[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verpacken
von Fahrzeugrädern zu einem Räderpaket, vorzugsweise aus zwei Rädern.
[0002] Von den Reifenherstellern oder Händlem werden auf Bestellung angeforderte Reifen,
Felgen oder Kompletträder (Felge mit Reifen), im wesentlichen für PKW und Motorräder,
per Kurierdienste versandt. Im Nachfolgenden wird allgemein der Begriff Rad für Reifen,
Felgen und Kompletträder verwendet. Lediglich wenn eine unterschiedliche Betrachtung
zwischen Reifen und Felgen oder Kompletträder erforderlich ist, wird dies vorgenommen
und erschließt sich aus dem Sinnzusammenhang. Bei den Bestellungen handelt es sich
um Bestellungen von ganzen Radsätzen aber auch von einzelnen Rädern. Aus Gewichtsgründen
werden die Räder zu einem Räderpaket aus zwei Rädern zusammengestellt, wobei es aufgrund
der Einzelbestellungen häufig vorkommt, dass auch unterschiedliche Räder zusammengepackt
werden, die zu dem jeweiligen Besteller geschickt werden sollen. Da die Räder in der
Regel mittels Paketdiensten transportiert werden, laufen die einzelnen Räderpakete
über Förderbänder in den Paketverteilzentren, um dann entsprechend ihrem Bestimmungsort
sortiert zu werden.
[0003] Üblicherweise werden die Reifenpakete für den Versand nicht vollständig umwickelt,
um Material zu sparen, sondern nur entweder vollständig oder teilweise spulenförmig
über die Lauffläche und durch die Reifenöffnung hindurch. Sofern die Reifen nicht
an ihrer gesamten mit dem Transportband in Berührung kommenden Fläche umwickelt sind,
bremsen diese beim Transport auf den Transportbändern in den Paketverteilzentren ab,
wenn sie nicht exakt auf dem Band liegen oder mit einer Gummifläche mit dem Rand oder
dergleichen in Berührung kommen. Dies führt dazu, dass die Reifenpakete abstoppen,
sich verschieben und auf diese Art und Weise auch zu Stauungen bei dem Transport der
anderen Pakete führen. Bei der Umwicklung der vollständigen Lauffläche spiralförmig
über die Lauffläche und durch die Reifenöffnung passiert es auch häufig, dass Teile
der Folie durch den Transport verschoben werden, so dass doch Gummibereiche der Reifen
zum Vorschein kommen, die beim Transport an unerwünschten Stellen eine erhöhte Reibung
verursachen und dadurch das Reifenpaket auch Störungen auslöst.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit vorzuschlagen,
mit der ein Räderpaket kostengünstig mit möglichst wenig Folienverbrauch hergestellt
werden kann, das gleichzeitig keine Störungen beim Transport in Paketverteilzentren
verursacht.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Verfahrensanspruchs
sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Vorrichtungsanspruchs gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen sind den jeweiligen rückbezogenen Unteransprüchen zu
entnehmen.
[0006] Die Erfindung umfasst die Herstellung der Räderpakete in einem automatischen oder
halbautomatischen Verfahren bzw. mit einer entsprechenden Vorrichtung.
[0007] Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die beiden Räder mit den Flachseiten
auf einer Unterlage gestapelt, wobei bei unterschiedlichen Rädern das kleinere Rad
auf dem größeren Rad liegt. Dies erfolgt in der Regel manuell und kann beispielsweise
auf einer waagrecht angeordneten, nicht angetriebenen Rollenbahn erfolgen. Dabei werden
die Räder von Hand so aufeinander gelegt, dass das obere Rad zentriert auf dem unteren
liegt. Im Falle zweier Räder mit gleichem Durchmesser sollte das obere Rad keinen
Überstand über dem unteren Rad aufweisen.
[0008] Als nächstes wird zumindest das untere Rad zentriert, um für den späteren Wickelvorgang
eine genaue Position des herzustellenden Räderpakets zu haben. Das Zentrieren kann
in der eigentlichen Verpackungsvorrichtung erfolgen, wobei jedoch in diesem Falle
Packzeit für die Verpackung verloren geht. Es ist daher zweckmäßig, die Zentrierung
vor dem Zuführen zu der Verpackungsvorrichtung vorzunehmen. Dies kann automatisch
oder manuell durchgeführt werden.
