[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschine zum Bedrucken von Hohlkörpern wie Hülsen, Tuben,
Dosen oder dergleichen.
[0002] Zum Bedrucken von Hülsen, Tuben, Dosen oder sonstigen Hohlkörpern werden bisher in
den meisten Fällen Offset-Druckmaschinen eingesetzt, wie sie beispielsweise aus der
DE 10016408 A1 der Anmelderin hervorgehen. Diese Maschinen enthalten einen rotationsangetriebenen
Spindelteller, der, in Rotationsrichtung verteilt, mit einer Vielzahl von Aufnahmespindeln
bestückt ist, auf die die zu bedruckenden Hohlkörper aufgesteckt werden. Der Farbauftrag
geschieht in einer am Umfang des Spindeltellers angeordneten Druckstation mittels
eines ein Gummituch tragenden Druckzylinders, der die Farbe von an seinem Umfang angeordneten
Farbwerken erhält und auf den momentan in der Druckstation positionierten Hohlkörper
als Gesamtbild überträgt.
[0003] Durch den Offset-Druck lassen sich nur relativ geringe Farbschichtdicken auf die
Hohlkörper aufbringen. Er eignet sich daher weniger zum Bedrucken von aus transparentem
Material bestehenden Hohlkörpern. Die hierbei erzeugbaren dünnen Farbschichten wirken
blass und durchscheinend.
[0004] Nach Kenntnis der Anmelderin hat man daher für solche Fälle auch schon Flachsiebdruckverfahren
vorgeschlagen. Dabei wird ein mit vertikaler Drehachse positionierter Rundschalttisch
eingesetzt, von dem radial Aufnahmespindeln für die zu bedruckenden Hohlkörper wegragen,
welche nacheinander in über den Umfang verteilten Druckstationen positioniert werden.
In den Druckstationen erfolgt für jede Farbe ein gesonderter Farbauftrag, indem ein
mit der betreffenden Farbe beschicktes Flachsieb, unter Mitwirkung einer stationären
Rakel, über den Hohlkörper hinweggeführt wird, sodass sich dieser an der Unterseite
des Flachsiebes abwälzt. Mit einer solchen Anordnung lassen sich aufgrund des direkten
Farbauftrages zwar relativ große Farbschichtdicken erzeugen. Schwierig ist jedoch
der Einsatz zum Bedrucken von große Durchmesser aufweisenden Hohlkörpern, da hier
Flachsiebe mit großen Abmessungen erforderlich sind, die zu einem sehr voluminösen
Maschinenaufbau führen und relativ große Taktzeiten mit entsprechend geringer Druckgeschwindigkeit
zur Folge haben.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Druckmaschine für Hohlkörper
zu schaffen, die bei kompakten Abmessungen mit hoher Druckgeschwindigkeit eine hohe
Farbschichtdicke auf Hohlkörpern erzeugen kann.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Maschine zum Bedrucken von Hohlkörpern wie Hülsen,
Tuben, Dosen oder dergleichen
- mit einem getaktet in Rotation versetzbaren, eine horizontale Drehachse aufweisenden
Spindelteller, der in seiner Rotationsrichtung mit Abstand aufeinanderfolgende Spindeleinheiten
trägt, die jeweils mit einer parallel zu der Drehachse ausgerichteten Aufnahmespindel
ausgestattet sind, auf die jeweils ein zu bedruckender Hohlkörper aufsteckbar ist
und die bei der Rotation des Spindeltellers eine Spindelbahnkurve durchlaufen,
- mit mehreren entlang der Spindelbahnkurve verteilten Druckstationen, die jeweils ein
Rotationssiebdruckwerk aufweisen, das ein hohlzylindrisches, parallel zu den Aufnahmespindeln
ausgerichtetes Rotationssieb enthält, das sich am Außenumfang des auf der momentan
in der betreffenden Druckstation positionierten Aufnahmespindel sitzenden Hohlkörpers
unter gleichzeitigem Farbauftrag abwälzen kann,
- und mit mehreren Trocknungsstationen, die entlang der Spindelbahnkurve verteilt zwischen
jeweils aufeinanderfolgenden Druckstationen angeordnet sind und die jeweils einen
Strahlungstrockner enthalten, der in der Lage ist, den auf der momentan in der betreffenden
Trocknungsstation positionierten Aufnahmespindel sitzenden Hohlkörper zum Trocknen
der zuvor aufgebrachten Farbe zu bestrahlen.
