es einen einen Hohlraum
85 aufweisenden Stutzen
86, dessen Öffnung nach innen mit einem verengten Öffnungsrand
87 versehen ist. Zwischen dem Öffnungsgrund
89 und der Nippelstirnseite
90 liegt eine Kugel
91. Die Kugel
91 dient als reibungsverminderndes Element in Analogie zu einer Kugellagerkugel zwischen
einer unten beschriebenen Rotationsbewegung der Schalteinheit
82, d.h. deren Nippel
83 und dem Auslöseelement
21, welches beim Auslösen nur eine axiale Bewegung ausführt, aber nicht rotieren soll,
was ansonsten zu einer unerwünschten Drehbewegung am Auslösedaumen führen würde.
[0048] Die Schalteinheit
82 ist also axial in einer zur Achse
95 des Deckelteils 7 koaxialen Bohrung
88 verschiebbar angeordnet. Der dem Spannelement
55 benachbarte Bereich
84 der Schalteinheit
82 hat eine in sich geschlossene, umlaufende, sägezahnartige Führungsnut
92, in die ein festsitzender Bolzen
88 als "Steuerstift" greift. Die Führungsnut
92 und der Bolzen
84 sind in
Figur 7 erkennbar. Der Bereich
84 hat eine koaxiale, in
Figur 8 nach links offenen Innensackbohrung
93, in der eine durch die Druckfeder
53 belastete weitere Kugel
94 liegt, welche auf das Bolzenende
52 des Spannelements
55 drückt.
[0049] Das Auslösen eines Schlagbolzens
19 wird anhand der
Figuren 7 und
8 erklärt. Mit dem Daumen
22 bei mit dem Zeigefinger derselben Hand in Richtung S eingedrücktem, unten erklärten
Bedienelement
99 einer Sicherungseinheit
100, deren hakenförmiger Hebel den Innenrand
103 des Auslöseelements
21 frei gibt, wird das Auslöseelement
21 in Pfeilrichtung E eingedrückt. Beim Eindrücken des Auslöseelements
21 wird dieses gegen die Kraft der Druckfeder 53 die Schalteinheit
82 in
Figur 8 nach links bewegt. Hierbei gleitet der Bolzen
84 an der Schräge
104 der Führungsnut
92 unter einer Teilrotation der Schalteinheit
82 bis zu deren Endpunkt entlang. Durch das Entlanggleiten an der Schräge
104 erfolgt ein Verschieben der Schalteinheit
82 und der deren Rotation hier um etwa 90° (da vier Kartuschen Nacheinander auslösbar
sind).
[0050] Beim Einschieben und Verdrehen bewegt die Kugel
81 einen die Rastklinke
79 tragenden Bolzen
97 quer zur Achse
95 des Handabschussgerätes 1 radial nach aussen, hier nach oben. Hierdurch wird die
Rastklinke
79 aus ihrer Rastnut
75 gedrückt und der Aufschlagstift
69 des Schlagbolzens
19 wird durch die gespannte, auf seinen Teller
70 drückende Feder
74 durch das Durchgangsloch
65d hindurch auf das Zündhütchen
17 der Kartusche
3d geschleudert, worauf deren Treibsatz zündet.
[0051] Das Auslöseelement
21 kann zur Auslösung nur eingedrückt werden, wenn gleichzeitig mit einem Finger der
das Handabschussgerät 1 umgreifenden Hand
5 ein Klinkenelement als Sicherungseinheit
100 eingedrückt wird. Das Klinkenelement ist ein erster Hebelarm
99 der als zweiarmigen Hebel ausgebildeten Sicherungseinheit
100, wobei, wie in
Figur 7 dargestellt, der erste einzudrückende Hebelarm
99 mit einer Druckfeder 101 belastet ist, und der zweite, andere Hebelarm
102 eine unter den Innenrand
103 des Auslöseelements
21 greifende Klinke
105 hat. Wird nun der erste Hebelarm
99 gegen die Kraft der Feder
101 eingedrückt, so wird die Klinke
105 angehoben und das Auslöseelement
21 zum Eindrücken freigegeben.
