[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schnürstiefel gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1. Ein solcher Schnürstiefel ist aus der
DE 16 75 440 U bekannt. Es handelt sich dort um einen Sportschuh und insbesondere einen Fußballstiefel
mit einem einstückigen Schnürsenkel, der im Ristbereich in herkömmlicher Weise durch
Ösen geführt ist und zusätzlich folgende Abschnitte aufweist:
einen ersten Abschnitt, der vom Mittelfußbereich der Sohle zum Ristbereich des Oberteiles
verläuft,
einen zweiten Abschnitt, der vom Mittelfußbereich der Sohle um die Außenseite des
Schaftes oberhalb des Fersenbereiches verlauft, und
einen dritten Abschnitt, der vom Schaft oberhalb des Fersenbereiches zum Ristbereich
verläuft.
[0002] Diese drei Abschnitte sollen dem Fuß einen besonders guten Halt geben und ein Auf-
und Abrutschen der Ferse im Schuh verhindern.
[0003] Eine ähnliche Schnürung ist auch in der
WO 95/22917 A beschrieben, wobei dort die Schnürung auch im Vorderfußbereich jeweils bis zur Sohle
geführt und dort umgelenkt ist.
[0004] Die
EP-A-0272643 zeigt einen Skistiefel mit einem Zugelement in Form eines Kabels, das in ähnlicher
Weise um den Rist- und Fersenbereich herumgeführt ist. Dieses Kabel ist allerdings
mit einem Ende fest mit dem Stiefel verbunden und mit seinem anderen Ende mit einem
Aufwikkelmechanismus.
[0005] Die
US 2002/0095750 A1 zeigt einen Stiefel mit einem Wickelmechanismus für Spannelemente in Form eines dünnen
Drahtes.
[0007] Schnürstiefel, wie Snowboard-Stiefel, Inlineskate-Stiefel, Wanderstiefel, Bergstiefel
etc., werden durch einen Schnürsenkel, der durch mehrere Umlenkelemente, wie z.B.
Ösen, an zwei gegenüberliegenden Laschen des Stiefels durchgefädelt ist, geschnürt,
wobei die Enden des Schnürsenkels fixiert werden, sei es durch eine Schnürung oder
eine Halte- bzw. Klemmvorrichtung.
[0008] Die meisten Schnürstiefel und insbesondere Snowboard-Stiefel sind aus flexiblem Material,
was der Bequemlichkeit dient und dem Benutzer auch eine relativ große Beweglichkeit
des Fußes läßt, was vor allem beim Snowboardfahren erwünscht ist. Andererseits muß
die Verbindung zwischen Fuß, Stiefel und Snowboard wiederum so fest sein, daß der
Fahrer die erforderlichen Kräfte auf das Snowboard übertragen kann, und zwar vor allem
auf dessen Vorder- und Hinterkante. Hierzu wäre es an sich erforderlich, den Schaft
des Stiefels für Bewegungen nach vorne und hinten, bezogen auf die Stiefellängsrichtung,
relativ steif zu machen, was aber wiederum den Komfort einschränkt, und zwar insbesondere
beim Gehen.
[0009] Ein weiteres Erfordernis für einen guten Sitz des Stiefels und damit für eine gute
Kraftübertragung während des Snowboardens auf die Vorderkante ist ein guter Fersenhalt
des Fußes im Stiefel. Mit anderen Worten soll vor allem der Fersenbereich des Fußes
auch dann auf der Innenseite der Sohle des Stiefels aufliegen, wenn der Fahrer das
Sprunggelenk nach vorne abwinkelt, um Kräfte auf die Vorderkante des Snowboards zu
übertragen.
[0010] Zu diesem Zweck schlägt die
EP 0 705 544 B1 vor, zusätzlich zur Schnürung einen Spanngurt mit geringer Dehnbarkeit in Längsrichtung
vorzusehen, der vom Ristbereich des Stiefels zum Fersenbereich verläuft und damit
die Ferse nach unten und hinten drückt. Zusätzlich ist ein weiterer Spanngurt vorgesehen,
der vom Vorderfußbereich außen um den Schaft des Stiefels verläuft und damit den an
sich flexiblen Schaft gegen ein Abknicken nach hinten stützt.
[0011] Ähnliche Spanngurte sind auch aus der
FR 49631,
EP 0 646 334 A1,
EP 0 057 170 A2,
US 2,660,812 A,
US 5, 408, 761 A,
US 5,499,461 A und
US 459,616 A bekannt.
