[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Folgeverbundwerkzeug zur Herstellung einer
strukturierten Metallfolie mit mindestens zwei Strukturen, wobei eine der beiden Strukturen
die andere Struktur zumindest teilweise überlagert, wobei das Folgeverbundwerkzeug
aus einem Werkzeugoberteil und einem Werkzeugunterteil besteht. Weiterhin betrifft
die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Metallfolie,
die insbesondere als Katalysator-Trägerkörper dient.
[0002] Solche strukturierten Metallfolien werden zu langen Bändern gefaltet und zu Katalysatorwabenkörpern
mit spezieller Geometrie gewickelt. Die Wabenkörper weisen dabei eine Vielzahl von
Wabenzellen auf, an deren Wandung der katalytische Prozess an einer katalytisch aktiven
Beschichtung abläuft. Auf diese Weise aufgebaute Katalysatoren werden in erster Linie
bei Verbrennungsmotoren eingesetzt, um die durch zunehmende Mobilität verursachte
Schadstoffbelastung der Umwelt zu reduzieren.
[0003] Metall ist dabei, neben Keramik, aufgrund seiner vorteilhaften physikalisch-technischen
Eigenschaften wie hohe mechanische und thermische Stabilität, ein idealer Trägerwerkstoff
für die katalytisch aktive Beschichtung.
[0004] Diese hohe Stabilität erlaubt extrem dünne Wandstärken der Wabenzellen, sodass in
einem geringen Bauvolumen eine Vielzahl von Wabenzellen realisierbar sind, die zusätzlich
noch eine geringe Gesamtmasse aufweisen. Die Vielzahl der Wabenzellen ermöglicht eine
hohe Konversionsrate, die aufgrund der geringen Masse des Wabenkörpers bereits nach
kurzer Aufwärmzeit erreicht wird.
[0005] Dazu wurden in der Vergangenheit Metallbänder mit Wellenstruktur eingesetzt. Ein
Verfahren zur Herstellung eines Wellenbleches wird in der DE 199 57 585 A1 beschrieben.
Dabei wird ein Blech zwischen zwei kämmenden Wellwalzen hindurchgeführt, sodass durch
Biege- und Ziehvorgänge zwischen den ein Profilsegment bildenden ineinandergreifenden
Wellen, eine Wellstruktur auf dem Blech entsteht.
[0006] Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, dass es bei Verwendung von kämmenden
Walzen bei zunehmend geringeren Materialstärken des Metallbleches und zunehmend geringeren
Profiltiefen der Wellenstruktur zu Gratbildung bei Einbringung der Sekundärstruktur
kommt, die sich sehr störend auf die galvanische Abscheidung der katalytisch aktiven
Beschichtung auswirkt, so dass die Konversionsfähigkeit des Katalysators herabgesetzt,
anstatt erhöht wird.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren
anzugeben, dass die Herstellung sehr dünner, strukturierter Metallfolien mit großer
Oberfläche unter Einhaltung hoher Qualitätsstandards erlaubt.
[0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Folgeverbundwerkzeug mindestens drei,
insbesondere räumlich getrennte, Arbeitsbereiche aufweist, nämlich einen Stanzbereich
zur Entfernung von Folienmaterial an bestimmten Positionen der Metallfolie, einen
primären Formgebungsbereich zur Einbringung der, vorzugsweise gewellten, Primärstruktur
in der Metallfolie und einen sekundären Formgebungsbereich zur Einbringung der, vorzugsweise
gewellten, Sekundärstruktur in die Metallfolie, vorzugsweise in die Primärstruktur
der Metallfolie.
[0009] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Folgeverbundwerkzeuges ist es möglich, extrem dünne,
strukturierte Metallbänder in einem Bearbeitungsschritt mit einem einzigen Werkzeug,
bei gleichzeitiger Einhaltung geringster Fertigungstoleranzen, herzustellen. Die Fertigung
der Metallbänder erfolgt wirtschaftlicher, als mit der im Stand der Technik beschriebenen
Vorrichtung, da die Metallfolie an einer Maschine mit einem Werkzeug bearbeitet wird,
da Folgeverbundwerkzeuge mit einem Bearbeitungsschritt stanzen und umformen können.
Durch den Einsatz eines Folgeverbundwerkzeuges verringert sich die Bildung von Graten
an den Werkstücken, sodass eine vollständige katalytisch wirksame Oberfläche auf dem
Metallträger abgeschieden werden kann.
[0010] Das Entfernen von Folienmaterial an bestimmten Positionen im Stanzbereich stellt
sicher, dass ein aus dem Material hergestellter Katalysator eine deutlich höhere Standzeit
im Alltagsbetrieb aufweist, da durch die Materialentfernung Spannungen innerhalb der
Metallfolie abgebaut, und Kerbwirkungen an den Übergangsbereichen zwischen primärer
und sekundärer Struktur vermieden werden. Dabei ist es manchmal wünschenswert, dass
Metallfolie an jedem Übergangsbereich zwischen Primär- und Sekundärstruktur entfernt
wird. Es gibt auch Anwendungsbereiche, bei denen das Folienmaterial nur an ausgewählten
Stellen, beispielsweise an ausgesuchten Übergängen zwischen Primärund Sekundärstruktur,
entfernt wird.
[0011] Es ist notwendig, für das Folgeverbundwerkzeug einen Antrieb vorzusehen. Hierzu bietet
sich beispielsweise eine Presse, bestehend aus einem Pressenbett und einem durch eine
Exzenterscheibe angetriebenen beweglichen Bären an, wobei der Bär mit dem Werkzeugoberteil
in Eingriff steht. Es muss jedoch nicht notwendigerweise ein Exzenterantrieb vorgesehen
werden. Beispielsweise ist der Betrieb des Folgeverbundwerkzeuges mit einem hydraulischen
Antrieb möglich.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Stanzbereich
in Einzugsrichtung der Metallfolie vor dem primären und dem sekundären Formgebungsbereich
angeordnet ist. Diese nicht notwendige, aber vorteilhafte Anordnung des Stanzbereichs
führt dazu, dass das zu entfernende Folienmaterial aus der noch glatten Metallfolie
herausgestanzt werden kann. Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Stanzbereichs
können wesentlich geringere Fertigungstoleranzen eingehalten werden, als wenn der
Stanzbereich beispielsweise den Formgebungsbereichen nachgeschaltet wäre.
