[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine wasserdichte Dehnfugenkonstruktion in Bauwerken
für Strassenfahrzeuge, mit zwei eine Bauwerksfuge seitlich begrenzenden Bauwerksteilen,
einer darin verankerten metallischen Unterkonstruktion mit einer Auflagefläche für
eine fixierbare Dehnungsmatte aus elastischem Material zur Überbrückung der Bauwerksfuge,
welche Dehnungsmatte mit der Verschleissschicht der Fahrbahn oberflächenbündig ist.
Weiter betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung und die Verwendung
einer Dehnfugenkonstruktion
[0002] Die wesentliche Aufgabe einer Dehnfugenkonstruktion für Bauwerke bzw. deren Fahrbahn
besteht im Ausgleich physikalisch bedingter Bewegungen, beispielsweise eines Bruckenüberbaus.
[0003] Temperaturschwankungen, Kriechen und Schwinden bei Spann- und Stahlbetonüberbauten
sowie Verkehrslasten sind die hauptsächlichen Ursachen für regelmässig auftretende,
jedoch berechenbare Verschiebungen an Brückenbauwerken. Die auftretenden Längenänderungen
müssen von der Dehnfugenkonstruktion zuverlässig aufgenommen und ausgeglichen werden.
[0004] Eine Dehnfugenkonstruktion muss in der Lage sein, ausser der Hauptbewegung in Langsrichtung
auch noch auftretende Querverschiebungen und Verdrehungen bezüglich aller drei Raumachsen
aufnehmen zu können.
[0005] Weitere wesentliche Anforderungen an eine Dehnfugenkonstruktion sind die Dichtheit
gegen Wasser und Schmutz, die Dämpfung von Geräuschen, die einfache Zugänglichkeit
bei Wartungsarbeiten und eine lange Lebensdauer aller Einzelkomponenten und ihrer
Gesamtheit.
[0006] Die Dehnungsmatten bilden mit der Verschleissschicht des Belages eine praktisch ebene,
fugenfreie Fläche. Dadurch ist auch mit schweren Fahrzeugen ein stossfreies und nahezu
geräuschloses Überfahren der Dehnfugenkonstruktion gewährleistet. Die üblichen Dehnfugenkonstruktionen
sind ausserdem wasserdicht und dank der Fugenlosigkeit schmutzabweisend. Sie bilden
nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für Fussgänger und Radfahrer eine hohe Verkehrssicherheit.
[0007] Die Dehnungsmatten sind als massive Profile aus vulkanisiertem Gummi oder einem entsprechendem
Kunststoff mit vergleichbaren Eigenschaften ausgebildet. Die Anforderungen an Dehnungsmatten
sind in verschiedenster Hinsicht sehr hoch, sie müssen beispielsweise zugfest sein,
einen geringen Abrieb haben, insbesondere gegen Salzwasser und Oel chemisch resistent
und bruchresistent sein.
[0008] In der DE 4104401 C1 wird eine Dehnfugenkonstruktion beschrieben, welche beidseits
einer Bauwerksfuge, ein metallisches Tragprofil und ein elastisches Brückenprofil
umfasst. Das elastische Brückenprofil, wie hier die Dehnungsmatte genannt wird, ist
an den Tragprofilen anklemmbar Zu diesem Zweck ist jedem Tragprofil ein L-förmiger
Längssteg und ein rechteckförmiger Längssteg mit Fixierleisten zugeordnet. Das System
von Fixierleisten dient insbesondere der Wasserabdichtung. Dies ist zweifelsohne von
Vorteil, die Adaptionsfähigkeit der Dehnfugenkonstruktion bezüglich des Fahbahnniveaus
bleibt jedoch gering.
[0009] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, eine Dehnfugenkonstruktion der eingangs
genannten Art und ein Verfahren zu deren Herstellung zu schaffen, die bei einer Fahrbahnsanierung
mit möglichst geringem Material- und Arbeitsaufwand adaptiert werden können.
[0010] Bezüglich der Vorrichtung wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass
die Dehnfugenkonstruktion beidseits der Bauwerksfuge eine jederzeit höhenverstellbare
Trägerplatte für die Dehnungsmatte umfasst. Spezielle und weiterführende Ausführungsformen
der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen.
