(57) Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen von Flaschen in einer Flaschenwaschmaschine,
mit den Schritten:
a) Reinigen der Flaschen mit einer Reinigungslösung, wobei während des Reinigens die
Reinigungslösung durch Zudosieren wenigstens eines Additivs mittels einer Dosierpumpe
ergänzt wird (Unterhaltsdosierung),
b) Sedimentierenlassen der Reinigungslösung während Reinigungspausen in separaten
Sedimentationstanks,
wobei die sedimentierte Reinigungslösung nach einer Reinigungspause in die Flaschenwaschmaschine
umgepumpt und durch Zugabe wenigstens eines Additivs aufgefrischt wird (Stoßdosierung),
dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Unterhalts- als auch die Stoßdosierung des
Additivs mittels der gleichen Dosierpumpe erfolgen, wobei die Stoßdosierung während
des Umpumpens der sedimentierten Reinigungslösung in die Flaschenwaschmaschine erfolgt
und wobei zur Unterhaltsdosierung die Dosierpumpe im Teillast- oder Intervallbetrieb
gefahren wird.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Flaschen in einer Flaschenwaschmaschine,
mit den Schritten:
a) Reinigen der Flaschen mit einer Reinigungslösung, wobei während des Reinigens die
Reinigungslösung durch Zudosieren wenigstens eines Additivs mittels einer Dosierpumpe
ergänzt wird (Unterhaltsdosierung),
b) Sedimentierenlassen der Reinigungslösung während Reinigungspausen in separaten
Sedimentationstanks,
wobei die sedimentierte Reinigungslösung nach einer Reinigungspause in die Flaschenwaschmaschine
umgepumpt und durch Zugabe wenigstens eines Additivs aufgefrischt wird (Stoßdosierung).
[0002] Wiederbefüllbare Getränkeflaschen müssen nach der Verwendung und vor der Wiederbefüllung
gereinigt werden. Dies geschieht in Flaschenwaschmaschinen, durch die die zu reinigenden
Flaschen hindurchgefördert und in denen sie mit geeigneten wäßrigen Reinigungslösungen
gesäubert werden. Flaschenwaschmaschinen gibt es mit Durchsätzen von etwa 5.000 bis
etwa 150.000 Flaschen pro Stunde. Sie können mehrere Reinigungsschritte (bspw. saures
und alkalisches Reinigen sowie Nachspülen) aufweisen. Die in jedem Schritt eingesetzte
Reinigungslösung wird in der Regel über einen längeren Zeitraum verwendet. Es ist
üblich, daß die Reinigungslösung bei einer längeren Betriebspause (bspw. am Wochenende)
aus der Flaschenwaschmaschine in separate Sedimentationstanks umgepumpt wird, in denen
sich in der Lösung enthaltene Schwebstoffe absetzen können. Diese Sedimentation verlängert
die Einsatzdauer der Reinigungslösung.
[0003] Während des Betriebs der Flaschenwaschmaschine wird die Reinigungslösung häufig durch
Zusatz von Additiven aufgefrischt. Bspw. kann mittels einer Pumpe ein Nachdosieren
von Entschäumerkonzentrat erfolgen, da bei hohen Durchsätzen einer Flaschenwaschmaschine
durch Schaumbildung leicht Betriebsstörungen auftreten können.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu schaffen, das eine erhöhte Betriebssicherheit aufweist. Die Erfindung löst diese
Aufgabe dadurch, daß sowohl die Unterhalts- als auch die Stoßdosierung des Additivs
mittels der gleichen Dosierpumpe erfolgen, wobei die Stoßdosierung während des Umpumpens
der sedimentierten Reinigungslösung in die Flaschenwaschmaschine erfolgt und wobei
zur Unterhaltsdosierung die Dosierpumpe im Teillast- oder Intervallbetrieb gefahren
wird.