[0009] Für den Wickelvorgang wird der Räderstapel angehoben, damit auch ein Umwickeln der
Auflageflächen des unteren Rades möglich ist. Mit dem Anheben erfolgt gleichzeitig
ein Festhalten des Räderstapels gegen seitliches Verrücken, um zu verhindern, dass
bei dem Umwickeln das obere Rad in seiner Position verändert wird.
[0010] Im Anschluss daran erfolgt das Umwickeln des Räderstapels über den radialen Umfang
und über die Schulter oben und unten mit einer Stretchfolie, so dass die Öffnung der
Reifen bzw. das Zentrum der Felge und des Komplettrades im wesentlichen frei bleibt.
Das Umwickeln kann entweder durch Drehen des Räderstapels oder über eine Rotorarmmaschine
erfolgen. Letzteres ist bevorzugt, da ein derartiger Aufbau kostengünstiger herzustellen
ist.
[0011] Nach dem Umwickeln erfolgt das Trennen der Folie, Klammern der Folie und das Ansiegeln
des Folienendes an dem Räderpaket. Dann wird das Räderpaket abgesenkt und freigegeben
für den Weitertransport.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausbildung des Verfahrens wird der Räderstapel auf einem Transportband,
vorzugsweise mit parallelen Fördergurten, zu einer Verpackungsvorrichtung angeordnet.
Auf diesem Transportband erfolgt die automatische Zentrierung zumindest des unteren
Rades mittig zu dem Transportband und nach dem Zentrieren das Zuführen des Räderstapels
mittels dieses Transportbandes zu der Verpackungsvorrichtung. Des Weiteren erfolgt
gemäß dieser bevorzugten Ausbildung des Verfahrens das Wegführen des fertigen Räderpakets
mittels einer Transporteinrichtung und gleichzeitig Zuführen des nächsten Räderstapels
zum gleichen Zeitpunkt. Mit diesen Maßnahmen wird die Taktgeschwindigkeit gesteigert,
so dass in der Verpackungsvorrichtung der Wickelvorgang schnell durchgeführt werden
kann, ohne dass zeitaufwendige Zentriervorgänge noch durchgeführt werden müssen. Darüber
hinaus erfolgt, wie allgemein üblich, der Weitertransport eines fertigen Räderpakets
zum gleichen Zeitpunkt wie die Zufuhr eines neuen Räderstapels.
[0013] Das automatische Zentrieren des Räderstapels erfolgt Vorteilhafterweise derart, dass
das Räderpaar, vorzugsweise mittels Rollen zwischen den parallelen Fördergurten angehoben
wird, der Räderstapel vorzugsweise mittels Zentrierbacken, die am Umfang zumindest
des unteren Reifens angreifen, seitlich verschoben wird, und anschließend die Rollen
abgesenkt werden um den Räderstapel auf den Fördergurten weiter zu transportieren.
Durch die Verwendung der Rollen kann ein leichtes Verschieben quer zur Transportrichtung
erfolgen. Grundsätzlich kann auch noch ein Zentrieren des oberen Rades automatisch
erfolgen. Dies macht die Einrichtung jedoch aufwendiger und kann durch die manuelle
sorgfältige Auflage des oberen Rades auf das untere Rad vermieden werden.
[0014] Damit für den Wickelvorgang der Verpackungsvorrichtung die Abmessungen vorliegen,
werden zum Zeitpunkt des Zentrierens die Radgröße des unteren Rades sowie die Stapelhöhe
erfasst und einer Steuereinrichtung für die Verpackungsvorrichtung zur Verfügung gestellt.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des Verfahrens erfolgt das Anheben des Räderstapels
für den Wickelvorgang zentrisch von unten mittels in die Reifenöffnung oder die Felge
eingreifenden Zentrierelementen. Diese Elemente bewirken ein Feinjustieren des Räderstapels,
insbesondere des unteren Rades, und greifen durch ihre Form mehr oder weniger weit
in die Reifenöffnung ein bzw. passen sich an das Felgenbett angreifend, spreizend
an den Felgendurchmesser an. Damit sind unterschiedliche Räderdurchmesser mit den
Zentrierelementen anhebbar.
