[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Programmierung der Zerlegung
von Projektilen nach dem Anspruch 1 und eine Rohrwaffe mit einem Programmiersystem
nach dem Anspruch 6. Beansprucht wird die Priorität des Schweizer Patentgesuches Nr.
2003 0298/03 vom 26. Februar 2003.
[0002] Unter dem Begriff Rohrwaffen sollen im Zusammenhang mit der Erfindung solche Rohrwaffen
verstanden werden, die sich zum Abschuss von Projektilen, insbesondere von Granaten,
eignen, deren Trajektorien stark gekrümmt sind und vorzugsweise in der unteren Winkelgruppe
liegen. Die Fallwinkel der Projektile, die mit solchen Rohrwaffen in Sinne der Erfindung
verschossen werden, liegen in einem Bereich der grösser als etwa 5° ist. Solche Rohrwaffen
werden im Allgemeinen zur Bekämpfung von Land- und Seezielen eingesetzt.
[0003] Um mit einem zerlegbaren Projektil eine optimale Waffenwirkung zu erhalten, muss
die Zerlegung des Projektils im nahen räumlichen Umfeld des zu bekämpfenden Zieles
erfolgen. Damit dies zutrifft, werden Projektile mit programmierbaren Zündern, die
im Allgemeinen als programmierbare oder tempierbare Projektile bezeichnet werden,
eingesetzt. Das Ziel der Programmierung ist es, zu erreichen, dass an sich gleiche
Projektile, die mit gleicher Elevation abgeschossen werden und die somit grundsätzlich
längs derselben Trajektorie fliegen, je nach der Lage des Zieles in Bezug zur Rohrwaffe
an unterschiedlichen Zerlegungsorten detonieren.
[0004] Herkömmlicherweise werden durch die Programmierung die Projektile nicht direkt so
programmiert, dass sie an einem bestimmten Zerlegungsort detonieren. Programmiert
wird vielmehr der Zeitpunkt der Zerlegung bzw. die Flugdauer der Projektile zwischen
Waffe und Zerlegungsort. Dafür kann entweder die Flugdauer direkt programmiert werden,
oder es werden eine Anzahl Projektilrotationen bis zur Detonation vorgegeben.
[0005] Damit die Projektile eine optimale Wirkung entfalten, müssen bezüglich des Zerlegungsortes
mehrere Bedingungen eingehalten werden. Die Zerlegung der Projektile soll in einer
optimalen Distanz in Bezug auf das Ziel stattfinden. Der Grund dafür ist der Folgende:
Bei der Zerlegung bzw. Detonation solcher Projektile entstehen zahlreiche Fragmente
bzw. Splitter. Diese Splitter besitzen im Allgemeinen eine nur geringe Masse, aber
eine hohe anfängliche Geschwindigkeit. Allerdings vermindert sich diese Geschwindigkeit
infolge des Luftwiderstandes rasch. Die Splitter bewegen sich, ausgehend vom Detonationsort,
in einem Splitterraum, der zum Beispiel als Streukegel bezeichnet werden kann. Die
Wirksamkeit der Splitter ist im Wesentlichen eine Funktion ihrer Masse, ihres Materials,
ihrer Form sowie ihrer Geschwindigkeit im Ziel. Diese Wirkung vermindert sich mit
abnehmender Geschwindigkeit, oder, mit anderen Worten, mit zunehmendem Abstand vom
Zerlegungsort beträchtlich. Der räumliche Wirkungsbereich von solchen Granaten bzw.
Projektilen mit Explosivstoff ist demzufolge eng begrenzt. Für den optimalen Zerlegungsort
der Granate in Splitter sind daher zwei wichtige Bedingungen zu beachten: Erstens
sollte die Zerlegung möglichst nahe beim Ziel stattfinden, um eine hohe Wirkung im
Ziel zu entfalten; bei Erdund Seezielen heisst das, dass die Granate im Umfeld des
Zieles detonieren muss. Zweitens muss zur Erreichung einer guten Trefferwahrscheinlichkeit
der Splitter die Zerlegung in einem nicht zu kleinen Abstand in Bezug auf das Ziel
erfolgen. Die Flugzeit bis zur Zerlegung muss jedoch unbedingt so festgelegt werden,
dass die Zerlegung vor dem Aufschlag erfolgt. Die genannten Bedingungen setzen enge
Grenzen für den optimalen Bereich des Zerlegungsortes und insbesondere für den Höhenbereich
des Zerlegungsortes.
[0006] Kanonen werden im Allgemeinen zur Bekämpfung von Zielen in gestrecktem Schuss verwendet.
Die Projektiltrajektorien der hierbei verschossenen Projektile sind also gestreckt
bzw. verhältnismässig wenig überhöht und weisen daher überall einen nur geringen Höhenabstand
über dem Boden und den bekämpfenden Zielen auf. Die Projektile werden dabei herkömmlicherweise
so programmiert, dass sie in einem bestimmten Längenabstand von der Waffe detonieren.
Infolge der gestreckten Flugbahnen detonieren die Projektile hierbei auf jeden Fall
in geringer Höhe über dem Ziel.
