[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausbeulen von Blechteilen gemäss den
Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1, sowie ein Vorrichtungsset und
eine Arbeitseinheit für eine solche Vorrichtung .
[0002] Wird im folgenden von Beulen oder Verbeulung gesprochen, so sind damit primär konkave
Verformungen eines Blechteils gemeint.
[0003] Der Aufwand und die Kosten zum Reparieren von Beulen an Blechteilen, insbesondere
an Fahrzeugen, sind erheblich. Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren
und Vorrichtungen bekannt, die eine kostengünstige Reparatur solcher Blechteile ermöglichen
sollen. Diese beruhen in der Regel darauf, dass die Verbeulung durch eine Krafteinwirkung
auf das Zentrum der Beule beseitigt wird. Es sind verschiedene Ansätze bekannt, um
die zum Ausbeulen notwendigen Kräfte in ein Blechteil einzubringen. Hierbei besteht
eines der Ziele darin, die Kraft so einzubringen, dass eine aufwendige Nachbearbeitung
des Blechteils möglichst vermieden wird. Ein weiteres Ziel ist es, eine einfache und
kostengünstige Konstruktion und eine einfache Handhabung zu ermöglichen.
[0004] Beispiele für Vorrichtungen zum Ausbeulen von Blechteilen sind in US4116035 und US4050271
gezeigt worden. Bei diesen Vorrichtungen wird das Blech im Bereich der Verbeulung
durchbohrt und die nötige Zugkraft dann mit Hilfe eines Zugelementes, in das Blechteil
eingeführt. Als Zugelement dient entweder ein Haken oder aber direkt der Bohrer. Die
Verwendung dieser Vorrichtungen führt zu Lackschäden und einer teilweisen Zerstörung
des Blechteils, die eine entsprechend aufwendige Nachbearbeitung nötig machen. Die
gezeigten Vorrichtungen weisen entweder gar keine auf dem Blechteil platzierbare Abstützung
auf, was die Handhabung sehr erschwert oder aber die Abstützung ist so unflexibel
und auf einen engen Bereich um das Zugelement beschränkt, dass die Abstützung bei
grösseren Beulen absolut ungenügend ist.
[0005] Andere Vorrichtungen, wie sie beispielsweise in EP 0544191 und EP 0992313 beschrieben
sind, weisen eine integrierte mit Strom beschickbare Schweissspitze als Zugelement
auf. Die Schweissspitze ist via eine Zugeinheit mit einem Hebelmechanismus verbundenen,
der mit der Hand betätigt wird. Zunächst wird die Schweissspitze auf dem Blechteil
fest geschweisst. Dann wird mit Hilfe des Hebelmechanismus die Zugkraft über die Zugeinheit
und die Schweissspitze in das verbeulte Blechteil eingebracht und die Beule herausgezogen
und schlussendlich die Schweissspitze wieder vom Bleichteil entfernt. Mit dieser Art
von Vorrichtungen werden sowohl die teilweise Zerstörung des Blechteils als auch eine
aufwendige Nachbearbeitung vermieden. Die Handhabung dieser Vorrichtungen ist jedoch
ebenfalls recht schwierig, da die vorgesehene Abstützung auf dem Blechteil ungenügend
ist und zum Verkippen neigt. Im ungünstigsten Fall kann hierbei sogar die Schweissspitze
vom Blech abgerissen werden. Da die Vorrichtung beim Platzieren auf dem Blechteil
die Sicht auf den verbeulten Bereich behindert, ist es auch sehr schwierig die Schweissspitze
genau an dem Ort der grössten Verformung aufzuschweissen, was ebenfalls dem optimalen
Eintrag der Zugkraft in das verbeulte Blech abträglich ist. Auch können Beulen verschiedener
Grösse kaum mit ein und demselben Gerät bearbeitet werden, da die Abstützung nur eine
definierte Grösse von Beulen abdeckt und nur mit einem einzigen Zugelement auf dem
Blechteil gearbeitet werden kann. Dadurch dass das Zugelement mit der Schweissspitze
gegenüber dem Hebelmechanismus und damit auch gegenüber der Abstützung nicht elektrisch
isoliert ist, kann es zudem bei ungenügender Isolierung der Abstützung gegenüber dem
Bleichteil zu unerwünschten Effekten beim Schweissen kommen.
[0006] Bei einer anderen Gattung von Ausbeulungsvorrichtungen werden die Zugelemente vor
dem Aufsetzen der Vorrichtung im Bereich der Verbeulung aufgeschweisst oder aufgeklebt.
Eine Zugeinheit der Vorrichtung wird dann mit dem Zugelement verbunden und anschliessend
die Zugkraft durch einen mit der Zugeinheit verbundenen Hebelmechanismus in die verbeulte
Stelle des Bleches eingebracht. Solche Vorrichtungen sind zB. in EP0783926 oder in
dem deutschen Gebrauchsmuster DE-U1-9315560 beschrieben. Beide Vorrichtungen weisen
als Zugeinheit ein Gewindeelement zum Einstellen des Höhenabstandes auf, das an seinem
dem Blech zugewandten Ende mit einem Haken ausgestattet ist. Mit diesem Haken kann
eine einfache Verbindung mit dem oder den temporär mit dem Blech verbundenen Zugelementen
hergestellt werden. Die Zugeinheit ist auf einem Querträger abgestützt, der wiederum
mittels Stützvorrichtungen auf dem Blechteil abgestützt ist. Die Stützvorrichtungen
weisen Füsse auf, die in ihrer Winkellage um eine sich quer zum Querträger erstreckende
Achse einstellbar sind, was eine gewisse Abstützung der Vorrichtung auch während der
Handbetätigung des Hebelmechanismus gewährleistet. In D-U1-9315560 sind die Stützvorrichtungen
zudem in ihrer Höhe verstellbar. Für eine etwas grössere Flexibilität bezüglich der
bearbeitbaren Beulen sorgen bei der EP078392 die entlang des Querträgers verschiebbaren
Stützvorrichtungen und die auf dem Querträger verschiebbar gelagerte Zugeinheit. Ebenfalls
mit einem Gewinde aber ohne Hebelmechanismus arbeitet die Vorrichtung gemäss EP0856366,
wobei nicht klar ist, wie der Mechanismus zum Einbringen der Zugkraft funktioniert.