[0007] Auf diese Weise können Hohlkörper wie beispielsweise Hülsen, Tuben, Dosen, Gläser
oder dergleichen auf einer sehr kompakt bauenden Maschine mit geringen Taktzeiten
zuverlässig mehrfarbig bedruckt werden. In den über wenigstens einen Teil des Umfanges
des Spindeltellers verteilten Druckstationen erfolgt mittels dort platzierter Rotationssiebdruckwerke
ein unmittelbarer Farbauftrag auf den momentan in der betreffenden Druckstation platzierten
Hohlkörper, wobei der Einsatz parallel zu den Aufnahmespindeln ausgerichteter hohlzylindrischer
Rotationssiebe eine Anordnung mehrerer Druckstationen auf engstem Raum zulässt. Aufgrund
der zwischen den Druckstationen vorgesehenen Trocknungsstationen kann die aufgebrachte
Farbe in kürzester Zeit getrocknet werden, sodass der Hohlkörper sehr schnell für
den nächsten Farbauftrag in der folgenden Druckstation zur Verfügung steht. Der Trocknungsvorgang
geht aufgrund der eingesetzten Bestrahlungstechnik - vorzugsweise kommt ultraviolette
Strahlung (UV-Strahlung) oder Infrarot-Strahlung (IR-Strahlung) zum Einsatz - sehr
rasch vonstatten und läuft in wesentlich kürzerer Zeit ab als im Falle des Einsatzes
einer rein thermischen Trocknung. Die zum Bedrucken eines Hohlkörpers benötigte Zeitdauer
ist somit insgesamt sehr kurz.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0009] Da die Rotationssiebdruckwerke in der Regel über etwas größere Abmessungen verfügen
als die Strahlungstrockner, ist es vorteilhaft, die Rotationssiebdruckwerke radial
außerhalb und die Strahlungstrockner radial innerhalb der Spindelbahnkurve anzuordnen.
[0010] Der Abstand zwischen jeweils aufeinanderfolgenden Druckstationen und Trocknungsstationen
entspricht zweckmäßigerweise jeweils einem Rotationstakt des Spindeltellers. Ein in
einer Druckstation bedruckter Hohlkörper wird somit beim nächsten Rotationstakt in
die nachfolgende Trocknungsstation verbracht und dort getrocknet, wobei er durch den
sich dann anschließenden nächsten Rotationstakt in die folgende Druckstation verbracht
wird. Eine jeweilige Aufnahmespindel und somit der auf ihr sitzende Hohlkörper führen
zweckmäßigerweise auch in der Trocknungsstation eine Rotationsbewegung aus.
[0011] Zwei jeweils aufeinanderfolgende Druckstationen können besonders nahe beieinander
angeordnet werden, mit der Folge der Ermöglichung besonders kompakter Maschinenabmessungen,
wenn Abschirmmittel vorhanden sind, die einen Übertritt der in einer Trocknungsstation
erzeugten Trocknungsstrahlung auf die dieser Trocknungsstation vor- und nachgeordneten
Druckstationen verhindern oder zumindest einschränken. Es kann auf diese Weise insbesondere
verhindert werden, dass die Rotationssiebe der benachbarten Druckstationen bestrahlt
und die darin oder daran befindliche Farbe getrocknet wird. Außerdem wird verhindert,
dass die momentan im Aufbringen auf einen Hohlkörper befindliche Farbe zu früh trocknet,
sodass der Farbe eine ausreichende Verlaufszeit zur Verfügung steht, um ein geschlossenes,
qualitativ hochwertiges Druckbild zu erhalten.
[0012] In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn die Abschirmmittel über
Abschirmelemente verfügen, die zwischen jeweils benachbarten Aufnahmespindeln direkt
am Spindelteller angeordnet sind und somit dessen getaktete Rotationsbewegung mitmachen.
