[0001] Die Erfindung betrifft einen Hausapothekenschrank.
[0002] Derartige Schränke werden üblicherweise in Haushalten, Unternehmen etc. zur Aufbewahrung
von Arzneimitteln, Verbandsmaterial u.dgl. verwendet. Bekannte Hausapothekenschränke
weisen einen Schrankkörper mit mehreren Aufbewahrungsfächern auf, der mit einer oder
zwei Türen verschließbar ist. Da zum Aufklappen der Türen ein gewisser Raumbedarf
besteht, können bekannte Hausapothekenschränke nicht in einem Küchenschrank, Badschrank
o.dgl. untergebracht werden. Dies führt dazu, dass in vielen Haushalten kein Hausapothekenschrank
vorhanden ist und die Arzneimittel beispielsweise in Schubladen aufbewahrt werden.
Die Medikamente sind somit häufig unverschlossen und für Kinder zugänglich. Verbandsmaterial
u.dgl. ist in vielen Haushalten überhaupt nicht vorhanden oder auf Grund des Fehlens
eines Hausapothekenschrankes im Notfall nicht sofort auffindbar.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Hausapothekenschrank zu schaffen, der auch in
anderen Schränken o.dgl. untergebracht werden kann.
[0004] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0005] Erfindungsgemäß ist der Schrankkörper des Hausapothekenkschrankes mit einer verschiebbaren
Verschließeinrichtung verschlossen. Das Öffnen und Schließen des Schrankkörpers erfolgt
somit durch Verschieben der Verschließeinrichtung. Es ist somit kein zusätzlicher
Raumbedarf erforderlich, um Schranktüren aufklappen zu können. Auf Grund des erfindungsgemäßen
Vorsehens einer verschiebbaren Verschließeinrichtung ist der erforderliche Raumbedarf
für den erfindungsgemäßen Hausapothekenschrank nicht größer als die Abmessungen des
Schrankkörpers selbst. Es ist somit beispielsweise möglich, den Schrankkörper an der
Innenseite einer Schranktür zu befestigen. Hierbei ist es lediglich erforderlich,
die Einlegeböden des Schrankes um die Tiefe des Hausapothekenschrankes zu verkürzen.
[0006] Bei der Verschiebeeinrichtung kann es sich beispielsweise um eine oder zwei flexible
Schiebetüren handeln, die beispielsweise in Seitenwände des Schrankkörpers geschoben
werden. Vorzugsweise handelt es sich bei der Verschließeinrichtung um ein Rollo, das
zum Öffnen nach oben oder unten geschoben wird. Vorzugsweise ist das Rollo hierbei
derart ausgestaltet, dass es in einen Aufnahmebereich des Schrankkörpers geschoben
werden kann. Dies hat den Vorteil, dass sämtliche Aufbewahrungsfächer, die in dem
Schrankkörper angeordnet sind, gleichzeitig zugänglich sind. Vorzugsweise ist eine
einzige verschiebbare Verschließeinrichtung vorgesehen, so dass der Hausapothekenschrank
mit einer Hand schnell öffenbar ist.
[0007] Vorzugsweise ist der Aufnahmebereich, in den die Verschließeinrichtung, wie das Rollo,
zum Öffnen geschoben wird, als Aufnahmefach ausgebildet. Somit ist sichergestellt,
dass das Verschieben der Verschließeinrichtung nicht durch im Apothekenschrank befindliche
Gegenstände behindert oder gar unmöglich wird. Durch das Vorsehen eines Aufnahmefachs
für die Verschließeinrichtung ist ein schnelles Öffnen des Hausapothekenschrankes
sichergestellt. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Aufnahmefach um ein an der Rückseite
des Schrankes ausgebildetes Fach in Form einer doppelwandigen Rückwand, wobei zwischen
die beiden Rückwände die Verschließeinrichtung geschoben wird. Die Innenseite des
Aufnahmefachs dient somit bei als Einschubfächern ausgebildeten Aufbewahrungsfächern
als Anschlag für die Einschubfächer. Ein zusätzlicher Anschlag, der beispielsweise
sicherstellt, dass das Einschubfach nicht in den Aufnahmebereich, der zur Aufnahme
der Verschließeinrichtung dient, geschoben werden kann, ist nicht erforderlich.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht eines geschlossenen Hausapothekenschranks,
- Fig. 2
- eine schematisch Vorderansicht einer bevorzugten Ausführungsform des Hausapothekenschranks
und
- Fig. 3
- eine schematische Schnittansicht entlang der Linie III-III in Fig. 2.
