[0001] Die Erfindung betrifft eine wiederverwendbare Grabkammer mit einem von mindestens
einem rahmenartigen oder trogförmigen Wandelement und einer darauf aufliegenden Abdeckung
umschlossenen Innenraum, der nach außen entlüftet und von außen befeuchtet ist, sowie
eine Bestattungsvorrichtung umfassend die wiederverwendbare Grabkammer.
[0002] Eine wiederverwendbare Grabkammer ist aus der DE 35 37 367 bekannt. Bei dieser Grabkammer
sind die Wandteile und der Deckel aus Stahlbeton gefertigt und zwischen dem Deckel
und dem obersten Wandelement bzw. zwischen den einzelnen Wandelementen ist ein zur
Außenseite der Kammer abgesenkter Stufenfalz ausgebildet, so daß in den Spalt zwischen
Deckel und oberstem Wandelement bzw. zwischen benachbarten Wandelementen eindringendes
Wasser nach außen abgeleitet wird und somit das Eindringen von Wasser in die Kammer
insgesamt vermieden wird. Die Grabkammer ist damit weitgehend wasserundurchlässig
ausgeführt, so daß der Grabkammerinnenraum stets trocken ist.
[0003] Bei weiterhin bekannten Grabkammern mit mehrteiligem Deckel wird durch die Auflage
einer wasserundurchlässigen Abdeckfolie oder anderen, ebenfalls auf die Abdichtung
der Grabkammer zielenden Maßnahmen ebenfalls das Eindringen von Wasser in die Kammer
verhindert.
[0004] Das unkontrollierte Eindringen von Wasser wird bei den bekannten Grabkammern unter
anderem deshalb vermieden, um zu verhindern, daß unter Umständen Leichenpartikel durch
eingedrungenes Wasser z.B. durch Öffnungen in der Grabkammer nach außen gespült werden.
Weiterhin wird das Eindringen von Wasser bei bekannten Grabkammern deshalb vermieden,
um der Stauwasserbildung im Inneren der Grabkammer vorzubeugen, da Stauwasser die
Verwesung der Leiche und die Verrottung des Sargholzes und sonstiger Grabbeigaben
verzögert bzw. verhindert.
[0005] In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, daß das konsequente Verhindern des Eindringens
von Wasser in die Grabkammer, das Abführen von Wasser aus der Grabkammer sowie der
Einsatz einer Drainage unterhalb der Grabsohle bzw. die Verwendung von wasserdurchlässigem
Material als Grabsohle sowie die Verfüllung der Grabkammerumgebung mit wasserdurchlässigem
Material zur Trockenlegung der Grabkammer führen kann. Das dadurch hervorgerufene
trockene Klima in der Grabkammer führt zur Mumifizierung der Leichen sowie zu einer
Verhinderung der Verrottung des Sargholzes und sonstiger Grabbeigaben, was zu einer
verlängerten Ruhefrist von z.B. mehr als 30 Jahren und damit einer geringeren Ausnutzung
der Friedhofsfläche führt. Weiterhin ist mit dem Verbleib von Sargholzresten und sonstigen
nicht vollständig verrotteten Grabbeigaben in der Grabkammer nach Ablauf der Ruhefrist
ein zusätzlicher Arbeits- und Entsorgungsaufwand verbunden, der sich in höheren Kosten
der Friedhöfe und damit der Grabpacht niederschlägt.
[0006] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine wiederverwendbare Grabkammer
bereitzustellen, die das Austrocknen der Grabkammer vermeidet oder zumindest vermindert,
bzw. eine für die Verwesung und Verrottung günstige Luftfeuchtigkeit in der Grabkammer
fördert.
[0007] Die Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch eine wiederverwendbare Grabkammer
mit zumindest teilweise wasserdurchlässigen Wandelementen und/oder Grabkammerabdeckung
bzw. Mittel zum Einsickern von Wasser in die Grabkammer erreicht.
[0008] Durch die Wasserdurchlässigkeit bzw. durch die bereitgestellte Möglichkeit des Einsickern
von Wasser in die Grabkammer mit Hilfe entsprechender Mittel wird im Innenraum der
Grabkammer eine höhere Luftfeuchtigkeit erreicht, die sich günstig auf die Verwesungs-
und Verrottungsgeschwindigkeit auswirkt.
[0009] Die Erfindung beruht dabei auf dem Gedanken, zumindest einen Teil des an den Außenseiten
der Grabkammer absickernden Wassers, wie z.B. Regen- oder Gießwasser, aufgrund der
Porosität bzw. Wasserdurchlässigkeit der Grabkammerabdeckung und/oder Grabkammerwandelemente
bzw. durch Mittel zum Einsickern, in die Grabkammer einsickern zu lassen, so daß die
Innenseite der Grabkammer befeuchtet ist und somit die Luftfeuchtigkeit im Innenraum
der Grabkammer entsprechend hoch ist.
[0010] Die Gefahr der Austrocknung der Grabkammer wird dadurch selbst bei ungünstigen Bodenverhältnissen,
z.B. Kiesböden, die eine schnelle Ableitung von Niederschlägen bewirken, vermindert.
Aufgrund der Wasserdurchlässigkeit bzw. der Mittel zum Einsickern wird ein Eindringen
von Oberflächen-, Seiten- und Sickerwasser in die Grabkammer erreicht, wodurch für
die bei der Verwesung bzw. Verrottung stattfindenden Umsetzungsprozesse günstige klimatische
Bedingungen bereitgestellt werden. Die Wasserdurchlässigkeit der bodennahen Grabkammerwandelemente
bzw. der Grabsohle verhindert dabei die Bildung von Staunässe im Innenraum der Grabkammer.
[0011] Das in die Grabkammerabdeckung und die Grabkammerwandelemente eindringende Wasser
führt zu einer Wassersättigung von Grabkammerabdeckung und Wandelementen, die eine
Entweichung von geruchsintensiven Verwesungsgasen durch die Abdeckung oder die Wandelement
weitgehend verhindert. Vielmehr wird eine Abführung der Verwesungsgase durch eine
Entlüftung der Grabkammer vorgenommen. Die Entlüftung bzw. ein Belüftungssystem ist
dabei vorzugsweise mit einem technischen oder biologischen Filter (z.B. Aktivkohle-Filter)
ausgestattet, durch das die Verwesungsgase geleitet und gefiltert werden und dann
weiter durch die auf der Abdeckung und Filterung aufgebrachte gasdurchlässige Überdeckung
an die Oberfläche gelangen. Dadurch wird zum einen ein unkontrolliertes Entweichen
von Verwesungsgasen durch die Abdeckung bzw. die Wandelemente verhindert und eine
gezielte Ableitung und Filterung der Verwesungsgase erzielt, so daß gemäß einschlägiger
Gesetzgebung eine nur geringe Überdeckung der Grabkammer zu besorgen ist.
[0012] Die wasserdurchlässige Grabkammerabdeckung und/oder Grabkammerwandelemente sind geeigneter
Weise aus Einkornbeton oder anderem Material gefertigt, das ebenfalls gute Wasserdurchlässigkeit
bei gleichzeitiger statischer Stabilität und Haltbarkeit auszeichnet.
