[0001] Die Erfindung betrifft ein Sprühelement für einen Sprühkopf, insbesondere zum Besprühen
der Formen von Druckgießmaschinen, mit einer Sprühdüse, die über ein Ventil mit dem
zu versprühenden Medium und mit Druckluft beaufschlagbar ist, wobei das Ventil mit
einem durch Steuerluft betätigbaren Steuerkolben versehen ist.
[0002] Ein Sprühelement dieser Art ist aus der DE 32 38 201 A1 bekannt. Dort ist die Ausgestaltung
so getroffen, dass der Steuerkolben, der federbelastet ist, unter der Federkraft mit
seinem einen Ende, an dem eine Abdichtung sitzt, gegen einen Ventilsitz gedrückt ist,
vor dem eine Verbindungsbohrung zu einem Trennmittelanschluss mündet. Wird der Kolben
daher durch Steuerluft entgegen der Federkraft bewegt, so öffnet sich der Ventilsitz
und das zu versprühende Trennmittel kann durch eine zentrale Düsenöffnung austreten,
wo es mit Hilfe von Druckluftstrahlen, die den Trennmittelstrahl einfassen, versprüht
werden kann.
[0003] Ein gewisser Nachteil solcher Sprühelemente besteht darin, dass beim Abschalten der
Trennmittelzufuhr zur Düsenöffnung, d.h. also dann, wenn die Abdichtung des Steuerkolbens
gegen ihren Sitz gedrückt wird, das im Bereich der Austrittsöffnung noch vorhandene
Trennmittel zu einem an sich unerwünschten Nachtropfen führen kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sprühelement der eingangs genannten
Art so auszubilden, dass mit verhältnismäßig einfachen Mitteln ein Nachtropfen des
zu versprühenden Mediums vermieden wird.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Sprühelement der eingangs genannten Art
vorgesehen, dass der Steuerkolben neben der Sprühdüse mit beiden Enden in zylindrischen
Abschnitten eines Gehäuses angeordnet ist, dass das erste Ende einen kleineren Durchmesser
als das zweite Ende aufweist und mit einem Dichtring in einem zylindrischen Abschnitt
vor einer mit dem zu versprühenden Medium beaufschlagten ersten Kammer geführt ist,
dass das zweite Ende in einer zweiten zylindrischen Kammer geführt ist, in die eine
Verbindungsbohrung zum Sprühventil mündet und die auf der vom ersten Ende des Steuerkolbens
abgewandten Seite einen Anschluss für Steuerluft aufweist, und dass der Abstand der
beiden Enden des Steuerkolbens so gewählt ist, dass der Dichtring in der Ausgangsstellung
abdichtend im zylindrischen Abschnitt liegt und bei Steuerluftbeaufschlagung des zweiten
Endes in die erste Kammer eintritt.
[0006] Durch diese Ausgestaltung wird daher bei Steuerluftbeaufschlagung des Steuerkolbens
die Zufuhr des zu versprühenden Mediums zur Sprühdüse freigegeben und zwar durch die
zweite zylindrische Kammer hindurch, so dass dann dieses Medium durch Druckluft versprüht
werden kann. Wird dagegen die Steuerluftbeaufschlagung unterbunden, dann wird der
Steuerkolben durch den Druck des zu versprühenden Mediums in seine Ausgangslage zurückbewegt,
in der die Zufuhr des zu versprühenden Mediums zur Sprühdüse unterbunden ist. Gleichzeitig
damit aber wird durch die Rückbewegung des zweiten Endes des Steuerkolbens in der
zweiten zylindrischen Kammer das Volumen vergrößert und so ein gewisser Unterdruck
erzeugt, der dazu führt, dass sich das in der Verbindungsbohrung zur Sprühdüse befindliche
Medium in die zylindrische Kammer zurückbewegt, also quasi zurückgesaugt wird, so
dass ein Nachtropfen sicher vermieden ist.
[0007] In Weiterbildung der Erfindung kann das Gehäuse für den Steuerkolben mit einem Ansatz
zur Aufnahme der Sprühdüse versehen sein, wobei dieser Ansatz auch einteilig Bestandteil
des Gehäuses sein kann.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können dann alle Anschlüsse für Steuerluft
zu versprühendes Medium und Druckluft auf der Seite des Gehäuses angeordnet werden,
die von der Austrittsöffnung der Sprühdüse abgewandt sind. Es wird so ein montagefreundliches
Modulbauteil erreicht, das sich in relativ einfacher Weise an entsprechende Sprühbalken
anbauen lässt, die mit Führungskanälen für die einzelnen Medien versehen sind.
[0009] Die Erfindung ist in der Zeichnung anhand eines Ausführungsbeispieles dargestellt
und wird im folgenden erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Explosionsdarstellung eines Sprühkopfes, bei dem Sprühelemente nach der Erfindung
eingesetzt sind und
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Schnittes durch ein Sprühelement der Fig. 1 in
einer Ebene, die durch die Schnittlinie II-II in Fig. 1 angezeigt ist.