[0013] In bestimmten Anwendungsfällen kann es zweckmäßig sein, dass zusätzlich weitere Arbeitsbereiche
zur Einbringung weiterer Strukturen in die Metallfolie vorgesehen sind. Diese müssen
nicht zwangsläufig vom primären und/oder sekundären Formgebungsbereich räumlich getrennt
sein. Jedoch bietet sich eine räumliche Trennung häufig an. Durch das Vorsehen zusätzlicher
Arbeitsbereiche wird erreicht, dass eine Vielzahl von Strukturen auf der Metallfolie
überlagert werden können, so dass die wirksame Oberfläche der Metallfolie erheblich
vergrößert wird.
[0014] Es kann in bestimmten Anwendungsfällen von Vorteil sein, dass zusätzlich weitere
Arbeitsbereiche zur Einbringung von Übergangsbereichen zwischen zwei oder mehr Strukturen
vorgesehen sind. In diesen Arbeitsbereichen wird ein fließender Übergang zwischen
den verschiedenen Strukturen hergestellt.
[0015] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass im sekundären Formgebungsbereich
Prägestempel zur Einbringung der Sekundärstruktur, sowie Mittel zur Zentrierung der
Metallfolie vorgesehen sind. Die Mittel zur Zentrierung der Metallfolie gewährleisten
eine exakte Positionierung der Metallfolie im Folgeverbundwerkzeug. Mittels der Prägestempel
wird die Sekundärstruktur in die Primärstruktur eingebracht.
[0016] Dabei sind vorteilhafterweise Prägestempel im Werkzeugoberteil und im Werkzeugunterteil
vorgesehen. Mittels der Prägestempel im Werkzeugoberteil wird die Sekundärstruktur
in die Wellenberge der Primärstruktur eingebracht. Die Prägestempel im Werkzeugunterteil
dienen zur Einbringung der Sekundärstruktur in die Wellentäler der Primärstruktur.
Dabei weisen die Wellen der Sekundärstruktur vorzugsweise eine höhere Frequenz und
eine geringere Amplitude als die Wellen der Primärstruktur auf.
[0017] Es ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Mittel zur Zentrierung der Metallfolie als
gefederte Klemmmittel, insbesondere bestehend aus einer gefederten Führungsplatte
mit Führungseinsatz und einem Federboden, ausgebildet sind, wobei die Oberflächen
des Führungseinsatzes und/oder des Federbodens zumindest teilweise wie die Primärstruktur
der Metallfolie ausgeformt sind. Die spezielle Ausformung der Oberflächen dient dazu,
die mit einer Primärstruktur versehene Metallfolie in einem ersten Arbeitsschritt
mittels der gefederten Klemmmittel halten zu können.
[0018] Es ist besonders zweckmäßig, dass im primären Formgebungsbereich mindestens ein,
mit einer gefederten Führungsplatte zusammenwirkender, Stempel, zur Einbringung der
Primärstruktur in die Metallfolie, vorgesehen ist. Dabei wird die Primärstruktur nicht
über die gesamte Länge der Metallfolie, sondern etappenweise, eingebracht. Es ist
notwendig, die Größe des Stempels so zu bemessen, dass gewährleistet ist, dass ein
Nachfließen von Folienmaterial beim Umformen gewährleistet wird, da die sehr dünne
Metallfolie ansonsten reißen kann. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor,
dass die unteren Stempel starr sind und die oberen Stempel beispielsweise über Kniehebel
bewegbar sind.
[0019] Als konstruktiv von Vorteil hat sich herausgestellt, wenn sich die gefederte Führungsplatte
mit Führungseinsatz des sekundären Formgebungsbereich im primären Formgebungsbereich
fortsetzt. Die gefederte Führungsplatte mit Führungseinsatz hat somit eine Doppelfunktion.
Im sekundären Formgebungsbereich dient sie als ein Teil des Klemmmittels zur Zentrierung
der Metallfolie, während sie im primären Formgebungsbereich zur Formgebung der Metallfolie
dient und mit einem Stempel zusammenwirkt.
[0020] Es ist besonders zweckmäßig, dass die Oberfläche des Stempels und die des gefederten
Führungseinsatzes so ausgestaltet sind, dass die Primärstruktur der Metallfolie die
Form einer, vorzugsweise fortlaufenden, Welle ergibt. In diese primäre Welle wird
dann die Sekundärstruktur, wiederum in Form einer Welle, im sekundären Formgebungsbereich
eingebracht.
[0021] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere, vorzugsweise mindestens
zwei, Stempel in Einzugsrichtung der Metallfolie räumlich hintereinander angeordnet
und nacheinander, insbesondere entgegen der Einzugsrichtung der Metallfolie, betätigbar
sind. Dabei weist die Oberfläche eines jeden Stempels einen Teilausschnitt der Primärstruktur
zur Einbringung in die Metallfolie auf. Dadurch, dass mehrere Stempel mit kurzer Längenausdehnung
in Einzugsrichtung hintereinander zum Einsatz kommen, wird gewährleistet, dass beim
jeweiligen Stempelvorgang genügend Folienmaterial nachfließen kann, um ein Reißen
der Metallfolie mit Vorteil zu vermeiden.
[0022] Da bei den Stempelvorgängen besonders hohe Kräfte auf die Metallfolie über die Stempel
wirken müssen, ist mit Vorteil vorgesehen, dass jedem Stempel oder einer Gruppe von
benachbarten Stempeln, ein Kniehebelwerk zugeordnet ist, über welches der Stempel
beziehungsweise die Gruppe von Stempeln betätigbar ist. Über das Kniehebelwerk können
hohe Kräfte übertragen werden.
[0023] Es ist von besonderem Vorteil, dass jedes Kniehebelwerk aus einem Mittelteil besteht,
welches über mindestens zwei Kniehebel mit dem Stempel und über mindestens zwei weitere
Kniehebel mit einer Grundplatte gelenkig verbunden ist, wobei das Mittelteil mit den
Kniehebeln so angeordnet ist, dass der Stempel durch eine Seitwärtsbewegung des Mittelteils
betätigbar ist. Als Seitwärtsbewegung ist hier die Schwenkbewegung des Mittelteils
bezeichnet.
