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EP 1 467 334 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.02.2006 Patentblatt 2006/08 |
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Anmeldetag: 22.03.2004 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren und System zur Verkehrssteuerung in einem Strassennetz
Method and system for traffic control in a road network
Procédé et système de contrôle de trafic dans un réseau routier
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
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Priorität: |
07.04.2003 DE 10315788
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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13.10.2004 Patentblatt 2004/42 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Mathias, Paul, Dr.
52072 Aachen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-01/22035 US-A1- 2003 065 442
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US-A1- 2002 120 390 US-B1- 6 427 113
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verkehrssteuerung in einem Straßennetz nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein System zur Durchführung des Verfahrens
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 6.
[0002] Der ungebrochene Trend zur Mobilitätssteigerung geht mit einer fortwährend steigenden
Zahl von Fahrzeugen des Individualverkehrs auf dem Straßennetz einher. Zur Befriedigung
dieses Bedürfnisses wird ein enormer technischer Aufwand betrieben, um den Verkehrsplanern
Verfahren und Systeme zur Verkehrssteuerung bereitzustellen, die die Umsetzung von
Verkehrsstrategien ermöglichen. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eines Straßennetzes
umfassen Verkehrsmanagementzentralen hochleistungsfähige Rechner, auf welchen intelligente
Verfahren zur Verkehrssteuerung ablaufen. Diese Verfahren verarbeiten in der Regel
straßenseitig erfasste Verkehrsdaten und schalten automatisch Verkehrsbeeinflussungselemente,
über die auf die Verkehrsteilnehmer eingewirkt wird. Typische Beispiele für solche
Verkehrsbeeinflussungselemente sind Lichtsignalanlagen und Parkleitsysteme zur Regelung
des innerstädtischen Verkehrs, aber auch Wechselverkehrszeichen von Autobahnleit-
und Tunnelsystemen zum Leiten des Fernverkehrs. Trotz des Einsatzes derartiger Elemente
zur Verkehrsbeeinflussung bleiben Verkehrsbehinderungen nicht aus, da dem öffentlichen
Interesse eines reibungslosen Verkehrsablaufs auf dem vorhandenen Straßennetz eine
Vielzahl von Individualinteressen der Verkehrsteilnehmer, zu einer beliebigen Zeit
auf kürzestem Wege oder schnellstmöglich von einem beliebigen Ausgangsort zu einem
beliebigen Zielort zu gelangen, entgegenstehen.
[0003] Dieses Individualinteresse wird unterstützt durch Verfahren und Systeme zur Zielführung
eines Fahrzeugs, bei welchen mindestens eine Fahrtroute, die von einer Startposition
zu einer vorgegebenen Zielposition führt, unter Berücksichtigung aktueller und/oder
prognostizierter Verkehrsdaten ermittelt wird. Das Fahrzeug wird dabei durch eine
mitgeführte Zielführungseinrichtung anhand einer mitgeführten digitalisierten Straßenkarte
entlang einer der Fahrtrouten zur Zielposition geführt.