[0009] Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel weist einen Schrankkörper 10
auf, der im Wesentlichen quaderförmig ist. Der Schrankkörper weist zwei einander gegenüberliegende
Seitenwände 12,14, eine Bodenwand 16 und eine dieser gegenüberliegende Decke 18 auf.
Ferner weist der Schrankkörper 10 eine Rückseite 20 (Fig. 3) auf. Zum Öffnen und Verschließen
des Schrankkörpers 10 ist als Verschließeinrichtung ein mehrere horizontal verlaufende
Lamellen 22 aufweisendes Rollo 24 vorgesehen. Das Rollo 24 weist an der untersten
Lamelle 22 einen Griff 26 auf. Diese kann ggf. mit einem Sicherheitsverschluß oder
einem Schloß versehen sein, um sicherzustellen, dass die Arzneimittel nicht für Kinder
zugänglich sind.
[0010] Das Rollo 24 kann in einem geöffneten Zustand (Fig. 3) in einen als Aufnahmefach
28 ausgebildeten Aufnahmebereich eingeschoben werden. Das Aufnahmefach ist durch eine
Zwischenwand 30, die parallel zur Rückwand 20 angeordnet ist, ausgebildet. Es ist
somit eine doppelwandige Rückwand vorgesehen, wobei zwischen den beiden Wänden 20,30
das Aufnahmefach 28 ausgebildet ist. Das Aufnahmefach 28 ist somit an einer Rückseite
des Schrankkörpers 10 ausgebildet. Zur Führung des Rollos weisen die Seitenwände 12,14
jeweils eine Nut 29 auf.
[0011] Zur Ausbildung von Aufbewahrungsfächern sind mehrere horizontal verlaufende Zwischenböden
31 sowie vertikal verlaufende Zwischenwände 32 vorgesehen. Erfindungsgemäß sind als
Aufbewahrungsfächer Schubladen 34,36,38 unterschiedlicher Größen bzw. Einschubfächer
vorgesehen. Die Tiefe der Einschubfächer (Fig. 3) ist hierbei derart ausgewählt, dass
diese vollständig innerhalb des Schrankkörpers 10 angeordnet werden können. Hierbei
dient eine Innenseite 40 der horizontalen Zwischenwand 30 als Anschlag.
[0012] Der erfindungsgemäße Hausapothekenschrank ist in drei Bereiche 42,44,46 unterteilt.
Bei dem oberen Bereich 42 handelt es sich um einen Aufnahmebereich zur Aufnahme einer
Erste-Hilfe-Packung. Hierzu ist ein mit einer in Richtung eines Pfeils 48 aufklappbaren
Klappe 50 versehener Bereich vorgesehen. Dieser erstreckt sich über die gesamte Breite
des Schrankkörpers 10 und weist eine Höhe von ca. 90 bis 100 mm auf. In diesen Erste-Hilfe-Bereich
42 kann somit eine übliche Erste-Hilfe-Packung mit den für die Erste Hilfe erforderlichen
Utensilien, wie Mullbinden, Dreieckstuch etc., untergebracht werden.