[0012] Die
US 5,291,671 A zeigt einen Schnürstiefel, der zusätzlich zur herkömmlichen Schnürung noch ein umlaufendes
Kabel hat, das vom Mittelfußbereich durch die Stiefelsohle hindurchverläuft und von
dort beidseitig um den Schaft des Stiefels, wobei dieses Kabel im Ristbereich Schlaufen
bildet, an denen es gespannt werden kann.
[0013] Solch zusätzliche Spanngurte bedingen jedoch einen höheren technischen Aufwand und
haben in der Praxis den Nachteil, daß der Benutzer, um einen guten Halt zu haben,
häufig so stark spannt, daß die Durchblutung des Fußes beeinträchtigt ist. Auch wird
hierdurch die Bequemlichkeit beeinträchtigt und die Unfallgefahr erhöht. Zusätzlich
müssen neben dem Spannen der Schnürung noch in weiteren Arbeitsschritten ein oder
mehrere Spanngurte gespannt werden.
[0014] Die
EP 0 746 214 B1 zeigt einen Halbschuh mit einem Schnürsenkel, der jeweils ausgehend vom Sohlenbereich
über den Oberteil des Schuhs verläuft und auch einen Abschnitt hat, der vom Sohlenbereich
um den Fersenbereich herum geführt ist und einen Abschnitt, der vom Fersenbereich
in etwa horizontal zum Ristbereich verläuft. Schließlich ist auch ein Abschnitt vorgesehen,
der vom Ristbereich zum sohlennahen Fersenbereich verläuft, so daß die drei genannten
Abschnitte in der Seitenansicht ein Dreieck bilden, bei dem allerdings der obere,
im wesentlichen horizontale Abschnitt unterhalb des Knöchels des Fußes und damit unterhalb
der Sprunggelenke des Fußes liegt. Für einen Stiefel mit einem Schaft, der einen Teil
des Schienbeins des Benutzers umgibt, ist eine solche Schnürung daher nicht geeignet.
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es, den Schnürstiefel der eingangs genannten Art dahingehend
zu verbessern, daß bei einfacher Handhabung und um Komfort ein guter Halt des Fußes
im Stiefel gewährleistet ist und insbesondere ein guter Fersenhalt.
[0016] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0017] Das Grundprinzip der Erfindung liegt darin, den Schnürsenkel so zu führen, daß allein
durch den Schnürsenkel die für den guten Halt erforderlichen Kräfte aufgebracht werden.
Hierzu wird der Schnürsenkel so geführt, daß Abschnitte des Schnürsenkels wie folgt
verlaufen:
- a) ein erster Abschnitt verläuft vom Mittelfußbereich der Sohle über den Ristbereich;
- b) ein zweiter Abschnitt vom Mittelfußbereich der Sohle um die Außenseite des Schaftes
in einer Höhe im Bereich oder oberhalb des oberen Sprunggelenkes des Fußes; und
- c) ein dritter Abschnitt von derselben Stelle des Schaftes zum Rist und zurück zu
der genannten Stelle des Schaftes.
[0018] All diese genannten Abschnitte sind einstückiger Bestandteil des Schnürsenkels. Sie
spannen in der Seitenansicht in etwa ein Dreieck auf, in welchem, wiederum in der
Seitenansicht gesehen, die Sprunggelenke und die Knöchel des Fußes liegen.
[0019] Vorzugsweise wird der Schnürsenkel durch einen Spannmechanismus gespannt, wie er
beispielsweise aus der
US 2002/0095750 A1 bekannt ist. Es handelt sich hierbei um einen Wickelmechanismus mit Ratsche, auf
dessen Wickeldorn beide Enden des Schnürsenkels aufgewickelt werden. Der Schnürsenkel
ist hier vorzugsweise ein dünnes Drahtseil mit hoher Zugfestigkeit und geringer Biegesteifigkeit,
das leicht auf einen Wickeldorn mit geringem Durchmesser aufgewickelt werden kann.
[0020] Die einstückige Ausbildung des Schnürsenkels hat auch den Vorteil, daß bei bestimmten
Bewegungen des Fußes automatisch bestimmte Abschnitte des Schnürsenkels nachgespannt
werden. Wird beispielsweise der Schaft nach vorne gebeugt, so verlängert sich der
o.g. zweite Abschnitt, was automatisch eine Verkürzung des ersten und dritten Abschnittes
zur Folge hat, so daß im Ergebnis gerade bei verstärkter Vorlage und damit Druck auf
die Vorderkante des Snowboards die Ferse stärker nach unten und hinten gedrückt wird.
