[0001] Die Erfindung betrifft eine Übertragungsvorrichtung zur Übertragung von elektrischen
Signalen zwischen einem Rotor und einem Stator, mit einem von dem Rotor und dem Stator
gebildeten ringförmigen Zwischenraum, wobei der Zwischenraum mehrere zwischen dem
Rotor und dem Stator verlaufende, im Zwischenraum auf- und abwickelbare Flachbandkabel
aufnimmt.
[0002] Eine derartige Übertragungsvorrichtung kann beispielsweise im Lenkstockbereich eines
Fahrzeuges Verwendung finden, wobei dann der Rotor lenkradseitig angeordnet ist und
der Stator karosserieseitig. Bei modernen Fahrzeugen werden eine Reihe von Funktionen
über Schalter am Lenkrad betätigt. Über eine die Erfindung betreffende Übertragungsvorrichtung
können die durch die Schalter ausgelösten, elektrischen Signale karosserieseitigen,
der Drehbewegung des Lenkrads nicht folgenden Verbrauchern oder Steuergeräten, zugeführt
werden.
[0003] Aus der DE 43 29 820 A1 ist eine Übertragungsvorrichtung bekannt geworden, bei der
die Flachbandkabel im Zwischenraum umgelenkt werden. Durch die Umlenkung ist es möglich,
die Länge des Flachkabels zu verkürzen, und dennoch eine ausreichend hohe Umdrehungszahl
des Rotors zu ermöglichen. Das Flachbandkabel besteht regelmäßig aus einer Vielzahl
von parallel zueinander angeordneten Leitern, die mittels einer Grundstoffisolierung
zusammengefasst sind.
[0004] Zur Vermeidung, dass das Flachbandkabel sich nicht festklemmt oder schlaff wird und
Faltungen aufwirft, wenn der Rotor verdreht wird, sind Rotationshilfen in Form von
an jeweils dem Rotor und Stator befestigten Blindkabeln vorgesehen. Eine derartige
Übertragungsvorrichtung hat sich allerdings als relativ unzuverlässig erwiesen. Insbesondere
die Bereitstellung von Blindkabeln als Rotationshilfen ist relativ aufwändig, da bei
der Montage der Übertragungsvorrichtung die Blindkabel, zusammen mit dem die Signale
übertragenden Flachbandkabel, entsprechend aufzuwickeln sind. Werden mehrere Flachbandkabel
zur Übertragung einer Vielzahl von elektrischen Signalen vorgesehen, so ist die Abstützung
der Flachbandkabel mittels den Blindkabeln entsprechend aufwändiger.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Übertragungsvorrichtung
bereitzustellen, die einen einfachen Aufbau aufweist und dennoch ein dauerhaft zuverlässiges
Auf- und Abwickeln von mehreren Flachbandkabeln zwischen dem Rotor und dem Stator
ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass im Zwischenraum mehrere,
unabhängig voneinander beweglich angeordnete Stützkörper vorgesehen sind, wobei jeder
Stützkörper zur Abstützung eines Flachbandkabels dient.
[0007] Dadurch wird erreicht, dass ein unerwünschtes Festklemmen oder Knicken der jeweiligen
Flachbandkabeln im Zwischenraum sicher vermieden wird. Durch die unabhängig voneinander
bewegliche Anordnung der Stützkörper wird außerdem erreicht, dass Längentoleranzen
beim Auf- und Abwickelvorgang der Flachbandkabel ebenso ausgeglichen werden, wie ein
ungleichmäßiges oder nicht exakt identisches Auf- oder Abwickelverhalten der einzelnen
Flachbandkabel. Die einzelnen Stützkörper können folglich beim Wickelvorgang aufgrund
ihrer voneinander unabhängigen Anordnung jeweils verschiedene Abstände zueinander
einnehmen.
[0008] Beim Vorsehen von beispielsweise lediglich einem Stützkörper für die verschiedenen
Flachbandkabel kann es bei nicht exakt identischem Wickelverhalten der Flachbandkabel
und bei nicht exakt identischer Länge der einzelnen Flachbandkabel zum Festklemmen
des Stützkörpers im Zwischenraum kommen.