[0007] Andere Rohrwaffen, insbesondere Rohrwaffen in der Art von Granatwerfern, verschiessen
Projektile bzw. Granaten längs Trajektorien, die stärker überhöht bzw. gewölbt sind
als die Trajektorien der oben erwähnten Kanonenprojektile. Erfolgt bei solchen Projektilen
die Programmierung in gleicher Weise wie bei Kanonenprojektilen, so berücksichtigt
die Programmierung die wichtige Bedingung nicht, dass der Detonationsort der Projektile
in einer bestimmten, möglichst geringen, Höhe über dem Ziel liegen soll.
[0008] Zwar sind verschiedene Möglichkeiten bekannt, um die Projektile an optimaler Stelle
detonieren zu lassen, wobei bei der entsprechenden Programmierung der Projektile die
tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit bzw. die Abweichung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
von einer vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit berücksichtigt wird. Die US-5,814,756
beispielsweise beschreibt, wie die Zerlegungszeit so korrigiert werden kann, dass
die horizontale Zerlegungsdistanz vor dem Ziel möglichst konstant bleibt. Auch die
US-5,894,102 beschreibt eine Methode zum Korrigieren der Zerlegungszeit zwecks Einhaltung
einer konstanten Zerlegungsdistanz zwischen Waffe und Zerlegungsort. Ein anderes Verfahren
zur Zerlegung einer Granate in einer bestimmten horizontalen Distanz von der Waffe
ist mit der US-2002/088367 bekanntgeworden, wobei aber keine Messung der Mündungsgeschwindigkeit
und keine Programmierung des Projektils erfolgt, sondern die Detonation durch ein
Radarsignal ausgelöst wird. Alle drei erwähnten Dokumente beschreiben also Verfahren,
mit welchem eine Detonation der Projektile in einer vorbestimmbaren horizontalen Distanz
erfolgt.
[0009] Offensichtlich liegt der Nachteil der Anwendung des herkömmlichen, ursprünglich für
das gestreckte Schiessen bestimmten Programmierverfahrens auf Projektile, die längs
stark gekrümmter Trajektorien verschossenen werden, darin, dass diese Projektile wegen
ihrer überhöhten Trajektorien nicht in der optimalen Höhe über dem Ziel detonieren
und somit keine befriedigende Wirkung haben.
[0010] In Wirklichkeit erfolgt die Detonationen der Projektile ohnehin nicht oder nur zufällig
an genau denjenigen Orten, an denen sie gemäss der Programmierung stattfinden sollten,
da, wie schon erwähnt, aus verschiedenen Gründen stets eine gewisse Streuung eintritt.
Ein wesentlicher Grund für die Streuung liegt darin, dass die tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit
der Projektile von der theoretisch berechneten Mündungsgeschwindigkeit der Projektile
abweicht, dass aber die Programmierung auf Grund der theoretischen Mündungsgeschwindigkeit
erfolgte.
[0011] Es ist nun Aufgabe der Erfindung,
- ein Verfahren anzugeben, mit welchem die Wirkung von Projektilen verbessert wird,
deren Trajektorien nicht gestreckt sind, auch wenn eine Abweichung der tatsächlichen
Mündungsgeschwindigkeit der Projektile von der theoretischen Mündungsgeschwindigkeiten
vorhanden ist; und
- eine Rohrwaffe mit einem Programmiersystem vorzuschlagen, welches zur Durchführung
des Verfahrens geeignet ist.
[0012] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss
- für das Verfahren durch die Merkmale des Anspruchs 1; und
- für die Rohrwaffe mit dem Programmiersystem durch die Merkmale des Anspruchs 6.
[0013] Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Verfahrens und dieser Rohrwaffe mit dem neuen
Programmiersystems sind durch die jeweiligen abhängigen Ansprüche definiert.
[0014] Das neue Verfahren wird insbesondere, aber nicht ausschliesslich, auf Rohrwaffen,
im Weiteren als Waffen bezeichnet, angewendet, mit denen in der unteren Winkelgruppe
geschossen wird. Die Projektile werden durch Übertragung einer Programmierung bzw.
eines entsprechenden Signals programmiert. Die Berechnungen für die Programmierung
erfolgen unter Berücksichtigung der Lage des Zieles, aussen- und endballistischer
Kriterien, einer vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit, einer tatsächlichen bzw. gemessenen
Mündungsgeschwindigkeit mindestens eines der Projektile und der Randbedingung, dass
die Detonation an einem Zerlegungsort stattfinden soll, der in einer optimalen Höhe
über dem Ziel liegt.
[0015] Bei einer Vorberechnung wird die vorbekannte theoretische Mündungsgeschwindigkeit
benutzt. Bei einer definitiven Berechnung werden zwei Gedanken kombiniert, nämlich
die Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit, welche durch eine
Messung ermittelt wird, und die Einhaltung der optimalen Höhe des Zerlegungsortes.
