[0001] Die Erfindung betrifft ein Etikett mit erhöhter Fälschungssichefieit aus einer Lackschicht,
insbesondere aus duroplastischem Lack zur Laserbeschriftung.
[0002] Zur Kennzeichnung von Teilen an Fahrzeugen, Maschinen, elektrischen und elektronischen
Geräten finden zunehmend technische Etiketten Verwendung, so als Typenschilder, als
Steueretiketten für Prozeßabläufe sowie als Garantie- und Prüfplaketten.
[0003] Vielfach beinhalten diese Anwendungen inhärent die Anforderung nach einem mehr oder
minder ausgeprägten Maß an Fälschungssichefieit. Diese Fälschungssicherheit gilt vordergründig
für den Zeitraum der Anbringung und die gesamte Nutzungsdauer auf dem zu kennzeichnenden
Teil. Eine Entfernung oder Manipulation soll nur unter Zerstörung oder sichtbarer,
irreversibler Veränderung möglich sein.
Um die Fälschungssicherheit der Etiketten nochmals zu erhöhen, ist zunehmend an die
Etiketten selbst die Forderung gestellt worden, durch eine besondere Ausgestaltung
zur Sicherheit beizutragen.
In besonders sensitiven Anwendungsfeldem muß eine Sicherheitsstufe auch für die Herstellung
der Etiketten gelten. Eine zu leichte Beschaffung und Kennzeichnung derartiger Etiketten
sowie die Herstellung von Plagiaten würde Unbefugten die nicht autorisierte Verbreitung
von Artikeln ermöglichen.
[0004] Dieser zusätzlichen Fälschungssichefieit darf aber eine nachträgliche Identifizierung
des verklebten Etiketts auf Originalität durch eine schnelle, eindeutige, einfache
und zerstörungsfreie Methode nicht entgegenstehen.
[0005] Leistungsfähige steuerbare Laser zum Einbrennen von Markierungen wie Schriften, Codierungen
und dergleichen sind heute weit verbreitet. An das zu beschriftende Material werden
unter anderem folgende Anforderungen gestellt:
- Es soll schnell beschriftbar sein.
- Es soll ein hohes räumliches Auflösungsvermögen erreicht werden.
- Es soll in der Anwendung möglichst einfach sein.
- Die Zersetzungsprodukte sollen nicht korrosiv wirken.
[0006] Darüber hinaus werden für besondere Fälle weitere Anforderungen gestellt.
Die Zeichen sollen so kontrastreich sein, daß sie auch unter ungünstigen Bedingungen
über weiter Entfernungen fehlerfrei gelesen werden können.
Hohe Temperaturbeständigkeit soll gegeben sein, beispielsweise bis über 200 °C.
Gute Beständigkeit gegen Bewitterung, Wasser und Lösungsmittel ist erwünscht.
[0007] Bekannte, hierfür eingesetzte Materialien, wie bedrucktes Papier, eloxiertes Aluminium,
lackiertes Blech oder PVC-Folien, werden nicht allen diesen Anforderungen gerecht.
[0008] In der DE G 81 30 861 wird ein mehrschichtiges Etikett aus einer dünnen und einer
dicken selbsttragenden, deckend pigmentierten Lackschicht offenbart. Beide Schichten
bestehen aus einem elektronenstrahlgehärteten lösungsmittelfrei aufgetragenen Lack,
wobei die Schichtdicken unterschiedlich sind. Die Beschriftung des Etiketts erfolgt
dadurch, daß mit Hilfe eines Lasers die obere dünnere Lackschicht weggebrannt wird,
so daß die untere dickere Lackschicht sichtbar wird, wobei die untere Schicht bevorzugt
eine Kontrastfarbe zur ersteren aufweist.
Bei dieser Beschriftung handelt es sich um eine Art von Gravur, womit Manipulationsmöglichkeiten
wie bei traditionellen Bedruckungen mit Farben und Tinten entfallen. Das Etikett ist
durch die eingesetzten Rohstoffe und den Herstellungsprozeß derart spröde eingestellt,
daß eine Entfernung desselben von den Haftuntergründen nur unter Zerstörung möglich
ist.
[0009] Derartige Laseretiketten werden besonders für eine rationelle und variable Beschriftung
zur Herstellung von Schildersätzen eingesetzt. Diese Schildersätze enthalten die komplette
Anzahl der Etiketten, die zum Beispiel in einem Kraftfahrzeug an kennzeichnungspflichtigen
Bauteilen erforderlich sind (VIN-Schild, Schilder über Reifendruck, Kofferraumbeladung,
Kenndaten für Motoren und Aggregate u.a.).
[0010] In der EP 0 645 747 A wird ein laserbeschriftbares mehrschichtiges Etikettenmaterial
gezeigt, das sich aus einer ersten Schicht, einer zweiten, von der ersten Schicht
optische differierenden Schicht zusammensetzt, wobei die erste Schicht mittels Laserstrahlung
entsprechend einem gewünschten Schrift- oder Druckbild unter Sichtbarmachung der Oberfläche
der zweiten Schicht entfernbar ist. Zwischen den Schichten ist weiterhin eine eine
Trägerschicht bildende transparente Kunststoffolie angeordnet
[0011] Die DE 44 21 865 A1 zeigt ein Einschichtlaseretikett aus einer Trägerschicht aus
Kunststoff, die ein Additiv enthält, das unter Laserbestrahlung einen Farbumschlag
zeigt
Die Trägerschicht ist einseitig mit einer Selbstklebemasse beschichtet, welche gegebenenfalls
mit einem Trennpapier oder einer Trennfolie abgedeckt ist.
[0012] Bei allen oben dargelegten Etiketten besteht nach dem Aufbringen auf ein Gegenstand
eine hohe Fälschungssicherheit, denn die Etiketten lassen sich nur mit technisch ausgefeilten,
somit teuren und somit nicht jedem zugänglichen Lasern beschriften, so daß die Ausrüstung,
um damit die genannten Etiketten kopieren oder verändern zu können, zumindest in der
Vergangenheit zumeist teurer war als das interessierende Produkt. Weiterhin bewirkt
die hohe Sprödigkeit des Materials bei Manipulations- und Entfemungsversuchen eine
Zerstörung des Etiketts.