[0011] Eine höhenverstellbare Trägerplatte gemäss der vorliegenden Erfindung hat zwei wesentliche
Vorteile:
- Das Niveau der Dehnungsmatte und deren Klemmleisten kann exakt auf das Niveau der
Verschleissschicht eines Bauwerkes einjustiert werden.
- Bei einer späteren Belagssanierung kann das Niveau der Dehnungsmatte und deren Klemmleisten
jederzeit, auch nach Jahrzehnten, auf das Niveau der neuen Verschleissschicht angepasst
werden, ohne dass die Dehnfugenkonstruktion herausgespitzt und ersetzt werden muss.
[0012] Das Einjustieren der Dehnungsmatte und deren Klemmleisten beschränkt sich nicht auf
die Längsrichtung der Fahrbahn, dies kann nach einer bevorzugten Ausführungsform auch
in Querrichtung, also allseitig, erfolgen. Weiter kann das Niveau der Dehnungsmatte
und deren Klemmleisten angepasst werden, wenn das Niveau der Verschleissschicht beidseits
der Bauwerksfuge nicht exakt gleich ist. Die Höhe der Trägerplatte kann grundsätzlich
mit allen bekannten Mitteln eingestellt werden, am zweckmässigsten hat sich jedoch
der Einsatz von Hubspindeln erwiesen, wobei im Minimum drei, vorzugsweise in Form
eines gleichseitigen oder gleichschenkligen Dreiecks plazierte Hubspindeln erforderlich
sind. Je nach statischen Erfordernissen oder örtlichen Gegebenheiten wird die Anzahl
der eingesetzten Hubspindeln objektbezogen festgelegt.
[0013] Sowohl die Unterkonstruktion, als auch die Trägerplatten und die Klemmleisten bestehen
vorzugsweise aus handelsüblichen Baustählen.
[0014] Die Dehnungsmatte besteht ebenfalls aus an sich bekanntem Material und ist als Flachprofil
mit längslaufenden Hohlräumen ausgebildet Vulkanisierter Kautschuk und Elastomere
mit den eingangs erwähnten Eigenschaften werden auch erfindungsgemäss eingesetzt.
[0015] Bezüglich des Verfahrens zum Herstellen einer Dehnfugenkonstruktion der eingangs
genannten Art wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass beidseits der
Bauwerksfuge
- im Bauwerk eine entlang des obersten Bereichs der Bauwerksfuge verlaufende Aussparung
vorgesehen oder ausgebrochen, die Kopfbolzen der Unterkonstruktion mit der in diese
Aussparung hineinragenden Bauwerksarmierung verschweisst und die Unterkonstruktion
einbetoniert wird,
- die Kontermuttern positioniert werden und die Trägerplatte aufgelegt wird,
- die Bauwerksfuge mit einem Überfahrblech abgedeckt, die Isolation eingebracht und
der Fahrbahnbelag auf die definitive Höhe eingebaut wird,
- der Fahrbahnbelag im Bereich der Dehnfugenkonstruktion ausgeschnitten und samt Überfahrblech
entfernt wird,
- die Trägerplatte durch Drehen der Kontermuttern einjustiert und die Kopfschrauben
zur satten Auflage der Trägerplatte auf den Kontermuttern angezogen werden,
- der Vergussmörtel durch die Injektionsöffnung eingebracht und die U-förmige Wasserrinne
montiert wird,
- die Kopfschrauben nach dem Aushärten des Mörtels vorgespannt werden, die Dehnungsmatte
und die Klemmleiste durch drehmomentkontrolliertes Vorspannen von versenkten Kopfschrauben
montiert werden und der Bitumenverguss eingebracht wird
[0016] Spezielle und weiterführende Ausführungsformen des Verfahrens sind Gegenstand von
abhängigen Patentansprüchen.
[0017] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren wird der Fahrbahnbelag vorerst auf die definitive
Höhe eingebracht und dann im Bereich der Dehnfugenkonstruktion wieder ausgeschnitten.
So können die Vorteile der höhenverstellbaren Trägerplatte voll ausgenützt werden,
das Niveau der Dehnungsmatte mit den Klemmleisten kann höhenmässig angepasst werden.
Durch individuelle Bedienung der Kontermuttern in der Trägerplatte kann die Dehnungsmatte
mit den Klemmleisten auch individuell auf ein nicht horizontales Niveau einjustiert
und allseitig angepasst werden.
