[0001] Die Erfindung betrifft eine Profilanschlußleiste für einen Übergang von einem Bauteil
zu einer Gebäudewand, wobei die Profilanschlußleiste ein Schaumband aufweist, das
mittels Klebeverbindung unmittelbar oder mittelbar mit der Profilanschlußleiste verbunden
und mit dem Bauteil unmittelbar oder mittelbar verbindbar ist.
[0002] Aus der DE 200 08 712 U1 ist eine Profilanschlußleiste zum Abdichten einer Bewegungsfuge
bekannt geworden, die mittels eines Schaumkunststoff-Klebebandes an einem Bauteil
bzw. einem Fensterrahmen befestigt ist. Dieses übliche Schaumkunststoff-Klebeband
kann Relativbewegungen zwischen dem Profilanschlußleistenprofil und dem Bauteil nur
in geringem Maße aufnehmen. In der Praxis reißen die derzeit verwendeten Schaumkunststoff-Klebebänder
häufig entweder an ihrer Verklebung mit dem Profilanschlußleistenprofil, dem Bauteil
oder auch im Schaumband selbst, wenn Relativbewegungen auftreten. Damit ist die Fuge
zwischen dem Bauteil und der Profilanschlußleiste bzw. der an die Profilanschlußleiste
angrenzenden Putzschicht nicht mehr geschlossen bzw. abgedichtet. Um die Eigenschaften
der Profilanschlußleiste zum Ausgleichen von Relativbewegungen zu verbessern, ist
vorgeschlagen worden (siehe Anspruch 3), einen Bauteilbefestigungsschenkel der Profilanschlußleiste
mit zumindest einer Überhöhung oder Wölbung zu bilden, so daß nach dem Befestigen
der Profilanschlußleiste auf einem Bauteil im Schaumkunststoff-Klebeband komprimierte
und unkomprimierte Zonen entstehen, die beim Auftreten von Relativbewegungen und daraus
folgenden Expansionsbewegungen und/oder Querbewegungen im Schaumstoff des Schaumkunststoff-Klebebandes
durch elastischen Bewegungsausgleich eine dauerhafte Abdichtung gewährleisten.
[0003] Aus der DE 87 15 604 U1 ist eine Schutzleiste beim Mauerputzvorgang bekannt geworden,
die mittels eines weichen Bandes aus geschäumtem weichem Kunstharz mittels einer beidseitig
aufgetragenen Klebeschicht an einem Fenster- oder Türrahmen befestigt ist. Das weiche
Band soll die Schutzleiste davor schützen, daß sie sich bei Erschütterungen oder Verwindungen
von Rahmenprofilen vom Putz löst. Konkrete Eigenschaften des weichen Bandes sind nicht
angegeben. Die üblicherweise verwendeten Bänder können bei größeren Relativbewegungen
das Lösen der Schutzleiste vom Putz nicht verhindern.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Profilanschlußleiste der eingangs genannten Art
zu schaffen, die die Nachteile der bekannten Profilanschlußleisten vermeidet.
[0005] Die Aufgabe wird bei der oben genannten Profilanschlußleiste erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß das Schaumband zum Ausgleich einer erhöhten Relativbewegung zwischen der
Profilanschlußleiste und dem Bauteil eine erhöhte Elastizität und/oder eine erhöhte
Bruchdehnung und/oder eine reduzierte Shore-Härte aufweist. Unter erhöhter Relativbewegung
wird eine Relativbewegung von solchem Ausmaß verstanden, die bei den üblicherweise
verwendeten Schaumbändern zu einer Beschädigung bzw. zu einem Reißen des Schaumbandes
und damit zu einem Öffnen der Fuge führt. Durch die erhöhte Elastizität bzw. Bruchdehnung
kann sich das Schaumband in dem erforderlichen Ausmaß elastisch verformen und dehnen,
ohne daß es zu einer Beschädigung oder zu einem Reißen des Schaumbandes kommt. Das
Schaumband ist z. B. durch aufgebrachten Klebstoff verklebt oder es ist ein Schaumklebeband,
das an zumindest einer Oberseite eine Klebeschicht aufweist.
