(19)
(11) EP 1 468 630 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.10.2004  Patentblatt  2004/43

(21) Anmeldenummer: 03008693.8

(22) Anmeldetag:  16.04.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A47B 67/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(71) Anmelder: Hennig, Jörg
51467 Bergisch Gladbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfindernennung liegt noch nicht vor
     ()

(74) Vertreter: von Kirschbaum, Alexander, Dipl.-Ing. et al
Postfach 10 22 41
50462 Köln
50462 Köln (DE)

   


(54) Hausapothekenschrank


(57) Ein Hausapothekenschrank weist einen Schrankkörper (10) mit mehreren Aufbewahrungsfächern (34,36,38,50,52) auf. Zum Verschließen des Hausapothekenschranks ist eine verschiebbare Verschließeinrichtung (24) vorgesehen. Dies ist erheblich platzsparender als beispielsweise Türen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Hausapothekenschrank.

[0002] Derartige Schränke werden üblicherweise in Haushalten, Unternehmen etc. zur Aufbewahrung von Arzneimitteln, Verbandsmaterial u.dgl. verwendet. Bekannte Hausapothekenschränke weisen einen Schrankkörper mit mehreren Aufbewahrungsfächern auf, der mit einer oder zwei Türen verschließbar ist. Da zum Aufklappen der Türen ein gewisser Raumbedarf besteht, können bekannte Hausapothekenschränke nicht in einem Küchenschrank, Badschrank o.dgl. untergebracht werden. Dies führt dazu, dass in vielen Haushalten kein Hausapothekenschrank vorhanden ist und die Arzneimittel beispielsweise in Schubladen aufbewahrt werden. Die Medikamente sind somit häufig unverschlossen und für Kinder zugänglich. Verbandsmaterial u.dgl. ist in vielen Haushalten überhaupt nicht vorhanden oder auf Grund des Fehlens eines Hausapothekenschrankes im Notfall nicht sofort auffindbar.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Hausapothekenschrank zu schaffen, der auch in anderen Schränken o.dgl. untergebracht werden kann.

[0004] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.

[0005] Erfindungsgemäß ist der Schrankkörper des Hausapothekenkschrankes mit einer verschiebbaren Verschließeinrichtung verschlossen. Das Öffnen und Schließen des Schrankkörpers erfolgt somit durch Verschieben der Verschließeinrichtung. Es ist somit kein zusätzlicher Raumbedarf erforderlich, um Schranktüren aufklappen zu können. Auf Grund des erfindungsgemäßen Vorsehens einer verschiebbaren Verschließeinrichtung ist der erforderliche Raumbedarf für den erfindungsgemäßen Hausapothekenschrank nicht größer als die Abmessungen des Schrankkörpers selbst. Es ist somit beispielsweise möglich, den Schrankkörper an der Innenseite einer Schranktür zu befestigen. Hierbei ist es lediglich erforderlich, die Einlegeböden des Schrankes um die Tiefe des Hausapothekenschrankes zu verkürzen.

[0006] Bei der Verschiebeeinrichtung kann es sich beispielsweise um eine oder zwei flexible Schiebetüren handeln, die beispielsweise in Seitenwände des Schrankkörpers geschoben werden. Vorzugsweise handelt es sich bei der Verschließeinrichtung um ein Rollo, das zum Öffnen nach oben oder unten geschoben wird. Vorzugsweise ist das Rollo hierbei derart ausgestaltet, dass es in einen Aufnahmebereich des Schrankkörpers geschoben werden kann. Dies hat den Vorteil, dass sämtliche Aufbewahrungsfächer, die in dem Schrankkörper angeordnet sind, gleichzeitig zugänglich sind. Vorzugsweise ist eine einzige verschiebbare Verschließeinrichtung vorgesehen, so dass der Hausapothekenschrank mit einer Hand schnell öffenbar ist.

