[0001] Die Erfindung betrifft das Magnetsystem eines auf dem elektrodynamischen Prinzip
basierenden, miniaturisierten Schallwandlers, der ein Gehäuse aus tiefgezogenem Blech,
ein einen Magneten aufweisendes Magnetsystem und eine Membrane, die mit einer Spule
versehen ist, von der Drähte zu einer Kontaktstelle führen, aufweist. Derartige Wandler
sind insbesondere zum Einbau in Kleingeräte, wie Telefone, Mobiltelefone, Freisprecheinrichtungen
für Telefone, Kopfhörer od.dgl. vorgesehen. Derartige miniaturisierte elektroakustische
Schallgeber sind mit einer Membrane und einer an ihr befestigten Tauchspule, einem
Membranhalter, einem Magnetsystem und gegebenenfalls einer Frontabdeckung und/oder
einer Rückenabdeckung ausgestattet. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur
Herstellung eines Wandlers.
[0002] Elektroakustische Schallgeber nach dem dynamischem Prinzip sind seit fast einhundert
Jahren bekannt und finden ihre Anwendung als Lautsprecher, Kopfhörer oder in verschiedensten
akustischen Anwendungen wie zum Beispiel als Hörseite eines Telephons. Sie werden
im weiteren der Einfachheit halber "Wandler" genannt.
[0003] Der derzeitige Aufbau solcher Wandler erfolgt im wesentlichen mit Hilfe von Kunststoffen,
wie zum Beispiel in der AT 221 150 B oder der AT 236 474 B beschrieben. Solche Lösungen
haben eine Fertigung des Wandlers ermöglicht, bei der sowohl der Membransitz und das
Wandlergehäuse, als auch die Umspritzung des Magnetsystems und der elektrischen Kontakte
eine kompakte Einheit bilden. Diese Lösungen haben dazu beigetragen, dass sich eine
halbautomatische Wandlerfertigung in Unterschied zur noch früher praktizierten Handfertigung
durchsetzen konnte. Diese Lösung benötigt Kunststoffspritzwerkzeuge die manchmal sehr
kompliziert und damit teuer sind. Eine Vollautomatisierung der Wandlerherstellung
ist bis heute an der komplizierten Handhabung der mit Kunststoff zu umspritzenden
Wandlerbaugruppen gescheitert. Dadurch konnte die an sich technisch sehr gute Lösung
mit umspritzten Baugruppen in großen Produktionsserien nicht kostengünstig eingesetzt
werden.
[0004] Prinzipiell ist es wichtig, um einerseits die Empfindlichkeit des Wandlers zu vergrößern,
und andererseits seine Verzerrung der Wiedergabe zu minimieren, die Stärke des Magnetfeldes
im Luftspalt des Wandlers so groß und so linear wie möglich zu machen. Die Stärke
des Magnetfeldes im Luftspalt des Wandlers ist in erster Linie von der magnetischen
Stärke und vom Volumen des Permanentmagneten abhängig. Je stärker und je größer ein
Magnet ist, desto mehr Potential steckt in ihm. Dieses Potential kann aber nur dann
ausgenützt werden, wenn die Länge der Magnetlinien bis zum Luftspalt und das Material,
in dem sie verlaufen, sie nicht zu sehr abschwächt. Das ist ein zweiter wichtiger
Faktor, um die Magnetfeldstärke zu maximieren. Generell gesehen sind lange und "dünne"
Wege immer schlecht, weil sie die Magnetkraftlinien in ihrer Ausbreitung durch das
Magnetjoch schwächen. Wenn man die Magneteigenschaften der verwendeten Materialien
kennt, dann ist die Berechnung der Magnetfelder sehr ähnlich der Berechnungen in elektrischen
Schaltkreisen.
[0005] Die Magnetkreise für elektroakustische Wandler werden so konzipiert, dass man in
einem relativ engen ringförmigem Luftbereich (Luftspalt) das Maximum an magnetischer
Feldstärke erreicht. Bei kleinen Wandlern und "teuerem Platz" ist die Größe des Magneten
sehr begrenzt. Desto mehr spielt die Ausführung des Magnetjochs eine wichtige Rolle.
Generell gesagt ist wichtig, das Joch nicht unnötig dünn zu machen. Deshalb sind Magnettopfdicken
unter 2 mm schlecht und unter 0,5 mm kaum brauchbar, da sie zu viel Verluste verursachen.
Ähnliches gilt für die Polplatte.
