[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Prüfmittel zur standardisierten Feststellung der
Qualität eines Wasch-, Reinigungs- und/oder Trocknungsprozesses eines Aggregats, bestehend
aus textilem Gewebe (Gewebe, Gewirke, Fliesse oder ähnliches) oder zwei- und dreidimensionalen
Gegenständen aus dem täglichen Lebensbedarf.
Definition
[0002] Aggregate, die Wasch-, Reinigungs- und Trocknungsprozesse durchführen, sind in Ausbildungen
von Wasch-, oder Spülmaschinen sowie sonstigen Wasch-, Reinigungs- und Trocknungseinrichtungen
(auch beispielsweise Bodenreinigungsgeräte) bekannt.
Stand der Technik
[0003] Insbesondere für Waschmaschinen, die in der Regel aus einer rotierenden Trommel,
in die das zu waschende Gewebe, Bekleidung oder ähnliches eingegeben wird, werden
diese durch Rotation der Trommel gewalkt, so dass diese zusammen mit Wasser und Waschmittel
mechanisch stark beansprucht werden. Durch diese Beanspruchung wird das textile Gewebe
belastet und zwar in der Art, dass einzelne Fasern und/oder Faserverbände stark mechanisch
beansprucht werden und so Rissbildungen, Risse oder sonstige Faserbrüche eintreten.
[0004] Spülmaschinen bestehen in der Regel aus einem Waschraum, in dem ein oder mehrere
Wasserstrahlen rotieren und so das zu reinigende Gut, wie Teller, Gläser oder Besteck
oder ähnliches säubern. Zusätzlich wirken Waschmittel verstärkt dahingehend, dass
zusätzlich in Verbindung mit Wasser eine chemische Substanz geschaffen wird, die die
entsprechenden Verschmutzungen vonseiten der zu reinigenden Gegenstände entfernt.
Insbesondere bei Spülmaschinen ist es damit Ziel, die zu reinigenden Gegenstände so
sauber als möglich aus einer Spülmaschine zu entnehmen.
[0005] Um die Qualität solcher Wasch-, Reinigungs- und / oder Trocknungsmaschinen hinsichtlich
der physikalischen und / oder chemischen Belastung insbesondere bei Waschmaschinen,
bezogen auf das zu reinigende Gut bzw. hinsichtlich der Auswirkung der Aggregate auf
das textile Gut zu prüfen, ist beispielsweise gemäss dem Stand der Technik vorgesehen,
so genannte Prüfmittel herzustellen, mittels denen festgestellt werden kann, wie stark
die physikalischen und / oder chemische Beanspruchung von textilem Gewebe bei Waschvorgängen
in unterschiedlichen Waschmaschinen ist. Hierzu wird vorgeschlagen, ein Prüfmaterial
in der Form eines Fasergewebes zu verwenden, das zuvor bestimmte Löcher im Gewebe
aufweist, die dann durch insbesondere mechanische Beanspruchung während des Waschvorgangs
entsprechend vergrössert werden, indem sich die einzelnen Faserstränge der textilen
Faser herauslösen. Die Anzahl der herausgelösten Faserstränge bzw. Fasern ist dann
ein Indiz für die besagte Belastung des textilen Gewebes während des Wasch-, Reinigungs-
und/oder Trocknungsvorgangs. Je mehr textile Fasern bzw. Fäden herausgelöst werden,
desto stärker ist die mechanische Belastung.
[0006] Auch bei Spülmaschinen sind Prüfverfahren bekannt. Sie bestehen in der Regel darin,
dass auf das zu reinigende Gut Lebensmittelreste in definierten Mengen und Ausführungen
aufgebracht werden. So zum Beispiel werden auf Porzellanteller Bereiche von Eiweiss,
Ketchup, Salatsaucen und Butter oder auch anderen Lebensmittel mit einem Pinsel aufgetragen.
Diese Prüfmittelherstellung wird mehrfach wiederholt, so dass für unterschiedliche
Reinigungsvorgänge dieselben Prüfmittel zur Verfügung stehen.
[0007] Beim eigentlichen Wasch-, Reinigungs- und/oder Trocknungsprozess sind jedoch noch
weitere Parameter zu berücksichtigen, wie beispielsweise das entsprechende Waschmittel,
aber auch die Wasserhärte, die ebenfalls auf die mechanische Bearbeitung des Gutes
Einfluss haben kann.