[0010] In Fig. 1 ist der grundsätzliche Aufbau eines Sprühkopfes gezeigt, für den Sprühelemente
nach der Erfindung verwendbar sind. Ein im Sinn der Pfeile 2 beweglich geführter Teil
1 eines Armes ist an seiner Unterseite mit mehreren fluchtend zueinander angeordneten
Verteilerblöcken 3 versehen, die alle identisch ausgebildet und in der Bewegungsrichtung
2 untereinander angeordnet sind. Die Verteilerblöcke 3 sind dabei dicht aneinander
und dicht am Anschlußende des Armes 1 angeordnet.
[0011] Der Arm 1 kann in bekannter Weise mit einem steuerbaren Antrieb versehen sein, und
er weist in seinem Inneren die schematisch angedeuteten Durchgangskanäle 4, 5, 6 und
7 auf, die jeweils zur Zufuhr von Trennmittel, Steuerluft und Druckluft dienen, die
von außen bestimmbar ist. Diese Durchgangskanäle 4 bis 7 setzen sich in jedem Verteilerblock
3 nach unten fort, und es sind von diesen Kanälen jeweils quer abzweigende Versorgungskanäle
vorgesehen, die an den Stellen 8, 9, 10 und 11 an den Seiten der Verteilerblöcke 3
münden. Von dort aus wiederum erfolgt der Anschluss zu Sprühdüsen 12 über Anschlussplatten
13 und Flanschblöcke 14, gegebenenfalls auch unter Zwischenfügung von Distanzstücken
15. Auf diese Weise wird es möglich, stockwerkweise, d.h. jeweils in einer Horizontalebene
eines der Verteilerblöcke 3, Sprühdüsen 12 in verschiedener Weise anzuordnen, um den
Sprühblock möglichst gut an die Innenform der beweglichen Formenhälfte und der festen
Formenhälfte einer Druckgießmaschine anzupassen. Es ist bekanntlich erforderlich,
nach jedem Gießvorgang diese Formenhälften mit Trennmittel zu besprühen oder auch
mit Druckluft abzublasen.
[0012] Die Sprühdüsen 12 sind, wie Fig. 2 zeigt, in einem Ansatz 17a eines Gehäuses 17 angeordnet
und beim Ausführungsbeispiel mit einem kugelförmigen Anschlussteil versehen, das von
einem Deckel 18 gegen einen Dichtring 19 im Inneren einer Kammer 20 gedrückt wird,
die auf der zum Deckel 18 gelegenen Seite des Dichtrings 19 mit Druckluft im Sinn
des Pfeils 21 beaufschlagt wird und an ihrem Boden, auf dem auch der Dichtring 19
aufliegt, mit einem Verbindungskanal 22 in Verbindung steht, der zu einem Gehäuseteil
innerhalb des Gehäuses 17 führt, in dem ein Steuerkolben 23 geführt ist. In diesem
Teil des Gehäuses 17 ist ein erstes Ende 24 des Steuerkolbens 23 mit einem Dichtring
25 in einem zylindrischen Abschnitt 26 geführt, der eine erste Kammer 27 von einer
zweiten Kammer 28 trennt.
[0013] Die erste Kammer 27 wird im Sinn des Pfeiles 29 mit Trennmittel beaufschlagt, dessen
Druck an der Stirnfläche des ersten Endes 24 anliegt und den Steuerkolben 23 in der
dargestellten Stellung hält, in welcher er mit seinem zweiten Ende 30, das einen größeren
Durchmesser als das erste Ende 24 aufweist, an einem Anschlag der Kammer 28 rechts
anliegt. Zwischen der freien Stirnseite des zweiten kolbenartigen Endes 30 und dem
Gehäuse 17 verbleibt ein Raum 31, der über eine Bohrung 32 mit Steuerluft im Sinn
des Pfeiles 33 beaufschlagbar ist, wenn ein entsprechender Impuls zur Steuerluftzufuhr
vorliegt.
[0014] Es ist erkennbar, dass alle Anschlüsse für Druckluft (Pfeil 21) für Trennmittel (Pfeil
29) und für Steuerluft (Pfeil 33) auf der von der Austrittsöffnung 34 der Sprühdüse
12 abgewandten Seite des Gehäuses 17 an einer entsprechenden Montagefläche 35 vorgesehen
sind. Das Gehäuse 17 lässt sich so in einfacher Weise an Sprühleisten 16 anbringen,
in deren Inneren die entsprechenden Zufuhrkanäle verlaufen, die wiederum mit den Kanälen
4 bis 7 in der vorher angedeuteten Weise in Verbindung stehen.