Die Stützvorrichtungen dieser Vorrichtung sind ebenfalls in Richtung quer zum Querträger
in ihrer Winkellage verstellbar und bezüglich ihrer Höhe einstellbar.
[0007] Diese Art Vorrichtungen bieten zwar eine gewisse Abstützung und vermeiden teilweise
Zerstörung des Blechteils, weil das bzw. die Zugelemente aufgeschweisst oder aufgeklebt
werden, aber die Herstellungskosten für die Vorrichtungen mit den Hebelmechanismen
sind sehr hoch. Es müssen nämlich sehr viele verschiedene Bauteile hergestellt und
zusammengebaut werden, was zeitaufwendig und damit teuer ist. Auch wenn mittels des
Hebelmechanismus eine Übersetzung der Kräfte bewirkt wird bzw. werden kann, so erfordert
die Betätigung des Hebelmechanismus zum Ausbeulen des Blechteils doch erhebliche Kraft
und Geschicklichkeit. Aufgrund des Hebelmechanismus ist die Vorrichtung nur als Zugvorrichtung
einsetzbar. Eine Anpassung auf verschiedene Beulengrössen oder sogar auf unterschiedlich
Grosse oder unterschiedlich gebogene Blechteile ist auch mit diesen Vorrichtungen
nur sehr begrenzt möglich.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Ausbeulen von Blechteilen
zur Verfügung zu stellen, die einfach und kostengünstig in der Herstellung ist und
eine einfache Handhabung ermöglicht. Eine weitere Aufgabe ist es die Vorrichtung so
auszulegen, dass sie bei unterschiedlichen Beulengrössen und -formen sowie bei unterschiedlichen
Blechformen und Grössen eingesetzt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ausbeulen
von Blechteilen, wie sie durch die Merkmale des Anspruches 1 definiert ist. Sowie
durch ein Vorrichtungsset gemäss Anspruch 10 und eine Arbeitseinheit für eine solche
Vorrichtung gemäss Anspruch 12.
[0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Ausbeulen von Blechteilen weist eine erfindungsgemässe
Arbeitseinheit auf, die auf einer Tragkonstruktion der Vorrichtung abstützbar ist.
Die Arbeitseinheit weist eine Spindel auf, die zum Erzeugen der Zugkraft dient. Die
Spindel ist in einem Widerlager auf der Tragkonstruktion abgestützt. Zum Einbringen
der Zugkraft in das Bleichteil ist die Spindel mit einem Arbeitselement (Zuganker)
verbindbar. Da eine derart ausgebildete Vorrichtung, sehr viel weniger Bauteile aufweist
als eine Vorrichtung mit Hebelmechanismus ist sie wesentlich einfacher und kotengünstiger
in der Herstellung. Auch die Handhabbarkeit ist wesentlich einfacher, weil das Drehen
einer Gewindespindel sehr viel kontrollierter erfolgen kann als die Betätigung eines
Hebelmechanismus.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Spindel in ihrer Achsrichtung verschiebbar,
jedoch drehfest angeordnet, und das Widerlager ist drehbar angeordnet. Um Reibungskräfte
zu verringern und eine feine Justierung zu gewährleisten, erfolgt die Lagerung des
Widerlagers vorzugsweise mittels eines Kugel- oder Gleitlagers.
[0012] Alternativ besteht die Möglichkeit die Spindel drehbar und das Widerlager feststehend
anzuordnen. Die Verbindung zum Arbeitselement weist bei dieser Ausführungsform in
der Regel eine drehfreie Kupplung auf, die verhindert, dass das Arbeitselement ungewollt
mitgedreht, respektive von dem zur reparierenden Bauteil abgetrennt wird. Vorzugsweise
ist die Spindel selbsthemmend ausgestaltet, so dass keine separate Arretierung nötig
ist. Die selbsthemmende Spindel vereinfacht die Handhabung weiter und erlaubt ein
sehr genaues arbeiten.
[0013] Für ein einfaches Drehen der Gewindespindel ist diese in einer bevorzugten Ausführungsform
mit einer Kopplungsvorrichtung versehen. Allgemein ist diese Kopplungsvorrichtung
so ausgestaltet, dass Hilfsmittel für den Handbetrieb, zB. eine Ratsche oder dergleichen
mit der Gewindespindel wirkverbunden werden können. Ausserdem kann bei gewissen Ausführungsform
der erfindungsgemässen Arbeitseinheit die nötige Ausbeulkraft nicht nur in Form von
Zugkraft sondern auch in Form von Druckkraft eingebracht werden, was nicht nur ein
Herausziehen von Dellen sondern auch ein Hinausdrücken von Beulen erlaubt. Ein weiterer
Vorteil ist, dass durch die Dreheinrichtung der Zug- oder Schubweg genauer eingehalten
werden kann als mit einem aus dem stand der Technik bekannten Hebelmechanismus.
[0014] Ist die Arbeitseinheit mit Hilfe eines Motors betreibbar, so wird die Handhabung
noch weiter vereinfacht. Hierfür kann die Kopplungsvorrichtung, derart ausgestaltet
sein, dass das zweite Gewindeelement mit einem externen Motor, z.B. einer Bohrmaschine
verbunden werden kann, oder aber die Arbeitseinheit ist mit einem in die Vorrichtung
integrierten internen Motor verbunden.