[0006] Eine zweite wichtige Rolle einer Polplatte ist, im Luftspalt eines akustischen Wandlers
möglichst lineare Magnetfeldstärke zu ermöglichen. Das heißt, dass (in Querrichtung
zur Symmetrieachse, damit radial) die Magnetfeldverteilung konstant sein soll. Deshalb
hat die Polplatte üblicherweise eine Dicke, die in etwa dem Hub der Membrane entspricht.
Das sind je nach der Art und Anwendung des Wandlers zwischen 0,5 mm und 2 mm. Die
Tauchspulen sind normalerweise um bis zu 300% länger als die Polplatte dick ist. Das
ist notwendig um es zu ermöglichen, dass auch bei den extremen Amplituden der Membrane,
die Spule noch immer mit mindestens einem Drittel ihrer Länge im Luftspaltbereich
liegt.
[0007] Bei Wandlern mit Durchmessern von über etwa 10 Zentimetern ist es daher üblich, das
Gehäuse durch Tiefziehen von Blech passender Stärke, meist mit etwa 2 mm Dicke, herzustellen.
Die Erfindung betrifft nun miniaturisierte Wandler mit einem Durchmesser von unter
etwa 20 mm, was die Verwendung derartiger Blechstärken im Tiefziehverfahren nicht
mehr erlaubt. Die Verwendung dünner Bleche wiederum ist aus den oben genannten Gründen
nicht angebracht, weshalb trotz der damit verbundenen Probleme nach wie vor die eingangs
genannten Kunststoffgehäuse verwendet werden.
[0008] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gesetzt, die mechanische Konstruktion des Wandlers
so zu verändern, dass eine vollautomatische Wandlerproduktion, insbesondere von sehr
kleinen Wandlern bis unter 10 mm Durchmesser, ohne großen Aufwand möglich wird und
ohne dass die Qualität der Wandler verschlechtert wird.
[0009] Erfindungsgemäß werden diese Ziele dadurch erreicht, dass bei einem Wandler der eingangs
definierten Art das Gehäuse mit einem Außendurchmesser von maximal 20 mm aus dünnem
Stahlblech mit einer mittleren Dicke von maximal 0,2 mm besteht, dass das Magnetsystem
eine untere Polplatte und eine obere Polplatte aufweist und dass die Polplatten aus
Stahlblech mit einer Dicke von zumindest dem 1,5-fachen der mittleren Dicke des Bodens
des Gehäuses bestehen. Dadurch wird es möglich, das Gehäuse günstig durch Tiefziehen
herzustellen und durch die Stärkung des Bodenbereiches durch die untere Polplatte
die Schwächung der Feldstärke im Wandbereich hinzunehmen und dafür eine sehr weit
gehende Miniaturisierung zu erreichen.
[0010] Der Begriff "mittlere Dicke" ist wegen der beim Tiefziehen des Gehäuses auftretenden
Unterschiede in der Wandstärke an unterschiedlichen Stellen des fertigen Gehäuses
notwendig.
[0011] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Polplatten eine Dicke
von zumindest dem 1,5-fachen, bevorzugt von zumindest dem 2-fachen, besonders bevorzugt
vom 3-fachen der mittleren Dicke des Bodens des Gehäuses aufweisen. Dadurch wird im
Bereich des Tauchspaltes ein besonders homogenes Magnetfeld erreicht und die Schwächung
des Magnetfeldes durch die geringe Dicke des Gehäuses wird weiter verringert.
[0012] In einer Variante ist vorgesehen, dass die untere Polplatte Teil, bevorzugt einstückig,
eines Magnettopfes ist, dessen Mantelbereich zumindest im wesentlichen bis zur oberen
Oberfläche der oberen Polplatte reicht. Diese Variante mit nur etwas geringerem Grad
der Miniaturisierung des Wandlers weist den Vorteil eines praktisch ungeschwächten
Magnetfeldes auf.
[0013] Eine Weiterbildung der letztgenannten Variante ist dadurch gekennzeichnet, dass die
Wandstärke des Magnettopfes zumindest dem 1,5-fachen, bevorzugt zumindest dem 2-fachen,
besonders bevorzugt zumindest dem 3-fachen der mittleren Dicke des Bodens des Gehäuses
entspricht. Dadurch wird im Bereich des Tauchspaltes ein besonders homogenes Magnetfeld
erreicht.
[0014] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Wandlers
mit unterer Polplatte ist dadurch gekennzeichnet, dass die untere Polplatte beim Tiefziehen
des Gehäuses nach Art eines verlorenen Kernes in die Form eingesetzt wird. Damit wird
trotz der geringen Abmessungen aller beteiligten Teile ein einfaches Hantieren möglich.