[0024] Mit Vorteil ist jedem Kniehebelwerk oder jeder Gruppe von Kniehebelwerken ein Antrieb,
zur Umwandlung einer Senkrechtbewegung des Werkzeugoberteils oder des Werkzeugunterteils
in eine Seitwärtsbewegung des Mittelteils des Kniehebelwerks zugeordnet.
[0025] Um die Abfolge der Stempelvorgänge der einzelnen Stempel im primären Formgebungsbereich
zeitlich zu steuern, ist mit Vorteil vorgesehen, dass jedem Antrieb ein mit dem Werkzeugoberteil
oder Werkzeugunterteil in Wirkverbindung stehender, vorzugsweise gefederter, Bolzen
zugeordnet ist, wobei die Bolzen der einzelnen Antriebe eine unterschiedliche Länge
aufweisen. Hierdurch soll erreicht werden, dass zuerst der dem sekundären Formgebungsbereich
nächstgelegene Stempel beziehungsweise die nächstgelegenste Stempelgruppe betätigt
wird und dann die weiteren Stempel beziehungsweise Stempelgruppen in Reihenfolge entgegen
der Einzugsrichtung der Metallfolie betätigt werden.
[0026] Weiterhin war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren anzugeben, dass
die Herstellung sehr dünner, strukturierter Metallfolie mit großer Oberfläche unter
Einhaltung hoher Qualitätsstandards erlaubt.
[0027] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine Metallfolie in einem Folgeverbundwerkzeug
in einem Bearbeitungsvorgang mit einer ersten und wenigstens einer zweiten Struktur
versehen wird, wobei die sekundäre Struktur die primäre Struktur überlagert, und bei
dem in allen oder ausgewählten Übergangsbereichen zwischen erster und wenigstens zweiter
Struktur Metallfolienmaterial entfernt wird.
[0028] Dieses erfindungsgemäße Verfahren erlaubt mit Vorteil die Herstellung extrem dünner,
strukturierter Metallbänder in einem Bearbeitungsschritt in einem einzigen Werkzeug
bei gleichzeitiger Einhaltung geringster Fertigungstoleranzen. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist wirtschaftlicher als das im Stand der Technik beschriebene, da es an
einer Maschine mit einem Werkzeug durchgeführt werden kann, da Folgeverbundwerkzeuge
mit einem Bearbeitungsschritt Stanzen, und Umformen können. Das erfindungsgemäße Verfahren
verringert die Bildung von Graten an den Werkstücken, so dass eine vollständige katalytisch
wirksame Oberfläche auf dem Metallträger abgeschieden werden kann. Der erfindungsgemäß
vorgesehene Arbeitsschritt der Materialentfernung stellt gleichzeitig sicher, dass
ein aus dem Material hergestellter Katalysator eine deutlich höhere Standzeit im Alltagsbetrieb
aufweist, die durch die Materialentfernung Spannungen innerhalb der Metallfolie abgebaut,
und Kerbwirkung an den Übergangsbereichen zwischen erster und zweiter Struktur vermieden
werden.
[0029] Vorteilhafterweise sieht das Verfahren vor, dass Arbeitsschritte des Bearbeitungsvorganges
zeitlich versetzt erfolgen oder einzelne Arbeitsschritte des Bearbeitungsvorganges
zeitlich und räumlich versetzt erfolgen. Der zeitliche Versatz der Arbeitsschritte
ermöglicht ein Nachfließen des Materials während der aufeinanderfolgenden Formungsvorgänge,
so dass Mikrorisse oder Strukturbrüche vermieden werden. In Abhängigkeit von dem zu
verformenden Material kann auch eine räumliche Variation der Arbeitsschritte innerhalb
des Folgeverbundwerkzeuges erfolgen, so dass auch besonders empfindliche Metallfolien
mit sehr gutem Ergebnis verarbeitet werden können.
[0030] Dadurch, dass das Folgeverbundwerkzeug die primäre und sekundäre Struktur vorzugsweise
als Wellenstruktur in die Metallfolie einbringt, wird die wirksame Oberfläche ohne
für die Galvanisierung nachteiligen Ecken und Kanten deutlich vergrößert. Ecken und
Kanten führen zusätzlich zur Bildung von Totvolumina, die die Konversionsrate des
Katalysators herabsetzen und müssen daher vermieden werden. Die Ausbildung der Struktur
als Wellenstruktur hat weiterhin den besonderen Vorteil, dass zwar die wirksame Oberfläche,
nicht jedoch der Strömungswiderstand über die Maßen vergrößert wird.
[0031] Zur Oberflächenvergrößerung ist vorgesehen, dass die sekundäre Struktur in die Wellenkämme
und/oder in die Wellentäler der primären Struktur eingebracht wird und wobei die Wellen
der sekundären Struktur vorzugsweise eine höhere Frequenz und eine geringere Amplitude
als die Wellen der ersten Struktur aufweisen. Mit besonderem Vorteil führt dieser
Bearbeitungsschritt zu einer optimalen Vergrößerung der Oberfläche.
[0032] Weiterhin ist vorgesehen, dass Folienmaterial durch Ausstanzen, vorzugsweise in Langlochform,
im Übergangsbereich zwischen erster und zweiter Struktur entfernt wird. Die Stanze
in Form eines Langloches ist besonders vorteilhaft und einfach zu realisieren, die
Erfindung umfasst jedoch auch andere Formen wie Knochen-, Kreis- oder Doppellochform.
[0033] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass Metallfolie mit einer
Dicke von 0,02 bis 0,12 mm, vorzugsweise mit einer Dicke von 0,05 mm, und mit einer
Folienbreite von 50 bis 210 mm verarbeitet wird.
[0034] Weiterhin ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Metallfolie durch mindestens eine
Einzugsvorrichtung durch das Folgeverbundwerkzeug geführt wird. Die Verwendung von
mindestens einer Einzugsvorrichtung, vorzugsweise zwei Einzugsvorrichtungen zu Beginn
und am Ende des Folgeverbundwerkzeuges ermöglicht einen optimalen Verarbeitungsablauf.
