[0001] Die Erfindung betrifft eine Transport- und/oder Bewegungseinrichtung für metallurgische
Gefäße in einem Stahlwerk, insbesondere für Stahlgusspfannen, Schrottkörbe und Ofengefäße,
mit der mindestens ein metallurgisches Gefäß in eine Förderrichtung bewegt und/oder
um eine Drehachse geschwenkt werden kann.
[0002] In einem Stahlwerk sind gelegentlich metallurgische Gefäße, die bei der Stahlherstellung
benötigt werden, zu transportieren und/oder zu bewegen, wozu gleislose und gleisgebundene
Fahrzeuge sowie Hallenkräne eingesetzt werden. Für Schwenk- und Drehbewegungen werden
hauptsächlich Drehlager oder Rad-Schiene-Systeme eingesetzt.
[0003] Unter metallurgischen Gefäßen ist im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
jegliche Art von Aufnahmebehältern zu verstehen, die im Stahlwerk eingesetzt werden,
also beispielsweise Stahlgusspfannen, Schrottkörbe oder Ofengefäße.
[0004] Die Krananlagen, die für die genannten Transporte bzw. Bewegungen eingesetzt werden
sowie der Hallenboden (Fundamente) müssen für die schweren Lasten dem Fahrwerk angepasst
sind, verfahrbar und in die Weiterverarbeitungsanlage entleerbar ist. Die Stahlpfanne
ist im Bereich ihrer oberen Hälfte mit dem Fahrwerk ausgerüstet, welches diametral
gegenüberliegende Laufräder hat.
[0005] Eine Fahreinheit zum Transport von Stahlpfannen ist auch aus der DE 32 45 382 C2
bekannt. Diese ist als selbstfahrende Einheit in einer horizontalen Ebene ausgebildet,
wobei vorgesehen ist, dass ein metallurgisches Gefäß, das zur Aufnahme einer Stahlpfanne
dient, mit einem Fahrzeug eine Einheit bildend verbunden ist. Weiterhin weist das
metallurgische Gefäß bodenseitig mindestens drei Füße auf, mittels derer das Gefäß
auf Schienen oder zwischen diese absetzbar ist. Das Fahrzeug ist gegenüber dem metallurgischen
Gefäß über eine Rollendrehverbindung drehbar gelagert, wobei es mittels Hubwerken
von den Schienen abhebbar und um die Vertikalachse des Gefäßes drehbar ist.
[0006] Spezifisch für den Wechsel der Arbeitswalzen oder Zwischenwalzen von Walzgerüsten
beschreibt die DE 35 10 842 A1 ein Transportfahrzeug, das an einer Führung in den
Seitenbereichen eines Walzgerüsts beweglich ist und einen Schlitten aufweist, der
quer zur Fahrzeuglängsachse verschiebbar ist und nebeneinander mehrere parallel zu
dieser verlaufende Aufnahmen für Walzen trägt. Das Transportfahrzeug zeichnet sich
dadurch aus, dass seine Abstützung auf seiner Fahrbahn und diejenige des Schlittens
jeweils aus mehreren zusammenwirkenden Luftkissenelementen besteht, die über eine
Steuereinheit an eine Druckluftquelle angeschlossen sind.
[0007] Der generelle Einsatz von Luftkissen für Schwerlasten ist auch in der DE 34 15 810
C3 sowie in der DE 198 36 366 A1 thematisiert, ohne dass dort angegeben wird, wie
spezifisch vorzugehen ist, wenn die Luftkissentechnologie in der rauhen Umgebung eines
Stahlwerks eingesetzt werden soll.
[0008] Im Falle der Verwendung von gleisgebundenen oder gleislosen Transportwagen werden
die Lasten, z. B. einer Stahlgießpfanne, über den Rahmenträger auf die Radachsen und
von dort auf die Räder bzw. Schienen übertragen. Hierzu sind biegesteife Rahmenträger
erforderlich. Zur Bewegung der großen Massen sind weiterhin große Antriebsleistungen
und große Getriebe erforderlich. Bei Schwenkund Drehvorrichtungen mit Rad-Schiene-Systemen
treten hohe Reibkräfte auf.
