[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Laugenbehälters für eine
Waschmaschine in einer Spritzwerkzeugform, bei dem der aus mindestens zwei Teilen
bestehende Kunststoff-Laugenbehälter mit einer Bodenpartie und mit mindestens einem
wenigstens teilweise vom Kunststoff eines Laugenbehälter-Teiles umgebenen Ballastkörper
zum Beschweren des aus dem Laugenbehälter gebildeten Schwingsystems der Waschmaschine
versehen ist, und einen danach hergestellten Laugenbehälter.
[0002] Ein Teil eines Laugenbehälters, der die obenstehenden Attribute aufweist, ist aus
DE 197 42 983 A1 bekannt. Darin wird ein Teil des Laugenbehälters, nämlich die vordere
Bodenscheibe, mit einer ringförmigen Topfstruktur versehen, die zur Verbindung mit
einem Ballastkörper zum Befüllen mit fließfähigem Beton flach ausgelegt werden muss.
Nach dem Befüllen muss die Bodenscheibe weiterhin flach liegen, bis der Beton ausgehärtet
ist. Dies hat fertigungstechnische Nachteile, weil die liegend ausgebreiteten Bodenscheiben
enorm viel Platz einnehmen, bis sie zur weiteren Verarbeitung transportiert werden
können.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung solcher
Laugenbehälter oder deren Teile anzugeben, bei der die Laugenbehälterteile schneller
verfügbar und die Ballastkörper stabiler mit dem Laugenbehälter verbunden sind.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Massen für den Ballastkörper
und das entsprechende Teil des Laugenbehälters in die Spritzwerkzeugform eingebracht
werden.
[0005] In unterschiedlichen Ausbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Ballastkörper
aus Beton oder aus einem Kunststoff oder einem Gemenge aus verschiedenen Massen bestehen.
[0006] In besonders vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung können daher die Massen gleichzeitig
oder nacheinander eingebracht werden. Dann ist für den Ballastkörper ebenfalls eine
Masse vorgesehen, die sich im Spritzverfahren einbringen lässt. In jedem Falle wird
daher ein Bestandteil der gemischten Masse Kunststoff sein.
[0007] Beim Einbringen der Massen für die beiden Körper nacheinander kann der Ballastkörper
auch bereits als fertiger fester Körper in die Spritzwerkzeugform eingelegt werden,
der dann beim Spritzen des Kunststofflaugenbehälters wenigstens teilweise umflossen
wird. Falls Teile der Oberfläche des Ballastkörpers frei liegen bleiben, können sie
für die Anbringung von daran zu befestigenden Teilen beispielsweise mit Schraubenlöchern
oder anderen Formschluss-Elementen versehen sein.
[0008] Der eingebettete Ballastkörper kann eine zentrale Struktur einer Bodenscheibe des
Laugenbehälters wenigstens teilweise umfassen. Diese zentrale Struktur kann beispielsweise
eine Beschickungsöffnung einer frontseitigen Bodenscheibe oder eine Nabe zur Lagerung
einer Trommelwelle in einer rückseitigen Bodenscheibe sein.
[0009] Wenn der Ballastkörper eine anschmelzbare Oberfläche aufweist, kann diese am eingebetteten
oder eingelegten Körper in beim Umfließen mit der heißen Masse des Laugenbehälters
angeschmolzen werden und nach dem Abkühlen mit der Masse des Laugenbehälters eine
innige Verbindung eingehen. Dann ist nicht mehr allein die Form des Ballastkörpers
für seine sichere Halterung in der Masse des Laugenbehälters verantwortlich.
[0010] Wie vorher schon angeklungen war, kann der eingebettete Ballastkörper Strukturen
aufweisen, die für Funktionen am Laugenbehälter geeignet sind. Die sind entweder Befestigungselemente
oder eingeformte Zusatzteile des Laugenbehälters wie beispielsweise Druckgebergehäuse
für ein Druckmesssystem der Waschmaschine oder auch innere Strukturen wie eingebettete
Metallteile, die durch von außen einwirkende elektromagnetische Wellen Signale erzeugen
können.
[0011] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels eines nach einem
der erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Laugenbehälters sind die erfindungsgemäßen
Verfahren und ein danach hergestelltes Laugenbehälterteil näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Laugenbehälter in perspektivischer Frontansicht mit einem an der frontseitigen
Bodenscheibe angeordnetem Ballastkörper und
- Fig. 2
- eine Schnittansicht entlang der in Fig. 1 angedeuteten Schnittlinie II-II.
[0012] Der Laugenbehälter 1 besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, einer rückwärtigen
Schale 2 und einer frontseitigen Ringschale 3 mit einer zentralen Struktur als Beschickungsöffnung
4. Diese beiden Teile 2 uns 3 sind an einer Naht 5 auf nicht näher beschriebne Weise
miteinander verbunden. In vordere Scheibe der frontseitigen Ringschale 3 ist ein ringförmiger
Ballastkörper eingebettet Dieser Ballastkörper kann aus Platzgründen für andere in
der Waschmaschine vorgesehene Bauteile hier nicht dargestellte Unterbrechungen aufweisen
oder andere, von der Ringform abweichende Formen haben.