[0006] Das erfindungsgemäße Schaumband ist jedenfalls kein Kompriband, das mit Vorspannung
bzw. Kompression eingebaut wird und in Einbaustellung expandiert und zu diesem bauartbedingten
Zweck eine hohe Elastizität besitzt. Ein derartiges Kompriband enthält die in der
DE 44 39 075 A1 offenbarte Abschlußleiste. Das Kompriband ist ein spezieller, aus
bituminiertem Schaumstoff hergestellter Dichtungsstreifen, der an der Abschlußleiste
vor deren Einbau in zusammengedrückter Lage gehalten ist und in Einbaulage freigegeben
ist, so daß er um ein Vielfaches seiner Kompressionsdicke expandiert und sich federnd
gegen einen Fensterrahmen legt und einen dichten Abschluß bilden kann. Er ist jedoch
nicht an dem Fensterrahmen befestigt und hat somit keine Haltefunktion für die Abschlußleiste.
Diese zweiteilig aufgebaute Abschlußleiste ist teuer in der Herstellung und aufwendig
in der Verarbeitung.
[0007] Während bei den bekannten Profilleisten mit Schaumband oder Schaumklebeband der Hersteller
der Profilleisten auf Standardschaumbänder zurückgreift, die üblichen Schaumstoff
mit Standardeigenschaften verwenden, ist bei der erfin-Gungsgemäßen Profilanschlußleiste
somit erstmals das Schaumband hinsichtlich derjenigen Eigenschaften verbessert wurden,
die zum Ausgleichen erhöhter Relativbewegungen besonders relevant sind. Damit befaßt
sich erstmals der Hersteller der Profilleiste mit den Eigenschaften des Schaumes für
das Schaumband, die ansonsten der Hersteller des Schaumes festlegt und der Hersteller
des Schaumbandes für Standardschaumbänder übernimmt, ohne sie im Hinblick auf spezielle
Eigenschaften zu überprüfen oder zu optimieren. Der Hersteller von Schaumklebebändern
produziert diese mit bestimmten Eigenschaften z. B. hinsichtlich Kleberart, Temperaturbereich
für die Anwendung, Anfangsklebekraft oder Beständigkeit gegen Weichmacher, so daß
primär bestimmte Eigenschaften des Klebstoffes gewählt werden. Die Dehnungsfähigkeit
des Schaumes bzw. des Schaumbandes ist dabei nicht Gegenstand einer bewußten Auswahl.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Statt einer unmittelbaren Befestigung des Schaumbandes bzw. Schaumklebebandes an
dem Bauteil bzw. an der Profilleiste kann bei der mittelbaren Verbindung eine Zwischenschicht
zwischen dem Schaumband und der Profilanschlußleiste bzw. zwischen dem Schaumband
und dem Bauteil angeordnet sein. Die Zwischenschicht ist beispielsweise ein Teil der
Profilanschlußleiste wie z. B. ein Schenkel.
[0010] Während die derzeit verwendeten Schaumbänder nach Messung des Anmelders eine niedrige
Bruchdehnung (nach DIN ISO 1926) von bis etwa 170% in Längsrichtung wie auch in Querrichtung
aufweisen, hat das erfindungsgemäße Schaumband vorzugsweise eine erhöhte Bruchdehnung
in Längsrichtung der Profilanschlußleiste wie auch in Querrichtung größer 200%, bevorzugt
größer 250% und insbesondere größer 300%. Damit gestattet das Schaumband große Relativbewegungen
und hält aufgrund seiner großen Dehnfähigkeit die Fuge geschlossen.
[0011] Des weiteren haben die derzeit verwendeten Schaumbänder nach Messung des Anmelders
eine hohe Stauchhärte (nach DIN ISO 844) von mindestens 25 kPa bei 10% Stauchung und
mindestens 120 kPa bei 50% Stauchung. Die Stauchhärte als Widerstandskraft gegen eine
Stauchung stellt ein Maß für die übertragbare Dehnungskraft dar. Das erfindungsgemäße
Schaumband hat vorzugsweise eine Stauchhärte bei 10% Stauchung von kleiner 25 kPa,
insbesondere kleiner 22 kPa und bevorzugt kleiner als 14 kPa und bei 50% Stauchung
von kleiner 120 kPa, insbesondere kleiner 110 kPa und bevorzugt kleiner als 80 kPa.
Geringere Druckkräfte bedeuten auch geringere Dehnungskräfte mit weniger Verformungswiderstand,
so daß die Profilanschlußleiste nicht aus dem Putz herausgerissen wird.