Dies führt dazu, dass die bekannten Transport- und/oder Bewegungseinrichtungen einem
starken Verschleiß unterliegen, wodurch entsprechende Kosten bedingt sind (Reparaturkosten,
Kosten für Stillstandszeiten der Produktionsanlage).
[0009] Konstruktionsbedingt haben vorbekannte Transport- und/oder Bewegungseinrichtungen
für metallurgische Gefäße eine erhebliche räumliche Ausdehnung, um die hohen Lasten
sicher aufnehmen zu können. Auch dies hat infolge hoher Kosten wirtschaftliche Nachteile
zur Folge.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Transport- und/oder Bewegungseinrichtung
für metallurgische Gefäße derart weiterzubilden, dass es möglich ist, bei deren Einsatz
in einem Stahlwerk den Transport bzw. die Bewegung der metallurgischen Gefäße in einfacher
Weise und kostengünstig zu gestalten. Die Einrichtung soll konstruktiv einfach aufgebaut
sein und damit zu geringen Herstell- und Betriebskosten führen.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
dem Hallenboden und einem Träger für das metallurgische Gefäß mindestens ein Luftkissenelement
angeordnet ist.
[0012] Das Luftkissenelement kann dabei ein plattenförmiges Bodenteil und ein hierzu parallel
angeordnetes plattenförmiges Trägerteil aufweisen, wobei mindestens eines der Teile,
vorzugsweise das Bodenteil, eine Anzahl Luftdurchtrittsbohrungen haben kann.
[0013] Die Betriebssicherheit der Einrichtung kann dadurch verbessert werden, dass zwischen
dem Bodenteil und dem Trägerteil des Luftkissenelements mindestens eine lösbare Abhebesicherung
angeordnet ist, die das Bodenteil und das Trägerteil relativ zueinander festlegt oder
freigibt.
[0014] Eine besondere Bedeutung kommt der Ausgestaltung des Luftkissenelements zu, das in
der rauhen Stahlwerksumgebung zum Einsatz kommen muss. Hierfür ist gemäß einer Weiterbildung
vorgesehen, dass das Luftkissenelement an mindestens einer seiner Seiten ein Schutzelement
aufweist. Damit kann ein Schutz des Luftkissenelements vor Schlacke und Stahlspritzem
sichergestellt werden. Das Schutzelement ist mit Vorteil ein Besen oder eine Bürste,
der bzw. die am Träger direkt oder indirekt angeordnet ist. Damit wird bei der Relativbewegung
zwischen Hallenboden und Träger der Bereich des Luftkissens gefegt bzw. gebürstet,
so dass das Element von Verunreinigungen befreit wird.
[0015] Weiterhin kann im Bereich des Luftkissenelements mindestens ein Pflegeelement für
das Luftkissenelement angeordnet sein. Dabei ist vorzugsweise an eine Walze gedacht,
die auf mindestens einem Teil des Luftkissenelements bei der Bewegung des Trägers
relativ zum Hallenboden abrollt. Mit besonderem Vorteil ist die Walze am Trägers direkt
oder indirekt angeordnet. Ferner kann die Walze mit einem Federelement vorgespannt
an einem Teil des Luftkissenelements anliegen.
[0016] Für die Bewegung des Trägers samt metallurgischem Gefäß können am Träger mittelbar
oder unmittelbar Antriebselemente angeordnet sein.
[0017] Mit der vorgeschlagenen Transport- und/oder Bewegungseinrichtung ergeben sich verschiedene
Vorteile im Vergleich mit vorbekannten Lösungen:
- Die Krananlagen im Stahlwerk müssen nicht mehr für die hohen Lasten ausgelegt werden,
die nur relativ selten auftreten. Dies führt zu einer erheblichen Kosteneinsparung
bei den Krananlagen.