[0018] Die Verschleissschicht von Fahrbahnen muss erfahrungsgemass periodisch saniert bzw.
ersetzt werden, wobei um eine neue Verschleissschicht aufgestockt wird. Danach liegt
die Dehnungsmatte mit den Klemmleisten auf einem zu tiefen Niveau. Nach dem bekannten
Stand der Technik muss die ganze Dehnfugenkonstruktion herausgespitzt und durch eine
neue ersetzt werden. Nach einer Weiterentwicklung der vorliegenden Erfindung werden
die Kopfschrauben in der Klemmleiste entfernt und diese zusammen mit der Dehnungsmatte
demontiert Dabei werden die Kopfschrauben der Trägerplatte freigelegt und können ebenfalls
entfernt oder so weit gelockert werden, dass die Trägerplatte im erforderlichen Mass
angehoben bzw. abgesenkt werden kann. Nach dem Positionieren der Tragerplatte auf
das Niveau der neuen Verschleissschicht des Fahrbahnbelages wird Vergussmörtel unter
die Trägerplatte injiziert und nach dem Aushärten des Vergussmörtels die Kopfschrauben
der Trägerplatte vorgespannt. Dann werden die mit der Verschleissschicht der Fahrbahn
oberflächenbundigen Dehnungsmatte und Klemmleisten montiert, indem die Kopfschrauben
der Klemmleiste vorgespannt werden. Abschliessend wird der Bitumenverguss ausgeführt.
[0019] Zweckmässig wird die angehobene Trägerplatte auf vorgefertigte, justierte Distanzhalter
abgesenkt und dann der Vergussmörtel injiziert. Die Distanzhalter können standfeste
Stützen, Kalibrierplättchen und/oder um die Schrauben gelegte Unterlagsscheiben, auch
mit einem Einlegeschlitz, sein. Nach dem Aushärten des Verbundmörtels sitzen die Distanzhalter
fest und sind verloren.
[0020] Nach einer weiteren bevorzugten Verfahrensvariante werden die Kopfschrauben der Klemmleisten
und der Trägerplatte vollständig entfernt, die Trägerplatte vollständig abgehoben
und auf jeder Hubspindel eine neue Kontermutter positioniert und nach den entsprechenden,
vorstehend beschriebenen Verfahrensschritten justiert. Das Injizieren des Vergussmörtels
und die weiteren Verfahrensschritte erfolgen ebenfalls wie vorstehend beschrieben.
[0021] Wie aus der Beschreibungseinleitung hervorgeht, wird eine erfindungsgemässe Dehnfugenkonstruktion
in erster Linie für Strassenbrücken aus Beton verwendet. Sie findet jedoch auch in
anderen Bauwerken Anwendung, insbesondere bei Bodenelementen von grossen Parkdecks
und dgl. Weiter kann die Dehnfugenkonstruktion auch für Brücken aus Holz oder Stahl
eingesetzt werden
[0022] Die Erfindung wird anhand von der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen,
welche auch Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen sind, näher erläutert. Es zeigen
schematisch in teilweisem Längsschnitt
- Fig. 1 Bauphase 1, Einbau Unterkonstruktion,
- Fig 2 Bauphase 2, Belagseinbau,
- Fig. 3 Bauphase 3, Ausschneiden Belag,
- Fig. 4 Bauphase 4, Einjustieren Trägerplatte,
- Fig. 5 Bauphase 5, Stabilisieren und Abdichten,
- Fig 6 Bauphase 6, Einbau Dehnungsmatte,
- Fig. 7 spätere Belagsanpassung,
- Fig. 8 ein Detail VIII von Fig 1, und
- Fig. 9 eine Variante im Bereich von VIII.
[0023] Fig. 1 zeigt ein durch eine Bauwerksfuge 10 getrenntes Bauwerk 12, vorliegend eine
Strassenbrücke. Die Bauwerksfugen 10 verlaufen rechtwinklig zur Fahrbahn in Querrichtung.
