[0001] Die Erfindung betrifft eine optimierte Befestigung von Kokillenplatten einer Stranggießkokille
bestehend aus wärmeleitendem Metall, insbesondere aus einer Kupferlegierung, ggf.
mit Stützplatten an den Außenflächen, die zwischen sich Kühlwasserkanäle begrenzen
und miteinander bzw. auf Wasserkästen mit einer Vielzahl von Verschraubungen wie Schraubenbolzen
oder dergleichen zusammenspannbar bzw. befestigbar sind.
[0002] Beim Stand der Technik ist üblicherweise die Aufteilung der Befestigungsgewinde für
die Verschraubung mit Schraubenbolzen in regelmäßigen horizontalen und vertikalen
Abständen üblich. Bei Dünnbrammenanlagen mit hohen Gießgeschwindigkeiten führen die
dabei verursachten hohen Temperaturbeanspruchungen auf der Arbeitsseite im Badspiegelbereich
der Kokillenplatten zu hohen Beanspruchungen im Badspiegelbereich und insbesondere
bei hochfesten Kupferwerkstoffen zu Rissen, die zu einer kurzen Kokillenstandzeit
führen. Ferner können die Risse in der Kokillenplatte zu Oberflächenfehlern am Gießprodukt
führen.
[0003] Das Dokument DE 24 23 481 C2 beschreibt eine Stranggießkokille mit einer Auskleidung
aus wärmeleitendem Metall, mit einer Reihe senkrechter Rippen auf den Außenflächen
der Auskleidung und mit Stützplatten, die an den Außenseiten der Auskleidung befestigt
sind, wobei die Rippen zusammen mit den Stützplatten mehrere parallele Wasserdurchflusskanäle
begrenzen, und wobei einige der Rippen mit einander gegenüberliegenden, seitwärts
gerichteten Lippen versehen sind, die mit Befestigungselementen in Berührung stehen.
[0004] Die Befestigungselemente sind Metallbänder, welche Schraubenbolzen tragen, und zusammen
mit den Rippen zusätzliche, Wasserströmungskanäle bilden. Dabei ist vorgesehen, dass
die zusätzlichen Wasserströmungskanäle breiter und weniger tief sind als andere Wasserströmungskanäle,
und dass alle Kanäle den gleichen, über die ganze Kanallänge konstanten hydraulischen
Durchmesser aufweisen.
[0005] Das Dokument DE-OS 21 54 101 beschreibt eine Kokille für das Stranggießen von Metallen,
bei welcher die Außenseite von Stützplatten eingeschlossen ist. Die Wandstärke der
Kokillenplatte ist geringer als die der Stützplatten. Die Stützplatten besitzen an
ihren Innenflächen Stege, welche Kühlkanäle begrenzen. Die Kokillenplatten sind mittels
Befestigungsgliedern an den Stützplatten gehaltert. Die Befestigungsglieder sind Stehbolzen,
welche an der Kokillenplatte angeschweißt sind und Öffnungen in den Stegen durchsetzten,
wobei Muttern von der Außenseite der Stützplatten her in die Stehbolzen eingreifen.
[0006] Das Dokument GB 1,090,858 beschreibt eine Durchlaufkokille zum Stranggießen von Metallen,
umfassend einen dünnwandigen hitzebeständigen Einsatz, umgeben von einem Rückelement.
Das Rückelement umfasst eine Vielzahl von Rückplatten beispielsweise ein Schmiedeteil,
wobei diese Platten rundum am inneren Einsatzstück befestigt sind und die erforderliche
mechanische Festigkeit an das dünne Innenteil übertragen. Es sind innere und äußere
Öffnungen für die Zuführung von Kühlflüssigkeit zum Innenteil mittels Kühlkanälen
vorgesehen, die in die äußeren Flächen des Einsatzes oder in die zusammen wirkenden
Flächen des Rückenelements eingefräst sind.
[0007] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung die thermisch bedingte Beanspruchung im Badspiegelbereich auf der dem zu
vergießenden Metall zugewandten Seite einer Kokillenplatte zu vermindern und die Rissbildung
zu vermeiden und damit die Kokillenstandzeit und die Qualität der gegossenen Produkte
zu verbessern.
[0008] Die Aufgabe wird mit der Befestigung von Kokillenplatten der im Oberbegriff von Anspruch
1 genannten Art in der Weise gelöst, dass wenigstens im Bereich des Badspiegels B
der Kokille zumindest örtlich der horizontale Abstand H der Verschraubungen kleiner
ist als der vertikale Abstand V der Verschraubungen.
