[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Speichern von unfallbezogenen Daten eines
Kraftfahrzeuges.
[0002] Zur Aufzeichnung von unfallbezogenen Daten eines Kraftfahrzeugs sind Unfalldatenschreiber
bekannt, bei denen für einen Unfall möglicherweise relevante Daten, z.B. über das
Abblendlicht oder das Blinklicht, zumindest zeitweise gespeichert werden. Solche Unfalldatenschreiber
können für eine spätere Rekonstruktion des Unfalls, insbesondere bei der Frage des
Verschuldens des Unfalls, verwendet werden.
[0003] Die DE 34 05 757 A1 beschreibt einen derartigen Unfalldatenschreiber, bei dem insbesondere
die Raddrehzahl und Beschleunigungswerte des Fahrzeugs von entsprechenden Sensoren
erfasst und in einer geschlossenen Zählschleife gespeichert und zyklisch überschrieben
werden, wobei die zyklische Datenüberschreibung bei Vorliegen eines Unfallsignals
nach einer vorgegebenen Nachlaufzeit beendet wird.
[0004] Ein wesentlicher Nachteil von derzeitigen Unfalldatenschreibersystemen ist darin
zu sehen, dass der Unfalldatenschreiber keine Aussage über den Straßenzustand oder
den dynamischen Bewegungszustand des Fahrzeuges ermöglicht, die bedeutende Unfallfaktoren
sein können. Für eine genaue Unfallrekonstruktion ist es oft entscheidend, dass eine
detaillierte Aussage über den dynamischen Bewegungszustand kurz vor dem Unfallereignis
getroffen werden kann.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher
auf eine einfache Weise die Aussagekraft eines Unfalldatenschreibers für eine spätere
Unfallrekonstruktion gesteigert wird.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe gemäß dem Oberbegriff und den kennzeichnenden Merkmalen von
Anspruch 1 dadurch, das die Auswerteeinheit Daten von mindestens einem in einem Fahrzeugreifen
angeordneten Sensor empfängt.
[0007] Ein Vorteil der Erfindung ist insbesondere darin zu sehen, dass der im Reifen angeordnete
Sensor Messdaten über die einzelnen Reifenzustände kurz vor dem Unfallereignis aufzeichnet.
Mit den Messdaten ist es u.a. möglich, die am Reifen wirkenden Kräfte zu ermitteln,
um dadurch beispielsweise den dynamischen Bewegungszustand des Fahrzeuges detailliert
zu rekonstruieren. Außerdem kann mit diesem Sensor gleichzeitig der Reifenzustand
und der Straßenzustand ermittelt werden, die wichtige Unfallfaktoren sein können.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der im Fahrzeugreifen
angeordnete Sensor ein Seitenwandtorsions-Sensor ist. Mit einem solchen Seitenwandtorsions-Sensor,
der insbesondere die Verformung der Reifenseitenwand misst, kann direkt ein Schaden
am Reifen dedektiert werden. Auf diese Weise ließe sich somit feststellen, ob ein
Reifendefekt z.B. in Form einer Laufstreifenablösung zum Unfallereignis geführt hat.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der im Fahrzeugreifen angeordnete Sensor ein Druck- und/oder Temperatur-Sensor ist.
Mit einem Druck- und Temperatursensor könnte insbesondere festgestellt werden, ob
ein unzureichender Reifendruck zur Unfallursache beigetragen hat.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der im Fahrzeugreifen angeordnete Sensor ein Oberflächenwellen-Sensor oder ein Piezoelement-Sensor
ist. Mit diesem Sensor kann indirekt der Reibbeiwert zwischen Reifen und Fahrbahn
bestimmt werden. Dadurch könnte z.B. rekonstruiert werden, ob ein Ölfilm auf der Fahrbahn
eine Unfallursache war.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der im Fahrzeugreifen angeordnete Sensor Reifenidentifikations-Daten an die Auswerteeinheit
übermittelt. Die Reifenidentifikationsdaten geben Aufschluss darüber, von welchem
Hersteller der Reifen stammt und in welchem Reifenwerk dieser produziert wurde. Diese
Daten könnten beispielsweise in Haftungsfragen relevant werden.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der im Fahrzeugreifen angeordnete Sensor ein Sensor zur Ermittlung des Profilzustandes
ist. Mit einem solchen Profilsensor könnte rekonstruiert werden, ob z.B. eine ungenügende
Profiltiefe zur Unfallursache beigetragen hat.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Daten des am Fahrzeugreifen angeordneten Sensors per Funkübertragung an die Auswerteeinheit
übermittelt werden. Die Funkübertragung der Daten ist eine einfache Form der Datenübertragung,
die sich insbesondere für das rotierende Fahrzeugrad eignet.
[0014] Anhand eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher erläutert werden.
[0015] Die Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung, bestehend aus einem Kraftfahrzeug
4 mit vier Fahrzeugreifen 5. In jedem Fahrzeugreifen 5 ist jeweils ein Sensor 1 angeordnet,
insbesondere in Form eines Seitenwandtorsions-Sensors oder in Form eines in den Unteransprüchen
genannten Sensors. Denkbar ist ebenfalls, dass mehrere verschiedene Sensoren 1 im
Fahrzeugreifen 5 angeordnet sind, so dass verschiedene Mess- und Kenndaten des jeweiligen
Fahrzeugreifens 5 erfasst werden können. Während mit dem Seitenwandtorsions-Sensor
frühzeitig ein Reifenschaden feststellbar ist, kann bei gleichzeitigem Einsatz eines
Drucksensors ebenfalls der Reifendruck überwacht werden. Im Radkasten oder im Bereich
der Radachse ist eine Sende- und Empfangseinheit 2 angeordnet, an den die vom Sensor
1 erfassten Daten per Funkübertragung weitergeleitet werden. Anschließend werden die
Daten an eine zentrale Auswerteeinheit 3 übermittelt, den eigentlichen Unfalldatenschreiber.
[0016] Denkbar ist auch, dass die Daten direkt per Funkübertragung vom Sensor 1 zur Auswerteeinheit
3 übermittelt werden. In der Auswerteeinheit 3 werden schließlich alle Daten aufgezeichnet
und für eine Unfallrekonstruktion bereitgestellt.
Bezugszeichenliste
(ist Teil der Beschreibung)
[0017]
- 1
- Sensor
- 2
- Sende- und Empfangseinheit
- 3
- Zentrale Auswerteeinheit
- 4
- Kraftfahrzeug
- 5
- Fahrzeugreifen
1. Vorrichtung zum Speichern von unfallbezogenen Daten eines Kraftfahrzeuges (5) bei
dem Sensoren Daten erfassen und die Daten in einer Auswerteeinheit (3) gespeichert
werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auswerteeinheit (3) Daten von mindestens einem in einem Fahrzeugreifen (5) angeordneten
Sensor (1) empfängt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der im Fahrzeugreifen angeordnete Sensor ein Seitenwandtorsions-Sensor ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der im Fahrzeugreifen (5) angeordnete Sensor (1) ein Druck- und/oder Temperatur-Sensor
ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der im Fahrzeugreifen (5) angeordnete Sensor (1) ein Oberflächenwellen-Sensor oder
ein Piezoelement-Sensor ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der im Fahrzeugreifen (5) angeordnete Sensor (1) Reifenidentifikations-Daten an die
Auswerteeinheit (3) übermittelt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der im Fahrzeugreifen (5) angeordnete Sensor (1) ein Sensor zur Ermittlung des Profilzustandes
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Daten des am Fahrzeugreifen (5) angeordneten Sensors (1) per Funkübertragung an
die Auswerteeinheit (3) übermittelt werden.