Bedingt durch Temperaturänderungen des Baukörpers vergrössert sich die Bauwerksfuge
10 bei Kalte und verkleinert sich bei Hitze. Die Bauwerksfuge 10 liegt beispielsweise
bei etwa 1 ‰ der Bauwerkslänge und gewährt dadurch den dazu notwendigen Spielraum
[0024] Bei einem neuen Bauwerk 12 wird in einer ersten Bauphase im obersten Bereich der
Bauwerksfuge 10 eine im Querschnitt rechtwinklige Aussparung für eine stahlerne Unterkonstruktion
14 beidseits der Bauwerksfuge 10 ausgeformt, in der beim Betonieren die fliessfähige
Masse entsprechend zurückgehalten wird Die Armierungseisen 16 werden für eine kraftschlüssige
Verankerung zwischen Bauwerk 12 und Unterkonstruktion 14 eingesetzt.
[0025] Die Unterkonstruktion 14, welche im wesentlichen aus einer Grundplatte 18, Seitenwänden
20, einer mit der fugenfernen, verstärkten Seitenwand 20 verschweissten Stützplatte
22, Gewindebolzen 30 und der Verankerung dienenden Kopfbolzen 24 besteht, mit den
ebenfalls aus Baustahl bestehenden Armierungseisen 16 verschweisst. Die Stützplatte
22 der Unterkonstruktionen 14 verläuft im wesentlichen oberflächenbündig mit dem Bauwerk
12.
[0026] In Richtung der Bauwerksfuge 10 ist die Grundplatte 18 derart mit einem Winkelprofil
26 verschweisst, dass dieses innenseitig an der durch das Bauwerk 12 gebildeten Bauwerksfuge
10 anliegt. Nach dem Verschweissen der Kopfbolzen 24 mit den Armierungseisen 16 wird
die Aussparung mit Beton 28 gefüllt, nach dem Aushärten sind die Kopfbolzen 24 und
damit die ganze Unterkonstruktion 14 fest im Bauwerk 12 verankert. In Fig. 1 und den
folgenden nicht dargestellt ist, dass die Gewindebolzen 30 auch direkt im Beton des
Bauwerks 12 verankert oder mit Kopfbolzen 24 verbunden sein können.
[0027] Die mit der Grundplatte 18 verschweissten Gewindebolzen 30 haben zweckmässig ein
sich über die ganze Länge erstreckendes Innen- und Aussengewinde. Jeder Gewindebolzen
30 hat eine aufgeschraubte Kontermutter 32, welche der Auflage einer Trägerplatte
34 mit einer Auflagefläche 36 für eine in Fig. 1 nicht dargestellte Dehnmatte aufweist.
Die Kontermuttern 32 sind so positioniert, dass die später aufgesetzte Dehnungsmatte
auf der Trägerplatte 34 oberflächenbündig mit der Verschleissschicht des Belags ist
In der Trägerplatte 34 sind Bohrungen für die Gewindebolzen 30 stufenförmig zu einer
Aussparung 38 für eine sich tief in die Gewindebolzen 30 hineinerstreckende Kopfschraube
40 mit einem vorliegend sechskantförmigen Kopfteil 42 mit Unterlagsscheibe 44 erweitert.
Die Kopfschrauben 40 sind leicht angezogen, die Trägerplatte 34 liegt satt auf allen
Kontermuttern 32
[0028] Fugenseitig ist die Trägerplatte 34 mit einem vertikalen Abschalblech 46 verschweisst,
beim Heben oder Senken der Trägerplatte 34 gleitet dieses entlang der Grundplatte
18 und dem Winkelprofil 26. Weiter ist aus der Trägerplatte 34 eine Injektionsöffnung
48 ausgespart, durch welche in einer späteren Bauphase Vergussmörtel eingefüllt wird.
[0029] Nach einer Variante wird die Unterkonstruktion erst nach der Montage der Trägerplatte
34 einbetoniert.
[0030] In Fig. 1 und allen weiteren Figuren ist die Längsaxe E der Bauwerksfuge 10 vorzugsweise
Symmetrieebene für die beidseits angeordnete Unterkonstruktion 14.