[0004] Ein derartiges Verfahren und System zur Zielführung eines Fahrzeugs ist in der DE
195 19 066 Al offenbart, wobei aus dem Fahrzeug Planungsdaten, die mindestens die
Startposition und die Zielposition umfassen, an einen externen Verkehrsrechner übertragen
werden und der Verkehrsrechner unter vorgebbaren Randbedingungen und unter Berücksichtigung
der aktuellen und/oder prognostizierten Verkehrsdaten Fahrroutendaten mindestens einer
Fahrtroute ermittelt und an die Zielführungseinrichtung des Fahrzeugs überträgt. Dabei
sind die an den externen Verkehrsrechner übertragenen Planungsdaten vorzugsweise die
aktuelle geographische Position und die Zielposition des Fahrzeugs und/oder bereits
im Fahrzeug ermittelte Fahrtrouten, aus denen der Verkehrsrechner mindestens eine
günstige Fahrtroute beispielsweise mit Hilfe eines Rechenalgorithmus ermittelt. Hierdurch
wird erreicht, dass die sehr großen Datenmengen, nämlich die aktuellen und/oder prognostizierten
Verkehrsdaten des entsprechenden Verkehrsraums, nicht an das Fahrzeug übertragen und
als Grundlage für eine optimale Routenplanung zwischengespeichert werden müssen. Um
auf eine veränderte Verkehrssituation, z.B. durch einen Unfall, schnell und wirksam
reagieren zu können, überträgt der Verkehrsrechner bei Eintritt bestimmter Bedingungen,
z.B. eines Staus auf einem Streckenabschnitt der Fahrtroute, sofort mindestens eine
aktualisierte Fahrtroute zusätzlich an das Fahrzeug. Indem die Anzahl der aus den
Fahrtroutendaten vom Verkehrsrechner zu ermittelnden alternativen Fahrtrouten vom
Fahrzeug vorgegeben wird, wird die Unabhängigkeit der Zielführungseinrichtung im Fahrzeug
vom Verkehrsrechner erhöht. Zur Erreichung einer störungsfreien Zielführung wird weiter
vorgeschlagen, dass der Verkehrsrechner mit einem Verkehrsleitsystem verbunden ist,
das z.B. die Fahrtrouten der zielgeführten Fahrzeuge bei der Verkehrsleitung berücksichtigt.
Insofern dienen die über individuelle Zielführungssysteme angeforderten Fahrtrouten
allenfalls als Verkehrsprognosedaten und spielen für die Verkehrsleitung nur eine
passive Rolle.
[0005] US 2002/0120390 A1 offenbart ein Verfahren zur Optimierung von Verkehrsinformationen
in einem verteilten Kommunikationssystem. Das Kommunikationssystem weist einen Kommunikationsknoten
mit Verkehrs- und Routenservern sowie mit Zugriff auf Karten- und Verkehrsdatenbanken
und entfernte Kommunikationsknoten auf, die als Fahrzeug-gebundene Navigationssysteme
ausgebildet sein können. Ein Verkehrsflussalgorithmus erfordert Navigationsroutendaten
und Verkehrsdaten zwischen einem Startort und einem Zielort als Eingabedaten. Navigationsroutendaten
sind z.B. statische digitale Straßenkarten, Streckenabschnitte und Routenabschnitte,
die bereits vorprogrammiert und kommerziell verfügbar sind. Bei den Verkehrsdaten
handelt es sich um Echtzeit.-Verkehrsdaten, Floating-Car-Daten und historische Verkehrsdaten.
Zur Optimierung schlägt nun dieses bekannte Verfahren vor, im Verkehrsflussalgorithmus
zusätzlich von Benutzern des Kommunikationssystems definierte Navigationsroutendaten
zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um unaufgefordert über eine Benutzerschnittstelle
eingegebene Navigationsrouten, die z.B. die Fahrgewohnheiten und Erfahrungen des Benutzers
widerspiegeln. Der Verkehrsflussalgorithmus gibt als Verkehrsinformation eine oder
mehrere Routenempfehlungen zwischen einem Start- und einem Zielort aus, die hinsichtlich
Reisezeit, Entfernung oder Geschwindigkeit optimiert sind, oder die bestimmte Straßenarten,
Unterführungshöhen, u. dgl. vermeiden. Durch den kontinuierlichen Empfang von neuen,
benutzerdefinierten Navigationsrouten lernt das Kommunikationssystem fortwährend hinzu,
um optimierte Routenempfehlungen abgeben zu können. Dabei werden die Gewichtungsfaktoren
der Streckenabschnitte ständig neu eingestellt, die der Berechnung optimierter Routen
zwischen je zwei Orten zugrunde liegen.
[0006] Aus der internationalen Veröffentlichung WO 01/22035 Al ist ein Verkehrsleit- und
-steuerungssystem für Straßennetze in dicht bevölkerten oder verkehrsstarken Gebieten
bekannt. Das Straßennetz wird hierzu auf ein Datennetz abgebildet, in welchem sich
ein das Straßennetz benutzendes Fahrzeug über Identifikationsmittel anmeldet. Ein
Fahrzeug umfasst Übertragungsmittel zur Kommunikation mit einer Verkehrsinformationszentrale.
