[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mechanik für einen Stuhl mit einer Gasfeder
zur synchronen Steuerung der Neigung seines Sitzes und einer daran in einer verlagerbaren
Drehachse angelenkten Rückenlehne. Der Sitz ruht auf einem auf dem Boden aufsetzenden
Untergestell. Die Gasfeder ist einerseits in einer Drehachse am Frontbereich des Sitzes
und andererseits in einer Drehachse am Untergestell angelenkt. Die Mechanik erlaubt,
den Stuhl aus seiner
Ausgangsposition - mit im Prinzip waagerechtem Sitz und senkrechter Rückenlehne - in eine nach vorn,
negativ geneigte
Schreibposition sowie eine nach hinten geneigte
Relaxposition zu verstellen. Zur Variation der Sitzhöhe kann eine weitere, vertikal eingebaute
Gasfeder vorgesehen sein.
Stand der Technik
[0002] In der EP 0 592 369 B1 ist eine Synchronmechanik für die Verstellung eines Stuhls
von einer Vorwärtsneigung über eine Normalposition bis zu einer nach hinten geneigten
Relaxposition offenbart. Hierzu ist ein Paar von Schraubenfedern zwischen einer feststehenden
Sitzstütze und einem mehrfach angelenkten Sitzträger angeordnet. Diese Mechanik hat
sich über Jahre bewährt, nimmt jedoch ein grösseres Bauvolumen ein und ist relativ
aufwendig, daher montageund kostenintensiver.
Aufgabe der Erfindung
[0003] Angesichts der obigen Nachteile liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine vereinfachte
Mechanik mit adäquaten Gebrauchswerteigenschaften vorzuschlagen.
Übersicht über die Erfindung
[0004] Die Mechanik ist für einen Stuhl mit einer ersten Gasfeder zur synchronen Steuerung
der Neigung seines Sitzes und einer daran in einer verlagerbaren Drehachse angelenkten
Rückenlehne vorgesehen. Der Sitz ruht auf einem auf dem Boden aufsetzenden Untergestell.
Die erste Gasfeder ist einerseits in einer Drehachse am Frontbereich des Sitzes und
andererseits in einer Drehachse am Untergestell angelenkt. Die erste Gasfeder umgibt
ein abgedichtetes Gehäuse, das eine Gaskammer einschliesst. Innerhalb der Gaskammer
ist ein Kolben mit der davon abgehenden Kolbenstange begrenzt axial verschiebbar angeordnet.
Die Kolbenstange erstreckt sich vom Kolben weg in Austriebsrichtung, während die diametrale
Axialrichtung als Einschubrichtung definiert wird. Vor dem Kolben, in Austriebsrichtung,
ist ein Federelement angeordnet. Der Kolben steht in der
Ausgangsposition, mit im Prinzip waagerechtem Sitz und senkrechter Rückenlehne, am Federelement in
einer Nullstellung an, und bei Gewichtskonzentration auf den Frontbereich des Sitzes,
wie beim Vorbeugen eines Benutzers hervorgerufen, vergrössert sich der Abstand zwischen
den beiden die erste Gasfeder einschliessenden Drehachsen. Somit wirkt der Kolben
gegen das Federelement und kann sich über die Nullstellung hinaus, entgegengesetzt
der Einschubrichtung, nämlich weiter in Austriebsrichtung, über einen Weg bis in eine
vorgezogene Endlage bewegen. Dabei senkt sich der Frontbereich des Sitzes gegen die
Wirkung des Federelements aus der Nullstellung in eine zum Boden geneigte Negativstellung
ab. Der Bewegung des Sitzes folgt eine synchrone Verstellung der Rückenlehne mit Vorwärtsneigung;
der Stuhl verstellt sich dadurch in die
Schreibposition.