Es erübrigen sich auf diese Weise aufwendige und für die Betätigung viel Zeit beanspruchende
Mechaniken, um Abschirmelemente abwechselnd innerhalb und außerhalb des zwischen benachbarten
Aufnahmespindeln liegenden Zwischenraumes zu platzieren.
[0013] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind die Abschirmelemente mit einem
oder mehreren, von Kühlmittel durchströmten Kühlmittelkanälen ausgestattet. Auf diese
Weise übernehmen die Abschirmelemente gleichzeitig die Funktion von Kühlelementen,
die eine wirksame Reduzierung der durch die Trocknungsstrahlung erhöhten Oberflächentemperatur
der Hohlkörper bewirken. Die Oberflächentemperatur kann somit auf ein für den nachfolgenden
Bedruckvorgang optimales Maß verringert werden, um zu vermeiden, dass die Farbe, aufgrund
einer zu hohen Hohlkörpertemperatur, beim sich anschließenden neuerlichen Farbauftrag
zu schnell trocknet.
[0014] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung eine horizontale Vorderansicht einer bevorzugten Bauform
der erfindungsgemäßen Druckmaschine,
- Fig. 2
- eine teilweise geschnittene Draufsicht der Druckmaschine aus Fig. 1 gemäß Schnittlinie
II-II, wobei aus Gründen der Vereinfachung nur zwei der am Spindelteller angeordneten
Vielzahl von Aufnahmespindeln gezeigt sind,
- Fig. 3
- den in Fig. 1 gekennzeichneten Ausschnitt III der Druckmaschine in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 4
- einen Schnitt gemäß Schnittlinie IV-IV durch die Anordnung aus Fig. 3 ohne Darstellung
der Rotationssiebdruckwerke und
- Fig. 5
- eine radial orientierte Ansicht gemäß Pfeil V der Anordnung aus Fig. 3, wiederum ohne
Abbildung der Rotationssiebdruckwerke.
[0015] Die in ihrer Gesamtheit mit Bezugsziffer 1 bezeichnete Druckmaschine enthält unter
anderem eine Zufuhr-Fördereinrichtung 2 und eine Abfuhr-Fördereinrichtung 3, die jeweils
dem peripheren Bereich eines durch einen nicht näher dargestellten Antrieb getaktet
in Rotation versetzbaren Spindeltellers 4 zugeordnet sind. Mit der Zufuhr-Fördereinrichtung
2 können zu bedruckende Hohlkörper 5 dem Spindelteller 4 zugeführt werden. Durch die
Abfuhr-Fördereinrichtung 3 können bereits bedruckte Hohlkörper 5 vom Spindelteller
4 übernommen und abtransportiert werden.
[0016] Im Einzelnen kann der Spindelteller 4 im Betrieb taktweise zu einer Rotationsbewegung
um eine Drehachse 6 mit einer durch einen gezackten Pfeil angedeuteten Rotationsrichtung
7 angetrieben werden. Die Drehachse 6 ist horizontal ausgerichtet.
[0017] Der Spindelteller 4 ist mit einer Mehrzahl von in der Rotationsrichtung 7 mit Abstand
aufeinanderfolgenden Spindeleinheiten 8 ausgestattet, die jeweils eine Aufnahmespindel
12 mit zur Drehachse 6 paralleler Spindelachse 13 enthalten.
[0018] Die Spindeleinheiten 8 und somit auch die Aufnahmespindeln 12 befinden sich im peripheren
Bereich des Spindeltellers 4. Jede Spindeleinheit 8 verfügt über eine Lagereinrichtung
14, die im Bereich des äußeren Randes des scheibenförmigen Tellerkörpers 15 des Spindeltellers
4 angeordnet ist und ausgehend von der die zugeordnete Aufnahmespindel 12 an der Vorderseite
des Tellerkörpers 15 wegragt. Sämtliche Aufnahmespindeln 12 befinden sich an der Vorderseite
des Tellerkörpers 15, wobei sie in gleichmäßigen Abständen entlang des Umfanges des
Tellerkörpers 15 verteilt angeordnet sind.
