[0001] Die Erfindung betrifft ein Sprühfeuchtwerk für Druckmaschinen, mit einem am Maschinengestell
befestigten Sprühgehäuse, das sich parallel zu und entlang der zu befeuchtenden Walze
erstreckt, und einem Sprühventile tragenden Sprühbalken, der in Richtung radial zu
der Walze verstellbar am Sprühgehäuse angebracht ist.
[0002] Ein Sprühfeuchtwerk dieser Art ist aus der EP 1 009 633 B1 bekannt. Bei der bekannten
Vorrichtung befinden sich an beiden Enden eines Sprühbalkens Lagerträger, die am Sprühbalken
und/oder am Sprühgehäuse verstellbar gehalten sind, derart, dass der Sprühbalken und
damit die Sprühdüsen radial zur Walze verstellt werden können. Der Sprühbalken ist
als getrenntes Teil ausserhalb des Sprühgehäuses angeordnet, und in der Rückwand des
Sprühgehäuses befinden sich Öffnungen, in die die Sprühdüsen eingeführt werden können.
[0003] Durch die beanspruchte Lösung soll eine sehr einfache und genaue Positionseinstellung
des Sprühstrahls in Bezug auf die Walze möglich sein.
[0004] Die US-A 5,595,116 beschreibt ein Sprühfeuchtwerk, bei dem das Sprühgehäuse in zwei
Teile geteilt ist. Das in Bezug auf die Walze vordere Gehäuse ist fest am Gestell
angebracht, und das hintere Gehäuse, das die Ventile trägt, kann in Bezug auf das
Vordergehäuse in geringem Umfang eingestellt werden.
[0005] Die US-A 5,025,722 beschreibt ein Feuchtwerk, das eine Einstellung der Sprühventile
in Bezug zueinander, also eine Verkleinerung oder Vergrösserung der Abstände zwischen
den Sprühventilen ermöglicht und auf diese Weise die Einstellung der Überschneidung
der Sprühkegel gestattet.
[0006] Die DE 198 11 554 der Anmelderin beschreibt ein Sprühfeuchtwerk, bei dem der in Bezug
auf die Walze vordere Teil des Sprühgehäuses fest am Gestell montiert ist und der
hintere Teil, der die Sprühdüsen trägt, abgeklappt werden kann. Durch Aufklappen des
hinteren Teils des Sprühgehäuses werden die Sprühdüsen für Reinigungs- und Wartungsarbeiten
zugänglich, ohne dass eine weitere Demontage notwendig ist.
[0007] Von modernen Druckmaschinen wird häufig verlangt, dass sie für verschiedene Druckvorgänge
flexibel einsetzbar sind.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Sprühfeuchtwerk der eingangs
genannten Art zu schaffen, das in Bezug auf unterschiedliche Bahnbreiten und unterschiedliche
Anforderungen an Feuchtmittel rasch und einfach verstellbar ist.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss bei einem Sprühfeuchtwerk der obigen Art dadurch
gelöst, dass der Sprühbalken zusätzlich in seiner Längsrichtung parallel zur Walze
verstellbar ist.
[0010] Durch radiale Verstellung des Sprühbalkens und damit der Sprühdüsen in Bezug auf
die Walze können somit die Flächen der Walze, die von den Sprühmittel-Strahlen abgedeckt
werden, verändert werden. Der Sprühbalken ist aber darüber hinaus auch in seiner Längsrichtung
verstellbar, so dass er beispielsweise beim Bedrucken von geringeren Bahnbreiten zur
einen oder anderen Seite versetzt werden kann. Der Sprühbalken kann auch durch einen
längeren oder kürzeren Sprühbalken ersetzt werden. Es ergibt sich also insgesamt ein
sehr flexibles Befeuchtungssystem.
[0011] Vorzugsweise wird der Sprühbalken durch wenigstens zwei Halterungen getragen, die
längsverstellbar an dem Sprühbalken angeordnet sind. Dabei kann der Sprühbalken stufenlos
in Bezug auf die Halterungen verstellbar sein oder eine bestimmte Anzahl von vorgegebenen
Positionen aufweisen, in denen die Halterungen beispielsweise mit dem Sprühbalken
verrastbar sind. Bei einer zweckmässigen Ausführungsform umgreifen die Halterungen
den Sprühbalken von der unteren Seite her klammerförmig.
[0012] Andererseits sind die Halterungen im oder am Sprühgehäuse befestigt, und zwar derart,
dass eine Verstellung des Sprühbalkens radial zur Walze möglich ist. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform weisen die Halterungen gabelförmige Befestigungsleisten auf, die in
Richtung der Walze gerichtet sind und deren Finger Befestigungsbolzen am Boden des
Sprühgehäuses von beiden Seiten her einfassen. Durch eine Mutter, die auf die Befestigungsbolzen
gedreht wird, können die Befestigungsleisten in der gewünschten Position festgelegt
werden.
[0013] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- ist eine schematische perspektivische Darstellung des erfindungsgemässen Sprühfeuchtwerks
mit einem vergrössert dargestellten Detail;
- Fig. 2
- ist eine entsprechende Darstellung, in der sich der Sprühbalken in einer versetzten
Stellung befindet.