[0005] Der Kolben steht in der unarretierten Nullstellung am Federelement an, und bei Gewichtskonzentration
auf den hinteren Bereich des Sitzes, wie beim Zurücklehnen eines Benutzers hervorgerufen,
verringert sich der Abstand zwischen den beiden die erste Gasfeder einschliessenden
Drehachsen. Dadurch entfernt sich der Kolben - aus der Nullstellung heraus, in Einschubrichtung,
nämlich entgegengesetzt der Austriebsrichtung - vom Federelement und kann sich über
einen Weg bis in eine eingeschobene Endlage bewegen. Dabei hebt sich der Frontbereich
des Sitzes gegen die Austriebstendenz der ersten Gasfeder aus der Nullstellung in
eine zum Boden aufgerichtete Stellung an. Der Bewegung des Sitzes folgt eine synchrone
Verstellung der Rückenlehne mit Neigung nach hinten; der Stuhl verstellt sich dadurch
in die
Relaxposition.
[0006] Die nachfolgenden Merkmale beziehen sich auf spezielle Ausführungen der Erfindung:
Die eine Drehachse befindet sich unterhalb des Sitzes und ist verlagerbar. Das Untergestell
wird von einem Fuss und einem Sitzträger gebildet. Zwischen dem Fuss und dem Sitzträger
kann eine zumindest im Prinzip vertikal stehende Feder, vorzugsweise eine zweite Gasfeder,
eingebaut sein, auf deren Kolbenstange der Sitzträger aufgesetzt ist. Die andere Drehachse
ist feststehend und am Sitzträger angeordnet. Axial durch die Kolbenstange der ersten
Gasfeder erstreckt sich eine von aussen betätigbare Ventilstange, auf der ein Ventilkegel
angeordnet ist, zu dem sich im Kolben ein komplementärer Ventilsitz befindet. Bei
geschlossenem Ventilkegel ist der Gasaustausch zwischen beiden Seiten des Kolbens
unterbunden. Die Kolbenstange tritt durch einen axialen Durchlass aus dem Gehäuse
der ersten Gasfeder aus. Das Federelement ist innerhalb des Gehäuses und benachbart
zum Durchlass fixiert.
[0007] Das Federelement der ersten Gasfeder besteht aus Gummi oder Kunststoff. Alternativ
ist es eine Tellerfeder oder als vorkomprimiertes Gaspolster gestaltet. Zum Beispiel
weist das Federelement im Prinzip die Gestalt eines Rohrstücks auf, welches die aus
dem Gehäuse herausgeführte Kolbenstange umgibt. Laschen sind einerseits am Sitzträger
in einer feststehenden Drehachse und andererseits am Sitz in einer verlagerbaren Drehachse
angelenkt. Die unteren Ausläufer der Rückenlehne sind in einer feststehenden Drehachse
am Sitzträger angelenkt. Zwischen dem hinteren Bereich des Sitzes und dem Sitzträger
kann vorteilhaft eine Feder, vorzugsweise eine Schraubenfeder, angeordnet sein, die
parallel zur ersten Gasfeder wirkt.
Kurzbeschreibung der beigefügten Zeichnungen
[0008] Es zeigen:
- Figur 1A -
- einen Stuhl mit der erfindungsgemässen Mechanik, in der Ausgangsposition (im Prinzip Sitzfläche waagerecht, Rückenlehne senkrecht), in Seitenansicht;
- Figur 1B -
- eine Prinzipskizze des Stuhls in der Stellung gemäss Figur 1A, mit einem darauf in
der Grundposition sitzenden Benutzer;
- Figur 1C -
- eine in der Mechanik eingesetzte Gasfeder, in der Stellung des Stuhls gemäss den Figuren
1A und 1 B, mit offenem Ventil;
- Figur 2A -
- den Stuhl in der Relaxposition (Sitzfläche und Rückenlehne nach hinten geneigt), in Seitenansicht;
- Figur 2B -
- eine Prinzipskizze des Stuhls in der Stellung gemäss Figur 2A, mit einem darauf sitzenden
Benutzer;
- Figur 2C -
- die Gasfeder in der Stellung des Stuhls gemäss den Figuren 2A und 2B, mit offenem
Ventil;
- Figur 2D -
- die Gasfeder in der Stellung des Stuhls gemäss den Figuren 2A und 2B, mit geschlossenem
Ventil;
- Figur 3A -
- den Stuhl in der Schreibposition (Sitzfläche und Rückenlehne nach vorn geneigt), in Seitenansicht;
- Figur 3B -
- eine Prinzipskizze des Stuhls in der Stellung gemäss Figur 3A, mit einem darauf sitzenden
Benutzer; und
- Figur 3C -
- die Gasfeder in der Stellung des Stuhls gemäss den Figuren 3A und 3B, mit offenem
Ventil.