[0005] Zunächst seien einige im Rahmen der Erfindung verwendete Begriffe erläutert. Die
Reinigungslösung ist die mit den zu reinigenden Flaschen in Berührung gebrachte Lösung,
die bspw. durch Verdünnen eines Konzentrats mit Wasser erhalten werden kann. Es kann
sich bspw. um eine saure oder bevorzugt alkalische Reinigungslösung handeln. Eine
Flaschenwaschmaschine kann mehrere Reinigungsabschnitte mit unterschiedlichen Reinigungslösungen
(bspw. saurer und alkalischer Reinigung) enthalten. Ein Additiv ist ein Reinigungsmittelbestandteil,
der der Reinigungslösung zwecks Erhalt der Reinigungsleistung oder sonstiger Eigenschaften
zudosiert wird. Es kann sich bspw. um einen Entschäumer handeln. Das Additiv liegt
in flüssiger Form vor, in der Regel ist es ein Konzentrat in wäßriger Lösung. Die
Unterhaltsdosierung ist die laufende Nachdosierung des Additivs zu der in der Flaschenwaschmaschine
befindlichen Reinigungslösung, um diese Lösung aufzufrischen und deren Erschöpfung
zu verhindern bzw. zu verzögern. Im Rahmen der Erfindung können auch mehrere Additive
zu der Reinigungslösung dosiert werden.
[0006] Während längerer Reinigungspausen wird die Reinigungslösung sedimentieren gelassen.
Dieser Begriff ist im Rahmen der Erfindung weit zu verstehen und umfaßt jedes geeignete
Verfahren, mit dem Schwebstoffe aus der benutzten Reinigungslösung entfernt werden
können. Erfindungsgemäß kann somit auch bspw. eine Filtration oder Zentrifugation
zur Anwendung kommen. Entweder zum Durchführen des gravimetrischen Sedimentierens
oder nach einer Filtration oder Zentrifugation wird die Reinigungslösung in Lager
oder Sedimentationstanks umgepumpt und dort aufbewahrt, während die Betriebspause
der Flaschenwaschmaschine andauert. Diese Tanks können wärmeisoliert sein, um Wärmeverluste
der Lösung während der Pause zu minimieren. Das Sedimentierenlassen kann während hinreichend
langer Betriebspausen der Flaschenwaschmaschine erfolgen. Im Rahmen der Erfindung
ist es alternativ möglich, daß zwei oder mehr Batches Reinigungslösung vorgehalten
werden, die wechselweise benutzt werden. Während ein Batch Reinigungslösung sedimentiert,
wird die Maschine mit einem zweiten oder einem weiteren Batch Reinigungslösung betrieben.
Auf diese Weise lassen sich auch bei einem Dauerbetrieb einer Flaschenwaschmaschine
Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens nutzen.
[0007] Zur Wiederinbetriebnahme der Flaschenwaschmaschine wird die Reinigungslösung von
den Tanks in die Flaschenwaschmaschine zurückgepumpt. Dies kann insbesondere bei großen
Flaschenwaschmaschinen einige Zeit dauern. Die Menge an umzupumpender Reinigungslösung
kann hier bspw. 60 m
3 betragen, die Umpumpzeit beträgt dann etwa ein bis zwei Stunden. Häufig wird nach
Abschluß des Umpumpens die Reinigungslösung durch Additivzugabe wieder aufgefrischt.
Dies geschieht im Stand der Technik üblicherweise durch Zugabe per Hand aus Kanistern.