[0016] Für das Festhalten des Räderstapels wird vorzugsweise von oben ein Druck auf das
obere Rad gegeben. Durch die Reibung der Gummiflächen zueinander wird damit sichergestellt,
dass beim Umwickeln das obere Rad nicht gegenüber dem unteren Rad verschoben wird.
Vorzugsweise erfolgt die Ausübung des Druckes durch Einführung ähnlicher Zentrierelemente
in die Reifen von oben, so dass auch hier unterschiedliche Reifendurchmesser und Reifenöffnungen
keine Rolle spielen. Das Festhalten der Felgen von oben erfolgt mittels auf die Felgen
aufdrückende Elemente.
[0017] Um ein festes Umwickeln der Räder zu einem stabilen Paket zu gewährleisten, wird
die Folie Vorteilhafterweise vor dem Umwickeln, vorzugsweise von 100 bis 300 % vorgedehnt.
Des Weiteren wird zweckmäßigerweise eine Folie, vorzugsweise Polyäthylen-Stretchfolie,
gewickelt, die auf der äußeren Seite glatt und auf der den Rädern zugewandten Seite
haftend ist. Dies sorgt einerseits für geringe Reibung bei dem Weitertransport des
Räderpakets während des Versands und andererseits für eine Klebung und Haftung der
Folie an den Rädern und damit eine besonders feste Schnürung des Pakets.
[0018] Zweckmäßigerweise wird nach dem Wickeln außerhalb der Verpackungsvorrichtung ein
Etikett auf die Folie, vorzugsweise über die Schulter des oberen Rades, aufgebracht,
welches bereits die Versandadresse in Form eines Strichcodeetiketts für Logistik-Paketdienstleister
enthält.
[0019] Die Räderverpackungsanlage gemäß der Erfindung weist eine Verpackungsvorrichtung
und Vorrichtungen zum Zuführen des Räderstapels und Abtransportieren des Räderpakets
auf. Sie umfasst ferner eine Zentriereinrichtung zum Zentrieren zumindest des unteren
Rades relativ zu der Verpackungsvorrichtung, eine Verpackungsvorrichtung mit einem
Rotationsarm zum horizontalen Umwickeln des Räderstapels, eine Anhebeinrichtung mit
Zentrierelementen, die von unten in die Öffnung des unteren Reifens bzw. Felge eingreifen
und den Räderstapel zentriert anheben sowie eine Zusammendrückeinrichtung mit Elementen,
die von oben in die Öffnung des oberen Reifens eingreifen bzw. auf die Felge pressen
und den Reifenstapel zusammendrücken.
[0020] Vorzugsweise sind die Zentrierelemente für die Reifenstapel als konischen Elemente
ausgebildet, die besonders bevorzugt als mehrere auf einem Kreis konisch zueinander
angeordnete Stäbe oder Rohre ausgebildet. Eine derartige Ausgestaltung ist kostengünstig
und einfach herstellbar. Für die Zentrierung der Felgen und der Kompletträder kann
zweckmäßigerweise eine Spreizeinrichtung vorgesehen sein, die von unten in die Felge
eingreift und gegen das Felgenbett drückt. Hierzu ist erforderlich, dass die Felgen
und Kompletträder auf der dem Fahrzeug zugewandeten Seite (Innenseite) liegen.
[0021] Die Zentriereinrichtung der Räderverpackungsmaschine weist Rollen auf, die von unten
anhebbar sind, sowie Zentrierbacken, die zumindest an dem unteren Rad angreifen.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen für die Verpackung
von Räder näher erläutert. Es stellen dar:
- Figur 1
- die schematische Draufsicht auf eine automatische Verpackungsanlage für Reifen;
- Figur 2
- die seitliche Darstellung der Verpackungsvorrichtung gemäß Figur 1; und
- Figur 3
- die seitliche Darstellung ähnlich Figur 2 mit einer Verpackungsvorrichtung für Felgen
und Kompletträder.