[0008] Ferner spielt auch die örtliche Lage des zu reinigenden Gutes innerhalb der Einrichtung
eine Rolle.
[0009] Weitere Parameter unter anderem sind:
1. die Bearbeitungsdauer;
2. die innere Konstruktion der Wascheinrichtung, wie beispielsweise Grösse, Gestaltung,
Anzahl und Form der entsprechenden Trenneinrichtungen;
3. Umdrehungsgeschwindigkeiten der Trommel bzw. des zu waschenden Gutes bzw. der Strahleinrichtung
innerhalb einer Geschirrspülmaschine;
4. Wasserstand;
5. die Menge des zu waschenden und reinigen oder trocknenden Guts, insbesondere im
Verhältnis zum Raumvolumen;
6. die Eigenschaften des zu reinigenden Gutes, wie Art, Menge, Qualität und Ausmasse
bzw. Gewicht sowie Zusammensetzung;
7. Schaumhöhe.
[0010] Für die physikalischen und / oder chemische Bearbeitung des textilen Gewebes ist
im wesentlichen die mechanische Kraft entscheidend, die während des Waschprozesses
auf das Gewebe wirkt. Wiederholte Biege-, Streck- und Walk- bzw. Schleifbewegungen,
die alle das Ziel haben, den Schmutz aus den Textilien heraus zu waschen, wirken sich
nachteilig auf die Beschaffenheit und die entsprechenden Eigenschaften des textilen
Gewebes aus.
[0011] Auch die mechanische Bearbeitung des zu reinigenden Gutes innerhalb einer Spülmaschine
ist von der mechanischen Kraft des entsprechenden Wasserstrahls entscheidend abhängig.
Je grösser die Kraft auf das zu reinigende Gut des Wasserstrahls ist, desto grösser
ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittelreste entsprechend entfernt werden. Jedoch
sind auch Bereiche vorhanden, an die die entsprechenden Wasserstrahlen nicht heran
reichen, so dass hier insbesondere der chemische Prozess, hervorgerufen durch das
Waschmittel, wirken muss, um Lebensmittelreste hier eindeutig zu entfernen.
[0012] Ferner sind derzeit keine Verfahren noch Prüfmittel für Bodenreinigungsmaschinen
bekannt.
[0013] Die Methoden, um Qualitäten eines Wasch-, Reinigungs- und/oder Trocknungsprozesses
von Waschmaschinen und Spülmaschinen festzustellen, sind sehr aufwendig und teuer
und können von chemischen Einflüssen, wie beispielsweise Bleichmittel, stark verzerrt
werden. Desweiteren ist der Vergleich mit anderen Untersuchungsarten sehr schwierig,
da keinerlei standardisierte Vorgehensweise implementiert ist.
Problemstellung
[0014] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Prüfmittel sowie ein Verfahren zu schaffen, mittels
dem standardisiert insbesondere die mechanische Aktivität eines Aggregats, wie beispielsweise
einer Spülmaschine und einer Waschmaschine und die damit verbundene mechanische und
chemische Bearbeitung von einem zu waschenden, reinigenden oder zu trocknenden Guts,
bestimmt werden kann.
[0015] Dies bedeutet, dass mittels eines solchen Prüfmittels sowie eines solchen Verfahrens
möglichst genau die physikalischen und / oder chemische Belastung durch das Aggregat
auf das zu reinigende Gut und der Vergleich von verschiedenen Aggregaten untereinander
nachvollzogen werden kann. Durch das Prüfmittel sowie das erfindungsgemässe Verfahren
soll eine praxisnahe Beurteilung gewährleistet sein.
Lösungsgedanken
[0016] Ein Kerngedanke der Erfindung besteht darin, ein definiertes Prüfmittel zu schaffen,
auf dem entsprechende Partikel in bestimmter Dichte aufgebracht sind. Bei Waschmaschinen
wird insbesondere durch die mechanische Belastung des Prüfmittels innerhalb der Trommel,
beispielsweise durch Walken, Biegen oder Strecken erreicht, dass sich die Partikel
von dem Prüfmittel lösen. Die Anzahl der Partikel, die nach dem Reinigungs-, Wasch-
und/oder Trocknungsvorgangs auf dem Prüfmittel verbleiben, ist eine Grösse, die in
eine Verhältnis zur Belastung des Prüfmittels und damit der physikalischen und / oder
chemischen Aktivität des Aggregats während des Waschprozesses steht.