[0021] Um die o.g. drei Abschnitte zu bilden, sind verschiedene Führungen möglich. So können
der erste und der zweite Abschnitt im Mittelfußbereich der Sohle beidseitig über eine
Umlenkung geführt sein; sie können aber auch durch die Sohle hindurch zur anderen
Seite verlaufen und beispielsweise in der Sohle in Hülsen geführt sein, wobei bei
einem Ausführungsbeispiel sich diese Hülsen dann im Inneren der Sohle überkreuzen.
[0022] Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß einige oder alle
der genannten drei Abschnitte zum Schutz der Außenseite des Stiefels in flexiblen
Hülsen geführt sind, beispielsweise in gewickelten Spiralfedern oder einem Mantel
eines bekannten Bowdenzuges. Zur Klarstellung sei darauf hingewiesen, daß sich die
einstückige Ausbildung des Schnürsenkels auf die o.g. drei Abschnitte bezieht. Weitere
Abschnitte einer herkömmlichen Schnürung, bei der einander gegenüberliegende seitliche
Laschen des Stiefels aufeinander zugezogen werden, können alternativ entweder einstückig
mit den drei genannten Abschnitten ausgebildet sein oder als separater Schnürsenkel
bzw. separate Schnürsenkel geführt sein.
[0023] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang
mit der Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles eines Schnürstiefels nach
der Erfindung mit Darstellung eines Fußes;
- Fig. 2-5
- eine Seitenansicht von links, eine Rückansicht, eine Vorderansicht und eine Seitenansicht
von rechts eines Schnürstiefels nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 6-10
- eine Seitenansicht von links, eine Rückansicht, eine Vorderansicht, eine Seitenansicht
von rechts und eine Ansicht der Unterseite eines Schnürstiefels nach einem zweiten
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 11
- eine Schnittansicht eines Abschnittes des Schnürsenkels; und
- Fig. 12 und 13
- eine Seitenansicht von links und eine Rückansicht eines dritten Ausführungsbeispiels
der Erfindung.
[0024] Zunächst sei auf Fig. 1 Bezug genommen, in der schematisch ein Fuß F in Seitenansicht
dargestellt ist. Die wesentlichen Knochen des Fußes sind ein Schienbein F1, an das
sich über ein oberes Sprunggelenk F2 ein Sprungbein F3 anschließt, worauf - von oben
nach unten - über ein unteres Sprunggelenk F4 ein Fersenbein F5 folgt. Angrenzend
an das untere Sprunggelenk F4 geht der Fuß über ein Kahnbein F6 und Mittelfußknochen
F7 zu Zehenknochen, nämlich einem Zehengrundglied F8, einem Zehenmittelglied F9 und
einem Zehenendglied F10. Auch zwischen den letztgenannten Knochen sind jeweils Gelenke,
die nicht mehr bezeichnet sind. Im Bereich der Fußsohle unterscheidet man einen Fersenbereich
F11, der unterhalb des Fersenbeins F5 liegt und in der Seitenansicht konvex nach außen
gewölbt ist, einen Mittelfußbereich F12, der unterhalb des Kahnbeines F6 und der Mittelfußknochen
F7 liegt und konkav nach innen gewölbt ist, sowie einen Vorderfußbereich F13 mit dem
Fußballen und den Zehen.
[0025] Für die Zwecke der späteren Beschreibung des Stiefels wird noch auf einen Ristbereich
F14 verwiesen, der an der vorderen Oberseite des Fußes etwa in Höhe der beiden Sprunggelenke
F2 und F4 liegt sowie auf einen oberen Fersenbereich F15, der an der Rückseite des
Fußes im Bereich des oberen Sprunggelenkes liegt und an welchem die Seitenkontur vom
konvexen Bereich der Ferse und der Sprunggelenke zu einem zunächst konkaven Bereich
der Wade übergeht. Die einzelnen Muskeln und Sehnen sind der besseren Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellt.