[0013] Die Grabkammerabdeckung weist zweckmäßigerweise an ihrer dem Innenraum zugewandten
Unterseite ein zu zumindest einer Außenseite der Grabkammer hin geneigte dachprofilartige
Ausgestaltung auf. Bei einem Dachprofil, das zumindest zu einer Innenseite des obersten
Wandelements hin geneigt ist, wird das durch die Grabkammerabdeckung bzw. die Mittel
zum Einsickern sickernde Wasser an der geneigten Unterseite der Abdeckung zur inneren
Wandung des obersten Wandelements geleitet, um dann an der Innenseite der Grabkammerwandung
abzulaufen. Dadurch wird unter anderem verhindert, daß einsickerndes Wasser von der
Unterseite der Abdeckung in den Innenraum der Grabkammer tropft, so daß ein Ausspülen
von Leichenpartikeln oder Grabbeigaben oder Sargteilen aus der Grabkammer durch einsickerndes
und in die Grabkammer tropfendes Wasser verhindert wird.
[0014] In Regionen, in denen robuste und dadurch schwer verrottbare Särge, wie z.B. massive
Eichensärge, verwendet werden, ist es zur Förderung der Holzzersetzung und -verrottung
jedoch vorteilhaft, einsickerndes Wasser gezielt auf den Sarg zu leiten, um dessen
Verrottung zu befördern. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, indem das Dachprofil
einen dem Innenraum zugewandten First aufweist, an dem einsickerndes Wasser in den
Innenraum und auf den Sarg abtropfbar ist. Die Firstlinie verläuft dabei vorteilhafter
Weise entweder in der Mitte parallel der Längsseiten der Abdeckung oder es werden
mehrere Firste quer über die Unterseite der Abdeckung, z.B. an jeder Unterseite einer
Teilabdeckung, vorgesehen oder es wird eine Kombination der verschiedenen Firstverläufe
verwendet. Trotz des in den Innenraum der Grabkammer tropfenden Wassers muß in diesem
Fall aber nicht der Gefahr des Ausschwämmens von z.B. Leichenpartikeln besorgt werden,
da aufgrund der deutlich längeren Haltbarkeit der z.B. massiven Eichensärgen gegenüber
der Verwesungszeit, die Leiche bereits verwest ist, bevor die Verrottung des Sarges
ein solches Ausschwämmen zulassen würde.
[0015] Um bei einer Ausführung mit mehrteiliger Grabkammerabdeckung (Deckel) einen Austritt
von Verwesungsgasen, z.B. zu Zeiten großer Trockenheit oder an den Stoßstellen benachbarter
Teilabdeckungen zu verhindern und gleichzeitig das Eindringen von Oberflächen- und
Sickerwasser zu ermöglichen, wird eine vorzugsweise über die gesamte Länge und Breite
der Grabkammerabdeckung sich erstreckende Schicht aufgebracht, die von oben nach unten
wasserdurchlässig und von unten nach oben luftundurchlässig ist. Eine solche Schicht
bzw. ein solches von oben wasserdurchlässiges und von unten luftundurchlässiges Material,
z. B. eine entsprechende Membran, verhindert damit, daß Verwesungsgase aus dem Kammerinneren
ungefiltert an die Oberfläche dringen können und ermöglicht gleichzeitig die Befeuchtung
der Grabkammer durch den Deckel. Vorzugsweise handelt es sich bei einer solchen Schicht
um eine Vegetationsmatte oder ein schwammartiges Material mit entsprechenden Eigenschaften.
[0016] Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Mittel zum Einsickern von Wasser
in die Grabkammer ein zwischen Wandelement und aufgesetzter Abdeckung bzw. bei mehreren
Wandelementen die übereinander aufgesetzt sind, ein zwischen den Wandelementen zum
Innenraum abgesenkter Stufenfalz bzw. eine zum Innenraum geneigte Fasung, über die
Wasser, das z.B. an der Außenwand der Grabkammer absickert, in diese einsickerbar
ist. Das einsickernde Wasser folgt dabei der Abstufung des Falzes bzw. der Neigung
bzw. dem Gefälle der Fasung in Richtung des Innenraums und befeuchtet beim weiteren
Einsickern die Innenwände der Grabkammer.
[0017] Die Mittel zum Einsickern werden weiterhin durch Löcher oder Schlitze in den Wandelementen
oder der Abdeckung oder durch in die Grabkammer reichende Wasserzuleitungen, wie z.B.
Rohre, Leitungen oder Schläuche und durch jede ausreichend kleine Öffnung in der Grabkammerwandung,
durch die jeweils Wasser in die Grabkammer einsickerbar ist, das Eindringen von Erdreich,
Füllmaterial, etc. aber verhindert wird, verwirklicht.
[0018] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin eine Bestattungsvorrichtung,
die eine oder mehrere erfindungsgemäße Grabkammern sowie der den hydrogeologischen
Verhältnissen in der Bestattungszone angepaßte Grabsohle und gegebenenfalls weiteres,
die Grabkammer umgebendes Füllmaterial und/oder eine Drainage umfaßt.
[0019] Die hydrogeologischen Verhältnisse in der Bestattungszone werden üblicherweise durch
ein geologisches Gutachten festgestellt.
[0020] Je nach Standfestigkeit des Untergrunds gemäß dem geologischen Gutachten umfaßt die
Bestattungsvorrichtung ein Fundament für die Grabkammer. Je nach Bodenbeschaffenheit
umfaßt die Bestattungsvorrichtung weiterhin eine außerhalb der Grabkammer auf bzw.
über dem Niveau der Grabsohle angeordnete Drainage in der Nähe einer Außenwand zur
Abführung bzw. Vermeidung von Stauwasser. Bevorzugt wird die Drainage an der Kopf-
bzw. Fußseite der Grabkammer entlang dieser Seite angeordnet.
[0021] Durch die Anordnung der Drainage in Höhe der Grabsohle verringert sich zum einen
die Aushubtiefe der Baugrube der Bestattungsvorrichtung/Grabkammer und zum anderen
verbleibt das natürliche und meist wasserspeicherfähige Bodenmaterial in der Grabsohle
erhalten, wodurch sich bei entsprechendem Bodenmaterial auf der Grabsohle ein geringer
Wasserstand bzw. eine Feuchte einstellt, der eine ausreichende Befeuchtung des Grabkammerinnenraums,
z.B. durch Kapillarwirkung der Wandelemente ermöglicht und somit eine entsprechend
hohe und für die Umsetzungsprozesse günstige Luftfeuchtigkeit sich einstellt. Das
Entstehen von Stauwasser bzw. das Überfluten von Särgen, Urnen oder dergleichen wird
durch die in Höhe bzw. kurz über dem Niveau der Grabsohle angeordnete Drainage verhindert.
Bei einer Grabkammerreihe kann durch die kopf- bzw. fußseitig durchgehende Drainage
entlang der Reihe eine effiziente und platzsparende Wasserabführung für alle sich
in der Reihe befindenden Grabkammern erreicht werden, ohne durch eine unter dem Niveau
der Grabsohle liegende Drainage der Gefahr der Austrocknung der Grabkammer zu unterliegen.