[0017] Durch die physikalischen und / oder chemische Bearbeitung des Prüfmittels innerhalb
einer Spülmaschine, beispielsweise durch unterschiedliche Wasserstrahlen mit unterschiedlichen
Drücken sowie den chemischen Zusätzen wird erreicht, dass sich die Partikel von dem
Prüfmittel lösen. Die Anzahl der Partikel, die nach dem Reinigungs-, Wasch- und/oder
Trocknungsvorgang auf dem Prüfmittel verbleiben, ist eine Grösse, die in einem Verhältnis
zur Reinigungsqualität und damit zur physikalischen und / oder chemischen Aktivität
des Aggregats während des Reinigungs-, Wasch- und/oder Trocknungsvorgangs steht.
[0018] Die Prüfmittel sind vorzugsweise derart gestaltet, dass sich diese für alle Arten
von Aggregaten, die Wasch-, Reinigungs- und / oder Trocknungsprozesse durchführen
eignen. So kann beispielsweise eine Bodenfliese die Ausbildung eines Prüfmittels aufweisen,
um Bodenreinigungsgeräte entsprechend zu prüfen. Eine Alternative kann darin bestehen,
das Prüfmittel auf eine bereits verlegte Bodenfliese aufzubringen.
Vorteile der Erfindung
[0019] Die Vorteile der Erfindung sind in der Regel abhängig davon, für welches Aggregat,
beispielsweise Waschmaschine oder Spülmaschine das entsprechende Prüfmittel verwendet
wird. Aus Übersichtlichkeitsgründen werden nachfolgend zunächst die Vorteile in Bezug
auf ein Aggregat in Ausbildung einer Waschmaschine dargestellt. Nachfolgend wird näher
auf die Vorteile des Prüfmittels sowie das erfindungsgemässe Verfahren in Bezug auf
das Aggregat in Ausbildung einer Spülmaschine eingegangen. Es wird darauf hingewiesen,
dass die Verwendung des Prüfmittels sich nicht auf diese beiden Aggregate beschränkt.
Das Prüfmittel findet Anwendung bei jeder qualitativen Prüfung eines Aggregats, das
einen Wasch-, Reinigungs- und / oder Trocknungsprozess durchfüht.
Waschmaschine
[0020] Eine bevorzugte Ausführungsform des Prüfmittels in Bezug zum Prüfen der Qualität
eines Reinigungs-, Wasch- und/oder Trocknungsprozesses bei einer Waschmaschine ist
ein zwei- oder dreidimensionaler Gegenstand in der Ausbildung eines Trägerelements,
auf welchem in definierter Dichte Partikel angeordnet sind. Diese Partikel weisen
die Eigenschaft auf, dass sie durch chemische und/oder physikalische Einwirkung auf
das Trägerelement sich von diesem ablösen. Die Partikel weisen eine definierte Haltekraft
auf, da sie entweder geklebt, aufgeschmolzen oder anderweitig aufgebracht sind. Die
Partikel selbst bestehen in der Regel aus Kunststoff. Durch die in der Waschmaschine
entstehende Mechanik (Walken, Biegen, Strecken oder ähnliches) werden je nach Grösse
der auftretenden Kräfte mehr oder weniger Partikel abgelöst. Die Anzahl der abgelösten
bzw. verbliebenen Partikel wird entsprechend festgestellt, gemessen und gilt in der
Regel als Mass für die entstandene mechanische Belastung während des Reinigungs-,
Wasch- und/oder Trocknungsvorgangs. Die Beurteilung anschliessend kann nach verschiedenen
Methoden erfolgen, unter anderem durch einfaches Auszählen eines Vergleichstandards
oder Ausmessung beispielsweise in farbmetrischer Form.