[0015] Ist an der Arbeitseinheit ein Arbeitselement z.B. eine Schweissspitze fix installiert,
kann auch ein Anschluss für den benötigten Schweissstrom vorgesehen sein. Stattdessen
kann aber auch ein Kupplungselement vorgesehen sein, dass mit auf dem Blech fixierten
Arbeitselementen verbindbar ist. Dabei ist auch ein modularer Aufbau denkbar. So kann
die Arbeitseinheit mit einer Verbindungsvorrichtung versehen sein, die zur Aufnahme
von unterschiedlich ausgestalteten Kupplungselementen dient. Auf diese Weise kann
mit den unterschiedlichsten Arbeitselementen je einzeln oder auch mit ganzen Gruppen
solcher Elemente gearbeitet werden, ohne dass es Kompatibilitätsprobleme gibt.
[0016] Bei einer bevorzugten modularen Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
können auch mehrere Arbeitseinheiten vorgesehen sein, die auf der Tragkonstruktion
an variablen Positionen einzeln oder nebeneinander fixiert werden können. Auf diese
Weise lassen sich an verschiedenen Punkten Lasten einleiten und somit auch grosse
Beulen effizient Ausbeulen.
[0017] Die Tragkonstruktion der erfindungsgemässen Vorrichtung weist eine Trageinheit sowie
wenigstens eine Stützvorrichtung auf, die bei Bedarf auf einfache Weise zusammengesetzt
und auseinander genommen werden können. In einer bevorzugten Ausführungsform weist
die Trageinheit einen Querträger auf. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die zwei
Holme statt mit fixen Abstandselementen mittels auf ihnen bewegbaren und an beliebiger
Position befestigbaren Fixierelementen in definiertem Abstand zueinander gehalten
werden. Mit Vorteil dienen die Fixierelemente dabei zugleich der beweglichen Fixierung
anderer Beuteile, wie z.B. der Arbeitseinheit oder der Stützvorrichtungen am Querträger.
[0018] Die Fixierelemente können aber auch einfach nur als Stabilisierelemente eingesetzt
werden. Dazu sind sie derart mit den Holmen wirkverbunden, dass sie die Holme in definiertem
Abstand halten und gleichzeitig gegeneinander drücken. Auf diese Weise verhindern
die Fixierelemente ein sonst unter Belastung auftretendes Ausknicken der Holme, was
die Biegefestigkeit des Querträgers als ganzes erhöht und so stabilisierend wirkt.
[0019] Im Normalfall werden zur stabilen Abstützung zwei Stützvorrichtungen beidseits der
Arbeitseinheit angeordnet. Sowohl die Arbeitseinheit als auch die Stützvorrichtungen
können bei der erfindungsgemässen Vorrichtung an verschiedenen Orten der Trageinheit
positioniert werden und so unterschiedlich grosse Beulen überspannen, wobei die Arbeitseinheit
optimiert auf die Beulenform positioniert werden kann. Bei grossen Spannweiten, können
auch mehr als zwei Stützvorrichtungen mit der Trageinheit verbunden werden. Ein weiterer
Vorteil dieses modularen Aufbaues ist, dass die Vorrichtung z.B. für Transportzwecke
Platz sparend zerlegt werden kann. Sind als Querträger zwei Holme vorgesehen, so lässt
sich auch der Querträger zerlegen.
[0020] Sind als Trageinheit verschieden lange Querträger vorgesehen, kann die Vorrichtung
weiter flexibilisiert werden, da so von sehr kleinen Beulen (kurze Querträge) bis
zu sehr grossen, Verbeulungen (lange Querträger) dem Einsatz der Vorrichtung keine
Grenzen gesetzt sind.
[0021] Ist ein ganzes Vorrichtungsset vorhanden mit unterschiedlich ausgestalteten Modulen,
wie Arbeitseinheit, Trageinheit, Stützvorrichtung, so kann die Vorrichtung quasi auf
jedes Bedürfnis angepasst werden. Für grössere Spannweiten kann für eine stabilere
Abstützung die passende Art der Stützvorrichtungen gewählt werden, es können mehr
als zwei Stützelemente mit den Holmen wirkverbunden werden, es können Stützvorrichtungen
mit einem Fuss und solche mit mehreren Füssen vorgesehen sein. Es können Fixierelemente
gewählt werden, die einen grösseren Abstand zwischen den Holmen definieren. Die Holme
können aus einem Set unterschiedlich langer und unterschiedlich hoher Holme ausgewählt
werden, wobei die Holme nicht über ihre gesamte Länge die gleiche Höhe haben müssen.
Um die nötige Biegesteifigkeit der Holme zu erhalten, kann für die unterschiedlich
langen Holme unterschiedliches Material eingesetzt werden. die Biegesteifigkeit bei
sehr langen Holmen kann aber vor allem auch über eine grössere Höhe der Holme erreicht
werden.
[0022] Die Stützvorrichtungen sind für eine optimale Abstützung auf dem Untergrund in ihrer
Winkellage beliebig, z.B. via ein Kugelgelenk oder andere vergleichbare Konstruktionen,
verstellbar. Auch ihre Höhenverstellbarkeit trägt zu einer stabileren und flexibler
einsetzbaren Abstützung durch die Stützvorrichtungen bei.
[0023] Als Arbeitseinheit können verschiedene bekannte Arbeitseinheiten, d.h. solche mit
integrierter Schweissspitze aber auch solche, die mit auf dem Blech fixierten Arbeitselementen
zusammenwirkende Arbeitseinheiten verwendet werden.