Jedes Fahrzeug überträgt seinen gewünschten Zielort und regelmäßig seine Position
und Geschwindigkeit an die Zentrale. Aufgrund der übertragenen Informationen wird
von der Zentrale aus der gesamte Verkehr im Straßennetz gesteuert, wobei die jeweils
besten Routenempfehlungen an die Fahrzeuge übertragen werden. Indem in der Zentrale
Informationen über Verkehrslageänderungen oder Unfälle vorhanden sind, können aktualisierte
Routenempfehlungen an die Fahrzeuge abgegeben werden, wodurch ein dynamisches Verkehrsleitsystem
bereitgestellt wird; dies gilt auch für eine gezielte Verkehrsberuhigung, etwa für
eine bestimmte Zeit oder in einer bestimmten Zone, wie etwa um eine Schule herum.
[0007] Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verkehrssteuerung
in einem Straßennetz sowie ein System zur Durchführung des Verfahrens anzugeben, womit
eine zentral vorgegebene Verkehrsstrategie trotz individueller Zielführungssysteme
effektiv umgesetzt werden kann, insbesondere den Verkehr möglichst gleichmäßig über
das Straßennetz zu verteilen.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein eingangs genanntes Verfahren mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 sowie durch ein eingangs genanntes
System mit den kennzeichnenden Merkmalen nach Patentanspruch 6. Indem als Verkehrsbeeinflussungselemente
in Fahrzeugen von Verkehrsteilnehmern mitgeführte Zielführungssysteme eingesetzt werden,
wobei Verkehrsteilnehmer für wählbare Paare von Start- und Zielpunkten vom Zielführungssystem
diese verbindende Routen des Straßennetzes anfordern, wobei unter vom Verkehrsteilnehmer
wählbaren Nebenbedingungen Routen ermittelt werden, und wobei dem anfordernden Verkehrsteilnehmer
ermittelte Routen vom Zielführungssystem als Routenempfehlung wiedergegeben werden,
kann eine vorgegebene Verkehrsstrategie durch ein zusätzliches verkehrsbeeinflussungselement
wirkungsvoller umgesetzt werden. Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, individuelle
Zielführungssysteme, die bislang zur Unterstützung von individuellen Verkehrsteilnehmerwünschen
eingesetzt werden, durch Verbindung mit Verkehrsmanagementzentralen aktiv zur Verwirklichung
von Verkehrssteuerungsaufgaben in einem Straßennetz einzusetzen. Durch die zunehmende
Verbreitung von Navigations- bzw. Zielführungssystemen stehen den Verkehrsmanagementzentralen
über eingegangene Routenanforderungen zunächst passiv wichtige Informationen über
eine wahrscheinliche Belastungsverteilung des Straßennetzes zur Verfügung; für die
vorliegende Erfindung wesentlich ist jedoch die Möglichkeit, aktiv über gezielte Routenempfehlungen
die Verkehrsströme im Straßennetz zu steuern. Dabei werden bei Ermittlung mehrerer,
hinsichtlich der Nebenbedingungen vergleichbarer Routen zu einem gewählten Paar von
Start- und Zielpunkten diesen Routen ein auf die Verkehrsstrategie abgestimmtes Aufteilungsverhältnis
zugeordnet und den anfordernden Verkehrsteilnehmern Routenempfehlungen gemäß diesem
Aufteilungsverhältnis wiedergegeben. Hierdurch kann seitens einer Verkehrsmanagementzentrale
auf eine Route anfragende Verkehrsteilnehmer dahingehend eingewirkt werden, dass bei
einer vorgegebenen Anzahl etwa gleichgünstiger Routen Empfehlungen nach einem bestimmten
Aufteilungsverhältnis gegeben werden. Das Aufteilungsverhältnis wird zentral auf der
Grundlage des auf diesen Routen üblichen Verkehrsaufkommens, gegebenenfalls zusätzlich
basierend auf aktuellen Verkehrsinformationen wie Baustellen oder Unfälle, ermittelt.
