[0001] Die Erfindung bezeichnet ein Steuerverfahren einer zumindest teilweise axial schlagenden
und drehenden Elektrohandwerkzeugmaschine wie einen Kombihammer oder einen Meisselhammer.
[0002] Nach der DE3707052 weist eine axial schlagende und drehende Elektrohandwerkzeugmaschine
im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor und einer Werkzeugaufnahme eine elektromagnetische
Sicherheitskupplung auf, welche mit einem Mikrocontroller steuerbar verbunden ist,
der mit Sensoren verbunden ist und deren Steuerverfahren bei einer Werkzeugblockade
den Kraftfluss auftrennt.
[0003] Zudem weist nach der US5076120 ein Elektroschlagschrauber einen schwachen Elektromotor,
ein Getriebe und im Kraftfluss hinter diesem eine elektromagnetische Kupplung auf,
welche Tangentialschläge auslöst, indem diese beim frei hochlaufenden bzw. vom Werkstück
abgebremsten Elektromotor drehzahlabhängig ein- und ausgeschaltet wird.
[0004] Die Aufgabe besteht in der Realisierung einer zumindest teilweise axial schlagenden
und drehenden Elektrohandwerkzeugmaschine mit einem Steuerverfahren zur Erzeugung
von Tangentialschlägen.
[0005] Die Aufgabe wird im Wesentlichen durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Im Wesentlichen wird bei einem Steuerverfahren für eine axial schlagende und drehende
Elektrohandwerkzeugmaschine, bei welcher im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor
und einer Werkzeugaufnahme eine elektromagnetische Kupplung angeordnet ist, welche
mit einem Rechenmittel steuerbar verbunden ist, welches mit Sensoren verbunden ist,
in zumindest einem vom Rechenmittel gesteuerten Verfahrensschritt die Sicherheitskupplung
wiederholt alternierend geöffnet und geschlossen.
[0007] Durch die wiederholt alternierend geöffnete und geschlossene Sicherheitskupplung
werden durch das Massenträgheitsmoment des Elektromotors energetisch gespeiste Tangentialschläge
gegen den Bearbeitungswiderstand eines mit der Werkzeugaufnahme verbundenen Werkzeuges
erzeugt.
[0008] Vorteilhaft wird in diesem Verfahrensschritt die Kupplung mit einer Frequenz im Bereich
von 20 Hz bis 100 Hz alternierend geöffnet und geschlossen, wodurch die Frequenz der
Tangentialschläge wesentlich grösser als die Eigenfrequenz der im Hand-Arm-System
geführten Elektrohandwerkzeugmaschine ist.
[0009] Vorteilhaft wird dieser Verfahrensschritt bei einer vom Rechenmittel über den Sensor
detektierten, weiter vorteilhaft bezüglich einer Verdrehung des Gehäuses oder den
Schlupf der Kupplung, drohenden Werkzeugblockade initiiert, wodurch zumindest in einigen
Fällen durch die Tangentialschläge die Werkzeugblockade abgewendet werden kann.
[0010] Vorteilhaft ist der Sensor als Metalldetektor bspw. als Kriechstromdetektor, als
kapazitiver oder induktiver Näherungsschalter usw. ausgebildet, wodurch insbesondere
beim Schlagbohren in Beton bei Armierungseisentreffern über die initiierten Tangentialschläge
die Wahrscheinlichkeit einer Werkzeugblockade verminderbar ist.
[0011] Vorteilhaft ist das Rechenmittel mit einem manuell betätigbaren Schalter, bspw. einen
Taster, verbunden, über welchen dieser Verfahrensschritt manuell initiierbar ist,
wodurch diese Tangentialschläge manuell vorwählbar sind.
[0012] Im Wesentlichen ist eine zumindest teilweise axial schlagende und drehende Elektrohandwerkzeugmaschine,
bei welcher im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor und einer Werkzeugaufnahme eine
elektromagnetische Kupplung angeordnet ist, welche mit einem, mit Sensoren verbundenen,
Rechenmittel steuerbar verbunden ist, nach einem derartigen Steuerverfahren vom Rechenmittel
steuerbar.
