[0001] Die Erfindung betrifft einen Beschlag zur Befestigung von Schwenktüren und insbesondere
Falt- Klapptüren an feststehenden Trennwänden, insbesondere von Dusch- und Badewannen,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Beschläge sind beispielsweise aus der DE 196 49 071 A1 bekannt.
[0003] Dieser bekannte Beschlag besteht aus einem unteren und einem oberen Scharnier, von
denen eines eine den Türflügel in vorgegebenen Schwenkstellungen haltende Rasteinrichtung
mit Rastungsprofilierungen an koaxialen, senkrechten Stirnflächen einander zugeordneter
Scharnierösen aufweist sowie eine in der Scharnieröse drehfest gehaltene Rasthülse,
die auf einer Zusatzhülse aufliegt, welche über einen in der Scharnieröse vorgesehenen
Horizontalschlitz verdrehbar ist.
[0004] Die bekannte Konstruktion löst das Problem der Höhenverstellung der Verbindungsstifte
der Scharniere bei eingehängtem Türflügel mit erheblichem Kosten- und Konstruktionsaufwand.
[0005] Die vorliegende Erfindung stellt sich die Aufgabe, bei einem Beschlag der eingangs
genannten Art die Höhenverstellung der Schwenktür zum Öffnen derselben auf wesentlich
einfachere Weise zu bewerkstelligen und den Verschwenkungs- bzw. Öffnungswinkel der
Schwenktür sowohl an räumliche Gegebenheiten als auch an die konstruktiven Eigenheiten
der Schwenktür anpassbar zu machen.
[0006] Dies geschieht dadurch, dass im Bereich des Bodens der Sackbohrung eine quer zum
Bolzen verlaufende, die Sackbohrung schneidende und einen Stift aufnehmende Querbohrung
vorhanden ist, dass der Bolzen in seiner unteren Stirnfläche, die mit dem Stift in
Berührung tritt, eine an den Stiftdurchmesser bzw. die Oberflächenkonfiguration des
Stiftes angepasste Aussparung aufweist, in die der Stift beim Absenken der Schwenktür
und damit Drehen des Bolzens um seine Längsachse im abgesenkten, geschlossenen Zustand
der Schwenktür eingreift und aus der der Stift durch Verschwenken der Schwenktür und
damit Drehen des Bolzens um einen Schwenktüröffnungswinkel α in die Öffnungsstellung
durch Aufgleiten auf die Aussparungswandung austritt, wobei der Öffnungswinkel α entsprechend
der verlangten Öffnungsweite der Schwenktür dadurch einstellbar ist, dass das türseitige
Band der Wandhalterung eine den Kopf des Bolzens aufnehmende Bohrung aufweist, deren
Relativlage zur Bolzenoberfläche mittels Stellschrauben veränderbar ist.
[0007] Grundgedanke des Erfindungsvorschlags ist somit, die in die Sackbohrungen der baugleichen
oder nahezu baugleichen oberen und unteren Wandhalterungen eingreifenden Bolzen, die
mit der Schwenktür verbunden sind, in gewünschten, von der Öffnungsweite der Schwenktür
abhängigen Stellungen innerhalb der Sackbohrungen zu arretieren und gleichzeitig das
Verschwenken der Schwenktür über den gewünschten Öffnungswinkel mit Hilfe eines quer
zur Bolzenlängsachse innerhalb der Wandhalterungen angeordneten und die Sackbohrungen
durchdringenden Stiftes zu ermöglichen, der mit dem jeweiligen Bolzen in Schließstellung
der Schwenktür in Eingriff und beim Drehen des Bolzens und damit Verschwenken der
Schwenktür außer Eingriff bringbar ist, wobei die Schwenktür so weit angehoben wird,
bis der Stift die Aussparung verlassen hat und auf der unteren Stirnfläche des Bolzens
aufliegt.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in der Unteransprüchen gekennzeichnet.