[0021] Um eine verbrauchergerechte Ausbildung des Prüfmittels zu schaffen, wird erfindungsgemäss
vorgeschlagen, das Trägerelement aus einem Gewebe, beispielsweise in Leinwandbindung
auszubilden, auf dem die Partikel, beispielsweise bestehend aus Polyäthylen, aufgebracht
sind. Alternativ hierzu kann auch vorgesehen sein, dass das Trägerelement aus Wolle
oder einem anderen textilen Grundstoff besteht, auf der ebenfalls entsprechende Partikel,
beispielsweise bestehend aus Polyäthylen, angeordnet sind.
[0022] Das Trägerelement kann somit aus beliebigen Materialien bestehen, sofern eine bestimmte
Oberfläche gewährleistet ist. Es können auch dreidimensionale Gebilde verwendet werden,
die entweder aus dem Trägermaterial gebildet sind oder das Prüfmittel selbst weist
die entsprechenden Partikel auf, die in einer definierten Dichte aufgebracht sind.
Je nach zu prüfendem Material können entsprechende Probestücke gewaschen werden. Es
ist auch denkbar, dass die Prüfmaterialen an bestehende Wäsche oder Gewebetextilien
angenäht oder in sonstiger Weise angebracht werden. Hier kann beispielsweise vorgesehen
sein, das Prüfmaterial an Handtüchern, insbesondere an deren Rand (Saum) anzubringen,
um reale Bedingungen entsprechend vorzufinden.
Spülmaschine
[0023] Eine bevorzugte Ausführungsform des Prüfmittels für Spülmaschinen ist ein zweioder
dreidimensionaler Gegenstand, der entsprechend die Form eines üblich zu reinigenden
Guts, beispielsweise eines Tellers, eines Bechers, eines Glases oder eines Bestecks
aufweist. Auf diesem Gegenstand sind die Partikel mit einer definierten Haltekraft
aufgebracht (entweder geklebt, aufgeschmolzen oder auch mit Eiweiss oder anderweitig
aufgebracht).
[0024] Diese Partikel bestehen in der Regel aus Kunststoff. Durch die physikalische Belastung,
insbesondere durch die mechanische Belastung aufgrund des aufgebrachten Wasserdrucks,
entstehen je nach Art und Lage sowie Anordnung des zu reinigenden Gutes entsprechend
auftretende Kräfte, die mehr oder weniger die entsprechenden Partikel ablösen. Die
Anzahl der abgelösten bzw. verbliebenen Punkte wird entsprechend festgestellt und
gemessen und gilt in der Regel als Mass für die Qualität des Wasch-, Reinigungs- und/oder
Trocknungsprozesses. Die Beurteilung anschliessend kann nach verschiedenen Methoden
erfolgen, unter anderem durch einfaches Auszählen, Vergleichstandards oder Ausmessungen,
beispielsweise farbmetrisch.
[0025] Eine alternative Ausbildung kann darin bestehen, dass die Partikel aus Lebensmittelresten
gebildet sind, die auf einem Trägermaterial aufgebracht werden, die wiederum auf ein
zu reinigendes Gut, wie beispielsweise einem Teller, einem Glas, einem Becher oder
einem Besteck aufgebracht werden können. Durch die physikalische oder chemische Belastung,
die innerhalb der Spülmaschine auftritt, werden die unterschiedlichen Partikel in
unterschiedlicher Menge entfernt, so dass auch auf diese Weise eine sehr verbraucherorientierte
Qualitätsprüfung durchführbar ist.
[0026] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass das Prüfmittel, und
dieses eine zwei- oder dreidimensionale Ausbildung aufweist, aus einem Trägerelement
besteht, das aus Kunststoff, Keramik oder Glas besteht. Dieses Trägerelement, auf
welchem die entsprechenden Partikel in vorgegebener Dichte angeordnet sind, lassen
sich beliebig formen bzw. in unterschiedliche Formen einbringen. Dies bringt den Vorteil
mit sich, dass die Trägermaterialien an frei wählbaren Orten des zu reinigenden Guts
aufgebracht werden können und auch somit standardisierte Messungen erlauben, die sich
auf insbesondere verwinkelte und hinterschnittene Bereiche des zu reinigenden Gutes
erstrecken können.
[0027] Zudem bringt diese Ausbildung des Prüfmittels den Vorteil mit sich, dass dieses verbraucherorientiert
ausgebildet ist, so dass der Verbraucher in dem Prüfmittel den täglich in der Spülmaschine
eingestellten Artikel wieder findet.