[0013] Aus dem in Fig. 2 dargestellten Schnitt ist zu erkennen, dass der Ballastkörper 6
vom Material der Frontscheibe 7 des Laugenbehälters umschlossen ist. Der Ballastkörper
6 kann an beliebigen Stellen Strukturen aufweisen, damit über seine stabile Masse
Funktionsteile am Laugenbehälter befestigt werden können. Beispielsweise hat der hier
dargestellte Ballastkörper 6 ein Dübelloch 8, in das eine Kabelöse 9 eingepresst ist.
Statt dieser beiden Teile können beliebige andere Befestigungsformen vorgesehen sein.
[0014] Diese Einformung des Ballastkörpers 6 kann auf unterschiedliche Weise hergestellt
werden. Beispielsweise können in einem Spritzwerkzeug unterschiedliche Düsen zum Einspritzen
unterschiedlicher Massen auf unterschiedliche Raumbereich gerichtet sein und ein Raumbereich
mit einem schneller abkühlenden Werkstoff, der zugleich eine bedeutend höhere Wichte
hat als der andere, beaufschlagt werden als andere Raumbereiche, die für die Ausformung
des Laugenbehälters mit einem dafür geeigneten Kunststoff vorgesehen sind. Der schneller
abkühlende Werkstoff bildet den Ballastkörper und wird noch von der nachfließenden
Masse für den Laugenbehälter umflossen.
[0015] Anderseits ist auch ein Verfahren anwendbar, bei dem erst der eine Werkstoff und
dann der andere eingespritzt werden. Beispielsweise kann der schneller aushärtende
Werkstoff des Ballastkörpers zuerst und derjenige für den Laugenbehälter danach eingespritzt
werden. Auch ist das Einspritzen des schneller aushärtenden Werkstoffes für den Ballastkörper
in den dafür bestimmten Raum möglich, wenn diesen die bereits eingespritzte Masse
des Laugenbehälters erfüllt hat, die danach von der nachfließenden Masse für den Ballastkörper
wieder verdrängt wird.
[0016] Eine ebenfalls sehr vorteilhafte Variante dürfte das Einlegen eines bereits festen
Ballastkörpers in die Werkzeugform sein. Dabei ist die eindeutige Ausrichtbarkeit
des Ballastkörpers von Bedeutung, vor allem wenn Funktionselemente am Ballastkörper
eine möglich genaue Positionierung verlangen. Auch bei einem festen eingelegten Ballastkörper
kann eine anschmelzbare Oberfläche von Bedeutung sein, die nach dem Umfließen durch
die Masse für den Laugenbehälter mit dieser eine innige Werkstoff-Verbindung eingeht.
[0017] Anders als im dargestellten Beispiel kann der Ballastkörper als einzelner oder verteilter
Körper auch an anderen Teilen des Laugenbehälters angebracht sein. Beispielsweise
ist die Anbringung an der rückwärtigen Schale möglich oder auch an ausgewählten Mantelbereichen
des Laugenbehälters.
1. Verfahren zur Herstellung eines Laugenbehälters (1) für eine Waschmaschine in einer
Spritzwerkzeugform, bei dem der aus mindestens zwei Teilen (2, 3) bestehende Kunststoff-Laugenbehälter
mit einer Bodenpartie (3) und mit mindestens einem wenigstens teilweise vom Kunststoff
eines Laugenbehälter-Teiles (7) umgebenen Ballastkörper (6) zum Beschweren des aus
dem Laugenbehälter gebildeten Schwingsystems der Waschmaschine versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Massen für den Ballastkörper (6) und das entsprechende Teil (3, 7) des Laugenbehälters
(1) in die Spritzwerkzeugform eingebracht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Massen gleichzeitig eingebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Massen für die beiden Körper (6, 7) nacheinander eingebracht werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der fertige Ballastkörper (6) vor dem Spritzen des Laugenbehälters (1, 2, 3, 7) in
das Spritzwerkzeug eingelegt und während des Spritzvorgangs vom Spritzmaterial umflossen
wird.
5. Nach einem der Ansprüche 1 bis 4 hergestellter Laugenbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Ballastkörper (6) im Kunststoff des Laugenbehälters (1) wenigstens teilweise
eingebettet ist.
6. Nach einem der Ansprüche 1 bis 4 hergestellter Laugenbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Ballastkörper (6) vom Kunststoff des Laugenbehälters (1, 2, 3, 7) vollständig
umgeben ist.
7. Laugenbehälter nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ballastkörper (6) eine zentrale Struktur (4) der Bodenpartie (7) wenigsten teilweise
umfasst.
8. Laugenbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Struktur eine Beschickungsöffnung (4) ist.
9. Laugenbehälter nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Struktur eine Nabenanordnung für die Lagerung einer durch den Laugenbehälter
(1) umschlossenen Wäschetrommel ist.
10. Laugenbehälter nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Ballastkörper eine anschmelzbare Oberfläche aufweist.
11. Laugenbehälter nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der eingebettete Ballastkörper (6) Strukturen (8) aufweist, die für Funktionen (9)
am Laugenbehälter (1) geeignet sind.