[0013] Bereits mit einer elektromagnetischen Kupplung, vorteilhaft in Form einer Sicherheitskupplung
ausgebildeten, vor Werkzeugblockaden geschützte Elektrohandwerkzeugmaschinen sind
mit einem derartigen Steuerverfahren dahingehend erweiterbar, dass die Wahrscheinlichkeit
einer Werkzeugblockade aktiv verminderbar ist. Dazu sind im, vorteilhaft in Form eines
Mikrocontrollers ausgebildeten, Rechenmittel entsprechende Softwarealgorithmen implementiert.
[0014] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
Fig. 1 als Elektrohandwerkzeugmaschine
Fig. 2 als Steuerverfahren
[0015] Nach Fig. 1 weist eine axial schlagende und drehende Elektrohandwerkzeugmaschine
1 in Form eines Bohrhammers im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor 2 und einer
Werkzeugaufnahme 3 eine als Sicherheitskupplung ausgebildete elektromagnetische Kupplung
4 auf, welche mit einem als Mikrocontroller ausgebildeten Rechenmittel 5 steuerbar
verbunden ist, welches mit Sensoren 6a, 6b, 6c verbunden ist. Der Sensor 6a ist ein
im Gehäuse 7 der Elektrohandwerkzeugmaschine 1 angeordneter Beschleunigungssensor.
Der Sensor 6b ist ein in der Kupplung 4 angeordneter Schlupfsensor. Der Sensor 6c
ist ein in der Werkzeugaufnahme 3 angeordneter Kriechstromsensor. Ein manuell betätigbarer
Schalter 8 ist aussen am Gehäuse 7 angeordnet und mit dem Rechenmittel 5 steuerbar
verbunden.
[0016] Nach Fig. 2 wird bei einem vom Rechenmittel 5 zum Zeitpunkt t
0 initiierten Verfahrensschritt die Kupplung 4 wiederholt alternierend geöffnet und
geschlossen, wobei die Periodendauer, in welcher die elektromagnetische Kupplung 4
alternierend geöffnet und geschlossen wird, 20 ms beträgt, was einer Frequenz von
50 Hz entspricht.
1. Steuerverfahren für eine zumindest teilweise axial schlagende und drehende Elektrohandwerkzeugmaschine
(1), bei welcher im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor (2) und einer Werkzeugaufnahme
(3) eine elektromagnetische Kupplung (4) angeordnet ist, welche mit einem Rechenmittel
(5) steuerbar verbunden ist, welches mit zumindest einem Sensor (6a, 6b, 6c) verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem vom Rechenmittel (5) gesteuerten Verfahre nsschritt die Kupplung
(4) wiederholt alternierend geöffnet und geschlossen wird.
2. Steuerverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in diesem Verfahrensschritt die Kupplung (4) mit einer Frequenz im Bereich von 20
Hz bis 100 Hz alternierend geöffnet und geschlossen wird.
3. Steuerverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Verfahrensschritt bei einer vom Rechenmittel (5) über den Sensor (6a, 6b,
6c) detektierten drohenden Werkzeugblockade initiiert wird, optional bezüglich einer
Verdrehung eines Gehäuses (7) der Elektrohandwerkzeugmaschine (1), bezüglich des Schlupfes
der Kupplung (4) oder bezüglich der Detektion von Metall.
4. Steuerverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Verfahrensschritt manuell über einen mit dem Rechenmittel (5) verbunden, manuell
betätigbaren Schalter (8) initiierbar ist.
5. Elektrohandwerkzeugmaschine mit zumindest teilweise axial schlagenden und drehenden
Antrieb einer Werkzeugaufnahme (3), bei welcher im Kraftfluss zwischen einem Elektromotor
(2) und der Werkzeugaufnahme (3) eine elektromagnetische Kupplung (4) angeordnet ist,
welche mit einem, mit zumindest einem Sensor (6a, 6b, 6c) verbundenen, Rechenmittel
(5) steuerbar verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetische Kupplung (4) nach einem Steuerverfahren nach einem der vorherigen
Ansprüche vom Rechenmittel (5) steuerbar ist.