Die Arbeitsweise des Sprühelementes nach Fig. 2 ist folgende:
[0015] In der dargestellten Lage des Steuerkolbens 23 ist die Verbindung zur Kammer 27 verschlossen.
Das Trennmittel steht daher unter Druck in dieser Kammer 27 an. Druckluft kann im
Sinn des Pfeiles 21 in die Kammer 20 eintreten und beispielsweise zu Trockenblaszwecken
aus der Öffnung 34 der Sprühdüse 12 ausströmen. Möglich ist es aber auch, dass in
diesem Zustand die Zufuhr von Druckluft von außen her unterbunden ist.
[0016] Wird Steuerluft im Sinn des Pfeils 33 in den Raum 31 gegeben, dann wird der Steuerkolben
23 aus seiner Lage nach Fig. 2 nach links verschoben, wobei der Dichtring 25 aus dem
zylindrischen Abschnitt 26 austritt und das Trennmittel unter Druck in die Kammer
28 und von dort über den Verbindungskanal 22 in den Raum innerhalb des Dichtrings
19 eintreten kann. Das Trennmittel wird daher durch die mittlere Bohrung 36 der Sprühdüse
12 zu deren Austrittsöffnung 34 geführt, wo es mit Hilfe von Druckluft, die im Sinn
des Pfeiles 21 zugeführt wird und durch Kanäle 37 außerhalb der Bohrung 36 austritt,
zerstäubt und in einem Sprühstrahl abgegeben wird.
[0017] Soll der Sprühvorgang unterbrochen werden, so wird die Steuerluft 33 abgeschaltet
und der Steuerkolben 23 bewegt sich unter dem Druck des Trennmittels in der Kammer
27 wieder in die in Fig. 2 dargestellte Lage zurück, in der zum einen die Verbindung
zwischen der Kammer 28 und 27 abgeschlossen wird und daher kein Trennmittel mehr zugeführt
werden kann, zum anderen aber auch noch ein Rücksaugeffekt auf das im Verbindungskanal
2 stehende Trennmittel ausgeübt wird.
[0018] Durch die Rückbewegung des Steuerkolbens in die in Fig. 2 dargestellte Lage wird
nämlich nach dem Eintreten des Dichtungsringes 25 in den zylindrischen Abschnitt 26
das Volumen der Kammer 28 vergrößert, so dass der Rücksaugeffekt sich auch auf die
Bohrung 36 auswirkt und sicher vermieden ist, dass das Trennmittel unerwünscht nach
dem Abschaltvorgang nachtropft und versprüht wird.
[0019] Wie bereits erwähnt, kann die Einrichtung bei abgesperrter Trennmittelzufuhr auch
zum Trockenblasen der Formen verwendet werden, wenn nämlich ausschließlich Druckluft
im Sinn des Pfeiles 21 zugeführt wird, ohne dass Trennmittel mit austritt.
1. Sprühelement für einen Sprühkopf, insbesondere zum Besprühen der Formen von Druckgießmaschinen,
mit einer Sprühdüse (12), die über ein Ventil mit dem zu versprühenden Medium und
mit Druckluft beaufschlagbar ist, wobei das Ventil mit einem durch Steuerluft betätigbaren
Steuerkolben (23) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (23) neben der Sprühdüse (12) mit beiden Enden (24, 30) im zylindrischen
Abschnitten eines Gehäuses (17) angeordnet ist, dass das erste Ende (24) einen kleineren
Durchmesser als das zweite Ende (30) aufweist und mit einem Dichtring (25) in einem
zylindrischen Abschnitt (26) vor einer mit dem zu versprühenden Medium beaufschlagten
ersten Kammer (27) geführt ist, dass das zweite Ende (30) in einer zweiten zylindrischen
Kammer (28) geführt ist, in die eine Verbindungsbohrung (22) zum Sprühventil (12)
mündet und die auf der vom ersten Ende des Steuerkolbens (23) abgewandten Seite einen
Anschluss (31) für Steuerluft aufweist, und dass der Abstand der beiden Enden (24,
30) des Steuerkolbens (23) so gewählt ist, dass der Dichtring (25) in der Ausgangsstellung
des Steuerkolbens abdichtend im zylindrischen Abschnitt (26) liegt und bei Steuerluftbeaufschlagung
des zweiten Endes (30) in die erste Kammer (27) eintritt.
2. Sprühelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (17) für den Steuerkolben (23) mit einem Ansatz (17a) zur Aufnahme der
Sprühdüse (12) versehen ist.
3. Sprühelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Ansatz (17a) Teil des Gehäuses (17) ist.
4. Sprühelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Anschlüsse für die Steuerluft (33), für das zu versprühende Medium (29) und
für Druckluft (21) auf der Seite (35) des Gehäuses (17) angeordnet sind, die von der
Austrittsöffnung (34) der Sprühdüse (12) abgewandt ist.