[0012] Während die derzeit verwendeten Schaumbänder nach Messung des Anmelders eine Shore-Härte
0 von mindestens 20 und eine Shore-Härte 00 von mindestens 59 aufweisen und somit
eine hohe Dehnungskraft besitzen, hat das erfindungsgemäße Schaumband vorzugsweise
eine Shore-Härte 0 von kleiner als 20, insbesondere kleiner als 18 und bevorzugt kleiner
als 12 und eine Shore-Härte 00 von kleiner als 59, insbesondere kleiner als 57 und
bevorzugt kleiner als 49. Ein Schaumband mit geringer Shore-Härte ist vergleichsweise
weich, so daß geringere Kräfte bei der Dehnung zu überwinden sind. Somit wird verhindert,
daß die Profilanschlußleiste aus dem Putz herausgerissen wird.
[0013] Sowohl die Shore-Härte wie auch die Stauchhärte sind ein Maß für die Weichheit des
Schaumbandes und somit für die im Schaumband auftretenden Dehnungskräfte.
[0014] Sehr gute zähelastische Eigenschaften werden durch Zusatzstoffe oder Inhaltsstoffe
im Schaumgrundmaterial bei der Extrusion des Schaumes erzielt.
[0015] Bei der Extrusion des Schaumes wird bevorzugt eine Rohdichte zwischen 67 kg/m
3 (Expansion 15) bis 33 kg/m
3 (Expansion 30) und insbesondere 50 kg/m
3 (Expansion 20) hergestellt, z. B. Alveolit TEE 2000 mit 50 kg/m
3 (Bruchdehnung längs 275% und quer 335%) oder Alveolit TME-S 2000 mit 50 kg/m
3 (Bruchdehnung längs 400% und quer 495%).
[0016] Die Profilanschlußleiste ist beispielsweise ein Leibungsanschlußprofil, ein Dehnungsfugenprofil,
ein Putzabschlußprofil oder ein Dachbelüftungsprofil. Die Dicke des Schaumbandes beträgt
bei einem Leibungsanschlußprofil bevorzugt 2 bis 4 mm und insbesondere 3 mm.
[0017] Bei einer Dicke des Schaumbandes von 3 mm gestattet eine Bruchdehnung von 300% ein
absolute Dehnung von 9 mm. Aus optischen Gründen wie auch wegen des nachteiligen Einflusses
der UV-Strahlung ist ein vergleichsweise dünnes Schaumband angestrebt. Um dennoch
ein hohes absolutes Dehnungsmaß zu ermöglichen, wird die Bruchdehnung durch Zugabe
entsprechender Zusatzstoffe bei der Herstellung des Schaumes hoch eingestellt. Im
Stand der Technik wird z. B. ein 3 mm dickes Schaumband mit einer Bruchdehnung von
170% verwendet. Das daraus resultierende absolute Dehnungsmaß von 5,1 mm erweist sich
in der Praxis häufig als nicht ausreichend. Daher können mit dem erfindungsgemäßen
Schaumband bei einer Bruchdehnung von größer 200%, insbesondere größer 250%, 300%
oder sogar 400% absolute Dehnungsmaße von 6 mm, 7,5 mm, 9 mm bis hin zu 12 mm erreicht
werden. Die Zugabe von Zusatzstoffen ist kostengünstiger wie die Verwendung eines
ansonsten dickeren Schaumbandes. Ein dickeres Schaumband hat auch den Nachteil, daß
die am Bauteil befestigte Profilanschlußleiste beim Einputzen bei der Verwendung als
Abzugskante gekippt und weggedrückt werden kann.
[0018] Des weiteren kann die Profilanschlußleiste, insbesondere die Zwischenschicht bzw.
das Schaumband, eine optische Kennung, insbesondere eine bestimmte Farbe, aufweisen,
so daß die Handhabung bei der Auswahl der korrekten Profilanschlußleiste erleichtert
wird. So werden Verwechslungen der unterschiedlichen Profilanschlußleisten, insbesondere
bei Handhabung durch Hilfskräfte, vermieden und die Abdichtung der Fugen technisch
richtig erstellt.
[0019] Vorzugsweise ist die Profilanschlußleiste bzw. das Schaumband aus Kunststoff hergestellt.
Unter den Kunststoffen sind Polyvinylchlorid, Polyolefin, Polyethylen, Polypropylen,
Polystyrol und Polyurethan besonders bevorzugt. Der Querschnitt des Kunststoffanteils
der Profilanschlußleiste bleibt über ihre Länge gleich, so daß die Profilanschlußleiste
im Extrusionsverfahren kostengünstig hergestellt werden kann.