Die Route mit dem aktuell geringsten Verkehrsaufkommen wird demnach über das Zielführungssystem
am häufigsten empfohlen. Tendenziell wird hierdurch wenigstens der Verkehrsstrom aus
Zielführungssysteme mitführenden Fahrzeugen entsprechend dem aktuellen Verkehrsaufkommen
oder anderer umzusetzender Verkehrsstrategien auf die etwa gleichgünstigen, d.h. beispielsweise
etwa gleich langen, Verbindungsrouten aufgeteilt, was zu einer gleichmäßigeren Belastung
des Straßennetzes führt.
[0009] In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei
einer gegebenen Anzahl konkurrierender Routen mit vorgegebenem normierten Aufteilungsverhältnis
zunächst eine Zufallszahl zwischen 0 und 1 generiert und anschließend eine Entscheidung
für eine konkrete Routenempfehlung nach der Formel

getroffen. Dabei bedeuten:
n Anzahl konkurrierender Routen,
z Zufallszahl zwischen 0 und 1,
p
1:p
2:...:p
n Aufteilungsverhältnis zwischen den Routen,
p
i Aufteilungsanteil der i-ten Route, i=1,...,n,

Normierungsbedingung,
e(z) Entscheidung für konkrete Route.
[0010] Durch diese Entscheidungsformel wird erreicht, dass diejenige Route mit dem geringsten
Aufteilungsanteil am wenigsten häufig empfohlen wird. Mit steigendem Aufteilungsanteil
der konkurrierenden Routen steigt auch deren Wahrscheinlichkeit, für eine konkrete
Routenempfehlung ausgewählt zu werden. Mit Hilfe dieses formalen Zusammenhangs lässt
sich die Routenempfehlung leicht automatisieren, sofern den einzelnen konkurrierenden
Routen entsprechend der Verkehrsstrategie ein normiertes Aufteilungsverhältnis zugeordnet
wird.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die
Ermittlung von Routen in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden Verkehrszentrale
des Straßennetzes, zu der Routenanforderungen von Verkehrsteilnehmern übermittelt,
in der gegebenenfalls Aufteilungsverhältnisse für konkurrierende Routen vorgegeben
und von der aus an anfordernde Verkehrsteilnehmer Routenempfehlungen übermittelt werden.
Dabei handelt es sich um ein zentralenseitig gestütztes Routing, wobei den Fahrzeugen
Wegepunktketten als Routenempfehlungen übermittelt werden können.
[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Ermittlung
der Routen in mit Zielführungssystemen ausgestatteten Fahrzeugen anfordernder Verkehrsteilnehmer,
wobei in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden Verkehrszentrale des
Straßennetzes Aufteilungsverhältnisse für gegebenenfalls konkurrierende Routen vorgegeben
und an die Zielführungssysteme für eine Routenempfehlung übermittelt werden. Bei diesem
fahrzeuggestützten Routing können zentralenseitige Zusatzinformationen ausgenutzt
werden, wobei entsprechende Routenaufteilungsverhältnisse in beliebiger praktikabler
Form an die Fahrzeuge von einer Verkehrszentrale übermittelt werden, beispielsweise
für nur einen kleinen Teil des Straßennetzes.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt
die Ermittlung von Routen in mit Zielführungssystemen ausgestatteten Fahrzeugen anfordernder
Verkehrsteilnehmer, wobei in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden Verkehrszentrale
des Straßennetzes Verkehrsinformationen über Routen des Straßennetzes gesammelt und
aufbereitet und an die Zielführungssysteme eine Routenempfehlung übermittelt werden.
Hierbei handelt es sich um ein rein fahrzeuggestütztes Routing ohne Zentralinformationen,
d.h. ohne Vorgabe von Routenverteilungen, aber evtl. sonstigen dynamischen Verkehrsinformationen.
Eine pauschale Verteilung auf vergleichbare alternative Routen könnte aber immer noch
dafür sorgen, dass der Verkehr gleichmäßiger im Straßennetz verteilt würde.
[0014] Insgesamt werden durch die Erfindung individuelle Zielführungssysteme befähigt, Fahrzeuge
so über verschiedene alternative - d.h. etwa gleich günstige - Routen zu schicken,
dass im statistischen Mittel vorgegebene Aufteilungsverhältnisse eingehalten werden.