[0019] Jede Aufnahmespindel 12 ist drehfest mit einem rad- oder walzenförmigen Antriebselement
16 gekoppelt, das an der Rückseite des Tellerkörpers 15 vorsteht.
[0020] Bei der getakteten Rotation des Spindeltellers 4 durchlaufen die Aufnahmespindeln
12 eine zur Drehachse 6 konzentrische Spindelbahnkurve 17.
[0021] Auf die Aufnahmespindeln 12 können zu bedruckende Hohlkörper 5 lösbar drehfest aufgesteckt
werden. Das Aufstecken geschieht durch die mit geeigneten Transfermitteln 18 ausgestattete
Zufuhr-Fördereinrichtung 2. In vergleichbarer Weise erfolgt die Entnahme bereits bedruckter
Hohlkörper 5 durch die Abfuhr-Fördereinrichtung 3.
[0022] Zur Fixierung des auf einer Aufnahmespindel 12 sitzenden Hohlkörpers 5 sind einer
jeweiligen Aufnahmespindel 12 nicht näher gezeigte Haltemittel zugeordnet, die beispielsweise
auf der Basis von Magnetkräften oder auf der Basis von Unterdruck arbeiten. Bevorzugt
mündet stirnseitig vorne an jeder Aufnahmespindel 12 ein Unterdruckkanal aus, der
an eine Unterdruckquelle angeschlossen ist, um den aufgesteckten Hohlkörper 4 durch
Vakuum festzuhalten.
[0023] Mit Bezug auf die Rotationsrichtung 7 zwischen der Zufuhr-Fördereinrichtung 2 und
der Abfuhr-Fördereinrichtung 3 befindet sich eine sich entlang eines Teils des Umfanges
des Spindeltellers 4 erstreckende Farbauftragszone 22. In ihr werden die auf den Aufnahmespindeln
12 sitzenden Hohlkörper 5 am Außenumfang mit Farbe bedruckt.
[0024] Wiederum bezogen auf die Rotationsrichtung 7, kann zwischen der Farbauftragszone
22 und der Abfuhr-Fördereinrichtung 3 noch eine Lackiereinrichtung 23 angeordnet sein,
in der die bedruckten Hohlkörper 5 abschließend mit einem Schutzlack, insbesondere
einem Klarlack, überlackiert werden.
[0025] Zumindest beim Hindurchlaufen durch die Farbauftragszone 22 und zweckmäßigerweise
auch beim Durchlaufen der optional vorgesehenen Lackiereinrichtung 23 werden die Aufnahmespindeln
12 einschließlich der auf ihnen sitzenden Hohlkörper 5 kontinuierlich um die Spindelachse
13 gedreht. Zu diesem Zweck enthält die Druckmaschine 1 eine oder mehrere, insbesondere
ortsfest angeordnete Antriebseinheiten 24, mit denen die Antriebselemente 16 der Aufnahmespindeln
12 zumindest während des Verbleibes in der Farbauftragszone 22 antriebsmäßig gekoppelt
werden, sodass die Aufnahmespindeln 12 während des gesamten Bedruckens der auf ihnen
sitzenden Hohlkörper 5 kontinuierlich mit der gleichen Richtung um die Spindelachse
13 rotieren.
[0026] In der Farbauftragszone 22 befinden sich mehrere, entlang der Spindelbahnkurve 17
verteilte Druckstationen 25 sowie mehrere, ebenfalls entlang der Spindelbahnkurve
17 verteilte Trocknungsstationen 26. Dabei ist zwischen jeweils aufeinanderfolgenden
Druckstationen 25 eine Trocknungsstation 26 vorgesehen. Vorzugsweise schließt sich
auch noch an die in der Rotationsrichtung 7 letzte Druckstation 25 eine Trocknungsstation
26 an.
[0027] Jede Druckstation 25 ist mit einem Rotationssiebdruckwerk 27 ausgestattet. Jedes
Rotationssiebdruckwerk 27 verfügt über ein Gehäuse 28 mit einem daran drehgelagerten
hohlzylindrischen Sieb, das während seines Betriebes zu einer Rotationsbewegung um
seine Siebachse 32 angetrieben wird und daher als Rotationssieb 33 bezeichnet sei.