[0026] Für einen guten Halt des Fußes im Stiefel ist vor allem wichtig, aber bei den meisten
Stiefeln auch problematisch, daß der Fersenbereich F11 stets in Kontakt mit der Innenseite
einer Sohle 1 des Stiefels ist. Die Sohle 1 wird entsprechend der obigen Einteilung
der Fußbereiche ebenfalls in einen Vorderfußbereich 2, einen Mittelfußbereich 3 und
einen Fersenbereich 4 unterteilt, wobei als Fersenbereich auch ein mit 4' bezeichneter
Bereich bezeichnet wird, der sich vom Fersenbein F5 nach oben bis zum oberen Sprunggelenk
F2 erstreckt. An der Sohle 1 ist in bekannter Weise ein den Fuß ringsumgebendes Oberteil
5 angebracht, an welches sich ein Schaft 6 vertikal nach oben anschließt. Der Schaft
6 wird hier so definiert, daß er sich in Höhe des oberen Sprunggelenkes F2 an den
Oberteil 5 anschließt und einen wesentlichen Bereich des Schienbeins F1 überdeckt.
Dieser Bereich ist als Schienbeinbereich 6' in Fig. 1 dargestellt. Das Oberteil 5
und der Schaft 6 bilden Lappen 7 und 8 (vgl. auch Fig. 4 und 8), die im Abstand zueinanderliegen
und zwischen denen sich eine sog. Zunge 9 befindet. Durch eine Schnürung werden diese
Lappen 7 und 8 aufeinanderzugezogen, damit sich das Oberteil 5 und der Schaft 6 eng
um den Fuß anschmiegen und diesen im Stiefel gut halten.
[0027] Bei der Erfindung besteht die Schnürung aus einem einstückig durchgehenden Schnürsenkel
11, der in besonderer Weise geführt ist, um den geforderten guten Halt zu gewährleisten.
Der Schnürsenkel 11 ist allgemein gesprochen ein Zugorgan, das biegeelastisch ist,
aber in Längsrichtung nur sehr geringe Dehnung zuläßt. Es kann sich um einen herkömmlichen
Schnürsenkel aus Textil- oder Kunstfasern handeln. Es kann sich aber auch um ein Drahtseil
handeln. Der Schnürsenkel 11 ist mit seinen beiden Enden an einem Wickelmechanismus
12 befestigt, der seinerseits im oberen Bereich der Zunge 9 angebracht ist. Durch
Drehen des Wickelmechanismus' 12 werden die beiden Enden des Schnürsenkels 11 auf
einen Wickeldorn (nicht dargestellt) aufgewickelt, wodurch die wirksame Länge des
Schnürsenkels verkürzt wird. Der Wickelmechanismus 12 hat eine Sperreinrichtung, mit
der der Wickeldorn arretiert werden kann, sowie eine Löseeinrichtung zum Lösen des
Schnürsenkels. Ein Wickelmechanismus dieser Art ist beispielsweise in der
US 6,289,558 B1 beschrieben und muß daher hier nicht näher erläutert werden. Selbstverständlich können
auch sonstige bekannte Mittel und Einrichtungen zum Arretieren der Enden eines Schnürsenkels
verwendet werden, sei es eine einfache Verknotung oder sonstige bekannte Klemmeinrichtungen.
[0028] Im dargestellten Ausführungsbeispiel der Fig. 1 verläuft der Schnürsenkel 11 ausgehend
von dem Wickelmechanismus 12 zu beiden Lappen 7 und 8 hin in je einen ersten, im wesentlichen
horizontalen Abschnitt 11a bzw. 11l zu einer Führung 13a bzw. 13b, die am jeweiligen
Lappen 7 bzw. 8 angebracht ist. Von dort verläuft der Schnürsenkel über gekrümmte
zweite Abschnitte 11b bzw. 11k längs den Führungen 13a bzw. 13b, um von dort in geradlinige,
zur Mitte der Zunge verlaufende Abschnitte 11c bzw. 11j überzugehen. Dort kreuzen
sich diese dritten Abschnitte 11c und 11j an einer an der Zunge 9 angebrachten Führung
14, die etwa dem Ristbereich F14 des Fußes gegenüberliegt. Von der zweiten Führung
14 verlaufen die Schnürsenkel als im wesentlichen horizontale vierte Abschnitte 11d
und 11l zur äußeren Rückseite des Stiefels zu einer dritten Führung 15, die dem oberen
Fersenbereich F15 gegenüberliegt. Die Abschnitte des Schnürsenkels kreuzen sich auch
an der dritten Führung 15 und verlaufen von dort schräg nach unten in fünften Abschnitten
11e bzw. 11h bis zum Mittelbereich 3 der Sohle 1. Dort ist im Ausführungsbeispiel
der Figuren 1-5 eine fünfte Führung 16a bzw. 16b in Form einer Umlenkung angebracht,
von wo aus ein sechster Abschnitt 11f bzw. 11g schräg nach oben zu einer sechsten
Führung 17 verläuft, die an der Zunge 9 gegenüberliegend dem Ristbereich F14 und nahe
der Führung 14 angebracht ist.