[0024] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Arbeitseinheit sowie der Vorrichtung und
des Vorrichtungssets sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0025] Im Folgenden wird die Erfindung beispielhaft anhand verschiedener Ausführungsformen
näher erläutert. Dabei sind in den Figuren gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen
gekennzeichnet. Die Figuren zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Ausbeulen von verbeulten
Blechen in Seitenansicht;
- Fig. 2
- die Ausführungsform aus Fig. 1 in einer Ansicht von oben;
- Fig. 3
- die Ausführungsform aus den Fig. 1 und 2 der erfindungsgemässen Vorrichtung in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 4
- im Schnitt entlang Linie E-E in Fig. 1 eine erfindungsgemässe Arbeitseinheit der erfindungsgemässen
Vorrichtung;
- Fig. 5
- ein Detail der Arbeitseinheit aus Fig.4 in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 6a
- eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 6b
- der Aufbau der in Fig. 6a verwendeten Arbeitseinheit 42; und
- Fig. 6c
- eine weitere Ausführungsform der in Fig. 6b dargestellten Arbeitseinheit 42.
[0026] Eine erste Ausführungsform Die erfindungsgemässen Vorrichtung 10 zum Ausbeulen von
verbeulten Blechteilen ist in den Fig. 1 bis 3 dargestellt. Sie umfasst eine Tragkonstruktion
12, die im Wesentlichen eine Trageinheit 14 und in diesem Beispiel zwei Stützvorrichtungen
16 umfasst. Die Trageinheit 14 umfasst in diesem Beispiel einen Querträger 18. Der
Querträger 18 umfasst zwei parallel und im Abstand zueinander angeordneten Holme 20
mit im Wesentlichen rechteckigem Querschnitt. Auf ihren einander abgewandten Seiten
weisen die beiden Holme jeweils gefaste Kanten 32 auf.
[0027] Die Stützvorrichtung 16 umfasst in diesem Beispiel ein umgekehrt U-förmiges Stützelement
22, an dessen freien Enden Füsse 24 angeordnet sind. Die Füsse 24 sind in Form von
quadratischen Platten ausgestaltet und auf ihrer dem Querträger 18 abgewandten Seite
mit einer Gummischicht versehen, die einerseits ein Wegrutschen der Vorrichtung 10
verhindert und andererseits das Blechteil vor Kratzern oder sonstigen negativen Einwirkungen
durch das Aufsetzen der Vorrichtung 10 schützt. Natürlich können anstelle von Gummi
auch andere Materialien mit einem entsprechenden Schutzeffekt und passendem Reibungskoeffizienten
verwendet werden.
[0028] Die plattenförmigen Füsse 24 sind über eine Gelenkeinheit 26 in zwei senkrecht aufeinander
stehenden Achsen y und z verschwenkbar an den freien Enden des U-förmigen Stützelementes
22 angelenkt. Anstelle der Gelenkeinheit 26 mit den zwei Schwenkachsen sind auch andere
Gelenkformen wie Kugelgelenk, Sattelgelenk oder andere passende Gelenkkonstruktionen
denkbar. Dabei sind solche Gelenkeinheiten 26 zu bevorzugen, die einen grossen Freiheitsgrad
gewährleisten, da auf diese Weise sichergestellt werden kann, dass Unebenheiten im
Randbereich der Verbeulung oder auch gewollte Blechkrümmungen durch die Stützvorrichtung
ausgeglichen werden können.
[0029] Die beiden freien Enden des U-förmigen Stützelementes 22 werden durch einen Querbalken
miteinander verbunden. Auf diesem Querbalken des Stützelements 22 ist eine Hauptstütze
28 angeordnet, die sich von den Füssen 24 weg erstreckt. Die Hauptstütze 28 besitzt
in diesem Beispiel einen kreisförmigen Querschnitt und ist an ihrem dem Stützelement
22 gegenüberliegenden Ende mit einer ersten Platte 34 eines Fixierelements 30 verbunden.
In dieser ersten Platte 34 ist die Hauptstütze 28 verdrehbar und in der gewünschten
Position arretierbar gelagert ist (nicht im Detail dargestellt).
[0030] Das Fixierelement 30 umfasst in dem hier gezeigten Beispiel eine mit der Hauptstütze
28 verbundene erste Platte 34 und eine vis a vis angeordnete zweite Platte 36. Die
Platten 34, 36 weisen auf ihrer einender zugewandten Seite jeweils zwei parallele
Nuten 37 auf, die gegengleich zu den Holmen 20 ausgebildet sind. Das heisst, dass
auch die Nuten 37 schräge Flächen aufweisen, die mit den schrägen Flächen 323 der
gefasten Aussenkanten der Holme 20 zusammenwirken. Die Platten 34, 36 können also
von einender gegenüberliegenden Seiten formgenau auf die Holme 20 gesetzt werden.
Dabei übergreifen die Platten 34, 36 seitlich die Holme 20 im Bereich ihrer gefasten
Aussenkanten. Durchgangsöffnungen in den Platten 34, 36 die in Deckung miteinander
gebracht werden können, dienen der Aufnahme von Gewindebolzen 38. Die Gewindebolzen
38 können mit Hilfe von Flügelmuttern 40 fixiert werden. Durch anziehen der Flügelmuttern
werden die schrägen Flächen der Nuten 37 und die schrägen Flächen 32 der Holme 20
aufeinander und die Holme gegeneinander gepresst, was die Holme gegen Torsion und
verkippen stabilisiert. Das Fixierelement 30 wirkt somit gleichzeitig als Stabilisierungselement.
Die Platten 34, 36 sind auf diese Weise in ihrer Position zueinander definiert und
definieren über den Abstand ihrer parallelen Nuten 37 zugleich den Abstand der Holme
20 zueinander. Somit sind bei dieser Ausführungsform keine separaten Abstandhalter
zwischen den Holmen 20 nötig. Werden die Flügelmuttern 40 etwas gelöst lassen sich
die Fixierelemente 30 leicht entlang des aus den Holmen 20 gebildeten Querträgers
18 bewegen. Durch Anziehen der Flügelmuttern 40 können sie an beliebiger Position
wieder fixiert werden. Da die Holme 20 in dem hier gezeigten Beispiel nicht durch
Abstandhalter fest miteinander verbunden sind, lassen sich sehr einfach mehrere Fixierelemente
30 mit Stützvorrichtungen 16 auf dem Querträger 18 anbringen, wenn dies aus Stabilitätsgründe
nötig ist. Natürlich lassen sich auch separate Stabilisierungselemente 30" zur Erhöhung
der von den Holmen aufnehmbaren Knicklast an beliebiger Position zwischen den Holmen
fixieren. Dies Stabilisierungselemente können spezielle Module, z.B. mit massivem
Kern zwischen den Holmen sein oder aber auch einfache bereits beschriebene Fixierelemente.