So kann die Aussparung in der unteren Stirnfläche des Bolzens eine Nut mit kreisrundem
Querschnitt sein, der dem Stiftquerschnitt insbesondere im Bereich zwischen Aussparungswandung
und Stiftoberfläche entspricht, wobei darüber hinaus die Aussparung im abgesenkten
Zustand des Bolzens dessen gekrümmte Oberfläche um weniger als 180° umschließt, so
dass die Mitte des Stiftquerschnittes geringfügig unterhalb der unteren Stirnfläche
des Bolzens zu liegen kommt.
[0009] Die oben gekennzeichnete Lösung der Erfindungsaufgabe und die in den Ansprüchen gekennzeichneten
vorteilhaften Ausgestaltungen dieser Lösung ermöglichen zweckmäßigerweise, dass das
Ausmaß der Verschwenkung der Schwenktür und damit der Schwenktüröffnungswinkel α in
Abhängigkeit von dem Wannenumriß, zu dem die Trennwand sowie die Schwenktür gehören,
durch Verstellen der relativen Ausgangslage zwischen Bolzen und Stift einstellbar
ist, so dass unterschiedliche Wannenumrißformen, beispielsweise eine fünfeckige Duschwanne,
bei der sich die Schwenktür nur über etwa ein Fünftel der Umrißlänge verschwenken
lassen muß, für den erfindungsgemäßen Beschlag brauchbar sind.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0011] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine längsgeschnittene Seitenansicht des unteren Wandhalters mit in seine Querführung
eingeschlagenen Stift;
- Fig. 2
- eine Stirnansicht des Wandhalters von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht des unteren Wandhalters;
- Fig. 4
- eine längsgeschnittene Seitenansicht des oberen Wandhalters;
- Fig. 5
- eine Stirnansicht des Wandhalters von Fig. 4;
- Fig. 6
- eine Draufsicht des oberen Wandhalters;
- Fig. 7
- zwei um 90° in Bezug aufeinander versetzte Seitenansichten des Bolzens für die Wandhalter,
in einem größeren Maßstab;
- Fig. 8
- eine Draufsicht des Bolzens von Fig. 7;
- Fig. 9
- eine der Fig. 7 vergleichbare Seitenansicht des Bolzens für die Wandhalter mit in
die bodenseitige Nut eingesetztem Stift;
- Fig. 10
- eine Draufsicht des Bolzens von Fig. 9, ähnlich der von Fig. 8;
- Fig. 11
- eine gegenüber von Fig. 9 um 90° gedrehte Seitenansicht des Bolzens mit aus der bodenseitigen
Nut herausgehobenem Stift.
- Fig. 12
- eine schematische Seitenansicht der oberen Wandhalterung mit Beschlag;
- Fig. 13
- eine schematische Seitenansicht der unteren Wandhalterung der Schwenktür mit Beschlag;
und
- Fig. 14
- eine Draufsicht des unteren Beschlags
[0012] Die in den Figuren 1-3 dargestellte untere Wandhalterung 1 des Beschlags, die mit
der in den Figuren 4-6 gezeigten oberen Wandhalterung 2 baugleich ist, ist mit Befestigungslöchern
12 sowie einer Sackbohrung 4 versehen, in die ein Bolzen 5 einsteckbar ist, der in
den Figuren 7 und 8 in vergrößertem Maßstab gezeigt ist, wobei die Längsachse 13 des
Bolzens 5 mit der Längsachse 3 der Sackbohrung im eingesteckten Zustand des Bolzens
deckungsgleich ist.
[0013] Beide Bolzen 5, also sowohl der der unteren Wandhalterung 1 zugeordnete als auch
der der oberen Wandhalterung 2 zugeordnete, sind an ihren oberen Enden mit Aussparungen
14 versehen, die die nicht dargestellte Schwenktür aufnehmen, so dass letztere mit
den Bolzen drehfest verbunden ist und sich um die Längsachse 3 bzw. 13 verschwenken
läßt. Im Bereich des Bodens der Sackbohrung 4 mündet eine Querbohrung 7, die einen
Stift 6, vorzugsweise einen Rundstift aufnimmt, der in die Querbohrung eingeschlagen
werden kann und dadurch in ihr festsitzt und sich dabei durch die Sackbohrung 4 hindurch
erstreckt, wie aus Fig. 1 ersichtlich.