[0014] In Fig. 1 ist eine Walze, die beispielsweise zu einer insgesamt nicht dargestellten
Offset-Druckmaschine gehört, mit 10 bezeichnet worden. Angrenzend an die Walze und
parallel zu dieser befindet sich ein Sprühgehäuse 12 in der Form eines flachen, langgestreckten,
rechteckigen Kastens, dessen obere Wand zur Verdeutlichung fortgelassen ist. An den
beiden Stirnflächen 14,16 des Sprühgehäuses sind zylindrische Achszapfen 18,20 befestigt,
die in Lagerböcken 22,24 gelagert sind. Diese Lagerung kann gewünschtenfalls eine
gewisse Höhenjustierung und Neigungsverstellung des Sprühgehäuses 12 in Bezug auf
die Walze 10 zulassen.
[0015] Neben den bereits erwähnten Stirnflächen 14,16 weist das Sprühgehäuse 12 einen Boden
26 und die bereits erwähnte, nicht dargestellte obere Wand auf. Zur Walze hin ist
das Sprühgehäuse offen, wie es auch bei dem erwähnten Stand der Technik der Fall ist.
An der Rückseite, also der von der Walze 10 abgewandten Seite, wird das Sprühgehäuse
12 durch einen Sprühbalken 28 geschlossen. Dieser Sprühbalken 28 weist auf der der
Walze 10 zugewandten Seite Öffnungen 30,32,34,36 auf, die zum Einsetzen von nicht
gezeigten Sprühdüsen dienen.
[0016] Der Sprühbalken 28 ist an dem Sprühgehäuse 12 mit Hilfe von zwei Halterungen 38,40
befestigt, von denen eine in Fig. 1 und 2 in einer vergrösserten Detaildarstellung
gezeigt ist. Die Halterungen 38,40 werden beispielsweise gebildet durch Blechklammern,
die den Sprühbalken 28 von der unteren Seite her mit einer hinteren Lasche 42 und
zwei vorderen Laschen 44,46 erfassen. Durch geeignete Sicken am Sprühbalken kann dafür
gesorgt werden, dass die Klammern auf die Unterseite des Sprühbalkens aufgerastet
werden können.
[0017] Zwischen den beiden seitlichen Laschen 44,46 an der vorderen, d.h. der der Walze
10 zugewandten Seite geht von der Halterung 38 eine Befestigungsleiste 48 aus, die
an ihrem Ende gabelförmig geteilt ist und einem Gewindebolzen 50 am Boden 26 des Sprühgehäuses
von beiden Seiten her einfasst. Der Gewindebolzen 50 dient zur Aufnahme einer nicht
dargestellten Mutter, mit der die Befestigungsleiste 48 auf dem Boden 26 des Sprühgehäuses
12 festgeklemmt werden kann. Da die Befestigungsleiste 48 als offene Gabel ausgebildet
ist, kann der Sprühbalken 48 in Richtung der beiden angedeuteten Doppelpfeile in Richtung
zu der Walze 10 und in Gegenrichtung in gewissen Grenzen verstellt werden. Dadurch
können die Grösse des Sprühbildes auf der Walze und die Überschneidung der einzelnen
Sprühstrahlen verändert werden.
[0018] Auf der anderen Seite kann die Sprühleiste 28 in Richtung parallel zur Walze 10 verstellt
werden, indem sie in den klammerartigen Halterungen 38,40 in ihrer Längsrichtung verschoben
oder umgesetzt wird. Während sich der Sprühbalken 28 in Fig. 1 in einer zentrischen
Position in Bezug auf die Walze 10 und das Sprühgehäuse 12 befindet, ist der Sprühbalken
28 in Fig. 2 nach links in Bezug auf die Zeichnung versetzt angeordnet. Wie bereits
erwähnt, kann diese seitliche Verstellung des Sprühbalkens stufenlos oder auch in
vorgegebenen Schritten möglich sein.
[0019] Der Sprühbalken 28 kann auch relativ leicht von den Halterungen abgenommen und durch
einen anderen Sprühbalken ersetzt werden, beispielsweise einem längeren Sprühbalken,
der die gesamte Länge des Sprühgehäuses 12 abdeckt.
1. Sprühfeuchtwerk für Druckmaschinen, mit einem am Maschinengestell befestigten Sprühgehäuse
(12), das sich parallel zu und entlang der zu befeuchtenden Walze (10) erstreckt,
und einem Sprühventile tragenden Sprühbalken (28), der in Richtung radial zu der Walze
(10) verstellbar am Sprühgehäuse (12) angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sprühbalken (12) zusätzlich in seiner Längsrichtung parallel zur Walze (10) verstellbar
ist.
2. Sprühfeuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sprühbalken (28) durch wenigstens zwei Halterungen (38,40) längsverstellbar gehalten
wird, die ihrerseits radial zur Walze (10) verstellbar im oder am Sprühgehäuse (12)
befestigt sind.
3. Sprühfeuchtwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterungen (38,40) am Boden des Sprühgehäuses radial zur Walze (10) verstellbar
befestigt sind.
4. Sprühfeuchtwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterungen (38,40) gabelförmige, zur Walze (10) gerichtete Befestigungsleisten
(48) umfassen, deren Finger Befestigungsbolzen (50) am Boden (26) des Sprühgehäuses
(12) einfassen.
5. Sprühfeuchtwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sprühbalken (28) an den Halterungen (38,40) in mehreren Längspositionen des Sprühbalkens
(28) festlegbar, insbesondere verrastbar ist.
6. Sprühfeuchtwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterungen (38,40) den Sprühbalken (28) klammerförmig von der Unterseite her
umgreifen.