- Die Einrichtung benötigt keine hohe Antriebsleistung, so dass sowohl bei den Antriebsmotoren
als auch bei den übertragenden Getrieben kleinere Aggregate vorgesehen werden können,
was zu geringeren Investitionskosten führt.
- Der gesamte Aufbau der Transport- und/oder Bewegungseinrichtung muss nicht mehr mit
der Höhe ausgebildet werden, wie dies bei vorbekannten Einrichtungen der Fall ist.
Auch hierdurch werden Kosteneinsparpotentiale erschlossen.
- Der Verschleiß, insbesondere an Schwenk- und Drehvorrichtungen, ist erheblich herabgesetzt,
so dass die Einrichtungen eine höhere Lebensdauer aufweisen.
- Insgesamt ergibt sich eine Reduzierung der Kosten für Transport- und/oder Bewegungseinrichtungen
sowohl bei der translatorischen als auch bei der rotatorischen Bewegung der genannten
metallurgischen Gefäße im Stahlwerksbereich.
[0018] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Seitenansicht einer Transport- und/oder Bewegungseinrichtung im Schnitt in der
Ruheposition,
- Fig. 2
- die zu Fig. 1 analoge Darstellung bei aufgesetztem metallurgischen Gefäß in angehobener
Stellung,
- Fig. 3
- die Draufsicht auf die Transport- und/oder Bewegungseinrichtung im abhebegesicherten
Zustand,
- Fig. 4
- die zu Fig. 3 analoge Darstellung im geschwenkten Zustand,
- Fig. 5
- die Seitenansicht einer alternativen Ausführungsform der Transport- und/oder Bewegungseinrichtung
im Schnitt in der Ruheposition,
- Fig. 6
- die zu Fig. 5 analoge Darstellung in angehobener Stellung,
- Fig. 7
- die Einzelheit "Y" gemäß Fig. 5,
- Fig. 8
- die Einzelheit "X" gemäß Fig. 6,
- Fig. 9
- die Draufsicht auf die Transport- und/oder Bewegungseinrichtung gemäß Fig. 5,
- Fig. 10
- die Seitenansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform der Transport- und/oder
Bewegungseinrichtung,
- Fig. 11
- die Einzelheit "X" gemäß Fig. 10,
- Fig. 12
- die Draufsicht auf die Transport- und/oder Bewegungseinrichtung gemäß Fig. 10 in der
Ruheposition,
- Fig. 13
- die zu Fig. 12 analoge Darstellung nach Ausführung einer Schwenkbewegung,
- Fig. 14
- die Seitenansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform der Transport- und/oder
Bewegungseinrichtung,
- Fig. 15
- die Einzelheit "X" gemäß Fig. 14 und
- Fig. 16
- die Draufsicht auf ein Transport- und/oder Bewegungssystem in einem Stahlwerk.
[0019] In Fig. 1 ist die Seitenansicht einer Transport- und/oder Bewegungseinrichtung 1
im Schnitt dargestellt. Die Einrichtung 1 dient zum Transport bzw. Bewegung eines
nicht dargestellten metallurgischen Gefäßes. Im vorliegenden Falle wird ein Träger
5, auf dem das metallurgische Gefäß platziert wird, relativ zum Hallenboden 4 um eine
Drehachse 3 geschwenkt. Damit diese Schwenkbewegung ohne große Kraftanstrengung und
verschleißarm bewerkstelligt werden kann, befinden sich zwischen dem Hallenboden 4
und dem Träger 5 Luftkissenelemente 6. In Figur 1 sind die Luftkissenelemente 6 inaktiv,
so dass die Einrichtung 1 für die Schwenkbewegung des metallurgischen Gefäßes nicht
vorbereitet ist.