[0020] Die Profilanschlußleiste wird z. B. auf der Oberfläche einer Wand verwendet, z. B.
beim Übergang von Sichtbeton zu einem Fenster, oder sie ist in der Oberfläche der
Wand eingebettet, wie z. B. bei Putz, Wärmedämm-Verbundsysteme, Trokkenbau, Fliesen,
Blech und dergleichen.
[0021] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel einer Profilanschlußleiste unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer Querschnittansicht eine Profilanschlußleiste des Standes der Technik in einer
Abdichtungsanordnung zwischen einer Putzschicht und einem Bauteil, wobei das Schaumband
aufgrund übermäßiger relativer Bewegung des Bauteils gegenüber der Profilanschlußleiste
gerissen ist;
- Fig. 2
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 1 die Profilanschlußleiste des Standes der
Technik, wobei das Schaumband vom Bauteil abgerissen ist;
- Fig. 3
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 1 die Profilanschlußleiste des Standes der
Technik, wobei sich das Schaumband von der am Bauteil anhaftenden Klebeschicht gelöst
hat;
- Fig. 4
- in einer Querschnittansicht eine erfindungsgemäße Profilanschlußleiste in einer Abdichtungsanordnung
zwischen einer Putzschicht und einem Bauteil in normaler Zuordnung;
- Fig. 5
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 4 die Profilanschlußleiste mit einem aufgrund
einer Bauteilbewegung verformtem Schaumband;
- Fig. 6
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 4 die Profilanschlußleiste mit dem aufgrund
einer gegenüber Fig. 5 entgegengesetzt gerichteten Bauteilbewegung verformtem Schaumband;
- Fig. 7
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 4 die Profilanschlußleiste mit dem verformtem
Schaumband, wobei sich das Bauteil von der Profilanschlußleiste entfernt hat; und
- Fig. 8
- in einer Querschnittansicht gemäß Fig. 4 die Profilanschlußleiste mit dem verformtem
Schaumband, wobei sich das Bauteil der Profilanschlußleiste angenähert hat.
[0022] Ein Bauteil 10, beispielsweise ein Tür- oder Fensterrahmen (in Fig. 1 schematisch
dargestellt), ist in einer Wandöffnung eingesetzt und mit der Wand 11 verbunden. Eine
Fuge 12 zwischen der Umfangsseite 13 des Bauteils 10 und der Wand 11 ist mittels eines
Fugenfüllmaterials 14, z. B. eines Füllschaumes, ausgefüllt. An der zu einem Außenraum
15 hin gerichteten Außenseite 16 des Bauteils 10 ist eine an sich bekannte Profilanschlußleiste
17 als Anschluß zu einer auf der Wand 11 aufgebrachten äußeren Deckschicht, beispielsweise
einer Putzschicht 18, angeordnet. Die Profilanschlußleiste 17 weist einen in etwa
U-förmigen Querschnitt mit einer Befestigungsbasis 19 sowie einem vorderen Einputzschenkel
20 und einem hinteren Einputzschenkel 21 auf. Die Profilanschlußleiste 17 ist mittels
eines aus Kunststoff hergestellten Schaumklebebands 22 an der Außenseite 16 des Bauteils
10 befestigt, so daß das Schaumklebeband 22 eine Zwischenschicht zwischen dem Bauteil
10 und der Befestigungsbasis 19 der Profilanschlußleiste 17 bildet.
[0023] Beim Aufbringen der Putzschicht 18 auf die Wand 11 dient der vordere Einputzschenkel
20 als Einputzhilfe für ein Putzwerkzeug und er gibt die Dicke der Putzschicht 18
vor. Eine zwischen der Profilanschlußleiste 17 und dem Bauteil 10 gebildete Fuge 23
ist durch das Schaumklebeband 22 ausgefüllt bzw. abgedichtet.
[0024] Die Fuge 23 ermöglicht somit aufgrund der in gewissem Umfang elastischen Eigenschaften
des Schaumklebebandes 22 Ausgleichsbewegungen zwischen dem Bauteil 10 und der Profilanschlußleiste
17 bzw. der Putzschicht 18, die ein unterschiedliches Ausdehnungsverhalten z. B. bei
Einwirkung von Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit aufweisen. Wenn sich das Bauteil 10,
beispielsweise ein Fensterrahmen aus Holz, zusammenzieht (siehe Fig. 1, Bewegung in
Richtung des Pfeils senkrecht von der Wand 11 weg), kann das Schaumband 22, z. B.
ein Band mit geringer Bruchdehnung, bei einer erhöhten Relativbewegung des Bauteils
10 gegenüber der Profilanschlußleiste 17 den gegenseitigen Versatz durch elastische
Verformung nicht ausgleichen, so daß es beispielsweise innerhalb seines Gefüges reißt.