[0028] Die Partikel können selbst aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Kern der Erfindung
ist es, dass die Partikel gleicher Grösse oder unterschiedlicher jeweils definierte
Grösse auf dem Gegenstand bzw. auf dem Trägerelement in irgend einer gewissen Weise
aufgeklebt oder aufgeschmolzen werden, wobei die Haltekraft, die die Partikel auf
dem Trägerelement hält, definiert ist. Insbesondere bei der Durchführung von standardisierten
Prüfreihen kann vorgesehen sein, dass die Partikel mit lebensmittelähnlichen oder
-identischen Klebstoffen aufgetragen sind.
[0029] Alternativ hierzu können auch Polyesfer- oder Polyamidpartikel vorgesehen sein. Ferner
ist denkbar, beliebige Metalle, Steine, Glas oder ähnliche Materialien zu verwenden,
wobei diese mittels einem Klebstoff aufgebracht werden. Wichtig ist, dass ausschliesslich
der Klebstoff unterhalb des entsprechenden Partikels angeordnet ist.
Daher werden folgende Auftragsverfahren vorgeschlagen:
[0030] Zum einen kann vorgesehen werden, punktweise bzw. partikelweise mittels einem vorgegebenen
Rastermass die Punkte auf dem Trägerelement aufzubringen. Zudem kann vorgesehen sein,
über eine Matrix, die über das Trägerelement gelegt wird, entsprechend Partikelmaterial
aufzubringen. Ferner kann vorgesehen werden, in bestimmten Grössen und Flächen mittels
einer bereits auf Folie aufgebrachten Struktur die Partikel auf das Trägerelement
aufzubringen. Somit sind sehr viele Varianten denkbar, solche Partikel auf ein Gewebe
oder auf ein bestimmtes Trägerelement aufzubringen.
[0031] Je nach gewünschter Haltekraft kann das Klebeverfahren ausgewählt werden. Zum einen
kann erfindungsgemäss vorgesehen sein, die einzelnen Partikel mittels einem entsprechenden
Klebstoff aufzubringen. Andererseits kann vorgesehen sein, durch Aufspritzen bzw.
Aufschmelzen auf das Trägerelement, dass eine bestimmte Verbindung zwischen dem Trägerelement
und dem Partikel eingegangen wird, die die Grösse einer entsprechenden Haltekraft
hat.
[0032] Alternativ hierzu kann vorgesehen sein, jeden Partikel mit einem Klebstoff zu versehen
und dann entsprechend einem zuvor definierten Muster auf das Trägerelement aufzubringen.
[0033] Als Klebematerial kann auch Eiweiss vorgesehen sein, so dass insbesondere im Bereich
des Prüfmitteleinsatzes bei Spülmaschinen eine verbraucherorientierte Qualitätsbegutachtung
erfolgen kann.
[0034] Eine weitere Ausführungsform kann darin bestehen, dass Trägerelement und Partikel
ein einstückiges Teil bilden. Um die Haltekraft zwischen dem Partikel und dem Trägerelement
zu bestimmen, ist vorzugsweise vorgesehen, den Partikel mit einem entsprechend dünnen
Querschnitt zu versehen. Alternativ hierzu kann vorgesehen sein, eine definierte und
vorher bestimmte Sollbruchstelle an den Partikel einzufügen.
[0035] Ist das Prüfmittel als Trägerelement ausgebildet, so lässt es sich auf unterschiedliche
Art und Weise und in vielfältigen Formen auf Gegenständen anbringen. So ist beispielsweise
vorgesehen, dass das Trägerelement in Streifen ausgebildet ist und insbesondere im
Spülmaschinenbereich auf das zu reinigende Gut aufklebbar ist. Es lässt sich an beliebigen
Stellen an einem Gut anbringen und kann aufgrund seiner flexiblen Ausgestaltung an
beliebigen Rundungen und Ecken sowie Kanten angeordnet sein.
[0036] Auf dem Trägerelement können auch bereits Lebensmittelreste angeordnet sein. Diese
können sowohl synthetisch als auch real hergestellt sein, wobei diese dann Eigenschaften
aufweisen, die dem täglichen Gebrauch von zu reinigendem Gut innerhalb Spülmaschinen
entsprechen.