[0023] Figur 1 zeigt eine erste Transportbahn 1, beispielsweise Rollenbahn, zur manuellen
Aufgabe der Reifen. Diese werden hier möglichst genau manuell aufeinandergelegt. Im
Anschluss daran gelangt der Reifenstapel 20 zu einer angetriebenen Transportbahn 2,
die parallele Transportbänder 5 aufweist und den Reifenstapel 20 zu der daran anschließenden
Verpackungsvorrichtung 3 transportiert. Auf diesem Wege gelangt der Reifenstapel 20
zu einer Zentriereinrichtung 4. Diesen umfasst zwischen den Transportbändern 5 anhebbare
Rollen 6 sowie auf beiden Seiten der Transportbahn 2 angeordnete Zentrierbacken 7,
8 in Form eines Prismas. Mittels diesen wird der Reifenstapel 20 zu der Transportbahn
zentriert. Da diese genau definiert in die Verpackungsvorrichtung 3 einläuft, ist
damit eine wesentliche Zentrierung bereits erfolgt. Im Bereich der Zentriereinrichtung
4 befinden sich außerdem eine nicht dargestellte Einrichtung zur automatischen Vermessung
der Stapelhöhe, beispielsweise mittels bekannten geeigneten optischen Sensoren. Anhand
der gemessenen Daten werden die Verpackungsparameter der Verpackungsvorrichtung 3
in einer Steuerreinrichtung 23 errechnet und eingestellt.
[0024] Es ist selbstverständlich, dass für die gesamte Ablaufsteuerung entsprechende Messwertgeber
bzw. Stopper und dergleichen vorgesehen sind, um einen kontinuierlichen und möglichst
schnellen Durchlauf der Reifenstapel 20 bis zur vollständigen Verpackung zu gewährleisten.
[0025] Nach dem Zentrieren gelangt der Reifenstapel 20 über die Transportbahn 2 in die Verpackungsvorrichtung
3 und wird dort über eine motorisch angetriebene Anhebeeinrichtung 10, die von unten
in die Öffnung des unteren Reifens eingreift, zentriert angehoben und gleichzeitig
von oben mit einer, beispielsweise pneumatisch betätigten Zusammendrückeinrichtung
11 zusammengepresst und arretiert.
[0026] Im Anschluss daran fährt der Rotationsarm 12 mit der Folie 9 um den Reifenstapel
20 und wickelt ihn zu einem Reifenpaket 21 über den radialen Umfang und über die Schulter
oben und unten. Beim Abwickeln von der Folienrolle 13 durchläuft die Folie eine Dehnungseinrichtung
14, die beispielsweise als ein allgemein bekanntes Zwei-Walzen-Foliensystem ausgebildet
sein kann.
[0027] Nach dem fertigen Umwickeln und Abtrennen der Folie 9 wird diese an dem Reifenpaket
angesiegelt. Dazu wird die Folie 9 mit einem beheizten Trenndraht getrennt und mit
Luft an das Reifenpaket geblasen. Im Anschluss daran erfolgt das Absenken und Freigeben
des Reifenpakets und der Weitertransport über eine nachfolgende Transportbahn 16.
Bei Weitertransport wird das Ende der Folie 9 angebürstet.
[0028] Figur 2 zeigt in schematischer Darstellung die konischen Elemente 17 und 18 der Anhebeeinrichtung
10 und der Zusammendrückeinrichtung 11. Diese bestehen im wesentlichen aus Rohren
19, die schräg zueinander (auf einem gedachten Kreis) angeordnet sind. In dem Ausführungsbeispiel
sind vier Rohre 19 kreuzweise angeordnet und fixiert, jedoch können auch mehr oder
weniger Rohre verwendet werden, um den universellen Eingriff in die Reifenöffnung
22 zu erreichen. Die kreuzweise Anordnung verhindert ein Zusammenstoßen der Rohre
19 für den Fall, dass aus irgendwelchen Gründen die Zusammendrückeinrichtung 11 und
die Anhebeeinrichtung 10 zusammenfahren. Durch diese Ausbildung können verschieden
große Reifendurchmesser angehoben und zentriert bzw. zusammengepresst werden. Für
die verschiedenen Höhen der Reifenstapel 20 ist die Folienrolle 13 in vertikaler Richtung
bewegbar. Der Weg wird in Abhängigkeit von dem vertikalen Vorschub der Zusammendrückeinrichtung
11 festgelegt, damit eine dem Reifenstapel entsprechende Umwicklung erfolgen kann.
[0029] Selbstverständlich können zu einer Verpackungsvorrichtung 3 mehrere zuführende Transportbahnen
2 oder zu einer Transportbahn 2 zuführende Rollenbahnen 1 oder Gurtförderer vorgesehen
sein. Hier sind dann entsprechende, dem Fachmann geläufige Vorkehrungen zum Vereinzeln
der herangeführten Reifenstapeln 20 zu treffen.