[0022] Gemäß der vorliegenden Erfindung läßt sich die Einstellung einer für die Umsetzungsprozesse
günstigen (Luft-) Feuchtigkeit im Grabinnenraum dadurch gewährleisten, daß für die
Grabsohle das natürliche Erdmaterial in einer Mächtigkeit gegen versickerungsfähiges
und gleichzeitig wasserbindendes Material, z.B. Mittelsand, ausgetauscht wird.
[0023] Eine weitere Verbesserung der (Luft-) Feuchtigkeitsverhältnisse im Innenraum bei
z.B. ungeeigneten Böden oder mehreren nebeneinander beabstandet angeordneten Grabkammern,
sind die Grabzwischenräume bzw. die Bereiche um die Außenseiten der Grabkammer ebenfalls
mit versickerungsfähigem und gleichzeitig wasserbindenden Material, z.B. Mittelsand,
zu verfüllen.
[0024] Durch den Einsatz von versickerungsfähigem und gleichzeitig wasserbindenden Material
anstatt ungeeignetem, z.B. Stauwasser bildendem Erdmaterial, wird zum einen eine ausreichende
Versorgung des Grabkammerinnenraums mit (Luft-) Feuchtigkeit gewährleistet und zum
anderen Stauwasserbildung in und um die Grabkammer verhindert.
[0025] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist die Grabkammer mit einer Befeuchtungsvorrichtung
ausgestattet, mit der eine für die Verwesung und Verrottung günstige Luftfeuchtigkeit
im Innnenraum einstellbar ist.
[0026] Um Stauwasserbildung in der Grabkammer darüber hinaus zu verhindern, ist gemäß einem
Aspekt der Erfindung im unteren Bereich der Grabkammer eine Auslaßöffnung zum Ablaufen
des in die Grabkammer gesickerten Wassers vorgesehen, so daß z.B. bei fundamentierten
Grabsohlen oder trogförmigem und damit nach unten geschlossenen untersten Wandelement
sich am Boden der Grabkammer sammelndes Wasser über die Auslaßöffnung in versickerungsfähige
Bereiche der Grabsohle bzw. der äußeren Grabkammerverfüllung absickerbar ist.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist das Grabsteinfundament,
das z.B. als Teil der Grabkammerabdeckung ausgeführt ist, in den darunter liegenden
Grabkammerwandelementen verankert, z.B. durch Vergießung von in entsprechende Bohrungen
im Grabsteinfundament reichende Armierungen der Wandelemente, so daß eine grabsohlentiefe
Fundamentierung des Grabsteinfundaments erreicht wird.
[0028] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine rahmenartige Grabumwehrung zur
Abstützung des Grabsaums bei geöffneter Grabkammer bereitgestellt, wobei die Grabumwehrung
vorteilhafter Weise auf der Kopf- und Fußseite des obersten Wandelements aufliegt
und weiterhin eine Breite aufweist, die ein problemloses Abnehmen der Grabkammerabdeckung
durch die Grabumwehrung gestattet. Die Grabumwehrung reicht dabei bis an den Grabsaum
heran bzw. gemäß einer Ausführungsform, bei der die Grabumwehrung gleichzeitig als
Grabumrandung dient, über den Grabsaum hinaus. Zweckmäßigerweise ist die Grabumwehrung
aus Beton gefertigt. Um höheren ästhetischen Ansprüchen zu genügen, wird die Grabkammerumwehrung
gleichzeitig als gestalterisches Element eingesetzt und aus Kunststein, Marmor oder
anderen optisch ansprechenden bzw. vom Kunden gewünschten Materialien, wie z. B. Edelstahl,
gefertigt.
[0029] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist die Grabkammerabdeckung zumindest in
Teilbereichen als Pflanztrog ausgebildet. Die Oberseite des Pflanztroges reicht dabei
vorteilhafter Weise bis an die Oberfläche, so daß sich über Anschlagpunkte an der
Pflanztrogoberseite der Pflanztrog leicht herausheben und sich die Grabkammer dadurch
einfach öffnen läßt. Ein weiterer Vorteil besteht dabei darin, daß die Bepflanzung
im Pflanztrog erhalten bleibt und somit durch das Öffnen der Grabkammer keine Pflanzarbeiten
anfallen.
[0030] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
sowie den nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen erläuterten Ausführungsbeispielen.
[0031] In den Zeichnungen zeigen, teilweise in schematischer bzw. halbschematischer Darstellung
- Fig. 1:
- eine Draufsicht auf eine Grabkammer gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2:
- einen vertikalen Schnitt durch eine Grabkammer gemäß der ersten Ausführungsform entlang
der Linie A-A in Fig. 1;
- Fig. 3:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der ersten Ausführungsform entlang
der Linie B-B in Fig. 1;
- Fig. 4:
- eine Draufsicht auf eine Grabkammer gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 5:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der zweiten Ausführungsform entlang
der Linie C-C in Fig. 4;
- Fig. 6:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der zweiten Ausführungsform entlang
der Linie D-D in Fig. 4;
- Fig. 7:
- eine Draufsicht auf eine Grabkammer gemäß einer dritten Ausführungsform;
- Fig. 8:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der dritten Ausführungsform entlang
der Linie E-E in Fig. 7;
- Fig. 9:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der dritten Ausführungsform entlang
der Linie F-F in Fig. 7;
- Fig. 10:
- eine Draufsicht auf eine Grabkammer gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 11:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der dritten Ausführungsform entlang
der Linie G-G in Fig. 10;
- Fig. 12:
- einen vertikalen Schnitt durch die Grabkammer gemäß der dritten Ausführungsform entlang
der Linie H-H in Fig. 10.
[0032] Die Grabkammer gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
nun mit Bezug auf die Fig. 1 bis 3 beschrieben.
[0033] Die Grabkammer 100 umfaßt ein oder mehrere in Übereinanderordnung aufgesetzte Wandelemente
20, 20' und eine Abdeckung 22, die auf einer Grabsohle 10 angeordnet sind und den
Innenraum der Grabkammer umschließen.
[0034] Bei ungenügender Standfestigkeit des Untergrunds wird die Grabsohle durch als Fundament
12 dienende Platten ergänzt, um ein Absacken der Grabkammer zu vermeiden. Die Abdeckung
22 ist einteilig oder, wie in den Fig. 1, 2, 4 und 5 dargestellt, mehrteilig ausgeführt
und umfaßt dabei quer auf das oberste Wandelement aufgesetzte und an ihren Längsseiten
aneinander stoßende Teilabdeckungen 22', 22", 22'" etc.
[0035] Die Grabkammerabdeckung und/oder Grabkammerwandelemente sind aus festem, aber wasserdurchlässigen
Material, wie z.B. Einkornbeton, hergestellt. Die kopfseitige Teilabdeckung ist erhöht
ausgebildet, so daß sie zweckmäßigerweise bis zur Oberfläche reicht und als Grabsteinfundament
23 dient. Das Grabsteinfundament 23 ist grabsohlentief fundamentiert, indem aus dem
unter dem Grabsteinfundament liegenden Wandteil des Wandelements 20 eine Armierung
34 in entsprechende Öffnungen im Grabsteinfundament 23 reichen und dort vergossen
sind. Wenn entsprechende Vorschriften zu erfüllen sind, werden solche Armierungen
auch zwischen den übereinander angeordneten Wandelementen 20 und 20' vorgesehen. Das
Grabsteinfundament 23 weist weiterhin eine Aussparung 36 auf, in der ein Grabstein
verankerbar ist. An der Oberseite der Abdeckung 22 ist eine Vegetationsmatte 28 aufgelegt.