[0007] Vorzugsweise ist der Aufnahmebereich, in den die Verschließeinrichtung, wie das Rollo, zum Öffnen geschoben wird, als Aufnahmefach ausgebildet. Somit ist sichergestellt, dass das Verschieben der Verschließeinrichtung nicht durch im Apothekenschrank befindliche Gegenstände behindert oder gar unmöglich wird. Durch das Vorsehen eines Aufnahmefachs für die Verschließeinrichtung ist ein schnelles Öffnen des Hausapothekenschrankes sichergestellt. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Aufnahmefach um ein an der Rückseite des Schrankes ausgebildetes Fach in Form einer doppelwandigen Rückwand, wobei zwischen die beiden Rückwände die Verschließeinrichtung geschoben wird. Die Innenseite des Aufnahmefachs dient somit bei als Einschubfächern ausgebildeten Aufbewahrungsfächern als Anschlag für die Einschubfächer. Ein zusätzlicher Anschlag, der beispielsweise sicherstellt, dass das Einschubfach nicht in den Aufnahmebereich, der zur Aufnahme der Verschließeinrichtung dient, geschoben werden kann, ist nicht erforderlich.

[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine schematische perspektivische Ansicht eines geschlossenen Hausapothekenschranks,
Fig. 2
eine schematisch Vorderansicht einer bevorzugten Ausführungsform des Hausapothekenschranks und
Fig. 3
eine schematische Schnittansicht entlang der Linie III-III in Fig. 2.


[0009] Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel weist einen Schrankkörper 10 auf, der im Wesentlichen quaderförmig ist. Der Schrankkörper weist zwei einander gegenüberliegende Seitenwände 12,14, eine Bodenwand 16 und eine dieser gegenüberliegende Decke 18 auf. Ferner weist der Schrankkörper 10 eine Rückseite 20 (Fig. 3) auf. Zum Öffnen und Verschließen des Schrankkörpers 10 ist als Verschließeinrichtung ein mehrere horizontal verlaufende Lamellen 22 aufweisendes Rollo 24 vorgesehen. Das Rollo 24 weist an der untersten Lamelle 22 einen Griff 26 auf. Diese kann ggf. mit einem Sicherheitsverschluß oder einem Schloß versehen sein, um sicherzustellen, dass die Arzneimittel nicht für Kinder zugänglich sind.

[0010] Das Rollo 24 kann in einem geöffneten Zustand (Fig. 3) in einen als Aufnahmefach 28 ausgebildeten Aufnahmebereich eingeschoben werden. Das Aufnahmefach ist durch eine Zwischenwand 30, die parallel zur Rückwand 20 angeordnet ist, ausgebildet. Es ist somit eine doppelwandige Rückwand vorgesehen, wobei zwischen den beiden Wänden 20,30 das Aufnahmefach 28 ausgebildet ist. Das Aufnahmefach 28 ist somit an einer Rückseite des Schrankkörpers 10 ausgebildet. Zur Führung des Rollos weisen die Seitenwände 12,14 jeweils eine Nut 29 auf.

[0011] Zur Ausbildung von Aufbewahrungsfächern sind mehrere horizontal verlaufende Zwischenböden 31 sowie vertikal verlaufende Zwischenwände 32 vorgesehen. Erfindungsgemäß sind als Aufbewahrungsfächer Schubladen 34,36,38 unterschiedlicher Größen bzw. Einschubfächer vorgesehen. Die Tiefe der Einschubfächer (Fig. 3) ist hierbei derart ausgewählt, dass diese vollständig innerhalb des Schrankkörpers 10 angeordnet werden können. Hierbei dient eine Innenseite 40 der horizontalen Zwischenwand 30 als Anschlag.

[0012] Der erfindungsgemäße Hausapothekenschrank ist in drei Bereiche 42,44,46 unterteilt. Bei dem oberen Bereich 42 handelt es sich um einen Aufnahmebereich zur Aufnahme einer Erste-Hilfe-Packung. Hierzu ist ein mit einer in Richtung eines Pfeils 48 aufklappbaren Klappe 50 versehener Bereich vorgesehen. Dieser erstreckt sich über die gesamte Breite des Schrankkörpers 10 und weist eine Höhe von ca. 90 bis 100 mm auf. In diesen Erste-Hilfe-Bereich 42 kann somit eine übliche Erste-Hilfe-Packung mit den für die Erste Hilfe erforderlichen Utensilien, wie Mullbinden, Dreieckstuch etc., untergebracht werden.