[0030] In der Figur ist eine Verpackungsanlage dargestellt, die für das Verpacken von Felgen
oder Kompletträdern geeignet ist. Im wesentlichen entspricht sie der in den Figuren
1 und 2 dargestellten und beschriebenen Anlage mit dem beschriebenen Ablauf. Gleiche
Teile haben daher auch gleiche Bezugszeichen. Im Zusammenhang mit der Bestückung der
Anlage ist es wichtig, dass die Felgen 32 oder Kompletträder 30 mit der Innenseite
der Felge nach unten auf die Rollenbahn 1 zu einem Kompletträderstapel 27 oder einem
Felgenstapel gelegt werden. Je nach Aufbau der Anhebeinrichtung 10 und der Zusammendrückeinrichtung
11 kann die obere Felge 32 bzw. das Komplettrad 30 entsprechend oder umgekehrt aufgelegt
werden.
[0031] In der Verpackungsvorrichtung 3 weist die Anhebeinrichtung 10 eine Spreizeinrichtung
mit Spreizelemente 24 auf, die in die Felgenöffnung 26 eingreifen und sich am Felgenbett
31 abstützen. Wenn die Zusammendrückeinrichtung 11 ebenso über eine Spreizeinrichtung
mit Spreizelemente 24 zusammengedrückt werden soll, muss die obere Felge 32 mit der
Innenseite nach oben zeigen. In der Figur 3 ist die Variante dargestellt, bei der
als Zusammendrückeinrichtung 11 ein konischer Dorn 25 verwendet wird, der in die zentrale
Öffnung der Felge 32 für die Radnabe eingreift und dadurch Durchmesser unabhängig
ist. Bei Bedarf kann dieser auch spreizbar ausgebildet sein, wenn die Felge keine
derartige zentrale Öffnung aufweist. Um die Werkzeuge wechseln zu können, ist eine
Wechseleinrichtung 28 vorgesehen. Diese ist in diesem Beispiel als manuelle Wechseleinrichtung
ausgebildet und weist einen in einer Querbohrung angeordneten Stift 28 auf. Die Spreizelemente
24 können beispielsweise als Druckluftzylinder mit dem Felgenbett zugewandten Gummipuffern
auf einer Metall- oder Kunststoffplatte ausgebildet sein. Damit werden eine Zentrierung
und das anschließende Halten der Felge mit oder ohne Reifen gewährleistet. Nach dem
Umwickeln wird das fertige Felgen- der Kompletträderpaket 29 abgesenkt und ausgefahren.
[0032] Mit einer Räderverpackungsanlage gemäß dem Ausführungsbeispiel ist es möglich, 3-5
Pakete pro Minute herzustellen.
[0033] Bei einer halbautomatischen Verpackungsanlage wird im Gegensatz zu der vorstehend
beschriebenen automatischen Verpackungsanlage der Reifenstapel manuell zentriert.
Dies kann entweder direkt in der Verpackungsvorrichtung 3 oder auf ebenfalls dazu
vorhandenen Zuführbahnen außerhalb der Verpackungsvorrichtung 3 durchgeführt werden.
Letzteres um zeitlich schneller zu sein. Auch kann anstelle des in den vorherigen
Figuren verwendeten bevorzugten Rotationsarmes 12 ein in vertikal verfahrbarer Folienhubschlitten
verwendet werden, von dem die Folie bei der Rotation des Reifenstapels abgewickelt
wird. Alternativ dreht sich der Reifenstapel (Reifenpaar, Räder, Felge) um die eigene
Achse innerhalb der Verpackungsvorrichtung 3. Die Folie wird über ein Folienhubschlitten
in einem Mast - außerhalb der Anhebevorrichtung - geführt.