Ausführungsbeispiel
[0009] Anhand der beiliegenden Zeichnungen erfolgt nachstehend die detaillierte Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels zur erfindungsgemässen Mechanik.
[0010] Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur
zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar
zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, so wird auf deren Erwähnung in vorangehenden
Figurenbeschreibungen Bezug genommen. Im Interesse der Übersichtlichkeit wird auf
die wiederholte Bezeichnung von Bauteilen in nachfolgenden Figuren zumeist verzichtet,
sofern zeichnerisch eindeutig erkennbar ist, dass es sich um "wiederkehrende" Bauteile
handelt.
Figuren 1A bis 1C
[0011] Der Stuhl - hier in der
Ausgangsposition gezeigt, mit im Prinzip waagerechtem Sitz
3 und damit verbundener, senkrecht stehender Rückenlehne
2 - besteht im wesentlichen ferner aus dem Untergestell, welches den Sitz
3 und die Rückenlehne
2 trägt. Das Untergestell bildet sich aus dem Sternenfuss
4, der sich vertikal erhebenden Mittelsäule
41 und dem Sitzträger
10. In der Mittelsäule
41 ist vertikal eine zweite Gasfeder
5 mit der nach oben ragenden Kolbenstange
50 zur Variation der Sitzhöhe eingebaut. Auf das freie konische Ende der Kolbenstange
50 ist der Sitzträger
10 aufgesetzt. Unten am Sternenfuss
4 sind Rollen
40 angebracht. Sitz
3 und Rückenlehne
2 sind üblicherweise mit einem Polster überzogen. Die Rückenlehne
3 besitzt den Sitz
3 untergreifende Arme
20, deren Ausläufer
21 in einer feststehenden Drehachse
D1 am Sitzträger
10 angelenkt sind. Von den Armen
20 gehen Klauen
22 ab, die an einer verlagerbaren Drehachse
D2 zusammen mit vom Sitz
3 abgehenden Nasen
32 angelenkt sind. Der Sitz
3 lässt sich in den Frontbereich
30 und den hinteren Bereich
31 gliedern. An der hinteren Partie des Sitzträgers
10 ist eine Federfassung
12 angeordnet, in der eine Schraubenfeder
11 eingesetzt ist, welche sich gegen den Sitz
3 abstützt.
[0012] Am vorderen Bereich des Sitzträgers
10 ist in einer feststehenden Drehachse
D4 der Lagerkopf
7 mit dem darin axial geführten Stössel
70 angelenkt. In den Lagerkopf
7 greift die Kolbenstange
63 der ersten Gasfeder
6 ein, welche anderseits in einer verlagerbaren Drehachse
D3 unter dem Sitz
3 angelenkt ist. Vom Frontbereich
30 des Sitzes erstrecken sich Klauen
13 nach unten, durch die sich die verlagerbare Drehachse
D5 erstreckt, an welcher Gelenklaschen
14 einerseits angelenkt sind. Andererseits sind die Gelenklaschen
14 in einer feststehenden Drehachse
D6 am Sitzträger
10 angelenkt. Die Stell- und Verbindungsteile bilden die Stellmechanik
1 des Stuhls. Die erste Gasfeder
6 und die Schraubenfeder
11 wirken zueinander parallel. In dieser
Ausgangsposition steht die Rückenlehne
2 in der im Prinzip senkrechten Ausrichtung
y0 und der Sitz
3 in der im Prinzip waagerechten Ausrichtung
x0. Ein im so eingestellten Stuhl sitzender Benutzer befindet sich in der im Prinzip
aufrechten
Grundposition.