[0016] Hierbei kann die Vorberechnung vor der Messung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
durchgeführt werden, und nach der Messung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
kann eine Berechnungskorrektur und damit die endgültige Berechnung durchgeführt werden;
oder die gesamte endgültige Berechnung kann nach Bestimmung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
stattfinden.
[0017] Mit dem neuen Verfahren erreicht man, dass die Zerlegung von Projektilen in der Art
von Granaten, die längs stark gekrümmter Trajektorien verschossen werden, in optimaler
Höhe über dem Ziel stattfindet, und dass die sonst übliche, durch Abweichung der tatsächlichen
Mündungsgeschwindigkeit von der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit verursachte,
Streuung praktisch vermieden wird durch die Berücksichtigung der tatsächlichen bzw.
gemessenen Mündungsgeschwindigkeit. Neu ist die Berücksichtigung der tatsächlichen
bzw. gemessenen Mündungsgeschwindigkeit zur Optimierung der Höhe des Detonationsortes,
denn herkömmlicherweise wurde durch die Berücksichtigung der tatsächlichen bzw. gemessenen
Mündungsgeschwindigkeit die Schusslänge, das heisst der Längenabstand des Detonationsortes
von der Waffe, optimiert.
[0018] Das neue Verfahren und das neue Programmiersystem sind, wie schon mehrfach erwähnt,
insbesondere für Rohrwaffen, zum Beispiel Infanteriewaffen bzw. Maschinenkanonen,
bestimmt, welche zum Abschuss von Projektilen längs stark gekrümmter Trajektorien
und vorzugsweise in der unteren Winkelgruppe geeignet sind, wobei die Fallwinkel relativ
zur Horizontalen etwa 5° übersteigen.
[0019] Im Allgemeinen handelt es sich bei den Rohrwaffen, die im Rahmen der Erfindung benutzt
werden, um mindestens halbautomatische oder automatische Rohrwaffen, insbesondere
um Granatwerfer oder Maschinenkanonen. Die Programmierung nach dem erfindungsgemässen
Verfahren kann aber auch durchgeführt werden für im Einzelschuss abgegebene Projektile.
[0020] Zur Durchführung des Verfahrens wird eine Rohrwaffe mit einem Programmiersystem benutzt.
Das Programmiersystem weist erfindungsgemäss v
0-Messmittel, Berechnungsmittel, einschliesslich Speichermitteln, zur Berechnung von
Daten für die Programmierung, und Übertragungsmittel zum Übertragen der Programmierung
bzw. entsprechender Signale an die Projektile auf.
[0021] Vorzugsweise sind integrierte Distanz-Messmittel vorgesehen, um den Längenabstand
des Zieles von der Rohrwaffe zu vermessen. Es können hierfür aber auch externe Distanz-Messmittel
eingesetzt werden, und in gewissen Fällen kann der erwähnte Längenabstand auch mit
Hilfe topographischer Karten ermittelt werden.
[0022] Die Ausbildung der Rohrwaffe mit dem Programmiersystem ist bevorzugt so, dass die
Abgabe von Projektilen blockiert wird, wenn als Ergebnis der Berechnungen zur Programmierung
ein Zerlegungsort resultieren würde, der innerhalb eines Sicherheitsfeldes um die
Rohrwaffe liegen würde. Das Sicherheitsfeld ist im Wesentlichen abhängig von den Projektilen
bzw. ihres Wirkungsbereiches.
[0023] Rohrwaffen zur Abgabe von Projektilen in Seriefeuer und mit dem neuen Programmiersystem
sind vorzugsweise so ausgebildet, dass eine Serie bzw. ein Feuerstoss von einem Schützen
initiiert wird und sich so lange fortsetzt, bis eine Unterbrechung durch den Schützen
erfolgt.
[0024] Es ist günstig, wenn bei einer Unterbrechung von Seriefeuer gewisse Einstellungen
erhalten bleiben, insbesondere, falls dasselbe Ziel weiter bekämpft werden soll, die
mit dem Längenabstand des Zieles zusammenhängenden Einstellungen. Eine weitere Serie
bzw. ein weiterer Feuerstoss zur Bekämpfung desselben Zieles kann dann ohne weitere
Eingaben erfolgen, und erst bei der Bekämpfung eines neuen Zieles müssen die entsprechenden
Einstellungen geändert werden. Die Rohrwaffe kann aber auch so ausgebildet sein, dass
bei der Beendigung einer Serie bzw. eines Feuerstosses die eingestellten Werte gelöscht
werden.
[0025] Im Folgenden wird die Erfindung an Hand von Beispielen und mit Bezug auf die Zeichnung
ausführlich beschrieben. Die Zeichnungen sind nicht masstäblich. Es zeigen:
- Fig. 1
- das Flugverhalten zerlegbarer Projektile, zur Erläuterung von im Rahmen der Beschreibung
verwendeten Begriffen;
- Fig. 2
- eine Rohrwaffe und ein zu bekämpfendes Ziel, zur Erläuterung der Festlegung geeigneter
Einstellungen, in schematischer Darstellung;
- Fig. 3
- eine Rohrwaffe und ein Ziel sowie Flugbahnen gleicher Projektile mit gleicher Programmierung,
wobei nur Berechnungen zur Vorprogrammierung aber nicht zur Korrektur der Letzteren
erfolgten, in gleicher Darstellung wie Fig. 2;
- Fig. 4
- eine Rohrwaffe und ein Ziel sowie Flugbahnen gleicher Projektile, wobei Berechnungsschritte
zur Vorberechnung und zur definitiven Berechnung erfolgen, in gleicher Darstellung
wie Fig. 2 und 3; und
- Fig. 5
- eine Rohrwaffe mit einem Programmiersystem nach der Erfindung, in schematischer Darstellung.