[0035] Gemäß einer besonders effektiven Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
vorgesehen, dass die Metallfolie in einem ersten Arbeitsteilschritt zwischen einem
Folgeverbundwerkzeugoberteil und einem Folgeverbundwerkzeugunterteil im sekundären
Formgebungsbereich geklemmt und damit zentriert wird, woraufhin die Sekundärstruktur
in bestimmte Wellentäler der Primärstruktur innerhalb des sekundären Formgebungsbereichs
eingebracht wird, woraufhin die Primärstruktur mittels mindestens eines Stempels in
die Metallfolie eingebracht wird, wodurch Folienmaterial in Einzugsrichtung nachgezogen
wird, davor, währenddessen oder daraufhin im Stanzbereich Metallfolienmaterial durch
Schneidstempel herausgestanzt wird und im gleichen oder danach oder zuvor gelagerten
Arbeitsschritt die Sekundärstruktur in bestimmte Wellenberge der Primärstruktur eingebracht
wird.
[0036] Im Folgenden werden anhand der Figuren der Zeichnung weitere Einzelheiten und Vorteile
der Erfindung erläutert. Im einzelnen stellen dabei die
- Fig. 1:
- ein erfindungsgemäßes Folgeverbundwerkzeug,
- Fig. 2:
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäß erzeugten gewellten Metallfolie,
- Fig. 3:
- einen Querschnitt durch diese Metallfolie,
- Fig. 4:
- eine perspektivische Ansicht einer gewellten Metallfolie ohne Ausstanzungen,
- Fig. 5:
- eine Prinzipdarstellung eines Ausschnitts des erfindungsgemäßen Folgeverbundwerkzeugs,
- Fig. 6:
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 5,
- Fig. 7:
- eine Prinzipdarstellung des Folgeverbundwerkzeugs beim letzten Arbeitsteilschritt,
und
- Fig. 8:
- eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts von Fig. 7,
- Fig. 9:
- ein Ablaufschema eines Bearbeitungsvorgangs,
- Fig. 10:
- eine Prinzipskizze eines Folgeverbundwerkzeugs,
dar.
[0037] In Figur 1 ist ein Folgeverbundwerkzeug 1 dargestellt. Dieses Folgeverbundwerkzeug
1 kann vorzugsweise in Pressen mit einem Pressenbär oder einer einfach wirkenden Presse
eingesetzt werden. Der sekundäre Formgebungsbereich 2 ist in Einzugsrichtung 3 der
Metallfolie 4 hinter dem primären Formgebungsbereich 5 angeordnet. Der Stanzbereich
ist in Figur 1 nicht dargestellt. Er ist jedoch in Einzugsrichtung der Metallfolie
vor dem primären Formgebungsbereich 5 angeordnet. Das Folgeverbundwerkzeug 1 besteht
aus einem oberen Werkzeugteil 6, welches mit einem nicht dargestellten Pressbären
in Eingriff steht, und einem unteren, fixierten Werkzeugteil 7. Das obere Werkzeugteil
6 besteht aus einer oberen Druckplatte 8 und einer unteren Druckplatte 9. Die obere
Druckplatte 8 ist in eine Kopfplatte 10, die unmittelbar mit dem Pressbären zusammenwirkt,
eingelassen.
[0038] Unterhalb der unteren Druckplatte 9 ist eine Stempelhalteplatte 11 angeordnet. In
dieser Stempelhalteplatte 11 sind die oberen Prägestempel 12 (in Fig. 5 zu sehen)
zur Einbringung der Sekundärstruktur im sekundären Formgebungsbereich fixiert. Weiterhin
sind in der Stempelhalteplatte die Schneidstempel des Stanzbereichs zur Entfernung
von Folienmaterial gehaltert.
[0039] In der oberen Druckplatte 8 und unteren Druckplatte 9 sind mehrere Bolzen 13 geführt.
Die Bolzen 13 sind zwischen beiden Platten 8, 9 mittels Federn 14 gefedert. Die gefederten
Bolzen 13 wirken auf eine Führungsplatte 15. Die Führungsplatte 15 erstreckt sich
über den sekundären 2 und primären Formgebungsbereich 5. In Figur 1 ist lediglich
zu erkennen, dass sich die Führungsplatte 15 mit dem Führungseinsatz 16 über den sekundären
Formgebungsbereich 2 erstreckt. Dies war aus Übersichtlichkeitsgründen notwendig.
Die Führungsplatte 15 setzt sich im primären wie im sekundären Formgebungsbereich
nach unten in einen Führungseinsatz 16 fort. Die Oberfläche des Führungseinsatzes
16 ist in Form der Primärstruktur der Metallfolie ausgestaltet.
[0040] Im sekundären Formgebungsbereich 2 ist unterhalb des gefederten Führungseinsatzes
16 ein Federboden 17 vorgesehen, der mittels Federn 18 gegenüber einer Grundplatte
gefedert ist (siehe Fig. 5).
[0041] Innerhalb des Federbodens 17 sind nicht dargestellte Aussparungen vorgesehen, in
denen untere, starre Prägestempel 19 zur Einbringung der Sekundärstruktur in die Metallfolie
vorgesehen sind.