Darüber hinaus kommt man zu einer zuverlässigen Fixierung der Polplatte ohne Verkleben
od.dergl..
[0015] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Wandlers
mit Magnettopf ist dadurch gekennzeichnet, dass der Magnettopf beim Tiefziehen des
Gehäuses nach Art eines verlorenen Kernes in die Form eingesetzt wird. Die Vorteile
sind die gleichen wie beim zuvor genannten Verfahren.
[0016] Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
die Fig. 1 einen erfindungsgemäß ausgebildeten Wandler,
die Fig. 2 ein Detail der Fig. 1 in vergrößertem Maßstab,
die Fig. 3 ein Detail im Zuge der Herstellung,
die Fig. 4 eine Variante der Fig. 3,
die Fig. 5 bis 7 zeigen die Führung der Drähte der Tauchspule.
[0017] Eine erfindungsgemäße Lösung ist prinzipiell an Hand der Fig. 1 dargestellt. Ein
erfindungsgemäßer Wandler 1 besteht aus einem Stahlblechgehäuse 6, das tiefgezogen
und ausgestanzt wird, sodass eine Membransitzfläche 2 für eine Membrane 14, rückwärtige
Schallöffnungen 3, die Montageausnehmung für ein Magnetsystems 4 ausgebildet werden
und dass Anschlussdrähte 5 einer Spule 13, zu Anschlusskontakten 15 geführt werden
können.
[0018] Die Verwendung von Blechen für die Wandlerherstellung entspricht, wie oben erwähnt,
an und für sich dem Stand der Technik, und wird seit langem bei der Herstellung von
Lautsprechern verwendet. Da der relativ große Durchmesser von zumeist einigen Dezimetern
eines Lautsprechers die Verwendung von dickeren Stahlblechen zulässt, ist es von der
Herstellung her möglich, das Magnetjoch (Magnet und Polplatte) direkt mit dem topfförmigen
Stahlblech des Lautsprechergehäuses auszubilden. Da die verwendeten Stahlbleche bis
zu zwei Millimeter dick sind, haben sie keinen negativen Einfluss auf die Stärke des
Magnetfeldes im Luftspalt des Magnetsystems. Eine Verwendung von dünneren Stahlblechen
verringert die Magnetfeldstärke im Luftspalt des Magnetsystems und damit den Wirkungsgrad
des Lautsprechers drastisch.
[0019] Moderne Telekommunikationsgeräte wie Mobiltelefone und dergleichen benötigen immer
kleinere Wandler, die im Extremfall sogar im Durchmesser unter 10 mm klein sind. Um
die Herstellung von solchen Wandlern billig zu gestalten ist erfindungsgemäß vorgesehen,
ein Magnetsystem 4, wie es in Fig. 2 dargestellt ist, bestehend aus einem Topf 8,
einem Magnet 9 und einer Polplatte 10, mit einem tiefgezogenen Blechgehäuse zu verbinden.
So ist es möglich, dünne Bleche, bis zu 0,2 mm, ohne Magnetfeldverluste im Luftspalt
zu verwenden, da der Magnetkreis aus einem "dickeren" Magnettopf besteht.
[0020] Bei einer in Fig. 4 gezeigten, anderen, noch einfacheren Ausführungsart ist statt
des Topfes 8 nur eine zweite Polplatte vorgesehen. Damit wird zwar ein gegenüber der
Fig. 3 schlechterer Magnetfluß erzielt, es ist aber eine weitere Miniaturisierung
möglich. Den Magnetfluß kann man sich so vorstellen, dass die Magnetkraftlinien aus
dem Boden des Magneten 9 über die untere Polplatte 11 und über das dünne Blechgehäuse
6 bis zum Luftspalt im oberen Teil und die obere Polplatte 10 (Fig. 2) in den Magneten
9 zurück verlaufen. Sie werden dabei selbstverständlich auf dem Weg durch das dünne
Blech - statt durch den dickwandigen Topf 8 - mehr abgeschwächt als dort, aber für
besonders kleine Wandler ist dies in Kauf zu nehmen.
[0021] Die Erfindung schlägt als bevorzugtes Herstellungsverfahren vor, beim Tiefziehen
des Gehäuses 6, wie in Fig. 3 bzw. 4 schematisch angedeutet, den Topf 8 bzw. die untere
Polplatte 11 in das Tiefziehwerkzeug einzulegen und mit dem Gehäuseblech tiefzuziehen.