[0013] Mit dem technischen Fortschritt sind derartige Laser allerdings immer günstiger geworden,
so daß die Anschaffung dieser insbesondere bei größeren Produkten wie beispielsweise
Kraftfahrzeugen, die u.a. im Motorenraum zur Kennzeichnung mit einem derartigen Etikett
versehen sind, in einer wachsenden Zahl von Fällen lohnte.
Dann wird die Herstellung von nicht autorisierten Plagiaten durch die leichte und
frei zugängliche Beschaffung von Laseretikettenvormaterial und zwischenzeitig weite
Verbreitung von Laserbeschriftungsanlagen wesentlich vereinfacht.
[0014] Eine sehr bedeutende Rolle spielen Etiketten im Automobilbau, denn die Markierung
von Fahrzeugen, Fahrzeugteilen und sonstigen Originalbauteilen insbesondere in der
Automobilindustrie ist aufgrund der Notwendigkeit der Herkunftsnachweispflicht und
der Rückverfolgbarkeit ein gegebenes Erfordernis des Marktes.
[0015] Lange Zeit war es Stand der Technik, zu diesem Zweck die bereits erwähnten geprägten
Metallschilder einzusetzen, welche mit Hilfe von Nieten an dem entsprechenden Bauteil
befestigt wurden. Diese Technologie hat neben großen Prozeßkostennachteilen, Defiziten
in der Flexibilität und dem logistischen Aufwand auch den momentan im Fokus stehenden
Nachteil, daß diese genieteten Metallschilder ohne großen Aufwand abgelöst und durch
lmitate ersetzt werden können.
[0016] Als Resultat dieser Prinzipnachteile hat die Laseretikett-Technologie gerade in der
Automobilindustrie weite Verbreitung gefunden.
[0017] In punkto
"Fälschungssicherheit" bietet die Laserfolie, wie sie aus der DE G 81 30 861 bekannt
und beispielsweise als tesa 6930 ® von der Firma Beiersdorf erhältlich ist, wie bereits
dargelegt, aufgrund ihres sehr spröden Produktaufbaus beste Voraussetzungen, eventuelle
Manipulationsversuche zu dokumentieren und somit zu vereiteln.
Das laserbeschriftete Etikett ist nur unter sehr hohem Aufwand und bestimmten Voraussetzungen
zerstörungsfrei in einem Stück von seinem ursprünglichen Verklebungsuntergrund zu
entfernen.
Dieser Aufwand ist so hoch, daß das besagte Etikett alle gängigen Ablösbarkeitsprüfungen
der wichtigsten Prüfinstitutionen wie zum Beispiel "Prüfung von Fabrikschildern aus
Platten, Blechen und Folien sowie deren Befestigung durch Kleben" vom Kraftfahrtbundesamt
und "Marking und Labeling System Materials MH 18055" von Underwriters Laboratories
Inc. problemlos besteht.
[0018] Diese zertifizierte Fälschungssicherheit, welche immer in Relation zu dem zur Manipulation
notwendigen Aufwand zu sehen ist, muß sich zunehmend gewachsenen Ansprüchen hinsichtlich
"Originalitätssicherung" stellen. Dies bedeutet, daß mit Hilfe eines verklebten Laseretiketts
dokumentiert werden soll, daß es sich bei dem markierten Bauteil um ein Original handelt.
Da, wie eingangs bereits erwähnt, die Laser-Folie ebenso wie Laserbeschriftungsanlagen
am Markt frei erhältlich sind, besteht hier eine Möglichkeit für organisierte Kriminalität
in großem Umfang. Gestohlene Fahrzeuge können mit Hilfe der genannten Hardware und
der frei erhältlichen Laserfolie mit neuen Etiketten ausgerüstet werden, die von den
eigentlichen Originaletiketten kaum beziehungsweise gar nicht unterscheidbar sind.
[0019] Genau dies ist der Punkt, wo das erfindungsgemäße Lösungskonzept ansetzt und die
Möglichkeiten von Fälschungen und Plagiatverbreitung deutlich eingrenzt, wenn nicht
gar verhindert
Dies erfolgt, indem das im Automobil einzusetzende Etikett kundenspezifisch individualisiert
wird und exklusiv an den Kunden geliefert wird.
[0020] Diese Individualisierung muß zwei wichtige Kriterien erfüllen, nämlich
- es muß leicht und schnell identifizierbar sein und
- es darf nicht nachstellbar sein.
[0021] Mittels dieser beider Kriterien kann man gewährleisten, daß nur die autorisierte
Instanz, in diesem Falle der Automobilist, in der Lage ist, Bauteile als Originale
zu definieren und zu kennzeichnen.
[0022] Erste Lösungsversuche, das Trägermaterial des Etiketts zu individualisieren, sind
in der DE 199 04 823 A1 offenbart. Hier wird ein Verfahren zur Herstellung einer Folie
beschrieben, bei dem zunächst eine Stützträgerfolie mittels eines Prägewerkzeuges
geprägt wird, wobei das Prägewerkzeug holographische Strukturen aufweist. Anschließend
wird eine Folie auf der geprägten Stützträgerfolie erzeugt, so daß sich auf der Folie
zumindest ein Hologramm abzeichnet.
[0023] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Etikett zu schaffen, das der genannten Forderung
der verbesserten Fälschungssicherheit gerecht wird und dabei weiterhin insbesondere
hohen Kontrast, hohes Auflösungsvermögen, hohe Temperaturbeständigkeit und einfache
Anwendungsmöglichkeit aufweist.
[0024] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Etikett, wie es gemäß Anspruch 1 erhalten werden
kann. Gegenstand der Unteransprüche sind besonders vorteilhafte Ausführungsformen
des Etiketts.
[0025] Dementsprechend betrifft die Erfindung ein Etikett mit erhöhter Fälschungssicherheit
aus zumindest einer Lackschicht, erhältlich dadurch, daß auf einer bedruckten Stützträgerfolie
die Lackschicht bevorzugterweise lösungsmittelfrei aufgetragen und anschließend ausgehärtet
wird.
[0026] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Lackschicht selbsttragend und deckend
pigmentiert ist sowie wenn die Lackschicht elektronenstrahlgehärtet wird.