[0013] Die erste Gasfeder
6 ist von einem dichten Gehäuse
60 umgeben, das eine Gaskammer
61 umschliesst. Innerhalb der Gaskammer
61 ist ein Kolben
62 mit der davon abgehenden Kolbenstange
63 begrenzt axial verschiebbar angeordnet. Die Kolbenstange
63 erstreckt sich vom Kolben
62 weg in Austriebsrichtung, während die diametrale Axialrichtung als Einschubrichtung
definiert wird. Vor dem Kolben
62, in Austriebsrichtung, ist ein Federelement
68 angeordnet. Der Kolben
62 steht in der
Ausgangsposition, mit im Prinzip waagerechtem Sitz
3 und senkrechter Rückenlehne
2, am Federelement
68 in einer Nullstellung
z0 an. Dieser Position entspricht ein definierter Abstand zwischen den beiden die erste
Gasfeder
6 einschliessenden Drehachsen
D3,D4. In Figur
1A ist zwischen dem Lagerkopf
7 und dem Gehäuse
60 ein Abschnitt der Kolbenstange
63 sichtbar, d.h. die erste Gasfeder
6 ist auseinander gefahren.
[0014] Eine von aussen betätigbare Ventilstange
64 erstreckt sich axial in einer Ventilstangenbohrung
660 durch die Kolbenstange
63 der ersten Gasfeder
6, auf der ein Ventilkegel
67 angeordnet ist, zu dem sich im Kolben
62 ein komplementärer Ventilsitz
66 befindet. Bei geschlossenem Ventilkegel
67 wäre der Gasaustausch zwischen beiden Seiten des Kolbens
62 über den Überströmkanal
661 unterbunden. Die Kolbenstange
63 tritt durch einen axialen Durchlass
600 aus dem Gehäuse
60 der ersten Gasfeder
6 aus. Das Federelement
68 ist innerhalb des Gehäuses
60 und benachbart zum Durchlass
600 fixiert. Der im Lagerkopf
70 geführte Stössel
70 stellt eine Verlängerung der Ventilstange
64 dar und wirkt bei Betätigung auf diese. Zum Verbinden mit dem Lagerkopf
70 ist das freie äussere Ende der Kolbenstange
63 mit einem Anschlussbereich
65 versehen, aus dem das Ende der Ventilstange
64 herausragt. Zum Anlenken in der Drehachse
D3 besitzt die erste Gasfeder
6 eine stirnseitig am Gehäuse
60 angebrachte Aufhängung
69, hier in Gestalt einer Öse.
Figuren 2A bis 2D
[0015] In dieser Figurengruppe steht die Rückenlehne
2 in einer nach hinten geneigten Ausrichtung
y1 und der Sitz
3 in der vorn angehobenen Ausrichtung
x1. Ein im so eingestellten Stuhl sitzender Benutzer befindet sich in der nach hinten
gelehnten
Relaxposition.
[0016] Durch Gewichtskonzentration auf den hinteren Bereich
31 des Sitzes
3, wie beim Zurücklehnen eines Benutzers hervorgerufen, hat sich der Abstand zwischen
den beiden die erste Gasfeder
6 einschliessenden Drehachsen
D3,D4 verringert. Anfänglich stand der Kolben
62 in der unarretierten Nullstellung
z0 am Federelement
68 an. Nun hat sich der Kolben
62, aus der Nullstellung
z0 heraus, in Einschubrichtung, nämlich entgegengesetzt der Austriebsrichtung, vom Federelement
68 entfernt und sich über einen Weg
s1, bis in eine eingeschobene Endlage
z1 bewegt. Dabei wurde der Frontbereich
30 des Sitzes
3 gegen die Austriebstendenz der ersten Gasfeder
6 aus der Nullstellung
x0 in eine zum Boden aufgerichtete Stellung
x1 angehoben. Der Bewegung des Sitzes
3 folgte eine synchrone Verstellung der Rückenlehne
2 mit Neigung nach hinten in die
Relaxposition. Gemäss Figur 2A verblieb kein Abstand mehr zwischen dem Lagerkopf
7 und dem Gehäuse
60, d.h. die erste Gasfeder
6 ist maximal zusammen gefahren.
[0017] In jeder Stellung des Kolbens
62 könnte die Ventilstange
64 betätigt werden, um den Ventilkegel
67 in den Ventilsitz
66 zu bringen, so dass der Gasaustausch zwischen den beiden Seiten des Kolbens
62 über den Überströmkanal
661 blockiert ist (s. Figur 2D).