Der Verkehr wird somit gleichmäßiger über das Straßennetz verteilt, da zentrale Verkehrsleitsysteme
eine erweiterte Möglichkeit haben, um individuelle Zielführungssysteme als Instrument
der Verkehrsbeeinflussung einzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, durch besonders häufige,
gleichzeitige Empfehlungen derselben Route gerade eine Überlastung dieser vordem günstigen
Route zu verursachen, sinkt. Des weiteren wird die Gefahr von Überlastungsoszillationen
innerhalb des Straßennetzes gemindert. Damit ist die abwechselnde Überlastung von
zwei alternativen Routen des gleichen Quelle-Ziel-Paars gemeint. Solche Effekte sind
speziell bei dynamischen Zielführungssystemen zu erwarten.
[0015] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung liegt in der Einführung eines Multipath-Routings
für individuelle Zielführungssysteme im Straßenverkehr sowohl zur Steigerung der Leistungsfähigkeit
des Straßennetzes als auch, um individuelle Zielführungssysteme als Mittel der Verkehrsbeeinflussung
einsetzen zu können. Es wird ein Verfahren konstruiert, das die automatische Aufteilung
entsprechend ausgerüsteter Fahrzeuge nach vorgegebenen Routenverteilungen bewirkt.
1. Verfahren zur Verkehrssteuerung in einem Straßennetz, bei welchem auf Verkehrsteilnehmer
durch Verkehrsbeeinflussungselemente eingewirkt wird, um eine vorgegebene Verkehrsstrategie
umzusetzen, wobei als Verkehrsbeeinflussungselemente in Fahrzeugen von Verkehrsteilnehmern
mitgeführte Zielführungssysteme eingesetzt werden, wobei Verkehrsteilnehmer für wählbare
Paare von Start- und Zielpunkten vom Zielführungssystem diese verbindende Routen des
Straßennetzes anfordern, wobei unter vom Verkehrsteilnehmer wählbaren Nebenbedingungen
Routen ermittelt werden, und wobei dem anfordernden Verkehrsteilnehmer ermittelte
Routen vom Zielführungssystem als Routenempfehlung wiedergegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Ermittlung mehrerer, hinsichtlich der Nebenbedingungen vergleichbarer Routen
zu einem gewählten Paar von Start- und Zielpunkten diesen Routen ein auf die Verkehrsstrategie
abgestimmtes Aufteilungsverhältnis zugeordnet wird und dass den anfordernden Verkehrsteilnehmern
Routenempfehlungen gemäß diesem Aufteilungsverhältnis wiedergegeben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass bei einer gegebenen Anzahl (n) konkurrierender Routen mit vorgegebenem normierten
Aufteilungsverhältnis zunächst eine Zufallszahl (z) zwischen 0 und 1 generiert wird,
und anschließend eine Entscheidung (e(z)) für eine konkrete Routenempfehlung nach
der Formel

getroffen wird, wobei die Formelzeichen folgende Bedeutung haben:
n Anzahl konkurrierender Routen,
z Zufallszahl zwischen 0 und 1,
p1:p2:...:pn Aufteilungsverhältnis zwischen den Routen,
pi Aufteilungsanteil der i-ten Route, i=1,...,n,

Normierungsbedingung
e(z) Entscheidung für eine konkrete Route.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung von Routen in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden
Verkehrszentrale des Straßennetzes erfolgt, zu der Routenanforderungen von Verkehrsteilnehmern
übermittelt, in der Aufteilungsverhältnisse für konkurrierende Routen vorgegeben und
von der aus an anfordernde Verkehrsteilnehmer Routenempfehlungen übermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung von Routen in mit Zielführungssystemen ausgestatteten Fahrzeugen anfordernder
Verkehrsteilnehmer erfolgt, wobei in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden
Verkehrszentrale des Straßennetzes Aufteilungsverhältnisse für konkurrierende Routen
vorgegeben und an die Zielführungssysteme für eine Routenempfehlung übermittelt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung von Routen in mit Zielführungssystemen ausgestatteten Fahrzeugen anfordernder
Verkehrsteilnehmer erfolgt, wobei in einer mit den Zielführungssystemen kommunizierenden
Verkehrszentrale des Straßennetzes Verkehrsinformationen über Routen des Straßennetzes
gesammelt und aufbereitet werden und an die Zielführungssysteme für eine Routenempfehlung
übermittelt werden.