Die Vegetationsmatte ist dabei über nahezu die gesamte Länge und Breite der Abdeckung
ausgelegt und besteht aus von oben wasserdurchlässigem und von unten luftdurchlässigem
Material, wie z.B. einem entsprechenden Schwamm oder einer Membran, so daß Verwesungsgase
aus dem Kammerinneren durch die Vegetationsmatte nicht an die Oberfläche gelangen
können, Flüssigkeit jedoch durch die Vegetationsmatte und die wasserdurchlässige Abdeckung
in das Innere der Grabkammer einsickerbar ist. Weiterhin ist auf der Abdeckung bzw.
der Vegetationsmatte wasser- und luftdurchlässiges Material in einer Stärke aufgebracht,
daß die Entlüftung ebenfalls von dem Material, z.B. Humusboden überdeckt ist, wodurch
eine ausreichende Ent- bzw. Belüftung der Grabkammer gewährleistet ist.
[0036] Eine luft- und wasserdicht verschließbare Durchgangsöffnung 25 dient als Öffnung
für Urnenbeisetzungen. Die Größe der Öffnung ist dabei so beschaffen, daß sie als
Durchlaß für eine Urne geeignet ist. In dieselbe bzw. eine vergleichbare, ebenfalls
in der Abdeckung ausgebildeten Durchgangsöffnung ist eine insgesamt mit 24 bezeichnete
Entlüftung bzw. ein Belüftungssystem eingesetzt. Die Entlüftung ist nach Art der DE
35 37 367 C2 ausgebildet, wobei hinsichtlich diesbezüglicher Einzelheiten ausdrücklich
auf diese Druckschrift Bezug genommen wird. Diese Entlüftung 24 umfaßt im wesentlichen
einen in die Durchgangsöffnung 25 dichtend eingesetzten Rohrstutzen, einen geeigneten
technischen oder Bio-Filter (z. B. AktivKohle Filter) sowie eine Abdeckhaube. Die
Entlüftung 24, die in erster Linie als Entlüftung des Innenraums der Grabkammer arbeitet,
endet im fertig angelegten Zustand des Grabs innerhalb der über der Grabkammer befindlichen
Humusschicht.
[0037] Die Abdeckung 22 oder ein rahmenartiges Wandelement 20 setzen jeweils auf ein entsprechend
darunter angeordnetes Rahmenelement 20 bzw. 20' auf, wobei an den unteren Kanten der
Abdeckung und der Wandelemente nach außen offene Rücksprünge 31 ausgebildet sind,
in die entsprechend geformte, entlang den oberen Außenkanten des entsprechend darunter
angeordneten Wandelements angeformte Vorsprünge 32 eingreifen, so daß die Abdeckung
und die übereinander angeordneten Wandelemente formschlüssig in ihren Positionen gehalten
sind und aufgrund der nach innen abfallenden Oberfläche der Wandelemente Oberflächen-,
Seiten- und Sickerwasser (Regenwasser) in das Innere der Grabkammer eindringen kann.
Wie in den Fig. 2, 3, 5, 6, 8 und 9 dargestellt, bildet sich dadurch zwischen den
übereinander angeordneten Wandelementen ein sogenannter, zur Innenseite abgesenkter
Stufenfalz, in den an der Außenwand absickerndes Wasser in die Grabkammer einsickert
und dadurch die Innenwände der Grabkammer befeuchtet werden. Als Alternative zu einem
solchen Stufenfalz werden die übereinander angeordneten Wandelemente mit einer jeweils
nach innen geneigten formschlüssigen Fasung versehen, die ebenfalls ein Einsickern
von Wasser zur Folge hat.
[0038] Die Unterseite der Abdeckung 22 bzw. der Teilabdeckungen 22', 22" etc. weisen ein
Dachprofil 26 auf, so daß durchsickerndes Wasser an der Unterseite zur inneren Wandung
des Wandelements 22 geleitet wird, um dann an der Innenseite der Grabkammerwandung
abzulaufen.
[0039] Um Stauwasserbildung zu vermeiden, jedoch die Grabkammer nicht unnötig auszutrocknen,
ist außerhalb der Kammer längs einer Seitenwand in Höhe der Grabsohle oder etwas über
der Grabsohle eine Drainage 13 angeordnet, die überflüssiges Wasser abführt und Stauwasserbildung
im Inneren der Grabkammer verhindert. Vorteilhafterweise wird die Drainage dabei an
der Kopf- bzw. Fußseite einer Grabkammer oder Grabkammerreihe eingebaut. Damit ist
der Vorteil verbunden, daß sich die Aushubtiefe der Baugrube verringert, natürliches,
meist wasserspeicherfähiges Bodenmaterial in der Grabsohle erhalten bleibt und sich
in und auf der Grabsohle ein geringer Wasserstand bilden kann, der eine ausreichende
Befeuchtung des Grabkammerinnenraums gewährleistet. Bei längsseitiger Anordnung der
Drainage zwischen benachbarten Grabkammern ist eine gemeinsame Drainage für benachbarte
Grabkammern einsetzbar, bei Anordnung der Drainage längs der Kopf- oder Fußseite entlang
benachbarter Grabkammern ist eine gemeinsame Drainage für eine Grabkammerreihe vorsehbar.
[0040] Herrscht in der Grabsohle kein geeignetes natürliches Erdmaterial vor, so ist das
Material in einer Mächtigkeit gegen geeignetes versickerungsfähiges und gleichzeitig
wasserbindendes Material auszutauschen, so daß eine ausreichende Versorgung des Grabkammerinnenraums
mit (Luft-) Feuchtigkeit gewährleistet ist, aber die Gefahr der Stauwasserbildung
nicht besorgt werden muß. Auch die seitliche Verfüllung 11 der Grabkammer oder die
Grabkammerzwischenräume zwischen benachbarten Grabkammern sind gegebenenfalls mit
dem versickerungsfähigen und wasserbindenden Material, wie z.B. Mittelsand, aufzufüllen.
[0041] Die Wandelemente sind für einen leichteren Auf- bzw. Abbau mit Griffen 38 versehen,
in die z.B. entsprechende Haken eines Hebezeugs eingreifbar sind und somit die Wandelemente
einfach absetzbar und wieder aufnehmbar sind.
[0042] Die Grabkammer gemäß einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
nun mit Bezug auf die Fig. 4 bis 6 beschrieben, die eine Grabkammer 200 mit einer
zusätzlichen Umwehrung 40 zeigen. Der übrige Aufbau der Grabkammer entspricht ansonsten
weitgehend dem Aufbau gemäß der ersten Ausführungsform, was auch durch die Verwendung
derselben Bezugszeichen deutlich wird.
[0043] Die Umwehrung 40 umfaßt ein zusätzliches rahmenartiges Wandelement, das auf die stirn-
und fußseitigen Abschnitte des obersten Wandelements 20 aufgesetzt wird. In seiner
Höhe reicht die Umwehrung bis zur Oberfläche oder, wenn sie gleichzeitig als Grabumrandung
dient, sogar etwas darüber hinaus. Die Umwehrung verhindert bei geöffneter Grabkammer
das Einbrechen des Grabsaums oder von Friedhofsbesuchern in die Grabkammer.