[0052] Wie bereits eingangs erwähnt, ist ein "Abfeuern" der einzelnen Kartuschen nur nacheinander
möglich. Das Umschalten von einer Kartusche zur anderen erfolgt mit der Schalteinheit
82. Da hier vier Kartuschen
3a - 3d sequentiell anschliessbar sind, wurde eine Viertelumdrehung gewählt. Wird eine andere
Kartuschenanzahl verwendet, ist ein entsprechender Verdrehwinkel zu wählen (Verdrehwinkel
= 360° dividiert durch die Anzahl Kartuschen). Beim erneuten Eindrücken des Auslöseelements
21 erfolgt dann eine Weiterdrehung des Ausdrückelements zum nächsten Halteelement eines
der Schlagbolzen.
[0053] Wie bereits oben angetönt, kann der Deckelteil
7 von der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 zum Auswechseln der Kartuschen
3a bis
3d, wie in
Figur 2 gezeigt, aufgeschwenkt werden. Das Aufschwenken erfolgt um die Schwenkgelenkachse
109 herum. Zum Aufschwenken des Deckelteils
7 wird ein mit einer Feder
110 belasteter Schieber
111 am Mantel der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 parallel zur Achse
95 des Handabschussgerätes
1 in Richtung auf die Auslassdüsen
13a bis
13d hin verschoben. Für eine gute Griffigkeit hat der Schieber
111 eine geriffelte Oberfläche
112. Durch Zurückziehen des Schiebers
111 wird ein in einer Nut
113 des Deckelteils
7 eingreifender Nocken
114 freigegeben, worauf der Deckelteil 7 gegen die federnde Wirkung einer an der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 angeordneten Lasche
115 aufgeklappt werden kann. Die Lasche
115 ist somit im geschlossenen Zustand aktiv verriegelt und kann sich unter einer Rückstosswirkung
nicht öffnen. Die Verriegelung des Deckelteils
7 ist somit gut gesichert gewählt, damit beim Abfeuern der Kartuschen
3a bis
3d ein unbeabsichtigtes Aufklappen infolge eines Rückstosses beim Abschuss nicht erfolgt.
Eine Verletzung des Benutzers durch ein plötzliches Aufspringen des Deckelteils
7 oder Abklappen der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 ist beim Abschiessen verhindert.
[0054] Eine sichere rückstossfeste Verriegelung der Lasche
115 muss nicht zwingend durch ein separates Verriegelungselement erfolgen. Es kann auch
durch eine abgestimmte Geometrie von Lasche und deren Widerlager erreicht werden.
[0055] Wie in den
Figuren 6 und
8 zu sehen und bereits oben erwähnt ist, haben die Kartuschen
3a bis
3d einen gegenüber ihrem Wirkstoffspeicher verbreiterten Bodenring
49. In diesen Ring
49 greift ein am Ausstosselement
42 angeordneter Aussenring
45. Wird nun bei weggeklapptem Deckelteil
7 das Ladeelement
27 z.B. durch Bewegen des geöffneten Abschussgerätes 1 in Pfeilrichtung
A gegen eine Wand
28 eingedrückt
(Fig.2), so werden die Kartuschen
3a bis
3d aus der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 in Pfeilrichtung
R soweit herausgeschoben, dass sie gut zum Auswechseln greifbar sind. Die neuen, noch
nicht abgeschossenen Kartuschen
3a bis
3d können problemlos am Ausstosselement
42 vorbei eingeschoben werden, schliesslich ist der Durchmesser des Wirkstoffspeichers
kleiner als der des Bodenringes
49. Wird der Deckelteil
7 geschlossen, so befindet sich das Ladeelement
27 in der in
Figur 5 gezeigten Lage in einem Abstand
a1 von der Vorderseite
25 des Handabschussgerätes
1 entfernt. Zum Spannen ämtlicher Schlagbolzen
19 wird der Abstand dann, wie in
Figur 6 zu sehen ist, auf
a2 verringert.