[0014] Der Bolzen 5 ist in seiner unteren Stirnfläche 8, wie aus den Fig. 7-10 ersichtlich,
mit einer Aussparung 9, vorzugsweise kreisrunden Querschnitts versehen, mit der der
Stift 6 beim Absenken der Schwenktür und damit Drehen des Bolzens 5 um seine Längsachse
3 in Eingriff kommt, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist. Dadurch wird die Schwenktür
in ihre Schließlage gebracht und dort arretiert, was bedeutet, dass sie im arretierten
Zustand gegenüber ihrem Öffnungszustand um die Höhe abgesenkt ist, die etwa dem Durchmesser
des Stiftes 6 entspricht.
[0015] Wird nun die Schwenktüre der Duschkabine oder Badewanne oder dergl. geöffnet, so
wird der Bolzen 5 aus seiner Eingriffslage mit dem Stift 6 herausgedreht, indem die
Stiftoberfläche auf der Aussparungswandung 10 der Aussparung 9 aufgleitet und dadurch
den Bolzen 5 nach oben drückt, so dass er im Öffnungszustand der Schwenktür, also
nach deren Verdrehung um den Schwenktüröffnungswinkel α, mit seiner unteren Stirnfläche
8 auf der Oberfläche 11 des Stiftes 6 sitzt, wie in Fig. 11 dargestellt. Dies bedeutet,
dass der Bolzen 5 im Öffnungszustand der Schwenktür um etwa den halben Durchmesser
des Stiftes 6 angehoben ist.
[0016] In den Figuren 8 und 10 ist ein Verschwenkungswinkel des Bolzens 5 von 90° eingezeichnet,
der jedoch in Abhängigkeit von der gewünschten Öffnungsbreite der Schwenktür sowie
den baulichen Gegebenheiten der Dusch- bzw. Badewanne, insbesondere deren äußerer
Umrißgestaltung, die für den Aufbau der Duschtrennwand und damit der zu dieser gehörenden
Schwenktür maßgeblich ist, auch andere Winkelwerte haben kann.
[0017] In der Zeichnung wurde für die als Rundnut dargestellte Aussparung 9 ein Radius R
von 2,5 mm angegeben, der wiederum nur als Beispiel zu verstehen ist.. Wichtig ist
in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Aussparung 9 im abgesenkten Zustand des
Bolzens 5 dessen gekrümmte Oberfläche um weniger als 180° umschließt, so dass die
Mitte des Stiftsquerschnitts geringfügig unterhalb der unteren Stirnfläche 8 des Bolzens
5 liegt, weshalb die Aussparungswandung 10 die Bolzenoberfläche so umschließt, dass
der sich drehende Bolzen 5 beim Verlassen der Schwenktürschließstellung auf der Aussparungswandung
aufgleiten kann und nicht von dieser festgehalten wird. Letzteres wäre der Fall, wenn
der Mittelpunkt 15 des Radius R nicht unterhalb der unteren Stirnfläche 8, wie in
Fig. 7 gezeigt, sondern innerhalb der Aussparung 9 liegen würde.
[0018] Wie bereits in Bezug auf die Figuren 8 und 10 dargelegt, ist das Ausmaß der Verschwenkung
der Schwenktür und damit der Schwenktüröffnungswinkel
α in Abhängigkeit von dem Wannenumriß und/oder baulichen Gegebenheiten und Anordnung
von Duschkabine und Türkonstruktion durch Verstellen der relativen Ausgangslage zwischen
Bolzen 5 und Stift 6 einstellbar.
[0019] Um diesen baulichen und konstruktiven Gegebenheiten gerecht zu werden, den Öffnungswinkel
α also bezüglich seiner Größe anzupassen, läßt sich das türseitige Band 15, 16 der
Bandhalterungen 1, 2, wie aus Figuren 12-14 ersichtlich, mittels Stellschrauben 17,
18 einstellen, und zwar derart, daß mit der Schwenktür verbundenem Band mit seiner
den Bolzen 5 aufdehnenden Bohrung nach dem Lösen der Stellschrauben 17, 18 in Bezug
auf die Bolzenoberfläche soweit um die Bolzenlängsachse 13 gedreht wird, bis die gewünschte
Öffnungsweite der Tür erreicht ist, wenn der Stift 6 in die Querbohrung 7 einrastet.