[0044] Das lichte Innenmaß L (Fig. 6) der Umwehrung reicht weiterhin, um wenige Zentimeter
über die Breite der ein- oder mehrteiligen Grabkammerabdeckplatte (Abdeckung 22) hinaus,
so daß die Abdeckung durch die Umwehrung von der Grabkammer abnehmbar ist. Die Kopfseite
41 der Umwehrung ist breiter ausgeführt als die sonstige Dicke der Umwehrung und dient
als Grabsteinfundament, wobei der Grabstein weiterhin in der Aussparung 36 des Kopfteils
verankerbar ist.
[0045] Längsseitig ist zwischen der Umwehrungsinnenseite und der jeweils benachbarten seitlichen
Außenseite der Abdeckung 20 bzw. des obersten Wandelement jeweils ein Spalt 42 ausgebildet,
durch den überschüssiges Oberflächen- oder Sickerwasser (Regenwasser) abfließbar ist,
so daß z.B. einer Überflutung der Entlüftung 24 vorgebeugt wird.
[0046] Die Ober-, Innen- und/oder Außenseite der Umwehrung ist zur optischen Verschönerung
z.B. mit Vorsatzbeton, Marmor oder anderen Materialien veredelt, um höheren ästhetischen
Ansprüchen gerecht zu werden. Die veredelte Innenseite kommt dabei insbesondere bei
einer Bestattung und damit verbundener Öffnung der Grabkammer zur Geltung, während
die veredelte Ober- und/oder Außenseite bei der Verwendung der Umwehrung als Grabsteineinfassung
optisch in Erscheinung tritt.
[0047] Gemäß einer weiter, hier nicht dargestellten Ausführungsform, wird die Umwehrung
als Auflager für Gehwegplatten verwendet, so daß eine Bestattungsvorrichtung umfassend
mehrere nebeneinander beabstandet angeordnete Grabkammern entsteht, bei der die oberen
Abschlußflächen von sich zugewandten Seiten benachbarter Grabkammern als Auflager
für Gehwegplatten dienen, und die Gehwegplatten als Grabzwischenwege verwendet werden.
Die Gehwegplatten sind damit über die Umwehrung und die in Übereinanderordnung aufgesetzten
Wandelemente 20, 20' grabsohlentief gegründet, so daß sonst oft auftretende Senkungen
und Sackungen der Grabzwischenwege vermieden werden.
[0048] Die Grabkammer gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung wird nun mit Bezug
auf die Fig. 7 bis 9 beschrieben. Bei der Grabkammer 300 ist zumindest ein Teil der
Abdeckung trogförmig ausgebildet. Die trogförmige Teilabdeckung ist dabei als sogenannter
Pflanztrog 50 ausgebildet, der wie die vorbeschriebenen Abdeckungen auf das oberste
Wandelement paßgenau aufsetzbar ist. Bei Verwendung eines ausreichend großen Pflanztrogs,
wie in den Fig. 7 bis 9 dargestellt, werden sämtliche Grabarbeiten zur Öffnung der
Grabkammer vermieden, indem die nahezu vollständige Grababdeckung zusammen mit der
im Pflanztrog vorhandenen Grabbepflanzung als bepflanzter Pflanztrog einheitlich mit
einem Hebezeug, z.B. einem Portalkran, abhebbar ist. Zum leichteren und sicheren Heben
mit einem Hebezeug sind an der Oberseite des Pflanztrogs 50 Anschlagpunkte 54 vorgesehen,
die z.B. als Schraubanker oder Kugelkopfanker ausgebildet und in die Pflanztrogoberseite
eingearbeitet sind.
[0049] Eine vom Pflanztrog 50 verschiedene Teilabdeckung an der Kopfseite der Grabkammer
ist ebenfalls wie der Pflanztrog erhöht ausgebildet und dient als Grabsteinfundament
23. Das Grabsteinfundament 23 ist dabei wie mit Bezug auf die Fig. 1 und 2 beschrieben
mit Hilfe einer Armierung/Aussparung 34 mit dem darunterliegenden Wandelement vergossen
und somit grabsohlentief verankert.
[0050] Durch das Grabsteinfundament 23 ist gleichzeitig der Grabsaum der Kopfseite der Grabkammer
abgestützt. An den übrigen, dem Grabsaum zugewandten Außenseiten des Pflanztrogs 50
sind zur Abstützung des Grabsaums geeignete Mittel vorzusehen. Gemäß einer nicht dargestellten
Ausführungsform der Erfindung wird der Grabsaum im Grabwegbereich, z.B. an der Fußseite
der Grabkammer durch eine im Grabwegbereich eingebaute Abstützung (z.B. einen L-förmigen
Stein) abgestützt.
[0051] Gemäß der in Fig. 9 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist die Grabkammer
an zumindest einer ihrer Längsseiten bzw. die längsseitigen Zwischenräume zwischen
nebeneinander beabstandet angeordneten Grabkammern nur bis knapp unter die Oberkante
des obersten Wandelements 20 mit geeignetem Material 11 verfüllt. Wird nun der Pflanztrog
von der Grabkammer abgehoben, kann seitlich kein Erdmaterial in die Grabkammer abbrechen.
Der freie Raum an den seitlichen Außenseiten des Pflanztrogs bzw. zwischen benachbarten
Pflanztrögen wird durch Abdeckplatten 56 abgedeckt. Die Abdeckplatten 56 können dabei
als Gehwegplatten für Grabwege bzw. Grabzwischenwege verwendet werden. Auch hier werden
durch die entsprechende grabsohlentiefe Verankerung Senkungen der Wege vermieden.
[0052] Gemäß einer weiteren, hier nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist
der fußseitige Bereich der trogartigen Abdeckung an der Oberseite geschlossen ausgebildet
und ist dadurch zumindest als Teil eines Grabwegs nutzbar. Damit wird zum einen bei
platzbeengten Friedhöfen besonders wertvolle Fläche eingespart und zum anderen ergibt
sich durch die oberseitige Abdeckung des Pflanztrogs eine insgesamt verkleinerte Pflanzfläche,
so daß der Pflanz- und Pflegeaufwand des Grabs verringert ist.
[0053] Gemäß der in den Fig. 7 bis 9 dargestellten Ausführungsform ist die Öffnung 25 und
die darin eingesetzte Entlüftung 24 in einer äußeren Ecke in der Nähe der Trogwandung
angeordnet, so daß die Wahrscheinlichkeit der Beschädigung der Entlüftung 24 durch
Pflanzarbeiten im Pflanztrog verringert wird.
[0054] Auf dem Boden im Inneren des Pflanztrogs 50 ist wiederum eine Vegetationsmatte 28
ausgelegt. Weiterhin ist der Pflanztrog in Bodennähe mit seitlichen Ablauföffnungen
52 versehen, durch die überschüssiges Regen- oder Gießwasser abfließen kann und es
somit nicht zu Stauwasserbildung oder Überflutung der Entlüftung 24 kommt.
[0055] In den Fig. 10 bis 12 ist eine weitere Ausführungsform der Grabkammer dargestellt,
die weitgehend den Aufbau der vorhergehend beschriebenen Ausführungsformen aufweist.