Ein oberer Teil 24 des Schaumbandes 22 bleibt mit der Profilanschlußleiste 17 verbunden,
während ein unterer Teil 25 mit dem Bauteil 10 verbunden bleibt.
[0025] Die Bewegung des aus Holz hergestellten Fensterrahmens bzw. Bauteils 10 resultiert
aus dem Quellen und Schwinden des Holzes durch sich ändernde Luftfeuchtigkeit oder
Temperatur. Zusätzlich zu dem Riß im Schaumband kann auch das Fugenfüllmaterial 14
bzw. der Füllschaum reißen und damit diese Fuge öffnen.
[0026] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Beispiel des Standes der Technik hat sich das Bauteil
10 aufgrund einer durch Wärmeeinfluß bewirkten Längenausdehnung zur Wand 11 hin und
relativ zur Profilanschlußleiste 17 bewegt. Das Schaumband 22, das z. B. aus härterem
Schaummaterial gebildet ist, bleibt beispielsweise an der Profilanschußleiste 17 befestigt,
reißt jedoch mit der Klebeschicht 26 von dem Bauteil 10 ab, so daß sich die Fuge 23
öffnet. Das Fugenfüllmaterial 14 bzw. der Füllschaum in der hinteren Fuge 12 wird
komprimiert und kann dabei in Abhängigkeit seiner elastischen Eigenschaften geschädigt
werden oder bei einer anschließenden Rückbewegung des Bauteils 10, wenn sich die hintere
Fuge 12 wieder öffnet.
[0027] Bei dem in Fig. 3 dargestellten Beispiel des Standes der Technik hat sich das Bauteil
10 aufgrund einer durch Temperatur- oder Feuchteänderung bewirkten Längenverkürzung
parallel zur Wand 11 und von der Profilanschlußleiste 17 weg bewegt. Das Schaumband
22, das z. B. aus einem Material mit geringer Bruchdehnung hergestellt ist, ist von
der fest am Bauteil 10 anhaftenden Klebeschicht 26 abgerissen, so daß die Fuge 23
offen ist. Das Fugenfüllmaterial 14 bzw. der Füllschaum in der hinteren Fuge 12 ist
abgeschert und in seiner Struktur gerissen, so daß auch die hintere Fuge 12 geöffnet
ist.
[0028] Fig. 4 zeigt eine Profilanschlußleiste 17 mit einem erfindungsgemäßen Schaumband
22 im Normalzustand ohne Relativbewegungen zwischen der Profilanschlußleiste 17 und
dem Bauteil 10. Demgegenüber zeigt Fig. 5 eine Stellung, in der das Bauteil 10 z.
B. aufgrund einer Abkühlung eine Querbewegung von der Mauer 11 weg ausgeführt hat,
während sich die Putzschicht 18 nicht oder nur unwesentlich verändert hat. Das verbesserte
Schaumband 22 mit erhöhter Dehnungsfähigkeit bzw. elastischen Eigenschaften dehnt
sich auch bei größeren Relativbewegungen, so daß es weder reißt noch sich von einer
Klebeoberfläche löst. Damit bleibt die Fuge 23 geschlossen und die Abdichteigenschaften
der Profilanschlußleiste 17 erhalten, auch wenn das Fugenfüllmaterial 14 bzw. der
Füllschaum in der hinteren Fuge 12 gerissen ist.
[0029] Auch bei einem Versatz des Bauteils 10 z. B. aufgrund einer Erwärmung und einer daraus
resultierenden Querbewegung zur Mauer 11 hin (siehe Fig. 6), während sich die Putzschicht
18 nicht oder nur unwesentlich verändert hat, kann das verbesserte Schaumband 22 durch
seine erhöhte Elastizität und Dehnungsfähigkeit den Versatz ohne Beschädigung überbrücken,
so daß die Fuge 23 auch in diesem Fall geschlossen bleibt.
[0030] Wenn sich das Bauteil 10 entsprechend der in Fig. 3 gezeigten Situation aufgrund
einer durch Temperatur- oder Feuchteänderung bewirkten Längenverkürzung parallel zur
Wand 11 bewegt und dabei von der Profilanschlußleiste 17 entfernt hat (siehe Fig.
7), dehnt sich das erfindungsgemäße Schaumband 22 im erforderlichen Maß und verformt
sich elastisch, so daß die Fuge 23 auch hier geschlossen bleibt.