[0037] Eine weitere Ausführungsform eines Prüfmittels, insbesondere für Geschirrspülmaschinen,
kann darin bestehen, dass das Trägerelement bzw. der Gegenstand kreisrund ausgebildet
ist, so das er insbesondere auf Teller oder auch auf Tassen- oder Gläserböden anbringbar
ist.
[0038] Die oben genannten Prüfmittel eignen sich auch dafür, die Qualität von Reinigungsmitteln
bei Handwäschen zu beurteilen.
[0039] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen gehen aus der nachfolgenden Beschreibung, Ansprüchen
und Zeichnungen hervor.
Zeichnungen
[0040] Es zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch ein erfindungsgemässes Prüfmaterial, das aus einem dreidimensionalen
Gegenstand besteht der als Trägerelement ausgebildet ist sowie auf dem Trägerelement
aufgebrachte Partikel;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf ein Prüfmittel, eingesetzt in Waschmaschinen, das einer sehr geringen
Belastung ausgesetzt worden ist;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf ein Prüfmittel, eingesetzt in Waschmaschinen, das einer geringen
Belastung ausgesetzt worden ist;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf ein Prüfmittel, eingesetzt in Waschmaschinen, das einer mittleren
Belastung ausgesetzt worden ist;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf ein Prüfmittel, eingesetzt in Waschmaschinen, das einer starken
Belastung ausgesetzt worden ist;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung der Aufbringung eines Trägermaterials auf ein zu reinigendes
Gut, das mit Partikeln versehen ist;
- Fig. 7
- eine schematische Ansicht auf das aufgebrachte Trägermaterial zusammen mit dem zu
reinigenden Gut, gemäss Fig. 6;
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung der Aufbringung von Partikeln auf ein zu reinigendes
Gut.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0041] In Figur 1 ist ein Querschnitt durch ein erfindungsgemässes Prüfmittel dargestellt.
Dieses Prüfmittel 1 besteht aus einem zwei- oder dreidimensionalen Gegenstand in der
Ausbildung eines Trägerelements 2 und aus den auf der Oberfläche 3 angeordneten Partikeln
4. Die Partikel 4 sind in einem Bereich 5 auf der Oberfläche 3 des Trägerelements
2 angeordnet und weisen einen Abstand 6 zueinander auf. Die Dicke 7 des Trägerelements
2 ist beliebig und vorzugsweise ist vorgesehen, ein solches Trägerelement 2 zu verwenden,
das auch im tatsächlichen Gebrauch, beispielsweise bei der Qualitätsüberprüfung einer
Waschmaschine von Textilien wie Hemden, Hosen oder ähnliches entspricht.
[0042] Die Partikel 4 sind auf ihrer Unterseite 8 auf der Oberfläche 3 des Trägerelements
2 aufgebracht. In den Zwischenräumen 9 zwischen den einzelnen Partikeln besteht ein
Freiraum.
[0043] In den Figuren 2-5 ist ein solches Trägerelement 2 mit Partikeln 4 in Draufsicht
dargestellt. Insbesondere in Figur 2 ist zu erkennen, dass geringe Leerstellen 10
vorhanden sind, die dadurch entstehen, dass ein Partikel 4 von der Oberfläche 3 des
Trägerelements 2 sich gelöst hat. Gut ersichtlich ist auch der Abstand 6 zwischen
den einzelnen Partikeln 4.
[0044] In Figur 3 sind bereits mehrere Leerstellen 10 eingetreten, wohingegen in Figur 5
sehr viele Leerstellen 10 vorhanden sind, die dadurch hervorgerufen worden sind, dass
eine starke mechanische und/oder chemische Beanspruchung erfolgt ist und so die Partikel
4 den Kontakt zu dem Trägerelement 2 verloren haben.
[0045] Das so hergestellte Trägerelement 2 wird in ein Aggregat eingeführt und dort entsprechend
dem Aggregat, beispielsweise einer Waschmaschine oder einer Spülmaschine, bearbeitet.
Hierzu kann es vorgesehen sein, dass eine sogenannte Standardbeladung des Aggregats
vorgegeben ist und das Prüfmittel 1 als zusätzliches Qualitätsprüfmittel hinzugefügt
wird. Die Auswertung, wie viele Leerstellen 10 nun ein solches Trägerelement 2 aufweist,
kann auf unterschiedliche Weise geschehen.