[0026] Einleitend werden verschiedene an sich bekannte Begriffe, die im Zusammenhang mit
der vorliegenden Erfindung stehen und die ggfs. im nachfolgenden Text oder in den
Fig. 1 bis 4 erscheinen, erläutert.
[0027] Einsatz-spezifische Grössen sind eine Bekämpfungsdistanz bzw. ein Längenabstand x
Z eines Zieles Z, ein Längenabstand x
Q eines Zerlegungsortes Q und ein optimaler Längenabstand x
Q* eines optimalen Zerlegungsortes Q* von einer Rohrwaffe 12, ferner tz, das heisst
die Zünderlaufzeit, welche mit der Zündung der Projektile G zu laufen beginnt und
bei deren Ende die Zerlegung der Projektile G an Zerlegungsorten Q erfolgt. Mit x
und y sind jeweils laufende Koordinaten bezeichnet.
[0028] Weitere Einflussgrössen sind, jeweils für bekannte Typen von Projektilen G sind erstens
die Wirkdistanz w einer Granate G; die eine Funktion des Granattyps und über die Bekämpfungsdistanz
x bzw. einen Bereich des Längenabstandes praktisch konstant ist; zweitens die Ungenauigkeitsdistanz
u; drittens die Höhe y bzw. die Überhöhung in y-Richtung des Detonationsortes Q für
ein bestimmtes Ziel Z; viertens das Fehlerbudget-System E.
[0029] Noch weitere Einflussgrössen sind eine vorbekannte oder Norm-Mündungsgeschwindigkeit
v
0(0) der Projektile G und eine tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) der Projektile G. Für eine Vorberechnung wird die vorbekannte bzw. vorbestimmte
bzw. Norm-Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) benutzt, es wird festgesetzt, dass die Zerlegung zu einer Zeit t stattfindet,
welche errechnet werden kann aus verschiedenen Einflussgrössen. Die effektive Mündungsgeschwindigkeit
v
0(eff) weicht im Allgemeinen von der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) ab und muss daher gemessen werden. Für die endgültige Berechnung wird die effektive
Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) berücksichtigt. Wird nur mit der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) gerechnet, so erfolgt die Zerlegung der Projektile G auf Grund eines zu übertragenden
Signals nach einer Flugdauer t. Wird bei der endgültigen Berechnung mit der tatsächlichen
Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) gerechnet, so muss das den Projektilen G zu übertragende Signal, welches die
Flugzeit bis zur Zerlegung bestimmt, so verändert werden, dass die Zerlegung bzw.
Detonation nach der Flugdauer t + Δt stattfindet; Δt ist ein Zeitfehler und kann positive
oder negative Werte annehmen; Δt sollte möglichst gering sein.
[0030] Bei rasch bewegten Zielen Z muss in diesen Berechnungen auch die Zielgeschwindigkeit
v
z berücksichtigt werden, insbesondere dann, wenn sich rasch bewegte Ziele der Röhrwaffe
nähern; im Rahmen der vorliegenden Beschreibung wird aber angenommen, dass die Zielgeschwindigkeit
Null oder vernachlässigbar klein ist.
[0031] Die Elevation λ des Waffenrohres 13 der Rohrwaffe 12 wird vor dem Abschuss der Projektile
G eingestellt; sie folgt aus der Lösung der bekannten ballistischen Grundgleichung,
mit welcher die Flugdauer bestimmt wird.
[0032] Fig. 1 zeigt die Rohrwaffe 12 mit einem Waffenrohr 13 und ein zu bekämpfendes Ziel
Z in einem Längenabstand x
z von der Rohrwaffe 12. Die Projektile G, mit welchen das Ziel Z zu bekämpfen ist,
bewegen sich in Abhängigkeit von der eingestellten Elevation λ des Waffenrohres 13
auf unterschiedlichen Projektiltrajektorien g bzw. g*. Die geeignete Elevation λ*
ist diejenige, bei welcher sich das Projektil G auf der optimalen Projektiltrajektorie
g* bewegt, so dass sich das Projektil G bei seiner Zerlegung im Längenabstand x
Q* von der Rohrwaffe 12 und in einer optimalen Höhe y* über dem Ziel Z befindet. Eine
optimale Programmierung hat zur Folge, dass das Projektil G in dieser optimalen Höhe
y* an einem optimalen Zerlegungsort Q* detoniert. Bei der Zerlegung eines Projektils
G entstehen Fragmente, die sich mit relativer Fragmentgeschwindigkeit allseitig vom
Zerlegungsort entfernen. Die absolute Geschwindigkeit der Fragmente setzt sich zusammen
aus der Fragmentgeschwindigkeit und der Projektilgeschwindigkeit. Das Ziel Z befindet
sich optimalerweise etwa mittig in einer Fläche, in welcher sich die Ebene des Ziels
Z und der Splitterraum , in welchem sich die Splitter der bei Q* detonierten Projektile
G bewegen, schneiden.