[0031] In der folgenden, in Fig 2 dargestellten zweiten Bauphase wird die Bauwerksfuge 10
mit einem sich über einen Teil der Trägerplatte 34 erstreckenden Überfahrblech 50
abgedeckt, welches durch ein rechteckiges Rohrprofil 52 verstärkt ist und mit wenigstens
einem Zentrierzapfen 64 in Position gehalten wird. Auf der Betonoberfläche des Bauwerks
12 wird eine sich über die betonierte Aussparung für die Unterkonstruktion und die
Stützplatte 22 erstreckende Isolation 54 aufgebracht. Diese Feuchtigkeitssperre ist
etwa 3 bis 6 mm dick und wird in der Regel als Folie aufgebracht In ebenfalls an sich
bekannter Weise wird dann eine Tragschicht 56 von in der Regel 40 bis 50 mm Dicke
aufgebracht, welche mit der Auflagefläche 36 der Trägerplatte 34 etwa oberflächenbündig
ist Eine weitere Belagsschicht überdeckt die Tragschicht 56 und den nicht vom Überfahrblech
50 bedeckten Bereich der Trägerplatte 34, wodurch auch die freien Aussparungen 38
und die Injektionsöffnung 48 abgedeckt sind Schliesslich wird die Verschleissschicht
60, in der Regel aus Bitumen, auf das definitive Niveau eingebracht. Diese Verschleissschicht
60 erstreckt sich auch über den ganzen Bereich der Dehnfugenkonstruktion 62, welcher
durch die Aussparungen im Bauwerk 12 begrenzt ist. Auch die Verschleissschicht 60
weist in der Regel eine Dicke von 40 bis 50 mm auf
[0032] In der anschliessenden Bauphase 3 gemäss Fig. 3 wird der Belag, d. h die Tragschicht
56 und die Verschleissschicht 60, ausgeschnitten und zusammen mit dem Überfahrblech
50 (Fig. 2) entfernt. Die Bauwerksfuge 10 und die Trägerplatten 34 beidseits der Bauwerksfuge
10 liegen nun wieder frei, die Kopfteile 42 der Kopfschrauben 40 können betätigt,
die Injektionsöffnung 48 benutzt werden
[0033] In der weiteren Bauphase 4 gemäss Fig 4 wird die Trägerplatte 34 gegenuber Fig. 3
deutlich abgesenkt, mit anderen Worten liegt sie auf einem tieferen Niveau auf den
Kontermuttern 32 als in Fig 3 gezeigt Die Kontermuttern 32 sind so justiert, dass
die vorgesehene Dehnungsmatte 72 und deren Klemmleisten 76 oberflächenbündig mit der
Verschleissschicht 60 des Fahrbahnbelags werden (Fig. 6). Nach dem Justieren der Kontermuttern
32 werden die in die Gewindebolzen 30 eingeführten Kopfschrauben 40 mit einem Kopfteil
42 leicht angezogen, damit die Trägerplatte 34 satt auf den Kontermuttern 32 aufliegt.
Der Hohlraum zwischen der Trägerplatte 34 und der Grundplatte 18 ist fugennah durch
das Abschalblech 46, fugenfern durch die Seitenwand 20 verschlossen. Die beiden bisher
zur Betätigung der Kontermuttern 32 offenen Seiten des Hohlraums werden verschalt.
[0034] Nun kann im nächsten Arbeitsschritt, gemäss Fig. 5 fur Bauphase 5 dargestellt, mit
einem nicht gezeigten Pumpaggregat zementöser Vergussmörtel 68 über die Injektionsöffnungen
48 in den Zwischenraum von Trägerplatte 34 und Grundplatte 18 gefüllt werden, was
mit einem Pfeil 66 angedeutet ist. Der formfüllende zementöse Vergussmortel 68 härtet
aus und stabilisiert damit die Trägerplatte 34 für volle Tragkraft in der später aufgebrachten
Fahrbahn
[0035] Weiter wird im unteren Bereich der Bauwerksfuge 10 eine Wasserrinne 70, vorliegend
eine Hipalonfolie, U-förmig umgebogen und beidseits der Bauwerksfuge 10 an den Winkelprofilen
26 befestigt. Über den derart gebildeten Kanal wird allenfalls durchtretende Flüssigkeit
seitlich der Fahrbahn abgeleitet. Die Wasserrinne 70 wird deshalb in Fugenlängsrichtung
bevorzugt mit etwas Gefälle montiert. Das Montieren der flexiblen, wasserdichten Kunststofffolie
70 kann beispielsweise durch Kleben erfolgen.