[0031] Bei der in Fig. 8 gezeigten Situation hat sich das Bauteil 10 durch eine Längenvergrößerung
parallel zur Wand 11 bewegt und dabei der Profilanschlußleiste 17 angenähert. Das
verbesserte Schaumband 22 wird elastisch gestaucht und hält die Fuge 23 geschlossen.
Auch bei einer entgegengesetzten Rückverformung des Bauteils 10 in seine Ausgangsstellung
gemäß Fig. 4 oder in die Stellung gemäß Fig. 7 kann das sich elastisch verformende,
unversehrte Schaumband 22 die Fuge 23 dicht geschlossen halten.
[0032] Die in den Figuren dargestellten Bewegungen des Bauteils 10 relativ zur Wand 11 und
zur Profilanschlußleiste 17 bzw. der Putzschicht 18 sind vereinfacht schematisch dargestellt.
In der Realität können auch Überlagerungen der dargestellten Bewegungen, insbesondere
in den Eckbereichen von Rahmen als Bauteilen, auftreten.
[0033] Das Schaumklebeband 22 kann eine Farbkennzeichnung aufweisen, die für eine Eigenschaft
der Profilanschlußleiste 17 charakteristisch ist, beispielsweise für die Breite der
Profilanschlußleiste 17. Wenn diese Profilanschlußleiste 17 z. B. in drei Breiten
hergestellt wird (der Abstand zwischen den beiden Einputzschenkeln 20 und 21 legt
die Breite fest), so bezeichnet z. B. ein gelb gefärbtes Schaumklebeband 22 eine schmale
Profilunschlußleiste, ein rot gefärbtes Schaumklebeband eine mittelbreite Profilanschlußleiste
und ein grün gefärbtes Schaumklebeband eine breite Profilanschlußleiste.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 10
- Bauteil
- 11
- Wand
- 12
- Fuge
- 13
- Umfangsseite
- 14
- Fugenfüllmaterial
- 15
- Außenraum
- 16
- Außenseite
- 17
- Profilanschlußleiste
- 18
- Putzschicht
- 19
- Befestigungsbasis
- 20
- vorderer Einputzschenkel
- 21
- hinterer Einputzschenkel
- 22
- Schaumklebeband
- 23
- Fuge
- 24
- oberer Teil
- 25
- unterer Teil
- 26
- Klebeschicht
1. Profilanschlußleiste für einen Übergang von einem Bauteil zu einer Gebäudewand,
wobei die Profilanschlußleiste ein Schaumband aufweist, das mittels Klebeverbindung
unmittelbar oder mittelbar mit der Profilanschlußleiste verbunden und mit dem Bauteil
unmittelbar oder mittelbar verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaumband zum Ausgleich einer erhöhten Relativbewegung zwischen der Profilanschlußleiste
und dem Bauteil eine erhöhte Elastizität und/oder eine erhöhte Bruchdehnung und/oder
eine reduzierte Shore-Härte aufweist.
2. Profilanschlußleiste nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei der mittelbaren Verbindung eine Zwischenschicht zwischen dem Schaumband und der
Profilanschlußleiste bzw. zwischen dem Schaumband und dem Bauteil angeordnet ist.
3. Profilanschlußleiste nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Bruchdehnung in Längsrichtung der Profilanschlußleiste von mindestens
200% und insbesondere von mindestens 300% aufweist.
4. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Bruchdehnung in Querrichtung der Profilanschlußleiste von mindestens
200% und insbesondere von mindestens 300% aufweist.
5. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Shore-Härte 0 von kleiner 20 und insbesondere kleiner 16 aufweist.
6. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Shore-Härte 00 von kleiner 59 und insbesondere kleiner 55 aufweist.
7. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Stauchhärte bei 10% Stauchung kleiner 25 kPa, insbesondere kleiner
19 kPa aufweist.
8. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband eine Stauchhärte bei 50% Stauchung kleiner 120 kPa, insbesondere kleiner
100 kPA aufweist.
9. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumband ein ein- oder doppelseitig klebendes Schaumklebeband ist.
10. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Profilanschlußleiste ein Leibungsanschlußprofil, ein Dehnungsfugenprofil, ein
Putzabschlußprofil oder ein Dachbelüftungsprofil ist.
11. Profilanschlußleiste nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Profilanschlußleiste aus Kunststoff und/oder das Schaumband aus Polyolefin oder
Polyethylen hergestellt ist.