[0008] Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, daß diese Stoßdosierung genannte Auffrischung
der Reinigungslösung mittels wenigstens eines Additivs während oder nach Abschluß
des Zurückpumpens der Lösung aus den Tanks in die Flaschenwaschmaschine durch dieselbe
Dosierpumpe erfolgt, die auch die Additivunterhaltsdosierung während des Waschbetriebs
vornimmt. Eine Dosierpumpe im Sinne der Erfindung ist jede Pumpe, die eine gezielte
Abgabe vorgegebener Flüssigkeitsmengen erlaubt. Die Dosierpumpe des erfindungsgemäßen
Verfahrens hat eine deutlich höhere Leistung als für die reine Unterhaltsdosierung
erforderlich. Sie besitzt eine hinreichende Pumpleistung für die Stoßdosierung. Zur
Unterhaltsdosierung wird die Pumpe daher im Teillast- oder bevorzugt im Intervallbetrieb
gefahren. Der Intervallbetrieb ist bevorzugt, da viele Dosierpumpen nicht ohne weiteres
im geringen Teillastbereich gefahren werden können.
[0009] Die Erfindung hat erkannt, daß während des Sedimentierens der Reinigungslösung bestimmte
Additive, insbesondere der Entschäumer, an die sedimentierenden Partikel adsorbiert
und damit eine Abreicherung stattfindet. Dies ist von besonderem Nachteil, da beim
Umpumpen der sedimentierten Reinigungslösung zurück in die Flaschenwaschmaschine aufgrund
der hohen Pumpleistung Schaumbildung ein besonderes Problem darstellt. Im Stand der
Technik ist die Reinigungslösung somit gerade dann besonders arm an Entschäumer, wenn
er am dringendsten benötigt wird. Die im Stand der Technik vorhandene Dosierpumpe
für Entschäumer kann dem nicht abhelfen, da sie lediglich für die Unterhaltsdosierung
ausgelegt ist und somit eine sehr geringe Pumpleistung aufweist, die nicht ausreicht,
um das während des Sedimentierens aufgetretene Entschäumerdefizit in der Reinigungslösung
während des Umpumpens auszugleichen. Das erfindungsgemäße Verfahren wählt daher eine
entsprechend leistungsfähigere Dosierpumpe, deren Leistung einerseits ausreicht, um
während des Umpumpens die sogenannte Stoßdosierung durchführen zu können, die aber
andererseits eine hinreichend genaue Dosierbarkeit auch für die sehr viel geringere
Entschäumermengen fordernde Unterhaltsdosierung besitzt. Es kann sich beispielsweise
um eine frequenzgesteuerte Dosierpumpe handeln, deren Dosierleistung proportional
zur Ansteuerfrequenz ist. Bei sehr niedrigen Ansteuerfrequenzen wird aufgrund der
dann sägezahnartigen Fördercharakteristik einer frequenzgesteuerten Pumpe aus dem
Teillastbetrieb gewissermaßen ein Intervallbetrieb.
[0010] Der Intervallbetrieb wird bevorzugt anhand des Flaschendurchsatzes der Flaschenwaschmaschine
gesteuert. Bspw. können die durch die Maschine laufenden Korbreihen mit Flaschen gezählt
werden und nach Durchlauf einer vorgegebenen Zahl von Korbreihen wird die Dosierpumpe
für ein vorbestimmtes Intervall in Betrieb gesetzt. Überraschenderweise hat sich gezeigt,
daß diese diskontinuierliche Unterhaltsdosierung im Reinigungsbetrieb keinerlei Nachteile
hat und es insbesondere in den Dosierpausen nicht zu unerwünschten Wirkungen, bspw.
zu einem unerwünschten Aufschäumen kommt, wenn das Additiv ein Entschäumer ist.
[0011] Die Pumpleistung der Dosierpumpe ist um wenigstens den Faktor 5, vorzugsweise wenigstens
den Faktor 10, weiter vorzugsweise wenigstens den Faktor 15 größer als für die Unterhaltsdosierung