[0027] Weiterhin hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Stützträgerfolie eine Kunststoffolie
ist, insbesondere aus Polyester.
[0028] Die Bedruckung der Stützträgerfolie erfolgt insbesondere nach dem Flexodruckverfahren,
denn das UV-Flexodruckverfahren besitzt bezüglich der Gestaltung von Geometrien einen
sehr hohen Freiheitsgrad und kann besonders für bahnförmige Materialien von Papier
bis zur Folie bei möglichst niedrigen Preis eine gute Druckqualität erbringen. Bei
dieser Technologie ist es möglich, Linien Felder, Bilder, Logos, Schriften usw. in
unterschiedlicher Größe und Art vom Klischee auf das Drucksubstrat zu übertragen.
[0029] Hierbei sind die wichtigsten Einflußfaktoren für diesen Prozeß:
- Druckvorstufe (reprotechnisch Ausarbeitung des Druckklischees)
- Druckplatte
- Druckformataufbau
- Bedruckstoff
- Rasterwalze
- Druckfarbe
- Farbgebung
- Druckspannung
[0030] In der oben beschriebenen Anwendung des fälschungssicheren, laserbeschriftbaren Etiketts
werden vorzugsweise Logos und Schriften mit unterschiedlicher Komplexität von Automobilherstellem
gefordert werden; hierbei ist das UV-Flexodruckverfahren gut einsetzbar.
[0031] Dazu wird ein mit den Logos und Schriften versehenes Klischee mit Druckfarbe benetzt
und diese auf eine Kunststoffolie übergeben. Die Druckfarbe kann dann durch physikalische
Aktivierung (thermisch, strahlenchemisch) auf der Folie ausgehärtet werden. Hierzu
soll die Farbe eine hohe Verbundhaftung zum Foliensubstrat eingehen; dies ist für
die weitere Verarbeitung unabdingbar. Eine Druckverankerung ist vor der Weiterverarbeitung
zu prüfen. Dazu nutzt man den Gitterschnittest (DIN EN ISO 2409). Der Druck soll bei
dem Gitterschnittest mindestens eine Bewertung von Gt 02 erreichen.
[0032] Zur Erreichung einer hohen Verbundhaftung/Druckverankerung ist eine entsprechende
Auswahl beziehungsweise Rezeptierung der Druckfarbe in Abhängigkeit des Folienwerkstoffes
und/oder der Einsatz eines Vorbehandlungsverfahrens für die Druckfolie notwendig.
Vorzugsweise kann hier die Coronabehandlung gewählt werden, die Inline bei der Bedruckung
eingesetzt werden kann. Bei Verwendung einer PET-Folie sollte die Oberflächenspannung
auf > 50 mN/m eingestellt werden. Dies kann mit üblichen Teststinten gemessen werden.
[0033] Die UV-Härtung sollte je nach UV-Strahler eine prozentuale Leistungseinstellung zwischen
50% bis 100% besitzen, um eine ausreichende Flexibilität des Druckes für die weiterverarbeitenden
Prozesse zu gewährleisten.
[0034] Um später auf dem Laseretikett ein sichtbares und sensorisch fühlbares Abformergebnis
zu erreichen, sollte die Bedruckung eine Höhe von 0,1 µm bis 15 µm besitzen. Vorzugsweise
ist eine Höhe von 1 bis 5 µm zu wählen. Auch kann die Druckanmutung und ausprägung
durch den Verlauf der Druckpunkte variiert werden.
[0035] Zur Realisierung der Erfindung können auch die weiteren konventionellen Druckverfahren
eingesetzt werden, die als Hochdruckverfahren bekannt sind. Hierzu zählen Buch- und
Siebdruck.
[0036] Die Stützträgerfolie kann mit unterschiedlichsten Motiven bedruckt werden, zum Beispiel
Firmenlogos oder Werbung. Durch die Bedruckung der Stützträgerfolie entsteht ein Negativabdruck
auf der sichtbaren Oberfläche der ersten Lackschicht des erfindungsgemäßen Etiketts.
[0037] Besonders bevorzugt ist, wenn in der ersten Lackschicht die Abformung der bedruckten
Stützträgerfolie als Vertiefung von 0,1 bis 15 µm, vorzugsweise von 1 bis 5 µm vorliegt.
[0038] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besteht das Etikett aus einer
- a) Trägerschicht aus Kunststoff, die
- b) ein Additiv enthält, das unter Laser-Bestrahlung einen Farbumschlag zeigt, und
die
- c) einseitig mit einer Selbstklebemasse beschichtet ist, welche
- d) gegebenenfalls mit einem Trennpapier oder einer Trennfolie abgedeckt ist.
[0039] Die Trägerschicht besteht dabei aus einem Lack, insbesondere aus einem gehärteten
Lack, vorzugsweise einem strahlengehärteten Lack, insbesondere aus einem elektronenstrahlengehärteten
Polyurethanacrylat-Lack. In einer alternativen Ausführungsform ist die Trägerschicht
aus einem Polybutylenterephthalat
Die Trägerschicht weist vorzugsweise eine Dicke von 10 bis 200 µm, insbesondere von
50 bis 100 µm, auf.
Geeignete Trägerschichten bestehen weiterhin aus Kunststoffen wie Polyester, Poly-(Meth)acrylate,
Polycarbonat und Polyolefine sowie strahlenhärtbaren Systemen wie ungesättigte Polyester,
Epoxy-, Polyester- und Urethanacrylate, wie sie auch für UV-Druckfarben Anwendung
finden, insbesondere solchen aus einem Basispolymeren gemäß DE G 81 30 861, nämlich
aliphatischen Urethanacrylat-Oligomeren.
[0040] Das Additiv kann ein Pigment sein, insbesondere Kupferhydroxidphosphat oder Iriodin,
und zusätzlich zu dem Additiv Titandioxid verwendet werden.
Das Additiv kann eingesetzt werden.