[0020] Demgegenüber ist in Figur 2 die Einrichtung 1 bei aktivierten Luftkissenelementen
6 zu sehen. Wie in dieser Figur erkannt werden kann, bestehen die Luftkissenelemente
6 aus einem plattenartig ausgebildeten Bodenteil 7 sowie einem ebenfalls plattenartig
ausgebildeten Trägerteil 8. In mindestens eines der beiden Teile 7 bzw. 8, vorzugsweise
in das Bodenteil 7, sind Luftdurchtrittsbohrungen eingebracht, wobei diese mit nicht
dargestellten Mitteln zum Zuführen von Druckluft in Verbindung stehen. Wird die Druckluft
dem Luftkissenelement 6 zugeführt, bildet sich zwischen den beiden plattenartigen
Teilen 7 und 8 ein dünner Luftfilm, so dass das Trägerteil 8 vom Bodenteil 7 um einen
Hub h angehoben wird. Das auf dem Träger 5 angeordnete metallurgische Gefäß 2 kann
auf diese Art und Weise reibungsarm verschwenkt werden.
[0021] Ist der auf dem Träger 5 ruhende Lastdruck in Folge des Gewichts des metallurgischen
Gefäßes 2 kleiner als der Luftdruck, der über die Fläche zwischen den Bodenteilen
7 und Trägerteilen 8 der Luftkissenelemente 6 wirkt, bildet sich ein Luftkissen, das
eine fast reibungsfreie Bewegung des metallurgischen Gefäßes 2 mit geringen Antriebsleistungen
ermöglicht. Zum Antrieb (siehe hierzu Antriebselement 15) können beliebige Systeme
zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Reibradantriebe, Hydraulikzylinder und Linearmotore.
[0022] Details zur Luftkissentechnologie sind beispielsweise in der DE 34 15 810 C3 beschrieben.
[0023] In den Figuren 3 und 4 ist die Draufsicht auf die Einrichtung 1 gemäß Fig. 1 bzw.
2 bei entferntem Träger 5 zu sehen. In Figur 3 ist der Zustand skizziert, bei dem
eine Relativbewegung zwischen Hallenboden 4 und Träger 5 unterbunden ist, was durch
eine Abhebesicherung 9 sichergestellt wird. Ist die Abhebesicherung 9 aktiviert, kann
das metallurgische Gefäß 2 sicher auf dem Träger 5 abgestellt werden. Zum Verschwenken
des metallurgischen Gefäßes 2 wird die Abhebesicherung 9 deaktiviert, was in Figur
4 zu sehen ist. Nach Beaufschlagen der Luftkissenelemente 6 mit Druckluft kann der
Träger 5 relativ zum Hallenboden 4 um die Drehachse 3 um einen Schwenkwinkel • geschwenkt
werden.
[0024] Die Verschwenkbewegung selber wird durch ein Antriebselement 15 vorgenommen, das
in den Figuren 1 und 2 angedeutet ist. Dort ist auch zu sehen, dass die Luftkissenelemente
6 durch ein seitlich angeordnetes Schutzelement 10 vor Verunreinigungen, insbesondere
vor Schlacke und Stahlspritzern, geschützt ist.
[0025] Während die Figuren 1 bis 4 eine Transport- und /oder Bewegungseinrichtung 1 zum
Verschwenken eines metallurgischen Gefäßes 2 zeigen, ist in den Figuren 5 bis 9 eine
alternative Ausgestaltung dargestellt, mit der das metallurgische Gefäß 2 translatorisch
in eine Förderrichtung T bewegt werden kann. In Figur 5 ist der Träger 5 zu sehen,
auf dem eine Halterung 16 für das metallurgische Gefäß 2 angeordnet ist. Der konzeptionelle
Aufbau entspricht ansonsten der Ausgestaltung gemäß der Figuren 1 bis 4. Figur 6 zeigt
die Einrichtung 1 bei aufgesetztem metallurgischen Gefäß 2. In den Figuren 7 und 8
sind die Details "Y" aus Figur 5 bzw. "X" aus Figur 6 zu sehen. Hieraus geht hervor,
welche Maßnahmen getroffen werden, um die Luftkissenelemente 6 vor Verunreinigungen
zu schützen. An den Enden des Trägers 5 - in Förderrichtung T betrachtet - befinden
sich Besen bzw. Bürsten 11 die am Träger 5 fest angeordnet sind. Bewegt sich der Träger
5 relativ zum Hallenboden 4 translatorisch, fegen bzw. bürsten die Besen bzw. Bürsten
11 Verunreinigungen auf den Bodenteilen 7 weg, so dass sich das Luftpolster zwischen
Bodenteil 7 und Trägerteil 8 bilden kann.