[0046] Vorzugsweise sind Partikel farblich, entweder bereits bei Aufbringen eingefärbt,
oder nach dem Aufbringen auf das Trägerelement 2 eingefärbt, derart gestaltet, dass
diese sich sehr stark von der Grundfarbe der Oberfläche des Trägerelements unterscheiden
und damit abheben. Aufgrund dessen ist durch eine optische Flächenmessung die Flächendichte
der Partikel 4 analytisch bestimmbar. Hierzu sind unterschiedliche Verfahren aus dem
Stand der Technik bekannt und bedürfen hier nicht der näheren Erläuterung.
[0047] Alternativ zu dem genannten Verfahren, bei dem festgestellt wird, wie viele Partikel
4 durch die mechanische und/oder chemische Belastung sich lösgelöst haben, kann vorgesehen
werden, unterschiedliche Prüfmaterialien in den Testvorgang zu geben, wobei sich die
unterschiedlichen Prüfmaterialien dadurch unterscheiden, dass diese jeweils Partikel
mit unterschiedlichen Haltekräften auf dem Trägerelement 2 vorgesehen sind und/oder
ein anderes Trägerelement 2 verwendet wird.
[0048] Nach einem Prüfvorgang kann dann die mechanische Belastung in Prüfmittel 1 festgestellt
werden, das zuerst nahezu alle Partikel 4 noch trägt.
[0049] Der wesentliche Vorteil der Erfindung besteht darin, dass auf eine sehr einfache
Art und Weise bereits in einem ersten Blick festgestellt werden kann, wie hoch die
physikalische und/oder chemische Belastung während eines Wasch-, Reinigungsund/oder
Trocknungsprozesses gewesen is. Bereits sehr wenige Leerstellen 10 werden ohne weiteres
auf eine sehr einfache Art und Weise erkannt und es ist möglich, auch einen entsprechenden
Vergleich mit unterschiedlichen Aggregaten des gleichen Typs herzustellen.
[0050] Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass das Prüfmaterial 1 für jede
Art des Trocknens, Waschens oder Reinigens anwendbar ist. Ein weiterer wesentlicher
Gesichtspunkt ist, dass ein solcher Test schnell und kostengünstig durchführbar ist,
insbesondere, dass stichhaltige Aussagen über die mechanische Belastung bereits nach
ein bis fünf Waschvorgängen getroffen werden können. Eine aufwändige Sekundärprüfung,
wie beispielsweise die aus dem Stand der Technik bekannte Reissfestigkeitsprüfung,
entfällt vollständig.
[0051] Ein Vergleich lässt sich auch zwischen zwei unterschiedlichen Aggregaten, unabhängig
davon, ob diese zur Reinigung, Trocknung oder zum Waschen von textilem Gut oder zum
Reinigen, Waschen und Trocknen von Geschirr oder ähnlichem eingesetzt werden, ohne
weiteres analytisch als auch optisch sehr gut darstellen. Die Ergebnisse sind mittels
des Prüfmittels gut reproduzierbar und vor allen Dingen standardisierbar. Sie entsprechen
auch den Verbrauchervorstellungen, da sie realitätsnah ausführbar sind.
[0052] In Figur 6 ist eine schematische Darstellung des Aufbringens eines Prüfmittels 21
auf ein zu reinigendes Gut 20, beispielsweise einem Teller dargestellt. Dieses Prüfmittel
21 besteht aus einem zwei- oder dreidimensionalen Gegenstand in der Ausbildung eines
Trägerelements 22 und aus den auf der Oberfläche 23 angeordneten Partikeln 24. Die
Partikel 24 sind in einem Bereich 25 auf der Oberfläche 23 des Trägerelements 22 angeordnet
und weisen einen Abstand 26 zueinander auf. Die Dicke 27 des Trägerelements 22 ist
beliebig. Die Partikel 24 sind auf ihrer Unterseite 28 auf der Oberfläche 23 des Trägerelements
22 aufgebracht. In den Zwischenräumen 29 zwischen den einzelnen Partikeln 24 besteht
ein Freiraum. Vorzugsweise ist das Trägerelement 22 flexibel, so dass dieses sich
an das zu reinigende Gut anpassen lässt. Auf der den Partikeln 24 abgewandten Seite
32 weist das Trägerelement 22 eine Klebefläche zum festen Aufbringen auf das zu reinigende
Gut auf.