[0041] Geeignete Additive sind insbesondere Farbpigmente und Metallsalze, vor allem Kupferhydroxidphosphat
oder auch Iriodin, ein Perlglanzpigment, wie es von der Firma Merck im Handel erhältlich
ist. Diese Additive werden dem Basispolymeren (wie z. B. in DE G 81 30 861 beschrieben)
insbesondere in der Größenordnung von einigen Promille bis maximal 10 Prozent, bevorzugt
in Mengen von 0,1 bis 10 Gew. -%, insbesondere von 0,5 bis 5 Gew. -% bezogen auf das
Gesamtgewicht der Trägerschicht, zugemischt. Nach Herstellung von flächigem Material
durch bekannte Verfahren wie Extrusion, Giessen, Beschichten etc. mit ggf. nachträglicher
strahlenchemischer Vernetzung werden derartige Folien mit Selbstklebemassen beschichtet,
die den späteren Einsatzzwecken anzupassen sind.
[0042] Eine Abdeckung mit silikonisiertem Trennpapier ergibt dann den typischen Aufbau für
Vormaterial, aus dem sich Etiketten fertigen lassen.
[0043] Bei Nutzung der Standardlaser, speziell der weitverbreiteten Nd-YAG-Festkörpenaser
mit einer Wellenlänge von 1,06 um, findet im Auftreffpunkt des Lasers auf die Materialoberfläche
eine Farbänderung oder ein Farbumschlag statt und es werden scharfe, kontrastreiche
Beschriftungen und Kennzeichnungen erhalten.
[0044] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird auf der ersten Lackschicht eine
zweite insbesondere selbsttragende, deckend pigmentierte Lackschicht vorzugsweise
lösungsmittelfrei aufgetragen, die anschließend insbesondere elektronenstrahlgehärtet
wird.
[0045] Als besonders vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn in der zweiten Lackschicht
ein Additiv zu mindestens 5 Gew.-%, bevorzugt 7 Gew.-%, enthalten ist, das fluoreszierend
oder phosphoreszierend ist oder das zur magnetischen oder elektrischen Kennzeichnung
geeignet ist.
[0046] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird auf der ersten Lackschicht oder
auf die der ersten Lackschicht gegenüberliegenden Seite der zweiten Lackschicht eine
Farbe mit einem fluoreszierenden oder phosphoreszierenden Additiv aufgedruckt.
[0047] Bei zwei- und mehrschichtigen Etiketten kann in die für die Schrift maßgebliche zweite
Lackschicht ein geeignetes Additiv eingearbeitet werden. Die erste Lackschicht selbst,
zum Beispiel für die hochglänzenden Typenschilder, bleibt somit unverändert, erst
bei der Lasergravur wird die zweite Lackschicht partiell an den Stellen der Beschriftung
freigelegt. Befinden sich in der hier beispielsweise weißen zweiten Lackschicht Farbpigmente,
Farbpartikel, farbige Fasern u.ä., so werden diese an den gravierten Stellen sichtbar.
[0048] Bei den farbgebenden Partikeln kann es sich um feine Farbpigmente handeln oder aber
auch bevorzugt um sichtbare Partikel in der Größenordnung von 0,1 bis 5 mm. Bei Verwendung
feingemahlener Farbpigmente wird eine leichte Farbtonveränderung der Schriftzüge erzeugt,
mit den sichtbaren Partikeln ein charakteristisches Farbmosaik. Bei Einsatz von Tageslichtleuchtfarben
ist ohne Hilfsmittel der "Fingerabdruck" zu erkennen, was häufig unerwünscht ist.
Bevorzugt werden deshalb Farbpigmente oder Partikel eingesetzt, die im Bereich des
sichtbaren Lichtes nicht absorbieren und somit im Normalfall unsichtbar sind - erst
bei Beleuchtung des Etikettes mit einer Lampe geeigneter Wellenlänge werden die Farbpigmente
angeregt und leuchten charakteristisch.
Neben durch IR-Strahlung angeregten Farbpigmenten kommen hauptsächlich UV-aktive Systeme
zum Einsatz. Prinzipiell geeignet sind auch Leuchtstoffe, die durch Elektronenstrahlen,
Röntgenstrahlen u.ä. angeregt werden sowie thermochrome Pigmente, die sich bei Temperaturänderung
reversibel umfärben - jedoch ist in diesen Fällen die Durchführung der Identifizierung
am verklebten Etikett in Praxis umständlich und aufwendiger als die Sichtbarmachung
mittels Licht geeigneter Wellenlänge.
[0049] Bei der Auswahl der Farbpigmente ist darauf zu achten, daß sie für den Herstellprozeß
der Etiketten (Folienherstellung, Kleberbeschichtung) ausreichend stabil sind und
sich nicht irreversibel bei den Prozeßbedingungen (gegebenenfalls thermische Trocknung,
Elektronenstrahl- oder UV-Härtung u.ä.) verändern. Vorteilhaft für Daueranwendungen
der Etiketten ist, daß diese meist empfindlichen Leuchtstoffe in einer Polymermatrix
eingebettet und durch die Deckschicht zusätzlich geschützt sind. Weitergehende Maßnahmen
gegen mechanischen Abrieb sowie Schutz vor direkten Sauerstoff und Wasserkontakt sind
nicht notwendig.
[0050] Für die erfindungsgemäße Anwendung können unterschiedliche Farbpigmente und - stoffe
zum Einsatz kommen. Am weitesten verbreitet sind langnachleuchtende (phosphoreszierende)
oder fluoreszierende Pigmente, die nur oder überwiegend durch UV-Strahlung angeregt
werden und im sichtbaren Bereich des Spektrums emittieren (als Übersicht siehe zum
Beispiel Ullmann's Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, 1979, Verlag Chemie).
Bekannt sind aber auch IR-aktive Leuchtpigmente. Beispiele für Systeme mit UV-Fluoreszenz
sind Xanthene, Cumarine, Naphthalimide usw., die teilweise unter dem Oberbegriff
"organische Leuchtstoffe" oder "optische Aufheller" in der Literatur geführt werden.
Die Zugabe von einigen Prozenten der betreffenden Leuchtstoffe ist ausreichend, wobei
besonders die Einbindung in eine feste Polymermatrix günstig ist in Bezug auf Leuchtkraft
und Stabilität. Eingesetzt werden können beispielsweise Rezepturen mit RADGLO®-Pigmenten
der Firma Radiant Color N.V./Holland oder Lumilux ® CDPigmente von Firma Riedel-de-Haen.