Die Grabkammer hat dabei eine Umwehrung 40, die mit wasser- und luftdurchlässigem
Material 14 bis zur oder kurz unter die Oberkante verfüllt ist. Diese Verfüllung wird
ebenfalls bei Grabkammern mit einfacher Abdeckung oder mit Pflanztrog verwendet und
ermöglicht trotz vollständiger Überdeckung die Beund Entlüftung der Grabkammer über
die Entlüftung 24, die ebenfalls von der Verfüllung 14 überdeckt ist.
[0056] Das untere Wandelement 21 ist trogförmig ausgeführt und weist damit einen geschlossenen
Boden auf, wodurch z.B. die Bereitstellung einer separaten Grabsohle entfällt. Zur
Vermeidung von Stauwasserbildung in der nach unten geschlossenen Grabkammer ist eine
Ablauföffnung 53 im unteren Bereich einer Seitenwand des Wandelements 21 vorgesehen.
Wenn ein vollständiger Abfluß des sich auf dem Boden ansammelnden Wassers gewünscht
ist, wird die Ablauföffnung im Boden angeordnet. Die Ablauföffnung 53 kann weiterhin
in nicht näher dargestellter, dem Fachmann geläufiger Weise mittels einer Rückschlagklappe
verschließbar sein. Aufgrund der gegenüber dem Boden des trogförmigen Wandelements
21 etwas erhöhten Anordnung der Ablauföffnung 53 wird im unteren Bereich der Grabkammer
eine Wasser- und Schmutzstauzone geschaffen, durch die Rückstände zurückgehalten werden
und immer etwas Wasser zum befeuchten in der Grabkammer verbleibt.
[0057] Weiterhin sind in zumindest einem Wandelement Schlitze 45 als Mittel zum Einsickern
von Wassern vorgesehen. Diese Schlitze können alternativ zu den bereits geschilderten
Mitteln zum Einsickern oder als deren Ergänzung eingesetzt werden.
[0058] Die Unterseite der Abdeckung 22 ist mit einem zur Mitte der Grabkammer geneigten
Dachprofil 27 versehen. Der First 29 des Dachprofils ist dabei dem Innenraum so zugewandt,
daß das durch die Abdeckung einsickernde und am Dachprofil zum First geleitete Wasser
vom First auf den in der Grabkammer beigesetzten Sarg (nicht dargestellt) tropft und
diesen befeuchtet.
[0059] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel (nicht dargestellt) wird in der Grabkammer
ein dem Fachmann bekanntes und geeignet erscheinendes Feuchtemeßgerät (Hygrometer)
zum Messen der Feuchte im Innenraum angebracht. Weiterhin verfügt die Grabkammer über
eine Befeuchtungsvorrichtung, die ein in die Grabkammern verzweigtes Wasserzuführungssystem
umfaßt und über das Wasserzuführungssystem Wasser in die Grabkammern geleitet wird,
wenn das Feuchtemeßgerät eine Feuchte mißt, die unter einem vorher eingestellten Minimalwert
liegt. Der Minimalwert ist dabei ein Feuchtewert, ab dem eine Mumifizierung der Leiche
oder auch nur eine gegenüber einem Optimalwert verzögerte Verwesung und Verrottung
zu besorgen ist. Das Wasserzuführungssystem ist geeigneter Weise ein verzweigtes Rohrleitungssystem,
bei dem jeweils ein Ablauf in jeder Grabkammer der Bestattungsvorrichtung endet. Zur
Feuchtemessung und Steuerung der Befeuchtungsvorrichtung ist es dabei ausreichend,
wenn nur in einer Grabkammer ein Feuchtemessgerät angebracht und eine zentrale Steuerung,
z.B. ein durch das Feuchtemeßgerät regelbarer Hahn im Rohrleitungssystem zwischen
Wasserzufuhr und Abläufen vorgesehen ist. An den Abläufe sind gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung Brausen angebracht, die an der Unterseite der Abdeckung oder einem oberen
Bereich einer der inneren Wandung des obersten Wandelements angeordnet sind, so daß
bei Wasserzufuhr über das Rohrleitungssystem das Wasser über den beigesetzten Sarg
gesprenkelt wird. Weiterhin ist zur besonders feinen Verteilung des zugeführten Wassers
eine Sprenkleranlage vorgesehen. Diese Sprenkleranlage kann sowohl überirdisch abgeordnet
sein und somit neben dem Befeuchten der Grabkammer zum Beregnen der Grabbepflanzung
eingesetzt werden als auch unterirdisch ausgeführt und in den Grabkammern endend zum
direkten Besprenkeln der Särge eingerichtet sein.
[0060] Die dargestellten Ausführungsbeispiele sind als Einzelgrab mit einer möglichen doppelten
Belegung übereinander sowie zusätzlicher Urnenbeistellung ausgebildet. Ebenfalls ist
die erfindungsgemäße Grabkammer für Einfach- oder Mehrfachbelegung gleichermaßen geeignet.
Durch Anordnung mehrerer erfindungsgemäßer Grabkammern beabstandet nebeneinander mit
einer längs der Kopf- oder Fußseite verlaufenden Drainage sowie einer gemeinsamen
Grabsohle und entsprechender Verfüllung der Zwischenräume zwischen benachbarten Grabkammern
sowie der oberseitigen Abdeckung freier Zwischenräume zwischen den sich zugewandten
Seiten der Umwehrungen bzw. Pflanztröge mit Abdeckplatten entsteht eine Bestattungsvorrichtung,
die auf besonders effiziente und platzsparende Art und Weise die Vorteile der vorbeschriebenen
Grabkammern in sich vereint.
[0061] Es versteht sich, daß die erfindungsgemäße Grabkammer ein oder mehrere übereinander
angeordnete Wandelemente 20, 21 sowie als Abdeckung 22 einen einoder mehrteiligen
Deckel mit oder ohne Umwehrung oder einen Pflanztrog in jeder beliebigen Kombination
genauso umfaßt wie die Grabkammerwandelemente und die Grabkammerabdeckung ganz oder
nur teilweise wasserdurchlässig ausführbar sind.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 100, 200, 300, 400
- Grabkammer
- 10
- Grabsohle
- 11
- seitliche Verfüllung
- 12
- Fundament
- 13
- Drainage
- 14
- Obere Verfüllung, Material auf Grabkammerabdeckung
- 20, 20'
- Wandelemente
- 21
- Wandelement mit geschlossenem Boden
- 22
- Abdeckung
- 22', 22", 22"'
- Teilabdeckungen
- 23
- Grabsteinfundament
- 24
- Entlüftung
- 25
- Öffnung
- 26
- Dachprofil, zu den Seiten geneigt
- 27
- Dachprofil, zur Mitte geneigt
- 28
- Vegetationsmatte
- 29
- First
- 30
- Stufenfalz
- 31
- Rücksprung
- 32
- Vorsprung
- 34
- Armierung/Aussparung
- 36
- Aussparung
- 38
- Griff
- 40
- Umwehrung
- 41
- Kopfseite
- 42,43
- Spalt
- 45
- Einlaßöffnung, Schlitz
- 50
- Pflanztrog
- 52, 53
- Ablauföffnung
- 54
- Anschlagpunkt
- 56
- Abdeckplatte bzw. Abdeckelement
1. Wiederverwendbare Grabkammer (100, 200, 300, 400) mit einem von mindestens einem rahmenartigen
oder trogförmigen Wandelement (20, 20', 21) und einer darauf aufliegenden Abdeckung
(22) umschlossenen Innenraum, der mittels Entlüftung (24) nach außen entlüftet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdeckung und/oder Wandelemente zumindest teilweise aus wasserdurchlässigem statisch
stabilem Material bestehen und/oder die Abdeckung und/oder Wandelemente Mittel (30)
zum Einsickern von Wasser in den Innenraum aufweisen.
2. Grabkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserdurchlässige Abdeckung und/oder Wandelemente aus Einkornbeton oder Material
mit vergleichbaren statischen und Wasserdurchlaß-Eigenschaften besteht.
3. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung an ihrer dem Innenraum zugewandten Unterseite ein zu zumindest einer
Innenseite des obersten Wandelements geneigtes Dachprofil (26) aufweist, so daß durch
die Abdeckung einsickerndes Wasser an deren Unterseite zur inneren Wandung der Wandelemente
geleitet wird.
4. Grabkammer nach Anspruch 3, wobei das Dachprofil (27) zumindest einen dem Innenraum
zugewandten First (29) aufweist, an dem einsickerndes Wasser in den Innenraum abtropfbar
ist.
5. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung mit einem von oben nach unten wasserdurchlässigen sowie von unten nach
oben luftundurchlässigen Material bedeckt ist.
6. Grabkammer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserdurchlässige sowie luftundurchlässige Material eine Vegetationsmatte (28)
ist, die über die gesamte Länge und Breite der Grabkammerabdeckung ausgelegt ist.
7. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zum Einsickern eine zwischen Wandelement und aufgesetzter Abdeckung oder
eine zwischen einzelnen übereinander angeordneten Wandelementen ein zum Innenraum
abgesenkter Stufenfalz (30) oder eine zum Innenraum geneigte Fasung ist, über den/die
Wasser in den Innenraum einsickerbar ist.
8. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zum Einsickern zumindest eine, horizontale oder überwiegend zum Innenraum
hin geneigte, Durchbrechung (45) in der Abdeckung und/oder dem Wandelement ist.
9. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Grabkammersohle ein Abfluß zum Austritt von in der Grabkammer sich
ansammelndem Wasser angeordnet ist.
10. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung mehrteilig und das Kopfteil der Abdeckung erhöht ausgebildet, und über
die Wandelemente grabsohlentief verankert als Grabsteinfundament (23) ausgebildet
ist.
11. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Stirn- und Fußseite des obersten Wandelements eine rahmenartige Umwehrung
(40) aufgesetzt ist.
12. Grabkammer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das lichte Innenmaß (L) der Umwehrung über die Breite der Abdeckung hinaus reicht,
so daß die Abdeckung durch die Umwehrung abnehmbar ist.
13. Grabkammer nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopfseite (41) der Umwehrung so verbreitert und erhöht ausgebildet ist, daß die
Kopfseite bei aufgesetzter Umwehrung als Grabsteinfundament verwendbar ist.
14. Grabkammer nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei aufgesetzter Umwehrung sich ein überwiegend vertikal ausgerichteter Spalt (42)
an zumindest einer Längsseite der Grabkammer zwischen Innenseite der Umwehrung und
Abdeckung bzw. Wandelement ausbildet.
15. Grabkammer nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Ober-, Innen- und/oder Außenseite der Umwehrung mit Marmor, Vorsatzbeton und/oder
anderen optisch ansprechenden Materialien veredelt sind.
16. Grabkammer nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite der Umwehrung bei geschlossenem Grab aus dem Boden als Grabeinfassung
und/oder als Auflager für Gehwegplatten herausragt.
17. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Abdeckung als ein nach unten im wesentlichen geschlossener
und nach oben offener Trog (50) ausgebildet ist.
18. Grabkammer nach Anspruch 17 , dadurch gekennzeichnet, daß der Trog ein Pflanztrog ist und auf seinem Boden eine Vegetationsmatte (28) aufliegt
und/oder im unteren Bereich der Seitenwände des Trogs zumindest eine Ablauföffnung
(52) ausgebildet ist.
19. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung an ihrer Oberseite Anschlagpunkte (54) aufweist, an denen die Abdeckung
einfach abhebbar ist.
20. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung eine Öffnung (25) aufweist, in der Öffnung die Entlüftung (24) eingesetzt,
der Austritt der Entlüftung gasdurchlässig überdeckt und in die Entlüftung ein Filter
eingeschaltet ist.
21. Grabkammer nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftung einfach aus der Öffnung entfernbar und die Öffnung bei entfernter
Entlüftung als Durchlaß z.B. für eine Urne geeignet ist.
22. Bestattungsvorrichtung mit zumindest einer wiederverwendbaren Grabkammer nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend eine außerhalb der Grabkammer auf
bzw. über dem Niveau der Grabsohle (10) angeordnete Drainage (13).
23. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainage längs einer Außenwand der Kopf- bzw. Fußseite der Grabkammer angeordnet
ist.
24. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Grabkammer auf einer Grabsohle, die in einer Mächtigkeit aus wasserspeicherfähigem
Bodenmaterial, z.B. Mittelsand, besteht, angeordnet ist.
25. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite der Grabkammer gegen das Erdreich bzw. bei mehreren nebeneinander
beabstandet angeordneten Grabkammern der Zwischenraum zwischen den Grabkammern mit
einem versickerungsfähigem und wasserbindenden Material (11), z.B. Mittelsand, verfüllt
ist.
26. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Abdeckung der Grabkammer als Pflanztrog ausgebildet ist und
bei entnommenem Pflanztrog der angrenzende Grabsaum entweder durch weitere verbleibende
Teile der Abdeckung oder durch separate den Grabsaum abstützende Elemente am Einbrechen
hindert.
27. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung einen Pflanztrog umfaßt, der im fußseitigen Bereich der Grabkammer
ein trittfestes oberes Abdeckelement aufweist.
28. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß bei nebeneinander beabstandet angeordneten Grabkammern der Zwischenraum zwischen
den Grabkammern bis knapp unter die Oberkante des obersten Wandelements verfüllt ist
und die Abdeckung weiterhin einen Pflanztrog umfaßt und die Zwischenräume zwischen
benachbarten Pflanztrögen mit Abdeckelementen (56) abgedeckt sind.
29. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Grabkammer mit einer Befeuchtungsvorrichtung ausgestattet ist, mit der eine für
die Verwesung und Verrottung günstige Luftfeuchtigkeit im Innnenraum einstellbar ist.
30. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Grabkammer ein Feuchtemeßgerät zum Messen der Feuchte im Innenraum
aufweist, die Befeuchtungsvorrichtung ein in die Grabkammern verzweigtes Wasserzuführungssystem
umfaßt und über das Wasserzuführungssystem Wasser in die Grabkammern geleitet wird,
wenn das Feuchtemeßgerät eine Feuchte mißt, die unter einem vorher eingestellten Minimalwert
liegt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Wiederverwendbare, auf einer Grabsohle anzuordnende Grabkammer (100, 200, 300, 400)
mit einem von mindestens einem rahmenartigen oder trogförmigen Wandelement (20, 20',
21) und einer darauf aufliegenden Abdeckung (22) umschlossenen Innenraum, der einen
Raum zur Aufnahme zumindest eines Sarges oder anderer Bestattungsmittel ausbildet
und mittels einer Entlüftung (24) nach Außen entlüftet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die den Innenraum gegenüber einer Überdeckung begrenzende Abdeckung und/oder die
Wandelemente zumindest teilweise aus wasserdurchlässigem statisch stabilem Material
bestehen und/oder die Abdeckung und/oder Wandelemente Mittel (30) zum Einsickern von
Wasser in den Innenraum aufweisen.
2. Grabkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wasserdurchlässige Abdeckung und/oder Wandelemente aus Einkornbeton oder Material
mit vergleichbaren statischen und Wasserdurchlaß-Eigenschaften besteht.
3. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung an ihrer dem Innenraum zugewandten Unterseite ein zu zumindest einer
Innenseite des obersten Wandelements geneigtes Dachprofil (26) aufweist, so daß durch
die Abdeckung einsickerndes Wasser an deren Unterseite zur inneren Wandung der Wandelemente
geleitet wird.
4. Grabkammer nach Anspruch 3, wobei das Dachprofil (27) zumindest einen dem Innenraum
zugewandten First (29) aufweist, an dem einsickerndes Wasser in den Innenraum abtropfbar
ist.
5. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung mit einem von oben nach unten wasserdurchlässigen sowie von unten nach
oben luftundurchlässigen Material bedeckt ist.
6. Grabkammer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das wasserdurchlässige sowie luftundurchlässige Material eine Vegetationsmatte (28)
ist, die über die gesamte Länge und Breite der Grabkammerabdeckung ausgelegt ist.
7. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zum Einsickern eine zwischen Wandelement und aufgesetzter Abdeckung oder
eine zwischen einzelnen übereinander angeordneten Wandelementen ein zum Innenraum
abgesenkter Stufenfalz (30) oder eine zum Innenraum geneigte Fasung ist, über den/die
Wasser in den Innenraum einsickerbar ist.
8. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zum Einsickern zumindest eine, horizontale oder überwiegend zum Innenraum
hin geneigte, Durchbrechung (45) in der Abdeckung und/oder dem Wandelement ist.
9. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Grabkammersohle ein Abfluß zum Austritt von in der Grabkammer sich
ansammelndem Wasser angeordnet ist.
10. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung mehrteilig und das Kopfteil der Abdeckung erhöht ausgebildet, und über
die Wandelemente grabsohlentief verankert als Grabsteinfundament (23) ausgebildet
ist.
11. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Stirn- und Fußseite des obersten Wandelements eine rahmenartige Umwehrung
(40) aufgesetzt ist.
12. Grabkammer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das lichte Innenmaß (L) der Umwehrung über die Breite der Abdeckung hinaus reicht,
so daß die Abdeckung durch die Umwehrung abnehmbar ist.
13. Grabkammer nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopfseite (41) der Umwehrung so verbreitert und erhöht ausgebildet ist, daß die
Kopfseite bei aufgesetzter Umwehrung als Grabsteinfundament verwendbar ist.
14. Grabkammer nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei aufgesetzter Umwehrung sich ein überwiegend vertikal ausgerichteter Spalt (42)
an zumindest einer Längsseite der Grabkammer zwischen Innenseite der Umwehrung und
Abdeckung bzw. Wandelement ausbildet.
15. Grabkammer nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Ober-, Innen- und/oder Außenseite der Umwehrung mit Marmor, Vorsatzbeton und/oder
anderen optisch ansprechenden Materialien veredelt sind.
16. Grabkammer nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite der Umwehrung bei geschlossenem Grab aus dem Boden als Grabeinfassung
und/oder als Auflager für Gehwegplatten herausragt.
17. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Abdeckung als ein nach unten im wesentlichen geschlossener
und nach oben offener Trog (50) ausgebildet ist.
18. Grabkammer nach Anspruch 17 , dadurch gekennzeichnet, daß der Trog ein Pflanztrog ist und auf seinem Boden eine Vegetationsmatte (28) aufliegt
und/oder im unteren Bereich der Seitenwände des Trogs zumindest eine Ablauföffnung
(52) ausgebildet ist.
19. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung an ihrer Oberseite Anschlagpunkte (54) aufweist, an denen die Abdeckung
einfach abhebbar ist.
20. Grabkammer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung eine Öffnung (25) aufweist, in der Öffnung die Entlüftung (24) eingesetzt,
der Austritt der Entlüftung gasdurchlässig überdeckt und in die Entlüftung ein Filter
eingeschaltet ist.
21. Grabkammer nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftung einfach aus der Öffnung entfembar und die Öffnung bei entfernter Entlüftung
als Durchlaß z.B. für eine Urne geeignet ist.
22. Bestattungsvorrichtung mit zumindest einer wiederverwendbaren Grabkammer nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin umfassend eine außerhalb der Grabkammer auf
bzw. über dem Niveau der Grabsohle (10) angeordnete Drainage (13).
23. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Drainage längs einer Außenwand der Kopf- bzw. Fußseite der Grabkammer angeordnet
ist.
24. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Grabkammer auf einer Grabsohle, die in einer Mächtigkeit aus wasserspeicherfähigem
Bodenmaterial, z.B. Mittelsand, besteht, angeordnet ist.
25. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenseite der Grabkammer gegen das Erdreich bzw. bei mehreren nebeneinander
beabstandet angeordneten Grabkammern der Zwischenraum zwischen den Grabkammern mit
einem versickerungsfähigem und wasserbindenden Material (11), z.B. Mittelsand, verfüllt
ist.
26. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Abdeckung der Grabkammer als Pflanztrog ausgebildet ist und
bei entnommenem Pflanztrog der angrenzende Grabsaum entweder durch weitere verbleibende
Teile der Abdeckung oder durch separate den Grabsaum abstützende Elemente am Einbrechen
hindert.
27. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckung einen Pflanztrog umfaßt, der im fußseitigen Bereich der Grabkammer
ein trittfestes oberes Abdeckelement aufweist.
28. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß bei nebeneinander beabstandet angeordneten Grabkammem der Zwischenraum zwischen den
Grabkammern bis knapp unter die Oberkante des obersten Wandelements verfüllt ist und
die Abdeckung weiterhin einen Pflanztrog umfaßt und die Zwischenräume zwischen benachbarten
Pflanztrögen mit Abdeckelementen (56) abgedeckt sind.
29. Bestattungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Grabkammer mit einer Befeuchtungsvorrichtung ausgestattet ist, mit der eine für
die Verwesung und Verrottung günstige Luftfeuchtigkeit im Innnenraum einstellbar ist.
30. Bestattungsvorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Grabkammer ein Feuchtemeßgerät zum Messen der Feuchte im Innenraum
aufweist, die Befeuchtungsvorrichtung ein in die Grabkammern verzweigtes Wasserzuführungssystem
umfaßt und über das Wasserzuführungssystem Wasser in die Grabkammern geleitet wird,
wenn das Feuchtemeßgerät eine Feuchte mißt, die unter einem vorher eingestellten Minimalwert
liegt.