[0029] Von der sechsten Führung 17, an der sich der Schnürsenkel wiederum kreuzt, verlaufen
Abschnitte 11m und 11q schräg nach vorne in Richtung zum Vorderfußbereich 2 zu siebten
Führungen 18a und 18b an den Lappen 7 und 8 und von dort über gekrümmte Abschnitte
11n und 11p zu einem letzten Abschnitt 11o, der im wesentlichen quer über den Vorderfußbereich
läuft und die letztgenannten Abschnitte 11n und 11p miteinander verbindet.
[0030] Der Schnürsenkel 11 insgesamt ist einstückig ausgebildet, d.h. alle genannten Abschnitte
11a-11q sind miteinander verbunden.
[0031] Wie deutlich aus den Figuren 1, 2 und 5 zu erkennen ist, bilden die Abschnitte 11e,
11f, 11i auf der einen Seite und 11d, 11g und 11h auf der anderen Seite jeweils ein
Dreieck, das in der Projektion der Seitenansichten (Fig. 1, 2 und 5) im wesentlichen
die beiden Sprunggelenke F2 und F4 und damit das Sprungbein F3 einschließt und zwischen
Ristbereich F14, oberem Fersenbereich F15 und Mittelfußbereich F12 wirksam ist, derart,
daß sich der Stiefel besonders im kritischen oberen Fersenbereich F15 eng an den Fuß
anschließt und somit besonders die Ferse gut nach unten gegen die Sohle drückt und
deren Abheben von der Sohle verhindert. Gleichzeitig wirken die in den Ristbereich
F14 eingeleiteten Kräfte dieser unerwünschten Bewegungen ebenfalls entgegen, ohne
jedoch den Fuß zu stark abzuschnüren.
[0032] Der Schnürsenkel 11 kann an allen Führungen 13-17 gleiten, so daß die vor allem beim
Snowboardfahren gewünschte seitliche Beweglichkeit des Schaftes gegeben ist. Auch
ist hierdurch das Spannen des Schnürsenkels 11 leicht möglich, vor allem wenn vorzugsweise
die Führungen aus Material bestehen, das in Verbindung mit dem Schnürsenkel 11 einen
geringen Reibungskoeffizient hat. Für die Führungen eignen sich daher Metalle und
Kunststoffe.
[0033] Das Ausführungsbeispiel der Figuren 6-10 unterscheidet sich von dem der Figuren 1-5
im wesentlichen dadurch, daß die zum Mittelfußbereich 3 der Sohle 1 geführten Abschnitte
des Schnürsenkels 11 durch je eine Bohrung mit Hülse 19 und 20 quer durch die Sohle
1 hindurchverlaufen, anstatt über die seitlich der Sohle angebrachten Führungen 16a
und 16b umgelenkt zu sein. Dementsprechend ergibt sich eine andere Reihenfolge der
Abschnitte, wobei sich - wie in Fig. 10 zu erkennen ist - die quer durch die Sohle
1 verlaufenden Abschnitte überkreuzen. Die dort verlaufenden Abschnitte sind mit dem
Bezugszeichen 11r und 11s bezeichnet. Sie können in Hülsen 19 und 20 geführt sein,
die im wesentlichen quer durch die Stiefelsohle 1 hindurchverlaufen.
[0034] Beim Ausführungsbeispiel der Figuren 1-5 verläuft der Schnürsenkel ausgehend von
dem Wickelmechanismus 12 wie folgt: Abschnitt 11a - Führung 13a - Abschnitt 11b -
Abschnitt 11e - Führung 14 - Abschnitt 11d - Führung 15 - Abschnitt 11e - Führung
16a - Abschnitt 11f - Führung 17 - Abschnitt 11m - Führung 18b - Abschnitt 11n - Abschnitt
11o - Abschnitt 11p - Führung 18a - Abschnitt 11q - Führung 17 - Abschnitt 11g - Führung
16b - Abschnitt 11h - Führung 15 - Abschnitt 11i - Führung 14 - Abschnitt 11j - Führung
13b - Abschnitt 11k - Führung 13b - Abschnitt 11l zurück zum Mittelmechanismus 12.