Figuren 3A bis 3C und Bezug auf Figur 2C
[0018] In dieser Figurengruppe 3A bis 3C steht die Rückenlehne
2 in einer nach vorn geneigten Ausrichtung
y2 und der Sitz
3 in der einer vorn abgesenkten Ausrichtung
x2. Ein im so eingestellten Stuhl sitzender Benutzer befindet sich in der nach vorn geneigten
Schreibposition.
[0019] Zunächst (s. Figur 2C) stand der Kolben
62 in der
Ausgangsposition, mit im Prinzip waagerechtem Sitz
3 und senkrechter Rückenlehne
2, am Federelement
68 in der Nullstellung
z0 an. Durch Gewichtskonzentration auf den Frontbereich
30 des Sitzes
3, wie beim Vorbeugen eines Benutzers hervorgerufen, hat sich der Abstand zwischen den
beiden die erste Gasfeder 6 einschliessenden Drehachsen
D3,D4 jetzt maximal vergrössert. Der Kolben
62 wirkt gegen das Federelement
68 und bewegte sich über die Nullstellung
z0 hinaus, entgegengesetzt der Einschubrichtung, nämlich weiter in Austriebsrichtung,
über einen Weg
s2, bis in eine vorgezogene Endlage
z2. Dabei hat sich der Frontbereich
30 des Sitzes
3 gegen die Wirkung des Federelements
68 aus der Nullstellung
x0 in eine zum Boden geneigte Negativstellung
x2 abgesenkt. Der Bewegung des Sitzes
3 folgte eine synchrone Verstellung der Rückenlehne
2 mit Vorwärtsneigung, so dass sich der Stuhl dadurch in die
Schreibposition verstellt hat. In Figur 3A ist zwischen dem Lagerkopf
7 und dem Gehäuse
60 ein längerer Abschnitt der Kolbenstange
63 sichtbar, d.h. die erste Gasfeder
6 ist maximal auseinander gefahren. Für die erste Gasfeder
6 ergibt sich damit von der Stellung in der
Relaxposition über die
Ausgangsposition bis in die Stellung der
Schreibposition ein gesamter Hub über den Weg
s =
s1 +
s2 von der eingeschobenen Endlage
z1 des Kolbens
62 über seine Nullstellung
z0 bis in die vorgezogene Endlage
z2.
1. Mechanik für einen Stuhl mit einer ersten Gasfeder (
6) zur synchronen Steuerung der Neigung seines Sitzes (
3) und einer daran in einer verlagerbaren Drehachse (
D2) angelenkten Rückenlehne (
2), wobei:
a) der Sitz (3) auf einem auf dem Boden aufsetzenden Untergestell (4,10) ruht;
b) die erste Gasfeder (6) einerseits in einer Drehachse (D3) am Frontbereich (30) des Sitzes (3) und andererseits in einer Drehachse (D4) am Untergestell (4,10) angelenkt ist;
c) die erste Gasfeder (6) ein abgedichtetes Gehäuse (60) umgibt, das eine Gaskammer (61) einschliesst;
d) innerhalb der Gaskammer (61) ein Kolben (62) mit der davon abgehenden Kolbenstange (63) begrenzt axial verschiebbar angeordnet ist; und
e) die Kolbenstange (63) sich vom Kolben (62) weg in Austriebsrichtung erstreckt, während die diametrale Axialrichtung als Einschubrichtung
definiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass
f) vor dem Kolben (62), in Austriebsrichtung, ein Federelement (68) angeordnet ist;
g) der Kolben (62) in der Ausgangsposition, mit im Prinzip waagerechtem Sitz (3) und senkrechter Rückenlehne (2), am Federelement (68) in einer Nullstellung (z0) ansteht und bei Gewichtskonzentration auf den Frontbereich (30) des Sitzes (3), wie beim Vorbeugen eines Benutzers hervorgerufen, sich der Abstand zwischen den
beiden die erste Gasfeder (6) einschliessenden Drehachsen (D3,D4) vergrössert; wodurch
h) der Kolben (62) gegen das Federelement (68) wirkt und sich über die Nullstellung (z0) hinaus, entgegengesetzt der Einschubrichtung, nämlich weiter in Austriebsrichtung,
über einen Weg (s2), bis in eine vorgezogene Endlage (z2) bewegen kann und sich dabei der Frontbereich (30) des Sitzes (3) gegen die Wirkung des Federelements (68) aus der Nullstellung (x0) in eine zum Boden geneigte Negativstellung (x2) absenkt; wobei
i) der Bewegung des Sitzes (3) eine synchrone Verstellung der Rückenlehne (2) mit Vorwärtsneigung folgt und der Stuhl sich dadurch in die Schreibposition verstellt.