[0009] Alternativ wird die zuvor genannte Aufgabe mit der Befestigung von Kokillenplatten
der im Oberbegriff von Anspruch 3 genannten Art in der Weise gelöst, dass in der Ebene
des Badspiegels der Kokille bei der Befestigung der Kokillenplatten zumindest abschnittsweise
Verschraubungen für Schraubenbolzen weggelassen und zur Kompensation der damit fehlenden
Verspannungskräfte ober- und/oder unterhalb der Ebene des Badspiegels zusätzliche
Gewindeanordnungen bzw. Verschraubungen vorgesehen sind. Durch diese Maßnahme wird
die Plattenbeanspruchung und Dehnung auf der dem heißen Metall zugewandten Arbeitsseite
der Kokillenplatte im kritischen Badspiegelbereich reduziert und damit die Gefahr
von und Rissen reduziert bzw. vermieden. Die Kokillenstandzeit und die Stranggussqualität
werden erheblich bei insbesondere hohen Gießgeschwindigkeiten verbessert.
[0010] Ferner wird die zuvor genannte Aufgabe bei einer Befestigung der im Oberbegriff von
Anspruch 4 genannten Art in der Weise gelöst, dass in der Ebene des Badspiegels der
Kokille zumindest abschnittsweise Verschraubungen für Schraubenbolzen weggelassen
und ersatzweise in den Ebenen oberhalb und unterhalb der Ebene des Badspiegels relativ
größere Gewinde für entsprechend dickere Schraubenbolzen vorgesehen sind.
[0011] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht weiterhin vor, dass zur Kompensation von in
der Ebene des Badspiegels entfallenen Verschraubungen eine entsprechende Anzahl von
Schraubenbolzen in Doppelreihe in der ersten und oder dritten Ebene angeordnet ist.
[0012] Weitere Ausgestaltungen der optimierten Kokillenplatten-Befestigung sind in weiteren
Ansprüchen vorgesehen.
[0013] Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Erläuterung einiger in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele.
[0014] Es zeigen:
- Figur 1
- in perspektivischer Ansicht schräg von oben eine Kokille mit Wasserkästen sowie mit
einen Gießhohlraum ausbildenden Kokillenplatten in üblicher Anordnung nach dem Stand
der Technik;
- Figur 2
- eine Anordnung von Befestigungsgewinden nach dem Stand der Technik in schematisierter
Darstellung;
- Figur 3 bis Figur 5
- optimierte Kokillenplatten-Befestigungen nach der Erfindung mit Verschraubungen, deren
horizontaler Abstand kleiner als der vertikale Abstand ist;
- Figur 6
- eine optimierte Kokillenplatten-Befestigung nach der Erfindung mit Wegfall der Verschraubungen
im Badspiegelbereich und statt dessen eine zusätzliche Anordnung von schematisierten
Schraubenbolzen in der ersten und dritten Befestigungsebene; eine zusätzliche Anordnung
von schematisierten Schraubenbolzen in der ersten und dritten Befestigungsebene;
- Figur 7
- eine erfindungsgemäße Ausbildung der optimierten Befestigung von Kokillenplatten mit
Wegfall der Verschraubungen im Badspiegelbereich und als Ersatz eine erhöhte Anzahl
von Schraubenbolzen in der ersten und dritten Befestigungsebene;
- Figur 8
- eine weitere optimierte Befestigung von Kokillenplatten mit einer Kombination von
Schraubenbolzen in Doppelreihe mit erhöhter Anzahl von Schraubenbolzen in verschiedenen
Befestigungsebenen;
- Figur 9
- eine optimierte Befestigung anderer Art mit größeren Schraubenbolzen in der ersten
und dritten Befestigungsebene als Ersatz für im Badspiegelbereich wegfallender Verschraubungen;
- Figur 10
- eine weitere Art der Befestigung von Kokillenplatten, bereichsweise einerseits mit
Doppelreihen und andererseits mit Schraubenbolzen größerer Dimension;
[0015] Figur 1 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Stranggießkokille 1 mit Kokillenplatten
5, 6, welche einen Gießhohlraum F ausbilden. Die Kokillenplatten 5, 6 sind über Bohrungen
in den Befestigungsebenen E1 bis E6 unter Verwendung von Schraubenbolzen 7 mit den
Wasserkästen 8, 9 in der an sich bekannten Art fest und insbesondere wärmeleitend
verbunden. Dabei sind auch Schraubenbolzen 7 in der Befestigungsebene E2, d.h. zwischen
den Befestigungsebenen E1 und E3 im Bereich des Badspiegels angeordnet. Insbesondere
bei Dünnbrammenanlagen mit hohen Gießgeschwindigkeiten führt diese Befestigungsart
zu den geschilderten Nachteilen. Zur Verdeutlichung zeigt die Figur 2 den bisherigen
Stand der Technik mit etwa gleichmäßigem Abstand der Befestigungs- bzw. Verbindungsverschraubungen
7 in den Ebenen E1 bis E6 einschließlich der Ebene E2 des Badspiegelbereiches. Figur
2 ist zum leichteren Verständnis entsprechend schematisiert worden.