Dadurch ergibt sich eine feste und klebstofflose Verbindung zwischen dem Topf 8 bzw.
der unteren Polplatte 11 des Magnetsystems und den restlichen Gehäuseteilen 6 des
Wandlers 1.
[0022] Aus den Fig. 1 und 5 ist ersichtlich, dass ein erfindungsgemäß aus dünnem Stahlblech
tiefgezogenes Wandlergehäuse 1 auch Öffnungen 3 aufweist. Diese dienen der notwendigen
akustischen Abstimmung des Wandlers und sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Elektroakustik
bekannt und ihrer Anzahl, Größe und Lage nach leicht zu bestimmen.
[0023] Ein praxisnahes erfindungsgemäßes Magnetjoch eines kleinen Wandlers hat einen 0,9
mm dicken Magnet, eine 0,3 mm dicke Polplatte und einen 0,4 mm dicken Magnettopf.
Dieser Magnettopf wird in einem 0,2 mm dicken Wandlergehäuse (Fig. 1, Teil 6) gehalten.
[0024] Die Erfindung schlägt in diesem Zusammenhang auch eine Verbesserung der Durchführung
der Drähte 5 von der Spule zur Kontaktstelle vor. Wie in Fig. 5 schematisch dargestellt,
werden im Zuge des Tiefziehvorganges im äußeren Bereich des Wandlergehäuses 6 im Bereich
der Durchbrechung 3, durch die Drähte 5 geführt werden, zwei Erhebungen 12 ausgebildet.
Die Drähte 5 können zwischen diesen Erhebungen geführt und dort gegebenenfalls mit
Klebstoff fixiert werden. Die Fig. 6 zeigt, rein schematisch und nicht maßstäblich,
einen Schnitt normal zu den (in Fig. 6 nicht dargestellten) Drähten; die Fig. 7, ebenso
schematisch, einen Schnitt im Bereich einer Durchbrechung 3, der nicht als einfache
Öffnung, sondern ebenfalls mit Erhebungen ausgebildet ist. Die Größe der Durchbrechung
ist in Fig. 7 bewußt anders dargestellt als in der Fig. 1, um das weite Spektrum zu
veranschaulichen.
[0025] Es ist selbstverständlich möglich, Durchbrechungen 3 im Gehäuse 6 auch im Bodenbereich
des Topfes 8 bzw. im Bereich der zweiten Polplatte 11, korrespondierend mit entsprechenden
Ausnehmungen bzw. Durchbrechungen im Topf bzw. der Polplatte vorzusehen, um die gewünschte
akustische Abstimmung zu erreichen.
1. Magnetsystem eines auf dem elektrodynamischen Prinzip basierenden, miniaturisierten
Schallwandlers (1), der ein Gehäuse (6) aus tiefgezogenem Blech, ein einen Magneten
(9) aufweisendes Magnetsystem (4) und eine Membrane (14) die mit einer Spule (13)
versehen ist, von der Drähte (5) zu einer Kontaktstelle (15) führen, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (6) mit einem Außendurchmesser von maximal 20 mm aus dünnem Stahlblech
mit einer mittleren Dicke von maximal 0,2 mm besteht, dass das Magnetsystem (4) eine
untere Polplatte (11) und eine obere Polplatte (10) aufweist, und dass die Polplatten
(10, 11) aus Stahlblech mit einer Dicke von zumindest dem 1,5-fachen der mittleren
Dicke des Bodens des Gehäuses (6) bestehen.
2. Wandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Polplatten eine Dicke von zumindest dem 1,5-fachen, bevorzugt dem 2-fachen, besonders
bevorzugt zumindest dem 3-fachen der mittleren Dicke des Bodens des Gehäuses (6) aufweisen.
3. Wandler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Polplatte (11) Teil, bevorzugt einstückig, eines Magnettopfes (8) ist,
dessen Mantelbereich zumindest im wesentlichen bis zur oberen Oberfläche der oberen
Polplatte (10) reicht.
4. Wandler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke des Magnettopfes (8) zumindest dem 1,5-fachen, bevorzugt zumindest
dem 2-fachen, besonders bevorzugt zumindest dem 3-fachen der mittleren Dicke des Bodens
des Gehäuses (6) entspricht.
5. Verfahren zur Herstellung eines Wandlers gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Polplatte (11) beim Tiefziehen des Gehäuses (6) nach Art eines verlorenen
Kernes in die Form eingesetzt wird.
6. Verfahren zur Herstellung eines Wandlers gemäß Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnettopf (8) beim Tiefziehen des Gehäuses (6) nach Art eines verlorenen Kernes
in die Form eingesetzt wird.