Auch anorganische Leuchtstoffe sind geeignet; als langnachleuchtende Stoffe, besonders
mit Emission von Licht im gelben Bereich, haben sich Metallsulfide und -oxide, meist
in Verbindung mit geeigneten Aktivatoren, als günstig erwiesen. Diese sind beispielsweise
unter dem Handelsnamen Lumilux ® N oder als bezüglich Stabilität, Leuchtkraft und
Nachleuchtdauer verbesserte Leuchtpigmente unter dem Handelsnamen LumiNova ® von Firma
Nemoto/Japan erhältlich.
[0051] Diese exemplarisch aufgeführten Farbstoffe/-pigmente werden in die Rezeptur der zweiten
Lackschicht in Mengen von 0,1 bis 50 Gew.-%, bevorzugt mit 1 bis 25 Gew.-%, ganz besonders
bevorzugt zu 7 Gew.-%, eingearbeitet und beschichtet. Nach der abschließenden Kleberbeschichtung
der zweiten Lackschicht und gegebenenfalls Eindeckung mit Trennpapier oder Trennfolie
liegt das Etikettenvormaterial für die kundenspezifische Nutzung vor.
Nach Stanzen/Laserschneiden der gewünschten Etikettengeometrien sowie der abschließenden
Beschriftung mittels Laserstrahl mit Schriftzügen, Barcodes, Logos etc. liegt das
Etikett in seiner Endform vor. Bei Inkorporation von zum Beispiel langnachleuchtenden
Pigmenten in die Lackschicht weist das Etikett nach entsprechender Anregung der Leuchtpigmente
ein charakteristisches Nachleuchten im Bereich der Laserbeschriftung und an den Rändern
auf, was eine leichte und schnelle Identifizierung als Originaletikett erlaubt. Außer
der speziellen Lichtquelle und gegebenenfalls einem Sichtschutz gegen störendes Umgebungslicht
ist kein weiteres aufwendiges Equipment notwendig - nach der Prüfung verbleibt das
Etikett unverändert zurück.
[0052] Derartige Etiketten, die in der zweiten Lackschicht Leuchtstoffe, speziell die nur
nach UV-oder IR-Anregung im sichtbaren Wellenlängenbereich emittierenden, enthalten,
eignen sich auch für eine paßgenaue Fertigung (Bedrucken, Stanzen, Applizieren etc.).
Anstelle von gesondert aufzubringende Druck- oder Steuermarkierungen kann bei der
Verarbeitung die Lichtemission der Lackschicht dafür genutzt werden: insbesondere
nach dem Beschriften und Schneiden der Etiketten mittels Laserstrahl aus ungestanztem
Rollenmaterial kann in einer nachgeschalteten Steuereinheit an einer definierten Stelle
des Etiketts die Anregung und Emission mit geeignetem Equipment als Steuermarke für
weitere Verarbeitungsschritte beziehungsweise für die Herstellung des nächsten Etiketts
genutzt werden.
[0053] Eine Alternative zur Verwendung von Leuchtstoffen ist der Einbau von Substanzen in
die zweite Lackschicht, die sich magnetisch oder elektrisch detektieren lassen. Magnetfeldänderungen
wie bei Alarmetiketten für zum Beispiel Kleidungsstücke sind prinzipiell möglich,
jedoch für die Anwendungsfelder (Kennzeichnung von Maschinen- und Autoteilen überwiegend
aus Metall) nicht prädestiniert.
Dagegen bietet sich als verdeckte Sicherheitsstufe an, in die zweite Lackschicht Substanzen
zuzugeben, die zu einer elektrischen Leitfähigkeit der Schicht führen. Mit geeigneten
Meßgeräten, welche transportabel, leicht zu bedienen und preisgünstig zu beschaffen
sind, und geeigneten Elektroden kann an dem verklebten Etikett direkt die Leitfähigkeit
der Lackschicht ermittelt werden. Die Elektroden werden an zwei unterschiedliche Punkte
A und B der Lackschicht angehalten und eine Spannung angelegt. Bei Vorhandensein einer
durchgängigen elektrischen Leitfähigkeit zwischen A und B kann ein Stromfluß gemessen
werden, der je nach Art und Menge des verwendeten Additivs einen charakteristischen
Wert aufweisen kann. Da selbst bei Verwendung des Etikettes direkt auf Metallen die
Lackschicht durch die elektrisch isolierende Klebemassenschicht von dem leitfähigem
Metall getrennt ist, sind keine fehlerhaften Messungen zu befürchten.
[0054] Eine Fälschung durch nachträgliche Manipulation wird besonders dadurch ausgeschlossen,
daß die Leitfähigkeitsmessung nicht nur von Rand zu Rand der Etiketten, sondern zwischen
beliebigen, durch Belaserung freigelegte Punkten erfolgen kann: damit hier eine Leitfähigkeit
detektiert werden kann, muß die komplette Lackschicht durchgängig dreidimensional
leitfähig sein, was sich nur im Rahmen des ursprünglichen Herstellprozesses gewährleisten
läßt. Ein derartiges laserbeschriftbares Etikett läßt sich herstellen, indem in die
Rezeptur der zweiten Lackschicht elektrisch leitfähige Substanzen zugegeben werden;
dies kann zusätzlich zu den bisherigen Pigmenten oder aber auch zumindest teilweise
im Ersatz der vorhandenen Pigmente geschehen, um die guten Verarbeitungseigenschaften
der Lackpasten beizubehalten. Als leitfähige Additive sind prinzipiell elektrisch
leitfähige metallische, organische, polymere und anorganische Substanzen geeignet,
wobei die Verwendung von Metallen bevorzugt ist. Speziell für weiße oder helle Lackschichten
ist für die Auswahl die Eigenfarbe des leitfähigen Additivs zu berücksichtigen. Leitfähiger
Ruß ist ebenfalls geeignet, jedoch nur für schwarze beziehungsweise dunkle Lackschichten.