erforderlich. Ihre Pumpleistung beträgt bevorzugt wenigstens 0,2 l/h pro m
3 Reinigungslösungsinhalt der Flaschenwaschmaschine. Bevorzugt ist die Pumpleistung
wenigstens 0,4 l/h pro m
3 Reinigungslösung.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels erläutert.
[0013] Eine Flaschenwaschmaschine mit einen Durchsatz von 150.000 Flaschen pro Stunde besitzt
in der sogenannten Laugenzone einen Laugeninhalt von 60m
3. Während des Waschbetriebs muß ein Entschäumerkonzentrat als Additiv in einer Menge
von 1,6 l/h nachdosiert werden (Unterhaltsdosierung). Im Stand der Technik besitzt
die entsprechende Dosierpumpe diese Nennleistung und läuft zur Unterhaltsdosierung
im Dauerbetrieb. Erfindungsgemäß ist dagegen eine Dosierpumpe mit einer Nennleistung
von 27 1/h vorgesehen. Zur Unterhaltsdosierung wird diese Pumpe bei jeder zweihundertsten
durchlaufenden Flaschenkorbreihe für 15 s in Betrieb gesetzt.
[0014] Bei Beginn einer längeren Betriebspause (bspw. über das Wochenende) wird die Lauge
in Sedimentationstanks umgepumpt. Dort können sich Schwebstoffe gravimetrisch sedimentieren.
Vor Wiederinbetriebnahme wird die sedimentierte Lauge in die Waschmaschine zurückgepumpt.
Dies dauert etwa eine Stunde. Die Erfindung hat nun erkannt, daß das Sedimentieren
offensichtlich in besonderem Maße den Entschäumer in der Lauge abreichert, da dieser
Antischwebstoffpartikel zu absorbieren scheint. Nach Zurückpumpen der Lauge kann es
daher bei Betriebsbeginn der Waschmaschine in besonderem Maße zu unerwünschtem Aufschäumen
kommen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird daher bereits während des Umpumpens
die Dosierpumpe in Betrieb gesetzt und Entschäumeradditiv nachdosiert (Stoßdosierung).
Die Dosierpumpe hat eine hinreichende Leistung, um die erforderliche Menge an Entschäumerkonzentrat
(bspw. 10 - 30 l) während des etwa eine Stunde dauernden Umpumpens einzudosieren.
Bei Betriebsbeginn der Anlage liegt somit von Vornherein eine hinreichende Entschäumerkonzentration
vor, um Schaumprobleme zu vermeiden.
1. Verfahren zum Reinigen von Flaschen in einer Flaschenwaschmaschine, mit den Schritten:
a) Reinigen der Flaschen mit einer Reinigungslösung, wobei während des Reinigens die
Reinigungslösung durch Zudosieren wenigstens eines Additivs mittels einer Dosierpumpe
ergänzt wird (Unterhaltsdosierung),
b) Sedimentierenlassen der Reinigungslösung während Reinigungspausen in separaten
Sedimentationstanks,
wobei die sedimentierte Reinigungslösung nach einer Reinigungspause in die Flaschenwaschmaschine
umgepumpt und durch Zugabe wenigstens eines Additivs aufgefrischt wird (Stoßdosierung),
dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Unterhalts- als auch die Stoßdosierung des Additivs mittels der gleichen
Dosierpumpe erfolgen, wobei die Stoßdosierung während des Umpumpens der sedimentierten
Reinigungslösung in die Flaschenwaschmaschine erfolgt und wobei zur Unterhaltsdosierung
die Dosierpumpe im Teillast- oder Intervallbetrieb gefahren wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosierpumpe zur Unterhaltsdosierung im Intervallbetrieb gefahren wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Intervallbetrieb anhand des Flaschendurchsatzes der Flaschenwaschmaschine gesteuert
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Additiv einen Entschäumer enthält.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpleistung der Dosierpumpe um wenigstens den Faktor 5, vorzugsweise wenigstens
den Faktor 10, weiter vorzugsweise wenigstens den Faktor 15 größer ist als für die
Unterhaltsdosierung erforderlich.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Pumpleistung der Dosierpumpe pro m3 Reinigungslösung wenigstens 0,2 l/h beträgt.