[0042] Der primäre Formgebungsbereich 5 besteht aus einer gefederten Führungsplatte 15 mit
einem Führungseinsatz 16 und mit diesem zusammenwirkenden Stempeln 20, 21. Jeder Stempel
20, 21 wird über ein eigenes Kniehebelwerk 22, 23 betätigt. Jedes Kniehebelwerk 22,
23 besteht aus jeweils einem Mittelteil 24, welches über obere Kniehebel 25 mit dem
jeweiligen Stempel 20 gelenkig verbunden ist. Weiterhin sind untere Kniehebel 26 vorgesehen,
über die das Mittelteil 24 mit einer Grundplatte 27 gelenkig verbunden ist. Jedem
Kniehebelwerk 22, 23 ist ein Antrieb 28, 29 zugeordnet. Mittels der Antriebe 28, 29
wird die senkrechte Abwärtsbewegung des oberen Werkzeugteils 6 in eine Seitwärtsbewegung
des Mittelteils 24 umgewandelt. Durch diese seitliche Schwenkbewegung werden die Stempel
20, 21 gegen die Metallfolie und gegen den Führungseinsatz 16 mit Führungsplatte 15
gepresst. Jeder Antrieb 28, 29 besteht aus einem gefederten Bolzen 30, welcher in
der Rahmenplatte geführt ist. Der gefederte Bolzen 30 trifft auf den Ausleger 31 einer
Wippe 32. Die Wippe steht im gelenkigen Eingriff mit dem Mittelteil 24 des Kniehebelwerks
22 und ist im Folgeverbundwerkzeug gelenkig gelagert. Durch Herunterdrücken des gefederten
Bolzen 30 wird das Mittelteil 24 nach rechts verschwenkt, was eine Aufwärtsbewegung
des Stempels 20 zur Folge hat. Mittels des Stempels 20 wird ein Teil der Primärstruktur
in die Metallfolie 4 eingepresst. Nach Entlastung des gefederten Bolzens 30 erfolgt
die Zurückbewegung des Mittelteils 24 durch eine Feder 33, zwischen einem weiteren
Ausleger 34 der Wippe 32 und der Stempelhalteplatte 11. Die anderen Antriebe sind
entsprechend ausgebildet. Dabei ist es je nach Anordnung der Kniehebel und des Bolzens
30, sowie der Wippe 32 möglich, den Antrieb ziehend oder drückend auf das Mittelteil
24 wirkend auszubilden.
[0043] Der gefederte Bolzen 30 ist kürzer ausgebildet als der gefederte Bolzen 35 des Antriebs
29. Hierdurch wird erreicht, dass durch Abwärtsbewegung des Werkzeugoberteils 6 zuerst
der Antrieb 29 und damit zuerst das Kniehebelwerk 23 und damit der Stempel 21 bewegt
werden. Stempel 21 ist dabei der direkt an den sekundären Formgebungsbereich grenzende
Stempel. Erst nachdem dieser Teil der Primärstruktur in die Metallfolie eingebracht
wurde, wird durch den gefederten Bolzen 30 der weitere Stempel 20 betätigt. Hierdurch
wird ein weiterer Teil der Primärstruktur in die Metallfolie eingebracht. Durch die
Aufteilung der Primärstruktur auf mehrere Stempel 20, 21, wird erreicht, dass Metallfolienmaterial
aus Einzugsrichtung nachfließen kann, um ein Reißen der Metallfolie zu vermeiden.
[0044] Anstelle der Kniehebelwerke können selbstverständlich auch hydraulisch betätigte
Stempel etc. eingesetzt werden. Durch die Kniehebelwerke ist es jedoch möglich, die
Abwärtsbewegung des oberen Werkzeugteils 6 in die Stempelbewegung umzuwandeln.
[0045] Anhand der Figuren 5 bis 8 wird nun der Ablauf der Fertigung erläutert. In Figur
5 ist der sekundäre Formgebungsbereich 2 und der obere Teil des primären Formgebungsbereiches
5 schematisch dargestellt. Dabei stellt Figur 5 die Ausgangsposition dar. Die Metallfolie
4 mit bereits eingebrachter Primärstruktur befindet sich zwischen einem gefederten
Führungseinsatz 16, der sich vom sekundären Formgebungsbereich 2 bis in den primären
Formgebungsbereich 5 erstreckt und einem Federboden 17, welcher mittels Federn 18
gegenüber einer Grundplatte gefedert ist. Innerhalb von Ausnehmungen des Führungseinsatzes
16 befinden sich obere Prägestempel 12 zur Einbringung der Sekundärstruktur. Die oberen
Prägestempel 12 sind innerhalb der Stempelhalteplatte 11 gehalten. Weiterhin sind
fixierte untere Prägestempel 19 im sekundären Formgebungsbereich vorgesehen. Mittels
der Prägestempel 12, 19 wird die Sekundärstruktur in die Primärstruktur der Metallfolie
4 eingebracht.
[0046] In Figur 6 ist ein Ausschnitt der Figur 5 vergrößert dargestellt. Man kann deutlich
die Metallfolie 4 mit der bereits geprägten wellenförmigen Primärstruktur erkennen.
Der Führunseinsatz 16, sowie der Federboden 17 weisen ebenfalls die Primärstruktur
in Wellenform auf. Dies ist notwendig, um die Metallfolie 4 zwischen Führungseinsatz
16 und Federboden 17 einklemmen zu können. Deutlich zu erkennen ist auch der oberen
Prägestempel 12, sowie der untere Prägestempel 19. Mittels des Prägestempels 19 wird
die Sekundärstruktur in die Wellentäler der Primärstruktur der Metallfolie 4 eingebracht.
Mittels des oberen Prägestempels 12 wird die Sekundärstruktur in die Wellenberge der
Metallfolie 4 eingebracht. Dabei hat die Sekundärstruktur ebenfalls Wellenform, jedoch
in höherer Frequenz und kleinerer Amplitude als die Primärstruktur.
[0047] In Figur 5 befindet sich das obere Werkzeugteil 6 des Folgeverbundwerkzeugs 1 in
seiner obersten Position. Der Pressenbär drückt nun auf die Kopfplatte 10, wodurch
eine Abwärtsbewegung des oberen Werkzeugteils 6 erfolgt. Die Führungsplatte 15 und
damit der Führungseinsatz 16 sind mittels der Federn 14 stärker gefedert als der Federboden
17 mit seinen Federn 18. Durch die Abwärtsbewegung der oberen Druckplatte 8 wird der
Führungseinsatz 16 von oben gegen die Metallfolie 4 gedrückt. Nach einer weiteren
Abwärtsbewegung stösst die Metallfolie 4 mit dem Führungseinsatz 16 auf den Federboden
17. Die Metallfolie ist nun im sekundären Formgebungsbereich 2 fixiert und damit zentriert.
Da die Führungsplatte 15 und damit der Führungseinsatz 16 stärker gefedert sind als
der Federboden 17, wird die Abwärtsbewegung fortgesetzt. Nun wird die Metallfolie
4 gegen die unteren, starren Prägestempel 19 für die Sekundärstruktur gedrückt. Hierdurch
wird die Sekundärstruktur in die Wellentäler der Primärstruktur eingebracht.