[0031] Zum Entfernen einer Beule aus einem Blechteil ist auf der Trageinheit 14 der Vorrichtung
10 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Arbeitseinheit 42 abgestützt.
Die Arbeitseinheit umfasst eine Spindel 44 mit Aussengewinde 46. Fig. 4 und 5 zeigen
diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Arbeitseinheit 42 im Detail. Die Spindel
44 ist mit ihrem Aussengewinde 46 in ein Innengewinde 48 eines Widerlagers 50 eingeschraubt.
Das Widerlager 50 ist unter Verwendung eines Lagers 52, beispielsweise eines Kugel-
oder Gleitlagers, drehbar auf einem Stützring 54 abgestützt. Der Stützring 54 ist
mit einem Fixierelement 30, wie es oben für die Stützvorrichtungen 16 beschrieben
ist, rotationsfest verbunden. Die zweite Platte 36 des Fixierelementes 30', das Lager
52 und der Stützring 54 weisen je eine durchgehende Öffnung auf, durch welche die
Spindel mit Spiel hindurchgeführt ist. Die gesamte Arbeitseinheit 42 ist über dieses
Fixierelement 30' entlang des Querträgers 18 bewegbar gelagert. Wie in Fig. 4 gezeigt
kann der Stützring 54 auch einstückig mit der zweiten Platte 36 des Fixierelementes
30' ausgebildet sein, was eine einfachere Montage erlaubt. In dem hier gezeigten Beispiel
ist das Gewinde der ineinander greifenden Gewinde 46, 48 derart ausgebildet, dass
diese selbsthemmend zusammenwirken. Somit ist keine gesonderte Einrichtung zur Arretierung
nötig.
[0032] Der Stützring 54 weist in seiner Wand eine durchgehende Öffnung 56 für die Aufnahme
eines Blockierelementes 58 auf. Die Spindel 44 ist auf ihrem Umfang mit einer durchgehenden,
parallel zu ihrer Längsachse 60 verlaufenden Längsnut 62 versehen, in welche das Blockierelement
58 eingreift. Hierdurch wird die Spindel 44 an einer Rotationsbewegung um ihre Längsachse
60 gehindert. In der hier gezeigten Ausführungsform ist die durchgehende Öffnung 56
mit einem Gewinde versehen und als Blockierelement 58 ist eine passende Schraube vorgesehen.
Denkbar ist aber auch jede andere sinnvolle Konstruktion, wie z.B. eine gewindefreie
Öffnung 56 für die Aufnahme eines Blockierstiftes, wobei der Blockierstift z.B. durch
einen Splint gesichert ist. An seinem freien Ende weist die Spindel 44 eine Verbindungseinrichtung,
z.B. in Form eines Bajonettverschlusses oder eines Gewindes auf (nicht explizit dargestellt).
Mit Hilfe dieser Verbindungseinrichtung lassen sich Kupplungselemente 64 verschiedenster
Ausgestaltung mit der Spindel 44 verbinden. Das Kupplungselement 64, beispielsweise
ein Haken, eine Öse oder ein werkzeugübliches Spannfutter, ist dazu gedacht, mit dem
oder den vor dem Einsatz der Vorrichtung 10 auf dem Blechteil befestigten Arbeitselement(en)
(nicht dargestellt) eine sichere Verbindung herzustellen. Statt via eine Verbindungseinrichtung
kann das Kupplungselement 64 natürlich auch fix mit der Spindel 44 verbunden bzw.
einstückig mit dieser ausgebildet sein. Prinzipiell sehr ähnlich sieht der Aufbau
aus, wenn die Spindel 44 drhebar gelagert ist und daws Widerlager drehfest. Die Verbindungseinrichtung
für das Kupplungselement 64 bzw. das Kupplungselement 64 müsste dann so ausgestaltet
sein, dass die Arbeitselemente drehfest gegenüber der drehenden Spindel sind.
[0033] Bei der gezeigten Ausführungsform wird zum Herausziehen einer Beule an demdrehbar
gelagerten Widerlager 50 gedreht. Hierzu weist das Widerlager 50 im Bereich seines
freien Endes eine Kopplungsvorrichtung 66 auf. Allgemein ist diese Kopplungsvorrichtung
66 so ausgestaltet, dass Hilfsmittel für den Handbetrieb, z.B. eine Ratsche oder dergleichen
mit dem Widerlager 50 verbunden werden können oder aber auch der Anschluss für einen
Motorbetrieb, beispielsweise unter Verwendung einer Bohrmaschine, möglich ist. Wird
das zweite Gewindeelement 50 gedreht, so dreht das erste Gewindeelement 44, gehalten
von dem Blockierelement 58 nicht mit, verschiebt sich aber entlang seiner Längsachse
60, je nach Drehrichtung in die eine oder in die andere Richtung, und bringt so Schub-
oder Zugkräfte via das oder die angekoppelten Arbeitselement(e) in das Blech ein.
[0034] Die Vorrichtung ist modular aufgebaut, so dass sie sehr flexibel an die jeweiligen
Bedürfnisse angepasst werden kann. Dies ist nicht nur durch das einfache Fixieren
und Bewegen von verschiedenartigen Stützvorrichtungen 16 auf dem Querträger 18 möglich
sondern auch dadurch, dass für verschiedene Materialbeschaffenheiten und Ausprägungen
der Verbeulung der Blechteile verschiedene Gewindespindeln 44, 50 mit unterschiedlichen
Steigungen und unterschiedlichen Gesamtlängen vorgesehen sind. Für unterschiedlich
grosse Beulen sind verschieden lange Querträger 18 vorgesehen, wobei lange Querträger
18 zwecks Gewichtsreduktion statt aus Gusseisen oder Stahl z.B. aus Aluminium, faserverstärktem
Kunststoff oder auch aus stranggepressten Kohlefaserprofilen hergestellt sind.