[0056] Wie bereits in der Einleitung ausgeführt, hat der Wirkstoff
14 eine stark reizende Wirkung. Damit eine Reizung beim Auswechseln der Kartuschen
3a bis
3d möglichst nicht auftritt, ist der Kopfbereich
125 der Kartuschen
3a bis
3d gegenüber der Wandung des Aufnahmeraums
3 in der Kartuschenaufnahmeeinheit
11 mit einem Dichtring
127 als Abdichtmittel abgedichtet.
[0057] Anstatt das Auslöseelement
21 gegen Eindrücken zu sichern, kann auch der Schlagbolzen bzw. die Schlagbolzeneinheit
gegen eine Auslösung gesichert werden. Die Kartuschen und die Aufnahmeräume sind hier
kreiszylindrisch ausgebildet dargestellt. Anstelle der kreiszylindrischen Form können
selbstverständlich andere Formen mit beispielsweise einem vieleckigen Querschnitt
verwendet werden. Man sollte aber auch hier darauf achten, dass eine sich zu den Düsen
hin verjüngende Kontur gewählt wird, damit die Kartuschen nach dem Abfeuern leichter
ausgezogen werden können.
[0058] Deckelteil
7 und Kartuschenaufnahmeeinheit
11 müssen nicht um die Achse
109 auf- und zuklappbar ausgebildet sein. Es können beide Einheiten
7 und
11 auch voneinander entfernbar und dann wieder aufsetzbar oder ineinander schiebbar
ausgebildet sein. Die Verbindung muss lediglich derart ausgebildet sein, dass die
Kartuschen ausgetauscht werden können und eine sichere Verbindung während des "Abfeuerns"
gewährleistet ist.
[0059] Die in den
Figuren 10 bis
12 dargestellte Kartusche
3 hat eine Hülse
130 aus Metall (Aluminium, Messing, Kupfer, Stahl, ...) oder Kunststoff. Das Hülsenende
ist mit dem Treibsatz
132, auf den der Zündsatz (Zündhütchen)
17 unmittelbar wirkt, abgeschlossen (
Fig. 13)
. Treibsatz und Zündsatz bilden ein einziges Teil, nachfolgend als Treibmittelkartusche
128a bzw.
128b bezeichnet. Die Treibmittelkartusche
128a ist in
Figur 11 und die Treibmittelkartusche
128b in
Figur 13 dargestellt. Beide Treibstoffkartuschen
128a und
128b sind in ihren wesentlichen Merkmalen identisch. Die Treibstoffkartusche
128a hat eine gewölbte Vorderseite
136a und die Treibstoffkartusche
128b als Variante eine plane Vorderseite
136b. Beide Vorderseiten
136a und
136b haben Kerblinien
137. Die Treibmittelkartusche
128a/b ist in die Hülse
130 eingebördelt. Vor dem Treibsatz
132 sitzt der Treibspiegel
119. Der Treibspiegel
119 ist hülsenartig derart ausgebildet, dass sich ein Freiraum
131 zwischen dem dem Zündsatz
17 abgewandten Vorderteil
136a/b der Treibmittelkartusche
128a/b und dem Bodenteil
133 des Treibspiegels
119 bildet. Der Treibspiegel
119 ist gegenüber der Innenwand der Hülse
130 mit einem Dichtring
134 abgedichtet. Um ein einwandfreies Aufreissen der Hülse 130 zu erreichen, wie in
Figur 9 ersichtlich, hat deren als Berstscheibe
121 ausgebildeter Bodenteil die in
Figur 12 erkennbaren Kerblinien
135.
[0060] Die Treibmittelkartusche
128a/b ist diffusiondicht vorzugsweise als fliessgepresste Metallhülse ausgebildet, welche
gegen die Flüssigkeitsspeicher durch die Vorderseite
136a/b vollkommen diffusionsdicht abgeschlossen ist. Die Vorderseite
136a/b, welche in der Variante
136b eine ebene Metallscheibe ist, wird dann bei der Zündung des Treibladungspulvers
139 von den entstehenden heissgespannten Gasen derart zerrissen, dass die durch die Kerblinien
137 getrennten Vorderflächenteile blumenartig in den Freiraum
131 aufplatzen. Der Druck gelangt in den Freiraum
131 und treibt den Treibspiegel
119 in den Wirkstoffspeicherraum
141, worauf dann die Hülse
130 an ihrem Kopfteil aufreisst.