[0036] Nach dem Aushärten des Vergussmörtels 68 wird in einer sechsten und letzten Bauphase
gemäss Fig. 6 eine profilierte Dehnungsmatte 72 mit längslaufenden, im Querschnitt
kreis- oder halbkreisförmigen Kanälen, auf die Auflagefläche 36 der Trägerplatten
34 gelegt, bezüglich der Längsaxe E der Bauwerksfuge 10 spiegelsymmetrisch. Anschliessend
werden die die Trägerplatte 34 durchgreifenden Kopfschrauben 40 mit einem Drehmomentschlüssel
vorgespannt. Zwei seitliche, parallel zur Dehnungsmatte 72 verlaufende Klemmleisten
76 haben je eine die Matte übergreifende Klemmnase 78. Die Klemmleisten 76 werden
mit diese durchgreifenden Kopfschrauben 80 mit einem Sechskantkopf 82, welcher in
einer Aussparung 84 versenkt ist, befestigt. In der Trägerplatte 34 sind entsprechende
Bohrungen oder Sacklöcher mit Innengewinde ausgespart. In Längsrichtung der Bauwerksfuge
10 betrachtet sind die Kopfschrauben 40 der Trägerplatte 34 und die Kopfschrauben
80 der Klemmleisten 76 gegeneinander versetzt, vorzugsweise mit gleichem Abstand alternierend.
[0037] Beim Anziehen der Kopfschrauben 80 mit einem sechskantförmigen Kopfteil 82 der Klemmleisten
76 wird die Dehnungsmatte 72 durch die Klemmnasen 78 zusammengedrückt und fixiert.
Unterhalb einer Klemmnase 78 ist jeweils ein mit dieser zusammenwirkender, parallel
längslaufender Rund- oder Halbrundeisenstab 86 befestigt, was ein optimales Abdichten
gegen eindringende Feuchtigkeit gewährleistet.
[0038] Nach dem Vorspannen der Kopfschrauben 80 der Klemmleisten 76 wird die verbleibende
Nut zwischen den Klemmleisten und dem Belag der Fahrbahn bzw. der Seitenwand 20 mit
Bitumen 88 oberflächenbündig vergossen.
[0039] In der Ausführungsform gemäss Fig 7 ist eine Belagsanpassung vorgenommen worden.
Die Dicke der Verschleissschicht 60 der Fahrbahn ist um Δd, beispielsweise von 40
auf 50 mm, erhöht. Damit die Bauwerksfugenkonstruktion 62 als Ganzes oberflächenbündig
bleibt, muss die Dehnungsmatte 72 mit den Klemmleisten 76 um denselben Betrag Δd höher
gelegt werden.
[0040] Nach dem Stand der Technik würde das bedeuten, dass die ganze Dehnfugenkonstruktion
62 herausgespitzt und neu verlegt werden müsste Erfindungsgemäss müssen lediglich
die Kopfschrauben 80 der Klemmleisten 76 gelöst, die Bitumeneinlage 88 wenigstens
teilweise entfernt und die Dehnungsmatte 72 mit den Klemmleisten 76 demontiert werden.
Nun liegen auch die Kopfschrauben 40 der Trägerplatte 34 frei, nach dem Lösen oder
Entfernen dieser Schrauben kann auch die Trägerplatte 34 mit einem geeigneten Hebezeug
angehoben werden. Nach dem Einlegen von geeigneten Distanzhaltern 90, beispielsweise
in Form von Kalibrierplättchen und/oder Unterlagsscheiben, wird die Trägerplatte 34
auf diese abgesenkt. Die Trägerplatte 34 ist nun so einjustiert, dass die Dehnungsmatte
72 mit den Klemmleisten 76 nach dem Einlegen und Befestigen mit der Verschleissschicht
60 des Fahrbahnbelages oberflächenbündig ist
[0041] Alle ubngen Verfahrensschritte erfolgen wie in den vorhergehenden Figuren 1 bis 6
beschrieben, insbesondere wird der Zwischenraum 92 zwischen positionierter Trägerplatte
34 und ausgehärteter zementöser Vergussmörtelschicht 68 durch Einfüllen von flüssigem
Verguss- oder Injektionsmörtel durch die Injektionsöffnung 48 gefüllt.