6. System zur Verkehrssteuerung in einem Straßennetz mit Verkehrsbeeinflussungselementen
zur Einwirkung auf Verkehrsteilnehmer, um eine vorgegebene Verkehrsstrategie umzusetzen,
wobei als Verkehrsbeeinflussungselemente in Fahrzeugen von Verkehrsteilnehmern mitgeführte
Zielführungssysteme angeordnet sind, mittels der für wählbare Paare von Start- und
Zielpunkten diese verbindende Routen des Straßennetzes anforderbar sind, mittels der
Routen unter vom Verkehrsteilnehmer wählbaren Nebenbedingungen ermittelbar sind, und
mittels der dem anfordernden Verkehrsteilnehmer ermittelte Routen als Routenempfehlung
wiedergebbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Ermittlung mehrerer, hinsichtlich der Nebenbedingungen vergleichbarer Routen
zu einem gewählten Paar von Start- und Zielpunkten diesen Routen ein auf die Verkehrsstrategie
abgestimmtes Aufteilungsverhältnis zuordenbar ist, und dass den anfordernden Verkehrsteilnehmern
Routenempfehlungen gemäß diesem Aufteilungsverhältnis wiedergebbar sind.
1. Method for controlling traffic in a road network, in which road users are affected
by traffic control elements in order to implement a predefined traffic strategy, wherein
routing systems which are carried along in vehicles of road users as traffic control
elements are used, wherein, for selectable pairs of starting points and destination
points, road users request, from the routing system, road network routes which connect
said starting points and destination points, wherein routes are determined under secondary
conditions which can be selected by the road user, and wherein determined routes are
passed on to the requesting road user by the routing system the route recommendation,
characterized in that when a plurality of routes which are comparable in terms of the secondary conditions
are determined to form a selected pair of starting points and destination points a
distribution ratio which is matched to the traffic strategy is assigned to these routes,
and in that route recommendations are presented to the requesting road users in accordance with
this distribution ratio.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that for a given number (n) of competing routes with predefined standardized distribution
ratio at first a random number (z) between 0 and 1 is generated, and then a decision
(e(z)) for a specific route recommendation is made according to the formula

wherein the formula characters have the following meaning:
n number of competing routes,
z random number between 0 and 1,
p1:p2:...:pn distribution ratio between the routes,
pi distribution component of the i-th route, i=1, ..., n,

standardization condition
e(z) decision on a specific route.
3. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that routes are determined in a traffic control centre with a road network which communicates
with the routing systems and to which route requests from road users are transferred
and in which distribution ratios for competing routes are predefined and from which
route recommendations are transferred to requesting road users.
4. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that routes are determined in requesting road users' vehicles which are equipped with
routing systems, wherein distribution ratios for competing routes are predefined in
a road network traffic control centre which communicates with the routing systems,
and said routes are transferred to the routing systems for a route recommendation.
5. Method according to Claim 1 or 2,
characterized in that routes are determined in requesting road users' vehicles which are equipped with
routing systems, wherein traffic information about routes of the road network is collected
and conditioned in a road network traffic control centre which communicates with the
routing systems, and said traffic information is transferred to the routing systems
for a route recommendation.
6. System for controlling traffic in a road network having traffic control elements for
acting on road users, in order to implement a predefined traffic strategy, wherein
routing systems which are carried along in vehicles of road users as traffic control
elements are used, wherein, for selectable pairs of starting points and destination
points, road users request, from the routing system, road network routes which connect
said starting points and destination points, wherein routes are determined under secondary
conditions which can be selected by the road user, and wherein determined routes are
passed on to the requesting road user by the routing system the route recommendation,
characterized in that when a plurality of routes which are comparable in terms of the secondary conditions
are determined to form a selected pair of starting points and destination points a
distribution ratio which is matched to the traffic strategy can be assigned to these
routes, and in that route recommendations can be presented to the requesting road users in accordance
with this distribution ratio.