[0055] Um eine gute Leitfähigkeit zu gewährleisten, sollte eine minimale Grenzkonzentration
an Additiv sichergestellt sein, so daß ausreichend Partikel in der Lackschicht vorhanden
sind, um sich zu berühren und Kontakt miteinander zu haben. Bei Unterschreitung dieser
Grenzkonzentration ist in dem dreidimensionalen Gefüge der Basisschicht ein leitfähiger
Weg von A nach B nicht mehr sichergestellt. Bevorzugt werden deshalb metallische Partikel
eingesetzt, wobei Fasern mit einem hohen Längen- zu Querschnittsverhältnis bevorzugt
werden, da hierbei mit geringeren Konzentrationen eine dreidimensionale Leitfähigkeit
sichergestellt werden kann als mit sphärischen Partikeln; außerdem fällt die Farbveränderung
der Lackschicht mit den Fasern geringer aus. Als Metalle werden bevorzugt aus Kosten-Nutzen-Erwägungen
Kupfer, Eisen, Aluminium und Stahl sowie deren Legierungen eingesetzt, jedoch sind
auch teure, hochleitfähige Metalle wie Silber, Gold geeignet. Die Faserdimensionen
sind 0,1 bis 50 mm Länge und Querschnitte mit 1 bis 100 µm, wobei bevorzugt Metallfasern
mit einem Durchmesser von 2 bis 20 µm bei einem Querschnitts- zu Längenverhältnis
von ca. 1:100 bis 1:1000 zum Einsatz kommen. Derartige Fasern werden mit 0,5 bis 25
Gew.-%, bevorzugt mit 2 bis 10 Gew.-% in die bekannte Rezeptur homogen eingearbeitet
und gemäß DE G 81 30 861 beschichtet und ausgehärtet.
Nach Kleberbeschichtung und Eindeckung mit Trennpapier steht Etikettenmaterial zur
Verfügung, welches sich mittels Laserstrahl beschriften läßt. Durch das Entfernen
der oberen Lackschicht werden im Bereich der Laserbeschriftung die Schriftzüge der
zweiten Lackschicht freigelegt - bei Anlegen einer Spannung über geeignete Elektrodenkontakte
an zwei unterschiedlichen Stellen A und B dieser Schriftzüge wird ein Leitfähigkeit
gemessen, die charakteristisch für die Lackschicht ist und unter anderem durch Menge
und Art des leitfähigen Additivs bestimmt wird. Somit besteht die Möglichkeit, über
definierte Rezepturen kundenspezifisches Etikettenvormaterial herzustellen.
[0056] In der genannten weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird auf der ersten Lackschicht
oder auf die der ersten Lackschicht gegenüberliegenden Seite der zweiten Lackschicht
eine Farbe mit einem fluoreszierenden oder phosphoreszierenden Additiv aufgedruckt.
Es kommen insbesondere spezielle Farben mit Leuchtstoffen, Tagesleuchtfarben oder
insbesondere durch IR- oder UV-Strahlung anregbare Farbpigmente zum Einsatz. Nach
der Bedruckung kann das erhaltene Material standardmäßig mit Selbstklebemasse beschichtet,
getrocknet und mit Trennpapier eingedeckt werden.
[0057] Zu den langnachleuchtenden (phosphoreszierenden) oder fluoreszierenden Pigmenten
wird auf die vorherige Beschreibung zu den Additiven verwiesen.
[0058] Prinzipiell geeignet sind auch hier Leuchtstoffe, die durch Elektronenstrahlen, Röntgenstrahlen
u.ä. angeregt werden sowie thermochrome Pigmente, die sich bei Temperaturänderung
reversibel umfärben; auch die Verwendung von elektrisch leitfähigen Farben ist möglich.
[0059] Diese zusätzliche Markierung ist von der Vorderseite im Bereich der Laserbeschriftung
nicht zu erkennen (außer bei einer transparenten oder transluzenten Schicht), sondern
nur rund um das Etikett am Rand. Um eine deutliche Erkennbarkeit am Etikettenrand
zu gewährleisten, werden stark leuchtende Farbpigmente in ausreichender Schichtdicke
gedruckt. Trotzdem ist die Zusatzsicherung verdeckt und damit unauffällig. Diese Sicherheitskennzeichnung
ist dem äußerem Zugriff gegenüber geschützt, da der Druck eingebettet zwischen der
Etikettenfolie und der Kleberschicht liegt: nachträgliche Manipulationen sind nicht
zu befürchten, da eine Ablösung der bekannten Laseretiketten nur unter Zerstörung
der Lackfolie möglich ist.
[0060] Kundenspezifische "Fingerabdrücke" der Etiketten lassen sich realisieren, indem unterschiedliche
Farben oder Muster aufgedruckt werden. Besonders regelmäßige Linien und Strichmuster
lassen an den Etikettenrändem charakteristische Muster von Leuchtpunkten entstehen
und sind zudem besonders material- und kostensparend. Nach der Stanzung oder dem Laserschneiden
des Etikettes und der Applizierung auf den Haftuntergründen ist bei Wahl einer geeigneten
Beleuchtungsquelle am Rand des Etikettes ein bezüglich Farben und Geometrien charakteristisches
Muster zu erkennen.
[0061] Besonders logistisch und kostenmäßig macht sich der Vorteil dieser Sicherheitskennzeichnung
bemerkbar. Es kann auf käufliche Druckfarben und unspezifisches Etikettenfolienmaterial
zurückgegriffen werden, während letzteres ansonsten kundenspezifisch herzustellen
ist. Da derartiges Standardvormaterial jedoch bei den Etikettenherstellem nur als
Zwischenprodukt selbst für die eigene Fertigung genutzt wird und am Markt nicht frei
verfügbar ist, ist ein unbefugter Zugriff ausgeschlossen. Außerdem sind kleine Losgrößen
und kurze Lieferzeiten möglich.
[0062] In der erfindungsgemäßen Ausprägung wird zum Beispiel auf das in DE G 81 30 861 beschriebene
Zweischicht-Folienmaterial zurückgegriffen. Vor der Beschichtung und Eindeckung mit
Trennpapier wird die Rückseite jedoch vollflächig, im Streudruck oder insbesondere
mit definierten Geometrien bedruckt. Druckfarben mit einem hohem Anteil an Leuchtpigmenten
werden bevorzugt im Siebdruck aufgebracht, um Schichtdicken im Bereich von 0,5 bis
50 µm, bevorzugt 2 bis 25 µm zu erzielen.