[0061] Aufgrund des oben geschilderten Kartuschenaufbaus, insbesondere für einen flüssigen
Wirkstoff, erfolgt auch über lange Zeiträume kein Eindiffundieren eines Flüssigkeitsdampfes
in das Treibladungspulver, was dessen Wirkung stark reduzieren bzw. das Treibladungspulver
unbrauchbar machen könnte. Der Dichtring
134 ergibt keine ausreichende Abdichtung. Der Dichtring
134 verhindert zwar kein Eindringen von Wirkstoffdampf in den Freiraum
131; Wirkstoffflüssigkeit dringt jedoch nicht ein. Es ist somit ein einwandfreies "blumenartiges"
Aufreissen der Vorderseite
136a/b gegeben.
[0062] Die hier beschriebene Kartusche mit einem "diffusionsdichten" Treib-/Zündsatz ist
nicht auf einen Einsatz bei den oben beschriebenen Abschussgeräten beschränkt; sie
ist überall dort einsetzbar, wo "abzufeuernde" fluidische Wirkstoff verwendet werden.
[0063] Figur 14 zeigt einen Längsschnitt in vergrösserter Darstellung durch den vorderen Teil eines
Abschussgerätes, wobei zwei hier lediglich der Anschaulichkeit wegen, nebeneinander,
unterschiedlich ausgebildete Anordnungen der Düse und deren Düsenvorraum dargestellt
sind. Eine derartige Anordnung könnte man zwar herstellen, um unterschiedliche Strahlkonfigurationen
des auszuschleudernden Wirkstoffes in einem Abschussgerät zu erhalten, würde aber
die Herstellung des Abschussgerätes verteuern. Die im oberen Figurenbereich dargestellte
Anordnung entspricht derjenigen in den
Figuren 6 und
9 mit einer Düse
13d. Zwischen Düseneingang und der Vorderfläche 143 der Kartuschenhülse
130 ist der gut sichtbare Düsenvorraum
123 sowie ein bedeutend kleinerer Toleranzraum
145 angeordnet. Der Toleranzraum
145 dient dazu, Fertigungstoleranzen sowie thermische Ausdehnungstoleranzen der Kartuschenhülse
130 und des Kartuschenaufnahmeraums
11 auszugleichen. Der Kartuschenkopfbereich
125 ist, wie bereits oben erläutert, mit dem Dichtring
127 abgedichtet. Die für die Strahlformung wesentlichen Teile sind insbesondere die vier
Düsenkanäle
146, von denen in
Figur 14 zwei sichtbar sind. Um ein "Herauskriechen" (Lecken) von eventuell mit den letzten
Treibgasresten nicht vollständig ausgetriebenen Wirkstoffresten oder Wirkstoffresten,
welche an Düsenteilen haften geblieben sind, zu verhindern, ist ein Auffangringraum
147 am Düsenausgang vorhanden. An den Auffangringraum
147 schliesst sich nach aussen ein Düsenabschlussraum 149 an. Der Querschnitt des Düsenabschlussraumes
149 sowie des Auffangringraumes
147 ist kreiszylindrisch, wobei der Durchmesser des Auffangringraumes
147 grösser ist als derjenige des Düsenabschlussraumes
149. Der Durchmesser des Düsenabschlussraumes
149 ist so gross, dass keine Beeinträchtigung des auszuschleudernden Wirkstoffstrahles
150 gegeben ist.