1. Reifenverpackungsverfahren für zwei Fahrzeugräder mit den folgenden Schritten
A Stapeln der beiden Räder mit den Flachseiten auf einer Unterlage, wobei bei unterschiedlichen
Rädern das kleinere Rad auf dem größeren liegt;
B Zentrieren zumindest des unteren Rades;
C Anheben und Festhalten des Räderstapels;
D Umwickeln des Räderstapels über den radialen Umfang und über die Schulter oben
und unten mit einer Stretchfolie;
E Trennen der Folie und Ansiegeln des Folienendes an dem Räderpaket;
F Absenken und Freigeben des Räderpakets.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die zusätzlichen Schritte:
A1 Anordnen des Räderstapels auf einer Transportbahn (2) vorzugsweise parallelen
Fördergurten, zu einer Wickeleinrichtung (12) in einer Verpackungsvorrichtung (3);
B1 Zentrieren zumindest des unteren Rades mittig zu der Transportbahn (2);
B2 Zuführen des Räderstapels nach dem Zentrieren mittels der Transportbahn (2) zu
der Verpackungsvorrichtung (3);
F1 Wegführen des fertigen Räderpakets (21) mittels einer Transporteinrichtung (16)
und gleichzeitiges Zuführen des nächsten Räderstapels über die Transportbahn (2).
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrieren gemäß Schritt B1 folgende Schritte umfasst:
B1.1 Anheben des Räderpaares, vorzugsweise mittels Rollen (6) zwischen parallelen
Fördergurten (5),
B1.2 seitliches Verschieben des Räderstapels (20) vorzugsweise mittels Zentrierbacken
(7, 8);
B1.3 Absenken der Rollen (6).
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Zentrieren die Reifengröße des unteren Rades sowie die Stapelhöhe erfasst
und für das Umwickeln bereitgestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Anheben des Räderstapels zentrisch von unten mittels in die Reifen- oder Felgenöffnung
eingreifenden Zentrierelementen (17, 24) durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Festhalten des Räderstapels von oben durch Erzeugen eines Druckes auf das obere
Rad durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck durch Einführen von konischen Elementen (18, 25) in die Reifenöffnung (22)
bzw. Felgenöffnung (26) erzeugt wird.
8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie vor dem Umwickeln, vorzugsweise von 100 bis 300 % vorgedehnt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Folie, vorzugsweise PE-Stretchfolie, gewickelt wird, die auf der Außenseite
glatt und auf der den Rädern zugewandten Seite haftend ist.
10. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Etikett nach dem Ansiegeln des Folienendes auf die Folie, vorzugsweise über der
Schulter des oberen Rades, außerhalb der Verpackungsvorrichtung (3) aufgebracht wird.
11. Räderverpackungsanlage für zwei Fahrzeugräder mit einer Verpackungsvorrichtung (3)
und gegebenenfalls Vorrichtung (2) zum Zuführen des Räderstapels (20) und Abtransportieren
(16) des Räderpakets (21), gekennzeichnet durch
eine Verpackungsvorrichtung (3) mit einer Einrichtung (12) zum horizontalen Wickeln
des Räderstapels (20);
eine Anhebeeinrichtung (10) mit Zentrierelementen (17, 24), die von unten in die Öffnung
des unteren Reifens bzw. der Felge eingreifen und den Reifenstapel (20) bzw. Räderstapel
(27) zentriert heben;
eine Zusammendrückeinrichtung (11) mit Presselementen (18, 25), die von oben in die
Öffnung (22) des oberen Reifens eingreifen oder zentriert auf oder in die Felge pressen
und den Reifenstapel (20) bzw. den Räderstapel (27) zusammendrücken und festhalten.
12. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrierelemente und die Presselemente als konische Elemente (17, 18), vorzugsweise
als auf einem Kreis konisch zueinander angeordnete Stäbe oder Rohre, (19) ausgebildet
sind.
13. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrierelemente für den Eingriff in die Felge als Spreizelemente (24) ausgebildet
sind, die sich am Felgenbett abstützen.
14. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Presselemente (25) als ein in die Felgenöffnung eingreifender Dorn ausgebildet
ist.
15. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wechseleinrichtung für die Zentrierelemente und die Presselemente vorgesehen
ist.
16. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinrichtung (4) Rollen (6) umfasst, die von unten anhebbar sind.
17. Räderverpackungsanlage nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriereinrichtung (4) Zentrierbacken (7, 8) aufweist, die zumindest an dem
unteren Rad angreifen.
18. Räderverpackungsanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zentriereinrichtung (4) zum Zentrieren zumindest des unteren Rades relativ zu
der Verpackungsvorrichtung (3) in der Vorrichtung (2) zum Zuführen des Räderstapels
(20) angeordnet ist.