Nach der Kleberbeschichtung und Eindeckung wird das Etikettenvormaterial für die gewünschten
Formate und Größen gestanzt oder per Laserstrahl ausgeschnitten. An diesen Etiketten
ist im verklebtem Zustand kein Hinweis auf eine versteckte Fälschungsstufe zu erkennen,
sofern Leuchtstoffe gewählt werden, deren Lichtemission durch Anregung mit Licht außerhalb
des sichtbaren Bereiches erzeugt wird; erst nach Bestrahlung mit geeigneten Lichtquellen
findet eine Anregung der Leuchtpigmente an den Kanten des Etiketts statt. Hier und
nur hier sind deshalb visuell Markierungen zu erkennen, die ein vorbestimmtes Muster
an Leuchtpunkten ergeben. Durch unterschiedliche Strichbreiten und -höhen lassen sich
die Leuchtpunkte unterschiedlich groß gestalten. Somit läßt sich einfach, kostengünstig
und bei Bedarf kundenspezifisch über Geometrie- und Farbenauswahl eine leicht detektierbare
Sicherheitsstufe realisieren.
[0063] Die erste Lackschicht, gebildet von einem gehärteten, also vemetzten Lack, weist
vorzugsweise eine Stärke von 1 bis 20 µm, insbesondere 5 bis 15 µm, auf, die zweite
Lackschicht vorzugsweise eine Stärke von 20 bis 500 µm, insbesondere 30 bis 100 µm.
[0064] Prinzipiell sind für die erfindungsgemäße Aufgabe vier Lacktypen verwendbar, sofern
ihre Stabilität ausreicht, zum Beispiel säurehärtende Alkydmelaminharze, additionsvemetzende
Polyurethane, radikalisch härtende Styrollacke und ähnliche. Besonders vorteilhaft
sind jedoch strahlenhärtende Lacke, da sie sehr schnell ohne langwieriges Verdampfen
von Lösungsmitteln oder Einwirken von Wärme aushärten. Solche Lacke sind zum Beispiel
von A. Vrancken beschrieben worden (Farbe und Lack 83,3 (1977) 171).
[0065] Beide Lackschichten weisen in einer bevorzugten Ausführungsform gegeneinander einen
maximalen Farbkontrast auf.
[0066] Denn das erfindungsgemäße Etikett besteht vorzugsweise aus einer undurchsichtigen
oberen Schicht, die von einem Laserstrahl leicht durchbrannt werden kann, einer unteren,
zweiten Schicht insbesondere in einer Kontrastfarbe zur ersten, wobei die untere Schicht
so beschaffen ist, daß sie vom Laserstrahl nicht leicht durchbrannt wird.
[0067] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist auf der zweiten Lackschicht eine
zusätzliche Kleberschicht von 5 bis 70 µm Stärke und erforderlichenfalls auf dieser
ein Trennpapier angeordnet.
[0068] Die dritte Schicht aus einem Haftkleber, Heißkleber oder Reaktivkleber oder dergleichen
ist zur Verklebung mit einem Untergrund vorgesehen. Die Stärke der Kleberschicht beträgt
vorzugsweise 5 bis 70 µm, insbesondere 10 bis 30 µm.
[0069] Durch das Sichefieitsfeature kommt es zu keiner Beeinträchtigung des schon vorliegenden
Laserlabels; die mechanische, physikalische und chemische Widerstandsfähigkeit werden
nicht verändert. Aus der Anwendungssicht erfährt das Etikett keine Einbußen; bzgl.
Beschriftbarkeit mit einem Laser, Lesbarkeit der Informationen.
[0070] Auf die Stützträgerfolie wird die erste Lackschicht aufgetragen und durch Einwirkung
eines Elektronenstrahls mit hoher Energie (150 bis 500 kV) unter effektiv sauerstofffreien
Bedingungen gehärtet. Zur Verbesserung der Haftung zwischen den beiden Lackschichten
kann durch besonders niedrige Dosis oder durch etwas Sauerstoff eine leicht klebende
Oberfläche eingestellt werden.
Auf diese erste Schicht wird die zweite aufgebracht und ebenfalls durch Elektronenstrahl
gehärtet. Darauf erfolgt gegebenenfalls die Beschichtung mit dem Klebstoff und anschließend,
wenn erwünscht, die Abdeckung mit dem Schutzpapier. Danach wird die Polyesterfolie
abgezogen, so daß die freie Oberfläche der ersten, oberen Schicht zum Vorschein kommt.
Je nach Gestalt der Oberfläche der Polyesterfolie ist diese glänzend, glatt, matt
oder geprägt.
[0071] Das erfindungsgemäße Etikett zeichnet sich durch eine Vielzahl von Vorteilen aus,
die derartig für den Fachmann nicht vorhersehbar waren.
- Die Etiketten sind nach dem Applizieren schnell zu erkennen, sie sind optisch sichtbar
und fühlbar.
- Die Identifikation ist ohne Hilfsmittel möglich, d.h., eine Authentizitätsprüfung
kann ohne UV-, IR-Lampen etc. vorgenommen werden.
- Da die Identifikation eindeutig ist, ist die Gefahr einer Fehlbeurteilung gering.
[0072] Das Etikett zeichnet sich durch eine sehr hohe Fälschungssicherheit aus aufgrund
des besonderen Herstellverfahrens. Denn durch das Druckverfahren ist die Gefahr einer
Nachahmung von laserbeschriftbaren Etikettenmaterials mit Negativabdruck sehr gering.
Es ist eine schnelle Kommunikation und Umsetzung der Fälschungssicherheit möglich,
also eine schnelle Information an alle wichtigen prüfenden Stellen wie zum Beispiel
Werkstätten, Polizei, Zoll ohne besonderen Aufwand.
[0073] In die erste belaserbare Lackschicht wird eine kundenindividuelle Kennzeichnung implementiert,
die als Vertiefung in der Lackschicht sichtbar, spürbar und meßbar ist Diese. Kennzeichnung
kann, vorbehaltlich umfassenderer Versuchsergebnisse, sowohl diverse Arten von Grafiken
und Logos, als auch Schriftzüge beinhalten. Auch Kombinationen von beidem sind möglich.