[0035] Die Abschnitte 11m, 11n, 11o, 11p und 11q können bei Bedarf auch fortgelassen werden,
wenn eine Schnürung im Vorderfußbereich nicht erforderlich ist. In diesem Falle geht
dann der Abschnitt 11f über die Führung 17 unmittelbar in den Abschnitt 11g über.
[0036] Beim Ausführungsbeispiel der Figuren 7-10 verläuft der Schnürsenkel ausgehend von
der Wickeleinrichtung 12 wie folgt: Abschnitt 11a - Führung 13a - Abschnitt 11b -
Abschnitt 11c - Führung 14 - Abschnitt 11d - Führung 15 - Abschnitt 11e - Hülse 20
- Abschnitt 11r - Abschnitt 11g - Führung 17 - Abschnitt 11q - Führung 18a - Abschnitt
11p - Abschnitt 11o - Führung 18b - Abschnitt 11n - Abschnitt 11m - Führung 17 - Abschnitt
11f - Hülse 19 - Abschnitt 11s - Abschnitt 11h - Führung 15 - Abschnitt 11i - Abschnitt
11j - Abschnitt 11k - Abschnitt 11l zurück zur Wickeleinrichtung 12. Auch hier können
bei Bedarf die Abschnitte 11m, 11n, 11o, 11p und 11q und die Führungen 18a und 18b
fortgelassen werden.
[0037] Verwendet man als Schnürsenkel einen dünnen Draht mit einem Durchmesser in der Größenordnung
von 1 mm oder weniger, so besteht die Gefahr, daß sich dieser beim Spannen des Schnürsenkels,
aber auch beim späteren Gebrauch, in das Außenmaterial des Schnürstiefels einschneidet,
das üblicherweise aus Leder und/oder Textilien ist. Zum Schutz hiergegen sind einige
oder alle Abschnitte des Schnürsenkels in einer Schutzhülle geführt, die schematisch
in Fig. 11 dargestellt ist. Es kann sich hierbei beispielsweise um eine gewickelte
Spiralfeder 21 handeln, in deren Inneren der Schnürsenkel 11 gleitet. Die Spiralfeder
kann zusätzlich, wie beispielsweise bei Bowdenzügen bekannt, mit einem Schutzmantel
22 aus Kunststoff umgeben sein.
[0038] Die Figuren 12 und 13 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung mit verschiedenen
Alternativen. Bei der ersten Alternative sind die von der Führung 14 nach oben zum
Schaft 6 verlaufenden Abschnitte 11c und 11j abweichend von dem bisher beschriebenen
Ausführungsbeispielen außen um den Schaft 6 herumgeführt und kreuzen sich an der Rückseite
des Schaftes in einer weiteren Führung 15a, von wo sie im wesentlichen horizontal
nach vorne zu der Wickeleinrichtung 12 gehen, wie durch gestrichelte Linien 11c und
11j sowie 11a und 11b angedeutet. Damit ist der gesamte Schnürsenkel einstückig.
[0039] Alternativ hierzu kann der Schnürsenkel auch geteilt sein. Die Abschnitte 11f, 11g;
11e, 11h; 11d, 11i gemäß den Ausführungsbeispielen der Figuren 1-10 sind zu einer
ersten Wickelvorrichtung 12a geführt, die im Ristbereich des Stiefels angeordnet ist
und an der Zunge des Stiefels befestigt ist. Ein zweiter davon unabhängiger Schnürsenkel
11z ist im oberen Bereich des Schaftes 6 im wesentlichen horizontal rings um den Schaft
geführt und in einer zweiten Wickelvorrichtung 12b aufgewickelt. Diese Wickelvorrichtung
12b kann an der Seite des Schaftes 6 angebracht sein, wie in den Figuren 12 und 13
zu sehen. Sie kann aber auch vorne an der Zunge angebracht sein, wie die Wickelvorrichtung
12 der bisherigen Ausführungsbeispiele.