Für den Drehantrieb des Rotationssiebes 33 ist jedes Rotationssiebdruckwerk 27 mit
einer eigenen Drehantriebseinrichtung 34 ausgestattet.
[0028] Die Rotationssiebe 33 sind so ausgerichtet, dass ihre längsverlaufenden Siebachsen
32 parallel zu den Spindelachsen 13 angeordnet sind. Die Rotationssiebe 33 sind so
platziert, dass sie, mit Bezug auf die Spindelachsen 13, auf gleicher axialer Höhe
mit demjenigen Bereich der Aufnahmespindel 12 liegen, der mit einem Hohlkörper 5 bestückbar
ist.
[0029] Wenn durch entsprechende rotationsmäßige Positionierung des Spindeltellers 4 eine
Aufnahmespindel 12 in einer Druckstation 25 positioniert ist, liegt das Rotationssieb
33 des zugeordneten Rotationssiebdruckwerkes 27 am Außenumfang des auf der betreffenden
Aufnahmespindel 12 sitzenden Hohlkörpers 5 an.
[0030] An den beiden Stirnseiten eines jeweiligen Rotationssiebes 33 befindet sich eine
Abschlusswand 35, sodass ein Sieb-Innenraum 37 definiert wird, der über eine Zuleitung
36 mit Farbe befüllbar ist. Eine in dem Sieb-Innenraum 37 angeordnete ortsfeste Rakel
38 liegt in dem der Spindelbahnkurve 17 zugewandten Farbauftragsbereich 42 an der
zylindrischen Innenfläche des Rotationssiebes 33 an und bewirkt, dass die Farbe bei
der Rotation des Rotationssiebes 33 durch die Sieblöcher hindurchgedrückt wird und
auf den Außenumfang des in der zugehörigen Druckstation 25 positionierten Hohlkörpers
5 aufgetragen wird, auf dem sich das Rotationssieb 33 abwälzt.
[0031] In jeder Druckstation 25 wird eine andere Farbe auf die Hohlkörper 5 aufgebracht.
Damit diese Farben nicht ineinander verlaufen, erfolgt vor dem neuerlichen Bedrucken
eines Hohlkörpers 5 mit einer weiteren Farbe ein Trocknen der zuvor aufgebrachten
Farbe. Dies geschieht in den Trocknungsstationen 26, wobei eine besondere Trocknungseffektivität
durch den Umstand erzielt wird, dass zum Trocknen in jeder Trocknungsstation 26 ein
Strahlungstrockner 43 eingesetzt wird, der die momentan in der betreffenden Trocknungsstation
26 befindliche Aufnahmespindel mit einer energiereichen Trocknungsstrahlung bestrahlt.
Bei der Strahlung handelt es sich insbesondere um ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung)
oder Infrarotstrahlung (IR-Strahlung), sodass die Strahlungstrockner 43 dementsprechend
als UV-Trockner oder IR-Trockner ausgebildet sind.
[0032] Die Aufnahmespindeln 12 sind nicht nur während des Aufenthalts in den Druckstationen
25, sondern auch während ihres Aufenthaltes in den Trocknungsstationen 26 drehangetrieben,
sodass eine vollumfängliche Trocknung stattfindet, auch wenn sich die Bestrahlungszone
44 auf einen Abschnitt des Umfanges der Aufnahmespindel 12 bzw. des darauf sitzenden
Hohlkörpers 5 beschränkt.
[0033] Eine besonders kompakte Anordnung ist möglich, wenn sich die Rotationssiebdruckwerke
27 einerseits und die Strahlungstrockner 43 andererseits auf entgegengesetzten Seiten
der Spindelbahnkurve 17 befinden. Da die Rotationssiebdruckwerke 27 in der Regel voluminöser
als die Strahlungstrockner 43 ausgebildet sind, ist beim Ausführungsbeispiel die vorteilhafte
Anordnung getroffen, wonach die Rotationssiebdruckwerke 27 radial außerhalb und die
Strahlungstrockner 43 radial innerhalb der Spindelbahnkurve 17 platziert sind.