2. Mechanik nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Kolben (62) in der unarretierten Nullstellung (z0) am Federelement (68) ansteht und bei Gewichtskonzentration auf den hinteren Bereich (31) des Sitzes (3), wie beim Zurücklehnen eines Benutzers hervorgerufen, sich der bAbstand zwischen
den beiden die erste Gasfeder (6) einschliessenden Drehachsen (D3,D4) verringert; wodurch
b) der Kolben (62) sich, aus der Nullstellung (z0) heraus, in Einschubrichtung, nämlich entgegengesetzt der Austriebsrichtung, vom
Federelement (68) entfernt und sich über einen Weg (s1), bis in eine eingeschobene Endlage (z1) bewegen kann und sich dabei der Frontbereich (30) des Sitzes (3) gegen die Austriebstendenz der ersten Gasfeder (6) aus der Nullstellung (x0) in eine zum Boden aufgerichtete Stellung (x1) anhebt; und
c) der Bewegung des Sitzes (3) eine synchrone Verstellung der Rückenlehne (2) mit Neigung nach hinten folgt und der Stuhl sich dadurch in die Relaxposition verstellt.
3. Mechanik nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die eine Drehachse (D3) sich unterhalb des Sitzes (3) befindet und verlagerbar ist;
b) das Untergestell (4,10) von einem Fuss (4) und einem Sitzträger (10) gebildet wird;
c) zwischen dem Fuss (4) und dem Sitzträger (10) eine zumindest im Prinzip vertikal stehende Feder (5), vorzugsweise eine zweite Gasfeder, eingebaut sein kann, auf deren Kolbenstange
(50) der Sitzträger (10) aufgesetzt ist; und
d) die andere Drehachse (D4) feststehend und am Sitzträger (10) angeordnet ist.
4. Mechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) sich axial durch die Kolbenstange (63) der ersten Gasfeder (6) eine von aussen betätigbare Ventilstange (64) erstreckt, auf der ein Ventilkegel (67) angeordnet ist, zu dem sich im Kolben (62) ein komplementärer Ventilsitz (66) befindet; und
b) bei geschlossenem Ventilkegel (67) der Gasaustausch zwischen beiden Seiten des Kolbens (62) unterbunden ist.
5. Mechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (63) durch einen axialen Durchlass (600) aus dem Gehäuse (60) der ersten Gasfeder (6) austritt und das Federelement (68) innerhalb des Gehäuses (60) und benachbart zum Durchlass (600) fixiert ist.
6. Mechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (68) der ersten Gasfeder (6) aus Gummi oder Kunststoff besteht, oder eine Tellerfeder ist, oder als vorkomprimiertes
Gaspolster gestaltet ist.
7. Mechanik nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (68) im Prinzip die Gestalt eines Rohrstücks aufweist, welches die aus dem Gehäuse (60) herausgeführte Kolbenstange (63) umgibt.
8. Mechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) Laschen (14) einerseits am Sitzträger (10) in einer feststehenden Drehachse (D6) und andererseits am Sitz (3) in einer verlagerbaren Drehachse (D5) angelenkt sind;
b) die unteren Ausläufer (21) der Rückenlehne (2) in einer feststehenden Drehachse (D1) am Sitzträger (10) angelenkt sind; und
c) zwischen dem hinteren Bereich (31) des Sitzes (3) und dem Sitzträger (10) eine Feder (11), vorzugsweise eine Schraubenfeder, angeordnet ist, die parallel zur ersten Gasfeder
(6) wirkt.