[0016] Die Figuren 3 bis 5 zeigen die erfindungsgemäße Befestigung von Kokillenplatten einer
Stranggießkokille aus einer Kupferlegierung mit einer Vielzahl von schematisierten
Verschraubungen 7, wobei wenigstens im Bereich (B) des Badspiegels der Schmelze in
der Kokille 1 zumindest örtlich der horizontale Abstand H der Verschraubungen 7 kleiner
ist als der vertikale Abstand V der Verschraubungen, wie dies insbesondere in Fig.
4 gezeigt ist. Besonders vorteilhaft beträgt der horizontale Abstand H der Verschraubungen
7 etwa 50 % bis 80 % des vertikalen Abstands V der Verschraubungen. Hierdurch wird
die Beanspruchung der Kokillenplatten vermindert und Rissbildungen auf der Heißseite
der Kokillenplatte verhindert.
[0017] Die schematische Figur 6 zeigt als weitere erfindungsgemäße Lösung, dass durch die
besondere Art der optimierten Befestigung die Beanspruchung der Platten vermindert
und Rissbildungen vermieden werden und damit die Kokillenstandzeit und die Produktqualität
verbessert wird, wenn die bisherige Anordnung der Schraubenbolzen (7) im Badspiegelbereich
E2 wegfällt und stattdessen zusätzliche Schraubenbolzen (Doppelreihen 4 / 4) in der
ersten und dritten Ebene E1 und E3 angeordnet werden.
[0018] Nach Darstellung in der Figur 7 ist als Ersatz für den Wegfall der Verschraubungen
im Badspiegelbereich E2 eine erhöhte Anzahl von Schraubenbolzen 4, 4 in horizontaler
Reihe der Ebenen E1 und E3 vorgesehen.
[0019] Entsprechend der Darstellung in Figur 8 besteht die Lösung der erfinderischen Aufgabe
darin, dass in der Ebene E1 die Schraubenbolzen 4, 4 in dichterer Anzahl mit geringeren
gegenseitigen Abständen angeordnet sind, während in der Ebene E3 eine erhöhte Anzahl
von Schraubenbolzen 4 / 4 in Form einer Doppelreihe ausgebildet wird.
[0020] Figur 9 zeigt eine andere Ausbildung des erfinderischen Grundprinzips, welches darin
besteht, dass in den Ebenen E1 und E3 anstelle einer vermehrten Anzahl von Verschraubungen
solche Verschraubungen 4+ mit größerem Durchmesser und demgemäß erhöhter Festigkeit
angeordnet sind.
[0021] Und schließlich zeigt Figur 10 eine weitere Alternative einer optimierten Befestigung
von Kokillenplatten mit bereichsweise als Doppelreihen ausgeführten Schraubenbolzen
4 / 4 in den Ebenen E1 und E3 und mit verstärkten Schraubenbolzen 4+ im mittleren
Bereich der Ebene E2.
[0022] Aus den zuvor erläuterten und gezeigten Ausführungsbeispielen der Erfindung ist deren
gemeinsames Funktionsprinzip erkennbar:
Der gefährdete Badspiegelbereich u. a. in der Ebene E2 der Kokillenplatten wird durch
Herausnahme von Spannkräften wirksam entlastet, und die entfallenen Spannkräfte werden
in die zum Badspiegelbereich obere und/oder unteren Zone bspw. der Ebenen E1 und E3
verlagert. Damit wird eine wirksame Entlastung der Verspannungskräfte in der Ebene
E2 des Badspiegelbereiches erreicht und damit die Gefahr von Beschädigungen und insbesondere
von Rissbildungen an den Kokillenplatten in dieser Ebene E2 vermindert bis verhindert.
Damit wird auch die Kokillenstandzeit bei hohen Gießgeschwindigkeiten erhöht und die
Qualität der gegossenen Produkte insbesondere der Dünnbrammen verbessert.