[0048] Durch die weitere Abwärtsbewegung des oberen Werkzeugteils 6 werden die Antriebe
29, 28 der Kniehebelwerke 23, 22 betätigt. Hierdurch wird zuerst der Prägestempel
21 zur Einbringung der Primärstruktur in Richtung Metallfolie bewegt. Der Stempel
21 drückt die Metallfolie gegen den Führungseinsatz 16, wodurch ein Teil der Primärstruktur
in die Metallfolie eingebracht wird. Durch die weitere Abwärtsbewegung wird der Antrieb
des Kniehebelwerks 22 über den gefederten Bolzen 30 betätigt. Hierdurch verfährt der
Stempel 20 gegen die Metallfolie 4 und gegen den Führungseinsatz 16. Durch die zeitliche
Abfolge der Stempelvorgänge wird ein Nachfließen von Metallfolienmaterial ermöglicht.
Ein Reißen der Folie wird mit Vorteil vermieden. Durch eine weitere Abwärtsbewegung
des Werkzeugoberteils 6 wird die Sekundärstruktur im sekundären Formgebungsbereich
durch Abwärtsbewegung des starren, oberen Prägestempels 12 in die Wellenberge der
Primärstruktur eingebracht. Die Ausgestaltung der Oberfläche des oberen und der des
unteren Prägestempels sind aus Figur 6 ersichtlich.
[0049] Durch die Länge der Schneidstempel des Stanzbereichs, die in der Stempelhalteplatte
11 verankert sind, kann der Zeitpunkt bestimmt werden, in dem Material aus der glatten
Folie 4 herausgestanzt wird. Vorteilhafterweise geschieht dies, nachdem die Primärstruktur
eingebracht und bevor der zweite Teil der Sekundärstruktur in die Metallfolie eingebracht
wird. Nach Einbringung des oberen Teils der Sekundärstruktur in die Metallfolie 4
befindet sich das obere Werkzeugteil 6 an seiner tiefsten Position. Diese ist in Figur
7 wiedergegeben. Der Federboden ist komplett nach unten entgegen der Kraft der Federn
18 heruntergedrückt. Die unteren Prägestempel 19 zur Einbringung der Sekundärstruktur
befinden sich relativ zur Metallfolie 4 in ihrer höchsten Position. Prägestempel 12
befindet sich an seiner tiefsten Position, ebenso der Führungseinsatz 16. In Figur
7 sind drei Stempel 21, 20, 36 dargestellt, die zur Einbringung der Primärstruktur
dienen. Dabei ist für jeden dieser Stempel ein eigener Antrieb, beispielsweise in
Form eines Kniehebelwerks vorgesehen. Räumlich vor dem primären Formgebungsbereich
5 und dem sekundären Formgebungsbereich 2 ist der Stanzbereich 37 mit Schneidstempeln
38 vorgesehen. Die Schneidstempel 38 sind in der Stempelhalteplatte 11 verankert.
Über die Auswahl der Länge der Schneidstempel kann der Zeitpunkt gewählt werden, in
dem durch Abwärtsbewegung des Werkzeugoberteils Material aus der Metallfolie 4 herausgestanzt
wird.
[0050] Nach Erreichen dieser Position wird der Pressenbär und damit das Werkzeugoberteil
wieder in seine Ausgangslage (Figur 5) verfahren. Daraufhin wird die Metallfolie mittels
eines ziehenden Vorschubs in Einzugsrichtung weiter transportiert, so dass die neu
eingebrachte Primärstruktur im sekundären Formgebungsbereich fixiert und damit zentriert
werden kann. Nun beginnt der Arbeitsgang von Neuem. Beim Einlegen der Metallfolie
muss selbstverständlich zu Anfang einmal über einen Teilbereich die Primärstruktur
in die Metallfolie eingebracht werden, so dass die Metallfolie daraufhin im sekundären
Formgebungsbereich gehalten werden kann.
[0051] In Figur 8 ist der Ausschnitt X aus Figur 7 vergrößert dargestellt. Hier greifen
Führungseinsatz 16 und Federboden 17 ineinander. Zwischen diesen ist die Metallfolie
4 eingeklemmt. Deutlich zu erkennen ist nun die Sekundärprägung der Metallfolie. Diese
besteht aus kleinen Wellenbergen, die in Wellentäler der Primärstruktur eingebracht
sind und kleinen Wellentälern, die in die Wellenberge der Primärstruktur eingebracht
sind.
[0052] In Figur 4 ist die Metallfolie 4 nach Durchlaufen des sekundären Formgebungsbereichs
2 dargestellt. Die Ausstanzungen wurden nicht dargestellt. Deutlich zu erkennen ist,
dass die Sekundärstruktur 39 mittels des oberen Prägestempels in die Wellenberge 40
der Primärstruktur 41 eingebracht wurde. Durch die unteren Prägestempel 19 wurde die
Sekundärstruktur 39 in Form von kleinen Wellenbergen in die Wellentäler 42 der Primärstruktur
41 eingebracht.
[0053] In Figur 2 ist eine mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens und mittels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung erzeugte Metallfolie 4 dargestellt. Die Primärstruktur 41 ist eine Welle
von 2,5 Millimetern Länge und 1,6 Millimetern Höhe. Die wellenförmige Sekundärstruktur
39 weist eine Länge von 1 Millimeter und eine Höhe von ca. 0,5 Millimetern auf.
[0054] Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch eine gewellte Metallfolie 4, wobei die Schnittebene
in der in Figur 2 eingezeichneten I-I liegt.
[0055] Ein möglicher Verfahrensablauf ist in Figur 9 dargestellt. Als erstes wird die zu
bearbeitende Metallfolie in das Folgeverbundwerkzeug transportiert 43. Daraufhin wird
die Metallfolie arretiert 44. Dann wird die Primärstruktur 45 und die Sekundärstruktur
eingeprägt 46. Nun ist das Folgeverbundwerkzeug an einem tiefen Punkt seiner Vertikalbewegung
angelangt. Das Werkzeug ist noch nicht ganz zusammengefahren, weiteres Material wird
jedoch nicht mehr verformt. Der folgende Arbeitsschritt 47 führt anschließend die
Stanzung für den Bereich zwischen Primär- und Sekundärstruktur aus. Daraufhin ist
das Werkzeug an seinem tiefsten Punkt angelenkt. Das durch dieses Verfahren erzeugte
wellige Metallband wird anschließend durch einen weiteren Materialeinzug 43 aus dem
Folgeverbundwerkzeug 1 gefördert und der weiteren Verarbeitung zugeführt. In dem geschilderten
Bearbeitungsvorgang werden mindestens je eine vollständige, je nach Materialbeschaffenheit
auch zwei oder mehr vollständige Struktureinheiten in die Metallfolie eingebracht.