[0013] Der sich hieran anschließende Selbstmedikationsbereich 44 dient zum Unterbringen
von üblichen Medikamenten u.dgl., die häufig benötigt werden. Es handelt sich hierbei
um Medikamente wie Kopfschmerztabletten, Brandsalben, Pflaster etc. Diese können in
den Einschubfächern 36,38 untergebracht werden. Hierbei ist mindestens ein Fach 36
von der Größe her derart ausgebildet, dass eine übliche Verpackung für Tuben in dem
Einschubfach 36 untergebracht werden kann. Der Selbstmedikationsbereich umfaßt ferner
ein Standfach 52, das, auf die Breite des Schrankkörpers 10 bezogen, etwa ein Drittel
einnimmt. Hierbei handelt es sich um ein offenes Fach mit einem Rand 54, in dem Fläschchen
oder andere stehend zu lagernde Medikamente u.dgl. angeordnet werden können. Auf Grund
des Randes 54 fallen die Medikamente nicht aus dem Standfach. Die Schubladen 36,38,
bei denen es sich vorzugsweise um Schubladen aus einem durchsichtigen Material handelt,
so dass das in den Schubladen befindliche Medikament sichtbar ist, können ferner mit
einem Hinweisschild versehen werden. Bei dem Hinweisschild kann es sich um einen Aufkleber,
der beispielsweise mit dem Herstellerlogo der Kopfschmerztabletten u.dgl. versehen
ist, handeln.
[0014] Bei dem unteren Bereich 46 handelt es sich um einen Individualmedikationsbereich
mit im dargestellten Ausführungsbeispiel sechs Einschubfächern 34. In diesem Bereich
können beispielsweise täglich einzunehmende Medikamente untergebracht werden. Hierbei
ist es ebenfalls möglich, Hinweisschilder o.dgl. aufzukleben oder anzubringen.
[0015] Jeder der drei Bereiche 42,44,46 nimmt ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Höhe
des Schrankkörpers 10 ein.
[0016] Auf Grund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Hausapothekenschranks, der eine
geringe Tiefe (Fig. 3) aufweisen kann, die vorzugsweise im Bereich von 80 bis 120
mm liegt, ist es möglich, den Hausapothekenschrank beispielsweise an der Innenseite
eines Küchenschrankes anzuordnen. Durch das aufschiebbare Rollo 24 ist ein sehr geringer
Raumbedarf erforderlich und gleichzeitig sind sämtliche Aufbewahrungsfächer 34,36,38,50
schnell und einfach zugänglich.
1. Hausapothekenschrank, mit
einem Schrankkörper (10),
mehreren Aufbewahrungsfächern (34,36,38,50) und
einer Verschließeinrichtung (24) zum Verschließen des Schrankkörpers (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verschließeinrichtung (24) zum Öffnen/Schließen des Schrankkörpers (10) verschiebbar
ist.
2. Hausapothekenschrank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinrichtung (24) in einen Aufnahmebereich (28) verschiebbar ist, so
dass sämtliche Aufbewahrungsfächer (34,36,38,50) gleichzeitig zugänglich sind.
3. Hausapothekenschrank nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Aufnahmebereich als Aufnahmefach (28,52) ausgebildet ist.
4. Hausapothekenschrank nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmefach (28,52) an einer Rückseite (20) des Schrankkörpers (10) ausgebildet
ist.
5. Hausapothekenschrank nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenseite (40) des Aufnahmefachs (28) als Anschlag für als Einschubfächer (34,36,38,50)
ausgebildete Aufbewahrungsfächer dient.
6. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinrichtung (24) zum Öffnen/Schließen in vertikaler Richtung verschiebbar
ist.
7. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aufbewahrungsfach (50) die Breite des Schrankkörpers (10) aufweist und die Größe
zur Aufnahme eines Erste-Hilfe-Pakets geeignet ist.
8. Hausapothekenschrank nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Erste-Hilfe-Fach (50) ein Klappfach ist.
9. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufnahmefächer einen Selbstmedikationsbereich (44) bilden.
10. Hausapothekenschrank nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Selbstmedikationsbereich (44) mehrere mit Hinweisschildern versehbare Schubfächer
aufweist.
11. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Aufbewahrungsfach (52) als Standfach mit Rand (54) für stehend aufzubewahrende
Arzneimittel ausgebildet ist.
12. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufbewahrungsfächer (34) einen Individualmedikationsbereich (46) bilden.