[0026] Eine weiter Maßnahme zum Intakthalten der Luftkissenelemente 6 besteht darin, dass
Pflegeelemente 12 zur Pflege der Luftkissenelemente 6 zum Einsatz kommen. Das Pflegeelement
12 besteht vorliegend aus einer Walze 13, deren Breite mindestens derjenigen des Bodenteils
7 des Luftkissenelements 6 entspricht. Die Walze 13 ist am Träger 5 angeordnet und
wird mittels eines Federelements 14 unter Vorspannung gegen das Bodenteil 7 gepresst.
Durch das Vorsehen der federbelasteten Walzen 13 vor und hinter jedem Luftkissen,
werden die Verunreinigungen überwalzt, die sich auf dem Bodenteil 7 befinden. Dadurch
werden diese Verunreinigungen entweder gelockert, wobei sie dann durch die Druckluft
weggeblasen werden können, oder sie werden flach gewalzt. Die Walzen 13 können auch
so ausgelegt werden, dass im Fall eines Ausfalls des Luftkissensystems der Träger
5 unter Zuhilfenahme eines Hallenkrans über ein Seil mit Umlenkrolle verfahren werden
kann.
[0027] In Figur 9 ist noch zu sehen, dass eine lineare Führung des Trägers 5 relativ zum
Hallenboden 4 durch eine Führung 17 bewerkstelligt werden kann, in die Bolzen 18 eingreifen,
die am Träger 5 angeordnet sind. Dargestellt ist hier auch das Antriebssystem 15 für
die Bewegung des Trägers 5 relativ zum Hallenboden 4.
[0028] In den Figuren 10 bis 13 ist eine weitere alternative Ausgestaltung skizziert. Auch
hier geht es wieder darum, ein nicht dargestelltes metallurgisches Gefäß um die Drehachse
3 zu verschwenken. Der Träger 5 ist hier als Aufbau skizziert, der zwei Kragarme aufweist.
An diesen kann das metallurgische Gefäß befestigt werden. Ansonsten entsprechen die
Bezugsziffern denjenigen, die bereits in den Figuren 1 bis 9 verwendet wurden. Insbesondere
ist zu erkennen, dass das Antriebselement 15 den Träger 5 um den Schwenkwinkel • verschwenkt.
[0029] Eine weitere alternative Ausgestaltung für die translatorische Bewegung des metallurgischen
Gefäßes ist in den Figuren 14 und 15 dargestellt. Hier besteht das metallurgische
Gefäß 2 aus einem Untergefäß zu dessen Aufnahme die Untergefäßaufnahme 19 auf dem
Träger 5 platziert wurde. In Figur 15 ist wieder zu erkennen, dass die Luftkissenelemente
6 durch Besen bzw. Bürsten 11 vor Verunreinigungen geschützt werden.
[0030] In Figur 16 ist die Draufsicht auf ein Transport- und /oder Bewegungssystem in einem
Stahlwerk skizziert. Das metallurgische Gefäß 2 in Form eines Untergefäßes kann im
linken Bereich der Figur in Förderrichtung T auf Luftkissenelementen 6 bewegt werden.
In der Drehposition 20 kann eine 90°-Verschwenkung des metallurgischen Gefäßes 2 erfolgen,
woraufhin es in Figur 16 von links nach rechts translatorisch bewegt werden kann.
Im rechten Bereich der Figur ist eine zweite Drehposition 21 skizziert, in der das
metallurgische Gefäß 2 wiederum um 90° geschwenkt werden kann. Anschließend kann eine
weiter translatorische Bewegung in Förderrichtung T erfolgen. Im oberen Bereich ist
ein Ausmauerungsstand 22 skizziert, im untern Bereich ist ein Ausmauerungsstand 23
zu sehen. Das metallurgische Gefäß 2 kann wahlweise in die entsprechenden Positionen
bewegt werden.