[0035] Für kleinere Beulen ist es sinnvoll, einen Querträger 18' geringer Länge zu verwenden,
wie er beispielsweise in Fig. 6 gezeigt ist. Wie aus dieser Darstellung erkennbar
kann der Querträger 18' statt aus zwei Holmen auch aus einem rechteckigen Hohlprofil
bestehen, wobei die Fixierelemente 30" im Hohlprofil beweglich angeordnete Körper
31 sind, deren Fixierschrauben 70, 70' durch Langlöcher 72 in den Seitenwänden des
Hohlprofils hindurch geführt sind. Mit Hilfe der in dem Hohlprofil beweglichen Fixierelemente
30" sind zwei Stützvorrichtungen 16 entlang des Querträgers 18' positionierbar gelagert.
Eine Arbeitseinheit 42' ist zwischen den Stützvorrichtungen 16 auf dem Querträger
18' abgestützt. Jede der beiden Stützvorrichtungen 16 weist ein Stützelement 22 in
Form einer Hauptstütze mit einem Fuss 24' auf. Dieser Fuss 24' ist in Form einer Platte
ausgebildet. Jeder Fuss 24' ist für sich drehbar um das Stützelement 22 und in gewünschter
Position arretierbar gelagert. In dem hier gezeigten Beispiel sind die Füsse nicht
gelenkig mit den Stützelementen Verbunden. Dies kann bei bestimmten Materialien des
auszubeulenden Blechteils sinnvoll sein, denn durch das während des Einbringens der
Zugkraft auf den Querträger 18, 18' wirkenden Biegemomentes, werden die Füsse 24,
24' von der Arbeitseinheit 42, 42' weg nach aussen gedrückt. Sind sie biegesteif mit
dem Querträger 18, 18' verbunden und rutschfest auf dem Bleichteil platziert, führt
dies beim Ausbeulen zu einer Dehnung des Blechteils im Bereich zwischen den Füssen
24, 24', was das Ausbeulen unterstützt.
[0036] Um eine höhere Flexibilität bzw. eine bessere Abstimmung der Vorrichtung auf die
individuelle Form der Beulen zu erhalten, ist es sinnvoll die quadratisch ausgeformten
Platten der Füsse 24 zu modifizieren. Dazu wird wenigstens an einer Seite jeder Fussplatte
24' eine kreissegmentförmige Aussparung 25 vorgesehen. Die Radien der Kreissegmente
von je zwei zum gemeinsamen Gebrauch bestimmten Fussplatten 24' sind vorzugsweise
identisch. Auf diese Weise können die Aussparungen 25 in den Fussplatten 24' die Ränder
z.B. von durch Hagelschlag entstandenen Beulen sehr gut beschreiben und es lassen
sich bessere Ergebnisse beim Herausziehen der Beulen erzielen. Dadurch dass die Stützvorrichtungen
16 mit den Füssen 24' entlang der Trageinheit 14 verschiebbar und so in ihrer Distanz
zur Arbeitseinheit 42 und zur jeweils anderen Stützvorrichtung 16 flexibel einstellbar
sind, können nicht nur die Ränder von Dellen und Beulen mit im wesentlichen kreisförmigen
Begrenzungen sondern auch die Ränder von n und oder nichtzentrischer Beulen durch
das Aufsetzen solcher mit Aussparungen versehner Füsse 24 stabilisiert werden. Sind
auf mehreren Seiten der Fussplatten kreissegmentartige Aussparungen 25 vorgesehen,
wie in Fig. 6a gezeigt, so unterscheiden sich Sinnvollerweise die Radien der Aussparungen
25 auf den verschiedenen Seiten einer Fussplatte 24', sind aber identisch zu denjenigen
der zugehörigen zweiten Fussplatte 24'. Mit solchen Fussplatten 24' ist es möglich
die Ränder unterschiedlich grosser Beulen durch einfaches Drehen der Fussplatten optimal
zu beschreiben und qualitativ sehr gute Ausbeulergebnisse zu erzielen. Die gesamte
Vorrichtung, ob nun mit einem aus Holmen 20 oder einem Hohlprofil bestehenden Querträger
18, 18' ist durch den Einsatz solcher Fussplatten 24' sehr flexibel und mit hoher
Qualität einsetzbar.
[0037] Im Gegensatz zu der in den Fig. 1 bis 5 beschriebenen Arbeitseinheit handelt es sich
bei der in den Fig. 6 a und 6b gezeigten Arbeitseinheit 42', um eine Arbeitseinheit
42' mit einer integrierten Schweissspitze 74. Die Schweissspitze 74 ist in diesem
Beispiel an einem freien Ende eines Zugelementes 75 befestigt. Das Zugelement 75 ist
mit Hilfe einer Gleithülse 76 gleitend in dem als Hohlprofil ausgestalteten Querträger
18' gelagert. An seiner der Schweissspitze 74 gegenüberliegenden Ende weist das Zugelement
75 eine Anschlusseinheit 78 zum Anschliessen eines Stromkabels 80 für die Zufuhr des
Schweissstroms auf. In der in Fig. 6a dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung
10' zum Ausbeulen von Blechteilen ist das Zugelement 75 der Arbeitseinheit 42 mit
einem Hebelmechanismus 82 zur Einleitung der Zugkraft verbunden. In diesem Beispiel
ist der eine Hebelarm 84 einstückig mit dem Querträger 18' verbunden, so dass sich
ein T-Träger ergibt. Der Hebelarm 84 könnte aber natürlich auch separat ausgebildet
sein und z.B. mit Hilfe von Schrauben am Querträger 18' befestigt sein. Ein zweiter
Hebelarm 86 des Hebelmechanismus 82 ist gelenkig auf dem ersten Hebelarm 84 abgestützt.