[0040] In entsprechender Weise können auch die den Vorderfußbereich spannenden Abschnitte
11o, 11p, 11q einen separaten Schnürsenkel mit zusätzlicher (nicht dargestellt) Wickelvorrichtung
bilden. Wesentlich ist, daß die drei jeweils an beiden Seiten des Stiefels vorhandenen
Abschnitte, die das o.g. Dreieck bilden, einen einstückigen Schnürsenkel bilden, der
mit einer Wickelvorrichtung gespannt und arretiert wird.
1. Schnürstiefer mit einer Sohle (1), die einen Vorderfußbereich (2), einen Mittelfußbereich
(3) und einen Fersenbereich (4) aufweist,
mit einem mit der Sohle (1) verbundenen Oberteil (5), das einen Zehen-, einen Rist-
und einen Fersenbereich aufweist,
mit einem Schaft (6), der sich an das Oberteil (5) anschließt, sowie
mit mindestens einem Schnürsenkel (11), der abschnittsweise an Führungen (12-17) gehalten
ist,
wobei der Schnürsenkel (11) mindestens folgende Abschnitte aufweist:
- einen ersten Abschnitt (11f, 11g), der vom Mittelfußbereich (3) der Sohle (1) über
den Ristbereich des Oberteils (5) verläuft,
- einen zweiten Abschnitt (11e, 11h), der vom Mittelfußbereich (3) der Sohle (1) um
die Außenseite des Schaftes (6) oberhalb des Fersenbereiches verläuft, und
- einen dritten Abschnitt (11d, 11i), der vom Schaft (6) oberhalb des Fersenbereiches
zum Ristbereich verläuft,
- wobei der Schnürsenkel (11) in den drei genannten Abschnitten einstückig durchgehend
ausgebildet ist
dadurch gekennzeichnet,
daß die drei genannten Abschnitte in der Seitenansicht ein Dreieck bilden, in welchem
Sprunggelenke eines Fußes liegen.
2. Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Abschnitt (11f, 11g; 11e, 11h) beidseitig der Sohle (1)
über Umlenkungen (16a, 16b) geführt sind.
3. Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste und der zweite Abschnitt (11f, 11g; 11e, 11h) durch eine quer durch die
Sohle (1) verlaufende Bohrung (19, 20) geführt sind.
4. Schnürstiefel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (19, 20) sich im Inneren der Sohle (1) überkreuzen.
5. Schnürstiefel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in den Bohrungen (19, 20) Hülsen angeordnet sind, durch welche entsprechende Abschnitte
(11r, 11s) des Schnürsenkels (11) geführt sind.
6. Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einige Abschnitte des Schnürsenkels (11) in biegeelastischen Hülsen (21)
geführt sind.
7. Schnürstiefel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die biegeelastischen Hülsen (21, 22) durch gewickelte Spiralfedern gebildet sind.
8. Schnürstiefel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Wickeleinrichtung (12) , in welcher die Enden des Schnürsenkels (11) aufwickelbar
sind.
9. Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich an den dritten Abschnitt (11d, 11i) mindestens ein vierter Abschnitt (11a, 11b,
11c, 11j, 11k, 111) anschließt, der über den Schaft geführt ist und einstückig mit
einem der ersten, zweiten oder dritten Abschnitte verbunden ist.
10. Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein fünfter Abschnitt (11o, 11p, 11q, 11m und 11n) vorgesehen ist, der
über den Oberteil (6) zum Zehenbereich (2) geführt ist und einstückig mit einem der
ersten, zweiten oder dritten Abschnitte verbunden ist.
1. A laced boot comprising a sole (1) having a front foot area (2) , a metatarsal area
(3) and a heel area (4),
un upper (5) connected to the sole and comprising a toe area, an instep area and a
heel area,
a boot leg (6) attached to the upper (5), and
at least a boot lace (11) carried in sections on guides (12-17), wherein the boot
lace (11) comprises at least the following sections:
- a first section (11f, 11g) running from the metatarsal area (3) of the sole (1)
over the instep area of the upper (5),
- a second section (11e, 11h) running from the metatarsal area (3) of the sole (1)
around the outside of the boot leg (6) above the heel area, and
- a third section (11d, 11i) running from the boot leg (6) above the heel area to
the instep area,
wherein the boot lace (11) constitute a continous single lace piece,
characterized in that
the three mentioned sections as viewed from the side form a triangle in which ankle
joints of the foot are arranged.