[0056] Anstelle des unmittelbaren Aufeinanderfolgens der zwei Prägeschritte 44, 45 ist in
Abhängigkeit von den Werkstückeigenschaften erfindungsgemäß auch vorgesehen, dass
die weitere Metallbearbeitung erst nach einem Transport des Werkstückes innerhalb
des Werkzeuges an die Position eines zweiten Stempels erfolgt, der dann die zweite
Einbringung 46 und anschließende Stanzung 47 vornimmt.
[0057] In einem optimierten Verfahren wird die Metallfolie in einem ersten Arbeitsteilschritt
zwischen einem Folgeverbundwerkzeugoberteil und einem Folgeverbundwerkzeugunterteil
im sekundären Formgebungsbereich geklemmt und damit arretiert 44. Danach wird die
Sekundärstruktur in bestimmte Wellentäler der Primärstruktur innerhalb des sekundären
Formgebungsbereichs eingebracht 46. Daraufhin wird die Primärstruktur mittels mindestens
eines Stempels in die Metallfolie eingebracht 45, wodurch Folienmaterial in Einzugsrichtung
nachgezogen wird, davor, währenddessen oder daraufhin wird im Stanzbereich Metallfolienmaterial
durch Schneidstempel herausgestanzt 47 und im gleichen oder danach oder zuvorgelagerten
Arbeitsschritt die Sekundärstruktur in bestimmte Wellenberge der Primärstruktur 46
eingebracht. Die Sekundärstruktur kann jedoch auch zugleich, vor oder nach dem Ausstanzen
des Metallfolienmaterials erfolgen.
[0058] Figur 10 zeigt schematisch ein Folgeverbundwerkzeug 1, wobei das Folgeverbundwerkzeug
1 mit einem über eine Exzenterscheibe 48 angetriebenen beweglichen Bären 49 betätigt
wird. Das Werkzeug 1 beinhaltet mehrere Stempel 20, 21, 36, 12, 19 zur Einbringung
der Primärund der Sekundärstruktur in die Metallfolie 4. Über die Wahl der Länge der
Stempel kann die zeitliche Abfolge der Verfahrensteilschritte gesteuert werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0059]
- 1
- Folgeverbundwerkzeug
- 2
- sekundärer Formgebungsbereich
- 3
- Einzugsrichtung
- 4
- Metallfolie
- 5
- primärer Formgebungsbereich
- 6
- oberer Werkzeugteil
- 7
- unterer Werkzeugteil
- 8
- obere Druckplatte
- 9
- untere Druckplatte
- 10
- Kopfplatte
- 11
- Stempelhalteplatte
- 12
- obere Prägestempel für Sekundärstruktur
- 13
- Bolzen
- 14
- Federn
- 15
- Führungsplatte
- 16
- Führungseinsatz
- 17
- Federboden
- 18
- Federn
- 19
- untere Prägestempel für Sekundärstruktur
- 20
- Stempel
- 21
- Stempel
- 22
- Kniehebelwerk
- 23
- Kniehebelwerk
- 24
- Mittelteil
- 25
- obere Kniehebel
- 26
- untere Kniehebel
- 27
- Grundplatteneinsatz
- 28
- Antrieb
- 29
- Antrieb
- 30
- gefederter Boden
- 31
- Ausleger
- 32
- Wippe
- 33
- Feder
- 34
- Ausleger
- 35
- gefederter Boden
- 36
- Stempel
- 37
- Stanzbereich
- 38
- Schneidstempel
- 39
- Sekundärstruktur
- 40
- Wellenberge der Primärstruktur
- 41
- Primärstruktur
- 42
- Wellentäler der Primärstruktur
- 43
- Transport
- 44
- Arretierung
- 45
- Prägung Primärstruktur
- 46
- Prägung Sekundärstruktur
- 47
- Materialaussparung
- 48
- Exzenterscheibe
- 49
- Pressenbär
- 50
- Pressenunterteil/-tisch
1. Folgeverbundwerkzeug, zur Herstellung einer strukturierten Metallfolie mit mindestens
zwei Strukturen, wobei eine der beiden Strukturen die andere Struktur zumindest teilweise
überlagert, wobei das Folgeverbundwerkzeug aus einem Werkzeugoberteil und einem Werkzeugunterteil
besteht, dadurch gekennzeichnet, dass das Folgeverbundwerkzeug (1) mindestens drei, insbesondere räumlich getrennte, Arbeitsbereiche
(2, 5, 37) aufweist, nämlich einen Stanzbereich (37), zur Entfernung von Folienmaterial
an bestimmten Positionen der Metallfolie (4), einen primären Formgebungsbereich (5)
zur Einbringung der, vorzugsweise gewellten, Primärstruktur (41 )in die Metallfolie
(4) und einen sekundären Formgebungsbereich (2) zur Einbringung der, vorzugsweise
gewellten, Sekundärstruktur (46) in die Metallfolie (4), vorzugsweise in die Primärstruktur
(41) der Metallfolie (4).
2. Folgeverbundwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stanzbereich (37) in Einzugsrichtung (3) der Metallfolie (4) vor dem primären
und dem sekundären Formgebungsbereich (2, 5) angeordnet ist.
3. Folgeverbundwerkzeug, nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich weitere Arbeitsbereiche zur Einbringung weiterer Strukturen in die Metallfolie
vorgesehen sind.
4. Folgeverbundwerkzeug, nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich weitere Arbeitsbereiche zur Einbringung von Übergangsbereichen zwischen
zwei oder mehr Strukturen vorgesehen sind.
5. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im sekundären Formgebungsbereich (5) Prägestempel (12, 19) zur Einbringung der Sekundärstruktur,
sowie Mittel (16, 17) zur Zentrierung der Metallfolie (4), vorgesehen sind.
6. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16, 17) zur Zentrierung der Metallfolie (4) als gefederte Klemmmittel,
bestehend aus einer gefederten Führungsplatte (15) mit Führungseinsatz (16) und einem
Federboden (17), ausgebildet sind, wobei die Oberflächen des Führungseinsatzes (16)
und/oder des Federbodens (17) zumindest teilweise wie die Primärstruktur der Metallfolie
ausgeformt sind.
7. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im primären Formgebungsbereich (5) mindestens ein, mit einem gefederten Führungseinsatz
(16) zusammenwirkender, Stempel (20, 21), zur Einbringung der Primärstruktur (41)
in die Metallfolie (4), vorgesehen ist.
8. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der gefederte Führungseinsatz (16) des sekundären Formgebungsbereichs (2), im
primären Formgebungsbereich (5), fortsetzt.
9. Folgeverbundwerkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des Stempels (20, 21) und die des gefederten Führungseinsaztes (16)so
ausgestaltet sind, dass die Primärstruktur (41) der Metallfolie (4) die Form einer,
vorzugsweise fortlaufenden, Welle ergibt.
10. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, vorzugsweise mindestens zwei, Stempel (20, 21) in Einzugsrichtung (3) der
Metallfolie (4) räumlich hintereinander angeordnet und nacheinander, insbesondere
entgegen der Einzugsrichtung (3) der Metallfolie (4), betätigbar sind.
11. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Stempel (20, 21) oder einer Gruppe von benachbarten Stempeln, ein Kniehebelwerk
(22, 23) zugeordnet ist, über das welches der Stempel (20, 21) bzw. die Gruppe von
Stempeln betätigbar ist.
12. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Kniehebelwerk (22, 23) aus einem Mittelteil (24) besteht, welches über mindestens
zwei Kniehebel (25) mit dem Stempel (20) und über mindestens zwei weitere Kniehebel
(26) mit einer Grundplatte (27) gelenkig verbunden ist, wobei das Mitteilteil (24)
mit den Kniehebeln (25, 26) so angeordnet ist, dass der Stempel (20) durch eine Seitwärtsbewegung
des Mitteilteils (24) betätigbar ist.
13. Folgeverbundwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Kniehebelwerk (22, 23) oder jeder Gruppe von Kniehebelwerken ein Antrieb (28,
29), zur Umwandlung einer Senkrechtbewegung des Werkzeugoberteils (6) oder des Werkzeugunterteils
(5) in eine Seitwärtsbewegung des Mittelteils (24) des Kniehebelwerks (22, 23), zugeordnet
ist.
14. Folgeverbundwerkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Antrieb (28, 29) ein mit dem Werkzeugoberteil (6) oder Werkzeugunterteil (7)
in Wirkverbindung stehender, vorzugsweise gefederter, Bolzen (30, 35) zugeordnet ist,
wobei die Bolzen (30, 25) der einzelnen Antriebe (28, 29) eine unterschiedliche Länge
aufweisen, so dass die Antriebe der einzelnen Kniehebelwerke (22, 23) oder der Gruppen
von Kniehebelwerken, so aufeinander abgestimmt sind, dass die Stempel (20, 21) zeitlich
nacheinander betätigt werden, wobei vorzugsweise zuerst der dem sekundären Formgebungsbereich
(2) am nächsten gelegene Stempel (21) betätigt wird und dann die weiteren Stempel
(20) in Reihenfolge entgegen der Einzugsrichtung (3) der Metallfolie (4) betätigt
werden.
15. Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Metallfolie, insbesondere als Katalysator-Trägerkörper,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Metallfolie (4) in einem Folgeverbundwerkzeug (1) in einem Bearbeitungsvorgang
mit einer primären und wenigstens einer sekundären Struktur versehen wird (45, 46),
wobei die sekundäre Struktur die primäre Struktur überlagert, und bei dem in allen
oder ausgewählten Übergangsbereichen zwischen erster und wenigstens zweiter Struktur
Metallfolienmaterial entfernt (47) wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass Arbeitsschritte des Bearbeitungsvorganges zeitlich versetzt erfolgen oder einzelne
Arbeitsschritte des Bearbeitungsvorganges zeitlich und räumlich versetzt erfolgen.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Folgeverbundwerkzeug die primäre und sekundäre Struktur vorzugsweise als Wellenstruktur
in die Metallfolie einbringt.
18. Verfahren nach Anspruch 15, 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Struktur in die Wellenkämme und/oder in die Wellentäler der primären Struktur
eingebracht (41) wird und wobei die Wellen der sekundären Struktur (46) vorzugsweise
eine höhere Frequenz und eine geringere Amplitude als die Wellen der ersten Struktur
aufweisen.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Folienmaterial durch Ausstanzen, vorzugsweise in Langlochform, im Übergangsbereich
zwischen erster und zweiter Struktur entfernt wird.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Metallfolie mit einer Dicke von 0,02 bis 0,12 mm, vorzugsweise mit einer Dicke von
0,05 mm, und mit einer Folienbreite von 50 bis 210 mm verarbeitet wird.
21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie durch mindestens eine Einzugsvorrichtung durch das Folgeverbundwerkzeug
(1) geführt wird.
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Bearbeitungsvorgang eine, vorzugsweise zwei Wellenstrukturen in die Metallfolie
eingebracht werden.
23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrenansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie in einem ersten Arbeitsteilschritt zwischen Folgeverbundwerkzeugsoberteil
(6) und Folgeverbundwerkzeugunterteil (7) im sekundären Formgebungsbereich (2) geklemmt
wird,
und dass danach die Sekundärstruktur (39) in bestimmte Wellentäler (42) der Primärstruktur
(41) innerhalb des sekundären Formgebungsbereichs (2) eingebracht wird,
woraufhin die Primärstruktur (41) mittels mindestens eines Stempels (20, 21) in die
Metallfolie (4) eingebracht wird, wodurch Folienmaterial (4) in Einzugsrichtung (3)
nachgezogen wird, davor, währenddessen oder daraufhin im Stanzbereich (37) Metallfolienmaterial
(4) durch Schneidstempel (38) herausgestanzt wird und im gleichen oder danach oder
zuvor gelagerten Arbeitsteilschritt die Sekundärstruktur (39) in bestimmte Wellenberge
(40) der Primärstruktur (41) eingebracht wird.