Zur Übertragung der Zugkraft auf die Arbeitseinheit 42' ist der zweite Hebelarm 86
über einen Gelenkkörper 90 gelenkig mit dem Zugelement 75 der Arbeitseinheit 42' verbunden.
Zwischen dem Gelenkkörper 90 und der Gleithülse 76 ist das Zugelement 75 umhüllend
eine Spiralfeder als Gegenkraft für den Hebelmechanismus vorgesehen, diese ist aber
zwecks Übersichtlichkeit hier nicht explizit dargestellt. Der Gelenkkörper 90 und
die Gleithülse 76 sind in diesem Beispiel elektrisch isolierend, so dass die Arbeitseinheit
42' gegenüber der Tragkonstruktion 12 der Vorrichtung 10 elektrisch isoliert ist.
Auf diese Weise ist es möglich die Füsse 24' als Gegenelektroden für die Schweissspitze
74 einzusetzen. Hierfür müssen die Füsse 24' elektrisch leitend mit dem Blech und
der Tragkonstruktion 42 verbunden sein. Mit den Füssen24' als Gegenelektrode kann
eine ansonsten vom Schweissgerät separat an den auszubeulenden Gegenstand geführte
Gegenelektrode eingespart werden. Sollten die Füsse 24' nicht als Gegenelektrode benötigt
werden, können die Füsse 24' auch elektrisch isoliert z.B. durch eine Farbschicht
auf dem Blech oder durch ein Gummibeschichtung auf den Füssen 24', auf beim Bleichteil
platziert sein und es muss beim Zusammensetzen von Arbeitseinheit 42' und Tragkonstruktion
12 nicht auf eine elektrische Trennung der Bauteile 42', 12 geachtet werden.
[0038] Die hier gezeigte Arbeitseinheit 42' mit integrierter Schweissspitze 74 ist vielfältig
einsetzbar. So kann sie nicht nur in der in Fig. 6 dargestellten Ausführungsform der
Vorrichtung 10' mit Hebelmechanismus 82 eingesetzt werden, sondern sie kann auch kombiniert
mit einer entsprechend ausgestalteten Gewindespindel 44, 50 für eine Ausführungsform
der Vorrichtung 10 ohne Hebelmechanismus adaptiert werden, wie sie in den Fig. 1 bis
5 dargestellt ist. Wie dies durch Fig. 6b angedeutet ist, kann die Arbeitseinheit
42' auch ohne Tragkonstruktion 12 als Handgerät, ohne Abstützung auf dem Blechteil
eingesetzt werden. Die Anschlusseinheit 78 für das Stromkabel 80 ist hierfür komfortabel
als T-Griff auf dem Zugelement 75 angeordnet Wie dies in Fig. 6c gezeigt ist, kann
die Arbeitseinheit 42' für den Handgebrauch auch mit einem Schlagammer 78 aufgerüstet
werden.
[0039] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen der Vorrichtung 10, 10' sowie der
Arbeitseinheit 42, 42' können modifiziert werden: Besteht z.B. der Querträger 18 aus
zwei Holmen 20, können diese einen anderen als einen rechteckigen Querschnitt haben.
Sie können beispielsweise quadratisch, polygon, kreisförmig oder oval in ihrem Querschnitt
sein. Betrachtet man aber das Verhältnis von Materialvolumen und damit von Gewicht
zu Stabilität, z.B. gegen Verkippen oder Torsion, so haben sich die Holme 20 mit rechtwinkligem
Querschnitt und gefasten Aussenkanten als sehr günstig erwiesen. Die Stützvorrichtungen
können statt der beschriebenen Fussplatten 24, 24' mit Gummibeschichtung auch Fussplatten
24, 24' mit glatten oder profilierten Oberflächen, je nach Blechbeschaffenheit, ausgestattet
sein oder es können Saugnapfe als Füsse vorgesehen sein. Aber auch die Stützvorrichtung
16 kann in unterschiedlichster Weise ausgestaltet sein. Statt einer Hauptstütze mit
einem U-förmigen Stützelement 22, wie in den Fig. 1 bis 5 beschrieben kann eine Hauptstütze
28. mit einem Stützelement 22 vorgesehen sein, das z.B. in drei oder vier Füssen 24
endet. Auch kann die zentrale Hauptstütze weggelassen sein und die Füsse 24, 24' können
mittels ihrer Stützelemente 22 direkt mit dem Fixierelement 30 verbunden sein. Die
Füsse 24, 24' können auch an, senkrecht zum Querträger 18, 18' mit dem Fixierelement
30 verbundenen Querbalken (nicht dargestellt),angeordnet sein. Dies auf eine Weise,
dass die Füsse 24, 24' quer zum Querträger 18, 18' bewegbar in der gewünschten Position
arretierbar sind. Auf diese Weise sind die Stützvorrichtungen 16 als ganzes entlang
des Querträgers 18, 18' bewegbar und zusätzlich ist der Abstand der Füsse 24, 24'
zueinander einstellbar. Statt mehrteilig können Stützelement und Hauptstütze auch
einstückig ausgebildet sein. Satt selbsthemmender Gewinde 46, 48 in der in den Fig
1 bis 5 beschriebenen Ausführungsform der Arbeitseinheit 42 ist es auch denkbar nicht
selbsthemmende Gewinde zu verwenden und statt dessen eine Arretierungseinrichtung
vorzusehen. Statt einen externen Motor an die Arbeitseinheit 42 anzukoppeln ist es
auch möglich die die Kopplungsvorrichtung der Arbeitseinheit so zu gestalten, dass
sie mit einem in die Vorrichtung integrierten Motor zusammenwirken kann. Auch kann
die erste Platte 34 einstückig mit der Hauptstütze und/oder mit dem Stützelement geformt
sein. Anstelle der Platten 34, 36 für das Fixierelement 30, 30', 30" ist es denkbar
doppel-T-förmige Fixierkörper zu verwenden, die mit den Armen ihrer T-Form die Holme
20 umgreifen.