[0034] Bevorzugt sind die Strahlungstrockner 43 an den Rotationssiebdruckwerken 27 befestigt
und über diese am Gestell 45 der Druckmaschine 1 verankert. Die Rotationssiebdruckwerke
27 sind beispielsweise über Träger 46 am Maschinengestell 45 gehalten.
[0035] Die Strahlungstrockner 43 enthalten jeweils eine Strahlungsquelle 47, beispielsweise
eine UV-Lampe oder eine IR-Lampe, die parallel zu den Aufnahmespindeln 12 ausgerichtet
ist und die so platziert ist, dass sie mit einem gewissen Abstand neben dem mit einem
Hohlkörper 5 zu bestückenden Längenabschnitt der jeweils in der Trocknungsstation
platzierten Aufnahmespindel 12 liegt. Die Strahlungsquelle 47 ist von einem Reflektor
48 umgeben, der die Trocknungsstrahlung fokussiert und dafür sorgt, dass sie in der
gewünschten Bestrahlungszone 44 auf den Außenumfang des dort positionierten Hohlkörpers
5 trifft.
[0036] Der in der Rotationsrichtung 7 gemessene Abstand zwischen jeweils aufeinanderfolgenden
Druckstationen 25 und Trocknungsstationen 26 ist vorzugsweise so bemessen, dass er
genau einem Rotationstakt des Spindeltellers 4 entspricht. Jede Aufnahmespindel 12
wird somit, beim Durchlaufen der Farbauftragszone 22, durch jeden Rotationstakt zwischen
einer Druckstation und einer Trocknungsstation verlagert. In der jeweiligen Station
verbleibt die Aufnahmespindel 12 so lange, bis der Druck- bzw. Trocknungsvorgang in
der gewünschten Weise abgeschlossen ist.
[0037] Um zu verhindern, dass der Druckvorgang in den benachbarten Druckstationen 25 durch
die erzeugte Trocknungsstrahlung beeinträchtigt wird, ist die Druckmaschine 1 mit
Abschirmmitteln 52 ausgestattet, die einen unerwünschten Übertritt der Trocknungsstrahlung
verhindern. Auch wenn durch eine optimierte Gestaltung des Reflektors 48 gewährleistet
wird, dass die Trocknungsstrahlung zielgerichtet auf den zu trocknenden Hohlkörper
5 fällt, können Reflexionen der Strahlung, die ein Bestrahlen auch der vor- und nachgeordneten
Druckstationen bewirken, durch die Reflektorgestaltung allein in der Regel nicht ausgeschlossen
werden. Die Abschirmmittel 52 verhindern nun jedoch, dass unerwünschte Strahlungsanteile,
beispielsweise reflektierte Strahlungsanteile, zu den benachbarten Druckstationen
25 gelangen.
[0038] Bevorzugt enthalten die Abschirmmittel 52 zwischen jeweils benachbarten Aufnahmespindeln
12 angeordnete, vom Spindelteller 4 selbst getragene Abschirmelemente 53. Beim Ausführungsbeispiel
sind längliche, plattenförmig gestaltete Abschirmelemente 53 vorgesehen, die einenends
am Tellerkörper 15 befestigt sind und ausgehend von dem Tellerkörper, zwischen in
der Rotationsrichtung 7 jeweils benachbarten Aufnahmespindeln 12, parallel zu den
Aufnahmespindeln 12 frei endend nach vorne ragen.
[0039] Die Abschirmelemente 53 haben zweckmäßigerweise eine etwa dem Durchmesser der Aufnahmespindeln
12 entsprechende Höhe und besitzen vorzugsweise, an den den benachbarten Aufnahmespindeln
12 zugewandten Längsseiten, etwa entsprechend der Krümmung der Aufnahmespindeln 12
gekrümmte konkave Seitenwände 54.
[0040] Auf diese Weise sind die Abschirmelemente 53 in der Lage, den gesamten in der Rotationsrichtung
7 gemessenen Zwischenraum zwischen benachbarten Aufnahmespindeln 12 annähernd zu überbrücken.
Die vom Strahlungstrockner 43 erzeugte Trocknungsstrahlung ist somit an einem Durchtritt
durch diesen Zwischenraum und an einem Bestrahlen der benachbarten Aufnahmespindeln
12 und Rotationssiebe 33 gehindert.