2. Laced boot according to claim 1, characterized in that the first and the second section (11f, 11g; 11e, 11h) are guided on both sides of
the sole (1) around redirections.
3. Laced boot according to claim 1, characterized in that the first and the second sections (11f, 11g; 11e, 11h) are guided through a bore
(19, 20) running transversely through the sole (1).
4. Laced boot according to claim 3, characterized in that the bores (19, 20) are crossing each other in the inside of the sole (1).
5. Laced boot according to claim 3, characterized in that casings are arranged in the bores (19, 20) wherethrough respective sections (11r,
11s) of the boot lace (11) are guided.
6. Laced boot according to claim 1, characterized in that at least some sections of the boot lace (11) are guided within resiliently flexible
jackets (21).
7. Laced boot according to claim 6, characterized in that the resiliently flexible jackets (21, 22) are formed by wound spiral springs.
8. Laced boot according to claim 1, characterized by a reel device (12), wherein the ends of the boot lace (11) can be spooled.
9. Laced boot according to claim 1, characterized in that at least a fourth section (11a, 11b, 11c, 11j, 11k, 111) is connected to the third
section (11d, 11i) , said fourth section being guided over the upper and is connected
as a single piece with one of the first, second or third sections.
10. Laced boot according to claim 1, characterized in that at least a fifth section (11o, 11p, 11q, 11m and 11n) is provided, which is guided
over the upper (6) to the toe area (2) and which is connected as a single piece with
one of the first, second or third sections.
1. Bottine à lacet avec une semelle (1) qui présente une zone antérieure de pied (2),
une zone médiane de pied (3) et une zone de talon (4),
avec une partie supérieure (5) reliée à la semelle (1) qui présente une zone d'orteils,
une zone de cou-de-pied et une zone de talon,
avec une tige (6) qui se raccorde à la partie supérieure (5), ainsi que
avec au moins un lacet (11) qui est maintenu par endroits sur des guidages (12-17),
dans laquelle le lacet (11) présente au moins les parties suivantes :
- une première partie (11f, 11g) qui s'étend de la zone médiane de pied (3) de la
semelle (1) au-dessus de la zone de cou-de-pied de la partie supérieure (5),
- une deuxième partie (11e, 11h) qui s'étend de la zone médiane de pied (3) de la
semelle (1) autour du côté extérieur de la tige (6) au-dessus de la zone de talon,
et
- une troisième partie (11d, 11i) qui s'étend de la tige (6) au-dessus de la zone
de talon jusqu'à la zone de cou-de-pied,
- dans laquelle le lacet (11) est réalisé sans interruption d'un seul tenant dans
les trois parties citées,
caractérisée en ce
que les trois parties citées forment dans la vue de côté un triangle, dans lequel se
trouvent des articulations de cheville d'un pied.
2. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée en ce que la première et la deuxième parties (11f, 11g ; 11e, 11h) sont guidées selon les deux
côtés de la semelle (1) par des déviations (16a, 16b).
3. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée en ce que la première et la deuxième parties (11f, 11g ; 11e, 11h) sont guidées par un perçage
(19, 20) qui traverse obliquement la semelle (1).
4. Bottine à lacet selon la revendication 3, caractérisée en ce que les perçages (19, 20) se croisent à l'intérieur de la semelle (1).
5. Bottine à lacet selon la revendication 3, caractérisée en ce que des douilles, par lesquelles sont guidées des parties (11r, 11s) correspondantes
du lacet (11), sont disposées dans les perçages (19, 20).
6. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins quelques parties du lacet (11) sont guidées dans des douilles (21) élastiques
en flexion.
7. Bottine à lacet selon la revendication 6, caractérisée en ce que les douilles (21, 22) élastiques en flexion sont formées par des ressorts enroulés
en hélice.
8. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée par un dispositif enrouleur (12), dans lequel les extrémités du lacet (11) peuvent être
enroulées.
9. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins une quatrième partie (11a, 11b, 11c, 11j, 11k, 111) se raccorde à la troisième
partie (11d, 11i), laquelle traverse la tige et est reliée d'un seul tenant à l'une
des première, deuxième ou troisième parties.
10. Bottine à lacet selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins une cinquième partie (11o, 11p, 11q, 11m et 11n) est prévue, laquelle traverse
la partie supérieure (6) jusqu'à la zone des orteils (2) et est reliée d'un seul tenant
à l'une des première, deuxième ou troisième parties.