[0040] Dem Fachmann ist klar, dass die Erfindung nicht auf die beschriebenen und den Figuren
gezeigten Ausführungsformen beschränkt ist und in welcher Form sich die verschiedenen
Elemente 42, 42', 18, 18', 16, 22, 28, 24, 24' und einzelnen Bauteile dieser Elemente
sinnvoll kombinieren lassen.
[0041] Wie gezeigt werden konnte, vereinfacht die erfindungsgemässen Vorrichtung 10, 10'
mit der erfindungsgemässen Arbeitseinheit 42', 42' die Handhabung der Vorrichtung.
Zusammen mit einem Anschluss für den Betrieb mit einem externen Motor wird die Handhabung
weiter vereinfacht, was mit einem integrierten Motor noch gesteigert wird. Sie vereinfacht
die Konstruktion und senkt die Herstellungskosten. Durch einen modularen Aufbau der
erfindungsgemässen Vorrichtung 10, 10' mit verschieden langen Querträgern 18 unterschiedlich
ausgestalteten Stützvorrichtungen 16, in ihrer Höhe verstellbaren Stützelementen 22
und unterschiedlichen, in ihrem Winkel verstellbaren Füssen 24, bzw. biegefest mit
der Trageinheit verbundenen Stützvorrichtungen, ist die Vorrichtung 10, 10' äusserst
flexibel zum Ausbeulen von unterschiedlichsten Beulen geeignet.
1. Vorrichtung zum Ausbeulen von verbeulten Blechteilen, mit einer Arbeitseinheit, die
auf einer Tragkonstruktion der Vorrichtung abstützbar ist, wobei die Arbeitseinheit
an ihrem dem Blechteil zugewandten Ende mit einem Arbeitselement verbindbar ist, das
zum Ausbeulen temporär mit dem Bleichteil verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitseinheit eine entlang ihrer Längsachse (60) verschiebbare Spindel (44)
aufweist, die in einem Widerlager (50) auf der Tragkonstruktion (12) abgestützt ist,
wobei eines der Bauteile (44, 50) drehfest und das andere drehbar gelagert ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das drehbar gelagerte Bauteil (44, 50) mittels eines Kugellagers drehbar gelagert
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die die Spindel (44) selbsthemmend ausgestaltet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche, 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für die Verbindung der Arbeitseinheit mit dem Arbeitselement die Spindel (44) ihrem
dem Blechteil zugewandten Ende mit unterschiedlichen Kupplungselementen (64) verbindbar
ist, welche kompatibel zu dem oder den temporär auf dem Blechteil fixierten Arbeitselement(en)
wählbar und mit letzteren verbindbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitseinheit eine integrierte Schweissspitze und einen Stromanschluss aufweist
oder mit einer als Schweissgerät ausgestalteten weiteren Arbeitseinheit (42') kombinierbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragkonstruktion (12) eine Trageinheit (14) und wenigstens eine Stützvorrichtung
(16) umfasst, und die Stützvorrichtung (16) und Arbeitseinheit (42) an beliebiger
Position der Trageinheit (14) fixierbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Trageinheit (14) einen Querträger (18) bestehend aus zwei Holmen (20) umfasst,
die mittels auf ihnen beweglich positionierbaren Fixierelementen (30, 30', 30") in
definiertem Abstand zueinander gehalten werden, wobei die Fixierelemente (30, 30',
30") vorzugsweise zugleich zur beweglichen Positionierung anderer Bauelemente, wie
der Arbeitseinheit (42) und/oder der Stützvorrichtung (16) dienen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Holme (20) an ihren einander Abgewandten Seiten schräge Flächen (32) aufweisen,
die von den Fixierelementen (30, 30', 30") aussen umfasst werden und durch das Zusammenwirken
mit den Fixierelementen (30, 30', 30") ein verkippen der Holme (20) unter Belastung
verhindern.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützvorrichtung (16) biegesteif mit der Trageinheit (14) zusammenwirkt und/oder
Füsse (24') aufweist, die plattenförmig ausgebildet sind, an wenigstens einer Seite
der Platte eine kreissegmentartige Aussparung (25) aufweisen und um eine etwa senkrecht
auf der Platte stehende Achse drehbar gelagert sind.
10. Vorrichtungsset zum Ausbeulen von verbeulten Blechteilen; beinhaltend wenigstens eine
Arbeitseinheit (42, 42'); verschieden lange Querträger (18) und zugehörige Fixierelemente
(30, 30', 30") sowie Stützvorrichtungen (16) inklusive verschiedener Füsse (24, 24').
11. Vorrichtungsset nach Anspruch 12, umfassend verschiedene Kupplungselemente (64) und/oder
zusätzliche Arbeitseinheiten (42) und/oder wenigstens eine als Schweissgerät ausgebildete
Arbeitseinheit (42') und oder einen Hebelmechanismus (82).
12. Arbeitseinheit für eine Vorrichtung zum Ausbeulen von verbeulten Blechteilen, die
auf einer Tragkonstruktion der Vorrichtung abstützbar ist, wobei die Arbeitseinheit
an ihrem dem Blechteil zugewandten Ende mit einem Arbeitselement verbindbar ist, das
zum Ausbeulen temporär mit dem Bleichteil verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitseinheit eine entlang ihrer Längsachse (60) verschiebbare Spindel (44)
aufweist, die in einem Widerlager (50) auf der Tragkonstruktion (12) abgestützt ist,
wobei eines der Bauteile (44, 50) drehfest und das andere drehbar gelagert ist.