[0009] Besonders vorteilhaft ist, wenn die Stützkörper so ausgebildet sind, dass sie ausschließlich
durch die Aufund Abwicklung des jeweiligen Flachbandkabels bewegt werden. Eine Mechanik,
die mit dem Stator oder Rotor gekoppelt ist, und zur definierten Bewegung des jeweiligen
Stützkörpers führt, ist hierbei nicht vorgesehen.
[0010] Um eine Auf- und Abwicklung des jeweiligen Flachbandkabels zu ermöglichen, weist
jeder Stützkörper vorteilhafterweise eine nutartige Aufnahme für das jeweilige Flachbandkabel
auf, wobei die Flachbandkabel in der jeweiligen Aufnahme derart geführt sind, dass
eine Auf- und Abwicklung möglich ist. Zur Erreichung einer Umlenkung der Flachbandkabel
im Zwischenraum sind die nutartigen Aufnahmen vorzugsweise in Draufsicht derart gekrümmt
ausgebildet, dass die Flachbandkabel beim Auf- und Abwickelvorgang weitgehend stetig
und knickfrei geführt werden.
[0011] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich dann, wenn am Rotor,
Stator und/oder an den Stützkörpern Führungsmittel zur Führung der Bewegung der Stützkörper
vorgesehen sind. Dadurch wird erreicht, dass ein Verkanten oder Verklemmen der Stützkörper
im Zwischenraum sicher vermieden wird. Die Stützkörper bewegen sich ausschließlich
in die Richtungen, in die eine Bewegung vorgesehen ist.
[0012] Die Führungsmittel können dabei insbesondere Führungsnuten, Führungsstege, Führungsschienen
oder dergleichen umfassen.
[0013] Zur Erreichung eines Sicherheitsabstandes zu den benachbarten Stützkörpern, sehen
die Stützkörper vorteilhafterweise sich in die jeweilige Bewegungsrichtung erstreckende
Überstände vor. Dadurch wird vermieden, dass sich die Stützkörper gegenseitig behindern,
indem sie zu nahe an den benachbarten Stützkörper herankommen.
[0014] Vorteilhafterweise entspricht die Anzahl der Stützkörper der Anzahl der Flachbandkabel.
In der Ausgangsposition sollten die jeweils benachbarten Stützkörper einen möglichst
gleichen Abstand zueinander aufweisen. Sind beispielsweise vier Flachbandkabel vorgesehen,
so sollte der Abstand zwischen den jeweiligen Stützkörpermitten cirka 90° in Bezug
zur Rotationsachse des Rotors betragen.
[0015] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich dann, wenn zwischen
den einzelnen Stützkörpern Federelemente vorgesehen sind, die jeweils zwei benachbarte
Stützkörper mit einer geringen Federspannung beaufschlagen. Hierdurch wird vorteilhafterweise
erreicht, dass ein Spiel zwischen den Stützkörpern beseitigt wird, wodurch störende
Klappergeräusche vermieden werden.
Ebenso ist erfindungsgemäß denkbar, dass an den Stützkörpern Federelemente vorgesehen
sind, die den jeweiligen Stützkörper gegen den Rotor und/oder den Stator abstutzen.
Auch hierdurch können störende Klappergeräusche unterbunden werden.
[0016] Als Federelemente kommen insbesondere an dem jeweiligen Stützkörper angeordnete Federzungen
in Betracht. Zum einen können Federzungen vorgesehen sein, die sich an dem jeweils
benachbarten Stützkörper abstützen. Zum anderen können Federzungen vorgesehen sein,
die das Stützelement gegen den Rotor und/oder den Stator abstützen.
[0017] Eine besonders bevorzugte Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass die Flachbandkabel
und die Rotationsachse an der radial innen liegenden Innenseite und an der radial
außen liegenden Innenseite des Zwischenraums teilaufgewickelt angeordnet sind und
über den jeweils zugehörigen Stützkörper von der einen Innenseite zur anderen Innenseite
umgelenkt werden. Hierdurch wird gewährleistet, dass ein korrektes und knickfreies
Auf- beziehungsweise Abwickeln der jeweiligen Flachbandkabel an der jeweiligen Innenseite
des Zwischenraums erfolgt. Die Stützkörper führen vorteilhafterweise die Flachbandkabel
über den nahezu gesamten Bereich von der einen Innenseite zur anderen.