1. Procédé de gestion de circulation dans un réseau routier, dans lequel on agit sur
des usagers de la route au moyen d'éléments de commande de la circulation pour mettre
en place une stratégie de circulation prescrite, des systèmes de guidage embarqués
dans des véhicules d'usagers de la route étant utilisés comme éléments de commande
de la circulation, des usagers de la route demandant au système de guidage, pour des
couples sélectionnables de points de départ et d'arrivée, des itinéraires qui relient
ces points dans le réseau routier, des itinéraires étant déterminés conformément à
des conditions secondaires sélectionnables par l'usager de la route et des itinéraires
déterminés étant fournis par le système de guidage comme recommandation d'itinéraire
à l'usager de la route demandeur,
caractérisé par le fait que, lors de la détermination de plusieurs itinéraires comparables quant aux conditions
secondaires pour un couple sélectionné de points de départ et d'arrivée, on associe
à ces itinéraires un taux de répartition adapté à la stratégie de circulation et on
transmet aux usagers de la route demandeurs des recommandations d'itinéraires conformément
à ce taux de répartition.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé par le fait que, pour un nombre donné (n) d'itinéraires concurrents avec un taux de répartition normé
prédéterminé, on produit d'abord un nombre aléatoire (z) entre 0 et 1 et on prend
ensuite une décision (e (z)) quant à une recommandation d'itinéraire concrète selon
la formule :

avec :
n nombre d'itinéraires concurrents,
z nombre aléatoire compris entre 0 et 1,
p1 : p2 : ... : pn taux de répartition entre les itinéraires,
pi taux de répartition du i-ème itinéraire, i = 1, ..., n,

condition de normalisation,
e (z) décision quant à l'itinéraire concret.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que la détermination d'itinéraires s'effectue dans un central de gestion de circulation
du réseau routier qui communique avec les systèmes de guidage, auquel des demandes
d'itinéraires sont transmises par des usagers de la route, dans lequel des taux de
répartition sont prédéterminés pour des itinéraires concurrents et par lequel des
recommandations d'itinéraires sont transmises aux usagers de la route demandeurs.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que la détermination d'itinéraires s'effectue dans des véhicules, équipés de systèmes
de guidage, d'usagers de la route demandeurs, des taux de répartition pour des itinéraires
concurrents étant prédéterminés dans un central de gestion de circulation, communiquant
avec les systèmes de guidage, du réseau routier et étant transmis aux systèmes de
guidage pour une recommandation d'itinéraire.
5. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que la détermination d'itinéraires s'effectue dans des véhicules, équipés de systèmes
de guidage, d'usagers de la route demandeurs, des informations de circulation sur
des itinéraires du réseau routier étant collectées et préparées dans un central de
gestion de circulation, communiquant avec les systèmes de guidage, du réseau routier
et étant transmises aux systèmes de guidage pour une recommandation d'itinéraire.
6. Système de gestion de circulation dans un réseau routier, comportant des éléments
de commande de la circulation pour agir sur des usagers de la route afin de mettre
en place une stratégie de circulation prescrite, des systèmes de guidage embarqués
dans des véhicules d'usagers de la route étant utilisés comme éléments de commande
de la circulation, systèmes de guidage au moyen desquels, pour des couples sélectionnables
de points de départ et d'arrivée, des itinéraires qui relient ces points dans le réseau
routier peuvent être demandés, des itinéraires peuvent être déterminés conformément
à des conditions secondaires sélectionnables par l'usager de la route et des itinéraires
déterminés peuvent être fournis comme recommandation d'itinéraire à l'usager de la
route demandeur,
caractérisé par le fait que, lors de la détermination de plusieurs itinéraires comparables quant aux conditions
secondaires pour un couple sélectionné de points de départ et d'arrivée, on associe
à ces itinéraires un taux de répartition adapté à la stratégie de circulation et on
transmet aux usagers de la route demandeurs des recommandations d'itinéraires conformément
à ce taux de répartition.