Danach werden die Stellschrauben 17, 18 festgeschraubt, wodurch der eingestellte Schwenktüröffnungswinkel
α fixiert wird.
[0020] Die obige Konstruktion erfüllt trotz ihrer Einfachheit den bei derartigen Beschlägen
angestrebten Zweck der sicheren Führung und Verstellung der Schwenktür derartiger
Duschabtrennungen zwecks Abdichtung der Tür auf dem Duschwannenrand im abgesenkten
Zustand und leichten Öffnens derselben um den gewünschten Öffnungswinkel durch Anheben
der Schwenktür beim Drehen in ihre Öffnungslage. Dadurch läßt sich die Einstellung
des Öffnungswinkels leicht durchführen und im späteren Gebrauch erforderlichenfalls
ändern.
1. Beschlag zur Befestigung von Schwenktüren und insbesondere Falt- und Klapptüren an
feststehenden Trennwänden von insbesondere Dusch- und Badewannen und Zargen, bei dem
ein türseitiges Band relativ zu einem festliegenden, trennwandseitigen Band mit der
Schwenktür um eine vertikale Achse verschwenkbar ist, wobei der Beschlag eine obere
und eine untere mit der Schwenktür in Eingriff stehende Wandhalterung (1, 2) aufweist
und die beiden Wandhalterungen (1, 2) mit je einer in der senkrechten Schwenkachse
(3) der Schwenktür befindlichen Sackbohrung (4) zum Anheben und Absenken der Schwenktür
versehen sind, die einen mit der Schwenktür bzw. deren Band verbindbaren Bolzen (5)
drehbar aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Bodens der Sackbohrung (4) eine quer zum Bolzen (5) verlaufende, die
Sackbohrung schneidende und einen Stift (6) aufnehmende Querbohrung (7) vorhanden
ist, dass der Bolzen (5) in seiner unteren Stirnfläche (8), die mit dem Stift (6)
in Berührung tritt, eine an den Stiftdurchmesser bzw. die Oberflächenkonfiguration
des Stiftes angepasste Aussparung (9) aufweist, in die der Stift beim Absenken der
Schwenktür und damit Drehen des Bolzens (5) um seine Längsachse im abgesenkten, geschlossenen
Zustand der Schwenktür eingreift und aus der der Stift (6) durch Verschwenken der
Schwenktür und damit Drehen des Bolzens (5) um einen Schwenktüröffnungswinkel (α)
in die Öffnungsstellung durch Aufgleiten auf die Aussparungswandung (10) austritt,
wobei der Öffnungswinkel (α) entsprechend der verlangten Öffnungsweite der Schwenktür
dadurch einstellbar ist, dass das türseitige Band (15, 16) der Wandhalterung ( 1,
2) eine den Kopf des Bolzens (5) aufnehmende Bohrung aufweist, deren Relativlage zur
Bolzenoberfläche mittels Stellschrauben (17, 18) veränderbar ist.
2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (9) in der unteren Stirnfläche (8) des Bolzens (5) eine mit kreisrundem
Querschnitt ist, der dem Stiftquerschnitt insbesondere im Bereich zwischen Aussparungswandung
(10) und Stiftoberfläche (11) entspricht.
3. Beschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (9) im abgesenkten Zustand des Bolzens (5) dessen gekrümmte Oberfläche
um weniger als 180° umschließt, so dass die Mitte des Stiftquerschnittes geringfügig
unterhalb der unteren Stirnfläche (8) des Bolzens (5) liegt.
4. Beschlag nach einem der Ansprüche 2-3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausmaß der Verschwenkung der Schwenktür und damit der Schwenktüröffnungswinkel
(α) in Abhängigkeit von insbesondere dem Wannenumriß, den baulichen Gegebenheiten
und der Schwenktürkonstruktion durch Verstellen der Relativlage zwischen Bolzen (5)
und Stift (6) einstellbar ist.