[0013] Der sich hieran anschließende Selbstmedikationsbereich 44 dient zum Unterbringen von üblichen Medikamenten u.dgl., die häufig benötigt werden. Es handelt sich hierbei um Medikamente wie Kopfschmerztabletten, Brandsalben, Pflaster etc. Diese können in den Einschubfächern 36,38 untergebracht werden. Hierbei ist mindestens ein Fach 36 von der Größe her derart ausgebildet, dass eine übliche Verpackung für Tuben in dem Einschubfach 36 untergebracht werden kann. Der Selbstmedikationsbereich umfaßt ferner ein Standfach 52, das, auf die Breite des Schrankkörpers 10 bezogen, etwa ein Drittel einnimmt. Hierbei handelt es sich um ein offenes Fach mit einem Rand 54, in dem Fläschchen oder andere stehend zu lagernde Medikamente u.dgl. angeordnet werden können. Auf Grund des Randes 54 fallen die Medikamente nicht aus dem Standfach. Die Schubladen 36,38, bei denen es sich vorzugsweise um Schubladen aus einem durchsichtigen Material handelt, so dass das in den Schubladen befindliche Medikament sichtbar ist, können ferner mit einem Hinweisschild versehen werden. Bei dem Hinweisschild kann es sich um einen Aufkleber, der beispielsweise mit dem Herstellerlogo der Kopfschmerztabletten u.dgl. versehen ist, handeln.

[0014] Bei dem unteren Bereich 46 handelt es sich um einen Individualmedikationsbereich mit im dargestellten Ausführungsbeispiel sechs Einschubfächern 34. In diesem Bereich können beispielsweise täglich einzunehmende Medikamente untergebracht werden. Hierbei ist es ebenfalls möglich, Hinweisschilder o.dgl. aufzukleben oder anzubringen.

[0015] Jeder der drei Bereiche 42,44,46 nimmt ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Höhe des Schrankkörpers 10 ein.

[0016] Auf Grund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Hausapothekenschranks, der eine geringe Tiefe (Fig. 3) aufweisen kann, die vorzugsweise im Bereich von 80 bis 120 mm liegt, ist es möglich, den Hausapothekenschrank beispielsweise an der Innenseite eines Küchenschrankes anzuordnen. Durch das aufschiebbare Rollo 24 ist ein sehr geringer Raumbedarf erforderlich und gleichzeitig sind sämtliche Aufbewahrungsfächer 34,36,38,50 schnell und einfach zugänglich.


Ansprüche

1. Hausapothekenschrank, mit
einem Schrankkörper (10),
mehreren Aufbewahrungsfächern (34,36,38,50) und
einer Verschließeinrichtung (24) zum Verschließen des Schrankkörpers (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verschließeinrichtung (24) zum Öffnen/Schließen des Schrankkörpers (10) verschiebbar ist.
 
2. Hausapothekenschrank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinrichtung (24) in einen Aufnahmebereich (28) verschiebbar ist, so dass sämtliche Aufbewahrungsfächer (34,36,38,50) gleichzeitig zugänglich sind.
 
3. Hausapothekenschrank nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Aufnahmebereich als Aufnahmefach (28,52) ausgebildet ist.
 
4. Hausapothekenschrank nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmefach (28,52) an einer Rückseite (20) des Schrankkörpers (10) ausgebildet ist.
 
5. Hausapothekenschrank nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenseite (40) des Aufnahmefachs (28) als Anschlag für als Einschubfächer (34,36,38,50) ausgebildete Aufbewahrungsfächer dient.
 
6. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschließeinrichtung (24) zum Öffnen/Schließen in vertikaler Richtung verschiebbar ist.
 
7. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aufbewahrungsfach (50) die Breite des Schrankkörpers (10) aufweist und die Größe zur Aufnahme eines Erste-Hilfe-Pakets geeignet ist.
 
8. Hausapothekenschrank nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Erste-Hilfe-Fach (50) ein Klappfach ist.
 
9. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufnahmefächer einen Selbstmedikationsbereich (44) bilden.
 
10. Hausapothekenschrank nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Selbstmedikationsbereich (44) mehrere mit Hinweisschildern versehbare Schubfächer aufweist.
 
11. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Aufbewahrungsfach (52) als Standfach mit Rand (54) für stehend aufzubewahrende Arzneimittel ausgebildet ist.
 
12. Hausapothekenschrank nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aufbewahrungsfächer (34) einen Individualmedikationsbereich (46) bilden.
 




Zeichnung













Recherchenbericht