[0033] In Fig. 2 ist das Verhalten von in der Theorie ballistisch gleich agierenden Projektilen
G dargestellt, die bei gleicher Elevation λ und mit gleicher Programmierung abgeschossen
werden; die Berechnungen zur Programmierung berücksichtigen hierbei nur die vorbekannte
Mündungsgeschwindigkeit v
0(0), eine Korrektur zur Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
v
0(eff) findet nicht statt. Der Übersichtlichkeit halber sind nur drei Projektile G
dargestellt, aber in Wirklichkeit kann eine Serie weit mehr als drei Projektile umfassen.
Die Rohrwaffe 12, welche das Waffenrohr 13 besitzt, schiesst die Projektile G ab,
um das Ziel Z zu bekämpfen. Bei einer vorgängig berechneten und jetzt als gegeben
vorausgesetzten Elevation λ des Waffenrohres 13 und unter Berücksichtigung einer bekannten
Letalität der Projektile G ergibt die Vorberechnung eine Flugzeit t bis zur Detonation;
diese Vorberechnung erfolgt auf Grund der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0). Die Zerlegungsorte Q der Projektile G liegen dann theoretisch in der optimalen
Höhe y* über dem zu bekämpfenden Ziel Z und in einem Längenabstand x
Q* von der Rohrwaffe 12, wobei im vorliegenden Fall der Zerlegungsortes Q etwas weniger
weit von der Rohrwaffe 12 liegt als das Ziel Z, das sich im Abstand x
z von der Rohrwaffe 12 befindet.
[0034] Würde die tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) der Projektile G mit der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) übereinstimmen, so würden sich gemäss Fig. 3, die Abwesenheit störender Einflüsse
vorausgesetzt, alle Projektile G auf einer gemeinsamen optimalen Projektiltrajektorie
g* bewegen und am Zerlegungsort Q* detonieren. Im Allgemeinen weicht, wie mehrfach
erwähnt, die tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) der Projektile G von der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) der Projektile G ab. Dies ist die hauptsächliche Ursache dafür, dass sich die
Projektile G, wie in Fig. 3 dargestellt, auch beim Abschuss mit gleicher Elevation
λ, nicht oder nicht nur auf der optimalen Trajektorie g* sondern auch auf anderen
Trajektorien g bewegen, und, auch bei gleicher Programmierung, nicht bzw. nicht nur
nur am optimalen Zerlegungsort Q* sondern auch an anderen Zerlegungsorten Q detonieren.
[0035] Nach der Erfindung wird nun die tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) mindestens eines der Projektile G gemessen. Unter Berücksichtigung der tatsächlichen,
gemessenen Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) bzw. ihrer Abweichung von der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit v
0(0) erfolgt die endgültige Berechnung bzw. eine Berechnungskorrektur, und auf Grund
der Ergebnisse der endgültigen Berechnung erfolgt die Programmierung der Projektile.
Die Trajektorien g, auf denen sich die Projektile G bewegen, sind gleich wwie in Fig.
3, das heisst gleich, wie wenn die Programmierung nur auf Grund der Vorberechnung
ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) durchgeführt wird. Aber die endgültige Berechnung für die Programmierung wird
so durchgeführt, dass die Zerlegungsorte Q aller Projektile G in der optimalen Höhe
y* des optimalen Zerlegungsortes Q* über dem Ziel Z liegen, wie dies in Fig. 4 dargestellt
ist.
[0036] Den Vorteil der optimalen Höhe y* aller Zerlegungsorte Q erkauft man sich allerdings
mit einer Längenabweichung der Detonationsorte Q von x
Q*.Wird diese Längenabweichung so gross, dass das Ziel T von vielen der Projektile
G nicht mehr effizient bekämpft werden kann, so muss eine andere Elevation λ gewählt
werden.
[0037] Als vorbekannte Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) kann auch der Mittelwert von gemessenen Mündungsgeschwindigkeiten bisher bzw.
zuvor verschossener Projektile benutzt werden.
[0038] Um stets Zerlegungsorte Q* mit optimalen Höhen y* über dem Ziel Z zu erhalten, sollte
bei jedem Projektil G eine Messung der effektiven Mündungsgeschwindigkeit v
0(eff) durchgeführt werden.
[0039] Zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens ist die Rohrwaffe 12 mit einem
Programmiersystem ausgerüstet. Übliche Rohrwaffen, zum Beispiel Infanteriewaffen wie
Granatwerfer oder Maschinenkanonen, können ggfs. durch das neue Programmiersystem
nachgerüstet werden, so dass eine Kampfwertsteigerung erreicht werden kann.