[0031] Alle translatorischen Bewegungen sowie Schwenk- und Drehbewegungen werden also unter
Einsatz von Luftkissenelementen vorgenommen, die mit einem effizienten Schutz versehen
sind, so dass diese auch in den rauhen Umgebungen eines Stahlwerks eingesetzt werden
können.
[0032] Die Last des metallurgischen Gefäßes 2 sowie des Trägers 5 wird auf einer Anzahl
Luftkissenelemente 6 verteilt. Durch diese günstige Lastverteilung verringert sich
die Belastung des Trägers auf Biegung wesentlich, so dass die Konstruktion des Trägers
5 niedriger gehalten und leichter ausgebildet werden kann, als dies bei herkömmlichen
Pfannentransportsystemen der Fall ist.
[0033] Figur 16 kann auch entnommen werden, dass eine beliebige Streckenführung für die
metallurgischen Gefäße 2 vorgesehen werden kann, d. h. eine beliebige Kombination
von translatorischen und Drehbewegungen, wobei es auch möglich ist, Kurven einzubeziehen.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Transport- und/oder Bewegungseinrichtung
- 2
- metallurgisches Gefäß
- 3
- Drehachse
- 4
- Hallenboden
- 5
- Träger
- 6
- Luftkissenelement
- 7
- Bodenteil
- 8
- Trägerteil
- 9
- Abhebesicherung
- 10
- Schutzelement
- 11
- Besen/Bürste
- 12
- Pflegeelement
- 13
- Walze
- 14
- Federelement
- 15
- Antriebselement
- 16
- Halterung
- 17
- Führung
- 18
- Bolzen
- 19
- Untergefäßaufnahme
- 20
- Drehposition
- 21
- Drehposition
- 22
- Ausmauerungsstand
- 23
- Ausmauerungsstand
- T
- Förderrichtung
- •
- Schwenkwinkel
- h
- Hub
1. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung (1) für metallurgische Gefäße (2) in einem
Stahlwerk, insbesondere für Stahlgusspfannen, Schrottkörbe und Ofengefäße, mit der
mindestens ein metallurgisches Gefäß (2) in eine Förderrichtung (T) bewegt und/oder
um eine Drehachse (3) geschwenkt werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Hallenboden (4) und einem Träger (5) für das metallurgische Gefäß (2)
mindestens ein Luftkissenelement (6) angeordnet ist.
2. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftkissenelement (6) ein plattenförmiges Bodenteil (7) und ein hierzu parallel
angeordnetes plattenförmiges Trägerteil (8) aufweist, wobei mindestens eines der Teile
(7, 8), vorzugsweise das Bodenteil (7), eine Anzahl Luftdurchtrittsbohrungen aufweist.
3. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Bodenteil (7) und dem Trägerteil (8) des Luftkissenelements (6) mindestens
eine lösbare Abhebesicherung (9) angeordnet ist, die das Bodenteil (7) und das Trägerteil
(8) relativ zueinander festlegt oder freigibt.
4. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftkissenelement (6) an mindestens einer seiner Seiten ein Schutzelement (10)
aufweist.
5. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzelement (10) ein Besen (11) oder eine Bürste (11) ist, der bzw. die am
Träger (5) direkt oder indirekt angeordnet ist.
6. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Luftkissenelements (6) mindestens ein Pflegeelement (12) für das Luftkissenelement
(6) angeordnet ist.
7. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Pflegeelement (12) eine Walze (13) ist, die auf mindestens einem Teil des Luftkissenelements
(6) bei der Bewegung des Trägers (5) relativ zum Hallenboden (4) abrollt.
8. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (13) am Trägers (5) direkt oder indirekt angeordnet ist.
9. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (13) mit einem Federelement (14) vorgespannt an einem Teil des Luftkissenelements
(6) anliegt.
10. Transport- und/oder Bewegungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Träger (5) mittelbar oder unmittelbar ein Antriebselement (15) angeordnet ist.