1. Befestigung von Kokillenplatten (5, 6) einer Stranggießkokille (1), bestehend aus
wärmeleitendem Metall, insbesondere aus einer Kupferlegierung, ggf. mit Stützplatten
an den Außenflächen, die zwischen sich Kühlwasserkanäle begrenzen und miteinander
bzw. auf Wasserkästen (8, 9) mit einer Vielzahl von Verschraubungen (7) wie Schraubenbolzen
(7) oder dergleichen zusammenspannbar bzw. befestigbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens im Bereich (B) des Badspiegels der Kokille (1) zumindest örtlich der horizontale
Abstand (H) der Verschraubungen (7) kleiner ist als der vertikale Abstand (V) der
Verschraubungen (7). (Fig. 3 bis 5)
2. Befestigung von Kokillenplatten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der horizontale Abstand (H) der Verschraubungen (7) etwa 50 bis 80 % des vertikalen
Abstands (V) beträgt. (Fig. 5)
3. Befestigung von Kokillenplatten (5, 6) einer Stranggießkokille (1) bestehend aus wärmeleitendem
Metall, insbesondere aus einer Kupferlegierung, ggfs. mit Stützplatten an den Außenflächen,
die zwischen sich Kühlwasserkanäle begrenzen und miteinander bzw. auf Wasserkästen
(8, 9) mit einer Vielzahl von Verschraubungen (7) wie Schraubenbolzen (7) oder dergleichen
zusammenspannbar bzw. befestigbar sind,
dadurch gekennzeihnet,
dass in der Ebene (E2) des Badspiegels der Kokille (1) bei der Befestigung der Kokillenplatten
(5, 6) zumindest abschnittsweise Verschraubungen (7) weggelassen und zur Kompensation
der damit fehlenden Verspannungskräfte ober- und/oder unterhalb der Ebene (E2) des
Badspiegels zusätzliche Gewindeanordnungen (4 / 4) bzw. Verschraubungen vorgesehen
sind (Figur 6).
4. Befestigung von Kokillenplatten einer Stranggießkokille (1) bestehend aus wärmeleitendem
Metall, insbesondere aus einer Kupferlegierung, ggfs. mit Stützplatten an den Außenflächen,
die zwischen sich Kühlwasserkanäle begrenzen und miteinander bzw. auf Wasserkästen
durch eine Vielzahl von Verschraubungen (7) wie Schraubenbolzen oder dergleichen zusammenspannbar
bzw. befestigbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Ebene (E2) des Badspiegels der Kokille (1) bei der Befestigung der Kokillenplatten
(5, 6) zumindest abschnittsweise Verschraubungen (7) weggelassen und ersatzweise in
den Ebenen (E1, E3) oberhalb und unterhalb der Ebene (E2) des Badspiegels relativ
größere Gewinde (4+) für entsprechend dickere Schraubenbolzen (7+) vorgesehen sind
(Figur 9).
5. Befestigung von Kokillenplatten nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kompensation von in der Ebene (E2) des Badspiegels entfallenen Verschraubungen
(7) eine entsprechende Anzahl von Schraubenbolzen in Doppelreihe (4 / 4) in der ersten
und/oder dritten Ebene (E1, E3) angeordnet ist (Figur 8).
6. Befestigung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kompensation von in der Ebene (E2) des Badspiegels entfallenen Verschraubungen
(7) eine entsprechende Anzahl zusätzlicher Schraubenbolzen in dichterer Reihe der
ersten und/oder dritten Ebene (E1, E3) zugeordnet sind (Figur 7).
7. Befestigung nach einem der Ansprüche 3 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kompensation von in der Ebene (E2) des Badspiegels entfallener Verschraubungen
(7) eine entsprechende Anzahl zusätzlicher Schraubenbolzen (4, 4) in dichterer Reihe
der Ebene (E1) und eine vertikale Verdoppelung der Reihe (4 / 4) der dritten Ebene
(E3) vorgesehen ist.
8. Befestigung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kompensation von in der Ebene (E2) des Badspiegels entfallener Verschraubungen
(7) bereichsweise abwechselnd in den Ebenen (E1, E3) eine entsprechende Anzahl von
Schraubenbolzen (4) in Doppelreihe und/oder in vertikaler Verdopplung angeordnet ist.
9. Befestigung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur bereichsweisen Kompensation von in der Ebene (E2) des Badspiegels entfallener
Verschraubungen (7) eine bereichsweise horizontale oder vertikale Verdoppelung von
Schraubenbolzen (4 / 4) in den Ebenen (E1, E3) vorgenommen wird und in der Ebene E2
abschnittsweise relativ größere Gewinde für entsprechend dickere Schraubenbolzen (4+)
vorgesehen sind (Fig. 10).