[0040] Das Programmiersystem weist v
0-Messmittel 14, Berechnungsmittel 16 und Übertragungsmittel 18 zur Übertragung von
berechneten Daten von den Berechnungsmitteln 16 an die Projektile G auf, einschliesslich
einer Übertragungseinheit an der Rohrwaffe 12. Die v
0-Messmittel 14 sind im Allgemeinen im Bereich der Mündung des Waffenrohres 13, vor
oder nach dem Mündungsquerschnitt, angeordnet. Die Übertragungsmittel 16 sind so ausgebildet
und angeordnet, dass die Übertragung der Daten an die Projektile G, beispielsweise
vor dem Abschuss der Projektile G zwischen einem Projektillager und dem Ende des Waffenrohres
13, stattfindet.
[0041] Wie schon erwähnt, hat die endgültige Berechnung nach dem neuen Verfahren zur Folge,
dass die Projektile G so programmiert sind, dass sie zwar in optimaler Höhe y* über
dem Ziel Z detonieren, dass aber nicht alle Projektile G im optimalen Längenabstand
x
Q* von der Rohrwaffe detonieren. Dieses Problem stellte sich schon früher bei Bekämpfung
von Flächenzielen, und als Lösung wurde dort das Schiessen in einem so genannten Perlenketten-Modus
vorgeschlagen. Darunter ist folgendes zu verstehen: Es werden an und für sich gleiche
Projektile verschossen. Diese Projektile folgen, abgesehen von der üblichen innen-
und endballistisch verursachten Streuung, im Prinzip gleichen Trajektorien, die sich
natürlich nur dann örtlich decken, wenn Azimut und Elevation nicht verändert werden.
Diese gleichen Projektile werden nun ungleich programmiert bzw. die ihnen übertragene
Programmierung wird ungleich berechnet, nämlich so, dass, vom Abschuss bis zur Zerlegung,
das erste Projektil die längste Flugdauer und jedes folgende Projektil jeweils eine
kürzere Flugdauer hat. Damit verändern sich die Charakteristiken der Trajektorien
nicht, aber die Endpunkte der Trajektorien der unzerlegten Projektile rücken mit jedem
zusätzlich abgeschossenen Projektil näher zur Rohrwaffe. Durch Abstimmung der Flugzeiten
der Projektile auf die Kadenz der Rohrwaffe kann auf Wunsch sogar erreicht werden,
dass eine Vielzahl von Projektilen gleichzeitig detoniert; insbesondere bei nächtlichem
Schiessen bietet sich dann einem Betrachter ein Bild, das mit einer in Abständen mit
Perlen besetzten Kette verglichen werden kann; hieraus wurde die Bezeichnung Perlenketten-Modus
abgeleitet. Es wird aber darauf hingewiesen, dass Schiessen im Perlenketten-Modus
nicht zwingend bedeutet, dass die Projektile gleichzeitig detonieren.
[0042] Kombiniert man den Gedanken der Programmierung von Projektilen G für Punktschuss-Modus
nach der Erfindung, das heisst die Einhaltung der optimalen Höhe y* des Zerlegungsortes
Q*, mit dem Gedanken des bekannten Perlenketten-Modus, so kann daraus ein sehr vorteilhaftes
Verfahren resultieren. Dieses ermöglicht die Programmierung von Projektilen für Rohrwaffen,
mit welchem Punktziele, das heisst Ziele mit bekanntem Azimut, mit stark gekrümmten
Trajektorien effizient bekämpft werden können, und zwar auch bei einer beträchtlichen
Längenabweichung der Detonationsorte. Hierbei muss allerdings beim grössten Teil der
Projektile eine gewisse Höhenabweichung von der optimalen Höhe y* der Zerlegungsorte
Q in Kauf genommen werden.
[0043] Natürlich lässt sich mit dem Perlenketten-Modus eine Verbesserung erzielen, auch
wenn keine Berücksichtigung der Abweichung der effektiven von der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit
und somit keine v
0-Messung erfolgt und/oder wenn das Vermessen oder Schätzen des Längenabstandes des
Zieles von der Waffe ungenau durchgeführt wird.
[0044] Ein weiteres Problem, das sich im Zusammenhang mit dem Verschiessen programmierbarer
Projektile mit Rohrwaffen stellt, ist das Folgende: Rohrwaffen im Sinne der Erfindung
werden, wie schon erwähnt, häufig zur Bekämpfung von Flächenzielen bzw. von innerhalb
einer Fläche nicht genau detektierbaren oder sich bewegenden Zielen eingesetzt. Um
Treffer zu erzielen, muss hierbei die ganze Fläche mit Schüssen eingedeckt werden.