[0018] Weitere vorteilhafte Einzelheiten und Ausgestaltungen der Erfindung sind der folgenden
Beschreibung zu entnehmen, in der die Erfindung anhand des in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben und erläutert ist.
[0019] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine aufgeschnittene erfindungsgemäße Übertragungsvorrichtung;
und
- Figur 2
- einen Teilschnitt gemäß der Linie II in Figur 1.
[0020] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Übertragungsvorrichtung 10, die
einen Rotor 12 und einen Stator 14 umfasst. Zwischen dem Rotor 12 und dem Stator 14
sind insgesamt vier Flachbandkabel 16, 18, 20, 22 vorgesehen, die elektrische Signale
zwischen dem Rotor 12 und dem Stator 14 übertragen. Der Rotor 12 dient insbesondere
zur Anbindung an ein Lenkrad eines Fahrzeuges. Der Stator 14 dient insbesondere zur
Anbindung an ein Lenkstockmodul des Fahrzeuges. Über die Übertragungseinrichtung 10
können folglich elektrische Signale vom nicht dargestellten Lenkrad zum nicht dargestellten
Lenkstockschalter, zu nicht dargestellten Betätigungselementen oder zu einer nicht
dargestellten Steuereinheit geführt werden.
[0021] Die Flachbandkabel sind dabei in einem von dem Rotor 12 und dem Stator 14 gebildeten
Zwischenraum 24 untergebracht. Sie sind dabei so angeordnet, dass sie um die Rotationsachse
26 an der radial innen liegenden Innenseite 28 des Zwischenraums 24 und an der radial
außen liegenden Innenseite 30 jeweils teilaufgewickelt angeordnet sind. Von der einen
Innenseite 28 zur anderen Innenseite 30 werden die vier Flachbandkabel über jeweils
einen Stützkörper 32, 34, 36, 38 umgelenkt. Die Stützkörper sind hierbei im Zwischenraum
24 unabhängig voneinander frei beweglich auf der Kreisbahn 40 um die Achse 26 angeordnet.
[0022] Um ein Verklemmen oder Knicken des jeweiligen Flachbandkabels beim Auf- und/oder
Abwickeln zu verhindern, weist jeder Stützkörper eine nutartige Aufnahme 42 auf, in
der das jeweilige Flachbandkabel geführt wird. Die Aufnahmen 42 sind in der in der
Figur 1 gezeigten Draufsicht derart gekrümmt ausgebildet, dass ein Auf- und Abwickeln
des jeweiligen Flachbandkabels möglich ist. Jede Aufnahme 42 wird durch zwei weitgehend
parallel zueinander verlaufende Führungswandungen 44 und 46 begrenzt.
[0023] Beim Drehen des Rotors 12 in der durch den Pfeil 48 angedeuteten Richtung werden
die Flachbandkabel auf der Innenseite 28 des Zwischenraums 24 am Rotor 12 aufgewickelt
und gleichzeitig an der Innenseite 30 des Zwischenraums 24 am Stator 14 abgewickelt.
Beim Drehen des Rotors in die durch den Pfeil 50 angedeutete Richtung werden die Flachbandkabel
an der Innenseite 28 am Stator abgewickelt und an der Innenseite 30 am Rotor aufgewickelt.
Durch die unabhängig voneinander bewegbaren Stützkörper können Längendifferenzen der
Flachbandkabel ausgeglichen werden. Beim Auf- und Abwickelvorgang kann folglich ein
Stützkörper seiner vorgegebenen Mittellage vorauseilen beziehungsweise dieser hinterher
sein, ohne dass es zu einem Verklemmen kommt.
[0024] Zur besseren Führung der einzelnen Stützkörper werden die Stützkörper bei der Ausführungsform
gemäß Figur 1 von parallel zur Rotationsachse 26 und parallel zueinander angeordneten
Führungswangen 54 entlang der Kreisbahn 40 geführt. Alternativ hierfür, oder zusätzlich,
können weitere Führungsmittel beispielsweise am Rotor vorgesehen sein.