Beispielsweise könnte man das Logo des Automobilherstellers, gekoppelt mit dem Schriftzug
in die Folienoberfläche einbringen. Dieses Symbol wird über die gesamte Materialbreite
gestreut, so daß sichergestellt wird, daß sich in jedem produziertem label (einer
zu definierenden Größe) mindestens eines dieser originalitätssichernden Symbole befindet.
Wie bereits erwähnt handelt es sich hier um eine sehr feine Vertiefung der Oberfläche
in Verbindung mit einer Anrauung. Das Sicherheitssymbol zeichnet sich demnach durch
seine Mattigkeit mit dem Auge erkennbar und durch seine Vertiefung sensorisch meßbar
ab.
[0074] Diese "Prägung" wird in einem, dem eigentlichen Produktionsprozeß vorgelagertem Schritt
mittels einer Art "Negativ" vorbereitet, um dann in die sehr komplexe und kaum imitierbare
Produktion der Standardlaserfolien integriert zu werden.
Somit ist eine Nachstellung diese Originalitätsmerkmals nicht möglich.
[0075] Anhand zweier Ausführungsbeispiele soll im folgenden die Erfindung erläutert werden,
ohne sie damit einzuschränken. Es zeigt
- Figur 1
- den Aufbau des erfindungsgemäßen Etiketts.
[0076] In dem in Figur 1 dargestellten Aufbau des erfindungsgemäßen Etiketts befindet sich
die erste Lackschicht 10 auf der zweiten dickeren Lackschicht 20, und diese gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform auf einer Schicht eines Klebers 30, insbesondere
eines Haftklebers, der mit einem Trennpapier 40 abgedeckt ist.
In der ersten Lackschicht 10 sind die durch Ausstreichen der ersten Lackschicht 10
auf einer bedruckten Stützträgerfolie gebildeten Einprägungen 11 zu erkennen. Als
regelmäßiges Muster ist hierbei der Schriftzug
"tesa" ® gewählt, der mit einem Rahmen umgeben ist.
Beispiel 1
[0077] Das zu bedruckende Substrat, hier eine Polyesterfolie (Hostaphan RN 75®) der Firma
Mitsubishi, wird vor der Bedruckung entsprechend durch eine Coronabehandlung auf die
gewünschte Oberflächenspannung behandelt. Dazu kann eine Coronastation VETAPHON-Corona-Plus
DK-E-Treater ET 2- mit einer Leistung von 0,2 bis 2,0 kW eingesetzt werden. Vorteilhaft
für die Weiterverarbeitung ist die Einstellung der Oberflächenspannung auf > 50 mN/m.
[0078] Zum Einsatz kommt ein kationisch-aushärtbarer UV-Lack SICPA 360076 von der Firma
SICPA, Aarberg, der blau angetönt wird. Durch Beimischung von 5 Gew.-% Zylinderabstoßmittel
wird die Druckfarbe für die Verarbeitung optimiert
[0079] Mittels einer UV-Flexodruckmaschine ARSOMA em 410 oder em 510 wird die vorbehandelte
Polyesterfolie bei einer Maschinengeschwindigkeit von 30 m/min über eine Flexodruckstation
bedruckt Die genau definierte Farbübertragung auf das Flexodruckklischee gelingt mittels
einer entsprechenden Rasterwalze im Negativrakelverfahren. Es erfolgt danach die Farbübertragung
vom Klischee auf des Foliensubstrat in einer Farbhöhe von 3 bis 4 µm.
Der Farbauftrag auf dem Foliensubstrat wird durch leistungsstarke UV-Strahlerröhren
ausgehärtet. Hierfür wird eine UV-Station Micro UV-Station GEW mit einer Strahlerleistung
von 110 W/cm und einer Wellenlänge von 365 nm eingesetzt. Die Stützträgerfolie ist
jetzt für die Weiterverarbeitung vorbereitet
[0080] Dann wird ein handelsübliches Polyurethanacrylat aus langkettigem Polyesterdiol,
aliphatischem Diisocyanat und endständigen Acrylgruppen (Molekulargewicht ca. 1500,
Funktionalität 2) mit 20% Hexandiolbisacrylat vermischt. Man erhält eine hochviskose
Flüssigkeit von etwa 10 Pa*s. Aus dieser wird hergestellt:
- Eine Schwarzpaste A durch Anreiben mit 12% Ruß FCF (mittlerer Teilchendurchmesser
23 µm) am Dreiwalzenstuhl und
- eine Weißpaste B durch Anreiben mit 45% eines Al und Si stabilisierten Rutilpigments
(TiO2-Gehalt 90%, Dichte 3,9 g/m2).
[0081] Paste A wird in einer Stärke von 10 µm auf eine 50 µm starke biaxial gereckte und
geprägte Polyesterfolie gestrichen und durch einen Elektronenstrahl von 350 keV mit
einer Dosis von 1 Mrad unter Inertgas gehärtet.
[0082] Darauf wird eine Weißpaste B mit einer Stärke von 50 µm aufgetragen und erneut mit
dem Elektronenstrahl unter Inertgas mit einer Dosis von 3 Mrad gehärtet.
[0083] Auf dieses Produkt wird ein Haftkleber entsprechend der DE 15 69 898 A1 gestrichen,
so daß die Schicht nach dem Trocknen eine Stärke von 20 µm aufweist. Der Haftkleber
wird mit handelsüblichem Trennpapier abgedeckt.
[0084] Danach wird die Polyesterfolie abgezogen, so daß die mit den Einprägungen versehene
und ansonsten spiegelglatte schwarze Oberfläche des Produktes zum Vorschein kommt
[0085] Diese ist mit einem steuerbaren Leistungslaser zum Beispiel mit einem Balkencode
schnell beschriftbar. Der Kontrast ist so hoch, daß der Code über 1 m Entfernung mit
Auswerte-Gerät fehlerfrei zu lesen ist.
[0086] Ein Erhitzen des Materials für 1 Stunde auf 200 °C führt zu Schrumpf von unter 10%
in Längs- und Querrichtung. Eintauchen in Wasser und/oder Bewitterung im Weathermometer
für 500 h führt zu keiner Beeinträchtigung.