[0041] Die Länge der Abschirmelemente 53 entspricht zweckmäßigerweise zumindest der Länge
der Aufnahmespindeln 12. Bevorzugt ragen die Abschirmelemente 53 jedoch ein Stück
weit über die Aufnahmespindeln 12 hinaus, was aus Fig. 5 gut ersichtlich ist.
[0042] Während beim Ausführungsbeispiel die Abschirmelemente 53 über ihre gesamte Breite
hinweg eine etwa konstante Höhe besitzen, wäre es prinzipiell auch möglich, lediglich
die beiden Seitenwände 54 entsprechend hoch auszubilden und dazwischen eine Verbindungsplatte
mit geringerer Höhe vorzusehen.
[0043] Durch die konkave Krümmung der Seitenwände 54 kann der Außenumfang der Aufnahmespindeln
12 bzw. der darauf sitzenden Hohlkörper 5 über einen großen Teil seines Umfanges hinweg
wirksam abgeschirmt werden, ohne den Bedruckvorgang zu beeinträchtigen.
[0044] Jeder Strahlungstrockner 43 ist zweckmäßigerweise auch mit einem Schutzgehäuse 55
ausgestattet, das denjenigen Bereich, in dem die Strahlungstrocknung stattfindet,
umschließt. Auf diese Weise wird eine weitere Abschirmung erzielt. An den in und entgegen
der Rotationsrichtung 7 weisenden Seiten vorgesehene schlitzartige Durchtrittsöffnungen
56 des Schutzgehäuses 55 liegen auf der Spindelbahnkurve 17 und verfügen über einen
ausreichenden Querschnitt, um den mit Hohlkörpern 5 bestückten Aufnahmespindeln 12
bei der getakteten Rotation den Ein- und Austritt zu ermöglichen.
[0045] Beim Ausführungsbeispiel haben die Abschirmelemente 53 eine Doppelfunktion, indem
sie zusätzlich zu der Abschirmung auch dazu dienen, die auf den in und entgegen der
Rotationsrichtung 7 benachbarten Aufnahmespindeln 12 sitzenden Hohlkörper zu kühlen.
In diesem Zusammenhang sind die Abschirmelemente 53 jeweils mit einem oder mehreren
Kühlmittelkanälen 57 ausgestattet, die an einen Kühlmittelkreislauf angeschlossen
sind und durch die hindurch ein flüssiges oder gasförmiges Kühlmittel zirkuliert.
Beim Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Kühlmittelkanäle 57 innerhalb der ansonsten
aus Vollmaterial bestehenden metallischen Abschirmelemente 53. Der gemeinsame Anschluss
der Kühlmittelkanäle 57 an das nicht näher gezeigte Kühlaggregat erfolgt zweckmäßigerweise
durch die Nabe 58 des Spindeltellers 4 hindurch, wobei die Kühlmittelkanäle 57 auch
den Tellerkörper 15 durchsetzen und/oder von am Tellerkörper 15 befestigten Kühlmittelleitungen
gebildet sind.
[0046] Durch das strömende Kühlmittel werden die Abschirmelemente 53 auf niedrige Temperatur
gebracht, sodass an den den Aufnahmespindeln 12 zugewandten Seitenwänden 54 eine Kältestrahlung
hervorgerufen wird, die die Außenoberfläche der durch die Trocknungsstrahlung erwärmten
Hohlkörper kühlt und somit einer den nachfolgenden Druckvorgang beeinträchtigenden
starken Temperaturerhöhung entgegenwirkt.