[0042] Aus der Figurenbeschreibung, insbesondere aus Fig. 7, geht deutlich hervor, wie drastisch
Belagsanpassungen im Bereich von Dehnfugenkonstruktionen 62 erfindungsgemäss vereinfacht
werden können. Statt dass die ganze Dehnfugenkonstruktion 62 aufwendig und mühsam
herausgespitzt und ersetzt werden muss, kann mit extrem niedrigem Aufwand und ohne
Herausbrechen relevanter Teile eine perfekte Anpassung erreicht werden.
[0043] Fig. 8 zeigt ein Detail der Fig. 1 bis 7 bezüglich der Niveaueinstellung der Trägerplatte
34. Auf der Grundplatte 18 ist ein hülsenförmiger Gewindebolzen 30 mit selbsthemmendem
Innen- 29 und Aussengewinde 31 im rechten Winkel abkragend verschweisst Die Kontermutter
32 wird auf eine vorausbestimmte Höhe gedreht, die Trägerplatte 34 aufgelegt, die
Kopfschraube 40 mit Kopfteil 42 in das Innengewinde 29 des Gewindebolzens 30 gedreht
und satt angezogen. Die Aussparung 38 erlaubt ein problemloses Ansetzen aller gängigen
Werkzeuge.
[0044] Eine Variante gemäss Fig. 9 zeigt einen Gewindebolzen 30 ohne Bohrung mit Innengewinde.
Die Grundplatte 18 weist eine Bohrung mit Innengewinde 94 auf, in welche das Aussengewinde
31 des Gewindebolzens 30 gedreht ist. Dieser wird auf einer vorausbestimmten Höhe
selbsthemmend positioniert. Nach dem Auffüllen mit Vergussmortel (68 in Fig. 5) ist
die Selbsthemmung dauerhaft.
[0045] Unterhalb der Grundplatte 18 ragt der Gewindebolzen 30 in einen Freiraum 100, welcher
durch eine Hülse bzw. einen Becher 98 gebildet wird.
[0046] Entsprechend Fig. 8 wird eine Kontermutter 32 positioniert, eine Mutter 102 auf den
Gewindebolzen 30 gedreht und mit einem die Aussparung 38 nutzenden Werkzeug satt angezogen.
1. Wasserdichte Dehnfugenkonstruktion (62) in Bauwerken (12) für Strassenfahrzeuge, mit
zwei eine Bauwerksfuge (10) seitlich begrenzenden Bauwerksteilen (28), einer darin
verankerten metallischen Unterkonstruktion (14) mit einer Auflagefläche für eine fixierbare
Dehnungsmatte (72) aus elastischem Material zur Überbrückung der Bauwerksfuge (10),
welche Dehnungsmatte (72) mit der Verschleissschicht (60) der Fahrbahn oberflächenbündig
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dehnfugenkonstruktion (62) beidseits der Bauwerksfuge (10) eine jederzeit höhenverstellbare
Trägerplatte (34) für die Dehnungsmatte (72) umfasst.
2. Dehnfugenkonstruktion (62) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der Trägerplatte (34) allseitig justierbar ist
3. Dehnfugenkonstruktion (62) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (34) mit Hilfe von wenigstens drei Hubspindeln höhenverstellbar
und bezüglich der Neigung justierbar ist.
4. Dehnfugenkonstruktion (62) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Grundplatte (18) wenigstens drei vertikale Gewindebolzen (30) mit Innen-
(29) und Aussengewinde (31) fixiert sind, auf welchen Gewindebolzen (30) eine Kontermutter
(32) für die Auflage der Trägerplatte (34) einjustiert ist, und in welchen Gewindebolzen
(30) die Trägerplatte (34) durchgreifen, wobei mit dem Innengewinde (29) im Eingriff
stehende Kopfschrauben (40) satt angezogen sind.
5. Dehnfugenkonstruktion (62) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Grundplatte (18) von wenigstens drei Gewindebolzen (30) mit einem Aussengewinde
(31) durchgriffen ist, wobei der nach unten überstehende Teil in einen Freiraum (100)
ragt, auf welchem Gewindebolzen (30) eine Kontermutter (32) als Auflage der Trägerplatte
(34) justiert und mit einer Mutter (102) fixiert ist.
6. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Dehnungsmatte (72) je eine Klemmleiste (76) mit einer die Dehnungsmatte
(72) fixierenden Klemmnase (78) ausgebildet ist.
7. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Klemmnase (78) ein mit dieser zusammenwirkender, ebenfalls längslaufender
Rund- oder Halbrundeisenstab (86) ausgebildet ist
8. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bauwerksfuge (10) beidseits ein Winkelprofil (26) anliegt, auf welchem ein an
der Trägerplatte (34) befestigtes Abschalblech (46) verschiebbar aufliegt.
9. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (18), ein Abschalblech (46) und eine fugenfern verstärkt ausgebildete
Seitenwand (20) nach dem Auflegen von zwei gegenüberliegenden Schalbrettern einen
Behalter für insbesondere zementösen Vergussmörtel bilden, und dass die Tragerplatte
(34) eine Injektionsöffnung (48) für den Vergussmörtel (68) aufweist
10. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (18) und die vorzugsweise eine von der fugenfernen Seitenwand (20)
horizontal abkragende Stützplatte (22) vertikal im Beton der Bauwerksteile (28) verankerte
Kopfbolzen (24) aufweisen.
11. Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im unteren Bereich der Bauwerksfuge (10) eine im wesentlichen U-förmig umgelegte
Wasserrinne (70) montiert ist, welche vorzugsweise in Längsrichtung der Bauwerksfuge
(10) ein Gefälle aufweist.
12. Verfahren zum Herstellen einer Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche
1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass beidseits der Bauwerksfuge (10)
- im Bauwerk (12) eine entlang des oberen Bereichs der Bauwerksfuge (10) verlaufende
Aussparung vorgesehen oder ausgebrochen, die Kopfbolzen (24) der Unterkonstruktion
(14) mit der Bauwerksarmierung (16) verschweisst und die Unterkonstruktion (14) einbetoniert
wird
- die Kontermuttern (32) auf den Gewindebolzen (30) positioniert werden und die Trägerplatte
(34) aufgelegt wird,
- die Bauwerksfuge (10) mit einem Überfahrblech (50) abgedeckt, die Isolationsschicht
(54) und der Fahrbahnbelag (56, 60) auf die definitive Höhe eingebaut wird,
- der Fahrbahnbelag (56, 60) im Bereich der Dehnfugenkonstruktion (62) ausgeschnitten
und samt Überfahrblech (50) entfernt wird, die Tragerplatte (34) durch Drehen der
Kontermuttern (32) einjustiert und die Kopfschrauben (40) oder Muttern (102) zur satten
Auflage der Trägerplatte (34) auf den Kontermuttern (32) satt angezogen werden,
- der Vergussmörtel (68) durch die Injektionsöffnung (48) eingebracht und die U-förmige
Wassernnne (70) im unteren Bereich der Bauwerksfuge (10) montiert wird,
- die Kopfschrauben (40) oder Muttern (102) nach dem Ausharten des Vergussmörtels
(68) vorgespannt werden, die Dehnungsmatte (72) und die Klemmleisten (76) durch drehmomentkontrolliertes
Vorspannen von versenkten Kopfschrauben (80) montiert werden und der Bitumenverguss
(88) ausgefuhrt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12 bei Belagssanierungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfschrauben (80) der Klemmleisten (76) entfernt und diese mit der Dehnungsmatte
(72) demontiert werden, die Kopfschrauben (42) in der Trägerplatte (34) entfernt oder
gelockert und die Trägerplatte (34) angehoben wird, Verguss- oder Injektionsmörtel
(92) injiziert und nach dem Aushärten die Kopfschrauben (40) oder Muttern (102) der
Trägerplatte (34) vorgespannt werden, die Dehnungsmatte (72) und die Klemmleisten
(76) montiert werden, die Kopfschrauben (80) der Klemmleisten (76) drehmomentkontrolliert
vorgespannt werden und der Bitumenverguss (88) ausgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die angehobene Trägerplatte (34) auf Distanzhalter (90) abgesenkt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (34) abgehoben wird, neue Kontermuttern (32) auf den Gewindebolzen
(30) positioniert werden, die Trägerplatte (34) aufgelegt und der Vergussmörtel (68)
injiziert wird.
16. Verwendung einer Dehnfugenkonstruktion (62) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 für
den Bau von Strassenbrücken und Bodenelementen von Parkdecks.