[0053] Alternativ hierzu ist vorgesehen, dass das Trägerelement 22 in eine beliebige Form
(beispielsweise wie in Fig. 6 dargestellt) eingelegt wird und mittels geeigneter Vorrichtungen
gehärtet wird. Dadurch wird ein Prüfmittel 21 geschaffen, das eine dreidimensionale
Form aufweist und diese dann auch behält. Somit können auf sehr einfache Weise Becher,
Tassen, Teller oder ähnliche Produkte als Prüfmittel geschaffen werden.
[0054] In Fig. 7 ist das Ergebnis des Verfahrensschritts gemäss Fig. 6 dargestellt. Durch
da Aufbringen des Prüfmittels 21 auf diese Weise kann das zu reinigende Gut teilweise
oder vollständig mit Partikeln 24 belegt werden.
[0055] Eine hierzu alternative Ausbildung ist in Fig. 8 dargestellt. Das hier vorgestellte
Prüfmittel 31 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus Partikeln 34 und einem Trägerelement
32. Die Partikel 34 werden mittels eines Trägerelements 32 in einer definierten Dichte
zueinander gehalten. Die Partikel 34 weisen auf der von dem Trägerelement 32 wegweisenden
Seite eine Klebeschicht auf, die mit einem Trägerfolie 35 abgedeckt ist. Zum Aufbringen
der Partikel 34 wird die Trägerfolie 35 entfernt und abgezogen, so dass die Partikel
34 auf einen Gegenstand 40 aufbringbar ist. Sobald die Partikel 34 auf der Oberfläche
des Gegenstands 40 aufgebracht sind, kann das Trägerelement 32 entfernt werden. Mit
Hilfe dieser Einrichtung können an beliebigen Gegenständen die Partikel 34 angebracht
werden.
[0056] Das Prüfmittel zur standardisierten Feststellung der Qualität eines Wasch-, Reinigungund/oder
Trocknungsprozesses lässt sich auf jedes Aggregat anwenden, das zumindest einer der
genannten Prozesse durchführt. Waschmaschine und Spülmaschine stellen somit nur eine
Auswahl dar.
1. Prüfmittel zur standardisierten Feststellung der Qualität eines Wasch-, Reinigungs-
und/oder Trocknungsprozesses, dadurch gekennzeichnet, dass das Prüfmittel (1; 21; 31) einen zwei- oder dreidimensionalen Gegenstand mit einem
Trägerelement (2; 22; 32) umfasst und auf dem Gegenstand in einer definierten Dichte
durch physikalische und/oder chemische Einwirkungen von dem Gegenstand lösbare Partikel
(4; 24; 34) aufgebracht sind.
2. Prüfmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (4; 24; 34) mittels eines Verbindungsmittels auf das Trägerelements
(2; 22; 32) aufgebracht sind.
3. Prüfmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (4) und der Gegenstand einstückig ausgebildet sind.
4. Prüfmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Partikel (4) und dem Gegenstand eine Sollbruchstelle vorgesehen ist.
5. Prüfmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (4; 24; 34) aus Kunststoff bestehen.
6. Prüfmittel nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (4; 24; 34) definierte Grössen von wahlweise Eiweiss, Blut, Ketchup
oder anderen Lebensmitteln oder lebensmittelähnlichen Stoffen aufweisen.
7. Prüfmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (34) von ihrer einen Seite mit einem von den Partikeln (34) lösbaren
Trägerelement (32) und von ihrer anderen Seite mit einer von den Partikeln (34) lösbaren
Trägerfolie (35) bedeckt sind.
8. Prüfmittel nach Anspruch 7, , dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel (34) auf der zur Trägerfolie (35) hinweisenden Seite mit einem Klebstoff
zum Anbringen auf den zu reinigenden Gegenstand versehen sind.
9. Prüfmittel nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (2; 22; 32) frei formbar ist und in nahezu jeder beliebigen Ausgestaltung
zur Ausbildung von zwei- oder dreidimensionalen Gegenständen aushärtbar ist.