1. Maschine zum Bedrucken von Hohlkörpern wie Hülsen, Tuben, Dosen oder dergleichen,
- mit einem getaktet in Rotation versetzbaren, eine horizontale Drehachse (6) aufweisenden
Spindelteller (4), der in seiner Rotationsrichtung (7) mit Abstand aufeinanderfolgende
Spindeleinheiten (8) trägt, die jeweils mit einer parallel zu der Drehachse (6) ausgerichteten
Aufnahmespindel (12) ausgestattet sind, auf die jeweils ein zu bedruckender Hohlkörper
(5) aufsteckbar ist und die bei der Rotation des Spindeltellers (4) eine Spindelbahnkurve
(17) durchlaufen,
- mit mehreren entlang der Spindelbahnkurve (17) verteilten Druckstationen (25), die
jeweils ein Rotationssiebdruckwerk (27) aufweisen, das ein hohlzylindrisches, parallel
zu den Aufnahmespindeln (12) ausgerichtetes Rotationssieb (33) enthält, das sich am
Außenumfang des auf der momentan in der betreffenden Druckstation (25) positionierten
Aufnahmespindel (12) sitzenden Hohlkörpers (5) unter gleichzeitigem Farbauftrag abwälzen
kann,
- und mit mehreren Trocknungsstationen (26), die entlang der Spindelbahnkurve (17)
verteilt zwischen jeweils aufeinanderfolgenden Druckstationen (25) angeordnet sind
und die jeweils einen Strahlungstrockner (43) enthalten, der in der Lage ist, den
auf der momentan in der betreffenden Trocknungsstation (26) positionierten Aufnahmespindel
(12) sitzenden Hohlkörper (5) zum Trocknen der zuvor aufgebrachten Farbe zu bestrahlen.
2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationssiebdruckwerke (27) radial außerhalb und die Strahlungstrockner (43)
radial innerhalb der Spindelbahnkurve (17) angeordnet sind.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen jeweils aufeinanderfolgenden Druckstationen (25) und Trocknungsstationen
(26) einem Rotationstakt des Spindeltellers (4) entspricht.
4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch Abschirmmittel (52) zum Verhindern oder zumindest Einschränken eines Übertritts der
in einer Trocknungsstation (26) erzeugten Trocknungsstrahlung auf die dieser Trocknungsstation
(26) vor- und nachgeordneten Druckstationen (25).
5. Maschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmmittel (52) zwischen jeweils benachbarten Aufnahmespindeln (12) angeordnete,
vom Spindelteller (4) getragene Abschirmelemente (53) aufweisen.
6. Maschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) frei auskragend am Spindelteller (4) befestigt sind.
7. Maschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Abschirmelemente (53) zumindest der Länge der Aufnahmespindeln (12)
entspricht.
8. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) annähernd den gesamten Zwischenraum zwischen in Rotationsrichtung
(7) benachbarten Aufnahmespindeln (12) überbrücken.
9. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53), zumindest an den den benachbarten Aufnahmespindeln (12)
zugewandten Längsseiten, eine zumindest dem Durchmesser der Aufnahmespindeln (12)
entsprechende Höhe aufweisen.
10. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) an den den benachbarten Aufnahmespindeln (12) zugewandten
Längsseiten eine gekrümmte, sich ein Stück weit entlang des Umfanges der betreffenden
Aufnahmespindel (12) erstreckende Seitenwand (54) besitzen.
11. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) plattenförmig mit einer etwa dem Durchmesser der Aufnahmespindeln
(12) entsprechenden Höhe und mit etwa entsprechend der Krümmung der Aufnahmespindeln
(12) gekrümmten konkaven Seitenwänden ausgebildet sind.
12. Maschine nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) gleichzeitig als Mittel zur Kühlung der auf den benachbarten
Aufnahmespindeln (12) sitzenden Hohlkörper (5) ausgebildet sind.
13. Maschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschirmelemente (53) mit einem oder mehreren, zum Hindurchleiten von Kühlmittel
vorgesehenen Kühlmittelkanälen (57) ausgestattet sind.
14. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmespindeln (12) während ihres Aufenthaltes in den Trocknungsstationen (26)
zu einer Rotationsbewegung um ihre Spindelachse (13) antreibbar sind.
15. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Strahlungstrockner (43) ein Schutzgehäuse (55) aufweist, in dem die Strahlungstrocknung
stattfindet und das in die Spindelbahnkurve (17) hineinragt, wobei es in und entgegen
der Rotationsrichtung (7) orientierte schlitzartige Durchtrittsöffnungen (56) für
den Ein- und Austritt der Aufnahmespindeln (12) aufweist.
16. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungstrockner (43) als UV-Trockner oder IR-Trockner ausgebildet sind.