[0064] Die Form des Düsenvorraumes kann auch derart strömungsgünstig gewählt werden, dass
sich wenigstens beim "Abfeuern" der Rückstaudruck soweit vermindern lässt, dass kein
Wirkstoffrückflüss erfolgen kann. Eine derartige beispielsweise Ausgestaltung zeigt
der untere Figurenbereich in
Figur 14. Hier ist ein Düsenvorraum
153 trichterförmig geformt. Die trichterartige Ausbildung geht in das Trichterrohr
154 über, welches zur Strahlformung dient. Der Düsenvorraum
153 kann als Verlängerung des Kartuschenaufnahmeraums, hier mit
155 gekennzeichnet, angesehen werden. Auch hier ist ein Auffangringraum
56 vorhanden, an den einen Düsenabschlussraum
157 anschliesst. Betreffend Abmessungen gilt analoges wie zum Auffangringraum
147 und zum Düsenabschlussraum
153. Wegen einer einfacheren und preisgünstigeren mechanischen Herstellung ist der Düsenvorraum
153 als gerader Kegelstumpf ausgebildet. Zur besseren Strahlformung kann jedoch auch
eine andere Kegelmantelkontur, wie beispielsweise mit einer exponentiell verlaufenden
Mantellinie, gewählt werden. Bei der hier dargestellten Variante kann auf eine Abdichtung
mit z. B. einem Dichtring
127 verzichtet werden. Es ist dann allerdings Sorge zu tragen, dass beim "Abfeuern" durch
eine grösstenteils elastische Ausdehnung des Kartuschenkopfes ein fluiddichtes Anpressen
an die Wand des Kartuschenaufnahmeraums
155 erfolgt. Damit diese Ausdehnung ausreichend erfolgt, könnte die Wandstärke der Kartuschenhülse
130 im Bereich des Kartuschenkopfes mit entsprechender Toleranzauswahl reduziert werden.
[0065] In das Abschussgerät kann ein sogenannter Ziellaser integriert werden, indem dieser
anstelle einer Kartusche in den betreffenden Kartuschenaufnahmeraum eingesetzt wird.
Diese "Ziellaserkartusche" hat dann eine Batterie oder einen wieder aufladbaren Akkumulator,
einen Laser als Strahlungsquelle und sofern notwendig eine optische Strahlformungseinheit.
Der Ort des austretenden Laserstrahls ist derart gewählt, dass er durch einen der
Düsenkanäle austreten kann. Das Anschalten des Laserstrahls kann bereits bei einem
teilweisen Eindrücken des Auslöseelements
21 durch einen entsprechend angebrachten elektrischen Kontakt erfolgen. Es kann aber
auch ein separater Schalter am Mantel des Abschussgerätes vorgesehen werden.
[0066] Das oben beschriebene Abschussgerät kann nun je nach verwendetem Wirkstoff als Handabschussgerät
zur Selbstverteidigung oder auch als Brandschutzgerät verwendet werden.
1. Firing device (1) having a cartridge-accommodating unit (11) in which a plurality
of cartridges (3a - 3d) each with a cartridge propellant (15, 132) are each arranged
in an accommodating chamber (9), having a fluidic and/or pulverulent active substance
(14), which can be discharged with the triggered propellant (15, 132), in each cartridge
(3a - 3d) as the means to be ejected, and having triggering units for the cartridges
(3a - 3d), with a triggering element (21) for activating the cartridges (3a - 3d)
sequentially, characterized by an outlet nozzle (13a - 13d) which matches the respective cartridge (3a - 3d) and
through which, following ignition of the propellant (15, 132) and rupturing of the
front part of the cartridge head, the active substance (14) stored in the respective
cartridge (3a - 3d) is ejected, by a nozzle antechamber which is arranged, as a free
space (123), in front of each part of the nozzle (13a - 13d) which determines the
spray pattern, and by a cover part (7) which closes off a rear part of the firing
device (1), contains the triggering units and in relation to which the cartridge-accommodating
unit (11) can be swung away, pivoted open and/or removed in order to exchange the
cartridges (3a - 3d), the cartridge-accommodating unit (11) and the head region of
each cartridge are sealed in a fluid-tight manner in relation to one another by a
sealant, or the cartridge-accommodating unit (11) and the head region of each cartridge
are formed geometrically with a tolerance in order, at least in the event of firing,
to achieve expansion of an outer contour of the relevant cartridge in the head region
of the latter in the case of which the head region of each cartridge seals in a fluid-tight
manner in relation to the wall of the accommodating chamber or the nozzle antechamber,
and therefore, during firing, it is not possible for any active substance to be forced
rearwards away from the nozzle in the direction of the propellant.