Dies könnte im Punktschuss-Modus, das heisst mit einer Vielzahl gleich programmierter
Projektile, erreicht werden, indem während der Abgabe einer Serie das Waffenrohr sowohl
im Azimut als auch in der Elevation verschwenkt würde. Die Waffenrohre von Infanteriewaffen
werden meist mit Muskelkraft gerichtet und lassen sich während der Abgabe einer Serie
von Projektilen ohne weiteres im Azimut verändern. Eine Fläche kann somit im Punktschuss-Modus
durch Verschwenken des Waffenrohres im Azimut in ihrer Breite mit Feuer eingedeckt
werden, wobei Längsstreuungen dazu verhelfen können, die Fläche auch über eine gewisse,
allerdings beschränkte Länge mit Feuer einzudecken. In dieser Weise lassen sich Flächen,
die, in Schussrichtung gesehen, keine allzu grossen Abmessungen haben, in befriedigender
Weise mit Feuer eindecken.
[0045] Häufig sind aber Flächen mit Feuer einzudecken, die, in Schussrichtung gesehen, relativ
grosse Abmessungen aufweisen. Solche Flächen können mit dem oben beschriebenen Punktschuss-Modus,
das heisst unter Abgabe von Projektilen mit gleicher Programmierung, mit oder ohne
Berechnungskorrektur zur Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit,
zwar ohne weiteres in ihrer Breite mit Feuer eingedeckt werden, aber nicht in ihrer
ganzen Länge.
[0046] Es wurde daher auch hier versucht, das oben beschriebene, vorbekannte Verfahren des
herkömmlichen Perlenketten-Modus für im Rahmen der Erfindung verwendete Rohrwaffen,
für die hier der Begriff Infanterie-Rohrwaffen verwendet werden soll, zu benutzen.
Damit lässt sich beim Beschuss eines Flächenzieles, dessen Längenbereich, in Schussrichtung
gesehen, von der Waffe gross ist, eine befriedigendere Waffenwirkung erzielen als
beim Schiessen im Punktschuss-Modus. Mit Projektilen, die in diesem herkömmlichen
Perlenketten-Modus aus Infanterie-Rohrwaffen verschossen werden und die daher eine
entsprechende Perlenketten-Programmierung aufweisen, kann also ein gewisses Umfeld
eines nicht genau lokalisierbaren Zieles bzw. ein Flächenziel bestrichen werden, auch
wenn davon ausgegangen wird, dass die Elevation während des Schiessens nicht verändert
wird. Verändert der Schütze während des Schiessens auch das Azimut nicht, so besteht
die bestreichbare Fläche aus einem in Schussrichtung vor der Waffe liegenden Geländestreifen.
Verändert der Schütze während des Schiessens das Azimut,- und das ist eigentlich bei
der Bekämpfung von Flächenzielen beabsichtigt, so besteht die bestreichbare Fläche
aber nur aus einem schräg vor der Waffe liegenden Geländestreifen, in welchem die
Detonationsorte der nacheinander verschossenen Projektile sich schrittweise der Waffe
nähern.
[0047] Dieser Nachteil kann ausgemerzt werden durch ein Verfahren zum Schiessen mit Infanterie-Rohrwaffen
in einem adaptierten Perlenketten-Modus. Hierbei werden die Projektile so programmiert,
so dass sich die Detonationsorte der einzelnen Projektile schrittweise ändern, und
zwar nicht nur in einer Richtung, das heisst mit sich stets verkürzenden Zerlegungszeiten,
sondern abwechselnd, indem jeweils eine erste Gruppe von Projektilen einer Serie mit
sich verkürzenden Zerlegungszeiten programmiert wird, eine zweite Gruppe mit sich
verlängernden Zerlegungszeiten programmiert wird, und sich dies fortsetzt, indem jede
Gruppe umgekehrt programmiert wird als die vorhergehende Gruppe. Die Einteilung der
Projektile in Gruppen ist fiktiv und dient nur der anschaulichen Beschreibung des
neuen Verfahren. Die Projektile der verschiedenen Gruppen unterscheiden sich, wie
schon erwähnt, nicht in ihrem Aufbau sondern nur in ihrer Programmierung.
[0048] Üblicherweise werden die Projektile so programmiert, dass die Flugdauern der Projektile
der ersten Gruppe laufend abnehmen und die Flugdauern der Projektile der zweiten Gruppe
laufend zunehmen.
[0049] Die Zahl der Projektile jeder Gruppe kann vorbestimmt sein oder jeweils von Fall
zu Fall bzw. von Einsatz zu Einsatz festgelegt werden.
[0050] Eine Gruppe, deren Projektile mit abnehmendem Abstand von der Waffe detonieren, ist
im Prinzip beendigt, wenn die vorbestimmte bzw. festgelegte Anzahl von Projektilen
verschossen ist. Vorteilhaft wird aber eine Sperre vorgesehen, um eine Gruppe zu beendigen,
bevor der Detonationsort eines Projektils einen Sicherheitsabstand von der Waffe unterschreitet.
[0051] Der zweiten Gruppe von Projektilen folgen im Allgemeinen weitere Gruppen, wobei die
Projektile jeweils aufeinanderfolgender Gruppen umgekehrt programmiert werden.