[0025] Die einzelnen Stützkörper sehen außerdem sich in die eine Bewegungsrichtung (Pfeil
50) erstreckende Überstände 56 vor, durch die ein Sicherheitsabstand zu den benachbarten
Stützkörpern gegeben wird. Damit können die Stützkörper nicht beliebig nah zueinander
bewegt werden.
[0026] Erfindungsgemäß können ferner, in den Figuren nicht dargestellte, Federelemente vorgesehen
sein, die jeweils zwei benachbarte Stützkörper mit einer geringen Federspannung beaufschlagen.
Hierdurch kann ein Spiel in Bewegungsrichtung der Stützkörper beseitigt werden, wodurch
Klappergeräusche der Übertragungsvorrichtung 10 unterbunden werden. Außerdem können
nicht dargestellte Federelemente vorgesehen sein, die den jeweiligen Stützkörper gegen
den Rotor 12 und/oder den Stator 14 abstützen. Hierdurch kann ebenfalls eventuell
vorhandenes Spiel ausgeschlossen werden; auch hierdurch werden Klappergeräusche unterbunden.
[0027] Die einzelnen Federelemente können insbesondere unmittelbar an die einzelnen Stützkörper
angeformt sein.
[0028] Sämtliche in der Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung dargestellte und
beschriebene Merkmale können sowohl einzeln, als auch in beliebiger Kombination miteinander
erfindungswesentlich sein.
1. Übertragungsvorrichtung (10) zur Übertragung von elektrischen Signalen zwischen einem
Rotor (12) und einem Stator (14), mit einem von dem Rotor (12) und dem Stator (14)
gebildeten ringförmigen Zwischenraum (24), wobei der Zwischenraum (24) mehrere zwischen
dem Rotor (12) und dem Stator (14) verlaufende, im Zwischenraum (24) auf- und abwickelbare
Flachbandkabel (16 bis 22) aufnimmt, dadurch gekennzeichnet, dass im Zwischenraum (24) mehrere, unabhängig voneinander beweglich angeordnete Stützkörper
(32 bis 36) vorgesehen sind, wobei jeder Stützkörper (32 bis 36) zur Abstützung eines
Flachbandkabels (16 bis 22) dient.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkörper (32 bis 36) so ausgebildet sind, dass sie ausschließlich durch die
Auf- und Abwickelung des jeweiligen Flachbandkabels (16 bis 22) bewegt werden.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Stützkörper (32 bis 36) eine nutartige Aufnahme (42) für das jeweilige Flachbandkabel
(16 bis 22) aufweist, in der das Flachbandkabel (16 bis 32) derart geführt ist, dass
eine Auf- und Abwicklung möglich ist.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Rotor (12), Stator (14) und/oder an den Stützkörpern (32 bis 36) Führungsmittel
(54) zur Führung der Bewegung der Stützkörper (32 bis 36) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel Führungsnuten, Führungsstege, Führungswangen, Führungsschienen
oder dergleichen umfassen.
6. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützkörper (32 bis 36) sich in Bewegungsrichtung erstreckende Überstände (56)
aufweisen, durch die ein Sicherheitsabstand zu den benachbarten Stützkörpern (32 bis
36) gegeben ist.
7. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Stützkörper (32 bis 36) der Anzahl der Flachbandkabel (16 bis 22)
entspricht.
8. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den einzelnen Stützkörpern (32 bis 36) Federelemente vorgesehen sind, jeweils
zwei benachbarte Stützkörper mit einer geringen Federspannung beaufschlagen.
9. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Federelemente an den Stützkörpern vorgesehen sind, die den jeweiligen Stützkörper
(32 bis 36) gegen den Rotor (12) und/oder den Stator (14) abstützen.
10. Vorrichtung (10) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente als an einem Stützkörper angeordnete Federzungen ausgebildet sind.
11. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flachbandkabel (16 bis 22) um die Rotationsachse (26) an der radial innen liegenden
Innenseite (28) und an der radial außen liegenden Innenseite (30) des Zwischenraums
(24) teilaufgewickelt angeordnet sind und über den jeweils zugehörigen Stützkörper
(32) von der einen Innenseite (28 beziehungsweise 30) zur anderen Innenseite (30 beziehungsweise
28) umgelenkt werden.