2. Firing device (1) according to Claim 1 having a cartridge-accommodating unit (11)
in which a plurality of cartridges (3a - 3d) each with a propellant (132) are each
arranged in an accommodating chamber (9), having a fluidic and/or pulverulent active
substance (14), which can be discharged with the triggered propellant (132), in each
cartridge (3a - 3d) as the means to be ejected, and having triggering units for the
cartridges (3a - 3d), for activating the cartridges (3a - 3d) sequentially, characterized by a cover part (7) which closes off a rear part of the firing device (1), is designed
such that it can be swung away, pivoted open and/or removed from the cartridge-accommodating
unit (11) in order to exchange the cartridges (3a - 3d) and in which the triggering
units are arranged, by an outer contour which, in the operating state, is bar-like
and can be held in the fist with the arm angled upwards, and by a single triggering
element (21) which is arranged on the rear outer contour on the end side of the cover
part (7), can preferably be operated by the thumb (22) and can activate the triggering
units sequentially.
3. Firing device (1) according to Claim 1 or 2, characterized in that each accommodating chamber (9) widens conically in the direction of the cover part
(7) in order to make it easier for the cartridges (3a - 3d) to be exchanged, and preferably
the cover part (7) and the cartridge-accommodating unit (11) are designed such that
they can be swung open and closed in relation to one another in order for cartridges
to be changed.
4. Firing device according to one of Claims 1 to 3, characterized in that each accommodating chamber (9) is closed off by an outlet nozzle (13a - 13d) which
matches the respective cartridge (3a - 3d), and arranged in front of each part of
the nozzle (13a - 13d) which determines the spray pattern is a free space (123) into
which, in the event of firing, the head region (125) of the cartridge (3a - 3d) opens
satisfactorily.
5. Firing device (1) according to one of Claims 1 to 4, characterized by a charging unit for arming the triggering unit, it being the case that the charging
unit only allows arming when the cover part (7) is closed, and the charging unit has
a charging element (27) which can be operated in particular from the front end side
(25) of the cartridge-accommodating unit (11), preferably the cartridges (3a - 3d)
are arranged co-axially in relation to a longitudinal axis (95) of the firing device
(1), at radial spacings which, with the exception of a tolerance, are equal, and in
particular the longitudinal axis of the charging element (27), with the exception
of a tolerance, coincides with the longitudinal axis (95) of the firing device (1).
6. Firing device (1) according to Claim 5, characterized in that each cartridge (3a - 3d) on its lateral surface, preferably in the bottom region
accommodating the propellant, has a latching element (49) and the charging unit has
a spring-mounted rod (31) with a mating latching element (45) matching the latching
element (49), it being the case that, when the charging element (27) is pressed in,
the two latching elements (45, 49) interact and with the cover part (7) swung open,
by virtue of the charging element (27) being pushed in further, the cartridges (3a
- 3d) can be brought into an engaging position as a result of the continuing interaction.
7. Firing device (1) according to one of Claims 1 to 6, characterized by just a single securing unit (100) with a securing element (102) and an operating
element (99), which acts to secure all the cartridges (3a - 3d) against undesired
triggering, it being the case that the operating element (99) is arranged in the lateral
surface in the rear sub-region of the firing device and the operating element (99)
can be operated using a finger (22) of the hand (5) holding the firing device (1),
and that the operating direction (S) of the operating element (99) and the triggering
direction (E) of the triggering element (21) are located perpendicularly to one another
in order to prevent unintended triggering even if the firing device (1) should fall,
and a propellant (15) can be triggered only when the operating and triggering elements
(99, 21) are operated together using two fingers.
8. Firing device (1) according to Claim 7, characterized in that the securing element (102) uses a movement-blocking means to secure the triggering
element (21) against being pressed in.
9. Firing device according to one of Claims 1 to 8, characterized by a unit by means of which the cartridges (3a - 3d) located in the cartridge-accommodating
unit (11) are locked via the cover part (7) such that it is not possible for the cover
part (7) to be opened by the recoil when a respective cartridge (3a - 3d) is fired.