[0052] Während das Ende jeder Gruppe durch die Programmierung, ggfs. auch durch die Einhaltung
des Sicherheitsabstandes, bestimmt wird, ist es vorteilhaft, wenn das Ende des gesamten
Feuerstosses nicht nach einer bestimmten Dauer oder nach einer bestimmten Anzahl von
verschossenen Projektilen erfolgt, sondern wenn der Schütze das Ende des Feuerstosses
selbst bestimmen kann. Dadurch wird vermieden, dass er während der Schussabgabe vom
plötzlichen Ende des Feuerstosses überrascht wird.
[0053] Die Programmierung kann so ausgebaut sein, dass eine Umprogrammierung von sich nähernden
Detonationsorten auf sich entfernende Detonationsorte mit einem Verschwenken des Waffenrohres
um einen bestimmten Minimalwinkel gekoppelt ist.
1. Verfahren zur Programmierung der Zerlegung von Projektilen (G), die dazu bestimmt
sind, zur Bekämpfung eines Zieles (Z) von einem Rohr (13) einer Waffe (12) längs einer
stark gekrümmten Trajektorie (g, g*) abgeschossen zu werden und an einem Zerlegungsort
(Q*) in der Umgebung des Zieles (Z) zu detonieren, wobei
- eine Abstandsmessung zur Ermittlung des Längenabstandes (xz) des Zieles (Z) von der Waffe (12) durchgeführt wird,
- das Rohr (13) auf eine geeignete Elevation (λ) eingestellt wird,
- unter Berücksichtigung einer vorbekannte Mündungsgeschwindigkeit (v0(0)) der Projektile (G) und des Längenabstandes (xz) des Zieles (Z) von der Waffe (12) sowie
- unter Einhaltung einer optimalen Höhe (y*) des Zerlegungsortes (Q*) über dem Ziel
(Z)
- eine tatsächliche Mündungsgeschwindigkeit (v0(eff)) eines Projektils (G) ermittelt wird,
- eine Berechnung für die Programmierung durchgeführt wird
- unter Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit (v0(eff)) und
- unter Beibehaltung der optimalen Höhe (y*) des Zerlegungsortes (Q*) über dem Ziel
(Z), und
- die Programmierung dem jeweiligen Projektil (G) übertragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Berechnung der Programmierung der Projektile
(G)
- eine Vorberechnung unter Berücksichtigung der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit
(v0(0)) und
- eine endgültige Berechnung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
(v0(eff)) durchgeführt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei die Projektile (G) einen Fallwinkel
relativ zur Horizontalen haben, der den Bereich von 5° übersteigt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Flugbahnen (g, g*) der Projektile
(G) in der unteren Winkelgruppe liegen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Projektile (G) einzeln oder
in Serien verschossen werden.
6. Waffe (12) mit einem Rohr (13) zum Abschuss von Projektilen (G) längs stark gekrümmter
Trajektorien (g, g*), und mit einem Programmiersystem (14, 16, 18), um die Projektile
(G) so zu programmieren, dass sie im Flug an einem Zerlegungsort (Q*) detonieren,
um ein Ziel (Z) zu bekämpfen, das in einem Längenabstand (x
z) von der Waffe (12) entfernt ist, welches Programmiersystem aufweist:
- v0-Messmittel (14) zur Ermittlung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit (v0(eff)) der Projektile (G),
- Berechnungsmittel (16) zur Berechnung der Programmierung der Projektile (G)
- unter Berücksichtigung einer vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit (v0(0)) der Projektile (G) und des Längenabstandes (xz) des Zieles (Z) von der Waffe (12), und
- unter Einhaltung einer optimalen Höhe (y*) des Zerlegungsortes (Q*) über dem Ziel
(Z) und), und
- unter Berücksichtigung der gemessenen Mündungsgeschwindigkeit (v0(eff)) der Projektile (G), sowie
- Übertragungsmittel (18) zur Übertragung der Programmierung an die Projektile (G).
7. Waffe (12) mit Programmiersystem (14, 16, 18) nach Anspruch 6, wobei die Berechnungsmittel
(16) dazu ausgebildet sind,
- eine Vorberechnung unter Berücksichtigung der vorbekannten Mündungsgeschwindigkeit
(v0(0)) durchzuführen,
- eine endgültige Berechnung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Mündungsgeschwindigkeit
(v0(eff)) durchzuführen, und wobei
- den Berechnungsmitteln (16) Speichermittel zugeordnet sind, um das Ergebnis der
Vorberechnung bis zur Korrekturberechnung zu speichern.
8. Waffe (12) mit Programmiersystem (14, 16, 18) nach einem der Ansprüche 6 bis 7, wobei
die Projektile (G) so ausgebildet und abschiessbar sind, dass ihr Fallwinkel relativ
zur Horizontalen den Bereich von 5° übersteigt.
9. Waffe (12) mit Programmiersystem (14, 16, 18) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei
die Projektile (G) längs Trajektorien (g, g*) abschiessbar sind, die in der unteren
Winkelgruppe liegen.
10. Waffe (12) mit Programmiersystem (14, 16, 18) nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei
die Waffe (12) dazu ausgebildet ist, die Projektile (G) einzeln oder in Serien zu
verschiessen.